Swarkopmund - Galton Gate “abseits üblicher Wege"

7 Antworten · 1'993 Aufrufe · gestartet 13. Apr. 2023 von Fresa
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Themenstarter19 Beiträge · seit 202313. Apr. 2023 · #1
Hallo ins Forum,

zunächst einmal vielen Dank für dieses informative Forum! Wir haben hier die letzten Wochen sehr viel gelesen, recherchiert und mittlerweile eine umfangreiche Zusammenstellung für unseren Reiseplan.

Wer wir sind
Wir sind Moritz und Ann, Mitte 30, aus einer norddeutschen Großstadt und Reisen ist eine große Leidenschaft von uns. Dabei sind wir eigentlich immer komplett individuell unterwegs, in Europa oft auf den Kanaren mit Wanderschuhen im Gepäck und auch immer wieder gerne in der Welt auf Roadtrips und gern möglichst abseits der großen Touristenströme.

Rahmen
Wir werden Ende Mai für ca. 2 Wochen in Namibia sein. WIr haben ganz gut Literatur und Foren gewälzt und dabei hat sich ein Fokus herauskristallisiert (Reiseführer: Iwanowski’s, Bradt, T4A Self-Drive Guide, ein paar 4x4 Guides von Linke/Nast-Linke via Kindl-Flat). Wir wollen uns auf einsame Landschaften und Tiere fokussieren. Die “Highlights” der meisten Ersttäter-Touren sind demnach nicht (mehr) auf der Liste - ein Andermal vielleicht, wir wollen das Reisen nicht so bald aufgeben.

Wir werden mit einem Hilux 2.8 Automatik von ASCO in der Safari-Ausführung unterwegs sein (via Tui-Camper). Sat-Phone, Sandmatten usw. fahren mit. Zu Beginn der Reise werden wir auf der Ababis Gästefarm noch das Offroad-Fahrtraining besuchen (zudem waren wir schon in Patagonien (Schotter, Steine) sowie auf Sao Tome und Principe (Jungle-Pisten, 4x4 Zufahrten zu Unterkünften, allgemein das, was von den alten “Straßen” noch übrig war) unterwegs - und diverse lange Roadtrips auf Teer).

Wo wir Fragen haben - Route Swarkopmund zum Galton Gate “abseits der üblichen Wege”

Etosha zum Ende hin ist in trockenen Tüchern. Wir könnten nun für den Weg zwischen Swarkopmund und Galton Gate 6-7 Tage aufwenden. Dafür haben wir ein paar Optionen zusammengestellt, die sich auch vor Ort lageangepasst zusammensetzen lassen sollten (z.B. wenn etwas länger dauert, Wege nicht passierbar sind usw.). Beim Schreiben ist mir nun aufgefallen, dass der Beitrag sehr lang geworden ist - ich habe nun absichtlich Links usw. nicht gekürzt - vielleicht hilft es dem/der ein oder anderen bei der Planung (denn die Zusammenstellung ist hart erarbeitet 😉 ).

Swarkopmund - Ugab - Twyfelfontein
Teil 1 bis Ugab (gesamt ca. 5h; davon 3:11 bis zum Verlassen der D2303); im Grunde die Strecke aus diesem Beitrag
Für eine Übernachtung im Krater dürfte der Weg aus Swarkopmund etwas “kurz” sein (Option wäre eine Aktivität am Morgen dort und dann weiter). Alternativ Fahrt bis in den “Zebra-Canyon” (vgl. Link). Hier wäre stets eine Permit für die Strecke im Messum Krater nötig. “Lohnt” der Weg durch den Messum Krater, wenn dort nicht übernachtet wird (stark subjektiv aber wir wollen ja weiter etwas abseits im Damaraland unterwegs sein)?
Zudem sind zwischen Messum Krater und Mt. Brandberg noch 4wd Strecken in den T4A Karten eingezeichnet (vgl. rote Punkte in diesem Beitrag) - gibt es Erfahrungen zu diesem Stück, ich habe keine gefunden im Forum?

Teil 2 Ugab - Twyfelfontein
Zu diesem Stück gibt es einen super Threat, ich beziehe mich auf die dortigen Routenfarben von chrigu
Option a - “pink”: durch Doros Krater (6h Fahrzeit, langsam)
Option b - “grün”: auf einem Teilstück des “Durch das Herz des Damaralandes” und dann durch den Huab und Desolation Valley. Wird als sehr schön empfohlen, hier sind wir unsicher, weil der Weg durch die Huab Sümpfe sehr unterschiedlich bewertet zu werden scheint und wir keine Lust auf unverantwortlich viel Abenteuer haben ;):Option c - “blau/lila”: quasi die Alternative zur Option b unter Umfahrung der Huab Sümpfe - dabei aber Verzicht auf den View Point. “Schnellste” Strecke der genannten.

Hier wären wir interessiert an aktuellen Infos zu den Huab Sümpfen und allgemein zur Befahrbarkeit im Mai (u.a. auch Ugab) - m.E. sollte das gehen (außer Huab Sümpfe).

Twyfelfontein - Palmwag
Option a) via C 39 und C 43 (2-3h ?)
Option b) Ruspoort Trail
Aus 2019 stammt die Info, dass der Weg über die C Straßen sehr schön sei und der Trail nicht gut zu fahren. (2013: sieht schon sehr steinig aus).

Gibt es hier ggf. noch weiter Infos/Erfahrungswerte?

Palmwag - Sesfontein
Hier haben wir viele Infos gefunden (u.a. das entsprechende Büchlein von Linke/Nast-Linke). Erste Übernachtung in Palmwag oder etwas weiter auf Heins Camp o.ä. (Track ist im Palmwag Süd 4x4-Trails Buch beschrieben). Zweite Übernachtung C 5, C 7 oder gar Ganamub-Canyon?Sesfontein (o.ä.) - Etosha Olifants
Option a) Sesfotein Etosha per C Routen
C 43 bis kurz hinter Palmwag, C 40 bis Kamanjab (ca. 3h); Vorteil sind vsl. auch die Einkaufs- und Tankmöglichkeiten in Kamanjab
Option b) durch die Khowarib Schlucht
Über dieses Teilstück habe ich sehr unterschiedliche Infos gefunden - wenn hier Ende Mai noch mit Wasser zu rechnen sein sollte (?), wäre es für uns “raus”.
Khowarib - Hobatere:
April 2021 3h gut machbar aber vorher über Weg erkundigen
2007 die nördliche Strecke ist staubig, durch den Fluss besser, nur etwas sandig
2017 in einem Tag gut zu schaffen
2022 über Klein Serengeti dann ca. 6h
2021 5,5-6h mit Stopps und Reifenwechsel, nicht als schwer empfunden
2022 mit Erfahrung machbar, der obere Trail ist sandig
2016 Sand / Powderdust, schwierig, einsam
2022, im April/Mai ggf. noch Wasser?
2019 etwas eintönig richtung Etosha und viel Powder Dust


Uns würden noch ganz generell Tipps/Hinweis interessieren, die den Namibia-Spezialisten auffallen.
Was ich noch nicht sicher feststellen konnte (aber auch noch nicht intensiv gesucht habe) ist, wo man auf der Strecke ggf. zumindest Brauchwasser auffüllen kann. Die Einkaufsmöglichkeiten dürften bescheiden bis nicht-existent sein - aber ich kauf auch zu Hause für eine Woche Vorräte ein 😉
Gehe ich recht der Annahme, dass es Diesel "sicher" erst in Kamanjab oder dann im Etosha geben würde? (Unsichere Kandidaten: Twyfelfontein, Palmwag, Sesfontain)
Last but not Least: Das liebe Wetter - wir gehen davon aus, dass es Nachts/Morgens einstellige Temperaturen gibt und Tagsüber auch gern über 30 Grad gibt; mit Regen rechnen wir eher nicht, fragen uns aber, ob wir auf der Route noch mit Feuchtigkeit in den Flussläufen rechnen müssen (hängt vermutlich auch von der aktuellen Regenzeit ab)? Treffen die Annahmen so erfahrungsgemäß zu?

Sorry für diesen sehr langen ersten Beitrag und die vielen Fragen und bereits jeder und jedem der bis hier gelesen hat, vielen Dank!
5'479 Beiträge · seit 200913. Apr. 2023 · #2
Moin,

Palmwag und Twyfelfontein würde ich aufgrund meiner Erfahrungen auch als sichere Dieseltankstellen ansehen.

Wegen Wasser in den Flüssen würde ich mir bei der Planung erst einmal keine sorgen machen. Das Wasser ist fast genauso schnell versichert, wie geflossen ist. Wir sind z.B. die Khowarib Schlucht einen Tag nachdem der Hoanib dort gelaufen ist gefahren. Sollte es unerwartet ein verspätetes Unwetter geben, müsst Ihr halt flexibel reagieren. Da Ihr bei der Tour nichts vorbuchen müsst, würde ich sowieso empfehlen von Tag zu Tag zu planen und die Fahrstrecken danach zu bemessen, wie gut Ihr vorwärts kommt.

Hinsichtlich der Streckenempfehlungen habt Ihr ja meine Reiseberichte gelesen und wisst, wo es mir am besten gefällt.

Alles Gute
Thomas
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter19 Beiträge · seit 202314. Apr. 2023 · #3
Moin Thomas,

danke! Ja, von Tag u Tag ist der Plan. Nur den Einstieg über Messum Krater oder nicht müssen wir noch vorher klären, wegen der Permit. Warst Du auch im Huab unterwegs? Da bleibt das Wasser schon etwas, oder?
VG
Moritz
39 Beiträge · seit 202314. Apr. 2023 · #4
Zu Teil 1
Die Fahrt durch den Dorob NP ist meines Erachtens eher langweilig, dass andere das anders sehen ist akzeptiert. Wenn man nicht spezielle Interessen hat z. B. zur Wüstenflora oder Geologie der Gegend hat der Messum nur eine begrenzte Auswahl an interessanten Schönheiten. Dazu kommt dass es im Krater tagsüber heiss werden kann und in der Regel in den Nachmittagsstunden bis in die Nacht hinein ein starker, unangenehm kühler Wind bläst. Wir würden dort nicht mehr übernachten. Auf unserer letzten Reise haben wir zwei Nächte in den Gogonoseb-Bergen verbracht (etwa eine Fahrstunde weiter). Das bedeutet auch freies stehen, ist aber geschützter und man könnte so man will etwas den Minern zuschauen, die dort nach Amethysten schürfen.
Als zusätzliche Option könnte man noch in Betracht ziehen bis zur D2342 durchzufahren und am Fusse des Brandberges in einem der dortigen Einschnitte zu übernachten.

Zu Teil 2
Die Strecke vom Ugab Camp in Richtung Desolation Valley haben wir als eher Mühsam in Erinnerung. Mehrmaliges Anhalten und grössere Steine beiseiteräumen. Das braucht seine Zeit.
2006 Australien Cairns - Darwin 2011 Australien Darwin - Perth 2012 Südafrika KTP - Kwa Zulu 2013 Namibia Anfängertour 2014 Namibia Windhoek - Erongo - Swakop - Fish River- KTP 2015 Texas 2017 Maun - Kasane - Caprivi- Windhoek 2019 Kasane - Maun - Tsumlwe - Etosha - Windhoek 2021 Windhoek - Erongo - Damaraland ( Hoanib)- Etosha- Windhoek 2022 Windhoek - Damaraland - Kaokoveld - Epupa Falls - Tsumeb - Windhoek 2023 Cape Towns - Cederberg - KTP - Windhoek 2024 Windhoek - Erongo - Otavi Bergland- Khaudum - Caprivi - Kasane - Vic Falls
Themenstarter19 Beiträge · seit 202317. Apr. 2023 · #5
Danke! Das erweiterte die Alternativen noch einmal!
Falls noch jemand Infos zum Thema "Brauchwasser" hat, mein Dank wäre sicher 😉
Zudem überlege ich noch, zumindest in den "unübersichtlicheren" Bereichen Tracks anzulegen, um per GPS schon fixe Punkte zu haben (auf "befestigten" Wegen fahre ich gern mit Navi - aber wenn es darum geht auch mal eine gute Spur zu finden, stelle ich mir das eher unpraktisch vor, da man ja häufig unsinnig auf Streckenabweichungen hingewiesen werden wird).
2'191 Beiträge · seit 201617. Apr. 2023 · #6
Wow, das ist ja schon mal eine detaillierte Recherche. Ich kann Dir leider nicht viel weiterhelfen, weil wir diesen Teil noch nicht bereist haben.

Aber meine Herren waren letzte Woche beim offroad-Training auf der Ababis-Farm und es hat Ihnen super gut gefallen. Sie waren total begeistert. Ich habe derweil auf der Nachbarfarm relaxt.

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
22 Beiträge · seit 201918. Apr. 2023 · #7
Waren vor 2 Jahren das letzte mal einen Monat im Mai im Damaraland & Kaokoveld unterwegs. Bis auf den Norden (Hoanib/Hoarusib) war eigentlich alles trocken und easy befahrbar.

Von Twyfelfontein sind wir via Doros Krater und Desolation Valley nach Palmwag- hat uns sehr gefallen - ist zwar eine längere Strecke aber sehr einsam und landschaftlich spannend.

Von Palmwag aus sind wir dann via Kleine Serengeti in die andere Richtung in die Khowaribschlucht und dann via Sesfointein weiter in den Hoanib bis Purros & anschliessend über Umwege weiter nördlich ins Marienflusstal.

Khowaribschlucht war nur stellenweise feucht aber immer gut befahrbar, dafür aber extrem staubig! Insgesamt war die Khowaribschlucht (inkl. Übernachtung in der Khowarib Lodge Campsite) defintiv ein landschaftliches Highlight und sehr zu empfehlen.

Bei weiteren Fragen sonst PM.

LG
Greg
zuletzt bearbeitet 18. Apr. 2023
5'479 Beiträge · seit 200919. Apr. 2023 · #8
Fresa schrieb:Warst Du auch im Huab unterwegs? Da bleibt das Wasser schon etwas, oder?
In den Huabsümpfen bleibt das Wasser lange. Die sind aber gut zu umfahren. Ansonsten ist auch der Huab nach regen ruckzuck wieder trocken.
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