CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201401. Jan. 2016 ·
Hallo liebe Fomis
Das alte Jahr endet für uns, wie es angefangen hat: Mit schönen Erinnerungen an eine wunderbare Afrikareise! (Huch - dieser Text passt ja heute bereits nicht mehr!! 😗 ) Ich wünsche euch allen viel Glück, Gesundheit, Liebe und lange Ferien im neuen Jahr! 😘
Meinen ersten Vorsatz werde ich gleich in die Tat umsetzen und deshalb mit dem Schreiben eines Reiseberichts beginnen. Nach Safari und Garden Route (Hochzeitsreise 2013) und Western Cape/Namibia 2014 haben wir uns für 2015 den Südosten Südafrikas sowie Swaziland und Lesotho vorgenommen. Inspiration zur Planung der Reise habe ich hier im Forum zur Genüge gefunden, vielen Dank dafür! Die Route und Unterkünfte habe ich mir selbst ausgesucht, mithilfe von Tipps eurerseits, die Buchung erfolgte durch Magic Vibes (auch hier im Forum) - hat alles wunderbar geklappt! Mein Mann musste nur noch mitkommen. 😄
Ich hoffe, unser Reisebericht wird einigermassen unterhaltsam und wir freuen uns über Mitfahrer.. Liebe Grüsse, Karin & Mathias (Mäthu)
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201401. Jan. 2016 ·
KwaZulu-Natal, Swaziland, Lesotho - Afrika zum Dritten
oder "We have a drought"
Unsere Route (im Uhrzeigersinn)
Wir waren vom 19. November bis 13. Dezember 2015 unterwegs. Unsere Stationen:
Flug ZHR-JNB mit SWISS, Ankunft morgens, Übernahme Fahrzeug 2 Ü Caracal Lodge, Houtboshoek 2 Ü Phophonyane Falls, Piggs Peak/Swaziland 2 Ü Mlilwane Wildlife Sanctuary, Swaziland 2 Ü Hluhluwe Game Reserve, Hilltop Camp 2 Ü iMfolozi Game Reserve, Mpila Camp 4 Ü Lodge Afrique, St. Lucia 1 Ü Villa Jaime, Ballito / Durban 2 Ü Antbear Lodge, Region Giants Castle 2 Ü Royal Natal NP, Thendele Upper Camp 2 1 Ü Maliba Lodge, Lesotho 1 2 Ü Lionsrock Lodge, Bethlehem 1 Ü Ibis Nest, Heidelberg Rückflug JNB-ZHR abends mit SWISS
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201401. Jan. 2016 ·
Do/Fr, 19.+20. November 2015 Abflug und Ankunft Unterkunft: Selfcatering Cottage "Figtree Lodge", Caracal Lodge, Houtboshoek Tageskilometer: ca. 314 km
Die Reise könnte für mich nicht stressiger anfangen! Nicht nur, dass ich schon halb krank bin vor lauter Flugangst, nein, es gelingt mir auch noch, mich kurz vor Arbeitsende im Büro auszuschliessen. 🤩 Notfallmässig muss ein Schlüsseldienst her, denn alle meine Dokumente, Schlüssel und Mobiltelefon sind im Büro eingeschlossen. Meine Nerven!!! 😈 Zum Glück habe ich nette Nachbarn im Bürogebäude, die mir ihr Telefon und Notfalltropfen zur Verfügung stellen. Um 18 Uhr werden wir von einem Arbeitskollegen von Mäthu abgeholt, er war auch schon in Afrika und freut sich, uns mit der Taxifahrt einen grossen Gefallen zu tun. (Danke an dieser Stelle an Pädi!) Die Fahrt verläuft ohne Stau und pünktlich sind wir am Flughafen Zürich, wo wir uns von Pädi verabschieden. Bis zum Gate können wir quasi durchmarschieren und schon bald sitzen wir im SWISS-Flieger nach Johannesburg. Ich bin so erledigt, dass ich bereits während des Starts im Halbschlaf vor mich hindöse. Als das Nachtessen serviert wird, werde ich wieder geweckt und von da an kann ich mich an nicht viel erinnern, worauf ich schliesse, dass die Beruhigungspille endlich gewirkt hat. 😗 Schnell haben wir den Schalter des Autovermieters Bidvest gefunden. Der Bürokram dauert dann etwas länger, wir haben wohl den Lehrling erwischt. Gebucht haben wir bei Sunnycars einen 2WD „Nissan Qashqai oder ähnlich“, dieser entpuppte sich zu unserer Enttäuschung als Jeep Riesenklotz (wir sind keine Amischlitten-Fans). Trotz Navi finden wir die Auffahrt zur Autobahn wieder nicht im ersten Anlauf. Das müssen wir noch üben. 😄 Das Wetter ist schön und warm (31°C) und wir sind einfach nur glücklich, wieder in Afrika zu sein. Im riesigen Shoppingcenter in Emahlaleni machen wir einen Einkaufsstop und versorgen uns im Pick’n’Pay mit Fressalien für die nächsten zwei Tage. Auch finden wir eine Kühltasche mit passenden Kühlelementen, die uns auf der ganzen Reise gute Dienste leistet (und die am Schluss auch noch Platz im Koffer für den Heimflug findet). Bei Wimpy stärken wir uns mit Burger und Fries, danach geht es weiter Richtung Osten. Problemlos finden wir die Abzweigung zur Caracal Lodge. Die Zufahrt ist etwas abenteuerlich, es geht über eine selbstgebastelte Brücke aus Holz und Gummimatten, und ich als Fahrerin muss gut zielen.
Endlich sind wir da! Die Lodge ist auch eine Farm und das Haupthaus mitsamt Umgebung sieht sehr gepflegt aus. Ich habe Kopfschmerzen und möchte mich nach der langen Reise so schnell wie möglich hinlegen. Wir werden aber gleich von Gerry der zahmen Giraffe und Joseph in Empfang genommen, was mein Projekt „schnell hinlegen“ ordentlich verzögert.
Gerry & Joseph
Da der Besitzer der Lodge nicht anwesend war, konnten wir bis zum Schluss nicht herausfinden, wie es dazu kam, dass Gerry so zahm ist. Er lebt jedoch wie alle anderen Tiere auf der Farm frei auf dem riesigen Gelände und erfreut die Gäste mit seinen Besuchen. Die „normalen“ Haustiere (Hunde, Pferde, Schafe, Puten, Hühner,..) sind im umzäunten Areal rund um das Haupthaus untergebracht. Tagsüber ist dieses offen, nachts wird geschlossen, deshalb muss Gerry dort jetzt raus. Wir müssen warten, bis Joseph ihn auf das Farmgelände hinausgelotst hat.
Gerry unterwegs in sein Nachtquartier
Danach werden wir von Joseph und Maria 😄 zu unserem selfcatering Cottage „Figtree Lodge“ gebracht. Das Häuschen liegt abseits der Farm, inmitten der Natur. Mein erster Eindruck war: Woooooow…. Mein zweiter: Oh oh, seit der letzten Reinigung waren wohl länger keine Gäste mehr da. 🤢 Auf dem Bett liegen einige verdächtige Krümel und Käferchen, wohl vom Reetdach gefallen. Auch das Bad sieht etwas angestaubt aus. Wir hoffen einfach, dass es hier täglichen Zimmerservice gibt. Wir kochen uns Pasta zum Abendessen und geniessen die Geräusche, den Sternenhimmel und die Stimmung. Afrika hat uns wieder!
Mit einem etwas klammen Gefühl steigen wir später in das nicht ganz porentief reine Bett und harren der Dinge, die da kommen. Bereits jetzt hören wir verdächtiges Brummen. Kaum haben wir das Licht gelöscht, geht es los: Riesige, hirschkäferartige Viecher mit Flügeln fliegen durch die ganze Hütte und landen mehrmals zielsicher in unseren Gesichtern und Haaren. Vom Peaceful Sleep-Spray lassen sie sich gar nicht beeindrucken. Zur Not hole ich meinen Schal und decke unsere Köpfe damit zu. Langfristig haben wir aber keine Ruhe, denn unter dem Schal wird es dermassen heiss, dass an Schlaf nicht zu denken ist. Ich bin so müde, dass ich mich dem Schicksal ergebe und die Käfer Käfer sein lasse. Mäthu jedoch dreht fast durch – er könne hier nicht schlafen und lege sich jetzt draussen in die Hängematte. Ich weise ihn darauf hin, dass dort sicher auch Insekten herumfliegen. Also bewaffnet er sich mit dem Doom-Spray und seinen Flipflops als Mordwaffe und dann wird den Käfern der Krieg erklärt. Einige Zeit ist nun Ruhe, aber nicht für lange. Denn nun fegt ein heftiges Gewitter über uns (ohne Regen, nur mit viel Sturm, Blitz und Donner). Am Morgen liegen im ganzen Cottage tote Käfer herum, umzingelt von jeweils hunderten Ameisen, die die armen Käfer zum Teil bereits halb aufgefressen hatten. Oh bitte, lass heute die Putzkolonne vorbeikommen!!!
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201401. Jan. 2016 ·
Habt ihr mir einen Tipp, wie ich die Fotos verkleinere? Ich ärgere mich grade mit Paint rum, da muss ich jedes Foto einzeln bearbeiten, was mir sehr aufwendig erscheint. 😈 Gibt es eine bessere Möglichkeit?
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201401. Jan. 2016 ·
Sa, 21.11.15 Tag auf der Caracal Lodge Unterkunft: Selfcatering Cottage "Figtree Lodge" Caracal Lodge Tageskilometer: 0
Heute verbringen wir einen entspannten Tag auf der Lodge. Am Morgen holt uns Joseph mit einem selbst ausgebauten Fahrzeug (eingeschraubte Stühle auf der Ladebrücke) ab, um zu den farmeigenen Höhlen zu fahren. Das letzte Stück müssen wir zu Fuss gehen. Wir haben uns auf einen etwas steilen Weg eingestellt, aber was wir antreffen gleicht eher einem Seilpark 🤩 Die Höhle liegt in einem Tal und wir müssen Leitern hinabsteigen und mithilfe von Seilen den Hang hinunter klettern. Uff 😵 In der Höhle ist es angenehm kühl, aber viel zu sehen gibt es nicht. Es sei das Schlafzimmer der Paviane. Auf der anderen Seite klettern wir den ebenso steilen Hang wieder hoch – diesmal ohne Seile. Morgensport lässt grüssen! 😣 Oben angekommen, hängen wir uns an unsere Wasserflaschen und müssen erst mal verschnaufen. Joseph scheint es nichts auszumachen, er hat nicht mal Durst. Mit dem Auto fahren wir wieder zurück. Aus irgendeinem Grund ist es heute nicht möglich, den Berg hochzufahren um die Aussicht zu geniessen. Zum Hochlaufen ist es uns definitiv zu warm. Deshalb beschliessen wir, noch bis zum Wasserfall auf der Farm zu wandern. Dort treffen wir auf eine Ansammlung von mehreren Offroadern und eine grosse Picknickrunde von Südafrikanern. Ein schöner Ort zum Picknicken, es ist kühl und schattig und die Zikaden (?) veranstalten ein Konzert. Für uns ist es mit so vielen Leuten aber nicht gemütlich und wir machen uns wieder auf den Rückweg.
Joseph & ich
Der Wasserfall
Am Nachmittag lesen und baden wir am Pool beim Haupthaus. Dann taucht plötzlich Gerry wieder auf. Diese Giraffe ist eine echte „Gwundernase“ und läuft uns nach wie ein Hund. Wir treffen auf ein Pärchen aus Südafrika, die auf der Lodge zu Gast sind. Der Herr klettert auf eine Astgabel, um Gerry besser kraulen zu können. Plötzlich nimmt dieser den Kopf runter und haut ihn in den Bauch des Mannes. Dieser fliegt in den Baumstamm und fast vom Baum runter. 🤩 Das war sicher nicht böse gemeint, Gerry ist sich seiner körperlichen Überlegenheit wohl nicht ganz bewusst. 😵
Farmtiere
Das Haupthaus mit Pool
Danach laufen wir zurück zu unserem Cottage via dem Dam, wo wir einen African Fish Eagle sichten (Foto leider missglückt).
😄
Abkühlung dank Loch im Schlauch 😄
Heute haben wir vor, auf unserem Grill zu braaien. Doch Gerry kreuzt unsere Pläne. Vor Sonnenuntergang kommt er nochmals bei uns vorbei und steigt über den Zaun in unseren „Garten“. Wieder läuft er uns auf Schritt und Tritt nach und balanciert dabei zwischen den tiefhängenden Ästen, dem Grill und den aufgestellten Laternen hindurch. Da das Essen schon auf dem Grill liegt, muss eine Person Gerry ablenken, während die andere die Boerewoers und Peperonis wendet! Wir amüsieren uns köstlich mit Gerry und machen viele Fotos. Endlich beschliesst er abzuhauen und stolpert dabei fast über den Zaun. Nun können wir endlich unser Dinner bei Lagerfeuerstimmung geniessen! Ein einmaliger Abend! 😄
Achtung es wird giraffenlastig!! 🤪 Gerry im Anmarsch
Hi Carinha! Ich steige mal zu - mache Feb/Mar 2016 eine Tour die teilweise eurer Faehrte folgt. Aber nur teilweise. Natuerlich haben wir ganz andere Unterkuenfte, aber die gibts ja sowieso wie Sand am Meer. Cheers Battli
aus Somerset West/RSA
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201402. Jan. 2016 ·
So, 22.11.15 Durch Sappiland nach Swaziland Unterkunft: Luxury Tented Camp, Phophonyane Falls Eco Lodge, Piggs Peak (Swaziland) Tageskilometer: ca. 180 km
Nachdem unser Cottage nun wieder blitzsauber und käferfrei ist, verläuft die Nacht entsprechend ruhig und erholsam. Voller Tatendrang machen wir uns auf zu einem „Pre-Breakfast-Walk“ zum Wasserfall. Auf dem Hinweg sehen wir Nyalas, Impalas und Zebras.
Diesmal ist‘s am Wasserfall menschenleer, vom gestrigen Picknick ist nichts mehr zu sehen. Auf dem Rückweg durch die baumlose „Savanne“ entdecken wir einige hundert Meter entfernt Gerry. Auch er hat uns erblickt und läuft in unsere Richtung los. 🤩 Nach dem gestrigen Erlebnis habe ich nun so gar keine Lust auf Giraffenbesuch ohne einen einzigen schützenden Baum in der Nähe. 😣 Leichte Panik ergreift mich und nach einem Blick auf unser Cottage, welches nicht mehr allzu weit weg ist, lasse ich Mäthu stehen und sprinte los. Ja ja, die Urinstinkte… 😗 😄 Als ich mich umdrehe, sehe ich, dass Gerry einen leckeren Frühstücksbaum entdeckt hat, der noch interessanter ist als wir. Also können wir nun unser spartanisches Frühstück – bestehend aus trockenen Weizenscheiben, Butter, Salz und O-Saft – auch verspeisen.
Unsere Unterkunft: Figtree Lodge
Danach müssen wir leider schon zusammenpacken, denn wir wissen nicht, was heute auf der Fahrt bezüglich Strassen auf uns zukommt. Wir fahren rüber zur Farm, wo wir noch kurz den Ausflug von gestern bezahlen müssen, steigen aus, aber weit und breit ist niemand zu sehen. Ich greife ins offene Autofenster, um etwas herauszunehmen, da schrillt die Alarmanlage los. 🤩 Und wie stellt man die wieder aus?? Aber immerhin scheinen uns Maria und Joseph gehört zu haben, denn sie kommen mit dem Auto angebraust. Wir zahlen und verabschieden uns von den Beiden und schauen uns danach noch etwas in der originell eingerichteten „Rooikat se Gat“-Bar der Farm um.
Gerrys wilde Frauen, im Hintergrund die Bar "Rooikat se Gat"
Dann wird es Zeit für Mäthus diesjährigen Ersteinsatz als Fahrer und die holprige Piste bis zur Teerstrasse eignet sich hervorragend für eine Übungseinheit 😛 (die Umstellung auf manuell UND Linksverkehr für ihn als Automatfahrer immer etwas schwierig).
Die Brückenquerung klappt schon mal gut... 😛
Auf der N4 fahren wir nach Nelspruit, dort machen wir Halt im Farmstall, denn nach dem mickrigen Frühstück brauche ich dringend einen Kaffee. Dazu finden wir auch noch leckere Muffins. An der Kasse lese ich die Überschrift in der Zeitung „Swiss women killed by Leopard“. Ich schnappe mir das Blatt und lese, dass eine Schweizerin in einem Tented Camp in der Nähe des Krüger NP von einem Leo im Schlaf getötet wurde. 🤩 Wir unterhalten uns mit der Verkäuferin darüber, die es ganz „horrible“ findet. Wir haben ein mulmiges Gefühl, denn die nächsten 2 Nächte verbringen wir auch im Tented Camp. 😕 Weiter geht die Fahrt Richtung Barberton, von dort geht es in rauf in die Hügel, welche geprägt sind von Holzindustrie („Sappi-Land“). Man hat auf der Strecke einen "Geotrail" angelegt, wo sich der interessierte Autofahrer über die Gesteine und das Gebirge informieren kann. Wir nutzen die vielen Infopoints für Pausen und geniessen die Aussicht. Beim ersten Aussichtspunkt stehen 2 coole schwarze Jungs mit ihrem getunten Auto, aus den Boxen dröhnt in voller Lautstärke Adele’s Hit „Hello“ – bei uns läuft dasselbe; scheinbar hören wir die gleiche Frequenz. Der eine ruft - dem Songtext entsprechend - von der anderen Seite des Parkplatzes her: „Hello from the other side“! Alle lachen. 😄
"Sappi-Land"
Nach etlichen Kurven geht es plötzlich runter und kurz darauf ist die Grenze da. Die Ausreise aus Südafrika geht schnell: Stempel eingeholt, nix zu verzollen. Weiter zu den Swazis. Das Zollbüro gleicht einer Bartheke. Ein Mitarbeiter ist für den Personenstempel zuständig, eine Mitarbeiterin für die Fahrzeuge. Die Dame lässt prompt das ganze schwere Buch auf den Boden fallen, wobei es fast auseinander fällt. 😗 Wir erhalten eine Quittung, die uns der Zuständige für den Schlagbaum 2 Meter vom Tresen weg gleich wieder abnimmt. Wir sitzen ins Auto und die Schranke öffnet sich! 🙂 Über eine Holperpiste fahren wir durch den Grenzort Bulembu, bekannt für die einst längste Materialseilbahn der Welt, welche Asbest nach Barberton transportierte.
Bulembu
Plötzlich sehen wir ein Schild „End of tarred road“ – Ok. Moment 🤨 – da war doch bisher auch kein Teer?! 😐 Was kommt denn jetzt? An der nächsten Kreuzung haben wir die Wahl zwischen der Zufahrt zu einer Sägerei und einer Strasse, die steil und „bumpy“ runter zu einem Schlagbaum führt. Wir fragen den Mann an der Schranke, ob das die Strasse nach Piggs Peak ist. „Yeess“, sagt er und grinst. Er notiert unsere Angaben und lässt uns durch. Dann folgt eine knapp 20 km lange Rüttelfahrt durch hügelige Kiefern- und Eukalyptusplantagen, vorbei an grasenden oder auf der Strasse stehenden Kühen. 😵 Unser Jeep macht fast schlapp. Rauf kommen wir im ersten Gang nur mit Mühe. 😣 Irgendwo steht mitten auf der Strasse ein verlassenes Auto ohne Hinterreifen. Zum Glück ist die Strasse einigermassen breit und wir kommen vorbei.
Dann endlich erreichen wir Piggs Peak. Wir tanken und plaudern kurz mit dem Angestellten. Er fragt uns nach den Anschlägen in Paris; ob man denn schon wisse, wer es gewesen sei. Er erklärt uns auch den Weg zur Phophonyane Lodge. Auf bester Teerstrasse fahren wir also ein kurzes Stück nordwärts und sehen bald ein passendes braunes Info-Schild „Phophonyane Falls 1 km“. Nach ebendiesem Kilometer steht dasselbe Schild mit einem Pfeil nach Links. Wir biegen links ab und stehen bald vor einem „Betreten für Unbefugte“-Schild. 😮 Nun ja, als Hotelgäste sind wir sicher befugt. Wir landen jedoch im Nirgendwo einer Baumplantage, keine Lodge weit und breit. Also rufen wir dort an, was uns aber nicht gross weiter hilft. Die Dame erklärt, wir sollen zurück auf die Hauptstrasse und beim zweiten braunen Schild abbiegen. Das hatten wir ja. 😣 Wir fahren also zurück und dann nochmal weiter Richtung Norden. Plötzlich taucht ein WEISSES Schild auf mit der richtigen Beschriftung. 😣 Wir biegen ab und finden endlich unsere Unterkunft. Auch hier ist die Erde staubtrocken, aber inbrünstig hoffen wir, dass es die nächsten Tage nicht regnen wird, denn bei Nässe werden wir die steile Anfahrt mit unserem Auto nicht wieder hochkommen. 😗 Wir erhalten ein tolles Zelt in den Bäumen und sind ganz für uns allein, Nachbarn haben wir nicht. Nur die Meerkatzen besuchen uns auf der Terrasse. Wir erkunden noch kurz den Wasserfall (führt natürlich kaum Wasser) und vertreten uns auf dem kurzen Trail No. 1 etwas die Beine.
Phophonyane Falls
Nach einer Dusche gehen wir durch die schöne (bewässerte) Parkanlage zum Restaurant. Es gibt Linsencurry für mich und Swazi-Chicken für Mäthu, schmeckt alles hervorragend. Nebst uns sind heute nur 2 weitere Gäste anwesend. Ich melde mich noch kurz zuhause, damit sich niemand Sorgen macht, falls die Nachricht mit dem Leo bereits bis in die Schweiz gelangt ist. Schliesslich ist das Opfer in meinem Alter. 😵 Zurück im Zelt lesen wir noch etwas und lauschen den vielen unbekannten Geräuschen draussen, bevor uns der Schlaf übermannt...
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201404. Jan. 2016 ·
Mo, 23.11.15 „T2“ oder "Die Brücke am (Trocken)Fluss" Unterkunft: Luxury Tented Camp, Phophonyane Falls Eco Lodge Tageskilometer: 0
Die Nacht war kühl, aber das Bett zum Glück warm. Wir haben super geschlafen und sind hungrig. Das Frühstück im Restaurant ist sehr lecker und da wir die einzigen anwesenden Gäste sind, ist es ruhig und die Angestellten sind völlig unterbeschäftigt. 😗 Am meisten wundern wir uns über einen Mann, der vor dem offenen Restaurant herumsteht und scheinbar nichts tut. Als plötzlich eine Affenbande das Buffet stürmt und mit Brotstücken davonrennt, verfolgt von ebendiesem Mann, merken wir, dass er eigentlich der „Affenwächter“ wäre! 😄
Nochmal unser Zelt bei Tageslicht. Rechts zu sehen ist das Badezimmer, welches bei den anderen Zelten (nicht Luxury) etwas weiter weg liegt und via Treppe erreichbar ist.
Nach einer kurzen Verdauungspause mit Lesen auf der Terrasse, machen wir uns auf den Weg, den T2 (Trail No. 2) zu bezwingen. Gemäss Angaben auf der handgezeichneten Wanderkarte dauert er ca. 4 Stunden und führt durch das ganze Phophonyane Nature Reserve.
Hier waren wir noch frohen Mutes...
Aussicht über das Phophonyane Nature Reserve. Ab jetzt entstehen lange keine Fotos mehr... 😵
Wir laufen steil rauf und runter, auf einem steinigen Pfad in niedriger Vegetation, die nicht viel Schatten bietet. Der Schweiss läuft in Strömen. Obwohl der Name Phyton Cliffs anderes vermuten lässt, sehen wir dort nirgendwo eine Schlange. Wir sind durstig, müssen aber das Wasser gut einteilen, denn schon bald merken wir, dass wir den Weg und vor allem die Hitze unterschätzt haben. 😣 Der Mbene River im Tal ist total ausgetrocknet und bietet keine Abkühlung. Bei einer kleinen Holzbrücke macht Mäthu einen extra Loop, weil er unbedingt noch ein Foto vom hier ansässigen Narina Trogon machen will. Ich warte derweil auf der anderen Seite der Brücke am Schatten und lausche den Vögeln. Leider führt der Loop nicht an die gleiche Stelle zurück (wie auf dem Plan ersichtlich) und wir verpassen uns. 😮 Mäthu ruft nach mir, aber wegen dem lauten Rauschen der Blätter kann ich nichts hören und warte weiter. Als er endlich – aus der falschen Richtung - angeschnauft kommt, erzählt er mir, dass er schon 2-3 km weiter Richtung Lodge war, bevor er merkte, dass er zu weit ist. 😣 Unsere Wasserflaschen sind nun ganz leer und der Rückweg wird zum regelrechten Kampfmarsch. 🤢 Zudem gibt es nun mehrere Varianten und auf der Wanderkarte ist nicht ersichtlich, welcher der schnellste, wenig steilste oder kürzeste Rückweg ist. Wir nehmen auf gut Glück irgendeinen Weg und landen an einer wunderschönen Stelle mit Naturpool am Phophonyane Fluss, der noch Restwasser führt.
Wasser in Sicht! 🤩
Dort können wir uns ein wenig abkühlen. Wir halten die kochenden Füsse ins Wasser und kühlen unsere Köpfe, indem wir die Hüte „bewässern“. Aaahhh, tut das gut… 😎 Leider sind die Clawless Otter, die es hier gibt, gerade nicht zuhause (ausser Vögel haben wir auch sonst keine Tiere gesehen).
Pause vor dem Endspurt
Am Fusse der Phophonyane Falls
Nun ist es auch nicht mehr weit zur Lodge und wir beissen für die letzten Meter die Zähne zusammen. Endlich angekommen, setzen wir uns sofort ins Restaurant und bestellen eine kühle Cola (für den Zucker) und Wasser (für den Durst) sowie je einen Teller Pasta. 🤪 Danach chillen und lesen wir den Rest des Nachmittags auf den Liegestühlen am Pool.
Das Nachtessen ist wiederum sehr lecker: Mäthu nimmt nochmal das Swazi-Chicken und ich nur eine Suppe, da der Hunger nach dem nachmittäglichen Pastateller noch nicht gross war. Heute sind 3 neue Gäste eingetroffen und wir unterhalten uns lange sehr nett mit dem Rentner-Trio aus Frankfurt.
Hallo Carinha, bin auch dabei. Tolle Bilder und auf Antbear bin ich schon gespannt. Da waren wir im März 2014 für 2 Nächte. Gruss Monika
BikeAfrica7’317 Beiträge · seit 200605. Jan. 2016 ·
Carinha schrieb:Habt ihr mir einen Tipp, wie ich die Fotos verkleinere? Ich ärgere mich grade mit Paint rum,
... das ist ja wohl auch der ureigenste Sinn von Paint, dass man sich damit rumärgert. 😉
da muss ich jedes Foto einzeln bearbeiten, was mir sehr aufwendig erscheint. 😈 Gibt es eine bessere Möglichkeit?
... jede Möglichkeit ist besser als Paint. Schau Dir z.B. mal IrvanView an. Damit kannst mehrere Bilder auf einmal konvertieren. Findest Du z.B. auf Seiten wie chip.de oder heise.de zum kostenlosen Download. Ist ein kleines und schnelles Tool und bietet dennoch viele Möglichkeiten. Nehme ich recht gerne, wenn ich mit Windows unterwegs bin.
Gruß Wolfgang
Ergänzung: Die Giraffe ist ja mal ein Knaller ... 😉
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
vielen Dank für Deinen Reisebericht, den ich sehr interessiert verfolge. So haben wir für Ende August eine ähnliche Tour geplant, bzw. haben wir einige Orte Deiner Tour schon mal gesehen. Ich bin jetzt auch ganz vernarrt in den Gerry und überlege, ob wir auf dem Weg in den Krüger (der muss bei uns mit rein in die Route) dort eine Nacht verbringen. Und ich bin sehr neugierig auf Lesotho. Wir wollen auch die Maliba Lodge ansteuern. Bitte mache schnell weiter! 🤩 Liebe Grüße,
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201407. Jan. 2016 ·
Ich freue mich sehr, dass schon einige mitlesen!! 😊 Es geht weiter...
Di, 24.11.15 Im Garten Eden gibt es keine Hippos Unterkunft: Selfcatering Cottage, Mlilwane Wildlife Sanctuary, Lobamba (Swaziland) Tageskilometer: ca. 99 km
In der Nacht wachen wir auf, weil irgendein Tier (wir tippen auf einen Affen) draussen in den Bäumen einen Riesenlärm macht. Das Gezeter wird nach einiger Zeit fast unerträglich und ich überlege mir schon, welche Wurfwaffen wir zur Verfügung haben. 😈 Wir können das Vieh aber nirgends entdecken, so bleibt der Apfel von einem Weitwurf verschont 😄 und bald danach kehrt auch wieder Ruhe ein. Beim Frühstück kommt der Hotelmanager vorbei und fragt, ob alles zu unserer Zufriedenheit sei. Wir haben wirklich nichts zu meckern, weisen ihn aber auf die schlechte Beschilderung bei der Anfahrt aus Piggs Peak hin und er meint darauf, sie seien schon im Gespräch mit den Behörden. 😗 Dann amüsieren wir uns nochmal über die afrikanisch-gemächliche Arbeitsweise des Poolboys und des Affenwächters. Aber wieso auch stressen, wenn es nicht viel zu tun gibt? Und eigentlich ist es doch die kapitalistische Arbeitswelt, die falsch liegt…
Nein, das ist nicht der Poolboy 😄
"Arschgesicht" 🤪
Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen zusammen und checken aus. Geregnet hat es zu unserem Glück nicht (obwohl Regen natürlich sehnlichst erwartet wird) und so kommen wir im ersten Gang problemlos den holprigen Hang wieder hoch. Wir fahren zurück nach Piggs Peak und Richtung Süden, passieren eine spannende Hügellandschaft mit tadellosen Strassen. Teilweise erinnert es uns an die Schweiz. Was uns auffällt, überall sind Schulklassen, die den Strassenrand von Abfall befreien. Wir denken an einen staatlich verordneten Putztag, denn die Kinder sind wirklich überall, in jeder Ortschaft, unterwegs. Wir finden das toll, winken und heben unsere Daumen hoch! Wie fortschrittlich das hier wirklich ist, werden wir später in Zululand noch sehen… 😗 Vorbei an der Hauptstadt Mbabane treffen wir in Lobamba ein, wo wir nach der Abzweigung zum Mlilwane Wildlife Sanctuary in einem Tankstellenshop noch das Nötigste besorgen. Neben der Tankstelle stehen 2 gemauerte Hüttchen, wohl Verkaufsstände, in einem liegt eine dicke Frau quer über der Türschwelle und hält ein Nickerchen. 😄 Ein Bild für die Götter – aber wir getrauen uns nicht, ein Foto zu machen. Kurz darauf sind wir schon am Gate. Während der kurzen Fahrt zum Camp sehen wir bereits verschiedene Antilopen und Zebras sowie Crocs im Hippo-Pool. An der Reception möchten wir einchecken, aber uns wird mitgeteilt, dass unser Rondavel erst in einer Stunde bereit sei. Also ziehen wir uns kurz um (heute sind definitiv kurze Hosen gefragt, es ist seeehr heiss), schmieren uns mit Sonnencreme ein und machen uns auf zu einer 1-stündigen Wanderung. Da ich noch meine Brille trage und meine Kontaktlinsen irgendwo zuunterst im Koffer liegen, muss ich ohne Sonnenbrille loslaufen. Dies schmälert mein Wandervergnügen erheblich, denn die Mittagssonne blendet schmerzhaft. 😣 Wir entdecken trotzdem einige Vögel und Crocs im und am Wasser, später im schattigen Eukalyptuswald treffen wir auf ein gar nicht scheues Nyala. Es hält sogar still für ein gemeinsames Foto. 🤪
Die Schweinefamilie des Camps
Der schöne Wanderweg
Wir haben dieses mal auch versucht, die gefiederten Freunde zu bestimmen. Bitte Bescheid geben, wenn wir falsch liegen sollten... 😗
White-fronted Bee-eater
Southern Red Bishop
???
Half-collared Kingfisher
Obwohl wir dem Hippo-Trail folgen, sehen wir kein einziges von den grunzenden Dicken. Dafür entdecken wir noch die Pferde des Camps, die friedlich neben Antilopen grasen.
Spezielle Unterkunft: Beehuts in Mlilwane
Zurück an der Reception gibt man uns die Schlüssel und wir können unser Rondavel beziehen. Wirklich ganz toll – etwas abseits vom mitunter ziemlich trubeligen Camp und gegen vorne eine super Aussicht über die Ebene und die Berge in der Ferne. Wir erhalten noch Besuch von einer Agame.
Hat jemand eine Idee, welche Agamen-Spezies uns besucht hat?
Später essen wir einen Happen (Pommes) im Hippo-Haunt-Restaurant, welches auf der Terrasse im oberen Teil eine tolle Sicht über einen Teich mit vielen Vögeln bietet. Leider lässt man uns dort nicht sitzen, weil die Tische schon für das Dinner reserviert sind. Aber natürlich ist um 16.30 Uhr ausser uns noch niemand zum Essen anwesend. 😈 Wir beschliessen, noch eine Abendsafari mit unserem Jeep zu unternehmen und fahren als erstes zum Hippo-Pool, wo wir wieder nur Crocs antreffen. Die Stimmung im Abendlicht ist einmalig und Mäthu sucht mit Kamera und Feldstecher jeden Winkel des Sees ab, findet jede Menge Spuren, aber kein Hippo. Etwas enttäuscht, da er doch unbedingt die Schwergewichter in Natura sehen will, fahren wir via einem grösseren Loop durch den Wald zurück Richtung Camp. Dort geht unser Jeep fast zu Bruch, denn die „Strasse“ ist wohl länger nicht benutzt worden. Überall hängen Äste in den Weg, liegen auf dem Boden und es ist extrem "bumpy". Doch wir kommen durch. Auch einige Tiere erblicken wir: Blesbok, Gnus, Zebras, Impalas, Nyalas, etc.
Alle Antilopen haben zur Zeit Nachwuchs: Impala
Baby Blesbok
Zurück im Camp duschen wir und spazieren dann ein wenig auf dem Gelände herum. Beim Teich erblicken wir eine Ginsterkatze, die unter die Restaurantterrasse mit den ahnungslosen, dort sitzenden Besuchern verschwindet. Für ein Foto reicht es leider nicht. Dafür bekommen wir Besuch von einer Warzenschwein-Mama mit 3 Ferkeln. Als ein Nyalabock auftaucht, gehen die kleinen Ferkel zu ihm hin und sie beschnuppern sich gegenseitig. Wie süss! 😘 😘 Wir setzen uns dann auf unsere Terrasse und beobachten zwei Warzenschwein-Familien, Nyalas, Zebras, Impalas und Blesböcke direkt vor unserer Tür. Als wir Trommeln und Gesang hören, laufen wir nochmal zum Restaurant. Für eine Reisegruppe hat man eine Show von einer lokalen Tanz- und Gesangstruppe organisiert. Wir dürfen uns dazusetzen und die Show mit ansehen. Wir sind eigentlich keine Fans von solchen Cultural-Veranstaltungen und würden dafür nicht meilenweit fahren. Aber wenn es quasi vor der Haustüre stattfindet, warum nicht. Der Chief der Truppe „moderiert“ das Ganze dann so charmant und amüsant, dass wir bis ganz zum Schluss der Vorführung sitzen bleiben. Nach einem Amarula-Bettmümpfeli geht es dann für uns ins Bett.
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201408. Jan. 2016 ·
Mi, 25.11.15 Ausflug zu den Mantenga Falls Unterkunft: Selfcatering Cottage, Mlilwane Wildlife Sanctuary, Lobombo (Swaziland) Tageskilometer: ca. 25 km
Um 6 Uhr fahren wir bereits los zum zum Hippo-Pool – Hippo-Check ist angesagt. Doch wieder lässt sich keines blicken. 🙁 Wir entdecken nur jede Menge Crocs, Vögel und einige Schildkröten. Auf der anderen Seite des Sees laufen wir ein Stück durch den schönen, herrlich duftenden Eukalyptuswald, immer mit einem sorgsamen Blick auf das Ufer. Mich plagt der Hunger, ohne Frühstück reicht mein Energielevel nicht für eine Wanderung, deshalb will ich umkehren. Doch Mäthu gibt noch nicht auf. Also laufe ich allein zurück zum Auto und warte dort. Währenddessen scannt Mäthu mit dem Feldstecher jeden Zentimeter des Sees und entdeckt in einem Seitenarm, versteckt unter Geäst, endlich ein Hippo! 🤩 Es ist jedoch sehr scheu und zeigt sich kaum. Zumindest ein Beweisfoto gelingt. Wo sind denn bloss die anderen? Angeblich gibt es 9 Hippos in Mlilwane… 😐
Es gibt doch Hippos hier...
Zurück im Camp gibt es ein üppiges Frühstück im Restaurant. Wir haben einen Platz auf der Terrasse mit Blick auf den Tümpel ergattert, wo wir während dem Essen Ibisse, Reiher, Nyalas und einen Nilwaran beobachten können.
Plötzlich sitzt ein Dassie auf dem Stuhl des Nachbartisches. 🤩 Der freche Kerl weiss, wie er zu Leckereien kommt und bettelt ungeniert. Ich mache Fotos und Mäthu wirft ein paar Brösel hin, die der Dassie gern entgegennimmt. Dann versuche ich, das Tierchen aus der Hand zu füttern, was problemlos gelingt – inkl. einem Stück Finger von mir. 😈 Selber schuld, sowas tut man ja auch nicht… 😗
Der Biss ist nicht weiter schlimm, es blutet nicht mal. Der Dassie hat nun genug und verschwindet wieder. Wir auch. Wir setzen uns vor unser Chalet, lesen und verdauen. 😄
Unser Cottage
Später wollen wir die Mantenga Falls ganz in der Nähe besuchen. Dazu müssen wir den Park verlassen und zurück nach Lobamba fahren. Unsere Kamera haben wir heute nicht dabei, deshalb gibt es von diesem Ausflug nur Fotos ab Mobiltelefon. Am Gate zum Mantenga Falls Reserve stellen wir fest, dass der Eintritt zu den Fällen nur in Kombination mit dem Cultural Village zu haben ist. Nun denn… Das hatten wir eigentlich nicht vor, aber teuer ist es ja nicht. Wir parkieren beim Cultural Village (man könnte auch noch weiter fahren) und laufen einer Teerstrasse entlang zu den Falls. Über uns hat sich der Himmel inzwischen dunkel verfärbt und in der Ferne fängt es an zu grollen. Sieht nach Regen aus. Schaffen wir es noch? Wir laufen etwas schneller, die ersten Tropfen fallen bereits. Am Fluss bei den Mantenga Falls gibt es einen schönen Picknickplatz und die Landschaft mit den grossen Felsen im Wasser ist wunderschön. Wir laufen so nah wie möglich an die Fälle heran. Ein bisschen Regen täte hier schon gut. Und der Wunsch scheint sich nun zu erfüllen. Kräftige Tropfen kommen von oben – nur einzelne, aber es reicht, um uns zum Rückweg zu bewegen.
Zurück beim Parkplatz vom Cultural Village hat es aber bereits wieder aufgehört und als uns ein Guide nett begrüsst, beschliessen wir, die Tour durch das Cultural Village doch zu machen. Es scheint eine Privatführung durch das Museumsdorf zu geben, denn ausser uns sind keine Touris anwesend. Unser Guide „Surprise“ (die Herkunft des Namens lässt sich leicht erahnen 😛 ) erklärt uns, wie wir um Einlass in einen Swazi-Kral bitten müssen. Es gibt also einen Crash-Sprachkurs und wir rufen einen Spruch in Richtung „Empfangs-Beehive“. Die Antwort von den engagierten Kindern als Schauspieler erfolgt prompt, und wir dürfen in das Dorf eintreten (leider können wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr erinnern, was wir rufen mussten). Danach folgt eine ausführliche, sehr informative Führung durch das ganze Dorf, bestehend aus Beehuts, jedes mit einer bestimmten Funktion.
Bild aus dem Cultural Village
Plötzlich fahren 2 grosse Reisebusse vor und unser Guide empfiehlt uns, die Führung zu unterbrechen und uns zusammen mit den ankommenden Touris die Tanz- und Gesangsshow anzuschauen. 😵 Wir fragen ihn, ob es denn die gleiche sei wie gestern im Mlilwane-Camp, denn einige der Protagonisten haben wir bereits gesehen und wiedererkannt. Er verneint dies aber. Also sitzen wir kurze Zeit später schon wieder in einer Vorführung. Schnell stellen wir fest, dass die Show von gestern nur ein Vorgeschmack war, denn die Jungs und Mädels haben noch ganz anderes drauf. Sie singen, tanzen und trommeln, dass es alle Zuschauer, darunter zwei Schulklassen, mitreisst. Zum Schluss werden einige Leute auf die Bühne geholt, um mitzutanzen. Auch Mäthu muss mitmachen. Mit den neuen Teilnehmern nimmt die Tanzshow aber qualitativ ziemlich ab. 😄
Kaum ist die Show fertig, steht Surprise wieder neben uns und möchte seine Führung fortsetzen. Beziehungsweise wieder von vorne anfangen, denn nun sind noch zwei modisch gekleidete schwarze Mädels sowie ein Ehepaar, alle aus Südafrika, mit dabei. Damit es für uns nicht zu mühsam wird, kürzt Surprise den ersten Teil etwas ab. 😗 Interessant ist, wie die Schwarzen auf die Ausführungen von Surprise zu den Lebensgewohnheiten der Swazi reagieren. Sie staunen, wie einfach und primitiv die Leute leb(t)en. Obwohl heute nur noch ca. 10% der Swazis in Beehives wohnen, sah dies ein paar Jahrzehnte zuvor in Südafrika wohl auch nicht anders aus. Im „Schlafzimmer“-Beehive bestaunen wir das Bett, welches nur aus einem Holzgestell als „Kissen“ sowie einer Bastmatte besteht. Darauf schliefen früher die Frauen, den Kopf gepolstert mit ihrem dicken Haar-Bürzi. Das eine Mädel will das Bett gleich testen und legt sich mit ihren weissen (!!) Hosen auf die dreckige Matte. 😣
Schlechtes Foto von einem schlechten Bett 🙄
Nach der Führung wollen wir im modernen Shoppingcenter von Lobamba noch unsere Vorräte aufstocken. Wieder ist der Himmel bedrohlich schwarz. Während dem Einkauf im Pick’n’Pay hören wir den Regen aufs Dach trommeln. Als wir unsere sieben Sachen beieinander haben, wird es plötzlich stockdunkel: Stromausfall! 🤩 Wir erwarten Schreie, Panik, Plünderungen und halten Handtasche/Rucksack gut fest. Doch nichts dergleichen geschieht. Alle bleiben ganz ruhig und als nach ein paar Minuten das Licht wieder angeht, machen alle weiter als wäre nichts geschehen. Draussen aber hat sich der Parkplatz innert Minuten in einen See und die Strassen in reissende Bäche verwandelt. Die Erde ist so ausgetrocknet, dass sie so viel Wasser auf einmal nicht aufnehmen kann. Der Verkehr funktioniert trotzdem und wir fahren zurück ins Mlilwane Wildlife Sanctuary. Natürlich machen wir wieder Halt am Hippo-Pool. Doch trotz Abkühlung - wie könnte es anders sein - lassen sie sich nicht blicken. 😈
"Ruhe nach dem Sturm"-Stimmung am Hippo-Pool
Wir geniessen die „Ruhe nach dem Sturm“ vor unserem Chalet und lesen, später geniessen wir das Abendessen inmitten der herumlaufenden Tiere.
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201412. Jan. 2016 ·
Do, 26.11.15 Hamba Kahle Swaziland – Sawubona Zululand Unterkunft: 2-bed selfcatering Chalet, Hilltop Camp, Hluhluwe-iMfolozi Game Reserve Tageskilometer: ca. 286 km
Nach einem „Kurz-Frühstück“ (ich habe von gestern gelernt ;)) fahren wir sofort los zum Hippo-Check! Nun, da wir wissen, dass es hier tatsächlich welche gibt, machen wir uns auf die Suche nach den restlichen Tieren. Nebst den üblichen Viewpoints versuchen wir es wieder am gleichen Ort wie gestern und laufen durch den Eukalyptuswald. Und siehe da: An genau gleicher Stelle unter dem Geäst liegt immer noch das einsame Hippo. 🤩
Hippo-Pool ohne Hippos
Auf der Pirsch...
Es ist immer noch da...
Von Artgenossen jedoch keine Spur. Gute Fotos sind nicht möglich und so laufen wir zurück zum Auto und beschliessen, zum bisher noch nicht besichtigten Gebiet um Reillys Rock zu fahren. Rund um die ehemalige Reilly-Farm stehen viele Wasserböcke, Springböcke und Paradieskraniche. Die Tiere werden dort anscheinend gefüttert, denn sie sind nicht sehr scheu und es stehen angeknabberte Heuballen herum. In zwei Gehegen leben Roans (Pferdeantilopen) aus europäischen Zoos, die hier wieder angesiedelt werden sollen. Das eine Roan-Mädel ist gar nicht schüchtern und lässt sich durch den Zaun genüsslich am Kopf kraulen. Als ich mich vor dem Gehege ins Gras setze, legt es sich direkt hinter mir ebenfalls hin! 😘
Red-collarded Widowbird
Blue crane (Paradieskranich)
Wir fahren dann noch etwas weiter durch das ehemalige Farmland und entdecken Zebras, Gnus, Wasserböcke und Blesböcke. Hier liesse es sich gut wandern - schade müssen wir heute schon weiter!
Zurück im Camp essen wir unser Frühstück im Restaurant, packen und checken dann etwas wehmütig aus. Wir haben uns im Mlilwane Sanctuary sehr wohl gefühlt und hätten locker noch einige Tage bleiben können. Auch weil die Versorgungsmöglichkeiten in Lobamba wirklich gut und nah sind. Aber heute heisst es nicht nur „Tschüss“ Mlilwane, sondern auch „Hamba Kahle“ Swaziland! 🙁 Zuerst aber fahren wir durch spannende, abwechslungsreiche Landschaft und mitten durch die Stadt Manzini. Dort herrscht pures (Verkehrs)Chaos und wir haben einen Beinahe-Frontalcrash wegen einem unvorsichtigen Überholmanöver eines Fahrers im Gegenverkehr. 😈 Nochmal Glück gehabt. Wir sind froh, endlich aus der Stadt raus zu sein. Nun geht es runter in die Ebene und die Temperatur steigt merklich. In einem Shop am Strassenrand wollen wir uns was zu Essen holen, aber es gibt nur Junk. 🤢 Wir belassen es bei ein paar Wasserflaschen und Fruchtsaft. Die Gegend sieht ärmlich aus, hier wohnen wohl die 10% Swazis, die noch in Beehives hausen. 😐 Am Strassenrand liegen viele tote Kühe und modern vor sich hin, arme Opfer des Verkehrs. 🤢 Beim Aussteigen an der Grenze erschlägt uns die Hitze fast, es sind mittlerweile 36°C. Schnell rein in die „Kühltruhe“ vom Zollbüro. 😵 Der Grenzübertritt erfolgt relativ schnell, wenn auch afrikanisch-umständlich. Die Dame an der Schranke zu Südafrika meint denn auch: „Sorry, I’m so silly today!“ 😗 Dann folgt eine längere Fahrt durch relativ eintönige Landschaft. Unser Plan ist, in Hluhluwe einzukaufen, denn die nächsten 4 Tage sind wir Selbstversorger (auch wenn es im Hilltop Camp noch ein Restaurant gibt). Leider reicht unsere Tankfüllung knapp nicht bis nach Hluhluwe und wir müssen irgendwo in der Pampa tanken. Ich mache mich im Shop auf die Suche nach Sparkling Mineral Water, denn das gabs weder im Mlilwane Camp, noch im Junk-Shop. Ich werde fündig und beobachte draussen, wie sich Mäthu mit der Kreditkarte rumärgert. Scheinbar funktioniert die Karte hier nicht. 😣 Zum Glück gibt’s im Shop einen ATM, denn Bargeld haben wir nicht mehr viel. Aber Fehlanzeige, auch der ATM spuckt keine Moneten aus. 😈 Zum Glück reicht das Bargeld doch noch knapp! In Hluhluwe City scheint alles auf den Beinen zu sein, das pure Chaos. Ständig laufen Leute über die Strasse und Autos parkten kreuz und quer vor den Läden und halten auf der Strasse. Oh Gott, müssen wir hier einkaufen?! 🙄 Aber wo? Ich fahre einmal durch den Ort und wir finden am Schluss einen Shoprite, wo etwas mehr Übersicht herrscht. Gleich nebenan ist auch ein ATM. Wir beschliessen, dass ich im Auto warte und Mäthu den Geldbezug und Einkauf erledigt. Mit einem mulmigen Gefühl schaue ich zu, wie Mäthu ewig vor dem Kasten ansteht, beobachtet von einer Dame, die auf dem Geländer vor dem ATM sitzt. 😠 Dann geht er in den Laden und kommt nach einer gefühlten Ewigkeit unbeschadet wieder raus. Nun aber nichts wie weg hier, das Hluhluwe-iMfolozi Game Reserve wartet!! 😁 Schon 200m hinter dem Gate sehen wir links 2 Breitmaulnashörner und rechts EIN HIPPO, grasend im Busch!!! 🤩 So einfach geht das! Etwas später sehen wir 2 riesige, alte Büffel am Strassenrand, die uns missmutig anschauen. Hier würden wir nicht mehr freiwillig aus dem Auto steigen.
Unsere ersten Nasi's auf dieser Reise
Unser erstes Land-Hippo auf dieser Reise 😄
Grumpy old Buffalos 😈
Auf der weitern Fahrt zum Hilltop Camp, unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte, sehen wir viele weitere Büffel, in Herden und einzeln, sowie eine stattliche Anzahl Nashörner, jeweils allein oder zu zweit. Büffel und Nashörner werden wir noch einige zu sehen bekommen in den nächsten Tagen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal wegen einer „Nashorn-Overdose“ auf ein Foto verzichten würde. 😗 Leider übernehmen die Wolken zunehmend überhand und die Beleuchtung für die Fotos ist alles andere als ideal. Nach der längeren Fahrstrecke heute freuen wir uns sehr über den Anblick des Hilltop Camps. Welch eine tolle Lage dort oben auf dem Hügel! Die Aussicht muss fantastisch sein!
Unser Auto wird sogleich in Beschlag genommen (natürlich haben wir abgeschlossen) 😛
An der Reception freut man sich fast genauso sehr über unsere Ankunft. 😠 Wir erhalten den Schlüssel zu Chalet No. 1 und stellen fest, dass die Aussicht von dort gleich Null ist. Das Häuschen ist total zugebuscht. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. 😵 Also laufen wir eine Runde um das ganze Camp, um zu sehen, ob es irgendwo Chalets mit Aussicht gibt. Die vorderste Reihe auf der Restaurant-Seite scheint eine etwas bessere Lage zu haben. Also gehen wir erneut zur Reception (die Miene verfinstert sich bei unserem Anblick 😖) und fragen, ob nicht ein Chalet mit Aussicht frei ist. Der Herr blättert durch sein Buchungssystem und gibt uns dann den Schlüssel zu No. 39. Schnell laden wir unser Gepäck wieder ein und fahren nach hinten zu unserem „Chalet with a view“. Türe auf und raus auf die Terrasse: Hurraa – wir haben 3m Sicht auf die Bäume!!! 😈 Nun denn… wollen wir es mal gut sein lassen. Ansonsten ist das Chalet nämlich tiptop und sehr geräumig. Ich setze mich auf die Toilette und… „SCH***E – kein Toilettenpapier!“ 😈 😈. Mäthu bringt mir ein Taschentuch und weil er schon mit Kochen beschäftigt ist, renne ich nochmals zur Reception und bitte um Toilettenpapier (der Herr hat bestimmt schon nachgeschaut, wann wir wieder abreisen 😎 ). Kurze Zeit später steht das Putz-Mobil mit einem ganzen Pack Toilettenpapier vor unserer Türe und wir können endlich unser Abendessen (Gemüsepfanne mit Reis und Bratwurst) geniessen. Im Bett gucken wir uns noch die heutigen Fotos an und schlafen dann schnell ein…
Im Shop vom Hilltop Camp finden wir unseren neuen Reisebegleiter: Carlos! 😘
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201415. Jan. 2016 ·
Fr, 27.11.15 Zugeparkt und ausgeraubt!! 😈 😗 Unterkunft: 2-bed Selfcatering Chalet, Hilltop Camp, Hluhluwe Game Reserve Tageskilometer: ??
Die Nacht war absolut ruhig, draussen war kein Ton zu hören. Längst sind wir im Safarimodus und erwachen von selber zwischen 5 und 6 Uhr. Wir können es kaum erwarten, endlich auf Pirsch zu gehen und fahren schon vor dem Frühstück los. Das Wetter ist leider alles andere als schön. Wir fahren durch dichten Busch Richtung Maphumulo-Picknickplatz und sehen unterwegs Giraffen, Zebras, Impalas, Büffel, Rhinos mit Babys sowie verschiedene Vögel. Bei einem Hyde, der durch einen langen „Schutztunnel“ zu erreichen ist, vertreten wir uns etwas die Beine. Sehen tun wir aber nichts. Auch beim Picknickplatz herrscht tote Hose, wir sind die einzigen und finden ausser ein paar Vögeln nur einen Ranger, der mich – auf der Suche nach einer Toilette - zu Tode erschreckt. 😵 Der arme Kerl wurde wohl zum Saubermachen dort „ausgesetzt“, denn er hatte kein Auto dabei.
Für Nachwuchs ist gesorgt... 😘
Zurück im Camp entdecken wir auf dem Parkplatz einen Crowned Hornbill, der wildgeworden auf die Windschutzscheibe eines Autos einhackt. Scheinbar hält er sein Spiegelbild für einen Rivalen.
Danach geniessen wir die (wolkig-graue) Aussicht beim Frühstück vom Restaurant aus. Die Zeit bis zum Nachmittags-Game-Drive verbringen wir im Chalet mit lesen und relaxen. Am Nachmittag fahren wir nochmal los, diesmal Richtung Thiyeni. Allzu viele Tiere sehen wir nicht, und das Licht ist auch weiterhin sehr schlecht. Auf der Rückfahrt blockiert ein riesiger Elefantenbulle die dort steile (Haupt)strasse. 🤩 Hinter ihm stauen sich die Autos bereits und vor uns hält ein Lieferwagen mit Reisig-Handbesen auf der Ladefläche. Der Elefant lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, frisst seelenruhig weiter das Grünzeug am Strassenrand und läuft dabei langsam hoch in unsere Richtung. Langsam denke ich ans Rückwärtsfahren, doch hinter uns steht nun ein Kühllastwagen mit Glacé und versperrt den Weg. Die beiden Fahrer denken auch gar nicht daran, ihr Fahrzeug zu bewegen. Einer steigt sogar aus, spaziert herum und telefoniert. 😣 Mir wird langsam unwohl und nun fängt Mäthu auch noch an rumzumäkeln. Ich solle doch weiter rechts fahren, er könne sonst gar keine Fotos machen. Ja ja, sicher, genau vor den Elefanten!! 😈 Da dieser immer näher kommt, entschliesst sich der Eismann hinter uns doch noch zum Rückwärtsfahren. Nach sicher 20 Minuten rückt der Bulle etwas zur Seite und die ersten Mutigen fahren an ihm vorbei. Da der Bulle dabei ruhig bleibt, fahren wir auch los und müssen dabei den Besen-Wagen überholen, der immer noch still steht und sich nicht vorbeitraut. 😵
Zurück im Camp sitzen wir ins Restaurant und bestellen ein early Dinner. Draussen fängt es an zu regnen und wir können mit dem Feldstecher am anderen Hügel 4 Rhinos beobachten, die sich Bauch an Rücken aneinander kuscheln und dem Regen trotzen. 😘 Unser Kellner ist sehr gesprächig und bemüht, trotzdem ist das Essen nur knapp essbar. Mein Veggie-Wrap ist trotz nochmaligem Aufwärmen immer noch nur knapp lauwarm und Mäthus Fleisch ist zäh und ungeniessbar (er meint dazu „schon mal gebraten“). 🤢 Naja, zumindest haben wir keine Magenverstimmung bekommen… Der Kellner erklärt uns danach noch das Wandmosaik mit Zulu-Symbolen, das die neue Küche, die gerade im Umbau ist, grossflächig ziert. Wir vergleichen dabei unsere verschiedenen Kulturen und das Brautgeld und am Schluss fragt er uns, wie wir es denn machen bei einer Scheidung, wenn wir doch keine Kühe zurückgeben können? 🤪 Für ihn ist es schwer verständlich, dass bei uns das in die Hochzeit investierte Geld einfach verloren wäre… Zurück im Chalet erwartet uns eine böse Überraschung: Ich entdecke Zuckerspuren am Boden, blicke durch das Wohnzimmer und erfasse das ganze Chaos! Die Affen waren da und haben uns ausgeraubt!!! 😈 😈 😈 Gezielt haben sie den Schrank mit der Kaffeebar geöffnet und sämtliche Zuckerbeutelchen aufgerissen und auf und neben dem Sofa verteilt. Die Bananen sind ganz verschwunden, die Chips sind zerdrückt und liegen in der offenen Packung, die Pasta haben die Affen auf der Terrasse verteilt und unser „Notbrot“, die Weizenscheiben sowie weiteres Gebäck sind auch angeknabbert. Unter dem Tisch liegt eine gelbliche Pfütze. 🤢 Gütiger Himmel!!! Unser Vorrat fürs Mpila Camp!!! 🤩 Wie kann UNS das denn passieren?? 😠 😊 Wir wissen doch, wie clever und räuberisch veranlagt die Viecher sind. Scheinbar haben sie es irgendwie geschafft, den Hebel der Terrassentür zu bewegen und die Türe aufzuschieben. Wir sind froh, waren es keine Paviane, die hätten wohl zusätzlich noch alles vollgesch***. Und der Kühlschrank blieb zum Glück auch unangetastet. Wir starten eine Putzaktion und setzen uns dann – etwas angeekelt – auf die tierisch benutzte Polstergruppe, um noch einen Film zu schauen. Morgen müssen wir mal das Esswaren-Sortiment im Curio-Shop prüfen… 😵
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201420. Jan. 2016 ·
Sa, 28.11.15 Zügeltag mit Buschporno 😗 Unterkunft: Tented Camp, Mpila Camp, iMfolozi Game Reserve Tageskilometer : ca. 50 km
Heute schlafen wir ausnahmsweise etwas länger aus, weil wir auschecken müssen und die Sichtungsfee statt auf der frühmorgendlichen Pirschfahrt mal auf der Fahrt zum Mpila Camp testen wollen. Vielleicht wird bis dahin ja auch das Wetter besser… 😵 Bevor wir ins Restaurant laufen, entdecken wir die Affenbande wartend auf unserer Terrasse. Sie scheinen nur darauf zu warten, dass die „Doofen“ endlich abhauen und sie wieder die Türe öffnen können. 😈 Wir verjagen sie und achten dieses Mal ganz genau auf eine affensichere Verriegelung (zu holen hätte es zwar sowieso nichts mehr gegeben..). Im Frühstücksraum geht es hoch her. Klar, heute ist ja Samstag und es hat viele einheimische Wochenendausflügler. Lange bleiben wir nicht sitzen. Am Sighting Board treffen wir ein älteres deutsches Paar. Auch sie haben bisher keine Raubkatzen gesehen. Wir unterhalten uns über dieses und jenes, bevor wir noch den Curio Shop besuchen. Schliesslich müssen die Vorräte wieder aufgestockt werden. 😕 Leider ist die „Lebensmittelabteilung“ nicht sehr ergiebig. Wir ergattern 4 Kartoffeln, eine Zwiebel und Pasta. 😣 Nun ja, die nächsten Tage werden kulinarisch kein Highlight werden, aber wir sind ja nicht wegen dem Essen hier… 😎
In unserem Auto leuchtet seit gestern ein Lämpchen rot; die Bedienungsanleitung meint dazu, „Problem mit den Bremsen“. 🤨 Wir schauen vor der Abfahrt deshalb noch bei der Tankstelle vorbei, vielleicht gibt’s da einen Mechaniker… Der Herr kann uns aber nicht weiterhelfen, er hat nur Benzin. 😛 Also fahren wir halt so los, bremsen tut der Wagen ja noch gut. Unterwegs sehen wir viele Tiere: Rhinos, Büffel, Warzis, Giraffen (eine davon ziemlich angeknabbert und lahm), Elefanten, Zebras und jegliche Antilopen. Nur die grossen Katzen wollen sich nicht zeigen.
Die lädierte Giraffe 🙁
Im Centenary Center machen wir einen Halt um uns etwas die Beine zu vertreten und die Toilette aufzusuchen. Diese ist aber wegen Unterhaltsarbeiten geschlossen. 😈 Also besichtigen wir die (interessante) Ausstellung und den Craft Market und suchen dabei eine diskrete Buschtoilette. Da sich bei Mäthu ein kleiner Hunger bemerkbar macht, bestellen wir beim Kiosk noch „Fries & Chicken Nuggets“. Dann nehmen wir die weitere Strecke zum Mpila Camp in Angriff.
Grössenvergleich 🤪
Das Wetter will einfach nicht... 😐
irgendwo am Picknickplatz
Auf dieses Camp waren wir sehr gespannt, schliesslich wurde es uns im Forum ausdrücklich empfohlen. 😘 Der Empfang an der Reception ist etwas gar wortkarg und wenig enthusiastisch. Mit den Worten: „Don’t let the kitchen open, don’t let the tent open and please stay at the braai when you braai!“ werden wir zu unserem Zelt geschickt. Wir wissen Bescheid: Die Affen, die Hyänen… 😎 (Zur Erinnerung: Wir befinden uns mitten im Busch und es gibt keinen Zaun um das Camp) Das Zelt selber ist eine Wucht! 🤩 Es gibt ein separates, vergittertes Küchenzelt, eine Terrasse und ein Schlafzelt mit angegliedertem Badezimmer inkl. Frischluftzufuhr.
Mpila Tented Camp (Foto vom sonnigen Sonntag)
Leider stellen wir schnell fest, dass es hier fast genauso rummelig ist, wie heute Morgen beim Frühstück. 😵 Wir haben 4 direkte Nachbarszelte, 3 davon sind mit Familien mit kleinen Kindern besetzt und eines mit einem südafrikanischen Paar, welches sich offensichtlich im 2. Frühling befindet. 🤪 Während wir uns einrichten, hören wir sie laut reden und lachen, man versteht jedes Wort. Alles was er sagt, quittiert sie mit einem quietschenden Kichern, das sich anhört, als wäre eine Hyäne unterwegs. 😗 Und als wir gemütlich auf der Terrasse sitzen und lesen, hört man sie drüben plötzlich laut stöhnen und keuchen. 😗 Danach die gemeinsame Dusche, wieder begleitet vom „hyänoiden“ Kichern. Brrr… das sind nicht die Geräusche, die wir im Busch hören wollen!! 😈 😈 Also setzen wir uns wieder in den Jeep, um den iMfolozi-Teil hinter dem Camp zu erkunden. Nach ein paar Hundert Metern brechen wir jedoch ab, die Strasse, die hier nicht mehr geteert ist, „bumpt“ extrem und unser Wagen hört sich gar nicht gut an (das Lämpchen brennt ja auch immer noch). Abends sind auch die Familien vom Game Drive zurück und machen Radau, was natürlich alle Tiere vom Camp fernhält. Und nachts schlafen wir unruhig, weil nun doch die tierischen Geräusche überhand nehmen. Ein Löwe brüllt und irgendwas schleicht ums Zelt rum… Huuuii… wie unheimlich… 🤩
CarinhaThemenstarter448 Beiträge · seit 201423. Jan. 2016 ·
So, 29.11.15 Endlich: Löwen & Hyänen Unterkunft: Tented Camp, Mpila Camp, iMfolozi Game Reserve Tageskilometer : einige im Safaritempo
Nach den gestern gemachten Erfahrungen im Mpila Camp kann ich nur jedem empfehlen, möglichst nicht an einem Samstag (und wohl auch Freitag) hier zu übernachten. Das Buschfeeling ist ab einer gewissen Anzahl menschlicher Nachbarn einfach nicht mehr dasselbe (gilt vor allem für die Tented Camps). Wir haben bei der Planung leider zu wenig auf die Wochentage geachtet… Aber heute wird alles gut! 😄 Wir verlassen also die „Zeltstadt“ früh morgens, vor allen anderen, um möglichst schnell wieder bei den Tieren zu sein. Beim Picknick-Platz Umganu am Black Imfolozi-River essen wir unser Frühstück, bestehend aus Darvida (Notreserve von Zuhause, kommt auf jede Reise mit), Butter und Milch direkt aus der Tüte und beobachten das tierlose Flussbett. Zum Dessert gibt’s trockene Rusks, an denen wir fast ersticken. 🤢 Da unser Wagen scheinbar keine Freude an der Strasse im iMfolozi-Teil hat, sieht unser Plan vor, dass wir heute via Loop zum Thiyeni Hide zurück zum Hilltop Camp fahren, um dort dann eine Kaffeepause zu machen.
Unterwegs sehen wir einige Tiere:
Wollhalsstorch
Hat zwar Wolle im Schnabel, ist aber wohl kein Woll-Adler 🤪
Spontan beschliessen wir, auch den Nzimane Drive noch anzuhängen, obwohl auf der Karte eine Flussquerung mit „only 4x4“ angegeben ist (das bietet unser Jeep ja nicht). Wir schauen einfach mal wie weit wir kommen… Nachdem ich drei Mal erfolgreich einen Fluss überquert habe (die Stellen waren jeweils sandig, teils matschig, alle mit etwas Wasser und sehr steiler Zu- und Wegfahrt), war ich doch etwas stolz auf mich und auch Mäthu gratulierte zu meinen Fahrkünsten. 😊 Geht doch! Auch ohne 4x4! 😛 Leider stellen wir kurz darauf fest, dass die „richtige“ Flussquerung erst jetzt kommt. 😣 Von einem Weg war dort nichts mehr zu sehen, lediglich meterhohe Sandbänke lagen vor uns. Für uns unpassierbar. Also alles wieder zurück. Armes Auto… 😮 Vor lauter Konzentration auf den Weg sind auf dem Nzimane Drive kaum Fotos entstanden, obwohl wir doch einige Tiere gesehen haben, u.a. mehrere Nashörner.
Cape Vulture?
Volle Konzentration - schafft die Karre die Steigung aus dem Flussbett? 😗
Nun ist es Zeit für einen leckeren Kaffee und einen kleinen Imbiss im Hilltop Camp. Bloss hat die Küche leider gerade geschlossen (Zeit zwischen Frühstück und Mittag) und die Lavazza-Kaffeemaschine ist defekt. 😈 😈 😈 Welch ein Ärger für mich!! Nun muss ich mich mit dem restlichen Gesöff vom Frühstücksbuffet begnügen. Mäthu, der Kaffee nicht mag, ärgert sich auch, er versteht nicht, dass wir immer (m)einem Kaffee hinterher rennen müssen, und er dann doch nicht richtig schmeckt. 😣 😗 Den Ausblick von der Terrasse draussen geniessen wir natürlich auch trotz schlechtem Kaffee und grauem Wetter.
Anschliessend laufen wir noch den Trail auf dem Gelände des Camps, um uns etwas die Beine zu vertreten. Wir fühlen uns nicht ganz wohl dabei, denn obwohl wir entlang eines Zauns laufen, wäre es für Raubtiere ein Leichtes, darüber zu springen und ins Camp zu gelangen. Deshalb bewaffnen wir uns mit Stöcken. 😕 Wir sehen aber nur Simango-Affen und ein Böckchen..
Schau bloss nicht so unschuldig! Wir wissen genau, das deine Sippe unsere Vorräte geklaut hat! 😈
Dann machen wir uns auf den Weg zurück Richtung Mpila Camp. In der Nähe des Nyalazi-Gates sehen wir wieder einen einsamen Elefanten, der friedlich frisst. Im Centenary Center machen wir erneut einen Zwischenhalt, schliesslich haben wir noch immer nichts gegessen. Diesmal gibt es Fries und Ostrich-Steak. Das Centenary Center entwickelt sich langsam zu unserer Versorgungszentrale. 😄 Und endlich, langsam aber stetig, kommt die Sonne zum Vorschein! Nach 8 Stunden unterwegs erreichen wir todmüde das Mpila Camp. Da es inzwischen dank Sonne recht heiss geworden ist, wollen wir im Curio Shop eine Glacé kaufen. Leider gibt’s keine. Also nehmen wir halt sonst was Süsses. An der Reception erkundigen wir uns, ob wir an einer Nachtsafari teilnehmen können. Der Herr murmelt etwas von fully booked, verkauft uns dann aber doch 2 Tickets. Nun haben wir knappe 2 Stunden Zeit zum relaxen. Alle Nachbarn sind ausgeflogen und wir geniessen die Ruhe auf unserer Terrasse.
Centenary Center
Southern Ground-Hornbill
Um 17 Uhr fahren wir los mit einem Guide und der Fahrerin in Richtung des iMfolozi-Bereichs hinter dem Camp . Der „fully booked“-Safariwagen hat noch 3 Plätze frei, ist also nur zu zwei Dritteln besetzt. 🙄 Wir können uns in der letzten Reihe ausbreiten. Es ist schön, mal nicht selber fahren zu müssen. Da der Himmel unterdessen wolkenlos ist, sind das Licht und die Stimmung phänomenal. Für mich einer der schönsten Momente der ganzen Reise. 😘 Wir sehen von weitem eine grosse Elefantenfamilie mit Babys, Gnus und Impalas. Als die Sonne schon fast weg ist, entdecken wir ein verliebtes Löwenpärchen. 🤩 Sie laufen zu einem Wasserloch und sind von ihrer Fortpflanzungs-Aktivität scheinbar so durstig, dass sie während 20 Minuten nichts anders tun als trinken, trinken, trinken… 😄 Dabei bewegen sie sich kaum und wir Touris sind uns zeitweise uneinig, ob sie noch trinken oder schon schlafen.
Da es stetig dunkler wird, beschliessen wir schweren Herzens weiter zu fahren, um hoffentlich noch andere Tiere zu entdecken. Es tut sich aber nicht mehr viel. Schliesslich werden die Scheinwerfer an 2 Personen in der vordersten Reihe verteilt und wir suchen das Gebüsch in der Dunkelheit ab. Dabei sehen wir Hasen, Ziegenmelker (Nightjars), Mangusten und eine Ginsterkatze (leider keine Fotos). Plötzlich ruft jemand „Rabbit“ und alle gucken nach rechts – während links ein riesiger Büffel auf dem Weg steht und beinahe umgefahren wird. Die Fahrerin macht eine Vollbremsung und alle haben einen gehörigen Schreck! 🤩 😵