franzicke2'085 Beiträge · seit 201221. Dez. 2023 ·
Guten Morgen Berti, dir kann ich's ja verraten ... zumal wir ja wissen, wie viel Glück die Betti und der Thomas normalerweise mit ihren Guides und mit tollen Sichtungen haben - ich musste tatsächlich ein bisschen lachen über den Tiefpunkt 🤪 Das hat jetzt mal gaaar nix mit Schadenfreude zu tun, ich stelle mir die Situation einfach leicht grotesk vor, wenn alle schimpfen und der Guide unverdrossen weiterplaudert und an allem vorbeifährt, was einen Stopp wert wäre.
Und jetzt mal zu dir Betti, ich bin sehr begeistert über dein Dranbleiben! Und ganz vielleicht wird das ja sogar noch was mit Tango in diesem Jahr??? Wir sind hier auch in den letzten Vorbereitungen für die Feierlichkeiten und haben sogar für Silvester dieses Mal einen ausgefuchsten Plan 😎 Liebe Grüße vom Kap
Lieber Berti, liebe Betty, euer Reisebericht und die Bilder sind fantastisch. Es war eine wahre Freude die Reise ein kleines bisschen miterleben zu dürfen. Mit jeder Zeile ist meine Botswana Sehnsucht gewachsen. So Gott will und wir leben, werden wir in zwei Jahren mit eigenen Füßen auf botswanischem Boden stehen. Mir gefällt das ihr eure Wünsche bei den Guides angebracht und nicht gleich nachgegeben habt.
Wir hatten dieses Jahr in Südafrika einige herausragend gute Guides und ein paar, die eindeutig den falschen Beruf ergriffen und uns den ganzen Drive verdorben haben. Euer gespaltenes Herz bezüglich Trinkgeld kann ich bestens nachempfinden.
Auch eure Besonnenheit bezüglich Kubu Island fand ich sehr sympathisch. Einige von euren Unterkünften stehen auch bei uns im Reiseplan. Euer Vergleich zwischen Hütte und Zelt im Kwando Tree House hat mich meine Übernachtungswünsche überdenken lassen. Eure Erfahrung wann die bessere Zeit am Chobe für Boot oder Drive ist, hilft mir auch dabei, den Massentourismus zu umgehen. Danke für die vielen hilfreichen Tipps. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung. Euch beiden eine schöne Weihnachtszeit. Liebe Grüße, Silvia
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201621. Dez. 2023 ·
franzicke schrieb:ich musste tatsächlich ein bisschen lachen über den Tiefpunkt. Das hat jetzt mal gaaar nix mit Schadenfreude zu tun, ich stelle mir die Situation einfach leicht grotesk vor, wenn alle schimpfen und der Guide unverdrossen weiterplaudert und an allem vorbeifährt, was einen Stopp wert wäre.
Geschenkt. Ich kann selbst auch drüber lachen. Das war schon absurd... Der schlechteste Gamedrive ever...
franzicke schrieb:und haben sogar für Silvester dieses Mal einen ausgefuchsten Plan
Soso?! Jetzt bin ich neugierig... Ich hatte unseren Nicht-Plan gar nicht schlecht gefunden... 😎
Nacho schrieb:euer Reisebericht und die Bilder sind fantastisch. Es war eine wahre Freude die Reise ein kleines bisschen miterleben zu dürfen.
Vielen lieben Dank, Silvia, das ist ganz wunderbar zu hören und freut uns sehr!!!
Nacho schrieb:Wir hatten dieses Jahr in Südafrika einige herausragend gute Guides und ein paar, die eindeutig den falschen Beruf ergriffen und uns den ganzen Drive verdorben haben.
Ja, das gibt es leider und ich denke auch gar nicht so selten. Hat sicher viel mit entsprechender Ausbildung zu tun. Und vor allem auch mit Engagement.
Nacho schrieb:Auch eure Besonnenheit bezüglich Kubu Island fand ich sehr sympathisch.
🙂
Nacho schrieb:Euer Vergleich zwischen Hütte und Zelt im Kwando Tree House hat mich meine Übernachtungswünsche überdenken lassen.
Vielleicht nochmal etwas genauer an der Stelle, wenn ihr dort auch übernachten möchtet: Am Ende ist ja immer alles Geschmackssache. Die Zelte sind von der Fläche her viel kleiner, aber wiederum von der Größe her auch sehr ausreichend. Sie liegen direkt im Garten am Fluss, mit freiem Blick aufs Wasser, was ich sehr viel schöner finde. Beim Tree House ist die Sicht eingeschränkt wegen der Bäume und Sträucher, außerdem ist es darin tendenziell dunkel. Die Bäume sorgen aber natürlich für Schatten, dadurch ist die Hitze in den Häusern wohl besser zu ertragen als in den Zelten. Um zu den Tree Houses zu gelangen, muss man an der Rezeption vorbei und quer über den Parkplatz. Das sind nur ein paar Meter, aber rein atmosphärisch fanden wir es schöner, innerhalb der Gartenanlage zu sein und auch zu bleiben.
Nacho schrieb:Euch beiden eine schöne Weihnachtszeit.
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201621. Dez. 2023 ·
15. September: Stippvisite bei der Shametu River Lodge
Das leckere Frühstück im Camp Kwando mit Blick auf den Fluss war noch einmal ein Highlight, danach machten wir uns in aller Ruhe auf den Weg nach Divundu.
Die Zwischenübernachtung bei der nur knapp 240 Kilometer von Kongola entfernten Shametu River Lodge wäre wohl nicht zwingend notwendig gewesen. Doch ich hatte viel Positives über die Lodge gelesen und wollte sie einmal ausprobieren. Auch reizte uns ein Ausflug zur Buffalo Core Area, zudem könnten wir morgens auf dem Weg zur Grenze durch den Mahango Nationalpark fahren und bei einer frühzeitigen Ankunft vielleicht auch mehr von der Xaro Lodge haben, von der wir uns viel versprachen und auf die wir uns sehr freuten. Es gab also nicht den einen Grund, sondern eine ganze Reihe von Argumenten für diese Station.
Blick auf den Okovango von der Shametu River Lodge
Unterwegs an der schnurgeraden B8 gab es einiges zu sehen, das war beim letzten Mal nicht so gewesen, es musste wohl an der frühen Tageszeit liegen. Ground Hornbills, Elefanten, Rappenantilopen, da konnte man nicht meckern.
Auch diesmal waren wir wieder vor der Check-In-Zeit am Ziel, das Zimmer war noch nicht fertig. Wir parkten unsere Taschen an der Rezeption und gingen die Treppen vom Restaurant hinunter zum Fluss. Die großzügige, sattgrüne und gepflegte Anlage gefiel uns sehr, besonders einladend fanden wir die Zelte in der ersten Reihe mit direktem Blick aufs Wasser und die Popa Falls. Für die eine Nacht hatten wir uns allerdings für eine etwas kostengünstigere Variante ein Stück weiter hinten inmitten der Bäume entschieden.
Blick auf die Popa Falls
Die Wartezeit verbrachten wir komfortabel am Pool. Ich schob meinen Liegestuhl in den Schatten und relaxte, während Thomas die Nachrichten checkte und mir die wichtigsten vorlas. Später am Mittag bezogen wir unser Häuschen, das etwas abseits lag, aber hübsch eingerichtet und picobello sauber war.
Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg in die Buffalo Core Area des Bwabwata National Park und fuhren ein ganzes Stück auf der B8 zum Gate zurück.
Der Park packte uns auf Anhieb. Eine wilde Landschaft, kaum Autos, aber dafür Tiere satt, vor allem Büffel und Elefanten. Das gefiel uns richtig gut. Der Park liegt zum Teil auf dem Gelände einer alten Militärstation, doch schon längst haben Affen und Elis das Territorium zurückerobert und bevölkern die Ruinen.
Eine Büffelherde hatte sich unter das Dach einiger rosa blühender Kalahari Apple-Leaf-Trees verzogen. Eine unerwartete Pracht inmitten der trockenen Savanne.
Als die Hitze des Tages am Nachmittag nachließ, zogen die Elefanten in Scharen hinunter zu den Ebenen am Okavango. Am anderen Ufer sahen wir den Mahango Nationalpark.
Bei Einbruch der Dämmerung fuhren wir zurück, ganz begeistert von diesem schönen Park.
Später am Abend wurden wir bei unserem Chalet schon von tierischen Nachbarn erwartet, die sich selbst eingeladen hatten. Draußen auf der Fußmatte lauerte eine gut handtellergroße Spinne, die nicht gerade sympathisch wirkte,...
...drinnen ein nicht ganz so unwillkommener Gast, den wir mithilfe eines Glases nach draußen bugsierten, wo er munter davonhüpfte. Später fragten wir einen Guide nach dieser Spinne (Wolfsspinne?!, danke, Elvira!), ein Biss kann wohl zumindest eine heftige und schmerzhafte Schwellung nach sich ziehen. Brrrr...
Sämtlicher unfreiwilliger Haustiere entledigt, schliefen wir tief und fest und waren am nächsten Morgen topfit. Kurz nach Sonnenaufgang streiften wir über die Anlage und noch einmal hinunter zum Okavango. Die Morgenstimmung war herrlich.
Beim Frühstück bekamen wir Gesellschaft von einem Vogel, der mir fast auf dem Teller saß. Er war aber auch zu hübsch - und wusste das ganz genau.
Charmeoffensive beim Frühstück
Danach hieß es schon wieder Sachen packen, hier hätte ich gerne noch einen Tag verbracht mit einem weiteren Ausflug in die Buffalo Core Area.
Zumindest die Mahango Core Area stand aber an diesem Vormittag noch auf dem Programm, denn praktischerweise muss man nicht zwingend über die Hauptpiste zur Grenze fahren. Die Alternative führt parallel über zwölf Kilometer durch diesen Teil des Bwabwata Nationalparks.
Was bin ich? Wohl ein kleiner Martial Eagle (Danke Bele!)
Am Gate staunten wir nicht schlecht. Hier hatte sich seit 2019 einiges verändert. In dem nagelneuen Flachbau, in dem Thomas unseren Obolus für den Zutritt zahlte, saß jedoch ein bekanntes Gesicht. Die zuvor eher knurrige Dame taute sichtlich auf, als Thomas sie auf ihren Aufstieg und das schmucke Häuschen ansprach.
Kurz hinterm Eingang zogen Pferdeantilopen über die staubige Ebene.
Wir freuten uns über jede Begegnung und fuhren ein Stück an der hübschen Riverfront entlang. Hier hatten wir einst unter dem uralten Baobab-Giganten gestanden, der 2020 im Unwetter von Wind oder Blitz zerstört wurde. Das ist wirklich sehr schade.
Berti unterm Baobab 2019
Viel zu schnell waren die zwölf Kilometer vorbei...
...und wir am Mohembo Borderpost. Die Formalitäten war ratzfatz erledigt und schon rollten wir über die Grenze. Botswana hatte uns wieder.
Champagner8'721 Beiträge · seit 201021. Dez. 2023 ·
Guten Abend Betti,
mit Genuss habe ich die letzten Episoden gelesen und die schönen Fotos angeschaut - da vergisst man kurzzeitig das Pisswetter da draußen 🙂 (den missglückten Game-Drive lass' ich mal außen vor 😎 ).
Und bei dem Greif im Baum würde ich eher zu einem jungen Martial Eagle tendieren, aber das ist eher geraten als gewusst, Reinzoomen ins Foto hat wenig Erleuchtung gebracht.
Danke für die vergnügliche Lektüre an diesem nasskaltdunklen Abend und liebe Grüße (auch an die Jungs 😛 ) von Bele
Bushtruckers1'580 Beiträge · seit 201421. Dez. 2023 ·
Hallo Betty und Berty
auf den ersten Blick sieht die Spinne nach einer Wolfsspinne aus. Auf Facebook hat es Spinnenseiten fuers suedliche Afrika. Wenn Ihr nicht auf FB seid und mir die Erlaubnis gebt, hole ich naehere Angaben ein.
Tolle Aufnahmen, schoen Euch zu folgen.
Liebe Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
Strelitzie2'847 Beiträge · seit 201121. Dez. 2023 ·
Hallo Betty, nachdem mein Kopf jetzt wieder lesen und auch verstehen kann, bin ich jetzt mit tiefem Seufzen mit euch auf Kubu Island. Die olfaktorische Belastung stört mich derzeit gar nicht - ist eh alles dicht. Die Nacht im Auto wäre schon ungemütlicher , aber ihr seid voll entschädigt. Wunderschöne, stimmungsvolle Aufnahmen. Ich habe die Stille mitempfunden. Und für mich, Sicherheitsfahrer und wenig abenteuerlustig, ist die Entscheidung, nicht selbst zu fahren, absolut richtig - weil entspanntes Genießen möglich ist. Die Nata Lodge fanden wir auch gut, kamen recht spät an, weil auch wir erst das italienische Geschwindiigkeitsmessgerät in Augenschein genommen hatten. Jetzt bin ich gespannt auf die Chobe Safari - da hatten wir sehr gemischte, völlig gegensätzliche Erfahrungen. Und ich habe auf! dem Büffet die größte und schillerndste Kakerlake meines Lebens gesehen 🤩
was für eine schöne Aufmunterung bei diesem Sauwetter! Danke für die wunderbaren Bilder und den kurzweiligen Bericht. Ich notiere mir fleißig Unterkünfte und Eure Eindrücke, das fließt dann in meine Planung für eine nächste Reise mit ein, wann immer die auch sein wird! 🤩
heute Vormittag hatte ich endlich die Zeit, um mich mit eurem Bericht zu beschäftigen. Tja, was soll ich sagen ? Die Bilder sind wirklich hervorragend ! Gerade der Teil "Boteti" und "Chobe" weckt in mir eine Menge Erinnerungen und ja ! Tief seufzen musste ich auch noch. Leider sind meine Frau und ich keine Selbstfahrer (und schon gar keine Camper), denn bei diesen Touren kommt mir schon der Gedanke: Es müsste toll sein, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein und über diese oder jene Fotoperspektive zu diskutieren oder abends die frische "Fotobeute" zu teilen. Ich glaube so war es z.B. bei einer Bele-Tour mit Fotomatte etc. Aber vielleicht ist es gut so, wie es ist. Es könnte sein, dass meine Frau sonst "am Rad drehen" würde, wenn es nur noch um Fotos, Fotos, Fotos ginge 😄 😄 😄 Wie dem auch sei, eure Reise mit den dazugehörigen Bildern war für mich sehr, sehr kurzweilig. Ganz liebe Grüsse Walter
wie immer ein schmissiger Bericht zu hochklassigen Fotos, vielen Dank für die Kurzweil!
Frohe Wienacht JP
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201623. Dez. 2023 ·
Guten Morgen ihr Lieben,
so viel tolle Post, das ist ja schon wie Weihnachten! 🙂 😘
Champagner schrieb:mit Genuss habe ich die letzten Episoden gelesen und die schönen Fotos angeschaut - da vergisst man kurzzeitig das Pisswetter da draußen
Puh, also hier auch... Da brauch ich auch Ablenkung. Schön, dass es auch bei dir funktioniert. 🙂
Champagner schrieb:Deine Bäume heißen vermutlich Kalahari Apple-Leaf-Trees. Und bei dem Greif im Baum würde ich eher zu einem jungen Martial Eagle tendieren
Vielen Dank! Die Bäume stimmen definitiv, ich erinnere mich an den Namen. Und beim kleinen Adler (schade, dass er so weit weg war, er war wirklich sehr süß) scheint mir das doch auch sehr viel wahrscheinlicher als meine Vermutung.
Champagner schrieb:und liebe Grüße (auch an die Jungs 😛 )
Herzliche Grüße zurück. 😎
Bushtruckers schrieb:auf den ersten Blick sieht die Spinne nach einer Wolfsspinne aus. Auf Facebook hat es Spinnenseiten fuers suedliche Afrika. Wenn Ihr nicht auf FB seid und mir die Erlaubnis gebt, hole ich naehere Angaben ein.
Also zumindest ich bin nicht auf FB. Das wäre super, wenn du das nachschauen könntest! 1000 Dank für das Angebot!
Bushtruckers schrieb:Tolle Aufnahmen, schoen Euch zu folgen.
🤪 😘
Strelitzie schrieb:nachdem mein Kopf jetzt wieder lesen und auch verstehen kann
Ach, du auch.... 😐 Aber gut, dass es offenbar schon besser geht!
Strelitzie schrieb:Die olfaktorische Belastung stört mich derzeit gar nicht - ist eh alles dicht. Ich habe die Stille mitempfunden.
😄 Ja, die Stille. Das war schön!
Strelitzie schrieb:Die Nata Lodge fanden wir auch gut, kamen recht spät an, weil auch wir erst das italienische Geschwindigkeitsmessgerät in Augenschein genommen hatten.
🙄 Au man. Uns hat es später auch noch erwischt - kommt noch.
Strelitzie schrieb:Und ich habe auf! dem Büffet die größte und schillerndste Kakerlake meines Lebens gesehen
Oha, meine Insektenphobie ist durch unsere Reisen schon zwangsläufig viel besser geworden, aber bei Kakerlaken bin ich auch sowas von raus. Und dann beim Essen, das ist schon sehr hart... 🤢
TinuHH schrieb:Ich notiere mir fleißig Unterkünfte und Eure Eindrücke, das fließt dann in meine Planung für eine nächste Reise mit ein, wann immer die auch sein wird!
🙂 Hoffentlich müsst ihr nicht allzu lange Warten! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im neuen Jahr!
leofant schrieb:Die Bilder sind wirklich hervorragend!
😊 Vielen Dank, lieber Walter!
leofant schrieb:Leider sind meine Frau und ich keine Selbstfahrer (und schon gar keine Camper), denn bei diesen Touren kommt mir schon der Gedanke: Es müsste toll sein, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein und über diese oder jene Fotoperspektive zu diskutieren oder abends die frische "Fotobeute" zu teilen.
Gut möglich, aber Camper sind wir ja auch nicht und solche richtigen Fotoreisen, wie es sie gibt, haben wir auch noch nicht gemacht, das wäre uns auch schlichtweg zu teuer. Insofern kennen wir diesen Austausch auch nicht.
leofant schrieb:Aber vielleicht ist es gut so, wie es ist. Es könnte sein, dass meine Frau sonst "am Rad drehen" würde, wenn es nur noch um Fotos, Fotos, Fotos ginge
Ein guter Punkt. Denn es ist bei uns ja auch immer noch Urlaub, und das Fotografieren darf auch irgendwie thematisch nicht ausarten. Gelingt uns beiden nicht immer.
JP K schrieb:wie immer ein schmissiger Bericht zu hochklassigen Fotos, vielen Dank für die Kurzweil!
Merci! 🙂
Hier gibt es gleich noch ein Kapitel und auch über die Feiertage geht es munter weiter, denn am 30. sitzen wir im Flieger. Je weiter ich bis dahin komme, desto besser.
Ich wünsche euch ein schönes Fest! Noch einmal vielen Dank für eure Begleitung auf dieser virtuellen Reise, das macht große Freude!
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201623. Dez. 2023 ·
16. September: Wiedersehen am Okavango
Von der Grenze nach Shakawe war es nur noch ein Katzensprung. Wir hatten etwas gegrübelt, wie genau eigentlich die Anfahrt zur Xaro Lodge laufen sollte, die auf einer Halbinsel liegt. Das Navi spuckte eine andere Route aus als die etwas unzulängliche Beschreibung in unserem Reiseablauf, laut der die Lodge nur via Bootstransfer zu erreichen ist.
Auf Nachfrage hatten wir noch einmal etwas genauere Instruktionen bekommen, das Ziel sollte eine Adresse bei Samochima Village kurz hinter Shakawe sein. Am frühen Mittag standen wir nun also vor einem umzäunten Gelände beim Fluss, das sich als Parkplatz der Xaro Lodge erwies. Von hier würde das Boot starten.
Wir rollten durch das Tor und wurden von einem Mädchen sehr freundlich in Empfang genommen, wir seien allerdings zu früh und der Bootstransfer starte erst in zwei Stunden. Von einer Uhrzeit wussten wir nichts, wohl ein Versäumnis der Agentur.
Für das wir allerdings nichts konnten, was sollten wir nun anfangen in dieser brütend heißen Einöde? Unter dieser Prämisse hätten wir sogar am Morgen noch die Buffalo Core Area besuchen können, dachte ich unglücklich und sagte das auch. Die junge Frau, ebenfalls ratlos, telefonierte nun mit der Lodge. Mit Erfolg: Sie würden zeitnah ein Boot schicken. Uff, da waren wir wirklich froh.
Wir packten die Sachen um, die wir mitnehmen wollten, der Rest blieb im Auto, das ich in eine Garage fuhr. Dann gingen wir zum Steg, wo uns der Bootsführer schon entgegenkam. Wir schüttelten uns die Hände und mein Hirn ratterte. "Wir kennen uns", sagte ich überrascht.
Das Rätsel war schnell gelüftet. Ray war schon 2019 bei Drotsky's unser Guide gewesen, und wir hatten nur die besten Erinnerungen. Er ist nicht nur ein Meister seines Fachs, sondern auch ein ausgesprochen sympathischer Typ mit einem Herz aus Gold. "Er liebt die Natur und seine Gäste", habe ich damals im Reisebericht geschrieben - und daran hat sich auch nichts geändert.
Ray war es auch, der unsere Rückkehr ohne es zu ahnen überhaupt angestoßen hatte. Denn er hatte uns 2019 die Xaro Lodge gezeigt, als wir im Boot daran vorbei fuhren. Nur eine kleine Episode, die jedoch Spuren hinterließ und bei mir den Wunsch auslöste, diesen Ort eines Tages zu besuchen. Dieser Traum wurde nun wahr.
Wir freuten uns sehr, ihn wiederzusehen. Und es kam noch besser, denn er würde in den nächsten Tagen unser persönlicher Guide sein. Dass wir ein Boot für uns allein haben würden, war uns gar nicht klar gewesen.
Ray, engagiert wie eh und je, machte aus dem Transfer gleich eine erste kleine Safari. Ich liebe die scheinbar endlose, von Papyrus gesäumte Flusslandschaft. Es war einfach wunderbar, wieder hier zu sein.
In einer kleinen Bucht schwamm der lose Kopf eines Hippos wie ein Korken an der Oberfläche und verschwand von Zeit zu Zeit unter Wasser, wenn eins der vielen Krokodile von unten daran zog. Mit einem leisen "Plopp" tauchte er dann kurz darauf wieder auf und das schaurige Spiel ging von vorne los.
Gut 20 Minuten später hatten wir die Lodge erreicht, wo uns am Steg Managerin Romy erwartete und außerdem eine junge Frau, die aussah wie die ältere Ausgabe des Mädchens am Parkplatz. Tatsächlich ist Metti die ältere Schwester von Lilly und beide sind Töchter von Ray.
Ich kletterte aus dem Boot, blickte über den Fluss und die gepflegte Anlage mit den Zelten unter Palmen, eine zauberhafte, stille Oase inmitten der Natur. Ich wusste sofort: Das ist genau unser Ding.
Die Zelte sind alle schön, haben alle eine Top-Lage. Warum auch immer, wir bekamen das Honeymoon-Zelt am Ende des Geländes, der unaufdringliche Luxus, der Blick über den Fluss, der Weg über den Steg, wir mochten alles daran.
Glücklich richteten wir uns ein, dann streiften wir durch den riesigen Garten, dessen Grenzen wir nicht allein verlassen sollten. Oft waren Elefanten in der Nähe und kamen zuweilen ins Camp, am letzten Tag erlebten wir das.
Später setzten wir uns an die Feuerstelle, sie würde abends ein Lieblingsplatz werden, der Fluss lief genau auf uns zu. Ein Boot brachte weitere Gäste, sie winkten und riefen: "Naaaa Betti, wo is'n nu der Elsterwürger?" Ich brach fast zusammen, das gab's ja gar nicht - es waren unsere Berliner und Stuttgarter Freunde, die wir am Chobe kennengelernt hatten. Wir freuten uns sehr, das konnte nur lustig werden.
Am Nachmittag fuhren wir in dem kleinen, flachen Boot flussaufwärts in Richtung Shakawe. Und kamen kaum vom Fleck, weil es schon direkt bei der Lodge so viel zu sehen gab.
Ray entging nichts. Er beherrscht sein Boot, kennt sich mit den Lichtverhältnissen beim Fotografieren aus, dazu sein sonniges Gemüt - er ist der perfekte Begleiter.
Jugendlicher White-Fronted Bee-Eater
Wie in Zeitlupe glitten wir durch die Landschaft, die so friedlich wirkte. Nur ein paar Angler trafen wir unterwegs.
Wir freuten uns über die vielen Skimmer, die über den Fluss und an unserem Boot vorbeijagten.
Als es im Gras raschelte und knackte, brachte Ray das Boot flugs am Ufer in Position. Kurz darauf liefen zwei Elefanten direkt an uns vorbei.
Eine tolle Begegnung, die wir 2019 nicht gehabt hatten. Da hatten wir nur einen toten Elefanten gefunden, also eine eher traurige Episode.
Kurz vor Sonnenuntergang kehrten wir um. Die Landschaft flog an uns vorbei, die Luft wurde kühler, der Himmel rot - was für ein Leben!
Nach fast dreieinhalb Stunden waren wir zurück, ganz erfüllt von der schönen Tour - und es würden ja noch einige kommen.
Wir duschten, überspielten die Fotos und winkten dann Ray, der uns nach Einbruch der Dunkelheit am Zelt einsammeln und begleiten musste. In unserer direkten Nachbarschaft zeigte er uns eine Waldeule im Baum.
Zum Abendessen hatte sich Romy etwas einfallen lassen. Die Tische standen weit verteilt im Garten, wir nahmen den unten am Fluss. Ich bin keine große Romantikerin, aber dieses naturnahe Dinner im Kerzenschein, das hatte was. Das Essen war grandios, die Atmosphäre überragend. Im Mondschein sahen wir die Krokodile lautlos an uns vorbei durchs Wasser gleiten.
Später setzten wir uns ans Feuer, die anderen kamen dazu. Wir quatschten und tranken Amarula, erstaunlich, was es nach nur wenigen Tagen auf Reisen so alles zu erzählen gibt.
Schließlich brachte uns Ray zurück zum Zelt, die Eule war immer noch da.
Im Bett hörte ich die Elefanten hinter uns im Gras. Was war das nur für ein wunderbarer Ort.
Bushtruckers1'580 Beiträge · seit 201423. Dez. 2023 ·
Hallo Betty
ich habe Antwort bekommen und hier ist der Link zu Wikipedia. Ich bin froh, dass die Afrikanschen Kammspinnen nicht so arg sind, wie die Suedamerikanische. Aber beeindruckend sind sie dennoch mit ihrer Groesse.
Bestimmen tue ich gerne.
Viele Gruesse Elvira
Safaris in Ostafrika
Bush Trucker Tours
www.bushtrucker.ch
Elvira Wolfer
Zubucher- und individuelle Safaris
Liebe Betty, dein Reisebericht und die Fotos versetzen mich wirklich in Begeisterung und machen einen Tagträumer aus mir, der am liebsten noch heute die Koffer packen möchte. Die Xaro Lodge steht bei uns ebenfalls auf der Unterkunftsliste. Wie viele Nächte würdest du dort empfehlen? Gut, dass du das mit der Abholzeit für den Bootstransfair erwähnt hast. Das konnte ich mir gleich notieren und für den Anreisetag in Namibia noch eine Aktivität einplanen. Xaro liegt mit unserer Planung nur 1,5 Std. von der vorherigen Lodge entfernt.
Ich warte mit großer Vorfreude auf die Fortsetzung deines Reiseberichtes. Frohe Weihnachten, Silvia
Wieder lese ich mit grosser Begeisterung euren Reisebericht mit den fantastischen Fotos. Wir waren vor 5 Jahren in Botswana, mit Fahrer in Kleingruppe und in Lodges. Romy begrüßte uns ganz herzlich und kam auch aus München, wie wir.
Absolutes Highlight der ganzen Reise war die Xaro Lodge.....ein einziger Traum. Unser Guide war Thomas und ich trage heute noch die Kette aus Schilfblätter, die seine Schwester gemacht hat. Nachts hat mich eine Eule mit ihrem merkwürdigen Geschrei zu Tode erschreckt, die im Baum über unserem Zelt wohnte und die Elefanten waren auch ganz dicht an unserem Zelt.
Ich erlebe unseren Aufenthalt dort mit eurem Bericht gerade nochmal hautnah und freue mich auf die Weiterreise und die nächste "Nachtlektüre".
Frohe Weihnachten und viele schöne Reisen mit Reiseberichten im nächsten Jahr.
Liebe Betti! Und wenn das fünfte Lichtlein brennt ... hätt ich fast deinen Reisebericht verpennt! 😗 Nun da die "stade" Zeit auf die Zielgerade einbiegt habe ich deinen Reisebericht entdeckt und kann nur sagen: Unglaublich schön und stimmungsvoll sind eure Fotos wieder, spannend und informativ deine Texte! Da das Sch..wetter uns auch hier im Süden fest im Griff hat - es wechselt zwischen Schneesturm und sintflutartigem Regen 😠 - kommen die wunderschönen Bilder und die fast spürbare Wärme Afrikas wie gerufen! Vielen Dank - bin schon sehr gespannt wie es weiter geht! Wünsche dir und deiner Familie ein frohes Weihnachtsfest und schöne Tage! Viele Grüße, Kathrin
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201624. Dez. 2023 ·
Guten Morgen ihr Lieben,
ihr seid ja sicher alle sehr brav gewesen und werdet heute reichlich beschenkt. 🙂
Bushtruckers schrieb:Ich bin froh, dass die Afrikanschen Kammspinnen nicht so arg sind, wie die Suedamerikanische. Aber beeindruckend sind sie dennoch mit ihrer Groesse.
Uhhh, da bin ich auch froh. Und auch darüber, dass sie es nicht bis in unser Zimmer geschafft hat. 😎 Vielen lieben Dank fürs Bestimmen, liebe Elvira!
Nacho schrieb:Liebe Betty, dein Reisebericht und die Fotos versetzen mich wirklich in Begeisterung und machen einen Tagträumer aus mir, der am liebsten noch heute die Koffer packen möchte.
🙂 🙂 🙂
Nacho schrieb:Wie viele Nächte würdest du dort empfehlen?
Wir hätten auch noch gut eine dritte Nacht dort verbringen können, wir lieben die Gegend und das Bootfahren und es war einfach auch schön, in dieser tollen Lodge zu sein. Zwei Nächte sind das Minimum, aber damit hat man dann dort auch schon alles sehr gut erkundet. Ist am Ende sicher auch eine Frage von Zeit- und Geldpotenzial.
Nacho schrieb:Xaro liegt mit unserer Planung nur 1,5 Std. von der vorherigen Lodge entfernt.
Das war bei uns ähnlich, das ist gut, dann könnt ihr morgens tatsächlich noch was unternehmen. Wir hätten eigentlich vom lokalen Veranstalter über die Zeiten informiert werden sollen, war aber eben nicht der Fall. Fragt sicherheitshalber noch einmal konkret nach, falls das bei euch auch unklar ist.
Silvy schrieb:Romy begrüßte uns ganz herzlich und kam auch aus München, wie wir. Absolutes Highlight der ganzen Reise war die Xaro Lodge.....ein einziger Traum.
Wie schön! So haben wir es auch empfunden. Thomas ist übrigens der Bruder von Ray, bleibt also in der Familie. 😉 Und Romy ist nun nicht mehr dort, kommt im übernächsten Kapitel.
Silvy schrieb:Ich erlebe unseren Aufenthalt dort mit eurem Bericht gerade nochmal hautnah und freue mich auf die Weiterreise und die nächste "Nachtlektüre".
🙂 🙂 🤪
Katma1722 schrieb:Und wenn das fünfte Lichtlein brennt ... hätt ich fast deinen Reisebericht verpennt!
😄 Da bist du ja endlich... 😉
Katma1722 schrieb:Unglaublich schön und stimmungsvoll sind eure Fotos wieder, spannend und informativ deine Texte!
😘
Thomas und ich wünschen euch ein schönes Weihnachtsfest mit euren Lieben, lasst es euch gutgehen und bleibt gesund!
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201624. Dez. 2023 ·
17. September: Paradiesische Zustände
Den Tag begann ich noch in Schlafklamotte auf unserer Terrasse, einige Wölkchen waren zu sehen. Erste Vorboten der nahenden Regenzeit, doch noch lösten sie sich kurze Zeit später vollständig auf.
Wir frühstückten gut und gingen gegen halb Acht zum Anleger, wo Ray schon auf uns wartete.
Für den ersten Fund mussten wir das Boot fast gar nicht bewegen, denn im Steilufer direkt unterhalb des Lodge-Geländes tummelte sich ein hübsch-buntes Malachite-Paar.
Herr...
...und Frau Malachite (Ich hoffe, ich habe mir das richtig gemerkt.)
Wir waren erstaunt, wie sehr sich die Vögel unterscheiden, das war uns bislang nie aufgefallen.
Am Vormittag ging es diesmal flussabwärts, so weit waren wir noch nie gekommen. 2019 war die Xaro Lodge von Drotsky's aus der Umkehrpunkt gewesen.
Synchronicity
Die entspannte Stimmung auf dem Fluss nahm mich aufs Neue gefangen. Und langweilig wurde es ohnehin nie.
Wir fuhren bis zu einem kleinen Dorf, wo wir umkehrten. Ray stammt aus einer Gegend tiefer im Delta und erzählte von mehrtägigen Hausboot-Touren auf dem Fluss. So gut wie es uns hier gefiel, reizt uns diese Idee schon sehr.
Die Zeit flog nur so dahin, nach über dreieinhalb erfüllten Stunden waren wir zurück bei der Lodge.
Für eine Diät ist die Xaro Lodge denkbar ungeeignet, Mittagessen, nachmittags Kaffee und Kuchen, das ganze Programm. Um nach Boatcruise und Lunch wenigstens etwas Bewegung zu haben, streiften wir erneut durch den Garten, wie am Vortag eine ebenso schöne wie lohnenswerte Angelegenheit.
Danach relaxten wir am Pool, wo sich ein Großteil unserer Stuttgart-Berlin-Connection schon eingefunden hatte. Wir schoben die Ligen im Schatten zusammen und fühlten uns schon längst als Teil dieser netten kleinen Schicksalsgemeinschaft.
Als wir zum Zelt zurückgehen wollte, führte uns Ray hinter einen Schuppen und zeigte uns den Schlafplatz einer Eule. Vielleicht war es ja sogar die, die wir am Vorabend in den Bäumen neben unserem Zeit beobachtet hatten?
Der unermüdliche Ray war schon startklar, als wir um kurz nach Drei zum Boot kamen. Diesmal ging es wieder in die andere Richtung, also nach Shakawe.
Der Nachwuchs der Pied Kingfisher war schon flügge,...
...doch nicht jeder hatte das Hotel Mama schon verlassen.
Wann kommt denn hier endlich...
...der Zimmerservice?
Die Eltern hatten alle Hände voll zu tun, ihrer anspruchsvollen Nachkommenschaft das (pardon) Maul zu stopfen...
...und flogen unentwegt geschäftig hin und her.
Je näher wir Shakawe kamen, desto deutlicher wurden die hässlichen Begleiterscheinungen von Zivilisation. Müll trieb uns entgegen, vor allem Plastik, Flaschen, Tüten und Kanister. Ray stoppte jedes Mal kurz, um den Unrat aus dem Wasser zu fischen. Wir packten mit an, wo wir konnten, ein winziger Beitrag im Kampf gegen ein Giga-Problem. Ray, Vater von vier Töchtern und Naturliebhaber par excellence, trifft die Achtlosigkeit seiner Mitmenschen spürbar mitten ins Herz - und uns auch.
Wir waren allerdings aus gutem Grund bis kurz vor Shakawe gefahren, denn hier stehen einige hohe Schlafbäume der Pel's Fishing Owl. Schon 2019 hatten wir hier eine am Vormittag gesehen, wenn auch aus größerer Entfernung. Am späten Nachmittag sei die ideale Zeit, um die Eulen zu suchen, erklärte uns Ray. Denn da würden sie gerade wach, bevor nach Einbruch der Dunkelheit die Jagdzeit beginnt.
Ray entdeckte etwas vom Wasser aus und wir legten am Ufer an, kletterten aus dem Boot - und blickten kurz darauf tatsächlich einer dieser imposanten Eulen direkt in ihre großen Augen. Der schöne Vogel war wach und Ray gab uns genaue Anweisungen, damit wir ihn nicht störten. Mucksmäuschenstill und bewegungslos verharrten wir und bewunderten das gut einen halben Meter große prachtvolle Tier.
Als Kind hatte ich mein Herz nicht etwa an ein Schaukelpferd oder an eine Puppe verloren, sondern an eine holzgeschnitzte Eule. Das riesige und schwere Teil gehörte eigentlich als Verzierung auf den wuchtigen, massiven Bücherschrank meiner Oma, war im Krieg aber während eines Bombenangriffs heruntergefallen und ließ sich nicht mehr richtig befestigen.
Ich kletterte also jeden Tag aufs Neue auf einen Stuhl, klaubte das schwere Teil vom Schrank und schleppte es sehr zum Verdruss meiner Großmutter unentwegt mit mir herum. Die Eule war nicht nur schwergewichtig, sondern auch halb so groß gewesen wie ich selbst. Daran musste ich nun denken. Ich fühlte mich zu dieser gigantischen Eule ähnlich hingezogen wie damals zu dem Trumm aus Holz - und auch ähnlich klein, als ich da unten vom Boden zu ihr herauf starrte.
Wir blieben nur kurz, dann bugsierte uns Ray wieder ins Boot, wir wollten nicht allzu lang stören.
Auf dem Rückweg trafen wir noch mehr Giganten,...
...wieder so eine tolle Begegnung.
Vom Boot aus beobachteten wir, wie sich ein weiterer Tag verabschiedete und fuhren dann langsam zurück.
Innerlich hatten wir abgeschaltet, es war auch schon ziemlich dunkel, da ging Ray plötzlich vom Gas und machte im großen Bogen kehrt. Wir sollten leise sein und die Kameras bereit halten. Was konnte da nur sein?
Wir schauten und schauten, aber entdeckten nichts. Ray deutete und erklärte und deutete erneut, und dann endlich sahen auch wir die Sitatunga.
Wow, wie hatte er das scheue Tier bei dem schummrigen Licht und inmitten der Gräser nur entdeckt?
Wir freuten uns sehr über diesen unerwarteten Fund und feierten Ray, der übers ganze Gesicht strahlte.
Leider, leider näherte sich unsere Zeit in der Xaro Lodge nun schon dem Ende. Eigentlich stand an unserem letzten Morgen vor der Abreise ein geführter "Walk" auf dem Programm, doch wir hatten eine andere Idee. Ich wollte die Details mit Romy und Roy klären und hoffte auf ihre Zustimmung.
Zurück im Zelt wartete allerdings erst einmal eine andere Aufgabe. Wie schon am Vorabend waren wieder einige Wandspinnen hervor gekrabbelt, sie sind völlig harmlos und sogar nützlich, halten sie doch unter anderem die Moskitos in Schach. Sie können allerdings sehr groß werden, und nun war ein Exemplar dabei, das meine Toleranz überstrapazierte.
Ich fasste mir also ein Herz, bugsierte die Spinne, die eigentlich kaum dort hineinpasste, sich aber dankenswerterweise sofort zusammenrollte, in ein Wasserglas und ließ sie draußen wieder frei. Mit einem lauten Plumps landete sie unten im Laub, und in Zelt Nummer 1 war der Hausfrieden wieder hergestellt.
Später ließen wir den Abend wieder am Feuer ausklingen, auch die Chamäleon-Gruppe würde am nächsten Tag abreisen. Wir wollten aber nicht daran denken und taten das auch nicht. Noch hatten wir ein wenig Zeit.
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201625. Dez. 2023 ·
18. September: Alles auf Anfang
Eigentlich zählt eine "Inselwanderung" zum festen Programm der Xaro Lodge, die Chancen stehen dabei wohl gut, die Pel's fishing owl zu entdecken. Da uns das bereits am Vortag gelungen war, hatte ich am Abend Ray gefragt, ob eine weitere Boatcruise nicht möglicherweise attraktiver sei.
Er bejahte das klar und war auch dafür, konnte aber nicht darüber entscheiden, also fragte ich Romy, was sie von dem Plan hielt, den Transfer zurück zum Auto mit einer weiteren Tour auf dem Okavango zu verbinden. Sie stimmte zu, und so packten wir nach einem ausgiebigen Frühstück im idyllischen Garten unsere sämtlichen Siebensachen ins Boot.
Der Abschied von diesem herrlichen Fleckchen Erde fiel uns schwer, wir bedankten uns bei Romy und ihrem tollen Team, sie selbst würde der Xaro Lodge am nächsten Tag nach sechs Jahren als Managerin den Rücken kehren und in ihre Heimatstadt München zurückkehren. Ihr Partner Sean, Co-Manager und begnadeter Koch der Lodge, sollte wenige Wochen später folgen. Ich verstand den Wunsch der jungen Leute, nach arbeitsreichen Jahren in der afrikanischen Abgeschiedenheit in ein urbanes Leben zurückzukehren, fragte mich aber auch, was das wohl für Xaro bedeuten würde.
Unsere Abrechnung und Abreise wickelte ebenso kompetent wie versiert Rays Tochter Metti ab, ob diese kluge und höfliche junge Frau künftig eine größere Rolle im Betrieb bekommt, weiß ich nicht. Ich hoffe aber sehr, dass die Lodge ihren Zauber und ihr Niveau halten kann, alles andere wäre einfach zu schade.
Wir winkten zum Abschied, waren aber schnell abgelenkt, denn direkt an der ersten Ecke entdeckten wir an derselben Stelle wie am Vorabend mehrere Sitatunga. Vom hohen Gras verdeckt, konnten wir sie aber partout nicht scharfstellen und die scheuen Sumpfantilopen traten zudem schnell den Rückzug an. Wie an allen Tagen gab es aber auch wieder genug anderes zu sehen.
Moorhen (Danke, Bele!)
Ein Stückchen weiter hatten in der kleinen Bucht die Krokodile ihr grausiges Werk vollendet, von dem Hipposchädel war nichts mehr zu sehen.
Etliche dieser riesigen Reptilien, die am Okavango ein stets gut gefülltes Buffet vorfinden, lagen aber noch bräsig an der Fundstelle herum und ließen sich die Morgensonne auf die prall gefüllten Leiber scheinen.
Bei den jungen Pied Kingfishern herrschte nur scheinbar eitel Sonnenschein.
Kaum hatte einer der Halbstarken einen Fisch erbeutet, war es mit der Geschwisterliebe vorbei und eine wilde Jagd begann.
Ray hatte uns nach unseren Wünschen zum Abschied gefragt, und weil beides ohnehin in der richtigen Richtung lag, wollten wir gerne noch einmal zur Bee-eater-Kolonie und zu den Skimmern.
Bei den Bee-eatern herrschte wieder reger Flugverkehr.
Wie geschickt diese Vögel doch sind, ein Fang nach dem anderen verschwand in den Bruthöhlen in der Steilwand, in deren Eingängen die Jungvögel schon ungeduldig auf Nachschub lauerten.
Ein Bienenfresser hatte den Schnabel wohl etwas zu voll genommen, er bekam seinen kapitalen Schnapp einfach nicht runter. Minutenlang saß er da, die Flügel seines Fangs wie einen mondänen Fascinator über dem Kopf.
Dann wurde auch noch die Konkurrenz zudringlich und wollte ihm die Beute abspenstig machen. Am Ende war alles restlos vertilgt - auch der royale Kopfschmuck.
African fish eagle sind Rays erklärte Favoriten, er nennt sie fast schon ehrfurchtsvoll "the king of africa". 2019 hatte er die Vögel noch mit Pfiffen und einem Fisch angelockt, den sie aus dem Wasser klaubten. Das hatte uns spektakuläre Szenen beschert, doch nun, so berichtete er, habe die Lodge dieses Vorgehen praktisch verboten. Ray wirkte darüber betrübt, wir waren es eher nicht, wir hatten diese Zirkusnummern eigentlich nie besonders geschätzt.
Ohnehin sahen wir auch so sehr viele dieser schönen Adler, und ich höre noch immer ihren unverwechselbaren, intensiven Ruf.
Die Skimmer waren an diesem letzten Tag die Endstation. Ray ließ das Boot mit ausreichend Abstand in den Schlick vor der Sandbank gleiten und wir beobachteten in aller Ruhe die Kolonie.
Viel zu schnell verflog mal wieder die Zeit, und gegen 10.30 Uhr gab es kein Zurück mehr: Wir mussten los.
Wir fuhren zurück zum Anleger und gingen hoch zum Parkplatz, wo Rays jüngere Tochter schon auf uns und neue Gäste wartete. Um 11 Uhr rollten wir aus der Garage und vom Hof und winkten ein letztes Mal unserem Helden Ray. Er hatte uns eine wunderbare Zeit beschert.
375 Kilometer waren es bis Maun, und wir hatten viel Zeit für die Strecke. Die A35, auf der wir nun südwärts fuhren, erwies sich als deutlich besser als ihr Ruf. Sie war zuletzt kleinteilig geflickt worden und in gutem Zustand. Wir kamen flott voran, zumindest in der ersten Stunde. Dann wurde die Straße mit ihren stark angefressenen Rändern zusehends fast zur Single Road und ich war froh, dass uns kein Auto entgegenkam und ich nicht ausweichen musste.
Auch die Potholes wurden heftiger und ich ging vom Gas, allerdings nicht ausreichend, denn kurz hinter einem Dorf gerieten wir in eine Radarfalle und mussten für 77 km/h in einer 60er-Zone 500 Pula (34 Euro) blechen. Ich bekam vom Polizisten eine Quittung und strenge Blicke, die gar nicht nötig waren, denn ich ärgerte mich schon genug über mich selbst. Schließlich hatten uns Martin und Claudia zu Beginn der Reise sogar vor den Kontrollen gewarnt.
Zu meiner Verteidigung kann ich allerdings vorbringen, dass ich mich nach bestem Wissen und Gewissen an die Tempovorgaben gehalten habe, jedoch nicht immer erkennen konnte, wann ein Dorf eigentlich endete und ich wieder schneller fahren durfte. Das war zuweilen der Phantasie überlassen, denn nicht immer gab es Schilder, und so fuhr ich notgedrungen manchmal nach Gefühl - das mich diesmal getrogen hatte.
Der Rest der Fahrt verlief ereignislos und wir kamen am Nachmittag in Maun an. Bei unserer Ankunft aus Deutschland war mir der Ort wie das reinste Nest vorgekommen, nun erschien er mir nach so vielen Tagen in Ruhe und Abgeschiedenheit hektisch und laut. Beim Waterfront Guesthouse war es dann wieder friedlich, mir war, als hätten wir es gestern verlassen - aber vielleicht auch schon vor einem Jahr.
Im Zimmer packten wir unsere Taschen um. Ich hatte ein großes Soft Bag dabei, das nun zum Einsatz kam, denn auf dem Flug ins Delta waren Rollenkoffer nicht erlaubt. Außerdem mussten wir uns beim Gewicht beschränken, nur 20 kg pro Person inklusive Foto-Equipment, wir hatten keine Waage und Zweifel, ob wir das richtig hinbekamen.
Abends fuhren wir wieder zur Okavango Craft Brewery zum Essen und quatschten später beim Guesthouse mit einem koreanisch-britischen Paar, Kosmopoliten und Galeristen, das war sehr interessant. Vor allem aber freuten wir uns auf die nächsten drei Tage, die letzten dieser Reise, die wir am Khwai verbringen würden.