Liebe Betti/Berti, 2003 konnten wir auf eigene Faust diesen Urwald erkunden. Gibt es im Unterstand das Schild noch, dass man sein Hand nicht nach draußen stecken soll wegen der Krokodile? Wir konnten so lange in dem Unterstand bleiben, wie wir wollten, und haben deshalb auch die Hippos gesehen. Ein witziger Anblick, wie die Kolosse wie Ballerinen unter Wasser schweben. Mein Dank für Fotos/Bericht ist Dir wie immer gewiss! LG aus der Serengeti Karsten
Ach, welch schöne Landschaft! Und welche schöne Fotos davon! Da würde ich ja gerne hinwollen, wenn nicht das Malaria-Risiko wäre. Ich bin da so ein Angsthase...
Wie kann ich mir das mit der Unterwasserkapsel vorstellen? Hast Du vielleicht ein Bild davon?
Beatnick schrieb:Das viele Sitzen auf Safari ist leider ein Übel, wenn auch ein notwendiges.
🙄 Was erzählst Du denn da??? 🙄 Gerade bei den in Ostafrika üblichen Autos mit Hubdach muss man nicht sitzen sondern kann zumindest bei den niedrigen Tempi auf Gamedrive stehen! Zumindest ich steh wenn immer möglich, man hat dann so einen tollen Überblick über die Savanne, herrlich! Also: Aufstehen, Betti, es gibt was zu sehen! 😎
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201612. Juli 2022 ·
Hallo ihr Lieben,
KarstenB schrieb:Gibt es im Unterstand das Schild noch, dass man sein Hand nicht nach draußen stecken soll wegen der Krokodile?
Hm, es gab überall solche Krokodil-Warnschilder (und wir sind auch sehr nah an einigen vorbeigekommen), aber ob genau an der Stelle, daran erinnere ich mich leider nicht mehr.
KarstenB schrieb:Wir konnten so lange in dem Unterstand bleiben, wie wir wollten, und haben deshalb auch die Hippos gesehen. Ein witziger Anblick, wie die Kolosse wie Ballerinen unter Wasser schweben.
Das konnten wir auch, aber die Hippos waren in dem anderen Teich und auch weit hinten. Deshalb keine Bilder. Aber das denke ich mir, dass das klasse aussieht. 🙂
KarstenB schrieb:LG aus der Serengeti
Seufz... Viele liebe Grüße zurück!
rik m. schrieb:Da würde ich ja gerne hinwollen, wenn nicht das Malaria-Risiko wäre. Ich bin da so ein Angsthase...
Verstehe ich. Aber da kann man ja ganz gut vorsorgen.
rik m. schrieb:Wie kann ich mir das mit der Unterwasserkapsel vorstellen? Hast Du vielleicht ein Bild davon?
Von außen sieht man sie auf einem der Bilder hinten rechts. Das ist so ein winziger Raum, man geht ein paar Stufen runter und guckt dann von unterhalb der Wasseroberfläche durch eine Scheibe. Weil das Wasser so irre klar ist, kann man sehr gut und weit gucken (wenn es was zu gucken gibt, Fische aber zum Beispiel immer). Man kennt das Prinzip in größer beispielsweise von großen Aquarien in Zoos.
picco schrieb:Gerade bei den in Ostafrika üblichen Autos mit Hubdach muss man nicht sitzen sondern kann zumindest bei den niedrigen Tempi auf Gamedrive stehen!
Na, du nimmst es ja sehr genau, du wärst ein guter Schlussredakteur. 😉 Sitzen ist vielleicht in dem Zusammenhang der nicht ganz genaue Begriff, es geht mir um Bewegungsmangel generell, und so habe ich es im Text jetzt auch (um)formuliert. Ich stehe auch fast immer die ganze Zeit und klar ist das supertoll, aber ich bin schon auch froh, wenn man nicht so viel sitzt - oder eben auch steht. Deswegen gehen wir meist in der Mittagspause wenigstens ein paar Schritte. Unter dem Aspekt hat mir eben Mzima besonders gut gefallen.
marimari schrieb:danke für diesen wirklich schönen Reisebericht. Lese auch mit.
Mensch Mari, du bist mir irgendwie durchgerutscht, entschuldige bitte! Ich bin natürlich happy, dass du auch an Bord bist! Vielen Dank und liebe Grüße,
Betti
Kein Problem 😉 . Macht weiter so. Ich geniesse (wie immer) Eure Bilder u. Kenya. Wir sind gerade im Umzugsstress, da tut Afrika zwischendurch mal gut. LG Mari 🙂
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201625. Juli 2022 ·
Hallo ihr Lieben,
sorry für die lange Pause, der Job rief und außerdem eine kleine fiese Sommergrippe (kein Corona).
bayern schorsch schrieb:weil Du grad von den Mzima Springs geschrieben hast - wir hatten damals an diesem kleinen See die schönste Leo-Sichtung ever.
Wow, toll! Was mich dabei interessiert, wie nah war er denn? Und wie habt ihr reagiert? Man ist ja eben doch zu Fuß unterwegs. Ist er sitzen geblieben oder hat er das Weite gesucht?
marimari schrieb:Ich geniesse (wie immer) Eure Bilder u. Kenya. Wir sind gerade im Umzugsstress, da tut Afrika zwischendurch mal gut.
Den dürftest du mittlerweile hoffentlich hinter dir haben. Gutes neues Wohngefühl wünsch ich dir! 🙂
Spätestens morgen geht es dann weiter, liebe Grüße, Betti
franzicke2'085 Beiträge · seit 201225. Juli 2022 ·
Mein Betti, wo kommst du denn plötzlich her 🤩 ich meine natürlich deinen Bericht 😎 Der ist mir ja bisher völlig unterm Radar durchgerutscht - und das wäre ein echtes Versäumnis gewesen. Es sieht tatsächlich gar nicht so aus als ob wir in nächster Zeit in den Osten Afrikas kommen würden, umso lieber lass ich mich von euren Erlebnissen, Erzählungen und Erinnerungen mitnehmen. Und der Foto-Frust nach der Rückkehr bleibt mir dann ja auch erspart 🤪 Ich geh jetzt also mal mit etwas Zeit und Muße zurück auf Seite 1. Bis die Tage, liebe Grüße Ingrid
bayern schorsch schrieb: weil Du grad von den Mzima Springs geschrieben hast - wir hatten damals an diesem kleinen See die schönste Leo-Sichtung ever.
Wow, toll! Was mich dabei interessiert, wie nah war er denn? Und wie habt ihr reagiert? Man ist ja eben doch zu Fuß unterwegs. Ist er sitzen geblieben oder hat er das Weite gesucht?
Die Begegnung hatten wir knapp vor dem See, mehr oder weniger am Eingang zu diesem Areal. Und der Bursche ist direkt an der Straße sitzengeblieben bzw. hat sich grad mal im Umkreis von 20 - 30 Metern bewegt. Wir hatten den Leo für bald 30 Minuten für uns ganz allein. Nach dem Besuch der Quelle lag der Kerl immer noch da - diesmal auf der Sandpad. Es war ein unglaubliches Erlebnis!
LG, und schön wär´s schon, wenn Du hier wieder weiterberichtest. 😉
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201626. Juli 2022 ·
12.1.: Wie man die Zeit (fast) anhält
Mit der Zeit ist es so eine Sache. Sie kann verfliegen, stillstehen und sich manchmal auch ziehen wie Kaugummi. Letzteres ist zum Beispiel beim Warten der Fall. Warten auf den Zug, auf den Flieger, warten auf bessere Zeiten. Beim Reisen gilt es zunächst einmal, diese Wartezeit hinter sich zu bringen. Den Faden der Zeit dann wieder aufzunehmen. Sie auszufüllen. Und dann im besten Fall sogar zu vergessen. Das können wir in Afrika richtig gut. Dieser Tag ist der beste Beweis dafür.
Schon bei unserer Ankunft im Park hatten wir beschlossen, noch einmal zum Shetani Lava Flow zurückzukehren. Mit mehr Muße als auf der Durchreise zum Camp und nicht gerade in der Mittagshitze. An diesem zweiten und letzten vollen Tag im Tsavo West setzen wir diesen Plan um, und weil der Weg relativ weit ist, sind wir schon um kurz vor Sechs unterwegs. Die Morgenstimmung ist perfekt und der Tag viel klarer als der vorherige.
Der Kilimanjaro im Morgenlicht - von dieser Seite aus betrachtet mit nur winziger Eiskappe.
Wir lassen uns die noch angenehm kühle Luft um die Ohren wehen, während die Sonne und die aufkommende Hitze des Tages schon auf der Haut prickeln. Es geht doch nichts über den frühen Morgen an heißen Sommertagen - so ich mich denn rechtzeitig aus dem Bett schälen kann oder muss.
Wieder präsentiert der Tsavo West seine wilde Schönheit. Ich kann mich einfach nicht sattsehen daran.
Wir fahren vorbei an der Ebene, wo uns auf dem Hinweg der Elefant verfolgt hatte, und ich spüre, wie ich mich verspanne. Noch ist der Schreck nicht überwunden. Misstrauisch beäuge ich die Büsche. Doch von dem Wüterich ist nichts zu sehen und friedlich rollen wir weiter, begleitet vom morgendlichen Vogelkonzert und den neugierigen Blicken der tierischen Buschbewohner.
Als wir ankommen, steht die Sonne schon wieder hoch am Himmel. Wir haben gebummelt, es gab so viel zu sehen. Egal. Der Anblick des Lavafeldes hat auch beim zweiten Mal nichts von dem Zauber eingebüßt, den es bei unserem ersten Zwischenstopp auf uns ausgeübt hatte. Wir klettern aus dem Auto und lassen uns durch diese skurrile Landschaft treiben, die erst vor rund 250 Jahren entstand. Rein erdgeschichtlich also gestern. Sie ist hier relativ, die Zeit.
Shetani bedeutet auf Swahili " Teufel", nach einer Sage der Massai sollen zwei gigantische Feuerteufel im Kampf die Erde zum Schmelzen gebracht haben. Auf einer Länge von über zehn Kilometern durchschneidet das bis zu drei Meter breite schwarze Band die Landschaft, das sich einst von den Chyulu Hills kommend als flüssiges Gestein über das Land ergossen hat.
Auch nach mehr als zwei Jahrhunderten ist die Vegetation in der Wüste aus Lava spärlich. Nur kleine Büsche am Rand und Gräser wachsen auf dem kargen Untergrund.
Die Klippspringer sind dagegen zahlreich und kommen in dieser scheinbaren Einöde offenbar bestens zurecht.
Die Lava hat überall natürliche Picknickplätze geschaffen, wir setzen uns auf eine der Felskanten, lassen die Beine in einem Erdspalt baumeln und frühstücken mit Blick auf den Kilimanjaro. Was ist die Welt doch für ein wunderbarer Ort!
Für den Rückweg hat Livingstone eine Idee. Es soll einen neuen Weg geben, der in wenigen Kilometern Entfernung parallel zur Hauptstrecke verläuft. Er hat ihn selbst noch nicht ausprobiert, ob wir Lust hätten? Da müssen wir nicht groß überlegen...
Es ist eine herrliche Strecke. Sie führt entlang erloschener Vulkankegel, durch sattgrünes Gras.
Und immer wieder der Blick auf den Kili, der sich seit Tagen in voller Pracht zeigt.
Tiere sehen wir nur wenige, einige Vögel und Oryxe, die anders gefärbt sind als im südlichen Afrika und Pinselohren haben, aber der Weg ist wild und mein Entdecker-Gen glücklich. Je weiter wir uns von den Chyulu Hills entfernen, desto trockener wird die Landschaft.
Erst kurz vor dem Ziel kehren wir wieder auf die Hauptpiste zurück, die vorübergehend blockiert ist...
...und verbringen dann wie gewohnt die Mittagsstunden im Camp. Weil es ein besonders heißer Tag ist allerdings nicht wie sonst im Zelt, sondern am Infinitypool im schnieken Spa-Bereich. Der liegt ein wenig abseits und ist offensichtlich nachträglich entstanden. Der schicke Style will nicht so recht zum Rest des rustikalen Camps passen. Aber man liegt hier fraglos gut, mit weitem Blick in die Natur und umschwirrt von Vögeln.
Im Nacken komplett verspannt, leiste ich mir sogar im Schatten eines orientalisch angehauchten Zeltanbaus eine Massage bei einer jungen Frau, die ihr Handwerk versteht. Erfrischt starten wir in den Nachmittag, noch immer steht die Hitze.
Wir fahren nach Süden, durchqueren den Tsavo River auf einer betonierten Furt. Begegnen (friedlichen) Elefanten und einem Adler, der im hohen Gras ein Rebhuhn erbeutet und dann nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Grausig und faszinierend zugleich.
Zeitnah kehren wir um. Dieser Teil des Parks sei weniger reizvoll, erläutert Livingstone. Nur dichter Busch und kaum zur Tierbeobachtung geeignet.
Rosy-patched bushshrike; ein wunderbarer Sänger.
Ohnehin haben wir andere Pläne. Wir fahren den Poachers Lookout hinauf, dessen Name mir überhaupt nicht zusagt, wohl aber seine Aussicht. Irgendwo da unten, jenseits der Ebene in der Mitte, liegt unser Camp.
Unsere Zeltnachbarn aus Bulgarien leisten uns Gesellschaft, wir kommen ins Quatschen, müssen den Hügel aber vor Sonnenuntergang wieder verlassen. So wollen es die Regeln, aber wir haben es nicht weit und auch vom Restaurant im Camp aus lässt sich wunderbar beobachten, wie die Sonne hinter dem Kilimanjaro versinkt.
Ein wunderbarer Abschluss unserer Zeit im Tsavo West, die leider schon wieder vorüber ist. Ich wünschte, ich könnte sie anhalten. Nur für einen Moment. Doch am nächsten Tag geht es weiter in Richtung Lumo Conservancy. Wir lieben Afrika und die kostbare Zeit, die wir dort verbringen dürfen - wenn sie nur nicht die dumme Angewohnheit hätte, doppelt so schnell zu verfliegen wie sonst.
Liebe B./B., die Fotos sind mal wieder ein Sonderlob wert! Und der Poachers Lookout: dort hat uns der Manager von Severins 2003 einen Champagner-Sundowner serviert. Kunststück: wir waren fast die einzigen nicht afrikanischen Touristen in ganz Kenia. Er hatte schon 80% des Personals entlassen und erzählte, dass er der nächste auf der Liste wäre. (Für diejenigen, die sich jetzt wundern: 2003 hat Al Kaida einen Raketenangriff auf ein Flugzeug am NBO gestartet. Daraufhin war der Flughafen monatelang geschlossen. Wir waren auf dem 2. Flug, der in NBO landete.) LG aus HH, Karsten
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201627. Juli 2022 ·
Hallo ihr Lieben,
vielen Dank, dass ihr weiter dabei seid! Wir freuen uns sehr darüber und so bleibt man eben auch am Ball.
BMW schrieb:eine Art Gegenstück zum tierreichen Mara, ist ein Park für "Fortgeschrittene" weil spektakuläre Tiersichtungen aus verschiedenen Gründen schwierig sind..........Einer davon ist kein Offroad!
Wie wahr, Anfängern würde ich den Park tatsächlich auch nicht empfehlen, man muss damit leben können, eben nicht immer die spektakulären Sichtungen zu haben. Wobei Tiere aller Art in dieser fantastischen Landschaft eben auch schon ein Spektakel sind. Du weißt, was ich meine. 🙂 Kein offroad galt ja auch schon für den Amboseli, ohnehin auf der gesamten Reise. Ich fand das eigentlich ziemlich entspannend. Wenn die Möglichkeiten eben sind wie sie sind und es nicht Stress gibt um die beste Position.
Cheetah schrieb:Danke für diesen Mitreisegenuss.
Und vielen Dank fürs Mitreisen! 🙂
KarstenB schrieb:Und der Poachers Lookout: dort hat uns der Manager von Severins 2003 einen Champagner-Sundowner serviert. Kunststück: wir waren fast die einzigen nicht afrikanischen Touristen in ganz Kenia. Er hatte schon 80% des Personals entlassen und erzählte, dass er der nächste auf der Liste wäre. (Für diejenigen, die sich jetzt wundern: 2003 hat Al Kaida einen Raketenangriff auf ein Flugzeug am NBO gestartet. Daraufhin war der Flughafen monatelang geschlossen. Wir waren auf dem 2. Flug, der in NBO landete.)
😮
Liebe Grüße, ich denke, morgen geht es weiter, Betti
zwischendrin mal wieder eine extra "Auszeichnung". Nicht nur tolle Bilder, das kennen wir ja von Dir. Aber Dein Schreibstil ist sowas von köstlich .... Ganz toller Bericht! 🙂
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201628. Juli 2022 ·
13.1.: Ein Himmelreich auf dem Hügel
Wie immer am Tag der Weiterreise lassen wir es etwas gemächlicher angehen und frühstücken im Camp. Schwer belagert von vielen unterschiedlichen Vögeln, die sich sogar bis an unsere Teller wagen. Wir sind weit entfernt davon zu füttern, aber auch nicht immer schnell genug, um unsere Toasts vor den unerschrockenen Dieben zu retten. Ich selbst esse morgens sowieso wie ein Spatz. Und so scharre ich schon mit den Hufen, da gießt sich Thomas erst den zweiten Kaffee ein.
Go-away-bird, der beim Frühstück genau das nicht tut, was ihm sein Name eigentlich aufträgt.
Als wir losfahren, dreht Livingstone noch eine größere Schleife ums Camp. Mitten im Nirgendwo latscht einer der Gäste durchs Gras. Ich bin erschrocken. Und dann erleichtert. Zwei bewaffnete Massai sind dabei. Wir sind in diesem Park kaum anderen Menschen begegnet. Nun fühlt es sich merkwürdig an, sie mitten durch den Busch stapfen zu sehen. Als gehörten sie nicht hierher - was wahrscheinlich auch so ist. Walking Safari ist sowieso nicht so meins. In Botswana mussten wir fliehen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Noch ist es früh, die Luft kühl. Eine Schar Madagaskar-Spinte hat sich aufgeplustert und guckt verschlafen.
Wir haben es an diesem Tag nicht weit. Und so genießen wir einmal mehr die schöne Morgenstimmung.
Die lange, gerade Piste färbt sich zusehends rot. Ich mag die Kontraste und auch, dass uns der Kili wieder treu auf unserem Weg begleitet. Wenn auch in wachsender Distanz.
Schließlich verlassen wir den Tsavo West über das Maktau Gate. Fahren nur zehn Kilometer auf einer relativ vielbefahrenen Asphaltstraße (sehr ungewohnt!) und dann über das nächste Gate in die Lumo Conservancy hinein. Das 48.000 Hektar kleine private Wildschutzgebiet entstand auf dem Areal ehemaliger Rinderfarmen und bildet einen wichtigen Korridor vor allem für Elefanten.
Wir steuern direkt unsere Unterkunft an, die Lions Bluff Lodge liegt ganz oben auf einem Hügel. Ein äußerst ruppiger und felsiger Weg führt hinauf, und er zieht sich. Ich bin froh, dass ich nicht fahren muss und auch nicht gerade begeistert von dem Gedanken, diese Rumpelei die nächsten Tage viermal täglich zu erdulden.
Ganz rechts unser Traumhaus für drei Tage, die Nummer 1
Ein Luxusproblem, sprichwörtlich. Denn was uns am Ende der Holperei erwartet, übertrifft alle meine Erwartungen. Wir hatten uns auf diese Lodge auf heiße Empfehlung unserer Agentur eingelassen, die zugegebenermaßen mit den Inhabern wirtschaftlich und familiär verbandelt ist.
Die vorherigen Besitzer haben das Areal verkauft, die jetzigen eine brandneue Anlage auf den Berg gebaut. Noch ist nicht alles fertig, von den zwölf in den Hang gezimmerten Chalets sind die letzten noch im Bau. Wovon wir nichts bemerken. Es hat uns aber glaube ich einen kleinen Preisnachlass eingebracht. Was ich deshalb nicht genauer weiß, weil ich mich vorsorglich nur mit dem Endpreis der gesamten Reise beschäftigt habe und nicht mit den einzelnen Posten - aus reinem Selbstschutz.
Die Lions Bluff Lodge ist das Kronjuwel mehrerer Unterkunfts-Möglichkeiten am Berg, auch ein ebenfalls noch im Ausbau befindlicher (Luxus-)Campingplatz (Cheetah) und eine etwas günstigere Selbstversorger-Unit (Leopards Lair) etwas unterhalb der Lodge gehören dazu.
Michaela, die ursprünglich aus Sizilien stammt, empfängt uns mit italienischem Überschwang und einem ebensolchen Redeschwall. Sie ist mir auf Anhieb sympathisch. Sie war zuvor Managerin des Private Wing im ebenfalls sehr stilvollen Mara Bush Camp in der Masai Mara. Wir sind ihr nie begegnet, weil wir seinerzeit im ebenso grandiosen "normalen" Bereich des Camps gewohnt hatten. Der wiederum von Livingstones Bruder gemanagt wird, wie wir nun erfahren. Da schließt sich der Kreis.
Dann tippt mir jemand von hinten auf die Schulter. Es wird besser und besser! Donald war jahrelang die gute Seele im Mara Bush Camp, ein nimmermüder, unglaublich herzlicher Mitarbeiter, der nun hier mit anpackt. Wir freuen uns wie verrückt, ihn wiederzusehen. So unverhofft. Zum Start hat man die Besten der Besten hierher geholt. Das soll unser Schaden nicht sein.
Die Anlage ist ein Traum, bis ins letzte Detail. Auch in unserem riesigen Zelt-Chalet. Braucht man das auf Safari? Sicher nicht. Aber dieses Wohngefühl einmal zu erleben, ist grandios. Und der Blick von Bett, Bad und Terrasse sowieso.
Wir richten uns häuslich ein. Für satte drei Tage. Es ist der Hammer. Hier sind wir nicht auf Reisen, sondern in Ferien. Ist schon recht.
Als wir am Nachmittag hügelabwärts rumpeln, sind wir euphorisch. Und dann auch schnell wieder nicht. Denn die weiten Grasebenen liegen wie ausgestorben. Zumindest fast. Von Elefanten keine Spur. Oft sollen sie hier unter jedem Baum stehen.
Eine riesige Büffelherde, immerhin. Und zum Glück kaum andere Fahrzeuge.
Wir steuern den Lion's Rock an, ein flacher Felsen mitten im platten Land. Früher war er ein beliebter Sundowner-Platz. Man durfte hinauffahren. Jetzt nicht mehr. Was gut ist, denn die Katzen lieben ihn.
Der Name ist Programm, und in den nächsten Tagen wird er das Zentrum unserer Safaris werden. An diesem Abend wissen wir das noch nicht. Und freuen uns über die Löwen, die wir am Felsen und in seiner Umgebung entdecken.
Eine Löwin muss Nachwuchs haben, sie hat Milch. Und ist auf dem Weg zur nächtlichen Jagd. Für uns das Zeichen zum Aufbruch. Morgen ist auch noch ein Tag.
Wir essen auf dem riesigen Sonnendeck, den Kilimanjaro im Blick. Noch sind wir die einzigen Gäste. Werden nach Strich und Faden verwöhnt. Donald ist immer da. Wie macht er das bloß? Am nächsten Tag sollen mehr Gäste kommen, das find' ich gut, ein bisschen Leben. Wir quatschen mit Michaela, mit Livingstone, dann fallen wir ins Bett. Schlafen wie die Babys. Wie auch nicht. Wir sind auf dem Hügel. Dem Himmel ganz nah.
Old Women1'543 Beiträge · seit 201330. Juli 2022 ·
Hallo Betti, den Titel für dieses Kapitel hättest du nicht treffender wählen können. Die Anlage ist ein Traum und Donald ein wahrer Künstler in der Küche. Für das wahnsinnige Frühstück sind wir an den 3 Tagen tatsächlich immer gegen 10.00 Uhr hochgerumpelt. Das musste sein. Die "1" hatten wir auch, kein Wunder, bei uns gab es nur die "1", der Rest war noch nicht fertig. Wie waren somit die einzigen Gäste, und lebten wie die Maden im Speck. Jeden Tag kam etwas Neues hinzu, so z.B. das Mobiliar an der Balustrade vom Deck. So richtig dekadent, abends unter der Outdoor-Dusche zu stehen und dabei auf die unendliche Weite des Reserves zu schauen. Irgendwann wird es dort ein bewirtschaftetes Wasserloch geben, leider war es zu unserer Zeit trocken. Irgendwann werden wir wiederkommen, die Route vom Safariunternehmen meines Vertrauens liegt schon in meiner Schreibtischschublade. Vielen Dank für den wundervollen Reisebericht, den ich wie immer sehr gerne verfolge und dabei in Erinnerungen schwelge. Was sind wir doch für Glückspilze, dass wir solche Reisen unternehmen dürfen, das ist nicht selbstverständlich. "Sorry", dass ich mich mit Kommentaren rar mache. Ich bin mit Leib und Seele frisch gebackene Oma, und unser kleiner Hannes nimmt fast meine gesamte Freizeit in Beschlag, mir fehlt daher oft die Zeit im Forum zu lesen. Herzliche Grüße Beate
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201631. Juli 2022 ·
Hallo Beate,
Old Women schrieb:Irgendwann werden wir wiederkommen, die Route vom Safariunternehmen meines Vertrauens liegt schon in meiner Schreibtischschublade.
Ist es wieder das Safariunternehmen auch unseres Vertrauens?
Old Women schrieb:Vielen Dank für den wundervollen Reisebericht, den ich wie immer sehr gerne verfolge und dabei in Erinnerungen schwelge. Was sind wir doch für Glückspilze, dass wir solche Reisen unternehmen dürfen, das ist nicht selbstverständlich.
Da sagst du sehr wahre Worte! Und so wie die Dinge sich entwickeln, muss man sich immer glücklicher schätzen.
Old Women schrieb:Ich bin mit Leib und Seele frisch gebackene Oma, und unser kleiner Hannes nimmt fast meine gesamte Freizeit in Beschlag, mir fehlt daher oft die Zeit im Forum zu lesen.
Das ist doch ein ganz wunderbarer Grund, herzlichen Glückwunsch! 😁