Gonarezhou Teil 5Heute wollen wir aufklären, wo sie die Gorwe Plattform, die wir gestern nicht gefunden haben,
denn verstecken. Dazu machen wir uns auf ins Mabalauta camp.
Nur Chipinda und Mabalauta sind bereits vor Ostern mit Personal besetzt.
Der nette Mann an der Rezeption muss herzlich lachen, als ich ihm von unserer gestrigen Suche nach der Plattform erzähle.
Ja stimmt, die wollten sie bauen, haben sie aber bis jetzt nicht, meint er.
Und dass wir die Stelle wo sie die Plattform bauen wollten, also die ursprüngliche Gorwe wilderness campsite nicht finden konnten, wundert ihn auch nicht, da der Platz erst kurz vor Ostern wieder gerodet werden würde.
Dass wir nicht in Malugwe, am fast trockenen Schlammloch bleiben wollten, versteht er,
und bietet uns an frei zu wählen, wo wir die beiden entgangenen Nächte verbringen wollen.
Wir entscheiden uns die heutige Nacht hier in Mabalauta zu bleiben,
und eine weitere Nacht zu unserer bereits gebuchten, auf der campsite von Rossi Pools anzuhängen.
Die Idee findet er großartig, weil Rossi Pools, the most beautiful site in this area, wäre.
Wir sind gespannt und so neugierig, dass wir uns gleich auf den Weg machen; nur schauen was uns dann morgen erwartet.
Über Malilangani und die Muwatomba Pools, eine landschaftlich wunderschöne Strecke,
erreichen wir, nachdem es Chris gelungen ist einen kleinen Baum der über den Zufahrtsweg gefallen war etwas zur Seite zu räumen, die Rossi Pools campsite und sind begeistert, nur nicht vom Nieselregen,der alles in eintöniges Grau hüllt.
Die Zufahrt zum Mabalauta camp, führt über einen stromführenden Weiderost;
auch das gesamte camp ist mit einem Elektrospanndraht gegen das Eindringen von Elefanten gesichert.
Auf der anderen Seite der Buschflugzeuglandebahn, die vor dem camp liegt,
geht eine sechsköpfige Gruppe stattlicher Elefantenbullen entlang.
Wir wählen die einzige campsite (Nr 3), die zumindest etwas an Sicht auf den Nuanetsi bietet,
bei allen anderen ist die Vegetation bereits zu hoch.
Ein ordentlicher Platz mit gemauerter Tisch-Bank-Kombi, ein gemauerter Grill, und ein Wasseranschluss sind vorhanden.
Es gibt zwei Sanitärhäuschen mit Licht die jeweils eine Dusche, ein WC, und ein Handwaschbecken, für Frauen,
und das selbe für Männer bieten.
Es dämmert bereits als ich zuerst glaube, dass mich meine Augen täuschen, aber zwei campsites von uns entfernt,
steht da tatsächlich ein großer Elefantenbulle und knackt die Zweige eines Busches.
Wie kommt der denn daher, obwohl es einen Elektrozaun gibt? Er frisst sich den Weg zum Sanitärhäuschen entlang,
das etwa 50 Meter von uns entfernt steht, überlegt kurz zu unserer campsite abzubiegen,
entscheidet sich dann aber geradeaus weiter, in Richtung der Rezeption zu gehen, bevor er in der Dunkelheit verschwindet.
Wir grillen eine ansehliche Menge an Boerewors, weil die auch noch kalt zum Frühstück gut schmeckt,
und dazu ein paar Kartoffeln aus einem 5 kg Sack, den wir in Chiredzi mangels Verfügbarkeit kleinerer Gebinde gekauft hatten.
Die Wurst ist exakt so, wie wir sie so gar nicht mögen; recht ungewürzt, ziemlich fettig, und mit kleinen Knorpeln drin.
Essen wegzuwerfen geht gar nicht, deshalb packe ich sie in Folie und in den Kühlschrank;
vielleicht findet sich ja morgen jemand der sie mag.
Am Morgen gehts zuerst zur Rezeption; wir wollen Diesel kaufen.
Der nette Rezeptionist fragt mich nach dem Betrag um welchen wir tanken wollen,
errechnet daraus die Menge die wir dafür bekommen werden, und stellt eine Art Gutschein darüber aus.
Um an den Treibstoff zu kommen, müssen wir ins Makonde camp, wo die Angestellten untergebracht sind.
Ich nutze die Gelegenheit und frage den Mann, wie es denn sein kann, dass trotz Elektrozaun gestern Abend ein Elefant im camp war. Er findet immer einen Weg ins camp, trotz Elektrozaun, und es ist ein ganz netter Elefantenbulle, der nur dann grantig wird,
wenn man versucht ihn aus dem camp zu vertreiben, antwortet der Rezeptionist.
Auf dem Weg aus dem camp verschenken wir die Boere an ein paar Arbeiter die dabei sind das hohe Gras zwischen den campsites zu kürzen.
Im Makonde camp weist uns ein Angestellter den Weg zur Zapfsäule.
Ein junger Mann, der Tankwart, prüft unseren Dieselgutschein, und betankt den Wagen.
Chris plaudert einstweilen ein wenig mit ihm, und gibt ihm einen U$ Trinkgeld.
Jetzt, so sagt der junge Mann, kann er sich mittags im shop für die hier Arbeitenden,
ein cookie und einen soft drink kaufen; und er strahlt übers ganze Gesicht.
Mir fallen unsere Kartoffeln im 5 kg Sack ein, von denen wir gestern nur ein paar entnommen haben.
Mögen sie Kartoffeln?, frage ich ihn. Als Geschenk?, antwortet er ungläubig.
Ja natürlich als Geschenk! Ich steige aus, hieve den Sack aus einer Seitenklappe,
und überreiche ihn dem staunenden Mann. Der stammelt gefühlte hundert Danke,
und ist vor Freude den Tränen nahe; ich auch, weil ich mir niemals hätte vorstellen können oder wollen,
wie glücklich ein Sack Kartoffeln jemanden machen kann!
Über die Malipati Brücke, die auch ein Zyklon zur Hälfte weggespült hat, fahren wir auf die andere Seite des Nuanetsi,
und dann diesem entlang nach Norden. Wir passieren ein großes Wasserloch an dem aber niemand zu sehen ist.
Ein Stück weiter erkennen wir die Rossi Pools campsite am anderen Ufer, bevor wir unkehren,
um zu unserem heutigen Übernachtungsplatz zurückzufahren.
Rossi Pools ist eigentlich eine riesige Lapa, die oben auf einer Klippe gebaut ist.
Sie ist überdacht, und zwei gemauerte Tische sind ihre Einrichtung. Sie bietet freie Sicht über den Nuanetsi,
sowohl in südlicher, wie auch in nördlicher Richtung. Es gibt sogar Stufen auf die Felsvorsprünge vor und neben der Lapa,
wo man in schwindelerregender Höhe, seine Campingsesseln hinstellen kann um die Aussicht zu genießen.
Vor der Lapa steht ein uriger Griller, und etwas abseits, ein Plumsklo.
Es ist bereits dunkel, als wir in unmittelbarer Umgebung einen Elefanten hören,
der einen Baum nach dem anderen zu knicken scheint, und dabei immer näher kommt.
Erst als wir sicher sind, dass sich der lautstarke Elefant wieder entfernt, verlassen wir die Lapa und klettern ins Auto.
Zum nahen Gebrüll von Löwen, schlafe ich schließlich ein.
Gruß Gina