THEMA: Walvisbay boomt
18 Mär 2016 08:09 #424044
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Walvisbay boomt

3 Tage in Walvisbay – ein Kurzbericht


Fährt man die sanft abfallende C 14 zur Stadt hinab, am späten Nachmittag gegen die Sonne
und der kräftige Wind fegt den feinen Sand über die Asphaltstrasse, dann weiß man sofort:
Hier ist es anders.
Dünen und frischer Wind, - eine seltene Kombination.



Wir müssen einfach anhalten, um uns dieser total surrealen Szenerie hinzugeben:
Die Sonne kämpft gleißend mit dem Küstennebel, die glitzernden Stromleitungen und ihre Stelzen ziehen sich wie ein futuristisches Kunstwerk durch den Dünen-Gürtel.
Wir wollen uns ein Bild machen und steigen aus. Mit zusammengekniffenen Augen stehen wir im Sand, der Wind pustet uns fast weg, die Sandkörner sticheln an den Beinen, man kann das Meer schon riechen. - Toll!



Nach einer Weile flüchten wir gesandstrahlt ins schützende Auto, - macht nix, nach einigen Tagen in der geliebten Einsamkeit des Namib Naukluft Parks sind wir eh schon sandig und freuen wir uns auf Dusche, Meeresbrise und Crayfischessen, Bootstour und Dünen, vielleicht auch eine Tour nach Sandwich Harbour.
Ich nehme es gleich vorweg, damit gar nicht erst Spannung aufkommt: Die Sandwich Harbour Tour fiel aus, - die Bedingungen, Hochwasser und Sturm, gefielen uns nicht. Man hätte schon Mittags zurückmüssen, der Nebel hing bis Nachmittags rum und es war viel Sand in der Luft. Alles was man nicht haben will (wir jedenfalls nicht). Das kann man auch netter haben, dachten wir uns.
Somit gibt es einen Grund mehr, wiederzukommen.

Weiter in Richtung Stadt, vorbei an Birds Paradise rollen wir durch den ersten Kreisverkehr ins übersichtliche Zentrum.

Ist das Walvibay?
Irgendwie ist hier „alles neu“. Ein kleiner „Zivilisationsschock“.
Bald jedoch sehen wir bekannte Gebäude.
Wow. Hier hat sich viel getan!
Folge der Hafenerweiterung.
Toll. Aus unserer Sicht.



Zum Sonnenuntergang schnell noch einen kurzen Blick auf die Lagoons, südlich der Stadt. Flamingos gucken.

Der Wind rüttelt am Auto, die Flamingos stehen schräg gegen den Wind. Extrem komisch ist es zu beobachten, wie sie mit dem Wind „kämpfen“. Sich schief gegen den Wind stemmend und mehrfach fast umgepustet, staken sie durch das flache Wasser und seihen es durch den dicken rosa Schnabel. Beobachtet man sie formatfüllend im Fernglas, sehen ihre dicken Schnäbel irgendwie immer total angemalt aus, - ...mir drängt sich dann immer das Bild einer schlecht geschminkten reichen Amerikanerin ins Hirn... :cheer:


Greater Flamingos

Letzte Änderung: 22 Apr 2016 08:39 von lilytrotter.
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19 Mär 2016 08:04 #424129
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Dank an alle interessierten "Danke-Köpfchen-Drücker"!



Tag 1
Haben uns eine „Hütte“ auf’m Camping genommen (Lagoon Camp: nicht hübsch, aber günstig und sehr brauchbar für die Nacht, mit seinen hohen Mauern, die den starken Wind und den fliegenden Sand abhalten, - ...und feste Häuschen sind bei Sturm noch brauchbarer...)
Soo ein bequemes Bett! Wir schlafen lange – (auch nicht schlecht, in der Wildnis sind wir immer schon vor Sonnenaufgang wach). Nebel liegt noch über der Stadt.
Nach gemütlichem Frühstück ein obligatorischer Town Cruise und Walk. Die Sonne blinzelt endlich.





Sam Nujoma Av.



Der gestrige erste Eindruck verstärkt sich: Altbackene verschlafene Kleinstadt, ade! Es lebe das neue Walvisbay! Die Hafenerweiterung zeigt Wirkung.
Walvisbay boomt.
Die Stadt ist gewachsen, auffallend viele gepflegte alte und neue Häuser, edle Villen an der Promenade, neues Einkaufszentrum, neue Stadthäuser, Banken. Ebenso geschäftig und bunt, der alte Stadtkern.
Ansprechendes Stadtbild mit angenehmer Atmosphäre, irgendwie... es braucht ein Weilchen, bis es uns entfleucht: Fällt dir was auf? - Ja. Keine Rasor-Wire bewehrten hohen Mauern, keine kläffenden Hunde hinter Elektrozäunen (Ausnahmen bestätigen die Regel...).






Das, was da in den letzten Jahren gebaut wurde, tut der Stadt offensichtlich gut und ist z.T. bemerkenswert ansehnlich, - auch moderne Villen an der Beach Front, ohne Zaun.
Aus Sicht der Einheimischen hat die positive Entwicklung noch eine andere Seite: Die Immobilienpreise gehören mittlerweile zu den höchsten im Land und die größten Villen den superreichen Angolanern, sagt man, was hier nicht wirklich zu Begeisterung führt...






Wir suchen die alte Zufahrt zum Birds Paradise, die ist mit Sandhaufen versperrt. Zugang nur noch über das kleine „Birding-Centre“ an der Einfallstraße. Machen wir dann morgen. Unser erfolgloser Versuch wird mit diesem Schild belohnt und schon sind wir bester Laune.




Ausflug zur Saline und zur Landzunge.








Im Bereich der Lagune: Lesser u. Greater Flamingos und jede Menge Limis, (u.a. Säbelschnäbler, Regenpfeifer, Stelzenläufer, Steinwälzer, Austernfischer...) ...irgendwie haben wir aber keine Lust, alle Limis zu bestimmen, das Buch bleibt zu. Ein Graureiher. Pelikane...
Seeschwalben, Kormorane, Dominikanermöwen...






Hohe schneeweiße Salzberge und rosarote Salinenbecken der alten Saline. Nicht die erste und die letzte Saline meines Lebens und immer wieder faszinierend, die Farbvariationen der Salzgärten.






Vorn auf der Landzunge, mächtige Wellen und stramme Angler, - in der Ferne auf der Zungenspitze: Der „kurze“ Leuchtturm. Wir drehen um und machen Pause.




Letzte Änderung: 22 Apr 2016 08:38 von lilytrotter.
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19 Mär 2016 09:19 #424132
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Nachmittag:
In der Bucht bei den Flamingo Cottages stehen im Moment keine Flamingos... - es ist Hochwasser.
Weiter südlich, am Damm stehen sie natürlich auch jetzt, denn es gibt dort die landseitigen Brackwasser, in denen sie tiden-unabhängig immer stehen können.
Flamingos im Abendlicht, das ist wunderschön, wir genießen die Stimmung. Das warme Sonnenlicht bringt ihr rosa Gefieder zum leuchten.
Mehr brauchen wir nicht.






Es dreht sich in diesen Tagen alles um Flamingos, so soll es sein.
Es pustet immer noch enorm und sie stehen wieder schräg gegen den Wind, einfach komisch, denn sie sind mit ihren langen Beinen etwas ungelenk. Wir machen uns grad so unsere Gedanken, ob’s wohl mal einen umpustet, bei Sturm, - da passiert’s und einer seilt hin. - Seine langen Beine sortierend, rappelt er sich sofort wieder auf. Eine echte Leistung, dabei nicht gleich wieder weggepustet zu werden. Hartes Leben, so als Flamingo. :)


The Raft hat heute zu. Dann eben erst morgen Crayfish-Essen. Schade, dass es das Lyon des Sables nicht mehr gibt!

Ein kleiner Einkauf im Zentrum.
Langsam setzt die Dämmerung ein.
Das Straßenbild:
Junge Frauen joggen, schwarze und weiße.
Weiße und Schwarze gehen zu Fuß.
Menschen eilen zum Einkaufen.
Kinder gehen mit Einkauftüte nach Haus, eine junge Weiße entschwindet mit ihrem Einkaufswägelchen in der Dunkelheit.
Was ist denn hier los? Hat denn hier keiner Angst?
Man kann in die Vorgärten schauen und in die z.T. gardinenlosen Fenster der Häuser, man könnte über die kniehohen Zäunchen hüpfen.
Walvisbay fehlt vollkommen diese „gated community“-Atmosphäre. Das mögen wir sehr!


Als wir zurückkehren, zum Camp, hat der Wind in unserer Abwesenheit eine Mini-Düne vor die Einfahrt geweht. Es ist ordentlich was in Bewegung hier, bei Sturm. Man hat halt Dünen vor der Haustür...

Im Lagoon Camp erzählen unsere neuen Nachbarn von einem dreisten Diebstahl, der einen Camper erwischt hat, - hier, 20 m neben uns, unmittelbar vor unserer Rückkehr: Direkt nach ihrer Ankunft, das Auto ohne Alarm abgeschlossen, sich kurz zum Duschen entfernt, wurde denen die Scheibe eingeschlagen und der Rucksack mit Allem geklaut (wir denken, der Alarm hätte ihnen auch nix genützt). Verständlicherweise waren sie völlig entsetzt und sind umgehend abgereist, zurück nach Windhoek, um sich mit neuen Papieren, usw. zu versorgen – ihre Urlaubsreise hatte grad erst begonnen...
- ...und das warnt uns wieder, uns nicht einlullen zu lassen, vom angenehmen Ambiente in Walvisbay, - ohne Rasor-Wire und Electric-Fence,
– ... übrigens: Das Camp hat einen Elektrozaun...
Letzte Änderung: 22 Apr 2016 08:40 von lilytrotter.
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19 Mär 2016 18:14 #424199
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Tag 2
Der Wind hat sich über Nacht gelegt.
Die Nebelbänke verziehen sich heute besonders spät, es ist sehr feucht und Kondenswasser trieft noch am Vormittag vom Auto. Wir sind sehr zufrieden, im trockenen Häuschen zu schlafen.
Nach ausgiebiger „Intensiv-Reiseberatung“ unserer vollkommen ahnungslosen holländischen Nachbarn, „auf dem Weg nach Kenia“... - starten wir.
Shopping-Area: - Corner Bakery, die besten Zitronen-Mohn-Muffins ever... - Spar: Getränke auffüllen. Tanken und ab nach Rooibank, da ist es jetzt trockener.
Die Piste dorthin ist ziemlich ausgefahren. Schwerlastverkehr. Mining und sonst was. Wege Richtung Westen sind mit „Private Road“ beschildert.


Rooibank empfängt einen mit einer auffallend kleinen schlichten Kirche. Irgendwie niedlich. Selbstbewusst reckt sie ihr Türmchen gegen den Himmel, die gelben Dünen im Hintergrund.


Es hat sogar einen Camping, den wir nicht finden, aber ein Hinweis-Schild mit einer Nummer: Derselbige, steht geschrieben, würde einen auch zu den versteinerten Elefantenspuren im Dünenfeld guiden, - man kann sie dann sehen, die Elefantenspuren, so sie denn nicht grad von Sand überweht sind... Dieses auszuloten haben wir irgendwie heute in der Mittagshitze spontan gar keine Lust und brechen zu einer kleinen Erkundung am Kuiseb-Tal auf.



Aus dieser Region stammt der rosarote Granit, geschliffen ist er wirklich besonders schön!
Hier das Erosions-Modell: Schreiende Robbe.


Entlang des Dünen-gefüllten Kuisebtals verläuft eine alte Piste, sie ist natürlich nicht mehr wirklich befahrbar, die Strecke wurde schon vor langer Zeit aufgegeben: Nach kurzer Zeit ist sie derart von Sand überweht (Dünenbildung), dass man sich auch ohne große Phantasie ausmalen kann, wie es weitergehen würde: Eben garnicht, denn die meterhohen Überwehungen werden mit Sicherheit nicht weniger werden.


An einigen Stellen ist Glimmer angeweht, je nach Lichtrichtung ist er schwarz oder Silbern-schimmernd.


Dünenfelder in der Ferne, das Grün des Kuiseb Tals und ein laues Lüftchen, - genau das ist der Ausblick, den wir uns für unsere Mittagspause wünschen: Im schmalen Schatten des Autos sitzen wir und schauen in die Landschaft und genießen das Leben. Man kann mit so wenig zufrieden sein - und doch sind solche Plätzchen für uns sehr exklusiv.



Mittlerweile bläst wieder der Wind und Sand ist in der Luft, uns wird es hier auf die Dauer doch zu ungemütlich, zum Draußen-sitzen, also packen wir zusammen und trödeln zurück Richtung Walvisbay.
Vor der Stadt, am kleinen „Birds Paradise“ an der C14 machen wir Halt.
Es ist wirklich ein nettes kleines Paradies, hunderte Flamingos, die Kontraste wunderschön! Gelbe Dünen, blaues Wasser, roter Queller, grünes Schilf und rosa Flamingos. So ein besonderes Plätzchen, dabei sind es die alten Sewage Ponds von Walvisbay...









Zum Abend wieder ans Meer. Na? - Jaa. Flamingos gucken.
In der Bucht an den Flamingo Cottages ist Niedrigwasser und hunderte Flamingos stehen dicht gedrängt direkt am Fuße der Promenade (Lodgegäste könne quasi „direkt“ aus ihrem Zimmer auf die Promenade „fallen“, für einen „Flamingo-Walk“) - und wir sind nicht allein: Hier scheint sich allabendlich eine kleine „Gemeinschaft“ anderer einheimischer Spaziergänger, Schwarze und Weiße, local Birdern und nur einigen wenigen Touristen einzufinden, ganz entspannt sitzen, gehen und stehen sie hier und tun dasselbe wie wir: Einfach nur Flamingos genießen. Und alles ohne nervige Nussverkäufer oder sonstige geschäftstüchtige Labertaschen!
- und wir hoffen, dass sich das hier nie ändern wird. Es ist so angenehm normal hier!

Die Bewegungen in dem großen Trupp Flamingos sind schon beeindruckend, ihr Hin und Her könnten wir stundenlang beobachten und ihrem komischen heiseren „Geschnatter“ lauschen: Einerseits staken sie sinnig durch das Wasser, die Schnäbel tun ihren Dienst und manchmal hat man sogar den Eindruck, sie gingen in ihren Bewegungen aufeinander ein und tanzten...
Alles nur Zufall, grad entdeckt ist der Gleichklang auch schon wieder vorbei. Aber es hat was, diese sich wellenförmig ändernden Bewegungsabläufe: Bilden sie grad ein dichtes Gewimmel, stoben sie im nächsten Moment schon wieder auseinander; gehen alle nach links, dreht sich plötzlich einer und löst die Wende aller aus und alle drehen um. Mal langsam, mal schneller, - irgendwie doch eine Choreografie...
Unterschreitet ein Fußgänger ihre Fluchtdistanz, bewegt sich der ganze Haufen synchron gen offenes Meer, um sofort wieder umzudrehen, wenn der „Störenfried“ weg ist. Fluchtartig allerdings erheben sie sich, wenn ein Fahrradfahrer passiert.
Immer aber kehren sie wieder zurück und sammeln sich erneut zum gemeinsamen schnabbeln und „tanzen“.
Ein abendfüllendes Schauspiel.












Da der Wind sich mittlerweile für uns in den Bereich der „Normalität“ begeben hat, buchen wir an der Rezeption für morgen früh den Boatcruise, - in der Hoffnung, dass der Küstennebel morgen nicht so stark ausfällt und sich etwas eher lichtet...

Letzte Änderung: 22 Apr 2016 14:05 von lilytrotter.
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20 Mär 2016 14:39 #424249
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Dank an alle "Danke-Köpfchen-Drücker"!


Tag 3
Um 8:30 werden wir zum Boat-Cruise abgeholt.
Wir sind nur 6 Leute. Fein, das passt uns gut.
5 Minuten später sind wir in der kleinen Walvisbay-Marina. Sehr urig, „Treibholz-Style“. Nicht der einzige Platz an den Küsten im südlichen Afrika, der in dieser eigenwilligen Art hergestellt ist, immer jedoch, sind sie sehr individuell gestaltet und ein interessantes Sammelsurium mit vielen Kuriositäten und Antiquitäten. Solche Plätze atmen immer eine besondere Atmosphäre.
Wir sollten hier morgen früh unseren Kaffee trinken und Leute glotzen.






An der Pier sind Souvenirshops und Restaurants in Einheit mit Mola-Mola, Sun Sail und Catamaran Tours (und wie sie alle heißen) angesiedelt. Hier trifft sich allmorgendlich der gesamte Auflauf aller Boatcruise-Bucher aus Swakopmund und Walvisbay, - nur dass die Walvisbay Touris 1 Stunde länger schlafen dürfen...

Boat-Cruise:
Was soll man da beschreiben? ...eine Seefahrt die ist lustig... ?
Tausende Touris haben es schon erlebt: Einchecken, Begrüßung, Infos, namibische Dönjes (sprich:Dönsches), Seelöwe* 1: füttern, - Infos. Seelöwe* 1 geht ab = flutscht vom Boot und schwimmt zu Boot 2 ... – denn da warten Touris schon sehnsüchtig und es gibt noch mehr Fisch... - Es wird kein Hehl daraus gemacht, dass man darauf achten müsse, dass sie nicht verfetten, bei derart vielen Booten...
*Ha, es sind natürlich Seebären! Der Südafrikanische Seebär (Arctocephalus pusillus) o. Cape Fur Seal/Brown Fur Seal - ja, und der Name passt vorzüglich zu ihnen, mit ihren kleinen "Bären-Ohren"... :)






Vorbei am rotten „Austern-Trawler“, - hier ackern die Jungs für täglichen Genuss und werden täglich fotografiert. Unser Guide hat da auch mal gearbeitet, harter Job.
Landzunge: Kormoane, Seegulls. Angler. Ein Grüppchen Kajakfahrer. Kurzer Leuchtturm, Luxory Lodge.
Seebärenkolonie: Grad ist „Kid’s Playtime“ - und es gibt zur Zeit viele Babys. Das ist schon ein lustiges Schauspiel und unser Guide erzählt sehr mitreißende Stories, wie Seebärenbabys schwimmen lernen...












Weiter, vorbei an den auf Reede liegenden, großen Pötten mit Bohrturmaufbau.
Sehr nette Gespräche, sehr informativ, sehr offenherzig. Unter den Gästen: Der junge Manager eines Swakopmunder Hotels nebst Freundin und der russischen Kapitän zur See und seinem 1. Offz., der viel über den „Traffic“ zwischen Namibia und Südafrka zu erzählen weiß.

Programmpunkt: Obligatorische Austern und Sekt. Da außer dem jungen Manager alle anderen 5 Gäste keine rohen Austern mögen, „muss“ er alle allein schlürfen, - seiner Freundin ist das unangenehm, sie möchte ihn bremsen, das liebe Mädchen. - Entsprechend begehrt wiederum ist das „Alternativ-Buffet“. Es reicht aber allemal und man kann ja anstatt Essen auch trinken... – wir verstehen uns blendend, ein bisschen so in Richtung: ..„eeeine Seefahrt die ist lustig, eeine Seefahrt die ist schön, ja da kann man feine Leute an der Reeling spucken sehn... Hollahii, Hollahohohoo, HOLLAHIAHIAHIA Holla... Hicks...“
Nein, nein! Keiner singt (schon gar nicht schmutzige Lieder) und keiner ist duun (erst recht hängt keiner nach Lee), aber wir haben alle super Laune.

Leider ist es die ganze Zeit leicht bedeckt, bzw. nebelig... - und der übergewichtige Pelikan ist heut allein (sein Kumpel hat wohl was Besseres zu tun...) und so ist er von den vielen „Gaben“ etwas überfüttert und entsprechend faul...






Die Sonne durchbricht erst den Nebel-Schleier, als wir schon fast wieder zurück sind... – also nix mit schönen Bildern
Dafür gab es sehr intensive und lustige Gespräche, der Guide hat viel erzählt von Land und Leuten, das Manager-Pärchen ergänzte aus seiner Sicht, die Russen gaben ihre Erfahrungen zum Besten. Es ging auch um die kleine pittoreske Hafenzeile, die beinahe der Hafenerweiterung zum Opfer gefallen wäre. Das wäre seehr blööd gewesen: Wo hätten denn dann die Cruise-Boote ablegen sollen? An einer neuen nackten seelenlosen Betonmole? - Man hatte ein Einsehen bei der Behörde, aber ohne Eingaben und Kampf ging es auch hier in Walvisbay nicht, - wie bei uns. Aber es ging! Und das zählt!
Unser Guide beantwortet natürlich auch gern Fragen nach dem Leben in Walvisbay. Schließlich lebt er hier mit seiner Familie und seinen Kindern. Sie sind zufrieden mit dem Leben, mit dem Alltag. Es ist hier sicherer, als in Windhoek. Man geht hier zu Fuß, die Kinder gehen zu Fuß zur Schule und man braucht keine Elektrozäune.
Schließlich verabschieden sich alle herzlich voneinander. Die Tour war wirklich sehr nett und hat Spaß gemacht. Allemal ist es ein wunderbares Kontrastprogramm zur Einsamkeit der Wüste.

Zurück im Lagoon Camp übernehmen wir wieder unser Auto und fahren in die Stadt, Hunger!
The Raft. Witziger Laden.
Crayfish ist leider aus... o.k. dann eben leckere zarte Calamari und Hake. Extrem freundliche Bedienung.
Flamingos und Jägermeister allerorten...






Zum Nachmittag dann noch mal zurück, in die nette kleine Marina, auf einen gepflegten Kaffee und nette Atmosphäre schnuppern, zwischen Walknochen und Kuriositäten. Die Sonne scheint, es weht ein laues Lüftchen: Zu schön, man kann hier so an der Pier rumfleezen, aufs glitzernde Wasser schauen, kreischende Möwen beobachten und sich einbilden, es gäbe keine Hektik auf der Welt. Am Nachmittag ist hier nix los. Genau unser Ding.







Wieder ist ein Tag rum.
Kardinalfrage: „Was machen wir heute?“
fragt der eine Fisch den anderen: Bläschen steigen lassen und Enten treffen. (frei nach F.K.Waechter)
In unserem Fall:
Weiter Flamingo-Alltag in Walvisbay, sich dösig gucken an den rosaroten Flamingos oder
fahr’n wir heute nach Swakop?
Ach, - nun ist genug Flamingos und wir sind mit den Fotos, die wir gemacht haben recht glücklich. Also, nach Swakop, zum Sundowner ins Tiger Reef...

Raus aus der Stadt und auf der D 1984 nach Norden.
Weit kommen wir natürlich nicht, Düne 7 hält uns auf. Mächtiges Teil. Toll!
Bleiben?
Ach, nee! Ein andermal, wir hatten doch nun genug Dünen.
Sieht aber gut aus, mit den Palmen, fast schon Oasen-Charakter... – immer dasselbe mit uns.
Nein. O.K.
Weiter.

Wie immer, schauen wir brav an jedem Gleis/Bahnübergang nach, ob evtl. ein Zug kommt. - Was ist denn das Licht da in der Ferne?? Etwa eine Lok? – Yepp! Man muss doch auch mal Glück haben! Wir lieben Züge! Endlich mal wieder ein fahrender Zug! Wir stellen schnell das Auto ab und positionieren uns zum knipsen.



Er kommt näher und grüßt mit langem Hupen. Ach, wie schön!
Wir winken, sie winken zurück! Wir freu’n uns wie die Kinder.
Geil, so ein Zug durch die Wüste!
Auf den Wagons weiße Marmorblöcke, dahinter die leeren Kesselwagen für die Treibstoffversorgung des Landes.

Nun aber wirklich weiter.
Entlang des Dünengürtels nach Swakopmund. Wir queren den SwakopRiver, das übliche städtische Leben hat uns wieder.
Auch Swakop ist gewachsen. Neue Mall, neue Straßen.
Ab zum Sundowner in die Tiger Reef Bar.
Endlich mal wieder durchpusten lassen... ;) :cheer:


das war's
3 Tage sind schnell vorbei, wenn es einem vor Ort gefällt... :)
Letzte Änderung: 22 Apr 2016 08:55 von lilytrotter.
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