da ich leider so gut wie gar keine Zeit habe, einen Reisebericht in der üblichen Form hier ins Forum zu schreiben, beschränke ich mich diesmal auf einen Kurzbericht, wobei der Schwerpunkt auf unseren Unterkünften liegen wird.
Ablauf unserer Kenya- Tour:
1 Nacht Nairobi, Karens little Paradise
5 Nächte Masai Mara, Malaika Camp
7 Nächte Diani Beach, The Maji Boutique Resort
2 Nächte Tsavo West, Severin Safari Camp
2 Nächte Amboseli, Kibo Safari Camp
1 Nacht Nairobi, The Hob House
Gebucht haben wir alles in Bausteinen, d.h., Flüge wurden sehr sehr frühzeitig bei Lufthansa gebucht, ausgeführt hat den Hinflug die Swiss-Air, ein Lob an die Bordküche, wir haben selten im Flieger so ein gutes Essen gehabt. Und was hat´s gegeben? Natürlich Züricher Geschnetzeltes. Alle Flüge waren mehr oder weniger pünktlich, da haben wir schon deutlich Schlimmeres erlebt.
KAREN LITTLE PARADISE www.karenparadise.com nichts, das sich lohnen würde, über dieses kleine Gästehaus großartig zu berichten. Ziemlich günstig, ein netter Kontakt, aber very basic. Was uns gestört hat, dass das Abendessen nicht nur grottenschlecht war, sondern auch für unsere Begriffe total überteuert. 30 Euro für ein Hühnchen, das den Namen nicht verdient hat. Wenigstens war der Reis gut, und auch das gute Tusker Bier war dort das teuerste Bier auf unserer Reise. Das breakfast war so was von spärlich, vielleicht aber war das der frühen Morgenstund geschuldet.
Am nächsten Tag wurden wir vom Malaika-Camp, bei dem wir 5 Nächte gebucht hatten, abgeholt. Früh morgens um 5.00 Uhr ging´s los, die Fahrt dauerte, vorbei am Rift Valley, 8 Stunden. Der Grund, weshalb wir diesen Abschnitt mit dem Auto machen wollten war, weil wir von „Land und Leute“ ein bisschen was sehen wollten. Im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer, denn diese Schucklerei 🙁 würden wir uns nicht mehr antun. Da ist man wohl besser dran, mit einem Buschflieger diese Etappe zu meistern.
MALAIKA CAMP www.malaikacamp.com Fünf Nächte habe wir uns hier eingebucht, nach anfänglichen kleinen Startschwierigkeiten (wir brauchen in Afrika immer ein paar Tage der Eingewöhnung) hat uns das Malaika-Camp sehr gut gefallen. Es wird betrieben von dem deutschen Profifotographen Jo und einem Masai namens John. Jo und John, die beiden Inhaber, haben dort in der Masai Mara ein kleines Zeltcamp mit 9 Zelten. Gefrühstückt wird morgens während der Pirschfahrt, mittags gibt’s ein sehr gutes lunch am Mara-River mit Blick auf Hippos, und auf der anderen Uferseite sieht man Elefanten & Co. Das Abendessen gibt’s im Essenszelt, immer mit allen anderen Gästen zusammen an zwei oder drei Tischen. Das Essen ist äußerst schmackhaft und absolut ausreichend. Für die Flasche Wein aus SA bezahlt man 25 USD, für ein Tusker 3 USD, alles nicht dramatisch. Es gibt in den Zelten eine Safaridusche, das Wasser je nach Temperaturwunsch muss man „in Auftrag geben“, hat alles bestens geklappt.
Ein noch wichtiger Aspekt zum Camp: es liegt IN der Mara, d.h., wir mussten nicht, wie viele andere Autos, um 18.00 Uhr am Gate stehen. Wir konnten so lange bei den Sichtungen bleiben, wie wir wollten bzw. bis es dunkel wurde. Das ist ein großer Vorteil, denn dann kann man ruhig abwarten, bis sich die Reihen lichten und die ersten Autos Richtung Gate unterwegs sind.
Game-Drives: wir hatten das unglaubliche Glück, dass zu unserer Zeit eine Reisegruppe aus Sri Lanka anwesend war. Die Leute wollten gern unter sich sein, so dass wir ein Game-Drive Auto für uns und unseren Fahrer Philip ganz allein hatten. Lediglich ein mal war ein Schweizer Ehepaar mit an Bord und zwei oder dreimal hatten wir die Ehre, Jo mitzunehmen, von dem wir den einen oder anderen Tipp zur Fotographie bekamen. Es wurde uns aber versichert, dass im Game-Drive-Auto maximal 4 Personen sitzen, von daher also alles kein Problem.
Seht mal selbst, ob es sich gelohnt hat, den guten Jo mit an Bord zu haben. Hier eine kleine Auswahl an Bildern:
„Unser“ Fahrer Philip war eine Seele von einem Menschen. Ein waschechter Masai, Augen wie ein Adler, das Herz am rechten Fleck – was soll man sagen? Er hat uns wirklich jeden Wunsch, so weit als möglich, erfüllt, es hätte nicht besser sein können. Wenn überhaupt, dann hat ER uns gesagt, wie und wo die beste Position zum Filmen und Fotografieren war. Nach den 5 Nächten bzw. 6 Tagen dort haben wir uns mit Tränen in den Augen verabschiedet, was für ein toller Mensch.
Masai Mara und die Touris: Hmmm....., das ist natürlich so eine Gewissensfrage. 😕 Also – wir haben es in der Masai Mara durchaus ausgehalten. Und wir haben´s nicht nur ausgehalten, sondern jeden Tag und jede Stunde in vollen Zügen genossen. Wir möchten hier nicht aufzählen, wie oft wir völlig allein, und wenn dann max. mit zwei oder drei weiteren Autos, an den schönsten Sichtungen standen. Selbst die berühmten 5 Geparden-Brüder hatten wir zwei Mal in völliger Ruhe, und das, wenn wir gewollt hätten, stundenlang. Hätte uns jemand erzählt, wie es dort in der Mara abläuft, wir hätten es nicht geglaubt. Hier fährt man nicht zwei oder drei Löwen hinterher, sondern ganzen Rudeln mit 12 und mehr Köpfen an der Zahl. Hyänen-Rudel (sagt man so?) von mehr als 30 Köpfen, und, das ist nicht übertrieben. Und einmal hatten wir sogar 9 (!!!) Geparden innerhalb eines Radius von nicht mal 200 Metern. Auf der einen Seite die five brothers, auf der anderen Seite eine Gepardenmama mit ihren drei Cubs. Was für eine Schau! Und da waren´s dann auch sehr viele Autos. Bis zu 20 Autos hab ich zählen können, dann hab ich den Überblick verloren. Ich denke, es waren wohl mehr als 30 Autos.
ABER: das ist business, das ist einfach so. Und es hat uns nicht groß gestört, weil das „Untereinander“ mit den Drivern absolut korrekt ablief. Wir hatten nicht ein Auto, das uns vor die Linse gefahren wäre. Und wir konnten auch niemand beobachten, der den Tieren zu nahe gekommen wäre. Zum Glück mussten wir, was diesen Punkt anbelangt, keine schlechten Erfahrungen machen. Und die vielen Autos hat man wirklich nur bei den hotspots angetroffen. Man ist ja schließlich nicht allein auf der Welt. Dass es uns anders lieber gewesen wäre, das ist ja gar keine Frage, aber wenn man den Mix sieht zwischen Sichtungen allein (und das war eindeutig die Mehrzahl) und Sichtungen im Pulk, dann hat das schon gepasst. Für uns zumindest.
Und außerdem: die Mara hat ja nicht nur Tiere satt zu bieten. Die Landschaft ist ein Traum, es ist so schön dort, dass man es in Worte nicht fassen kann und die Bilder bei Weitem nicht das wiedergeben, was wir dort gesehen haben:
Crossings: hätten wir gerne gesehen, zu unserer Zeit war aber kein Crossing. Wir waren auch nicht enttäuscht, denn ich stelle es mir nicht soooo prickelnd vor, stundenlang zu bangen und zu hoffen, dass doch endlich mal das erste Gnu den Sprung in die Tiefe wagt und die Masse sich in Bewegung setzt. Die Masai Mara hat so viel Schönes zu bieten, und oben am Uferrand mit 40 weiteren Autos zu stehen, wäre uns vielleicht doch des Guten zu viel. Die Geduld – glaube ich – wäre bei mir zu sehr strapaziert.
Offroad: die Driver fahren (fast) alle offroad. Auch das hat uns nicht weiter gestört, denn die zusammengefahrenen Grashalme stehen schon wieder auf. Da hab ich keine Angst. Nur – wenn ein Ranger in Sicht war, dann haben die Fahrer auf´s Gas gedückt, denn die Strafen sind anscheinend relativ hoch. Man muss aber wissen, dass man in der Mara ein offroad-permit kaufen kann, das kostet unseres Wissens schlappe 200 USD für den Tag.
Widmen wir uns den schönen Dingen des Lebens – das Malaika Camp hat uns gut gefallen, und wir würden jederzeit wieder hinfahren. Schon allein deshalb, weil wir natürlich (wieder mal) ein Patenkind in unsere Sammlung aufgenommen haben, das uns unser Fahrer Philip und Jo, der Campbetreiber, ans Herz gelegt hat. Der Schulbesuch, den wir nach der Morgenpirsch kurzfristig ins Programm aufgenommen haben, hat uns sehr bewegt.
Erlaubt mir, bevor es dann mit den anderen Stationen weitergeht, noch ein paar Bilder von der Masai Mara und Ihren "Stars" reinzustellen: