Immer noch 16.04.17 – Khwai Concession am Abend – oder „Warum denn nach Ostafrika reisen? – Baumlöwen gibt es auch in Botswana“ !!!
Hier noch ein Foto das zeigt, wie nahe die Löwengruppe an unserem Fahrzeug ist – meine Drei sind mal wieder verblüfft und auch begeistert, dass die Tiere hier gar kein Fluchtverhalten zeigen und wie nahe man ihnen dadurch kommt.Das mag ich so, wenn man mit Ersttätern unterwegs ist – sie machen einem aufs Neue klar, dass man etwas Besonderes erleben darf hier in Afrika! Und es müssen nicht Löwen und Co. sein – auch Affen, Elefanten und Giraffen sind faszinierend!
Okay, aber jetzt sind es eben doch Löwen….. 😗 !
Wie gesagt verschwindet eine der Löwinnen aus der Gruppe nach links. Diteko verfolgt sie aber mit seinen Blicken genau und fängt plötzlich völlig aus dem Häuschen an zu stammeln: „Look at this, no, I can’t believe it!“ 🤩
eHmmm, was ist da los 🤨 ? Sie war kurze Zeit in dem ganzen Grün verschwunden - aber Endlich kapieren wir wo er hinschaut - . Und sind baff 🤩 ! Die Löwin beginnt auf einen Baum zu klettern. Alleine der Baum ist schon toll – aber darauf die Raubkatze – unglaublich! Dazu auch noch abendlicher Sonnenschein – wir sind hin und weg 😘 !
Die Löwin wirkt allerdings nicht sonderlich souverän 🙄 - Baumklettern scheint nicht zu ihrem täglichen Programm zu gehören. Sie schaut sich immer wieder fragend um, wechselt die Position und weiß nicht ob sie stehen oder sitzen soll.
Vermutlich hat sie auch schon vergessen, was sie auf dem Baum wollte…. 😛 vielleicht vor der nervigen Kleinen flüchten??
Apropos nervige Kleine: wir schauen – wie die Löwin auch - zwischendurch nach rechts: da sitzt das Löwenkind immer noch und wird von Mama und Tante gründlich gemustert.
Eine Katzenwäsche scheint angebracht und Mama packt die Kleine, um sie zu putzen.
Auch wenn man das auf den Fotos nicht so genau sieht: es ist so rührend, dieses kleine Katzenmädel umfangen von den riesigen Tatzen seiner Mutter zu sehen 😘 . Die Kleine findet das allerdings gar nicht toll 🤩
Mit Händen und Füßen, bzw. Krallen und Zähnen wehrt sich gegen die Reinigungsaktion, bis schließlich die Tante eingreift und ihre große Pranke auf sie legt!
Unsere Blicke schweifen wieder nach links zum Katzenbaum, denn Diteko beginnt schon wieder aufgeregt zu stammeln: „No, this can’t be true - a second one is climbing up!“ Und tatsächlich, die Erstbesteigerin bekommt Besuch.
Auch wenn noch Luft nach oben in der B-Note ist versucht die zweite Löwin auch auf den Baum zu kommen. Ihr fällt das vermutlich deshalb so schwer, weil sie schon am Boden humpelte. Da klettert es sich dann doch nicht so leicht …die Arme 🙁 .
Irgendwann ist es aber doch geschafft und die Beiden turnen vor unseren Augen im Baum herum.
Diteko und auch Zhenya bestätigen uns, dass sie so etwas erst einmal erlebt haben!
Um noch eins draufzusetzen auf diese unbeschreibliche Szene beginnt nun am Himmel ein weiteres Schauspiel.
Hinter den Löwinnen braut sich schon seit einiger Zeit etwas zusammen, es wetterleuchtet immer wieder, gleichzeitig scheint die Abendsonne – und plötzlich entsteht ein doppelter Regenbogen vor unseren Augen! (Der zweite, schwächere ist rechts vom starken).
An verschiedenen Stellen bilden sich Wolkenberge – zum Teil dramatisch angestrahlt.
Innerhalb von 6 Minuten wird die Beleuchtung immer beeindruckender.
Dazu diese unberührte Landschaft mit den abgestorbenen Bäumen – ich habe heute noch Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke!
Die Vollendung sind rechts die beiden Löwinnen als Schattenriss im Baum – wir sind alle still vor Ehrfurcht und Glück bei diesem Anblick.
Es ist inzwischen 18.24 Uhr – wir stehen seit knapp eineinhalb Stunden hier und staunen und können unser Glück kaum fassen. Das Licht wird schwächer und der Abzug der Löwengruppe beginnt stilecht hinter einer großen Baumskulptur.
Diteko wendet das Fahrzeug und gibt uns dadurch Gelegenheit bei Scheinwerferlicht noch zu beobachten, wie die vier erwachsenen Löwinnen mit ihrem kleinen Katzenmädel langsam ihres Weges ziehen und in der hereinbrechenden Dunkelheit verschwinden.
Zurück im Camp müssen wir natürlich die ganze Geschichte Lawrence erzählen, der während unserer Abwesenheit den Regenschutz auf unseren Zelten angebracht hat, weil er erkannt hat, dass das Ergebnis dieses erlebten Himmelschauspiels uns über kurz oder lang in Form von Regen erwischen wird. Trotzdem reicht es nach dem Essen noch zu einem kleinen Savanna am Lagerfeuer – Nico nimmt mich bei dieser Gelegenheit in den Arm und meint: „Das ist ja echt unbeschreiblich schön hier – danke dass du uns mitgenommen hast!“ 😘
Passend dazu öffnen nicht nur meine Augen ein bisschen die Schleusen 😊 , sondern auch der Himmel – und zwar nicht nur ein bisschen 🤩 ! So viel Schönheit am Tage muss in der Nacht ja irgendwie gesühnt werden. Es regnet sehr stark und wir ziehen uns alle schnell in unsere Zelte zurück, nachdem wir alle Camputensilien in Sicherheit gebracht haben. In meiner Naivität denke ich, dass es ja laut Reiseklimabeschreibungen immer nur kurz und heftig regnet im April 😐 – aber die Wolken hier können wohl nicht lesen 🤢 . Das Ganze gleicht mehr einem Landregen und es beginnt durch mein Moskitonetz zu tropfen, welches ich schlauerweise nicht von außen mit der Zeltplane verschlossen habe (der Regenschutz leitet nur das Wasser von oben über die Seiten ab - dass es blöde Touristen gibt, die das Zelt nicht dicht machen, ist bei dieser Konstruktion nicht einkalkuliert). Raus will ich aber auch nicht mehr – da ist es nass und dreckig und sicher sind da irgendwelche Krabbeltiere unterwegs, die nur darauf warten, dass ich ihnen mein Zelt öffne 😮 . Also muss ich damit leben, dass es von oben (und auch von der Seite wo ich im Schlaf unbewusst die Zeltwand berühre) etwas feucht wird. 🤢
Aber ganz ehrlich – nach einem solchen Tag ist mir das so was von egal!!!! 🙂 🙂 🙂


