Wir reisen von Ende Dezember 2016 bis Ende Januar 2017 zu viert, mit einem gemieteten Geländewagen und unserem eigenen Bodenzelt, als Selbstfahrer durch Tansania. Von Arusha aus geht es über das grüne Usambara-Gebirge und die Küste bei Bagamoyo und Dar es Salaam hinunter ins Selous Game Reserve, weiter durch den Ruaha-Nationalpark und über Dodoma zurück nach Norden in den Tarangire-Nationalpark, den Lake Manyara Nationalpark und an den Lake Natron, bevor wir die letzten zwei Wochen in der Serengeti, im Ndutu-Gebiet und im Ngorongoro-Krater verbringen.
Die Leoparden sind das große Thema dieser Reise. In der zentralen Serengeti lernen wir, beim Absuchen der Baumkronen gezielt nach senkrechten Linien zwischen den waagrechten Ästen zu suchen, und finden so gleich mehrere Tiere – eines sogar mit frisch gerissener Beute im Baum. Am eindrücklichsten wird es an unserem Zeltplatz bei den Moru Kopjes: Direkt hinter meinem Rücken springt ein Leopard aus der Baumkrone zu Boden und verschwindet im Gebüsch, ohne dass wir ihn zuvor bemerkt haben. Daneben erleben wir Elefanten aus nächster Nähe, jagende und ruhende Löwen, Geparden, einen jagenden Serval und, im Ngorongoro-Krater, zwei Nashörner – damit sind für uns die Big Five komplett.
Ruhig verläuft die Reise nicht durchgehend: Sechs Reifenpannen, ein wiederholt ausfallender Kühlschrank und ein nächtlicher Diebstahl von Bargeld, Kredit- und EC-Karte sowie Personalausweis und Führerschein aus dem Zelt bei Kisaki begleiten uns unterwegs. Trotzdem kommen wir gut durch und würden jederzeit wieder als Selbstfahrer nach Tansania reisen.
Reisezeitraum
23. Dezember 2016 bis 23. Januar 2017 (rund 5 Wochen)
Länder
Tansania
Gruppe
4 Personen (zwei Paare)
Reiseart
Selbstfahrer; einzelne Tagesaktivitäten mit lokalem Guide (Mountainbike/Wanderung Mambo, Stadtführung Bagamoyo, Wasserfall-Wanderung Lake Natron)
Camping mit eigenem Zelt, vereinzelt Lodges und Tented Camps
Route
Arusha – Arusha-Nationalpark – Usambara-Gebirge (Mambo) – Ushongo Beach – Bagamoyo – Dar es Salaam – Selous Game Reserve – Iringa – Ruaha-Nationalpark – Iringa – Dodoma – Tarangire-Nationalpark – Mto Wa Mbu – Lake Manyara Nationalpark – Lake Natron – Serengeti (Lobo, Seronera, Moru Kopjes) – Ndutu-Gebiet – Ngorongoro-Krater – Mto Wa Mbu – Lake Manyara Nationalpark – Arusha
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometerzahl im Bericht; Tagesetappen laut Kapitelüberschriften zwischen rund 79 und 350 km
Flug/Anreise
KLM ab Hannover über Amsterdam zum Kilimanjaro International Airport
Besonderheit
sechs Reifenpannen und ein wiederholt ausfallender Kühlschrank über die ganze Reise; nächtlicher Diebstahl von Bargeld, Kredit-/EC-Karte, Personalausweis und Führerschein aus dem Zelt bei Kisaki
Automatisch aus dem Bericht erstellt. Massgeblich ist der Bericht selbst.
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200902. Feb. 2017 ·
Jambo!
Jetzt bin ich schon seit einer Woche zurück aus dem heißen Tansania im kalten Deutschland. Es wird Zeit mit dem Reisebericht zu beginnen. Diesmal waren wir wieder einmal in Tansania. Ähnliche Route wie beim letzten Mal, aber mit 10 Tagen mehr Zeit und komplett anderem Klima. War es vor 4 Jahren extrem regnerisch, so war es diesmal extrem trocken. Normales Wetter scheint es auch in Tansania nicht mehr zu geben. So hatten wir aber oftmals das Gefühl wo ganz anders zu sein. Es ist unglaublich, wie sich die Landschaft zwischen Regen- und Trockenzeit verändert.
Warum schreibe ich eigentlich Reiseberichte? Hauptsächlich aus ganz egoistischen Gründen. Man erlebt so die Reise ein zweites Mal und lässt die vielen Erlebnisse noch einmal in Ruhe zu Hause Revue passieren. Daneben möchte ich dem Forum aber auch aktuelle Informationen zur Verfügung stellen, die anderen Reisenden hoffentlich bei ihren Touren helfen können. Gerade bei Tansania ist mir das als Selbstfahrer ein wichtiges Anliegen, denn noch immer halten sich hartnäckig die Gerüchte, man könne Tansania gar nicht, bzw. nur unter größten Schwierigkeiten und Entbehrungen als Selbstfahrer bereisen. Wir haben das nicht so empfunden, aber urteilt selbst.
Wir waren diesmal zu viert. Mit Hans & Hedda hatten wir diesmal zwei Afrika-Rookies mit dabei. Fernreiseerfahrung auf anderen Kontinenten war bei den beiden aber reichlich vorhanden. Mit den beiden machen wir schon seit vielen Jahren gemeinsame Kletterreisen und jetzt wollten wir auch mal etwas anderes zusammen unternehmen.
Wie immer freue ich mich über einen lebendigen Reisebericht. Jeder Kommentar ist willkommen. Egal ob Ihr Fragen, Anmerkungen, Vorschläge, Ratschläge, Hinweise oder was auch immer habt - haut in die Tasten.
Für alle, die den Reisebericht pur lesen wollen, scheint die Sonne.
Applegreen1’796 Beiträge · seit 201402. Feb. 2017 ·
Hallo Thomas,
ich bin natürlich bei Euch auch dabei 🙂 Ich bin schon sehr auf Eure Erlebnisse gespannt!
Tansania werden wir sicherlich auch nochmals bereisen und wenn es als Selbstfahrer gut passt, um so besser 😎 Vielleicht rückt die Serengeti dann doch in näherer Zukunft in greifbare Nähe....
Dann hau mal in die Tasten. Hilft mir sicher auch bei meiner Reiseplanung 😛
Danke und Gruss
Tinochika1’656 Beiträge · seit 201402. Feb. 2017 ·
Hallo Thomas,
erst letzte Woche haben wir uns entschieden Ende März nicht eine Woche nach Tansania zu fahren, sondern 2 Wochen nach Namibia und KTP. Nach Deiner Ankündigung für Deinen neuen Reisebericht mit diesem Titel, bin ich jetzt ganz gespannt ob unsere Entscheidung richtig war.
Hallo Thomas, Leoparden??? Und dazu noch hautnah??? Wo, wo? Das kann ja interessant werden. Da bin ich auch dabei auch wenn ich auf dem Dach sitzen muss. Freue mich auf dein kurzweiliges Schreiben und tolle Bilder....
Hallo Thomas, ich bin auch dabei. Wir wollen im Februar 2018 nach Tansania. Liebe Grüße Barbara
PKPapa Kenia541 Beiträge · seit 201203. Feb. 2017 ·
Hallo Topobär,
schön, dass es losgeht! Ich freue mich schon auf einen langen Bericht. Dieses Wochenende habe ich nämlich nicht viel vor und könnte stundenlang Deinen Bericht lesen und Bilder gucken!
Hallo Thomas, bis zu unserem Tanzania Urlaub sind es noch Monate, trotzdem bin ich gespannt eure Erlebnisse. Es kann los gehen.... und zwar jetzt! 😉 🙂 😈 Liebe Grüße Biggi
Hallo Topobär Wir sind heute nach 2 Wochen aus Tansania zurückgekehrt. Die erste Woche war es wirklich sehr trocken, in der zweiten, als du schon wieder zuhause warst, hat die Regenzeit eingesetzt. Wir hatten in der Serengeti und Ngorongoro sturzbachartigen Regen. 🙄 Mein Bericht muss noch etwas warten, ich muss zuerst alles verstauen und die Fotos sichten. Deinen Bericht zu lesen freue ich mich aber sehr. Also bitte gerne starten! Liebe Grüsse Daniela
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200906. Feb. 2017 ·
@all: Bei solch einer großen Resonanz, noch ehe ich überhaupt den ersten Tag verfasst habe, habe ich nicht gerechnet. Ich bin überwältigt und will noch heute den ersten Tag hochladen.
@D und M: Es freut mich zu hören, dass es jetzt endlich Regen gab. Es war bis dahin wirklich extrem trocken und die Guides und Ranger befürchteten schon ein großen Sterben bei den Wildtieren, sollte sich das nicht bald ändern.
TopobärThemenstarter5’486 Beiträge · seit 200906. Feb. 2017 ·
Anreise + 1.Tag (Fr./Sa. 23./24.12.2016) Hannover – Arusha – Arusha National Park 94km mit dem Auto
Wie bei allen unseren Ostafrika-Reisen sind wir wieder mit KLM geflogen. Die Verbindung von Hannover über Amsterdam direkt zum Kilimanjaro International Airport ist einfach unschlagbar. Da schauen wir beim Preis dann auch nicht mehr auf den letzten Euro.
Sehr angenehm bei KLM ist, dass wir pro Person 2 Gepäckstücke je max. 23kg mitnehmen können. Das nutzen wir auch voll aus und stehen mit 4 Gepäckstücken am Check In. Zwei Dufflebacks mit Klamotten, so dass wir auch bei fast 5 Wochen Reise nicht unterwegs waschen müssen. Eine Küchenkiste mit Utensilien, Lebensmitteln und Zutaten, die man in Ostafrika nicht bekommt. Unser Bodenzelt mit Tarp ist das vierte Gepäckstück.
Beide Flüge sind pünktlich und die Maschinen gut ausgelastet. Das Entertainmentprogramm lässt keine Wünsche offen und das Essen ist für Bordverpflegung absolut in Ordnung.
Da es letztes Mal mit dem Visum vor Ort sehr schnell ging, haben wir auch dieses Mal darauf verzichtet, schon in Deutschland das Visum zu beantragen. Würde ich nächstes Mal anders machen, denn es hat ganz schön gedauert. Vor allem, da sich die Reiseleiter einiger Gruppen mit den Pässen der ganzen Gruppe vorgedrängelt haben. So sind wir fast die letzten die zum Gepäckband kommen, wo unser Gepäck schon auf uns wartet. Auch bei Hans & Hedda ist alles angekommen. Danach wartet schon die nächste Schlange auf uns. Das gesamte Gepäck muss vor Verlassen des Flughafens noch einmal geröntgt werden. Das unser Zeltsack nicht durch den Apparat passt interessiert auch niemanden, dann wird das Gepäckstück eben nicht geröntgt. Wozu die Nummer gut war entzieht sich sowieso meinem Verständnis. Ich verbuche es unter Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme.
Unser Shuttle von 4x4 Adventures wartet bereits auf uns und nach weniger als eine Stunde, um 23:00Uhr, können wir schon im African Tulip Hotel einchecken. Danach noch das erste Tusker des Urlaubs als Schlummertrunk und ich falle ins Bett.
Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen ist riesig und lässt keine Wünsche offen. Es sollte auch auf der gesamten folgenden Reise nicht mehr getoppt werden. Auch ansonsten hat uns das Hotel sehr gut gefallen und wir würden es immer wieder für die erste Nacht in Arusha wählen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man in 5min. am Office von 4&4 Adventures ist.
Die Fahrzeugübernahme ging diesmal ruckzuck. Man kennt sich. Da wir mit 4 Personen unterwegs sind, haben wir diesmal die Langversion mit 4 Sitzreihen. Wunschgemäß wurden die letzten beiden Sitzreihen und auch das Gitter, welches den Gepäckraum normalerweise abtrennt demontiert. So haben wir ein riesiges Gepäckabteil, welches wir aber auch brauchen.
Dann stehen die üblichen Erledigungen an, ohne die man nicht auf Safari gehen kann. Als erstes Bargeld ziehen und dann eine einheimische Simcard kaufen. Dabei haben wir ein wenig unterschätz, wie billig telefonieren in Tansania ist. Trotz zahlreicher Telefonate vor Ort, aber auch nach Deutschland schaffen wir es in 5 Wochen noch nicht einmal die Hälfte des Guthabens von 50€ zu vertelefonieren.
Dann kommt der Großeinkauf. Der ehemalige Shoprite ist jetzt ein Nakumatt. Die Auswahl an Lebensmittel ist besser geworden, dafür gibt es keine Campingausrüstung mehr. Was beim Einkauf sofort auffällt – die Plastikflasche hat Einzug in Tansania gehalten. Dominierten vor 4 Jahren bei Softdrinks noch Glasflaschen, so wurden diese jetzt komplett von Plastikflaschen abgelöst. Für die Umwelt sicher nicht ideal, aber zum verpacken im Auto tausendmal besser. Wenn ich da an das Gescheppere unserer letzten Tour denke…
Mit 3 randvollen Einkaufswagen und einer Rechnung von 700 Euro verlassen wir den Supermarkt. Alles was haltbar ist, haben wir schon hier eingekauft, denn Supermärkte, wie man sie aus Europa oder dem südlichen Afrika kennt, gibt es nur in Arusha und Daressalam.
Es dauert einige Zeit, bis alles im Auto verstaut ist. Selbst unsere riesige Gepäckfläche ist jetzt durchgehend bis auf Höhe der Kopfstützen vollgepackt.
Durch dichten Verkehr geht es aus der Stadt. Trotzdem ist der Weg zum Arusha National Park schnell gefahren. Der Eintritt kann per Kreditkarte gezahlt werden. Ruckzuck sind wir im Park.
Unser erstes Ziel ist die Campsite. Vorher müssen wir allerdings noch kurz am Headquarter halten, um die Schlüssel zu den Sanitäranlagen abzuholen. Die Campsite liegt sehr romantisch auf einer Lichtung im dichten Bergwald.
In den Bäumen rund um die Campsite toben jede Menge Colobus-Affen. Da sie sich aber vornehmlich in den Baumkronen aufhalten und ständig in Bewegung sind, ist ein vernünftiges Foto nicht möglich. Wir genießen es aber auch, die Tiere einfach nur zu beobachten.
Nach einer verspäteten Mittagspause machen wir uns auf den Weg, zu einem kurzen nachmittäglichen Gamedrive. Unser erstes Ziel ist der Ngurdoto Crater. Wir steuern den Leitong Viewpoint an, die höchste Erhebung des Kraterrandes. Pünktlich mit unserer Ankunft am Parkplatz des Aussichtspunktes fängt es an zu regnen. Wir lassen uns davon nicht abhalten, zum Aussichtspunkt hoch zu laufen, auch wenn die Aussichten eher trübe sind.
In den Wäldern am Hang des Kraters sehen wir immer wieder Diadem-Meerkatzen. Eine von ihnen hält sogar so lange still, dass ich sie auch fotografieren kann.
Unser nächstes Ziel sind die Momella Seen. Unterwegs sehen wir viele Wasserböcke, die hier sehr häufig vorzukommen scheinen. Ich mag diese puscheligen Antilopen sehr.
An den Momella Seen finden sich wieder sehr viele Flamingos. Da die Seen tiefer als andere Salzseen sind, sieht man die Vögel nicht nur stehend, sondern auch schwimmend bei der Nahrungssuche. Ein seltener Anblick.
Im Bereich der Seen finden sich auch viele Antilopen und Büffel, aber das Wetter lädt einfach nicht zum fotografieren ein.
Zum Abendessen entzünden wir ein kleines Lagerfeuer und ich koche Rindergeschnetzeltes mit grünen Bohnen in Pfefferrahm.
Später wird dann noch ein bewaffneter Ranger auf der Campsite abgesetzt, der die Nacht über uns wachen soll. Er macht es sich im Küchengebäude bequem und wir haben ihn nicht weiter gesehen.
Old Women1’545 Beiträge · seit 201306. Feb. 2017 ·
Hallo Topobär, bin zwar vielzu spät dran, aber du nimmst mich doch noch mit, oder? Tansania als Selbstfahrer, das scheint sehr interessant zu sein. Herzliche Grüße Beate