Reisebericht

Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017)

von Topobär · begonnen 02. Feb. 2017 · 32 Teile

Teil 102. Feb. 2017
Jambo!

Jetzt bin ich schon seit einer Woche zurück aus dem heißen Tansania im kalten Deutschland. Es wird Zeit mit dem Reisebericht zu beginnen. Diesmal waren wir wieder einmal in Tansania. Ähnliche Route wie beim letzten Mal, aber mit 10 Tagen mehr Zeit und komplett anderem Klima. War es vor 4 Jahren extrem regnerisch, so war es diesmal extrem trocken. Normales Wetter scheint es auch in Tansania nicht mehr zu geben. So hatten wir aber oftmals das Gefühl wo ganz anders zu sein. Es ist unglaublich, wie sich die Landschaft zwischen Regen- und Trockenzeit verändert.

Warum schreibe ich eigentlich Reiseberichte? Hauptsächlich aus ganz egoistischen Gründen. Man erlebt so die Reise ein zweites Mal und lässt die vielen Erlebnisse noch einmal in Ruhe zu Hause Revue passieren. Daneben möchte ich dem Forum aber auch aktuelle Informationen zur Verfügung stellen, die anderen Reisenden hoffentlich bei ihren Touren helfen können. Gerade bei Tansania ist mir das als Selbstfahrer ein wichtiges Anliegen, denn noch immer halten sich hartnäckig die Gerüchte, man könne Tansania gar nicht, bzw. nur unter größten Schwierigkeiten und Entbehrungen als Selbstfahrer bereisen. Wir haben das nicht so empfunden, aber urteilt selbst.

Wir waren diesmal zu viert. Mit Hans & Hedda hatten wir diesmal zwei Afrika-Rookies mit dabei. Fernreiseerfahrung auf anderen Kontinenten war bei den beiden aber reichlich vorhanden. Mit den beiden machen wir schon seit vielen Jahren gemeinsame Kletterreisen und jetzt wollten wir auch mal etwas anderes zusammen unternehmen.

Wie immer freue ich mich über einen lebendigen Reisebericht. Jeder Kommentar ist willkommen. Egal ob Ihr Fragen, Anmerkungen, Vorschläge, Ratschläge, Hinweise oder was auch immer habt - haut in die Tasten.

Für alle, die den Reisebericht pur lesen wollen, scheint die Sonne.

Kwaheri
Thomas
Teil 206. Feb. 2017
Anreise + 1.Tag (Fr./Sa. 23./24.12.2016)
Hannover – Arusha – Arusha National Park
94km mit dem Auto

Wie bei allen unseren Ostafrika-Reisen sind wir wieder mit KLM geflogen. Die Verbindung von Hannover über Amsterdam direkt zum Kilimanjaro International Airport ist einfach unschlagbar. Da schauen wir beim Preis dann auch nicht mehr auf den letzten Euro.

Sehr angenehm bei KLM ist, dass wir pro Person 2 Gepäckstücke je max. 23kg mitnehmen können. Das nutzen wir auch voll aus und stehen mit 4 Gepäckstücken am Check In. Zwei Dufflebacks mit Klamotten, so dass wir auch bei fast 5 Wochen Reise nicht unterwegs waschen müssen. Eine Küchenkiste mit Utensilien, Lebensmitteln und Zutaten, die man in Ostafrika nicht bekommt. Unser Bodenzelt mit Tarp ist das vierte Gepäckstück.

Beide Flüge sind pünktlich und die Maschinen gut ausgelastet. Das Entertainmentprogramm lässt keine Wünsche offen und das Essen ist für Bordverpflegung absolut in Ordnung.

Da es letztes Mal mit dem Visum vor Ort sehr schnell ging, haben wir auch dieses Mal darauf verzichtet, schon in Deutschland das Visum zu beantragen. Würde ich nächstes Mal anders machen, denn es hat ganz schön gedauert. Vor allem, da sich die Reiseleiter einiger Gruppen mit den Pässen der ganzen Gruppe vorgedrängelt haben. So sind wir fast die letzten die zum Gepäckband kommen, wo unser Gepäck schon auf uns wartet. Auch bei Hans & Hedda ist alles angekommen. Danach wartet schon die nächste Schlange auf uns. Das gesamte Gepäck muss vor Verlassen des Flughafens noch einmal geröntgt werden. Das unser Zeltsack nicht durch den Apparat passt interessiert auch niemanden, dann wird das Gepäckstück eben nicht geröntgt. Wozu die Nummer gut war entzieht sich sowieso meinem Verständnis. Ich verbuche es unter Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme.

Unser Shuttle von 4x4 Adventures wartet bereits auf uns und nach weniger als eine Stunde, um 23:00Uhr, können wir schon im African Tulip Hotel einchecken. Danach noch das erste Tusker des Urlaubs als Schlummertrunk und ich falle ins Bett.

Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen ist riesig und lässt keine Wünsche offen. Es sollte auch auf der gesamten folgenden Reise nicht mehr getoppt werden. Auch ansonsten hat uns das Hotel sehr gut gefallen und wir würden es immer wieder für die erste Nacht in Arusha wählen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man in 5min. am Office von 4&4 Adventures ist.

Die Fahrzeugübernahme ging diesmal ruckzuck. Man kennt sich. Da wir mit 4 Personen unterwegs sind, haben wir diesmal die Langversion mit 4 Sitzreihen. Wunschgemäß wurden die letzten beiden Sitzreihen und auch das Gitter, welches den Gepäckraum normalerweise abtrennt demontiert. So haben wir ein riesiges Gepäckabteil, welches wir aber auch brauchen.

Dann stehen die üblichen Erledigungen an, ohne die man nicht auf Safari gehen kann. Als erstes Bargeld ziehen und dann eine einheimische Simcard kaufen. Dabei haben wir ein wenig unterschätz, wie billig telefonieren in Tansania ist. Trotz zahlreicher Telefonate vor Ort, aber auch nach Deutschland schaffen wir es in 5 Wochen noch nicht einmal die Hälfte des Guthabens von 50€ zu vertelefonieren.

Dann kommt der Großeinkauf. Der ehemalige Shoprite ist jetzt ein Nakumatt. Die Auswahl an Lebensmittel ist besser geworden, dafür gibt es keine Campingausrüstung mehr. Was beim Einkauf sofort auffällt – die Plastikflasche hat Einzug in Tansania gehalten. Dominierten vor 4 Jahren bei Softdrinks noch Glasflaschen, so wurden diese jetzt komplett von Plastikflaschen abgelöst. Für die Umwelt sicher nicht ideal, aber zum verpacken im Auto tausendmal besser. Wenn ich da an das Gescheppere unserer letzten Tour denke…

Mit 3 randvollen Einkaufswagen und einer Rechnung von 700 Euro verlassen wir den Supermarkt. Alles was haltbar ist, haben wir schon hier eingekauft, denn Supermärkte, wie man sie aus Europa oder dem südlichen Afrika kennt, gibt es nur in Arusha und Daressalam.

Es dauert einige Zeit, bis alles im Auto verstaut ist. Selbst unsere riesige Gepäckfläche ist jetzt durchgehend bis auf Höhe der Kopfstützen vollgepackt.

Durch dichten Verkehr geht es aus der Stadt. Trotzdem ist der Weg zum Arusha National Park schnell gefahren. Der Eintritt kann per Kreditkarte gezahlt werden. Ruckzuck sind wir im Park.

Unser erstes Ziel ist die Campsite. Vorher müssen wir allerdings noch kurz am Headquarter halten, um die Schlüssel zu den Sanitäranlagen abzuholen. Die Campsite liegt sehr romantisch auf einer Lichtung im dichten Bergwald.

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In den Bäumen rund um die Campsite toben jede Menge Colobus-Affen. Da sie sich aber vornehmlich in den Baumkronen aufhalten und ständig in Bewegung sind, ist ein vernünftiges Foto nicht möglich. Wir genießen es aber auch, die Tiere einfach nur zu beobachten.

Nach einer verspäteten Mittagspause machen wir uns auf den Weg, zu einem kurzen nachmittäglichen Gamedrive. Unser erstes Ziel ist der Ngurdoto Crater. Wir steuern den Leitong Viewpoint an, die höchste Erhebung des Kraterrandes. Pünktlich mit unserer Ankunft am Parkplatz des Aussichtspunktes fängt es an zu regnen. Wir lassen uns davon nicht abhalten, zum Aussichtspunkt hoch zu laufen, auch wenn die Aussichten eher trübe sind.

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In den Wäldern am Hang des Kraters sehen wir immer wieder Diadem-Meerkatzen. Eine von ihnen hält sogar so lange still, dass ich sie auch fotografieren kann.

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Unser nächstes Ziel sind die Momella Seen. Unterwegs sehen wir viele Wasserböcke, die hier sehr häufig vorzukommen scheinen. Ich mag diese puscheligen Antilopen sehr.

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An den Momella Seen finden sich wieder sehr viele Flamingos. Da die Seen tiefer als andere Salzseen sind, sieht man die Vögel nicht nur stehend, sondern auch schwimmend bei der Nahrungssuche. Ein seltener Anblick.

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Im Bereich der Seen finden sich auch viele Antilopen und Büffel, aber das Wetter lädt einfach nicht zum fotografieren ein.

Zum Abendessen entzünden wir ein kleines Lagerfeuer und ich koche Rindergeschnetzeltes mit grünen Bohnen in Pfefferrahm.

Später wird dann noch ein bewaffneter Ranger auf der Campsite abgesetzt, der die Nacht über uns wachen soll. Er macht es sich im Küchengebäude bequem und wir haben ihn nicht weiter gesehen.
Teil 309. Feb. 2017
2.Tag (So. 25.12.2016)
Arusha National Park – Mambo
310km


Die Nacht war sehr ruhig und auch von den Temperaturen her sehr angenehm, so dass wir alle gut geschlafen haben.

Beim Frühstück und Abbau des Camps werden wir dann allerdings von sehr aggressiven Ameisen geplagt, deren Biss sehr schmerzhaft ist. Wo kommen die denn plötzlich her, damit hatten wir am gestrigen Abend noch keine Probleme.

Den Himmel hat es über Nacht blank gefegt. Es ist keine Wolke zu sehen.

Wir verlassen den Park nicht auf direkten Weg, sondern fahren zunächst zum Boma La Megi Viewpoint. Von hier hat man einen klasse Blick auf den alles überragenden Mount Meru sowie auf die unter uns liegenden Momella-Seen. Im Laufe des Tages wird der Berg sicherlich wieder in den Wolken verschwinden, aber jetzt am frühen Morgen zeigt er sich in seiner vollen Pracht.

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Nachdem wir uns von diesem schönen Flecken Erde losreißen können, verlassen wir auf direktem Wege den Park und fahren auf gutem Asphalt nach Same. Von unseren früheren Reisen kann ich mich nicht daran erinnern, dass es schon immer so viele Tempo50-Zonen gab. Es reiht sich eine an die andere. Da passiert es schnell, dass man mal eine solche Zone übersieht und schon werden wir geblitzt. Ich hatte an der Stelle nicht gewusst, dass wir noch in einer Tempo50-Zone waren. Das Foto zeigt 69km/h und so darf ich 30.000,-TSH zahlen.

In Same verlassen wir die Fernstraße Arusha – Daressalam und fahren lieber die landschaftlich wesentlich schönere Strecke östlich der South Pare Mountains. Dafür nehmen wir auch gerne in Kauf, dass weite Streckenabschnitte raue Naturpiste sind.

Inzwischen mussten wir auch feststellen, dass unser Kühlschrank nur sehr wenig Leistung bringt. Er schafft max. 15°C Temperaturdifferenz gegenüber der Umgebungstemperatur. Bei Tagestemperaturen jenseits der 30°C nicht so gut.

Dann kommen so langsam die Usambara-Mountains ins Blickfeld. Wir fahren direkt auf die höchste Erhebung zu, auf der unser heutiges Tagesziel, die Mambo View Point Lodge liegt. Obwohl es Luftlinie nur wenige Kilometer sind, haben wir noch rund 50km Fahrstrecke vor uns.

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Oberhalb der markanten Felswand liegt die Mambo Viewpoint Lodge.

Wir fahren auch dieses Jahr wieder die Abenteuer-Strecke, welche im Nordwesten der Usambara-Mountains von Mnazi direkt hoch nach Mtae führt. Die größten Schwierigkeiten haben wir entgegen meiner Erwartungen noch im Dorf Mnazi. Hier hat es zum Teil metertiefe Erosionsrillen und es ist mehrmals Zentimeterarbeit, um zwischen den Hütten und den Erosionsrillen hindurch zu passen. Dann finden wir die Einfahrt ins Bachbett nicht. Ein PikiPiki-Fahrer hilft uns weiter. Ein umgestürzter Baum liegt in der Einfahrt, so dass sie nicht mehr zu erkennen war. Auf Kosten einiger Büsche können wir den Baum umfahren und kommen ins Bachbett, wo wir Mittagspause machen.

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Die nun folgende Auffahrt ist dagegen trotz großer Felsstufen, steiler Steigung (1000 Höhenmeter in 6km) und reichlich grobem Geröll gut zu fahren. 1./2. Gang in Untersetzung gepaart mit ausreichend Gelassenheit lassen uns ganz gemütlich den Berg hochtuckern. Hans & Hedda waren bislang noch nie mit dem Auto im Gelände unterwegs und staunen, was für Strecken man mit einem Auto so fahren kann.

Skurile Situation unterwegs: Wie beim letzten Mal sehen wir kein einziges Auto auf der Strecke, wohl aber einige PikiPikis. Auf halber Strecke am Berg kommt mir ein PikiPiki entgegen und der Fahrer zeigt sich stark beeindruckt, dass wir mit dem Wagen sie Strecke fahren. Ich hingegen war noch viel beeindruckter, dass er mit einer Straßenmaschine und insgesamt 3 Personen diese Strecke fährt. Selbst mit meiner Erfahrung aus mehreren Motorrad-Rallyes würde ich hier nur sehr ungern die in dieser Konstellation unterwegs sein.

Als wir an der Mambo View Point Lodge ankommen, tritt dort gerade ein Kinderzirkus auf. Wie wir später erfahren, handelt es sich dabei um eines der vielen lokalen Projekte der Lodge. Bevor wir einchecken und die Zelte aufbauen, schauen wir uns erst einmal die Vorstellung an. Mindestens ebenso interessant wie die Vorstellung selbst, ist es die Zuschauer zu beobachten. Die schauen alle so gebannt zu, als würde es sich um eine Vorstellung des chinesischen Staatszirkus handeln.

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Diesmal haben wir eine gemütliche windgeschützte Campsite, die wir auch mit dem Auto anfahren können. Bis zum Restaurant und den Sanitäranlagen sind es nur 20m den Berg hoch. Trotzdem ist die Campsite außer Sicht- und Hörweite.

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Zum Abendessen gibt es ein sehr leckeres, abwechslungsreiches und reichhaltiges Buffet. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber unserem Aufenthalt vor 4 Jahren. Auch das Restaurant ist seitdem neu gebaut worden. Dem Küchenpersonal sieht man deutlich an, dass sie direkt an der Quelle arbeiten. Mir sind ja dicke Köchinnen immer sehr sympathisch. Da weiß man, dass sie sich mit ihrer Arbeit identifizieren.

Beim Essen setzt sich Herman, der Besitzer der Lodge, zu uns an den Tisch. Es entwickelt sich ein sehr interessantes Gespräch, bei dem wir viel über die Lodge und das Leben in den umliegenden Dörfern erfahren. Herman und seine Frau waren früher in der Entwicklungshilfe tätig und haben auch jetzt noch etliche von ihnen initiierte Projekte in der Umgebung laufen.

Nach dem Abendessen singen und tanzen einige Frauen des Dorfes auf der Terrasse vor dem Restaurant. Hedda als leidenschaftliche Chorsängerin ist gleich mit dabei.
Teil 415. Feb. 2017
3.Tag (Montag 26.02.2016)
Mambo
20km Mountainbike & 5km zu Fuß

Bereits 2h vor Sonnenaufgang nervt der Muezzin. Am schlimmsten ist, dass er es nicht bei einem kurzen „Allahu akbar“ belässt, sondern über eine viertel Stunde ins Mikro brüllt.

Nach einem leckeren Frühstück begann einer der anstrengendsten Tage seit langen. Wie anstrengend, war mir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht klar. Schon im Vorfeld unserer Reise haben wir für heute eine halbtägige Montainbike-Tour und anschließend eine halbtägige Wanderung gebucht.

Bei der Topografie der Landschaft war von vornherein klar, dass die Mountainbike-Tour kein Zuckerschlecken wird. Es geht gleich von der Lodge steil hinunter ins Dorf und man hat danach die ganze Zeit im Hinterkopf, dass man sich hier ganz am Ende der Tour wieder hochkämpfen muss.

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Im Hintergrund sieht man ganz oben auf den Hügel die Lodge.

Mit Gijs haben wir einen tollen Guide. Der Niederländer betreut viele Projekte der Lodge und hat vor allem zu den Kindern einen sehr guten Draht. So wundert es uns nicht, dass er auch hinter dem Projekt des Kinderzirkus steht. Nachdem wir das Dorf durchquert haben, fahren wir lange durch ein sehr fruchtbares Hochtal. Wir kommen gut voran, denn es geht die ganze Zeit leicht bergab.

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Bald kommen wir zu einem Aussichtspunkt. Von hier kann man einen weiten Blick in die Ebene unter uns, aber auch auf die bewirtschafteten Hänge werfen. Hier wird jeder Fleck genutzt. Selbst an steilsten Hängen wird Gemüse gepflanzt. Terassenfeldbau ist dabei unbekannt.

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Überall stehen kleine Gehöfte verteilt und es wimmelt nur so von Kindern, die uns zuwinken und laut „Muzungu“ schreien. Die Hälfte der Bevölkerung Tansanias ist unter 12 Jahren. Was diese Bevölkerungsentwicklung für die Zukunft des Landes bedeutet, mag man sich gar nicht ausmahlen. Es ist meiner Meinung nach eine der größten Zukunftsrisiken des Landes.

Nach dem Aussichtspunkt geht es dann erstmals bergauf, gleich so steil, dass ich teilweise Probleme habe dass Vorderrad am Boden zu halten und zum Schluss wie alle anderen das Rad schiebe.

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Meine Kondition ist nicht die Beste. Es ist schon über 10Jahre her, dass ich das letzte Mal auf dem Fahrrad gesessen habe und ich bin ordentlich am schnaufen. Viel schlimmer ist aber mein Hinterteil. Auf dem schmalen Sportsattel kann ich schon nach zwei Dritteln der Tour nicht mehr sitzen und muss von da an entweder im stehen fahren oder schieben. Kathrin hat ganz andere Probleme. Da sie auch zu Hause regelmäßig Mountainbike fährt, hat sie konditionell keinerlei Probleme. Dafür verschaltet Sie sich an einer besonders steilen Stelle mit der ungewohnten Gangschaltung, erwischt einen zu hohen Gang und fällt stumpf um, wobei sie sich heftig das Knie aufschürft. Da heißt es für den Rest des Tages Zähne zusammenbeißen.

Den steilen Schlussanstieg zur Lodge versuche ich erst gar nicht zu fahren, sondern entscheide mich von Beginn an fürs schieben. Abschließend muss ich aber betonen, dass die Räder absolut top waren. An denen war nichts auszusetzen. Die persönlichen Unzulänglichkeiten ließen sich leider nicht auf das Material abwälzen.

Zurück auf der Lodge sind erst einmal 2 Stunden Pause angesagt, bevor die Wanderung losgeht. Ich hadere stark mit mir, die Wanderung ausfallen zu lassen, kann mich letztendlich aber doch aufraffen mitzugehen.

Das wichtigste elektronische Gerät auf Reisen ist für mich mein E-Reader. Entsprechend groß war mein Entsetzen, als er keinen Mucks von sich gab, als ich in der Pause ein wenig lesen wollte. Ich hatte den E-Reader im Auto hinter der Windschutzscheibe liegen lassen und ich vermute, dass er sich dadurch überhitzt hatte. Ich konnte ihn zunächst nicht in der Hand halten, so heiß war das Gerät. Erst als er sich abgekühlt hatte und nach vielen Resets konnte ich ihn wieder zum Leben erwecken. Der Urlaub war gerettet.

Wir werden wieder von Gijs begleitet, der aber noch 3 Jungs aus dem Dorf angeheuert hat, die jetzt in den Ferien Zeit haben, sich gut auskennen und die Tätigkeit als Guide erlernen wollen. Gijs kümmert sich darum, ihnen näher zu bringen, worauf es Touristen bei einem guten Guide ankommt.

Von der Strecke her ist die Wanderung nicht weit, aber es geht zunächst 500 Höhenmeter runter und die wollen später auch wieder bergauf bewältigt werden.

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Ziel der Wanderung ist ein großer Felsüberhang auf halber Höhe zwischen der Ebene und den Bergen. Hier gibt es auch einige Kultstätten, die aber für fremde tabu sind. Auch wenn die Bewohner alle Christen oder Moslems sind, haben die alten Kulte trotzdem überdauert.

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Sind wir bergab noch den Haupt-Fußweg von Mambo in die Ebene gegangen, so geht es jetzt fast weglos und sehr steil wieder bergauf. In einem kleinen Hain scheuchen wir dabei eine Eule auf, die leider gleich davon fliegt.

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Ich schnaufe mal wieder wie eine Dampflock wogegen Kathrin mit Ihrer super Kondition keinerlei Problem hat. Für irgendetwas muss Ihr tägliches Joggen ja gut sein. Dafür kämpft sie mit dem weglosen Gelände, was mir überhaupt nichts ausmacht. So hat jeder seine Stärken und Schwächen, wodurch wir unterm Strich gleichermaßen gut bzw. schlecht vorankommen.

Auf dem letzten Stück der Wanderung nutzen die Jungs noch die Gelegenheit und schneiden nebenbei Grünfutter für die Haustiere, die hier jeder besitzt. Nach getaner Arbeit machen sie es sich dann auf der Dorfwiese gemütlich

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Ich bin völlig fertig und froh, dass ich mich die nächsten Tage kaum bewegen muss.

Nach dem wieder sehr leckeren Abendessen konnten wir noch einem sehr interessanten Vortrag von Herman beiwohnen. Er referierte sehr kurzweilig und informativ über die aktuelle Situation in Tansania, die Arbeit der NGO’s im Land und die Projekte der Lodge. Dabei zeigte sich, dass aufgrund des neuen Präsidenten eine positive Aufbruchsstimmung im Land herrscht, gleichzeitig aber ein Berg von Problemen zu bewältigen ist. Auf den Vortrag folgten interessante Gespräche für den Rest des Abends.
Teil 521. Feb. 2017
4.Tag (Di. 27.02.2017)
Mambo – Ushongo Beach
242km


Wir verlassen Mambo, um über Lushoto die Usambara Mountains zu verlassen. Vorher gibt es aber noch ein Abschiedsfoto. Das macht Herman von allen seinen Gästen.

Die Strecke nach Lushoto ist etwas besser als vor 4 Jahren. Die sehr abenteuerlichen Holzbrücken wurden durch solide Betonkonstruktionen ersetzt. Ab Lushoto geht es dann über Asphalt aus den Bergen hinaus in die heiße Ebene. Der Klimaunterschied ist schon heftig.

Auf einer großen Raststätte machen wir Pause. Die unterscheidet sich nicht großartig von den Raststätten in Europa. Hier findet mach auch nur die wohlhabenden Reisenden. Matatus sucht man vergebens. Dafür halten hier die großen Überlandbusse. Einer hubt als ich direkt daneben stehe; 😈 solch eine laute Hupe habe ich noch nie gehört. Das ist schon Körperverletzung und wäre in dieser Lautstärke in Europa sicher nicht erlaubt.

Überall blühen die Flammenbäume. Leuchtende Farbtupfer in einer ansonsten ausgedörrten Landschaft.

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Die Fähre über den Pangani River will gerade ablegen, wartet dann aber noch, bis auch wir an Bord sind.

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Ich muss feststellen, dass die Arretierung des Scheibenwischers sehr schwach ist. Bei Wellblech, oder Speed-Riffeln schaltet er sich häufig von selbst an. Je nach Situation kann das mehr als nur nervig sein.

Gegen 15:00Uhr erreichen wir das Beach Crab Resort, für mich der Inbegriff eines Südseeparadieses.

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Den Campingbereich haben wir komplett für uns allein, so dass wir uns die schönsten Plätze aussuchen können. Im Schatten unter Bäumen, mit Blick auf dass nur wenige Meter entfernte Meer.

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Es gibt ein neues Waschhaus und das Leitungswasser ist nicht mehr so salzig, da ein neues Bohrloch weiter im Landesinneren in Betrieb genommen wurde.

Schnell baue ich das Zelt auf und springe dann gleich ins Meer. Das Wasser selbst stellt keinerlei Abkühlung dar. Die stellt sich erst beim Verlassen des Wassers durch die Verdunstungskühle ein.

Danach mache ich noch einen kleinen Strandspaziergang. Ein bisschen Bewegung tut gerade an den langen Fahrtagen besonders gut.

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Ich nehme mir dabei auch die Zeit, auf Fotopirsch nach den scheuen namensgebenden Strandkrabben zu gehen. Sowie man nur in ihre nähe kommt verschwinden sie in Ihren Löchern. Ich lege mich direkt neben ein Loch, in dem eine der flüchtenden Krabben verschwunden ist und dann heißt es Geduld zu haben. Ich werde aber belohnt und bekomme die Krabbe formatfüllend vor die Linse

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Da ich bei dem Spaziergang auch an der Bar vorbei komme, gönne ich mir erst einmal ein Kaltgetränk. Damit kann unser Kühlschrank nämlich nicht dienen, was bei den hier herrschenden Temperaturen ziemlich ärgerlich ist.

Zum Abendessen gehen wir ins Restaurant. Es gibt ein sehr leckeres Fisch-Curry. Die Portionen sind so großzügig, dass hinterher noch nicht einmal mehr ein Absacker reinpasst. Trotzdem sitzen wir noch lange vorm Zelt. Jetzt sich die Temperaturen angenehm, denn es weht eine leichte Brise vom Meer.
Teil 624. Feb. 2017
5.Tag (Mi. 28.12.2016)
Ushongo Beach – Bagamoyo
144km


Die Nacht habe ich nicht gut geschlafen. Die Stelle an der ich das Zelt aufgebaut hatte war nicht optimal. Zwar hatten wir Schatten und einen traumhaften Blick aufs Meer, dafür ging es aber zum Kopfende hin leicht bergab. Damit ich gut schlafe, muss der Kopf eher etwas höher liegen. Den Rest der Reise werde ich darauf besonders achten.

Beim Frühstück müssen wir gut auf unsere Lebensmittel achten und ich lege auch lieber die Schleuder als Warnung auf den Tisch. Grund dafür ist die Gruppe Meerkatzen, die uns nicht aus den Augen lässt und auf einen Moment der Unachtsamkeit lauert.

Wir wählen den direkten Weg durch den Saadani National Park. Kostet uns zwar den Eintritt, aber ansonsten müssten wir einen Umweg von mehreren Stunden hinnehmen. Der Park ist genauso tierarm, wie vor 4 Jahren. Absolut tote Hose.

Gegen Mittag erreichen wir Bagamoyo und suchen uns einen schönen schattigen Platz zum zelten. Die Wiese ist riesig und wir sind die einzigen Camper. So haben wir die freie Auswahl.

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Bereits beim einchecken haben wir nach einem Guide für eine Stadtführung durch die koloniale Altstadt gefragt. Wir haben kaum die Zelte aufgebaut, da stellt sich Tobias vor. Mit ihm werden wir die Stadt erkunden. Wir verabreden uns für 16:00Uhr.

Bis es losgeht verbringen wir einen chilligen Nachmittag auf der Campsite und am Strand vor der Campsite. Hier am Stadtrand ist natürlich sehr viel mehr los, als am einsam gelegenen Beach Crab Resort. Dafür gibt es auch mehr zu sehen.

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Das Lodgegelände selbst ist parkähnlich angelegt und es finden sich jede Menge exotischer Planzen.

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Wer kann mir sagen, um war für eine Frucht es sich bei diesem prächtigen Exemplar handelt? Ich habe so etwas vorher noch nie gesehen. Es ist eine Padanus (danke Strelizie).

Pünktlich um 16:00Uhr ist Tobias wieder da. Die Altstadt ist ziemlich runtergekommen und strahlt einen morbiden Charme aus. Ich mag so etwas ja sehr gerne. Das ist nicht so steril und lässt einen das Alter der Gebäude anschaulicher werden. Viele Häuser sind dem Verfall Preis gegeben. Vor allem die Häuser in privatem Besitz.

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Die öffentlichen und religiösen Gebäude sind da schon besser gepflegt.

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Die alte deutsche Boma wird gerade frisch renoviert.

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Aber wir schauen uns nicht nur alte Gebäude an, sondern besuchen auch den Fischereihafen. Darunter darf man sich aber keinen Hafen im klassischen Sinne vorstellen. Hier gibt es keine Kaimauern, Piers oder ähnliches. Der Hafen ist lediglich ein Stück Strand vor dem die Fischerboote vertäut sind und an dem der Fang angelandet und sofort verkauft wird. Was sich nicht sofort verkaufen lässt, wird gleich vor Ort weiter verarbeitet und mittels trocknen und räuchern haltbar gemacht.

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Danach gehen wir weiter zur alten Karawanserei. Dies ist ein vorkoloniales Gebäude, in dem die arabischen Sklavenhändler ihre „Ware“ vor der Verschiffung gefangen hielt. Heute befindet sich hier ein kleines Museum.

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Auf dem Weiterweg kommen wir noch an einem Fußballplatz vorbei, auf dem sich Sportler und Kühe den Rasen teilen. Solch ein Bild würde ich gerne mal bei uns in Deutschland sehen.

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Als es anfängt zu dämmern sind wir am anderen Ende der Stadt. Die Zeit verging viel zu schnell, denn Tobias war ein sehr guter Guide, der viel zu erzählen wusste. Wir gehen noch bis zum direkt am Strand gelegenen alten deutschen Friedhof und nehmen uns von dort ein Taxi zurück zur Lodge.

Zum Abendessen gehen wir ins Restaurant der Lodge. Wie es sich hier an der Küste gehört, entscheiden wir uns alle für Fisch oder Seafood.

Meine mit dem Hinflug begonnene Erkältung hat sich inzwischen leider ziemlich verstärkt und ich bin die ganze Zeit am bellen. Ziemlich nervig für mich und meine Mitreisenden.
Teil 728. Feb. 2017
7.Tag (Do. 29.12.2016)
Bagamoyo – Dar es Salam
79km


Hier an der Küste kühlt es nachts so gut wie gar nicht ab. Dazu ist es extrem schwül. Ich kann mich nicht daran erinnern nachts schon einmal so geschwitzt zu haben, wie in dieser Nacht. Es ist, als hätte ich in einer Badewanne übernachtet.

Beim Frühstück können wir eine Hauskatze beobachten, die versucht eine Zebramanguste zu fangen, jedoch keinen Erfolg hat.

Kurz vor den Außenbezirken von Dar es Salam finden wir am Straßenrand einen sehr gut sortierten Obst- und Gemüsestand, an dem wir uns für die Nächte im/am Selous mit Frischware eindecken können.

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Als wir Dar es Salam dann erreichen, kommt ein kurzer aber sehr heftiger Schauer über uns runter. Die Kanalisation ist in kürzester Zeit überfordert und zahlreiche Straßen überflutet, so dass sie zumindest für normale PKW nicht mehr passierbar sind. Oftmals treibt auf den Fluten ein großer Müllteppich.

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Während unsere Fahrspur frei befahrbar war, ist die Gegenspur durch die Wasser- und Müllmassen unpassierbar.

Unser erstes Ziel ist die Mlimani City Shopping Mall. Ein riesiges Einkaufzentrum, welches man so eher in Europa oder Nordamerika vermuten würde. Aber auch in Tansania gibt es genug wohlhabende Menschen, um einen solchen Konsumtempel auszulasten. Hier erstehen wir die restlichen haltbaren Lebensmittel für den Rest der Reise. Anschließend geht Kathrin noch shoppen, denn Sie hat zu Hause beim packen alle Ihre Shorts vergessen, und nur ihre Zip-Hosen eingepackt. Nicht so gut bei den hohen Temperaturen vor Ort.

Dann fahren wir direkt zur Kivukoni-Ferry, die uns über die Hafeneinfahrt zum South Beach übersetzen wird. Diesmal haben wir Glück und nur eine sehr kurze Wartezeit. Dass kennen wir auch anders. Im Auto darf nur der Fahrer bleiben, so dass die anderen zum Passagier-Terminal gehen müssen, wo ein ordentliches Gedrängel herrscht. Mir will derweil ein Straßenhändler irgendwelche billigen Werkzeug-Tools aus China andrehen. Als ich ihm mein Gerber-Tool zeige weiß er, dass er hier kein Geschäft machen wird, lacht freundlich und geht zum nächsten Wagen.

Insgesamt war die Durchquerung von Dar es Salam wieder vollkommen unproblematisch. Im Gegensatz zu vielen andern Metropolen in Afrika wird hier sehr entspannt und rücksichtsvoll Auto gefahren. Kein drängeln, kein hupen.

Die Campsite des Kipepeo Resorts ist seit dem letzten Mal auch nicht schöner geworden, aber die Lage ist günstig und die Sanitäranlagen sauber.

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Im Wasser schwimmt leider viel Seegras, so dass ich aufs baden verzichte. Ich finde es fühlt sich unangenehm an, durch Seegras zu schwimmen.

Abends gehen wir zum Fisch essen ins Restaurant, was wieder sehr lecker ist. Ein weiterer Pluspunkt dieser Unterkunft. Es ziehen Gewitterwolken über dem Meer auf und nach dem Essen setze ich mich noch eine Weile an den Strand und beobachte das Wetterleuchten in der Ferne.

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Teil 803. März 2017
7.Tag (Fr. 30.12.2016)
Dar es Salam – Selous Game Reserve
236km


Früh aufstehen – frühstücken - Zelt abbauen – Abfahrt. Alles schon Routine. Auf direktem Weg geht es zum Selous Game Reserve.

Wir sind noch nicht lange unterwegs, da werden wir von der Polizei gestoppt. Man präsentiert mir ein Foto, aus dem ersichtlich ist, dass ich 57km/h gefahren bin. Der Clou ist, dass die Messung 5m hinter dem Verkehrsschild mit der Geschwindigkeitsbegrenzung war. Die Wegelagerer nutzen hier jedes Schlupfloch um abzukassieren.

Unterwegs decken wir uns noch mit Tomaten und Limetten ein. Damit ist das Frühstück und der GinTonic gesichert.

Wie die Tage vorher, gibt es auch heute am späten Vormittag einen heftigen Regenschauer. Da wir inzwischen auf unbefestigter Piste unterwegs sind, hat der Wagen jetzt auch die für Afrika typische Patina. Die Tourguides waschen ja gefühlt täglich ihre Fahrzeuge, ich habe da im Urlaub besseres zu tun. So wird der Wagen von Tag zu Tag dreckiger. Allerdings muss ich ständig irgendwelche Menschen abwimmeln, die sich mit dem Waschen des Wagens ein paar Dollar verdienen wollen.

Da das Selous Game Reserve sehr teuer ist, wollen wir erst morgen das Gate passieren und suchen uns deshalb in der Nähe des Mtemere Gates eine Unterkunft. Die Auswahl ist recht groß. Zunächst versuchen wir es beim Seluos River Camp, da dies am nächsten zum Gate liegt. Die Campsites liegen aber mitten im dichten Busch, ohne jede Aussicht. Das mag ich gar nicht. Ich muss den Blick schweifen lassen können. So fahren wir weiter zum Hippo Camp, wo wir schon beim letzten Mal übernachtet haben. Hier steht man sehr schön direkt am Ufer des Rufiji.

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Nachmittags machen wir eine Bootsfahrt auf dem Fluss. Der Preis beträgt 25,-US$ pro Person. Hedda schafft es ein Arrangement 4 Personen zum Preis von 3 heraus zu handeln. Vom Wasser aus sieht man die schöne Lage des Camps.

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In erster Linie geht es bei der Bootstour um das Beobachten von Vögeln. Zunächst kommen wir zu einer großen Kolonie Webervögel, die eine ganze Schilfinsel in Beschlag genommen haben. Hier gelingt mir kein einziges akzeptables Foto. Die Viecher halten einfach nicht still und wenn doch bringen die vielen Schilfhalme den Autofocus durcheinander. Da sind die Kingfisher und Bienenfresser wesentlich einfacher zu fotografieren, wenn sie auf ihrem Ansitz auf Beute warten.

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Neben den Vögeln sehen wir auch Krokodile und Warane.

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Da die Bootstour außerhalb des Nationalparks stattfindet, ist das Ufer auch relativ dicht besiedelt. Wir sehen viele Einheimische beim Fischfang, Wasser holen oder waschen. Es liegen viele Einbäume am Ufer vertäut.

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Als sich die Sonne so langsam dem Horizont nähert, begeben wir uns in Flussmitte und fahren flussaufwärts.

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Nach rund einer viertel Stunde kommen wir zu einer Sandbank, auf der wir aussteigen und uns die Füße vertreten können.

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Direkt vor der Sandbank liegt eine laut prustende Herde Hippos im Wasser. Beim Ausatmen der Tiere schillert eine Aerosolwolke im Gegenlicht.

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Die Sonne sinkt immer tiefer und das Licht wird immer besser. Unser Guide holt den Sundowner hervor und wir genießen den Augenblick

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So breit der Rufiji auch ist, überwiegend ist er sehr flach und so kommt es, dass wir uns auf dem Rückweg festfahren. Der Mechanismus mit dem man den Außenborder hochklappen kann ist kaputt und jetzt steckt der Motor im Grund. Unser Skipper macht und tut. Er steigt sogar aus und versucht uns zu ziehen. Es nützt alles nichts. Wir kommen erst frei, als uns ein anderes Boot zur Hilfe kommt und uns
frei schleppt.

Nach Sonnenuntergang setzt eine wahre Insektenplage ein. Kochen und Essen ist erst möglich, nachdem ich unsere Akkulampe auf volle Leistung gestellt und hoch in den Baum über uns gehängt habe. Das sorgte dafür, dass unsere auf ganz schwach eingestellten Kopflampen von den Insekten nicht wahrgenommen wurden.
Teil 908. März 2017
8.Tag (Sa. 31.12.2016)
Selous Game Reserve
83km


An diesem Morgen sind wir richtig früh losgefahren, um zeitig mit dem Gamedrive beginnen zu können, nur um dann am Gate ausgebremst zu werden.

Man hat ein neues Bezahlsystem eingeführt, von dem ich trotz intensiver Vorbereitung auf die Reise noch nicht einmal eine Andeutung gehört hatte. Der Eintritt muss vorher auf einer Bank eingezahlt werden und am Gate muss dann nur noch der Überweisungsbeleg als Legitimation vorgelegt werden. Der Zug ist für uns natürlich abgefahren, denn die nächsten Banken befinden sich in Dar es Salam und werden aufgrund der Feiertage auch frühestens in 2 Tagen wieder öffnen. Glücklicherweise kennt man in Afrika so etwas wie eine strickte Zurückweisung nicht. Es wird wie immer ein großes Palaver veranstaltet, bei dem das Ziel ist, die Interessen aller Beteiligter zu berücksichtigen - Kathrin mitten drin. So wird viel diskutiert und telefoniert. Nach einer Stunde konnten die Ranger am Gate dann das OK ihrer Vorgesetzten verkünden, dass wir ausnahmsweise in Bar bezahlen dürfen. Bargeld hatten wir ausreichend und so wechselten stolze 800US$ für zwei Tage plus Camping den Besitzer. Das Selous Game Reserve ist einer der teuersten Parks in Tansania.

Endlich konnten wir auf Gamedrive starten. Erstes Ziel ist die vom Rufiji gespeiste Seenlandschaft, die schon kurz hinter dem Gate beginnt. Ein Traum, der ein wenig ans Okavango-Delta erinnert. An Tieren dominieren hier die Hippos. Die Seen quellen schier über vor den Tieren. Auch jeder Menge Krokodile liegen im Uferbereich.

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Im und am Wasser finden sich darüber hinaus jede Menge Vögel.

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Die Tiere an Land sind wie gehabt sehr scheu. Da hat sich in den letzten 4 Jahren nichts geändert. Hauptursache dürfte dass massive Wildererproblem sein. Es dominieren ganz klar die Giraffen. So viele von Ihnen trifft man sonst nirgends und Kathrin ist glücklich überall Ihre Lieblingstiere zu entdecken. Leider ergreifen sie sofort die Flucht, wenn man sich ihnen nähert.

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Diese Giraffen konnten wir nur deshalb so nah fotografieren, weil sie zwischen Büschen, See und unserm Auto eingekeilt waren und keinen Fluchtweg mehr hatten.

Die Wilderei auf Elefanten soll im Selous GR besonders heftig sein. Wir sahen den ganzen Tag nur einen einzigen Elefanten aus der Ferne. Vor 4 Jahren haben wir noch zahlreiche große Herden beobachten können. 🙁

Gegen Mittag steuern wir die Campsite am Lake Tagalala an. Die Navigation im Park ist trotz T4A auf dem Navi nicht einfach, da es keine Landkarten vom Park gibt und auf T4A längst nicht alle Pisten erfasst sind. Fahrtechnisch waren die Ansprüche unproblematisch, da alles trocken war.

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Auf der Campsite hat sich einiges gegenüber vor 4 Jahren verändert. Es wurde eine dritte Lapa errichtet und unter den Lapas stehen jetzt Tische und Bänke. Außerdem wurde ein Waschhaus errichtet. Es gibt im Waschhaus auch Wasser, jedoch war der Wassertank vollkommen veralgt, so dass das Wasser knallgrün war und man es noch nicht einmal zum duschen nutzen konnte. Man ist also weiterhin auf die Mitnahme ausreichender Wasservorräte angewiesen.

Außer uns war niemand auf der Campsite und wir konnten uns die schönste Lapa aussuchen. Durch die Büsche hindurch konnten wir den Lake Tagalala sehen, auf dessen Hochufer die Campsite liegt. Da wir ohne Frühstück gestartet sind, haben wir alle ordentlich Hunger. Danach ist Siesta angesagt. Bei der enormen Hitze sind wir dankbar für diesen schönen schattigen Platz.

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Unser Gamedrive am Nachmittag führt uns an die Ufer des Lake Tagalala und zu den kleinen weiter südlich gelegenen Seen. Großwild sehen wir in dieser Region so gut wie gar nicht. Nur direkt an den Ufern ist etwas los.

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Achtet mal darauf, was hier vor den Krokodilen im Wasser liegt. Ist mir auch erst auf dem Foto aufgefallen.

Zwischendurch machen wir einen Abstecher zu den westlich des Lake Tagalala gelegenen Hotsprings. Vom Parkplatz läuft man noch 100m durch dichten Busch und steht dann vor dieser kleinen grünen Oase inmitten der ansonsten verdorrten Landschaft. Während Hans & Hedda die Gelegenheit zum baden nutzen, können Kathrin und ich uns nicht dazu überwinden, bei den hohen Temperaturen ins heiße Wasser zu steigen.

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Vogelliebhaber kommen im Selous Game Reserve wahrscheinlich eher auf Ihre Kosten, als andere Besucher, da die Vögel hier nicht scheuer sind als anderswo. So bin auch ich auf dem Gamedrive hauptsächlich beschäftigt Vögel zu fotografieren, auch wenn ich da mit den Profis hier im Forum nicht mithalten kann.

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Zum Sundowner fahren wir ans Seeufer direkt unterhalb der Campsite, wo wir zusammen mit vielen lautstarken Hippos den Tag beenden. Leider müssen wir mit lauwarmen Bier anstoßen, da der Kühlschrank seine Arbeit inzwischen vollständig eingestellt hat.

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Aufgrund des defekten Kühlschranks steht auch noch einiges an unangenehmen Arbeiten an, bevor ich mit der Zubereitung des Abendessens beginnen kann. Unsere gesamte Butter ist geschmolzen. Bevor sie sich vollständig im Kühlschrank verteilt, kann ich einen Großteil retten und in eine Frühstücksbox umfüllen. Eine ganz schön schmierige Angelegenheit.

Zum Abendessen mache ich dann einen Schweizer Wurstsalat. Eigentlich ganz lecker, aber mit kalten Zutaten aus dem Kühlschrank wäre es sicher noch viel leckerer gewesen.

Nach den Abendessen können wir immer wieder ein Genet beobachten, wie es um unsere Campsite schleicht. Zwischen unseren Füßen wuseln immer wieder große Tausendfüßler und kleine Walzenspinnen umher, so dass man gut aufpassen muss, wohin man tritt.

Schon lange vor Mitternacht liegen wir alle im Zelt. Sylvester findet dieses Jahr ohne uns statt.

Vom in allen Reiseführern genannten obligatorischen Ranger, den man als Askari für die Campsite braucht, war vor Ort nie die Rede. Wir waren auch die Nacht über ganz allein auf der Campsite.
Teil 1010. März 2017
9.Tag (So. 01.01.2017)
Selous Game Reserve – Kisaki
125km


Die Nächte hier im Selous sind brutal heiß. Unglaublich was man hier über Nacht an Flüssigkeit verliert.

Heute Vormittag wollen wir die Gegend zwischen Lake Manze und Lake Nzelakela bis hinunter zum Rufiji erkunden. Die Gegend zeigt sich recht tierreich, aber durch die große Fluchtdistanz verzichte ich weitgehend aufs fotografieren und banne die Eindrücke lieber auf meine interne Festplatte anstatt mich zu ärgern, dass mir die Viecher immer aus dem Bild rennen. Wir sehen auch ein paar Elefanten.

Der Rufiji teilt sich in diesem Bereich in mehrere Arme auf und bildet ein kleines Binnendelta. Als wir den nördlichsten Arm erreichen, ist dieser bis auf ein paar schlammige Tümpel vollkommen ausgetrocknet. Der Schlamm scheint im ersten Eindruck zu kochen, es sind jedoch tausende Welse, die hier eingeschlossen sind. Das haben natürlich auch die Pelikane mitbekommen, für die hier ein Festmahl bereit steht. Zu hunderten belagern sie die Tümpel. Für so leichte Beute beschmutzen sie auch gerne mal ihr weißes Gefieder mit Schlamm.

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Etwas weiter kommen wir zu einem schönen Aussichtspunkt an der Abbruchkante des Hochufers. Hier kann man mal den Blick etwas über die flache Landschaft schweifen lassen.

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Da die Seen alle vom Rufiji gespeist werden, ist deren Wasserstand ebenfalls sehr niedrig und sie weisen derzeit alle einen sehr breiten Uferstreifen aus getrocknetem Schlamm auf. Hier halten sich viele Tiere auf und man hat gute Beobachtungsmöglichkeiten. Wir sehen die erste Hyäne dieser Reise. Die ist aber zügig unterwegs und nicht bereit für ein Foto zu posieren.

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Als es immer heißer wird, machen wir uns auf den Rückweg ins Camp und sind um 11:00Uhr zurück. Jetzt erst einmal ein schöner Brunch, dann Siesta und danach wird gepackt. Inzwischen haben wir schon Routine und es ist erstaunlich in welch kurzer Zeit unsere Gepäckmassen im Auto verschwinden. Inzwischen haben wir auch das ideale Packsystem gefunden, so dass nichts mehr klappert und scheppert. Außer ein Paar durchgescheuerte Bierdosen haben wir auch keine Verluste zu beklagen.

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Um 14:00Uhr brechen wir auf. Entlang des Beho Beho River fahren wir zum Matambwe Gate. Hier hat es anscheinend schon ein wenig geregnet, denn erstes zartes Grün sprießt aus dem Boden. Es sind viele Gnus und Giraffen in der Gegend unterwegs.

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Am Gate erfahren wir, dass die für morgen geplante Strecke über den Shortcut direkt zum Mikumi National Park nicht mehr zu befahren ist. Mehrere heftige Regenzeiten haben der ohnehin anspruchsvollen Strecke so sehr zugesetzt, dass sie jetzt unpassierbar ist. Gut, dass wir nachgefragt haben, denn am Abzweig des Shortcuts steht sogar ein Schild „ Mikumi 144km“, aber kein Hinweis, dass die Strecke nicht mehr passierbar ist. Das kann schnell mal böse enden, denn die Strecke ist extrem einsam und es gibt keinen Handyempfang.

Mein Fazit zum Selous Game Reserve ist sehr zwiegespalten. Einerseits ist die Landschaft eine der schönsten in ganz Tansania. Man begegnet kaum anderen Touristen. So ein Gefühl von Wildnis hat man nur noch in sehr wenigen Gegenden des Landes. Sehr ärgerlich sind dagegen die extrem hohen Preise und die große Scheu der Tiere. Insgesamt haben wir auch deutlich weniger Tiere gesehen als vor 4 Jahren. Wir wollen auf jeden Fall wiederkommen, allerdings erst, wenn die Preise günstiger werden, oder das Problem der Wilderei gelöst wird. Letzteres wäre uns erheblich lieber, dann zahlen wir auch gerne die hohen Preise.

Wir errichten unsere Zelte im Selous Mbega Kisaki Annex Camp (was für ein Name). Hier waren wir schon vor 4 Jahren und die Duschen sind noch genauso gut, wie wir sie in Erinnerung haben. Ein Genuss nach 2 Tagen Hitze, Schweiß und Staub.

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Hedda kocht und ich habe frei. Hedda und ich wechseln uns beim kochen ab. Kathrin und Hans sind für den Abwasch zuständig.
Teil 1114. März 2017
10.Tag (Mo. 02.01.2017)
Kisaki – Mikumi
265km


Das wird ein Scheißtag. Das steht schon 30 Sekunden nach dem Aufwachen fest, als ich vergeblich meine Hose suche und den geöffneten seitlichen Reißverschluss am Zelt sehe. Nachts müssen sich Diebe ans Zelt geschlichen haben und während ich schlief den Reißverschluss geöffnet und die direkt darunter liegende Hose gegriffen haben. Mit der Hose ist mein Portemonnaie weg, d.h. ein viertel unserer Bargeldreserven, meine Visa und Maestro-Karte sowie Perso und Führerschein. Es hätte allerdings noch schlimmer kommen können. Normalerweise war auch der Autoschlüssel in der Hose und nur weil gestern noch einer von uns kurz an den Wagen musste, nachdem ich schon im Zelt lag, war es diese Nacht anders. Der Dieb hätte zwar mit Sicherheit den Wagen nicht gestohlen und noch nicht einmal leise das Fahrzeug öffnen können, aber der Schlüssel wäre weg gewesen und wir hätten ein paar Tage hier festgesessen. Auch mein Smartphone ist noch da, da es zwischen uns lag. Unsere wichtigsten Dokumente (Reisepass und internationaler Führerschein) sind sowieso sicher separat gelagert. Am meisten ärgere ich mich über mich selbst. Selbstverständlich habe ich schon von dieser Art Diebstähle gehört und früher haben wir auch entsprechend Vorsorge getroffen. Über 20 Jahre Reisen in Afrika, ohne dass etwas passiert ist, haben uns aber sorglos werden lassen. Das wurde jetzt bestraft und wir deponieren jetzt auch unsere Wertsachen wieder unter den Isomatten, wo keiner ran kommt, wenn wir darauf schlafen.

Der Camp-Manager und der Askari machen einen rat- und hilflosen Eindruck. Angeblich ist so etwas hier bislang noch nie vorgekommen. Nach dem Frühstück begleiten uns die beiden zur Polizeistation des Dorfes. Die hätten wir ansonsten auch niemals gefunden. Es ist eine armselige Baracke in einer Seitenstraße. Einen Hinweis, dass es sich um eine Polizeistation handelt, sucht man vergeblich. Der Askari wird gleich in die Gemeinschaftszelle der Station gesperrt. Als deren Tür geöffnet wird, weht ein strenger Uringeruch durch die Wache. Nähere Details über die Zelle will man gar nicht wissen. Ob das Einsperren des Askaris nur Aktionismus uns gegenüber ist, oder ob die Massai, die in dieser Region eine Minderheit sind, unter Generalverdacht stehen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Danach wird über eine Stunde lang eine Kladde nach der anderen mit unserer Anzeige und dem Sachverhalt gefüllt. Nachdem mehrere Seiten Papier handschriftlich gefüllt wurden, reißt der Polizist einen Fetzen braunes Packpapier von einem größeren Bogen ab, schreib eine Nummer darauf und versieht das ganze mit Stempel und Unterschrift. Das ist das Aktenzeichen, unter dem wir in einigen Tagen auf der Regionalwache in Morogoro eine Kopie des Berichts erhalten können. Man gut, dass die gestohlenen Sachen sowieso nicht über die Reisegepäckversicherung versichert sind, denn es wäre sicher ein Spaß geworden, wenn ich der Versicherung den Papierfetzen vorgelegt hätte.

Jetzt kann es endlich weiter gehen, allerdings nur für 20km. Dann höre ich veränderte Abrollgeräusche von hinten rechts und stelle fest, dass wir dort einen Platten bekommen. Reifenwechsel sind für mich Routine und so ist der Wagen schnell neu besohlt. Allerdings muss ich feststellen, dass beide Reservereifen einen viel zu niedrigen Luftdruck aufweisen. So geht es zunächst sehr vorsichtig weiter bis ins nächste Dorf. Dort stehen wie üblich die Piki Piki-Fahrer unter einem großen Baum und warten auf Kundschaft. Wir fragen, ob einer eine Luftpumpe hat und haben Glück. Der Besitzer der Pumpe lässt es sich nicht nehmen, persönlich zu Pumpen und langsam aber sicher nimmt der Reifen eine akzeptable Form an. Irgendwann ist dann die Pumpe überfordert und mit einem lauten Knall platzt der Schlauch der billigen Chinaware. Wir geben ihm 10US$ für seine Hilfe und eine neue Pumpe und er scheint damit zufrieden zu sein. So ist allen geholfen.

Die Piste verlässt langsam die Ebene und führt durch die Uluguru Mountains. Dabei verändert sich die Landschaft komplett. Die verdorrte Vegetation wird durch dichten grünen Bergwald ersetzt. Um die Dörfer herum sieht man bestellte Felder. Immer wieder ragen bizarre Felsen aus dem Dickicht. Schade, dass wir schon so unter Zeitverzug stehen und deshalb durchfahren müssen, anstatt Pausen zu machen, um zu schauen und zu fotografieren. Motive hätte es sicher reichlich gegeben. Die Straße ist teilweise asphaltiert, weist aber zahlreiche tiefe Schlaglöcher auf, so dass man nur langsam vorankommt. Bergauf kommt unser schwerer Wagen auch nicht sonderlich schnell voran.

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In Morogoro hat uns dann die Zivilisation wieder. Wir können tanken, Luftdruck checken und Bargeld am ATM ziehen. Was uns nicht gelingt ist Lebensmittel einzukaufen. Es ist unglaublich, das eine Distrikthauptstadt an der wichtigsten Verkehrsachse des Landes und mit 250.000 Einwohnern noch nicht einmal einen kleinen Supermarkt aufweist.

Als Übernachtungsziel für den heutigen Tag haben wir uns für die Tan-Swiss Lodge in Mikumi entschieden. Bevor wir dort ankommen führt die Straße noch durch den Mikumi National Park. Auf der Transitstrecke muss man keinen Eintritt zahlen, darf aber auch nicht anhalten. So sehen wir zwar viele Tiere, verzichten aber auf das Fotografieren. An der Straße stehen Schilder mit Tarifen, was das Überfahren der verschiedenen Tierarten kostet. Bei einem Baboon kommt man mit 120US$ noch relativ günstig davon; ein Elefant reißt mit 15.000US$ schon ein größeres Loch in die Reisekasse.

Die Tan-Swiss Lodge ist super gemanagt. Da funktioniert alles reibungslos. Die Campsite liegt im hinteren Teil, so dass man von der Straße kaum etwas hört. Flammenbäume spenden Schatten. Mit Pools hab ich es nicht so, aber alle die Spaß am baden haben, kommen hier in der Lodge voll auf ihr Kosten.

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Zum Abendessen geht’s ins Restaurant der Lodge. Ist nix dolles, aber der Service ist schnell und freundlich. Am wichtigsten ist aber, dass es kaltes Bier gibt.
Teil 1221. März 2017
11.Tag (Di. 03.01.2017)
Mikumi – Iringa
202km


Während sich die anderen um den Abbau des Camps kümmern, fahre ich nach Mikumi zu einem Reifen-Fundi, der unseren kaputten Reifen flicken soll. Die Empfehlung habe ich in der Lodge bekommen, die dort auch die Reifen ihrer Fahrzeuge flicken lässt. Der Reifen ist schon so verschlissen, dass er sich nicht mehr flicken lässt, sondern ein Schlauch eingezogen werden muss.

Durch das Baobab Valley führt uns dann die sehr schöne Strecke entlang des Ruaha River. Nach dem Verlassen des Tals führt uns eine recht steile Paßstraße hinauf ins Hochland von Iringa. Die Paßstraße gilt als eine der gefährlichsten Strecken Tansanias und so kommen wir auch an einigen Wracks verunglückter LKWs vorbei.

Schon kurz vor Mittag erreichen wir das Rivervalley Camp welches einige Kilometer südlich von Iringa liegt. In manchen Reiseführern wird das Camp auch Little Ruaha Camp genannt. Es handelt sich dabei um ein und dasselbe Camp. Zu unserer großen Freude und Überraschung werden wir gleich von dem großen schwarzen Schmusehund begrüßt, der uns schon vor 4 Jahren Gesellschaft leistete. Er war damals schon nicht mehr der Jüngste und da Hunde in Afrika allgemein nicht so alt werden, hätten wir niemals vermutet, dass er noch lebt. Unsere Zelte schlagen wir auf einer schönen grünen Wiese unter großen Schattenbäumen auf.

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Nach einem kurzen Mittagssnack machen wir uns auf den Weg nach Iringa. Wir haben uns auf der Campsite nach einem Fundi für Kühlschränke erkundigt und auch eine Empfehlung bekommen. Nur dank dieser Empfehlung finden wir den Fundi überhaupt, denn die Werkstatt liegt in einer Seitengasse und ist nicht beschildert. Einzig ein paar vor der Tür stehende Kühlschränke lassen erahnen, welchem Handwerk man hier nachgeht. Man nimmt sich sofort unseres Engel-Kühlschrankes an. Wir müssen zunächst einiges im Wagen umräumen, um den Kühlschrank auszubauen und dann machen sich die beiden Handwerker sofort an die Fehlersuche. Sie stellen fest, dass Kühlmittel fehlt und dass ein Kabel sich gelöst hatte. Das erklärt, weshalb der Kühlschrank erst schlecht und dann gar nicht mehr funktioniert hat. Nach einer Stunde ist unser Fahrzeug wieder mit einem funktionierenden Kühlschrank ausgestattet. Die Rechnung beläuft sich auf 60.000TSH. Jetzt können wir auf erfrischende Kaltgetränke im heißen Ruaha National Park hoffen.

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Danach kümmern wir uns um einen Teil der Einkäufe für die Tage im Ruaha National Park. Hier in Iringa gibt es einen kleinen, aber gut sortierten Supermarkt, wo wir alles an Getränken und Lebensmitteln für die nächsten Tage einkaufen. Einzig Obst und Gemüse werden wir morgen früh auf dem Markt kaufen.

Den Nachmittag verdaddeln wir dann gemütlich auf der Campsite. Es fängt zwischenzeitlich leicht zu tröpfeln an und kühlt so weit ab, dass ich mir das erste Mal seit einer Woche eine dünne Jacke überziehe.

Abends gehen wir ins Restaurant der Camps. Wie beim letzten Mal gibt es Buffet. Es ist einfach, aber lecker. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut.
Teil 1323. März 2017
12.Tag (Mi. 04.01.2017)
Iringa – Ruaha National Park
175km


Als erstes geht es heute auf den Markt nach Iringa, um uns für die drei Tage im Ruaha National Park mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen. Da wir uns in Ostafrika überwiegend vegetarisch ernähren, kommt da einiges zusammen.

Die Strecke zum Ruaha National Park ist von vielen Dörfern und einfacher Landwirtschaft geprägt. Verwundert sind wir, dass in dieser trockenen Region häufig Nassreis angebaut wird. Wir verlassen dabei das Hochplateau auf dem Iringa liegt und kommen in tiefer gelegene Regionen, in denen es auch wieder deutlich heißer ist. Die Piste ist zum Teil übelstes Wellblech. Das hat Folgen, denn als wir am Gate ankommen, müssen wir feststellen, dass unser Kühlschrank erneut den Dienst quittiert hat. 😈

Hier am Gate nehmen sie es ganz genau. Solange ich nach Tansania reise, werden die normalen Safari-Geländewagen immer in die Klasse bis 2.000kg eingestuft. So wenig wiegen die Fahrzeuge natürlich schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Hier im Ruaha werden wir erstmals in die nächst höhere und damit auch teurere Klasse eingestuft. Sollte auf dieser Reise das einzige Mal sein, bei dem so verfahren wurde, aber ich bin gespannt, ob das in Zukunft um sich greift und Reisen in Tansania noch teurer macht.

Schon kurz nach dem Gate begegnen wir den ersten Elefanten. Die verhalten sich uns gegenüber aber derart aggressiv, dass wir schnell weiterfahren.

Am Picknickplatz bei der Ruaha-Brücke machen wir einen Fotostop. Von der Brücke aus hat man einen schönen Blick über das Flussbett. Der Ruaha fließt derzeit nicht und es sind lediglich noch vereinzelte Tümpel vorhanden, in denen sich die Hippos und Krokodile gesammelt haben.

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Weiter geht es auf direktem Weg zur Campsite. Diese ist traumhaft schön am Ufer des derzeit leider trockenen Ruaha gelegen. Die Campsite ist gut besucht, außer uns sind noch zwei weitere Parteien hier. Da die Campsite aber auch sehr weitläufig ist, bekommt man nicht viel voneinander mit. Ein Nachteil der Campsite ist, dass es so gut wie keinen Schatten gibt. Deshalb bauen wir zusätzlich zu unseren Zelten diesmal auch das Tarp als Schattendach auf.

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Als wir am Nachmittag zu einem ersten kleinen Gamedrive aufbrechen, hat es ziemlich zugezogen, worunter die Fotos etwas leiden. Es bleibt aber trocken.

Nur wenige hundert Meter von unserer Campsite in Richtung Park Headquarter entdecken wir ein Paar Löwen unter einem Busch. Es wäre mir schon recht, wenn die heute Abend nicht noch näher kommen.

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Danach fahren wir entlang des Ruaha in Richtung Osten. Wir müssen einige Umwege fahren, da die Tracks teilweise weggespült und nicht mehr passierbar sind. Hier haben die letzten starken Regenzeiten einige Spuren hinterlassen. Wir sehen die üblichen Verdächtigen und genießen es, in einem Nationalpark zu sein, wo die Tiere nicht gleich die Flucht ergreifen, wenn man kommt. Einzige Ausnahme sind die Elands, aber die sind überall sehr scheu.

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Durch die Bewölkung fiel der Sundowner leider aus, was angesichts der fehlenden Kaltgetränke aber auch nicht allzu schlimm war. Wir versuchen die Getränke mit Wasser zu kühlen, was angesichts der Wassertemperaturen aber auch kaum etwas bringt. Die Erkenntnis des Tages ist, das GinTonic mit reichlich Limettensaft (eine Limette je Glas) warm besser schmeckt als Bier oder Weißwein.

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Heute bin ich wieder mit kochen dran. Da wir auf dem Markt Auberginen, Paprika und Zucchini bekommen haben, mache ich Ratatouille.

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Heute gibt es mal wieder Busch-TV. Auf der Campsite liegt Feuerholz bereit und da der Untergrund aus Sand besteht, brauchen wir uns auch keine Sorgen machen, dass sich das Feuer ausbreitet.

Als es dunkel wird kommen die Insekten. Diesmal wieder sehr viele, so dass ich unsere starke Akkulampe wieder als Lichtfalle in einiger Entfernung aufstelle.

Ebenfalls mit der Dunkelheit werden auch die Löwen aktiv. Rings um unser Camp hören wir sie brüllen. Wir können mindestens 3 Parteien ausmachen und sie hören sich sehr nah an. Immer wieder leuchte ich mit der Taschenlampe die Umgebung ab. Das Gelände ist aufgrund der vielen Büsche sehr unübersichtlich, so dass ich die Löwen nicht entdecken kann. Lediglich ein paar Schakale kann ich dabei beobachten, wie sie um uns herum schleichen.
Teil 1431. März 2017
13.Tag (Do. 05.01.2017)
Ruaha National Park
128km


Heute Nacht hat unsere Wildtierkamera erstmals auf dieser Reise angeschlagen. Ein Hippo ist mitten durch unser Camp gelaufen. Wir alle haben tief und fest geschlafen und nichts davon mitbekommen.

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Wir bauen heute weder das Camp ab, noch frühstücken wir. Dafür starten wir früh zu einem ganztägigen Gamedrive im Nationalpark. Zunächst führt uns unsere Fahrt zum Unterlauf des Mdonya Sand River. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön, Tiere sehen wir aber erst einmal so gut wie keine. Unsere erste nennenswerte Sichtung ist dann ein Frankolin auf einem Findling direkt neben dem Weg, wo es sich perfekt in Pose stellt.

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Weiter geht es entlang des Mdonya Sand River, der momentan kein Wasser führt und dem Begriff Sand River voll gerecht wird. Unweit der alten Mdonya Campsite entdecke ich ein Löwenpaar, das die ersten Strahlen der Sonne genießt.

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Im weiteren Verlauf der Strecke entlang des Mdonya Sand River und auch auf der weiteren Strecke über die Mwajembe Springs zum Oberlauf des Mwagusi Sand River wimmelt es von TseTse-Fliegen. Mal mehr und mal weniger, aber immer so sehr störend, dass man keine Lust hat, bei Tierbeobachtungen länger zu verweilen. Das ist sehr schade, da es am Oberlauf des Mdonya Sand River und bei den Mwajembe Springs einiges zu sehen gab.

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Ich hätte mir auch gerne einmal eine der riesigen Ameisenstraßen, die es hier immer wieder gab, aus der Nähe angesehen, aber nicht bei der TseTse-Plage.

Je weiter wir dem Mwagusi Sand River abwärts in Richtung Ruaha River folgen umso weniger werden die TseTse-Fliegen. Nach wenigen Kilometern haben wir es hinter uns. Gerade zum richtigen Moment, denn bei einer Gruppe von Wasserlöchern hat sich eine riesige Herde Büffel versammelt. Die Rindviecher machen nur wiederwillig Platz und schon bald stehen wir mitten in der Herde und können die Tiere perfekt beobachten.

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Danach kommen wir in sehr unübersichtliches Gelände mit dichtem Busch. Ausgerechnet hier wimmelt es vor Elefanten und nach unserer gestrigen Begrüßung bevorzuge ich einen sehr respektvollen Umgang mit den Dickhäutern. Ich habe absolut kein Interesse um die Ecke zu fahren und plötzlich Aug in Aug mit einem schlecht gelaunten Elefanten zu stehen. Aus den genannten Gründen brauchen wir sehr lange für diese Passagen und es gibt auch keine Elefantenbilder. Fotos habe ich hier lieber von harmloseren Tieren gemacht.

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Suchbild - wie viele Affen seht Ihr?

Inzwischen sind wir alle hungrig und machen uns auf die Suche nach einem schönen Picknickplatz für ein verspätetes Frühstück oder ein frühes Mittagessen – das liegt allein im Auge des Betrachters. Schon bald werden wir fündig. Ein großer Schattenbaum steht inmitten einer Wiese direkt am Ufer des Mwagusi Sand River. Perfekt!

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Wir lassen uns viel Zeit, denn inzwischen ist es sehr heiß geworden und nur im Schatten des Baumes ist es noch einigermaßen erträglich. Erst als Elefanten am Waldrand jenseits der Wiese auftauchen, räumen wir lieber zusammen. Sollten sie uns zu nahe kommen, möchte ich jederzeit zurückweichen können. Sie lassen uns aber links liegen.

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Da wir nun schon zusammengeräumt haben, machen wir uns auch auf den Weg, weiter am Mwagusi Sand River entlang in Richtung Ruaha River.

Plötzlich ruft Kathrin: „Da liegt eine Giraffe.“ Ich schaue in die angezeigte Richtung und entgegne: „Die liegt nicht, die ist tot. Da steht schon ein Schakal daneben.“ Darauf schaut auch Kathrin genauer hin und meint: „Stimmt. In den Büschen ringsum liegen jede Menge Löwen:“ Ohne die tote Giraffe hätten wir die Löwen niemals in den Büschen entdeckt. Sie waren mit Ihrem Fell unter den vertrockneten Blättern der Büsche perfekt getarnt. Wir verbleiben hier eine ganze Weile und werde für unsere Geduld belohnt. Ein Löwe ist durstig und kommt zu einer Pfütze ganz in unserer Nähe. So komme ich doch noch zu ein paar weiteren Löwenfotos. Bei den in den Büschen liegenden Löwen wäre ein Foto sinnlos gewesen.

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Unser nächstes Ziel ist der Confluence point, wo der Mwagusi Sand River in den Ruaha River mündet. Derzeit nur eine riesige Sandfläche. Allerdings gibt es hier einen schattigen Hide und zahlreiche Tiere an den Ufern und in den Bäumen zu entdecken.

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Irgendwo in der riesigen Sandfläche scheint es auch noch Wasser zu geben, denn immer wieder können wir Hippos hören, ohne sie zu sehen. Dafür macht sich eine Gruppe Impalas auch den Weg, die weite Fläche zu durchqueren. Man merkt den Tieren an, dass sie sich lieber in der Deckung des Buschs aufhalten, anstatt sich schutzlos auf dieser weitern Fläche zu präsentieren.

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Als sich die Sonne so langsam dem Horizont nähert, brechen wir auf in Richtung Camp. Die Strecke führt entlang des Ruaha River und auch hier sehen wir immer wieder Tiere, es springt aber kein richtiges Fotomotiv ins Auge.

Zurück auf der Campsite will ich gar nicht glauben, was ich höre. Es zischt aus dem in Mikumi reparierten Reifen. Der war anscheinend schon so vorgeschädigt, dass auch der zusätzlich reingezogene Schlauch nichts mehr ausrichten kann. Zum Glück bin ich heute nicht fürs kochen zuständig. So kann ich den Reifen wechseln, während Hedda das Abendessen zubereitet.
Teil 1506. Apr. 2017
14.Tag (Sa. 07.01.2017)
Ruaha National Park
94km

Auch für heute ist wieder ein ganztägiger Gamedrive angesetzt, so dass wir wieder sehr früh starten. Unser erstes Ziel ist der Kimiramatonge Hill, den wir fast ganz umrunden. Schöne Landschaft, bestes Licht, aber keine Tiere.

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Unser eigentliches Ziel für den heutigen Tag ist aber der Mittellauf des Mwagusi, wo es uns schon gestern sehr gut gefallen hat. Außerdem ist hier die größte Tierdichte. Wir werden nicht enttäuscht. Vor allem Elefanten hat es jede Menge, so dass wir eine spannende Fahrt haben.

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Mal eine Frage an die vielen Birder unter Euch: Hat die kahle Stelle auf der Brust der Sattelstörche eine Funktion oder Bedeutung?

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Gestern hatten wir am gegenüber liegenden Ufer einen Picknickplatz entdeckt, der auf keiner Karte verzeichnet ist. Das ist unser Ziel zum Brunch. Der Picknickplatz ist ein paradiesischer Ort. Zwischen großen Felsen und unter hohen Bäumen direkt am Ufer gelegen und mit Tischen, Bänken und Sanitäranlagen top ausgestattet. Man kann weit das Flussbett überblicken. Was will man mehr?

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Während wir essen, sorgen mehrere Baumhörnchen für Unterhaltung, die überhaupt nicht scheu sind und darauf hoffen, dass etwas für sie abfällt. Was das Füttern von Wildtieren angeht sind wir aber sehr streng, so dass die kleinen Racker leer ausgehen.

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Im Flussbett haben sich in der Zwischenzeit zahlreiche Elefanten versammelt. Es ist ein ständiges kommen und gehen, da es hier auch einige der wenigen verbliebenen Wasserstellen gibt. Da uns der Platz gefällt und es viel zu sehen gibt, beschließen wir, die nächsten Stunden bis zum Nachmittag hier zu verbringen.

Auch für körperliche Ertüchtigung ist gesorgt, denn als ich zwischendurch kurz am Auto bin, stelle ich fest, dass der rechte Hinterreifen platt ist. Ärgerlich ist vor allem, dass wir jetzt keinen intakten Ersatzreifen mehr haben. Der Reifenwechsel selbst ist Routine und in 5 Minuten erledigt.

Wir lassen uns aber die gute Laune nicht verderben und bleiben noch eine Weile hier.

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Unser Platz hier ist so geschützt, dass wir auch bleiben, als die Dickhäuter ganz in unserer Nähe vorbei ziehen. Als Kathrin nach einer Pinkelpause das Klohäuschen verlassen will, steht sie vor einer grauen Wand, genauer gesagt vor dem Hinterteil eines großen Elefantenbullen. Nach Ihrer Aussage hätte sie den Elefanten berühren können, hat sich aber nicht getraut.

Als ein Safariwagen vorbeikommt, fragt Kathrin nach der Möglichkeit hier im Nationalpark den Reifen flicken zu lassen und tatsächlich soll es im Headquarter einen Reifenflicker geben. Da es vom Picknickplatz eine direkte Piste zum Headquarter gibt beschließen wir zunächst dort den Reifen versorgen zu lassen und anschließend eine abendliche Runde entlang des Ruaha zu drehen.

Von unseren beiden Reifen ist einer, wie schon gesagt, nicht mehr zu gebrauchen. Beim anderen handelt es sich um einen Schlauchreifen auf Sprengringfelge. Das ist glücklicherweise die ideale Kombination für einen Fundi hier im Park. Innerhalb einer halben Stunde ist der Reifen geflickt. Gefühlt am längsten dauert es, bis er mit seinem batteriebetriebenen Spielzeugkompressor den Reifen wieder gefüllt hat. Meine Mitfahrer finden das spannend und beobachten die Reparatur. Ich habe derweil etwas viel interessanteres entdeckt - die Kantine für die Nationalpark-Mitarbeiter. Hier kann ich ein eiskaltes Bier erstehen. Ein echtes Highlight, nachdem es seit Iringa nur „Heißgetränke“ gab.

Entlang des Ruaha River ist heute schon mehr los als gestern. Eine junge Giraffe zeigt überhaupt keine Scheu, was ich für ein Portrait nutzen kann, zumal sich der Kopf auch noch in akzeptabler Höhe befindet.

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Es wimmelt hier aber auch vor Mangusten. Wir sehen Zwerg-, Zebra- und Fuchs-Mangusten. Alle mehrfach und fast immer sehr scheu.

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Den Sundowner begehen wir auf unserer Campsite. Hier hat man einen schönen Blick, auf die Sonne, wie sie hinter dem Escarpment untergeht.

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Heute bin ich wieder dran mit kochen. Die Insektenplage ist deutlich geringer als an den letzten Abenden. Während wir essen hören wir Schritte im Hintergrund. Mit der Taschenlampe entdecken wir ein Hippo, welches aus dem Flussbett steigt und zum Grasen ins Hinterland marschiert. Wenig später schleicht dann eine Hyäne ums Camp und es gesellt sich auch noch ein Schakal hinzu. So gibt es auch jetzt ein abwechslungsreiches Programm, bis es uns auf die Matratzen zieht.
Teil 1625. Apr. 2017
15. Tag (Sa. 07.01.2017)
Ruaha National Park – Iringa
147km


Lt. unserer Wildtierkamera waren in der Nacht sowohl Schakale, als auch Hyänen im Camp. Leider sind die Aufnahmen sehr unscharf.

Geweckt werden wir dann vom Brüllen der Löwen. Das ist besser als jeder Wecker. So wie es sich anhört, sind die Großkatzen wieder rings ums Camp verstreut.

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Heute frühstücken wir im Camp, denn es wird keinen Gamedrive mehr geben. Nach dem Essen räumen wir zusammen und machen uns auf den Weg zurück nach Iringa.

Wir sind gerade einmal 40km unterwegs, da ereilt uns der nächste Platten. Diesmal hinten links. Damit sind jetzt beide Original-Hinterräder hin und wir sind mit den beiden Ersatzreifen unterwegs.

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Der Reifen ist wieder schnell gewechselt, aber die weitere Strecke bin ich doch recht angespannt, da wir jetzt ohne einsatzfähigen Reservereifen unterwegs sind. Selbstverständlich würden wir bei einem weiteren Platten nicht in der Wildnis stranden, dafür ist auf der Strecke zu viel los. Trotzdem würde ein weiterer Platten aber ziemlichen Aufwand mit sich bringen, worauf wir gut verzichten können. Man wird dann auch leicht paranoid. Bei jeder Veränderung der Fahrgeräusche und jedem seitlichen wegdriften des Fahrzeugs schreckt man auf und wirft einen prüfenden Blick in den Rückspiegel, bzw. aus dem Fenster, um den Zustand der Reifen zu prüfen. Letztendlich kommen wir aber ohne weitere Panne in Iringa an.

Auf der Strecke sind uns die vielen griechisch-orthodoxen Kirchen aufgefallen. Die müssen hier in der Gegend einen Schwerpunkt ihrer Missionsarbeit haben.

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In Iringa setzten wir uns kurz mit unserem Autovermieter zusammen, um über die Reifensituation zu beraten. Da die beiden ursprünglichen Hinterreifen schon sehr kaputt sind, kommen wir zu folgender Lösung: Wir bekommen die Freigabe, einen neuen Reifen auf Kosten des Vermieters zu erwerben. Dafür entsorgen wir den schlechtesten Reifen. Den anderen Reifen lassen wir flicken. Ein Fahrer von 4x4 Adventures bringt uns dann noch einen weiteren Reifen in den Tarangire National Park.

Der Grund weshalb die Reifen trotz gutem Profil schon so runter sind, liegt daran, dass die Fahrzeuge bei den geführten Touren immer mit sehr niedrigem Luftdruck gefahren werden, da dies den Komfort für die Gäste deutlich erhöht. Dadurch walken die Reifen allerdings so stark, dass die inneren Strukturen noch vor dem Profil das Ende des Reifens einläuten.

Nachdem mit den Reifen alles geregelt ist geht es zu unserer heutigen Unterkunft, der African Garden Lodge, welche auf ihrem Gelände auch eine Campsite betreibt. Die Lodge gehört einem sehr netten tansanisch-deutschen Paar, die mit Ihren drei kleinen Kindern vor ein paar Jahren nach Tansania ausgewandert sind, um sich hier mit der Lodge selbstständig zu machen. Die beiden sind sehr hilfsbereit. So können wir unsere Getränke in deren Kühlschrank kühlen, damit wir heute zum Abendessen endlich mal wieder kalte Getränke haben.

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Ganz in der Nähe der Lodge liegt die Isimilia-Schlucht. Hier befinden sich zum einen steinzeitliche Ausgrabungsstätten, als auch eine mit Erdpyramiden gesäumte Schlucht. Das Gelände ist ein nationales Monument und darf nur mit einem Guide betreten werden. Wir können direkt von der Campsite loslaufen. Als erstes kommen wir zu den Ausgrabungsstätten, aber ich muss gestehen, dass sich für uns die Steinwerkzeuge kaum bis gar nicht von den übrigen Steinen der Umgebung unterscheiden.

Danach folgen wir einem schmalen Bachbett, welches die eigentliche Isimilia-Schlucht bildet. Auf beiden Seiten erheben sich eindrucksvolle Formationen. Man fühlt sich an den Bryce Canyon in den USA erinnert, wobei das Gelände hier nicht so weitläufig ist. Entstanden sind die Erdpyramiden nachdem ein Vulkanausbruch eine Schwemmtonebene mit einer Schicht Lava überlagert hat. Nur dort wo die Lavaschicht erodierte, wurde der darunter liegende Schwemmton abgetragen. Ansonsten schützt die Lavaschicht die darunter liegenden weichen Sedimente. So sind fantastische Erosionsformen entstanden: Schlanke Säulen, mächtige Pfeiler, Orgelpfeifen und bizarre Wände. Leider hat der Himmel an diesem Nachmittag zugezogen. Bei Sonnenschein wäre es sicher noch beeindruckender gewesen. Insgesamt waren wir etwas über 2h unterwegs. So ein kleiner Spaziergang ist immer eine schöne Abwechslung zum langen Sitzen im Auto

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Abends kochen wir. Die Katzen und Hunde der Lodge leisten uns Gesellschaft, ohne jedoch aufdringlich zu betteln.
Teil 1727. Apr. 2017
16.Tag (So. 08.01.2017)
Iringa – Dodoma
274km


Nachts hat uns die Lodgekatze ein Geschenk vorbei gebracht. Wir finden bei Aufstehen eine tote Maus in der Apsis unseres Zelts.

Nach dem Frühstück kommen Kerstin & Saidy bei uns vorbei und wir unterhalten uns lange mit den beiden. Die beiden haben bis vor ein paar Jahren in Berlin gelebt und dort ein Restaurant mit afrikanischer Erlebnisgastronomie betrieben, bevor sie sich entschieden, in Saidys Heimat eine Lodge zu eröffnen. Die Erlebnisse der beiden sind sehr Interessant. Man erfährt viel über das Alltagsleben in Tansania. Saidy beklagt sich vor allem über die Arbeitsmoral seiner Landsleute. Das ist seiner Ansicht nach einer der großen Unterschiede zu Deutschland. Am schlimmsten sind Mitglieder des eigenen Stammes. Die meinen Sonderrechte zu haben, weshalb die meisten Angestellten der beiden aus anderen Landesteilen kommen. Solche Gespräche erweitern ungemein den eigenen Horizont.

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Bevor wir uns auf den Weg machen, untersuchen Hans und ich noch einmal genau den Kühlschrank und werden tatsächlich fündig. Durch das heftige Wellblech zum Ruaha National Park hat sich ein Kabel losgerüttelt. Wir können den Schaden selbst reparieren und haben für den Rest der Reise endlich einen gut funktionierenden Kühlschrank. Eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.

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Dann steht ein Großeinkauf in Iringa an. Im kleinen Supermarkt und auf dem großen Markt bekommen wir alles, was wir brauchen.

Von Kerstin & Saidy hatten wir noch den Tip bekommen, die alte Deutsche Boma zu besuchen, wo Kerstins Mutter ein Cafe betreibt. Wir treffen Kerstins Eltern dann sogar in der Boma und es stellt sich heraus, dass Kerstins Vater (ein pensionierter Architekt) die Restaurierung der Boma initiiert und organisiert hat. Während wir uns einen leckeren Kuchen gönnen, erfahren wir viel über die Restaurierung und so verfliegt die Zeit und wir kommen erst um 14:00Uhr aus Iringa los.

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Glücklicherweise ist die Strecke nach Dodoma bis auf einige sehr kurze Baustellenabschnitte inzwischen komplett asphaltiert, wobei sich allerdings schon jetzt erste Schlaglöcher zeigen. Sowie wir die Hochebene von Iringa verlassen und ins trockene Tiefland kommen, steigen die Temperaturen drastisch und es wird sehr heiß.

Auf einem der Baustellenabschnitte überfahre ich beinahe in kleines Chamäleon. Ich schaffe es gerade noch das Tierchen zwischen die Räder zu nehmen. Danach muss es dann noch eine ausführliche Fotosession über sich ergehen lassen. Als Kathrin es dann retten und ins Gebüsch setzen will, zeigt es sich sehr undankbar und beißt gleich zu. Da Chamäleons aber keine Zähne haben ist das nur ein kleines Zwicken. Das schlimmste war der Schreck.

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Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Dodoma. Wir übernachten wieder in New Dodoma Hotel. Noch immer nix dolles und trotzdem die beste Unterkunft in der Hauptstadt Tansanias.
Teil 1804. Mai 2017
17.Tag (Mo. 09.01.2017)
Dodoma – Tarangire National Park
(350km)


Nachts gab es einen derart heftigen Wolkenbruch, dass wir davon sogar in unserem Hotelzimmer aufgewacht sind. Das war ja eine glückliche Fügung, dass wir ausgerechnet diese Nacht nicht gezeltet haben. Morgens ist es immer noch am tröpfeln.

Das Frühstück im Hotel ist sehr dürftig. Das habe ich von unserem letzten Aufenthalt besser in Erinnerung.

Die Strecke von Dodoma bis Babati ist fast durchgehend Baustelle. Auf 90% der Strecke sind die Bauarbeiten aber schon so weit fortgeschritten, dass wir auf Asphalt fahren können.

Unterwegs haben wir die Reifenpannen Nummer 5 & 6. Bei der ersten Panne ziehen wir den alten geflickten Reifen auf, da ich mich wohler fühle, wenn wir den neuen Reifen als letzte Reserve aufheben. Der kommt dann allerdings nur 20 Minuten später zum Einsatz, da sich der alte geflickte Reifen schon nach wenigen Kilometern wieder verabschiedet hat. Bei unserer zweiten Reifenpanne an diesem Tag befinden wir uns leider gerade auf einer schmalen weichsandigen Baustellenumfahrung. Ich muss ganz am Rand anhalten, damit andere Fahrzeuge passieren können. Beim Hochbocken mit dem Highlift rutscht der Wagen dann im weichen Sand etwas seitlich weg und das lange Gestänge des Highlifts drückt eine dicke Beule in die Karosserie. Sehr dumm gelaufen. Zu dieser Zeit hat der Reisebericht noch den Arbeitstitel „Plattfuß in Afrika“.

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Das längste Stück noch nicht asphaltierter Straße ist die steile Abfahrt aus den Bergen hinunter nach Babati. Das ist noch die altbekannte Lehmpiste und genau auf diesem Abschnitt erwischen wir einen kurzen aber heftigen Regenschauer, der die Lehmpiste in kürzester Zeit in eine Rutschbahn verwandelt. Da ist es dann gar nicht mehr so einfach, unser schweres Gefährt auf der Spur zu halten.

Schon auf vielen Strecken dieser Reise ist uns die starke Vermüllung der Straßenränder negativ aufgefallen. Als wir von Babati bis zum Abzweig in den Tarangire Nationalpark hinter einem Überlandbus herfahren, können wir miterleben, wie es dazu kommt. Alle paar Minuten fliegt eine leere Trinkflasche oder anderer Müll im hohen Bogen aus dem Fenster. Es ist wirklich erschreckend, dass bei den Menschen hier anscheinend überhaupt kein Bewusstsein für die Umwelt Ihres Landes zu bestehen scheint.

Wer schon einmal im Tarangiere National Park war, kennt die Wellblechpiste zum Gate. Alles im Wagen klappert und scheppert. Plötzlich kommt ein neues und sehr lautes Geräusch hinzu. Ich halte sofort an und muss feststellen, dass sich unser linkes Trittbrett verabschiedet hat. Eine Schweißnaht ist durch die ständigen Erschütterungen und Vibrationen gebrochen. Nicht zum ersten Mal, wie es aussieht. Glücklicherweise habe ich für genau solche Fälle ein paar Spanngurte aus Deutschland mitgenommen. Zwar muss ich mich für die Reparatur im Staub wälzen, aber danach steht unserem Besuch im Tarangire National Park nichts mehr im Weg.

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Am Gate in den Nationalpark können wir dann auch den von 4x4 Adventures für uns dort deponierten Reifen übernehmen. Der ist zwar nicht neu, aber doch in erheblich besseren Zustand als unser alter Ersatzreifen. Diesen verfrachte ich aufs Dach, wo ich ihn mit einem weiteren Spanngurt befestigen kann. So ist er aus dem Wege und stört niemanden.

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Nachdem wir eingecheckt haben, fahren wir auf direktem Weg zur Public Campsite, welche in der Nordwest-Ecke des Parks unweit des Tarangire Rivers liegt. Die Campsite ist mit mehreren Waschhäusern gut ausgestattet. Hier sind wir auch erstmals nicht die einzigen Gäste. Es ist aber reichlich Platz, damit man sich nicht zu sehr auf der Pelle sitzt.

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Zum Abend hin entschließen wir uns noch zu einem sehr kurzen Gamedrive, der uns lediglich ans Ufer des Tarangire River führt. In diesem Bereich ist der Fluss komplett ausgetrocknet und es gibt lediglich ein paar von Elefanten gegrabene Wasserlöcher im sandigen Flussbett. Dafür wimmelt es nur so von Tieren.

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Während wir hier stehen und das Treiben im und am Fluss beobachten, zieht der Himmel schnell immer mehr zu und es kommen heftige Böen auf. Genauso schnell wie der Spuk begonnen hat, ist er aber auch wieder vorbei, ohne dass auch nur ein einziger Tropfen gefallen ist.

Die Elefanten sind hier deutlich entspannter als bei unseren bisherigen Begegnungen auf dieser Reise. Wir stehen lange Zeit direkt neben einer Herde mit vielen Jungtieren. Es ist sehr interessant zu beobachten wie die Mütter die Kälber sortieren. Die Kälber versuchen bei allen Kühen an der Milchbar anzudocken, werden aber von den Kühen abgewiesen, solange es nicht das eigene Kalb ist.

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Wir fangen erst relativ spät an zu kochen. Beim Essen bekommen wir dann Gesellschaft. Ein Elefant bedient sich gleich nebenan von einem großen Busch.
Teil 1909. Mai 2017
18.Tag (Di. 10.01.2017)
Tarangire National Park
130km


In dieser Nacht war Highlife auf unserer Campsite. Mindestens zweimal befanden sich Elefantengruppen unmittelbar an den Zelten. Woher ich das so genau weiß? Mindestens ein Elefant hat sich direkt von dem Baum bedient, unter dem unser Zelt stand. Wenn dabei ständig Blätter und kleine Zweige aufs Zelt rieseln, hat man eine ziemlich konkrete Vorstellung, wo sich der gefräßige Dickhäuter gerade befindet. Meine größte Sorge war deshalb auch, dass der Elefant einen dicken Ast abbricht, der dann auf unser Zelt fällt. Ansonsten hat man im Zelt wenig von Elefanten zu befürchten. Kathrin hat mal wieder alles verschlafen. Hans & Hedda waren beeindruckt von der Nacht. Sehr cool für Afrika-Neulinge.

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Ergänzt wird der ganze Rummel in dieser Nacht noch vom Brüllen der Löwen und den Rufen der Hyänen, die anscheinend auch nicht allzu weit von der Campsite entfernt sind.

Da sich die Public Campsite im äußersten Nordwesten des Nationalparks befindet, ist ein Ganztages-Gamedrive die einzige Möglichkeit, auch die südlichen Teile des Parks kennenzulernen. Wir starten deshalb kurz nach Sonnenaufgang ohne zu frühstücken. Unser erstes Ziel ist ein Aussichtspunkt mit Picknickplatz oberhalb des Tarangire-Rivers. Sehr schön hier, aber da wir erst eine halbe Stunde unterwegs sind, noch viel zu früh für eine lange Pause.

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Geprägt wird der heutige Tag ganz eindeutig von den Elefanten. Sie laufen einem permanent über den Weg. Ich habe längst nicht jede Begegnung fotografisch festgehalten. Sehr angenehm war, dass alle Elefanten, ohne Ausnahme, sehr ruhig und entspannt unterwegs waren, so dass man für beide Seiten stressfrei ganz in ihrer Nähe stehen konnte. Ein besonders schönes Erlebnis hatten wir gleich am frühen Morgen. Wir trafen auf eine mächtige Elefantenkuh, die mit ihrem noch sehr kleinen Kalb allein unterwegs war. Der Kleine war unglaublich knuffig. Die ganze Zeit war er dabei seine Umwelt zu entdecken. Dabei war ihm sein Rüssel häufiger im Wege, als dass er ihm half. So etwas niedliches und tollpatschiges kann man sich stundenlang ansehen.

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Es viel uns sehr schwer, uns von dieser Szene loszureißen, aber wir wollten ja noch etwas mehr von diesem schönen Nationalpark sehen.

Nach wenigen Kilometern trafen wir auf den Wiesen am Flussufer auf eine kleine Herde Elands, die sich zusehends vergrößerte. In einem fort rannten weitere Tiere den Hang hinunter und sprangen in einem großen Satz über den Weg. Dieses Schauspiel dauerte ca. 20min. und danach hatte sich am Flussufer die größte Herde dieser stattlichen Antilopen zusammengefunden, die ich je gesehen habe. Leider ist diese größte Antilopenart auch der größte Schisser unter den Antilopen. Die Fluchtdistanz ist immer viel zu groß für gute Fotos. Ich frage mich, wieso die Elands so viel ängstlicher sind, als ihre kleineren Artgenossen.

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Unser Ziel für eine ausgedehnte Mittagspause ist die Picknicksite am Silale Swamp. Hier hat man mit der weiten grasigen Sumpfebene ein ganz anderes Landschaftsbild als im Tal des Tarangire River. Wir lassen uns Zeit und verbringen mehrere Stunden auf der Picknicksite.

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Wie auf jeder Picknicksite, so haben auch hier einige Tiere den Menschen als Futterquelle entdeckt. Diesmal sind es Vögel.

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Zur Mittagszeit ist die Picknicksite gut besucht. Da das Gelände aber sehr weitläufig ist und sich alle sehr gesittet verhalten, ist das kein Problem. Wenn man sich umschaut, kann man auch leicht die verschiedenen Preisklassen der Safari-Touren erkennen. Während bei einigen nur Lunchpakete verteilt werden, die aus der Hand gegessen werden, wird bei anderen mit Tischtuch, Porzellan und Kristallglas eingedeckt und der Lunch mit einem kühlen Weißwein serviert. Gut, den kühlen Weißwein hätten wir auch noch gehabt, beim Rest müssen wir aber passen. Eine kuriose Szene spielt sich dann an unserm Nachbartisch ab, dort schafft es ein extrem übergewichtiger Mann nicht, ohne sich abzustützen aufzustehen, und reißt dabei Tisch und Bänke um. Er selbst schlägt lang hin und tut sich dadurch auch sehr weh. Krass ist dann, dass er aufgrund seines Gewichtes nicht in der Lage ist, selbstständig vom Boden aufzustehen. Nur mit den vereinten Kräften des Guides und einiger Familienmitglieder bekommen sie ihn wieder in die Vertikale. Unter solchen Voraussetzungen hätte ich nicht den Mut nach Afrika zu reisen.

Auf der Rückfahrt entdeckt Kathrin dann noch ein Rudel Löwen. Allerdings sind diese weit weg und weitgehend unter Büschen verborgen. Ein Wunder, dass Kathrin die entdeckt hat.

Ansonsten ist der Rückweg in hohem Maße von Vögeln geprägt, die ich hier gut vor die Linse bekomme.

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Später treffen wir dann noch auf eine Herde Büffel, in der sehr große Aufregung herrscht. Wir entdecken auch einen Büffel, der aus mehreren Wunden aus der Flanke blutet. Da liegt die Vermutung nahe, dass der Grund für die Aufregung in einem erst vor kurzen stattgefundenen Löwenangriff zu sehen ist.

Ganz in der Nähe der Campsite gibt es eine sandige Furt, mittels der der Tarangire River an dieser Stalle bei Niedrigwasser durchquert werden kann. Momentan ist hier gar kein Wasser, allerdings noch einmal viele Tiere.

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Diese Nacht haben wir die Campsite fast für uns allein. Außer uns ist nur noch ein Paar mit Ihrem Tourguide und der Warden anwesend. Der Warden ist im Übrigen ein ganz sparsamer. Ständig stellt er am Hauptschalter, bzw. Haupthahn Wasser und Strom ab. Das ist echt nervig, zumal wenn man erst einmal herausbekommen muss, wo sich der Hauptschalter und der Haupthahn befinden. Auch denkt man nicht immer daran, dass mal wieder alles abgestellt ist, was auch zu blöden Situationen führen kann.

Während wir kochen, hören wir sehr häufig Hyänen in der Nähe, ohne jedoch auch nur ein einziges Mal welche zu sehen.
Teil 2012. Mai 2017
19.Tag (Mi. 11.01.2017)
Tarangire National Park – Mto wa Mbu
302km


Am morgen berichten die Anderen, dass auch in dieser Nacht jede Menge Tiere auf der Campsite waren. Diesmal habe ich nichts mitbekommen und alles verschlafen. Die Wildtierkamera zeigt dann auch Massen von Impalas und Zebras.

Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen von diesem schönen Nationalpark. Hier könnte man auch gut mehrere Tage verbringen. Für unseren nächsten Besuch ist eine Nacht auf einer Special Campsite im Süden des Parks fest eingeplant.

Dort wo die Nationalpark-Zufahrt auf die Hauptstraße trifft, ist ein kleiner Versorgungspunkt mit Läden und Werkstätten entstanden. Hier lassen wir den Besseren unser beiden platten Reifen flicken und das Trittbrett wieder fest schweißen. Schweißbrillen scheinen sie hier nicht zu kennen. Da fragt man sich, wie lange das die Augen mitmachen. Es wird auch mitten durch den Dreck geschweißt. Wenn man bedenkt, welch Aufwand bei uns in die Sauberkeit der zu schweißenden Stelle gesteckt wird, fragt man sich schon, wie lange das wohl hält. Nun gut, es hat zumindest für den Rest unserer Reise gehalten.

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Da unser eigentliches Ziel für heute der Lake Easy ist, entscheiden wir uns für die Strecke südlich des Lake Manyara entlang und via Mbulo zum Lake Easy.

Die Auffahrt auf das Escarpment ist zwar sehr steil, aber für so eine kleine Nebenstraße erstaunlich gut ausgebaut. Unterwegs ergeben sich immer wieder spektakuläre Ausblicke in die Ebene und auf den Lake Manyara.

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Auch im fruchtbaren Hochland gefällt uns die Strecke sehr gut. Den in der Landkarte verzeichneten Shortcut zum Lake Easy können wir allerdings nicht finden, so dass wir den Umweg über Karatu in Kauf nehmen müssen.

Von Karatu zum Lake Easy verlieren wir schnell wieder an Höhe und die Landschaft wird immer trockener. 10km vor dem See müssen wir an einer Schranke 20US$ „Einritt“ für die Region zahlen. Beim hier angesiedelten Office versucht man uns mit aller Macht eine Ethno-Tour zu den Hadzebe aufzudrängen. So eine Tour wollen wir zwar machen, aber da lt. Reiseführer solche Touren auch von unserer Campsite angeboten werden, wollen wir das lieber dort organisieren, da wir uns davon weniger Fahrerei versprechen. Außerdem sind uns die Typen in dem Office sehr suspekt. Sie sprechen so gut wie kein Englisch, sind extrem ausdringlich und machen alle den Eindruck als würden sie unter Drogen stehen.

Unser Ziel ist das am See gelegene Kisima Ngeda Tented Camp, welches dort auch eine Campsite betreibt. Das entpuppt sich dann leider ebenfalls als große Enttäuschung. Obwohl es sich bei dem Camp um eine teure Luxuslodge handelt, ist die Campsite nichts anderes als eine vermüllte Lichtung im dichten Wald. Vom See ist nichts zu sehen und die Sanitäranlagen stehen kurz vor den Zusammenbruch. Das Personal passt zu diesem Eindruck und ist ebenfalls ziemlich neben der Spur. Niemand ist in der Lage, einen Preis für die Campsite zu nennen, noch kann man uns irgendwelche Auskünfte zu Ausflügen und Touren geben. Ich stelle mir vor, wie es ist, wenn man hier in der sauteuren Lodge gebucht hat und dann mit solch einem “Service“ konfrontiert wird.

Uns scheint in der ganzen Region um den See der Wurm drin zu sein. Die laufen hier alle wie benebelt durch die Gegend. So etwas kenne ich aus Regionen, wo z.B. Khat weit verbreitet ist. Weiß da jemand genaueres drüber, was hier los ist? Wir beschließen jedenfalls den Lake Easy zu canceln und noch heute weiter nach Mto wa Mbu zu fahren. So haben wir morgen dafür einen ganzen Tag im Lake Manyara National Park. Davon versprechen wir uns nach den hier gemachten Eindrücken deutlich mehr.

Zwischen Karatu und Mto wa Mbu kommen wir in eine Polizeikontrolle. Die Polizisten beanstanden dass ich barfuß Auto fahre und wollen eine Strafe kassieren. Das passt ja bestens ins Bild des heutigen Tages und wir sind nicht gewillt uns noch weiter verarschen zu lassen. Ich verlange Auskunft, gegen welche Vorschrift ich verstoßen habe, denn ich war schon in Dutzenden Polizeikontrollen und fahre immer barfuß Auto. Da es solch eine Vorschrift natürlich nicht gibt, versuchen sie zu diskutieren und auf Zeit zu spielen, worauf sich Kathrin demonstrativ ihre Personalnummern aufschreibt, die jeder tansanische Polizist auf seiner Uniform stehen hat. Jetzt wird die Diskussion hitziger. Sie verlangen Auskunft, weshalb wir die Personalnummern notieren und wir sagen, dass wir den neuen Präsidenten bei seinem Kampf gegen Korruption unterstützen, nicht bereit sind eine ungerechtfertigte Strafe zu zahlen und sie bei ihrem Vorgesetzten und der Anti-Korruptionsstelle melden werden. Ich mache mir schon Sorgen, dass das Ganze eskaliert, da lenken die beiden doch noch ein und wir können weiterfahren.

In Mto wa Mbu schauen wir uns mehrere Unterkünfte an und entscheiden uns dann für die recht zentral gelegene Twiga Lodge, die auch Campingmöglichkeiten anbietet. Hier gibt es zudem WLAN und im angeschlossenen Restaurant bekommt man für wenig Geld einfaches, aber leckeres Essen.

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