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THEMA: Mit dem Bayernbus in Botswana-Sambia-Zimbabwe III
12 Jul 2016 13:31 #437449
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Teil III Zimbabwe

Hier geht es weiter mit unserer Reise durch Botswana - Sambia - Zimbabwe.

Wer wissen möchte, wie wir durch Sambia gefahren sind, kann es hier nachlesen:

Teil II Sambia

Wer wissen möchte, wie wir durch Botswana gefahren sind, kann es hier nachlesen:

Teil I Botswana

23.5. Grenzübertritt Zimbabwe
Wir fahren um 7.30 Uhr los und vertanken in Siavonga unsere letzten Kwacha. Diesel ist in Sambia um einiges günstiger als in Zimbabwe. Für die Ausreise aus Sambia brauchen wir gerade mal 10 Minuten. Das Frank keinen Ausreisestempel für Sambia im Pass hat, merken wir allerdings erst bei der Einreise nach Südafrika. Wir kontrollieren zwar bei jeder Einreise, ob bei Visa, TIP usw. das richtige Datum und vor allem das richtige Ablaufdatum eingetragen ist. Bei der Ausreise sind wir nicht so sorgfältig.
Dieses Mal überqueren wir den riesigen Staudamm mit dem Auto, hier sind wir 2012 schon einmal zu Fuß gewesen.
Von der sambischen Seite:



Von der zimbabwischen Seite:



Um 8.05 stehen wir am Zollhäuschen von Zimbabwe. Dieses ist seit 2012 ausgebaut worden und es gibt jetzt je eine Seite für die Ein-und Ausreise. Zuerst brauchen wir unsere Visa. Das geht einfach, kostet 30,00 $ / P und dauert ewig, da die korpulente Zollbeamtin weder schnell laufen kann, um die Sticker holen, noch schnell schreiben.
Nun geht es zum Custom für das Auto. Hier geht es überraschend schnell, das TIP wird mit Computer erstellt und ausgedruckt. Das dabei sowohl das Kennzeichen als auch die Fahrgestellnummer falsch abgeschrieben wird, merken wir auch erst später . Hat aber bei allen Kontrollen außer uns niemand festgestellt. Wir zahlen 60,00 $ für Third Party und Carbon Tax. Von Road Tax keine Rede. Auf die Frage, um was für ein Auto es sich handelt, erklären wir , dass es ein Camper ist und wir im Auto schlafen. Vielleicht ein Grund, dass das Fahrzeug nicht als commercial car eingeordnet wird. Erleichtert wollen wir schon fahren, aber wir müssen erst zu Interpol. Shit, jetzt kommt vermutlich das dicke Ende noch. Interpol ist eine Bretterbude jenseits vom Schlagbaum, dort sitzen 2 Typen in Jeans im Schatten. Ob wir aus Südafrika kommen ? Nein, Germany, Munich, you know Bayern München?
Sofort kommen wir ins Gespräch, einer der beiden vergleicht nochmal das TIP mit dem Kennzeichen (man erinnere sich, das Kennzeichen im TIP ist nicht richtig), bewundert unseren Bayern Wimpel und wir dürfen fahren. Um 9.00 Uhr rollen wir Richtung Kushinga Campsite. Bei der ANfahrt hat man schöne Aussichten auf den See und das Wetter ist auch wieder besser.



Hier ist leider wegen Renovierung geschlossen, so dass wir uns entschliessen, wieder nach Lomagundi zu fahren. Vorher geht es noch kurz in den TM, Grillkohle habe ich in Chipata vergessen und etwas Fleisch können wir auch noch gebrauchen.
Der TM ist gut sortiert, sogar etwas besser als ich es von 2012 in Erinnerung habe und es gibt nun auch Wechselgeld in Form von Blechmünzen.
In Lomagundi (10 $ / P) hat sich nicht viel verändert, die Sanitäranlagen und der Pool sind noch etwas mehr in die Jahre gekommen.





Dafür haben die Plätze neue Betonbänke und Tische erhalten und die Bar ist renoviert worden.
Wir schauen zuerst die Plätze 1 und 2 an, diese haben Seeblick , wenn der See denn da wäre. Der Wasserstand ist so niedrig, dass man den See nicht sieht. Das Hafenbecken für die Boote hat keine Verbindung zum See, so dass die Boote weit draussen liegen.



Hier noch ein Bild aus 2012 zum Vergleich:



Wir backen Brot, lesen und schwimmen im grossen Pool.
Auf dem Platz beobachten wir ein paar Buschhörnchen. Auch Zebras und Mangusten lassen sich blicken , sind aber schnell wieder im Gebüsch verschwunden.



Am Nachmittag treffen Topobär und seine Frau ein und es wird ein langer und unterhaltsamer Abend.
Zuvor kochen wir das heute gekaufte Huhn im Potje mit Blumenkohl und Erdnuss-Kokos-Sausse und Reis. Im Gegensatz zu 2012 erscheinen dieses Mal keine Hippos zum Grasen auf dem Platz. Der Weg vom Wasser bis hierher ist denen wohl zu weit, zumal es vorher genügend Gras gibt.
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13 Jul 2016 09:57 #437567
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24.5. Imire Lodge
Wir verabschieden uns von den Topobären und fahren um 6.30 Uhr wieder los.



In Karoi halten wir beim Metzger, leider hat er dieses Mal nur eingefrorenes Filet und auch nur ein kleines Stück. Wir nehmen es trotzdem. Auf dem Markt vorm TM wird viel weniger angeboten als noch 2012 und überall liegt eine Menge Müll. Nach den bunten und prall gefüllten Märkten in Sambia wirkt es hier trostlos.
Je näher wir Harare kommen, desto häufiger werden die Roadblocks. Manchmal vergehen nur wenige km bis zur nächsten Kontrolle. Wir werden jedoch zu 90 % nicht angehalten. Einmal müssen wir das TIP und den Führerschein zeigen, einmal werden die Reflektoren kontrolliert. Alles in Ordnung.
Auch in Harare ist wenig Verkehr.





Nach dem Abzweig vor Marondera werden die Straßen kleiner und irgendwann müssen wir ein Gate öffnen. Ohne Navi hätten wir die Imire Lodge vermutlich nicht gefunden. Schilder gibt es erst kurz bevor wir dort sind.



Wir kommen schon um 13.30 in der Imire Lodge an.



Ich hatte im Vorfeld dort angefragt, ob wir im Buschcamp (25 $ / P) campen können. Nun sind wir einen Tag früher da, man hat nicht mit uns gerechnet und es ist nichts vorbereitet. Normalerweise werden wohl noch Laternen aufgestellt usw. Das Personal wirkt etwas überfordert.
Das stört uns nicht, wir haben ja alles dabei. Also bringt man uns zum einige km entfernten Bushcamp. Hier gibt es einige Hütten, ein sehr einfachen Sanitärblock , eine Küche und eine große Feuerstelle. Normalerweise übernachten hier wohl größere Jugendgruppen. Leider funktioniert das Wasser nicht, der Angestellte ist hilflos und telefoniert. Erst als ich auf die Leiter klettere und oben am Tank den Hahn aufdrehe, gibt es auch Wasser in den Toiletten.



Wir kochen uns einen Kaffee, als plötzlich ein Mädchen auf unserer Campsite erscheint. Sie ist Volontärin und eines ihrer Hunde (ein Retriever) hat ein Warzenschwein verfolgt. Das Schwein hat den Hund an der Brust verletzt und er blutet ziemlich stark. Es gelingt uns aber, die Blutung einigermaßen zu stillen. Beide Hunde werden hinten in den Landcruiser gesetzt und Frank fährt das Mädel schnell zu ihrer Unterkunft. Dort geht es dem Hund aber schon besser und er blutet kaum noch.
Als wir später Steaks und Wurst mit Gemüse grillen, erscheinen am Zaun einige Nyalas. Eines ist so frech und findet eine Lücke im Zaun und sucht bei uns nach Futter.



Es ist sehr kalt und wir frieren trotz Feuer und Daunenjacken und gehen deshalb schon früh schlafen.



Die Nacht ist die kälteste bisher und es ist ziemlich feucht im Zelt. Zum Glück ist das Aufstelldach von innen isoliert, so dass es nicht von der Decke tropft.
Für morgen früh haben wir einen Rhino Walk (30,00 $ / P) gebucht. Das war der Grund, warum wir uns diese Campsite ausgesucht haben. Wir sind sehr gespannt, wie es wird. Über die Imire Lodge findet man ja kaum Informationen.
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18 Jul 2016 16:39 #438107
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25.5. Rhino Walk
Imire Lodge hat auf dem Gelände viele verschiedene Tiere darunter auch Elefanten und Rhinos, die nachts gegen Wilderer in einem kleinen offenen Stall stehen.



Es gibt momentan 5 Black Rhinos (2 m, 3 w) . Stolz ist Imire darauf , in den letzten 20 Jahren 15 Spitzmaulnashörner geboren zu haben. Das letzte gewilderte Nashorn war 2007 nachts im Stall und ist dort erschossen worden. Nun sind die Wachen nochmal verstärkt. Die jungen Rhinos gehen unter anderem nach Matusadona und eines ist Botswana fürs Khama Rhino überlassen worden. Traurige Popularität hat die Lodge letztes Jahr erhalten, als eines der männliche Rhinos seinen Wärter getötet hat.
Um 7.00 Uhr erscheint ein Guide und holt uns ab zum Stall der Rhinos. Die drei Damen sind schon draussen und stehen friedlich zwischen Kühen und Warzenschweinen.
Irgendwann setzen sich die drei in Bewegung und ihre drei Wärter sowie wir mit unserem Guide und einem bewaffneten Ranger und einige Volontäre folgen ihnen.






Die Rhinos auf Imire werden rund um die Uhr von je einem Wärter bewacht. Es ist schön Ihnen so nah zu sein und sie sind an Menschen gewöhnt und sehr friedlich.







Nach 2 h müssen wir uns los reißen, wir wollen noch nach Musangano und am Nachmittag nach Bvumba.





Auf der Hauptstraße gibt es wieder extrem viele Roadblocks, alle paar km steht die Polizei auf der Straße. Auch hier werden wir aber nur einmal angehalten und nach dem TIP gefragt. Bei jedem Stop fällt unsere Bayernfahne auf und erstaunlicherweise kennt jeder den FC Bayern (vermutlich meistens besser als wir)
Um 11.30 Uhr kommen wir in der Musangano Lodge an und buchen eine Campsite (10,00 $ / P). Nicht überraschend sind wir wieder die einzigen Campinggäste. Die Campsite ist schön angelegt mit liebevoll eingerichteten Sanitäranlagen.



Feuerholz ist reichlich vorhanden. Wir gehen schnell duschen und machen uns direkt auf den Weg in die Bvumba Mountains.
Wir haben Glück und das Wetter spielt einigermassen mit. An einem Tollgate erzählt man uns, dass heute in Harare eine große Demo für Mugabe ist . Es werden hundertausende (manch einer spricht auch von einer Million) Jugendliche in Bussen und LKW`s in die Hauptstadt gefahren, um dort ihre Begeisterung für Mugabe kund zu tun.
Heute hätte eine Fahrt durch die Stadt vermutlich länger gedauert.



Nach einer schönen Fahrt durch die Berge kommen wir gerade noch rechtzeitig zum Lunch im Leopard Rock Hotel an. Es ist Afrika Day, viele der neuen Elite im Land sind schick gekleidet im Hotel unterwegs. Nur wir sind nicht sonntagsfein, dazu haben wir unglücklicherweise auch noch Sandalen an. Die sind erstens viel zu kalt hier oben und zweites schaut manch einer verstohlen auf unser Schuhwerk. Zuhause hatte ich kurz überlegt, ein Zimmer hier im Hotel zu buchen, das dann aber aufgrund des Kleidungsproblems gelassen. Eine ordentliche Ausgehgarnitur hätte nicht mehr in die Rucksäcke gepasst.
Wir essen auf der Terrasse und geniessen die Aussicht auf den schönen Garten.









Zurück in Musangano kommen wir mit dem Besitzer ins Gespräch. Auch er bestätigt unseren Eindruck, dass sich die Dinge im Land seit 2012 wieder verschlechtert haben. Damals befand sich das Land in einer leichten Euphorie, dass es nun endlich wieder bergauf ginge. Dies hat sich leider in keinster Weise bewahrheitet und seit der letzten Wahl 2013 ist bei vielen Menschen Resignation eingetreten. Er kann die Lodge nur weiter führen, weil er einen Job angenommen hat und er und seine Frau deshalb nicht auf Einkünfte aus der Lodge angewiesen sind.
Aufgrund des üppigen und späten Mittagessens verzichten wir heute Abend aufs Essen und setzen uns nur mit einem Gläschen Wein ans Feuer. Zum Glück ist es hier nicht so kalt wie in Imire. Morgen geht es in die Chimanimani Mountains und dann weiter in den Gonareshou, wo es hoffentlich wieder wärmer ist.
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19 Jul 2016 15:27 #438205
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26.5. Bridal Veil Falls
Um 7.15 Uhr sind wir bereits wieder unterwegs.



In Mutare frischen wir nochmal die Vorräte auf, schliesslich wird dies die letzte größere Einkaufsmöglichkeit vor unseren geplanten 6 Übernachtungen im Gonareshou sein. Der Spar ist gut sortiert, es gibt sogar eine große Gemüseauswahl. Gegenüber gibt es noch einen Pick`n Pay, der anscheinend sogar noch etwas größer ist. Wenn man in Zimbabwe genügend Dollars hat, gibt es keine Versorgungsprobleme. Der normalen Bevölkerung bleibt diese Einkaufsquelle vermutlich verschlossen. Aber wie wir gestern im Leopard Rock Hotel gesehen haben, gibt es offensichtlich in Mutare genügend Einheimische mit Geld.
Wieder gibt es jede Menge Roadblocks, aber auch heute werden wir nur einmal angehalten und müssen TIP und Feuerlöscher zeigen. Alle Roadblocks waren aber ausgesprochen freundlich und korrekt.
Die A9 ist sehr gut zu fahren. Ca. 50 km hinter Mutare verlassen wir die Strecke und biegen ab Richtung Cashel. Beim Roadblock an der Kreuzung fragen wir nach, ob die Panoramastrecke durch die Berge zu befahren ist. Obwohl die Antwort ja lautet, bestehen die Polizisten nicht, warum wir diese staubige Piste fahren wollen und nicht die Teerstraße.
Hinter Cashel geht es dann auf einspuriger Piste durch die Berge. Obwohl es kalt ist, haben wir Glück mit dem Wetter und der Aussicht. Die Piste ist besser als gedacht , an einigen Stellen sind Arbeiter mit Schaufeln unterwegs.





Ungefähr nach der Hälfte der Strecke stoßen wir auf einen Kleinbus, der in einem Schlammloch steckt. Die Insassen haben schon jede Menge Äste und kleine Baumstämme unter das Auto gesteckt. Sie müssen schon länger hier beschäftigt sein.



Wir sollen versuchen, außen vorbei zu kommen. Wir wollen sie aber hier nicht so stehen lassen und schlagen vor, den Bus mit der Seilwinde rückwärts wieder aus dem Loch zu ziehen. Dann wollen wir durchfahren und von der anderen Seite dann den Bus durchschleppen.
Das Herausziehen klappt auch ganz hervorragend. Der Bus schafft es allerdings auch danach kaum anzufahren, da sich das kaum noch vorhandene Profil der Reifen mit Schlamm zugesetzt hat.
Wir wollen nicht innen durch die Kurve, da wir Sorge haben, mit den vielen Baumstämmen unseren Unterboden zu beschädigen. Außen ist ein größeres Schlammloch, das linke Vorderrad versinkt tief im Schlamm. Ich denke schon an Differenzialsperre und schaue vorsorglich nach dem nächsten Baum. Doch der Landcruiser buddelt sich souverän durch. Nun ziehen wir noch den Bus durch den Dreck und freuen uns fast noch mehr als die Einheimischen.



Das wir die Winde morgen noch einmal benötigen, ahnen wir noch nicht.
Auf der weiteren Fahrt begegnet uns kein weiteres Fahrzeug , die hätten vermutlich ohne unsere Hilfe noch lange buddeln müssen. Dafür wird die Aussicht immer besser.





In Chimanimani buchen wir im Wildlife Office eine Nacht Camping an den Bridal Veil Falls (35 $ incl. Parkeintritt) und fahren die 3 km zum Wasserfall.



Hier ist es sehr idyllisch mit großen Bäumen und wie gewohnt sind wir die einzigen Gäste.





Leider sind die Sanitäranlagen unter aller Kanone. Von allen Toiletten (die eher an Gefängnislatrinen erinnern) hat nur eine Wasser. Obwohl es weder Wasser noch Duschköpfe in den Duschen gibt, wird aber extra für uns der Donkey angeheizt . Das soll mal einer verstehen.
Wir spazieren noch zum Wasserfall und machen früh Feuer, da es ziemlich kalt ist.



Nach einem Gulasch in Sahnesauße mit Nudeln klettern wir wieder früh in die warmen Schlafsäcke.
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Letzte Änderung: 19 Jul 2016 15:35 von Montango.
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20 Jul 2016 14:53 #438338
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27.5. Eingesperrt
Heute wollen wir zeitig losfahren, da wir im Office im Gonareshou sein wollen, bevor das Büro in Harare zum Wochenende schließt. Dann ist bis Montag keine Buchung der Exclusive Sites mehr möglich und wir müßten drei Nächte in Chipinda Pool bleiben.
Um 6.10 Uhr stehen wir deshalb oben an der Schranke vom Park. Leider ist außer uns niemand da, obwohl der Park offiziell um 6.00 Uhr öffnet. Wir warten eine knappe halbe Stunde, dann laufe ich ein Stück Richtung Dorf. Am nächsten Haus erklärt man mir, dass um 7.00 Uhr geöffnet wird. Zurück zur Schranke. Auch um 7.00 Uhr ist keiner in Sicht. Also jogge ich die 3 km bis ins Dorf, mittlerweile ziemlich genervt. Am Wildlife Office ist eine Angestellte mit Fegen der Außenanlagen beschäftigt. Einen Schlüssel für die Schranke hat sie natürlich nicht. Wie wir aus dem Park kommen sollen ? Hihihi… Nachdem ich etwas deutlicher werde, versucht sie ihre Vorgesetzte anzurufen. Klappt nicht, no Airtime. Sie läuft zum Nachbarn, ich immer hinterher. Auch hier no Airtime. Beim dritten Haus werden wir fündig, ich bekomme das Telefon gereicht und versuche der Dame am Apparat unser Problem zu schildern. Bevor sie uns eine Lösung nennen kann, no Airtime.
Ich erkläre der Wildlife Angestellten noch, dass wir von ihnen eingesperrt wären und nun die Schranke kaputt machen würden. Hihihi….
Ich jogge (bzw. gehe, denn zurück geht es steil bergauf) zurück zur Schranke. Frank hat mittlerweile einen Plan, wie wir die Schranke ohne zu große Zerstörung öffnen können.



Wir ziehen den seitlichen Pfosten mit der Winde zur Seite, so dass die Schranke aus der Kette rutscht.
Klappt in Sekundenschnelle und wir fahren vorsichtshalber zügig davon. Mittlerweile ist es kurz nach 8.00 Uhr. Von einem Angestellten zum Öffnen des Gates ist nach wie vor nichts zu sehen.
Das Wetter ist miserabel, es regnet immer wieder und in den Bergen hängen tiefe Wolken.



Langsam kommen uns auch Zweifel, welche Konsequenzen es haben kann Staatseigentum zu zerstören :woohoo:
Leider ist dann auch noch die A10 gen Süden in miserablem Zustand und von tiefen Schlaglöchern übersät. Frank fährt wie der Teufel, wir sind um einiges schneller als T4A uns vorgibt. Wir wollen ja unbedingt um Mittag im Gonareshou sein, da wir nicht wissen, wann das Büro in Harare schließt.
Vorher müssen wir noch 20 km in die falsche Richtung fahren, da in Chiredzi die einzige Tankmöglichkeit ist. Es regnet mittlerweile in Strömen.
Tatsächlich schaffen wir es bis 12.00 Uhr am Office zu sein. Der Ranger ist bemüht und will unsere Wünsche bzgl der Camps gerne erfüllen. Aber auch hier : Airtime knapp. So ist die Verständigung mit Harare mühsam. Immer wieder wird aufgelegt, damit die Dame in Harare nach freien Plätzen suchen kann. Unser Satphon können wir nicht benutzen, da es ja nicht im Office sondern nur draußen funktioniert.
Trotzdem gelingt es uns zwar nicht hundertprozentig unsere Wunschplätze zu erhalten, aber einen guten Kompromiss. Da Afrika Day Woche ist, sind bis Sonntag noch einige Touristen im Park.
Wir bekommen :
2 N Fishans
2 N Chamulavati
1 N Chiloyo 2
1 N Rossi Pools
Für insgesamt 479,00 $ (96,00 $ Parkfee, 20,00 $ Auto, 15,00 $ 3 Bündel Holz, 6x58,00 $ für die Übernachtungen) Bei Vorbuchung hätte jede Nacht ohne Parkeintritt nur Camping schon 172,00 $ gekostet.
Nach den Aufregungen des heutigen Tages fahren wir auf direktem Weg zur Fishans Furt, die einfach zu durchfahren ist. Auch hier regnet es ein wenig.



Trotzdem ist die Gegend schön mit vielen Baobabs.







Als wir auf der Campsite ankommen, hat der Regen zum Glück aufgehört . Die Aussicht vom Fishans Camp auf die Cliffs ist leider schlechter als Directors (die beste ) und auch als Hlaro. Man muss immer vom Stellplatz ein Stückchen laufen bzw. ins Flussbett hinunter gehen , um die Klippen zu sehen. Trotzdem sehen wir in der Ferne immer wieder Elefanten, die den Fluss durchqueren.







Als wir mal wieder Hühnerbeine (irgendwie sind wir dieses Jahr versessen auf Huhn statt auf Rind) mit Nudelsalat machen, kommen die vollkommen betrunkenen simbabwischen Nachbarn vorbei gefahren. Als wir fragen, was sie suchen, erzählen sie irgendetwas von Wasser aus dem Fluss holen und sind stinkesauer, als wir Ihnen erklären, dass man hier nicht ans Wasser kommt.
Zum Glück ist der Nachbarplatz weit genug entfernt, so dass wir das Gegröhle nur ganz leise hören können.
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28.5. bis 31.5. Runde Region Gonareshou
Die nächsten Tage verbringen wir in der Runderegion des Gonareshou. Tiere sehen wir eher wenig, dafür entschädigt die Landschaft.
Immer wieder regnet es ein wenig, aber es ist warm und die Sonne kommt immer wieder heraus.



Wir lesen viel und geniessen die Ruhe. Nachmittags gibt es Schokokuchen aus dem Potje.



Wir fahren nur wenige Gamedrives und bleiben die meiste Zeit auf unseren gebuchten Plätzen. Auch dort gibt es immer wieder etwas zu sehen.







Andere Touristen scheinen nicht mehr im Park zu sein. Egal welche Campsite wir besichtigen, es ist keiner dort. So wünschen wir uns Afrika, vor dem Camper sitzen und auf einen Fluss schauen. Ab und an läßt sich ein Tier blicken und am Abend ein schönes Feuer.



Nach 2 Nächten Fishans wechseln wie nach Chamulavati ganz nahe des Zusammenflusses von Runde und Save. Auf dem Weg besuchen wir den Chiloyo Viewpoint.



Chamulavati ist nicht ausgeschildert und kaum zu finden. Am Ende bleiben wir an einer Stelle am Fluss, wo es viele alte Feuerstellen gibt.Ich nehme an, das ist der Platz.







Infrastruktur gibt es hier keine, dafür einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Fluss.







Ansonsten haben alle Exclusive Sites ein Plumpsklo. Hier mal Bilder, damit sich auch die Nichtcamper das vorstellen können. Ich finde es immer erstaunlich, dass diese Toiletten wenig bis garnicht stinken. Da ist manche normale Toilette wesentlich schlechter.





Nach nur einer anstelle von zwei gebuchten Nächten fahren wir zurück und besichtigen die Plätze Directors und Hlaro. Beide sind leer , wir könnten also hier bleiben.





Wir beschliessen jedoch uns zuerst Chinguli anzuschauen, da eine richtige Dusche auch mal wieder ganz schön wäre.
Da auch hier keine Touristen sind, bleiben wir mit Einverständnis des anwesenden Angestellten dort. Wir entscheiden uns für Platz 3 mit der schönsten Aussicht.





Am nächsten Morgen wechseln wir auf die gebuchte Site Chiloyo 2 und geniessen einfach nur den wunderschönen Platz mit Blick auf die Cliffs.





Zwischendurch fahren wir zur Picknick Site, dort ist die Aussicht auf die Cliffs noch ein wenig besser.



Am Abend wandert das letzte Rindfleisch mit Süßkartoffeln , Erbsen und Sate-Sauße in den Potje. Langsam geht der Urlaub dem Ende entgegen und wir müssen unsere Vorräte verbrauchen.
An allen Tagen in der Region sehen wir kein weiteres Auto, dafür haben wir jede Nacht Löwengebrüll. Nur die Löwen wollen sich auch in diesem Park nicht zeigen. Morgen geht es dann in die Mwenzi-Region und langsam zurück Richtung Johannesburg.
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