THEMA: Leona's Damaraland Reisebericht August 2013
07 Sep 2013 20:03 #303341
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Auf den Felsen bei Granietkop kann man mit etwas Gedul Rock Hyrax beobachten. Unser Stellplatz liegt so ausgerichtet dass wir den Sonnenuntergang geniessen können. Obwohl dieses Camp unmittelbar an der Strasse liegt, kann ich es empfehlen, denn nachts fährt hier soweiso keiner durch.





wenn der Boden mal nicht eben ist wird eben nachgeholfen






Gruss Leona
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08 Sep 2013 20:16 #303492
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11. Tag Versteinerter Wald - Upper Huab 4WD trail





Wir beginnen die heutige Etappe von 157km (von T4A mit 6h45m berechnet), mit der Besichtigung des Versteinerten Waldes und nehmen als Zufahrt zuerst die D2612 und dann eine Private Farm Road und gelangen an die C39. Ein lokaler Führer erzählt zuerst was über die Welwitschia Mirabilis. Diese nur zweiblättrige Pflanze wächst 1cm pro Jahr und weil die grössten Exemplare zwei, vom Wind ausgefranste, ca zwei Meter lange Blätter haben, rechnet man bei diesen mit einem maximalen Alter von etwa 2000 Jahren. Es gibt weibliche und männliche Pflanzen, die Befruchtung übernehmen Insekten. Nashörner im Damaraland ernähren sich u.a. auch von Welwitschias.

Die versteinerten Baumstämme stammen aus dem Kongobecken und sind an die 200 Millionen Jahre alt. Sie wurden mit Schlamm-Lava-Massen während den grossen tektonischen Kontinentalplattenveränderungen und dem nach sich ziehenden Klimawandel bis hierher geschwemmt und anschliessend unter Einfluss von grossem Druck und Kieselsäure von organisch in mineralisch verwandelt. Dieser Besuch ist lohnenswert und man sollte dafür mindestens eine gute Stunde einplanen.




Auf der C39 fahren wir etwa 50km nach W bis zum Huab River wo wir um 11 Uhr den Upper Huab 4WD trail starten. Wir befinden uns im Torra Conservancy. Ganz unerwartet sehen wir viele Rinder. Für Johan der hier oft unterwegs war in den letzten Jahren ist dies eine Überraschung. Ich denke es hängt mit der Dürre zusammen, die lokale Bevölkerung muss die Tiere ernähren und hier gibt es viele sumpfige Stellen und Gras. Wobei ich mit Schrecken auch feststellen muss wie grossflächtig die Tamariskenwälder abgebrannt wurden. An einem kleinen gestauten Pool sehen wir Tilapia-Fische und ein paar Vögel, vorallem Reiher und Bienenfresser. In den Bäumen können wir viele Nester von "whitebrowed sparrow weaver" Vögel und Hammerkopfvögeln sehen.



Um 14.45 erreichen wir ein Farmgate bei einer Dattelpalmenfarm und ab hier heisst der track D2633. Der Boden wird immer tiefsandiger und staubiger. Für einen Moment verliert Max die Konzentration und schaltet nicht rechtzeitig herunter, wir stecken fest.








Seitdem Herlu das Rad verloren hat, sind die Positionen getauscht und wir fahren nun am Ende der Karawane, normalerweise in ziemlich grossem Abstand, weil wir gerne eine staubfreie Sicht geniessen. Zum Glück ist gerade in dem Moment wo wir feststecken Herlu nicht allzu weit entfernt und mit einem Ruck der "snatch-rope" sind wir wieder auf festem Boden. Glücklicherweise war die tiefsandige Stelle nicht sehr gross und Herlu konnte vor uns auf Festem Boden Gas geben. Max hat die Situation mit Fassung getragen, bislang hing nämlich diese latente Spannung in der Luft, wer wohl wo als erster steckenbleiben wird, Toyota? Ford? Land Rover? Das war nun beantwortet.
Gruss Leona
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08 Sep 2013 20:20 #303493
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Es wird wärmer und wir kommen schleppend langsam vorwärts. Kurz vor fünf nachmittags und bei 31ºC wird beschlossen in einer relativ windstillen Kurve des Huab für heute Halt zu machen. Wir haben unser gestecktes Tagesziel von 157km nicht erreicht, aber da wir ja sowieso bush-campen spielt das keine Rolle.
Nachts ist es erstaunlich ruhig aus der Tierwelt, obwohl im Gebüsch rund um uns herum wimmelt es nur von Elefantendung.

Gruss Leona
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08 Sep 2013 23:46 #303523
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12. Tag Upper Huab 4WD trail - Khorixas - Sout river 4WD trail
Es ist wieder sehr kalt bei Abfahrt um 7 Uhr, 3ºC, wir benötigen die Heizung am Morgen und die Klimaanlage ab Mittag. Der Vormittag gefállt mir sehr, ich habe auch zum ersten Mal den sehr koketten African Hopoe gesehen. Ein winzig kleiner staubtrockener Resurrection Bush steckt nun in einer mit Wasser gefüllten Coladose und ich verfolge sein Erwachen in den nächsten Stunden/Tagen.

Den Upper Huab Trail beenden wir gegen 11 Uhr mit einem Finale von etwa 3-4km Berg-und Talfahrt über einen sehr steilen und sehr steinigen Hügel als wir bei den roten Dächern der Angestelltenhäuschen der Huab Lodge & Bush Spa wieder auf die Zivilisation treffen.





Nach 50km+ guter gravel road auf der C39 stürmen die Männer die Engel Tankstelle in Khorixas und wir Frauen vis-a-vis beim Super Save die Brotregale, anschliessend noch die Tomaten und Eiscrème. Man kann hier sogar mit Visa bezahlen. Aber es gibt keinen Internetempfang im Ort.




Wir fahren wieder los Richtung W auf der C39 und zweigen kurz danach ab auf die D2625 Richtung N ab, auch als Soutriver 4WD trail bezeichnet, als Manie seinen 4. Platten über Funk meldet. (Nr. 1 und 2. hatte er gleich zu Beginn seiner Reise in der Nähe vom Sossusvlei und den 3. Platten hatte er in der Nähe von Gai-Ais).
Zuerst scheint der Schaden bescheiden, nur eine eingefahrene Schraube. Dann bemerken sie beim Druckeinlassen dass der Reifen noch woanders undicht ist, diesmal ist es ein länglicher Stein mit einem Durchmesser von mehr als 2cm.





Manie, wie auch alle anderen, ausser uns, hat an jedem Ventil einen remote-sensor der ihm Luftdruck und Reifentemperatur permanent an einem Display anzeigt. Darum konnte er frühzeitig gewarnt schön langsam abbremsen. Seine Frau Alta wird von uns betreut, währenddem Manie Zuspruch und fachmännische Unterstützung der Männer bekommt.





Eine Stunde dauert der Einsatz und wir können weiter. Manie hat jetzt keinen Ersatzreifen mehr. Er hofft unversehrt bis nach Palmwag zu gelangen und gibt das ok zur Weiterfahrt. An seiner Stelle wären wir die paar km retour nach Khorixas gefahren und hätten dort beide Ersatzreifen reparieren lassen.

Früher als sonst beenden wir die Fahrt um 16 Uhr in einem Seitenarm des Saltriver und finden viel Holz für das abendliche Campfeuer. Max sucht ein paar Steine für die Feuerstelle und entdeckt einen Skorpion unter einem Stein. Je grösser der Stachel und je kleiner die Zangen umso giftiger.



Für heute war vorgesehen gewesen 180km in 6 Std neto Fahrzeit zu bewältigen, plus die etwa 25km die fehlten von gestern. Aber auch heute sind wir nicht bis an unser Etappenziel gelangt, werden die beiden Tage morgen jedoch problemlos aufholen.
Gruss Leona
Letzte Änderung: 08 Sep 2013 23:48 von La Leona.
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09 Sep 2013 00:50 #303525
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13. Tag Soutrivier - Ruspoort Trail - Grootberg Pass - Palmwag
Der Soutriver trail ist insgesamt 32km lang, als erstes wollen wir ihn beenden und machen uns bei 0ºC auf den Weg. Wenn in Buenos Aires die Temperatur mal auf 0 Grad sinkt liest man im roten Balken der Schlagzeilen in den Morgennachrichten am TV "Achtung! Polarkälte, sehr warm anziehen! Kleinkinder nicht in die Schule schicken! Grippegefahr erhöht! etc."





Die weiss-grau-schwarzen abgerundeten Steine geben diesem Revier den Namen, es ist wunderschön und die riesigen Ana-Bäume vermitteln Zeitlosigkeit und Ewigkeit. Nach zwei Stunden Fahrt sind wir erneut wo wir schon einmal waren vor zwei Tagen, nämlich bei der etwas ausserirdisch wirkenden Dattelpalmenfarm und nehmen jetzt den track nach Norden, den Ruspoort Trail.





Der primitive Track ist offiziell eine D-road mit der Nr. D2633 und wird auf T4A als "extreme road/bad rocks" bezeichnet. Der Ruspoort Trail ist der kürzeste aller off-road trails unserer Reise mit einer Länge von grad mal 10km, hat es aber in sich, vorallem die erste Hälfte ist sehr ruppig. Wir benötigen dafür insgesamt 2h15m. Unterwegs sehen wir Herero Sesame und Shepard's trees. Wo immer wir anhalten und aussteigen stürzen sich die "Geologen" auf die Steine. Hier gibt es welche die sind olive-farben und gefallen mir besonders gut. Dann erreichen wir die grosse Ruspoort Farm, kein Grashalm weit und breit, die mageren Rinder sind eingezäunt und bekommen (wahrscheinlich teuer) gekauftes Futterheu.



Ab hier geniessen wir die sanfte Fahrt auf der breiten D2650 mit Richtung Grootberg Pass. Das Nüvi zeigt sie auch als D2646 an, Grund dafür ist ev. weil sie einen Kreis macht? Schliesslich erreichen wir die C40 und beginnen allmählich zu steigen 1000m,1100m,1200m und wir zwei schliessen eine Wette ab wie hoch der Grootbergpass ist. Der Gewinner ist nur 50m daneben: 1540müM und wir erreichen den Pass um 13.45 Uhr.
Wir sehen Zebras, Kudus und eine grosse Elefantenherde in der Ferne. Nur ein Fahrzeug mit Guides von der Grootberglodge begegnet uns auf der Strasse. Es ist schön die Weitsicht geniessen zu können. Trotz der auch heute staubigen Atomosphäre und der diesigen Sicht deswegen.



Die restliche Fahrt bis nach Palmwag verläuft erholsam und mit Nascherei, denn wir haben beschlossen lieber durchzufahren als für lunch anzuhalten um so den Rest des Nachmittags am Pool in Palmwag verbringen zu können. Wir erreichen die Palmwag Lodge eine Stunde später und belegen die campsites nr. 3 + 4.



Es gibt jetzt zwei Swimmingpools, der neue für die Lodgegäste im Bungalow/Restaurant Areal und der alte Pool welcher bei der Bar und nahe beim campsite liegt für die Camper. Aber das Wasser ist kalt. Die Waschhäuschen sind schon in die Jahre gekommen, aber die Anlage ist sonst sehr schön angelegt, vom Platz Nr. 4 haben wir eine sehr schöne Sicht auf den Sumpf wo es auch Elefantenbesuch gibt.

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09 Sep 2013 13:17 #303579
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Hallo, La Leona!

Wir träumen uns schon seit einigen Tagen mit deinen Beschreibungen und Fotos auf den 4x4Trails durchs Damaraland... Wunderbar! Das ist genau das, was wir so lieben: Auf einsamen Strecken durchs Land mäandern...
Jedes Mal, wenn wir bisher den Einstieg zum Upper Huab Trail kreuzten, gingen sehnsüchtige Blicke hinein in das Tal... – aber wir hatten jedes Mal anderes vor - nun haben wir wenigstens einmal einen kleinen Vorgeschmack, was es dort so zu entdecken gibt.

Herzlichen Dank, dass du dir die Mühe machst und deinen informativen Reisebericht schreibst! Es gibt ja nicht so viele, die so fahren wie ihr und dementsprechend wenig ergiebige Berichte aus der Gegend.

Grüße lilytrotter


PS: Sag mal, führte der kleine Bach an der Palmwag Campsite Wasser? Im Mai war er trocken.
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