Reisebericht - vom Pazifik zum Polarmeer

Reisebericht 64 Antworten · 3'644 Aufrufe · gestartet 29. Okt. 2025 von BikeAfrica
Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200623. Feb. 2026 ·
Inuvik entstand 1958 und ist mit etwas über 3.000 Einwohnern die größte Stadt Canadas nördlich des Polarkreises. Ich bin inzwischen so weit nördlich, dass hier die Sonne im Sommer fast zwei Monate nicht unter den Horizont sinkt und man sie im Winter für noch längere Zeit nicht sieht. Das Wahrzeichen der Stadt (hier ist ja alles Stadt ab 200-300 Einwohnern) ist die Igloo Church, die durch ihre Form an ein Iglu erinnern soll.

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Übrigens ist Iglu nicht das einzige Wort, dass uns aus der Inuit-Sprache Inuktitut bekannt ist. Auch die Wörter Kajak und Anorak haben es von dort in unseren Sprachgebrauch geschafft.

In Inuvik baute man Reihenhäuser für die Menschen mit Heizung und Wasserleitungen. In den Bädern gibt es eine Badewanne, was zunächst für Verwirrung und Irrtum sorgte. Die Inuit dachten anfangs, sie seien zum Zerlegen der Robben gedacht.

Die Wasserleitungen verlaufen wegen des Permafrostbodens oberirdisch, müssen aber angesichts der Wintertemperaturen bis minus 70 Grad aufwändig isoliert werden.

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Inuvik ist etwa so öde, wie eine Pfütze beim Verdunsten zu beobachten. Ich buche für den Nachmittag eine Halbtagestour mit dem Boot durchs MacKenzie-Delta. Es ist ein kleines Boot und es sind nur 3-4 Teilnehmer. Auf dem Programm steht auch ein Besuch bei Lucy. Sie ist eine betagte Frau, die hier ganz alleine in einer kleinen Holzhütte mitten im Delta wohnt. Ich vermute allerdings, dass sie das nur im Sommer macht, denn es handelt sich hier nicht um eine Blockhütte aus Baumstämmen, sondern um eine Hütte aus dünnen Holzplatten und die Temperaturen fallen hier im Winter auch mal auf minus 70 Grad.

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Nach der Rückkehr kann ich für den nächsten Tag noch eine Tagestour mit einem kleinen Flugzeug nach Tuktoyaktuk klarmachen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200623. Feb. 2026 ·
Am nächsten Tag geht es los zum Flughafen. Wir fliegen mit einer sechssitzigen Maschine. Mit an Bord sind neben dem Piloten und mir noch ein Ehepaar mit einem Sohn von 4-5 Jahren und ein Typ in meinem Alter. Der Pilot erklärt zu Beginn, dass er uns wegen der besseren Flugstabilität nach Gewicht verteilen müsste und hat die Sitzordnung schnell gefunden. Der Ehemann sitzt vorne, die Frau mit dem Knirps hinten und wir restlichen beiden in der Mitte.
Der Kleine hinter mir quengelt (auf Englisch) rum und fragt seine Mutter: „Wann sind mir denn endlich im Flugzeug?“ Derweil sind wir bereits auf der Startbahn beim Beschleunigen. Als das Flugzeug abhebt, ruft der Pilot „Yeah“ und reckt die Faust jubelnd durchs offene Seitenfenster, als würde das bei zwei von drei Startvorgängen nicht klappen.

Der Blick aus dem Flugzeug macht klar, dass es völlig absurd gewesen wäre, es mit dem Fahrrad zu versuchen.

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Auf dem Weg fliegt man auch vorbei an einigen Pingos. Das sind sog. Frostaufbrüche und eine Besonderheit der Arktis. Im Sommer taut der Permafrostboden auf, aber das Wasser kann nicht versickern. Weiteres Regenwasser kommt dazu und wenn im Winter der ganze Kram wieder gefriert, hebt sich Jahr für Jahr der Boden weiter an und es entstehen diese Hügel mit runder Grundfläche. Der höchste dieser Pingos soll 160 Meter messen. Das entspricht ungefähr 85 Piccos. 😉

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In Tuktoyaktuk werden wir von einer Inuit-Frau empfangen, die uns mit dem Kleinbus herumfährt und uns an einigen Stellen aussteigen lässt und uns Dinge aus ihrer Kultur erklärt. Die Inuit sind traditionell Jäger und jagen Robben, manchmal Walrösser und Belugawale und natürlich Karibus. Das ist üblicherweise verboten, aber den Inuit ist es erlaubt, wenn es auf traditionelle Weise geschieht, also ohne Motorboot und moderne Waffen. Das Fleisch wird größtenteils auf Gestellen im Freien getrocknet. Während das Belugafleisch fast weiß bleibt, wird das Karibufleisch komplett schwarz.

Sie erklärt, wie ein traditioneller unterirdischer Kühlraum funktioniert und dass die Temperaturen dort im Sommer und Winter trotz extrem unterschiedlicher Außentemperaturen annähernd gleichmäßig bei etwa sechs Grad liegen und erklärt auch den Umgang mit einem traditionellen Hundeschlitten. Sie erwähnt auch, dass man die heute höchstens noch als Hobby oder Pflege und Weitergabe alter Traditionen nutzt und man im Alltag längst Motorschlitten nutzt.

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Zum Abschluss geht es noch zum Badestrand (der ist tatsächlich so ausgeschildert). Man darf sich das natürlich nicht vorstellen wie bei uns, sondern es ist eher ein Hindernisparcours. Auf dem groben Kies liegen jede Menge Bäume, die der MacKenzie ins Meer gespült hat und die von der Flut wieder an Land gebracht wurden.
Ich schaue mich um und denke, endlich mal ein Strand, der nicht überfüllt ist. Genau genommen ist außer uns überhaupt keiner da.
Kein Wunder irgendwie auch. Heute ist der 7. Juli und wir haben etwa 10 Grad. Unsere einheimische Führerin erzählt, dass das Eis erst vor einer Woche aufgetaut sei und man hier vor drei Wochen noch mit Motorschlitten übers Wasser gefahren ist.

Ich nutze das milde Wetter und nehme ein Bad im Polarmeer …

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Gruß
Wolfgang
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1'014 Beiträge · seit 201623. Feb. 2026 ·
🤢 🙄 🤩
Da ziehe ich einen Strand in der Karibik jederzeit vor

Yanjep
898 Beiträge · seit 201723. Feb. 2026 ·
Wolfgang, was ist mit Highway, den mir Maps zeigt ? Hättest du den nicht nehmen können ?
Liebe Grüße Makra
Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200623. Feb. 2026 ·
Makra schrieb:Wolfgang, was ist mit Highway, den mir Maps zeigt ? Hättest du den nicht nehmen können ?

Den Inuvik-Tuktoyaktuk-Highway gab es damals noch nicht. Der wurde erst 2017, also 21 Jahre nach meiner Reise eröffnet.

Gruß
Wolfgang
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365 Beiträge · seit 200623. Feb. 2026 ·
Wolfgang- ein super Bericht mit sehr interessanten Hintergrundinformationen! Danke fürs teilhaben lassen

-Jörg
Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren; die zweitbeste Zeit ist: HEUTE "Afrika hat seine Geheimnisse und selbst ein weisser Mensch wird diese nie verstehen. Er kann sie aber respektieren." Miriam Makeba One elephant is killed every 15 minutes www.iworry.org
Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200623. Feb. 2026 ·
muzungu schrieb:Wolfgang- ein super Bericht mit sehr interessanten Hintergrundinformationen! Danke fürs teilhaben lassen

Gerne. Ich dachte, es schadet nicht, den Fokus von Afrika auf eine ganz andere Region der Erde zu erweitern.
Der Bericht geht aber noch kurz weiter und endet in den Rocky Mountains.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200623. Feb. 2026 ·
Am nächsten Tag ist es 17 Grad warm und sonnig. Ich laufe in kurzer Hose und T-Shirt herum und treffe zufällig einen Deutschen (ich glaube, er hieß Udo). Udo wollte hier in der Region Wandern gehen und sieht vor lauter Mückenstichen aus wie ein Streuselkuchen auf zwei Beinen. Er hatte lange Klamotten an, ein Moskitonetz überm Kopf und Winterhandschuhe aus Leder. Er ist dennoch so zerstochen worden und gab nach einem halben Tag auf und kehrte um, war also nur einen Tag draußen unterwegs.

Zu allem Überfluss hatte er sich beim Mückenmittel am Test der Stiftung Warentest orientiert und den Testsieger Autan gekauft. Ich hatte den Test im Vorfeld auch gelesen und auch das Kleingedruckte am Ende. Finanziert wurde der Test durch die Bayer AG, die damals zufällig der Hersteller von Autan war. Wegen „gesundheitlicher Bedenken“ wurden alle Mittel abgewertet und mit „mangelhaft“ beurteilt, die mehr als 5% DEET enthielten. Auf diese Weise hatte man alle wirksamen Mittel disqualifiziert und es blieb außer Autan nur noch so Esoterikkram wie Citronella übrig. Der Test taugte höchstens, um sich damit den Hintern abzuwischen.

Wir verabredeten uns für den frühen Abend in einer Kneipe. Er meinte, er würde noch eine andere Reisende fragen, die in der gleichen Unterkunft wohnen würde, ob sie mitkommen wolle.
So trafen wir uns schließlich zu dritt und es war so warm, dass wir uns an einer Tisch draußen setzten. Bei ihr habe ich überhaupt keine Erinnerung an den Namen, weiß aber noch, dass es eine noch recht junge Pastorin aus der Schweiz war und sie war tatsächlich einige Tage vor mir ebenfalls mit dem Fahrrad angekommen. Während wir so bei einem Gerstenvollkornsprudel dort sitzen und quatschen, gesellt sich ein junger Husky zu uns. Er ist ruhig und freundlich, sieht sehr gepflegt aus, sucht aber offenbar Anschluss. Er sitzt oder liegt die ganze Zeit neben unserem Tisch und beginnt irgendwann aus Langweile, den Übertopf der Pflanze zu zerbeißen, die direkt neben dem Eingang steht. Wir bemerken es erst, als wir reingehen, weil es draußen zu kühl wird.

Der Husky weiß offenbar, dass er dort nicht erwünscht ist und versucht erst gar nicht, mit hinein zu kommen.
Die Kneipe gehört einem Österreicher und unter der Decke fährt eine LGB-Modelleisenbahn. Es ist nicht nur ein Oval, auf dem ein Zug im Kreis fährt, sondern schon ein bisschen mehr mit Weichen, verschiedenen Strecken und gleichzeitig fahrenden Zügen mit automatischer Steuerung.

Als wir spätabends die Kneipe verlassen, ist es saukalt und im Frostbereich. Mit kurzer Hose und T-Shirt bin ich gerade suboptimal bekleidet. Am frühen Abend kamen mir die ca. 500 m vom Campingplatz zu Kneipe deutlich kürzer vor als jetzt der Rückweg.

Als wir die Kneipe verlassen, liegt der Husky immer noch am Tisch neben dem Eingang und wartet auf uns. Er springt sofort auf und begleitet uns. Als Udo und die Pastorin zu ihrer Unterkunft abbiegen, läuft er weiter neben mir her, als hätte ihm das jemand beigebracht. Er läuft nicht voraus, bleibt nicht zurück und weicht auch nicht seitlich ab. Er läuft einfach die ganzen 500 m einen Meter seitlich neben mir her.

Als ich ins Zelt krieche, will er mir folgen. Ich habe Bedenken, dass seine Krallen den Zeltboden beschädigen könnten und noch viel mehr, dass er womöglich ins Zelt strullern könnte und ich dann Zelt, Isomatte und Schlafsack wegwerfen könnte. Er tut mir ein bisschen leid, aber ich schubse ihn aus dem Zelt und verschließe es.

Gruß
Wolfgang
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137 Beiträge · seit 201024. Feb. 2026 ·
yanjep schrieb:🤢 🙄 🤩
Da ziehe ich einen Strand in der Karibik jederzeit vor

Yanjep
"Das Polarmeer ist nichts für Weicheier" 😄
Diesen Spruch musste ich mir im letzten Herbst 2 Wochen lang täglich im Boot meines norwegischen Angelkameraden in Nordnorwegen anhören.... 😗

Mit freundlichen Grüssen und Grinsen
Manfred
Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200626. Feb. 2026 ·
Am nächsten Morgen ist meine Gallone (ca. vier Liter) Wasser komplett zu einem Eisklotz gefroren. Da ist kein Tropfen mehr flüssig.

Hier in der Gegend gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen und ich radle zum Flughafen, um meinen Inlandsflug nach Calgary vorzuverlegen. Ich erkundige mich nach den Kosten und erfahre, dass es kostenfrei ist. Wenn ich in zwei Stunden da bin, kann ich direkt mitfliegen.
Ich radle zurück zum Campingplatz, packe mein Geraffel, stelle den Eisklotz neben die Mülltonne, bezahle den Campingplatz und radle zurück.

Hier gibt es keine Röntgengeräte für das Gepäck und man macht Stichproben. Bei mir wird die leere Benzinflasche für den Kocher bemängelt, weil sie noch ein bisschen nach Benzin riecht, obwohl sie schon drei Tage leer und offen im Vorzelt lag. Ich solle sie nochmal voll Wasser laufen lassen und ausleeren und dann wäre es ok.
Auf dem Weg ins Flugzeug wird sporadisch das Handgepäck kontrolliert. Der Typ vor mir hat ein Jagdgewehr umhängen (ein Stück weiter hinten steht noch einer). Die Frau bei der Kontrolle fragt nur, ob es entladen sei. „Na klar“, meint der Typ und holt zur Bekräftigung seiner Aussage eine handvoll Patronen aus der Jackentasche. Was würde wohl in dieser Situation in Frankfurt passieren? Hier ist es völlig normal, dass man sein Gewehr als Handgepäck mitnimmt. Die Durchsagen am Flughafen sind übrigens dreisprachig – Inuktitut, Gwich’in und als letztes Englisch.

Das Flugzeug fasst etwa 20 Passgiere. Die Start- und Landebahn ist eine Schotterpiste und es gibt vier Zwischenlandungen in kleinen Dörfern, die nur per Boot und Flugzeug erreichbar sind. Ich vermute, dass Zwischenlandungen und auch Flugroute variabel sind und davon abhängen, wer unterwegs ein- oder aussteigen will.

In Calgary gehe ich am Flughafen zum Schalter einer Autovermietung. Hier sind die verschiedenen Fahrzeugklassen abgebildet und ich will einfach das kleinste, einen Toyota Corolla. Das kleinste gerade verfügbare Fahrzeug ist ein fast fünf Meter langer Ford Explorer, den ich zum Preis des Corollas bekomme.
Bei der Kontrolle des Führerscheins sucht die Mitarbeiterin das Ablaufdatum. Ich erkläre ihr, dass es das in Deutschland nicht gäbe und sie meint, sie habe noch nie einen Führerschein ohne Ablaufdatum gesehen.

Ich fahre direkt vom Flughafen los in Richtung der Nationalparks Banff und Jasper in den Rocky Mountains …

Gruß
Wolfgang
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137 Beiträge · seit 201026. Feb. 2026 ·
Lieber Wolfgang,

ich habe mich heute früh und grad eben durch Deinen unglaublich spannenden und ungewöhnlichen Reisebericht über Alaska und Kanada gelesen, und bin mehr als geflasht. Mein Vater hat Alaska vor dieser Zeit bereist (allerdings nicht mit dem Rad, sondern mit Wasserflugzeug und Boot), um dort Fischen zu gehen, zusammen mit 2 guten Freunden, also auch nicht alleine wie Du. Er hatte auch seine Erlebnisse, die man in keiner Pauschalreise haben kann, und ich kann mir gut vorstellen, dass Dich genau diese Geschichten und Menschen unterwegs geprägt und beeindruckt haben. Deine Erzählung klingt fast wie gestern erlebt, gewürzt mit einem trockenen Humor, und sehr lebendig. Mich stört es überhaupt nicht, dass wenig Fotos enthalten sind, die, die es in den Bericht geschafft haben, zeigen mir sehr viel: Stimmungen, Landschaft, das mühevolle Leben in diesem Landstrich und die völlig anderen Wichtigkeiten im Leben.

Danke für diese Geschichte aus einer ganz anderen Welt und natürlich auch anderen Zeit.

Herzliche Grüße
Salome alias Gitta
Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200626. Feb. 2026 ·
Salome schrieb:Deine Erzählung klingt fast wie gestern erlebt, gewürzt mit einem trockenen Humor, und sehr lebendig.

Es ist tatsächlich so, dass die Erlebnisse einer solchen Radreise ungleich intensiver sind als bei einer Tour mit dem Auto (habe ich ja auch schon gemacht und daher den Vergleich). Obwohl ich damals ein Reisetagebuch geschrieben habe, habe ich diesen Bericht komplett aus dem Gedächtnis heraus geschrieben, weil selbst nach 30 Jahren alles noch so präsent ist.

Das gibt es in dieser Art nur noch von meiner Namib-Durchquerung im Südsommer 2000, von der Tour zu dem Epupafällen 2002 und von Kamerun 2003. Da könnte ich auch alles noch aus dem Gedächtnis beschreiben.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter7'315 Beiträge · seit 200626. Feb. 2026 ·
Auf dem Weg sammle ich irgendwo eine japanische Rucksacktouristin ein, die als Anhalterin am Straßenrand steht. Sie hat in Banff ein Hostel reserviert. Ich finde keine Unterkunft und nicht einmal auf dem Campingplatz bekomme ich noch einen Platz für mein Zelt, selbst wenn ich mein Auto außerhalb parke. Schließlich schlafe ich im Auto auf einem Parkplatz in der Ortsmitte, auch wenn dort Schilder das Übernachten verbieten. Ich denke, es geht vor allem darum, dass hier kein „Wohnmobilpark“ entsteht. Dass hier jemand im Auto übernachtet, darauf kommt niemand und letztlich stört es auch keinen. Das Auto würde auch dort stehen, wenn ich irgendwo ein Zimmer bekommen hätte.

Am nächsten Tag nehme ich die Japanerin wieder mit und wir besuchen einige der bekannten Seen in der Region – Lake Louise, Maligne Lake und andere und einen Gletscher. Am Abend trennen wir uns. Sie will weiter und ich muss zurück nach Calgary für den Heimflug.

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Irgendwo sitze ich nochmal an einem See. Ich trage kurze Hosen und ein T-Shirt und lasse die Reise Revue passieren. Hin und wieder sticht vereinzelt ein Moskito. Ich haue nicht mal mehr drauf. Es ist mir egal.

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Unweit stapft eine Gruppe Wanderer vorbei. Sie tragen knöchelhohe Schuhe, lange Hosen, lange Ärmel, Handschuhe und eine Moskitohaube über dem Kopf. „Seid froh, dass ihr nicht dort seid, wo diese Bekleidung angemessen wäre“, denke ich mir …
Der Reisebericht endet nun hier und ich hoffe, es war ein interessanter Ausflug in eine fremde Region mit wissenswerten Infos zur Geschichte. Die Fotos der verschiedenen Nummernschilder folgen noch. Die hingen lange im Büro und liegen momentan noch dort.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
181 Beiträge · seit 202026. Feb. 2026 ·
Danke für den kurzweiligen und spannenden Bericht!
898 Beiträge · seit 201726. Feb. 2026 ·
Hat Spaß gemacht, dich auf dieser ungewöhnlichen Reise zu begleiten - danke dafür!

Also, falls du noch einen weiteren Bericht zusammenkriegst - ich hab nix dagegen ! 😉
Liebe Grüße Makra
279 Beiträge · seit 201326. Feb. 2026 ·
Lieber Wolfgang, das war ein spannender und sehr anschaulicher Bericht. Vielen Dank! chrisanna
137 Beiträge · seit 201026. Feb. 2026 ·
Hallo Wolfgang,

Schon zu Ende ?? Und ich hätte noch sooo gerne weitergelesen... 😐
Nee, Quatsch, jetzt kommt der seriöse Teil meines Beitrags:
Zuerst einmal ein dickes Kompliment von mir für Deinen Mut, Deinen Optimismus und Dein Durchhaltevermögen, die für diese ungewöhnliche Reise nötig waren.
Am Meisten freut mich, dass alle Entbehrungen, Unannehmlichkeiten, Verletzungen und Schmerzen, die mit solchen Touren unweigerlich verbunden sind, Dich nicht von weiteren Abenteuern abgehalten haben. Ich habe eher den Eindruck, es hat Dich noch mehr angestachelt. 😄
Es ist ja schliesslich nicht der erste Reisebericht, den ich von Dir lese.... 🙂
Und jetzt natürlich ein ganz herzliches Danke für die Arbeit und Mühe, die Du Dir gemacht hast, diesen Bericht so hervorragend zu gestalten: Schön zu lesen, nie langweilig, mit charmantem Humor, und mit Nachhilfestunden in Geschichte, Geographie und Lebensweisheiten.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Kondition, Gesundheit und Abenteuerlust.
Vielleicht fällt für uns dabei ja wieder ein toller Ausnahme-Reisebericht ab. 😉

Herzliche Grüsse
Manfred
zuletzt bearbeitet 27. Feb. 2026
443 Beiträge · seit 201427. Feb. 2026 ·
Lieber Wolfgang,

schweren Herzens bin ich vom Sattel und später aus dem Auto geklettert. So kurzweilig und bereichernd - dein Reisebericht. Ansonsten schließe ich mich Manfreds Komplimenten an und bedanke mich herzlich! Wohin geht denn die nächste Tour?
Sonnige Grüße aus Aachen
Ute