Wir sind zu zweit sechs Wochen als Selbstfahrer in Kenia unterwegs, von Mitte Dezember 2021 bis Ende Januar 2022, mit einem komplett ausgestatteten Dachzelt-Landcruiser. Die Route führt von Nairobi über Amboseli und Tsavo West an die Küste bei Tiwi Beach und Watamu, dann durch Tsavo East weiter über Meru, Samburu und Ol Pejeta zu den Aberdares und den Seen des Rift Valley, bevor wir die letzten anderthalb Wochen in der Massai Mara verbringen. Wegen der Regenprognose lassen wir den Mount Elgon und den Kakamega Forest aus und fahren stattdessen direkt weiter.
Das Wetter prägt die Reise mehr, als uns lieb ist. In Amboseli, am Lake Nakuru und am Lake Baringo steht alles unter Wasser – neue, auf keiner Karte verzeichnete Seen, ersoffene Lodges, gestiegene Pegel im ganzen Rift Valley. In Samburu und Shaba dagegen plagt uns tagelang feiner Bulldust, der durch jedes offene Fenster ins Auto zieht. Bei Sindo am Viktoriasee versinkt der ganze Ort im knöcheltiefen Schlamm, der Untergrund wird glatt wie Schmierseife, und wir drehen um, statt im Graben zu enden. Auch in der Mara verwandeln tagelange Schauer die Ebenen zeitweise in Schlammfallen, sodass wir überlegen, ob wir die Reise wie geplant fortsetzen sollen. Dazwischen liegen grandiose Tiersichtungen: Geparden mit Nachwuchs, ein seltener schwarzer Serval, Nashörner in Ol Pejeta und fast täglich Löwen.
Reisezeitraum
17. Dezember 2021 – 29. Januar 2022 (43 Tage laut Bericht)
Länder
Kenia
Gruppe
2 Personen
Reiseart
Selbstfahrer mit gemietetem Fahrzeug
Fahrzeug
Toyota Land Cruiser mit Dachzeltausbau, komplett ausgestattet (ca. 80.000 km bei Übernahme)
Veranstalter
Sunworld, Nairobi (Fahrzeugvermieter/Ausrüster); Guide Moses (Birding-Bootstour, Lake Baringo)
Unterkunftsart
überwiegend eigenes Dachzelt auf Park- und Community-Campsites, dazu vereinzelt Lodge-/Banda-Nächte (Hunters Lodge, Rusinga Island wetterbedingt) sowie ein Safarizelt nach Sturmschaden in der Mara
Route
Nairobi (inkl. Nairobi-Nationalpark) – Amboseli-Nationalpark – Tsavo-West-Nationalpark (Chyulu Hills, Mzima Springs) – Lumo Community Wildlife Conservancy – Küste (Tiwi Beach, Diani Beach, Shimba Hills, Watamu) – Tsavo-East-Nationalpark – Meru-Nationalpark – Samburu/Shaba National Reserve – Ol Pejeta Conservancy – Aberdare-Nationalpark – Lake Naivasha/Hells Gate – Lake-Nakuru-Nationalpark – Lake Baringo – Eldoret – Rusinga Island (Lake Victoria) – Masai Mara (Mara Triangle & National Reserve)
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometer im Bericht; Tagesetappen laut Bericht zwischen 26 km und 423 km
Flug/Anreise
Flug via Amsterdam nach Nairobi, Dezember 2021 (unter den damaligen Covid-19-Einreisebestimmungen: PCR-Test, Gesundheitsformular, E-Visum)
Besonderheit
Elektrobrand im Fahrzeugaufbau, ausgelöst durch eine an Bord eingenistete Ratte, mit Bordmitteln gelöscht und von einem Sunworld-Mechaniker repariert; anhaltende Regenfälle ließen mehrere Rift-Valley-Seen (u.a. Nakuru, Baringo, Naivasha) stark ansteigen und Ufergebiete überfluten
Gebiete
Amboseli-Nationalpark · Tsavo-West-Nationalpark · Tsavo-East-Nationalpark · Lumo Community Wildlife Conservancy · Meru-Nationalpark · Samburu National Reserve · Ol Pejeta Conservancy · Aberdare-Nationalpark · Mara Triangle · Masai Mara National Reserve
Orte
Nairobi · Lake Nakuru · Lake Baringo · Rusinga Island · Sindo
Unterkünfte
Wildebeest Eco Camp Nairobi · Ndololo Campsite Tsavo East · Ol Lerai Campsite Ol Pejeta · Bushbaby Camp Lake Baringo · Aruba Camp Masai Mara
Automatisch aus dem Bericht erstellt. Massgeblich ist der Bericht selbst.
TopobärThemenstarter5’483 Beiträge · seit 200902. Feb. 2022 ·
Hallo,
längere Zeit war ich nicht sehr präsent im Forum. Das hatte in erster Linie den Hintergrund, dass sich aufgrund von Covid-19 vieles beim Reisen nach Afrika verändert hatte und ich zu vielen Fragen einfach keine gesicherten Auskünfte hätte geben können.
Das hat sich jetzt zum Glück wieder geändert. Mit einem Jahr Verspätung konnten wir endlich unsere seit langem geplante Keniareise antreten. Von der möchte ich Euch in diesem Reisebericht gerne erzählen. Ich will mit dem Bericht vor allem einen Eindruck davon geben, wie sich Kenia als Selbstfahrer bereisen lässt und viele Informationen liefern. Scheut Euch also nicht nachzufragen, wenn Ihr weitergehenden Informationsbedarf habt. Grundsätzlich freue ich mich über jeden Kommentar.
Unsere letzte Reise nach Kenia war inzwischen 11 Jahre her und wir waren erstaunt, wie sehr sich das Land seitdem entwickelt hat. Kenia ist sehr modern geworden. Es wurde sehr viel gebaut und in die Infrastruktur investiert. Ein Land im Aufbruch und in vielen Bereichen sicher schon auf dem Stand eines Schwellenlandes.
na endlich bist du wieder da!. Ganz ehrlich: zwischendurch war ich wirklich in Sorge, ob es dich noch gibt. Deine fundierten Kommentare und Auskünfte habe ich sehr vermisst.
Ich freue mich sehr auf deinen Kenia-Bericht und warte mit Spannung auf das erste Kapitel.
da bin ich auch auf deine Erlebnisse gespannt. Ja, wie du schreibst, in Kenia ist der Fortschritt (wenn es denn einer ist) von Jahr zu Jahr spürbar. Manche Entwicklungen können einem aber auch Sorgen bereiten.
Welcome back! Von Kenya und auch hier im Forum. Bin gespannt wie es euch ergangen ist und werde natürlich eure Erfahrungen mit unsern vergleichen da ich nun einige Pärke auch an eigener Haut erlebt habe. Also, her mit all den tollen Katzen Bildern und all den andern auch. Freue mich! Liebe Grüsse von Katrin
TopobärThemenstarter5’483 Beiträge · seit 200904. Feb. 2022 ·
Ein paar Tage muss ich Euch noch bis zum ersten Kapitel vertrösten. Wir sind erst Anfang der Woche zurückgekommen und ich werde dieses Wochenende nutzen, mir zumindest einen groben Überblick über die Fotos zu verschaffen. Dann habe ich mir fest vorgenommen,. ab nächster Woche min. ein Kapitel (= ein Tag) pro Woche zu posten.
TopobärThemenstarter5’483 Beiträge · seit 200909. Feb. 2022 ·
Anreise und Tag 1 (Fr. 17. und Sa. 18.12.2021) Nairobi 26 km
4:00Uhr morgens. Nach 3 Jahren Abstinenz und mit einem Jahr Verspätung stehen wir endlich wieder auf einem Flughafen und warten auf den Flieger nach Afrika. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk kann ich mir in dem Moment nicht vorstellen. Die Bürokratie im Vorfeld hat allerdings alles getoppt, was ich bislang erlebt habe. Beim E-Visa habe ich schon eine Weile gebraucht, bis ich es hinbekommen hatte. Dann ist noch ein Gesundheitsformular online auszufüllen, was aber erst geht, wenn man seine Sitzplatznummer hat. Vorm PCR-Test war ich ziemlich aufgeregt. Hatte ja auch etwas von einer Lotterie, ob man 2 Tage vor Abflug alles abblasen muss. Selbst unsere 3-fach Impfung war ja kein Garant für einen negativen Test. Das Testergebnis musste dann zusätzlich noch zertifiziert werden.
Beim Check-In in Hannover war man auch leicht überfordert mit der Kontrolle unserer Reiseunterlagen. Letztendlich hat man sich dort dann ganz auf unsere Aussage verlassen, dass wir alle benötigten Unterlagen dabeihaben. Ein ordentlicher kleiner Ordner mit allen Reiseunterlagen ist zwar etwas altmodisch, macht aber immer einen guten Eindruck.
Die 5h Aufenthalt in Amsterdam nutze ich erst einmal, um versäumten Schlaf nachzuholen. Danach widme ich mich den ersten eingehenden Geburtstagsgrüßen. Die Zeit geht schnell vorüber.
Beim Weiterflug nach Nairobi fliegen wir über den Peleponnes. Ich habe einen tollen Blick auf die Felsen von Leonidio. Hier verbringen wir jedes Jahr mindestens eine Woche beim Klettern.
Wir landen pünktlich in Nairobi. Jetzt kommt die letzte Hürde, die wir für unsere Reise noch überwinden müssen. Wenn ein Passagier in den angrenzenden Sitzreihen Covid-19 Symptome zeigt, muss man lt. der kenianischen Einreisebedingungen in Quarantäne. Mal wieder Lotterie. Es geht aber alles gut. Insgesamt gehen Gesundheitscheck und Immigration sehr schnell. Als wir beim Gepäckband ankommen tut sich noch nichts, geht aber kurz danach los. Sehr schnell kommt auch unsere erste Tasche. Von der Zweiten ist aber nichts zu sehen. Es dauert und dauert. Wir befürchten schon den Verlust, da erscheint als eines der letzten Gepäckstücke doch noch unsere zweite Tasche. Puh, aufatmen.
Ein Fahrer von Sunworld erwartet uns und bringt uns zu unserem Hotel. Wir haben uns für das Best Western Riverside entschieden, da es ganz in der Nähe von Sunworld liegt und wir uns dadurch am nächsten Tag nicht durch den dichten Berufsverkehr am Morgen quälen müssen. Wir bekommen eine riesige Suite, die wir überhaupt nicht nutzen können. Es ist inzwischen kurz nach Mitternacht und wir gehen direkt ins Bett, denn morgen wollen wir um 8:00Uhr bei Sunworld sein, um den Wagen zu übernehmen.
Unseren ersten Tag in Nairobi hatten wir komplett für die Fahrzeugübergabe und den Ersteinkauf reserviert, was sich als sehr gut erweisen sollte.
Allein die Übergabe dauerte 3h. Der Wagen macht einen sehr guten Eindruck. Ausstattung und Ausrüstung sind beeindruckend. Da gibt es selbstverständlich viel zu erklären. Der Wagen hat zwar schon ein paar Gebrauchsspuren, ist für ostafrikanische Verhältnisse mit seinen 80.000km aber fast noch als Neuwagen zu bezeichnen. Die Reifen unterm Fahrzeug sind alle fabrikneu. Lediglich die Reservereifen haben schon einiges hinter sich. Ich kann an dieser Stelle schon mal spoilern, dass dies unsere erste Afrikareise ohne Reifenpanne werden sollte. Das erste Mal in Ostafrika hatten wir eine funktionierende Klimaanlage.
Die Umstellung auf den Wagen fiel mir leicht, da ich ja wusste, was mich erwartet. Ein vollkommen untermotorisierter LKW, der sich als Geländewagen tarnt. Die schwachen Bremsen waren diesmal kein Problem, denn durch das hohe Gewicht im Zusammenspiel mit den Geländereifen, blockierten die Räder trotzdem viel zu schnell.
Zum Großeinkauf, welcher die Grundlage für die gesamte Reise bilden sollte, fuhren wir in die „The Hub Mall“. Das ist eine echte Wohlstandsoase im Stadtteil Karen. Bevor man auch nur auf den Parkplatz kommt, wird das Fahrzeug gecheckt. Um in die eigentliche Mall zu kommen, muss man dann selbst noch durch einen Scanner. Dazu noch Temperaturmessung wegen Covid. Das sollte sich als Standard bei allen größeren Malls in Kenia herausstellen. Bevor wir mit dem Einkauf starten, ziehen wir Bargeld am ATM und gönnen uns einen kleinen Snack in einem der vielen Restaurants. Wir hatten uns für diese Mall entschieden, weil es hier einen Carrefour gibt und wir deshalb auch auf ein an europäische Kunden angepasstes Warensortiment hoffen. Wir werden nicht enttäuscht. Allerdings haben die vielen Importwaren auch Ihren Preis. Die Gesamtrechnung incl. Getränke beläuft sich auf etwas über 500,-€. Während ich auf dem Parkplatz versuche unseren Einkauf im Wagen unterzubringen, besorgt Kathrin lokale SIM-Karten für unsere Reisetelefone.
Dann geht es zu unserer Unterkunft für die nächsten beiden Nächte. Wir haben uns für das Wildebeest Eco Camp entschieden. Hier stellen wir uns der Aufgabe, den gesamten Einkauf, die Fahrzeugausrüstung und unser persönliches Gepäck im Fahrzeug unterzubringen. Bevor wir damit beginnen können, gilt es aber ein ganz anderes Problem zu lösen. Die Küchenschublade im Aufbau lässt sich nur wenige Zentimeter öffnen. Ein Pfannenstiel hat sich wie ein Sperrhaken aufgestellt und blockiert die Schublade. Nach 20min. Bastelarbeit mit dem Zeltgestänge kann ich die Pfanne drehen und wir können endlich mit dem Einräumen beginnen.
Wir können es kaum glauben, aber aufgrund der sehr umfangreichen Ausrüstung des Fahrzeugs ist es eine echte Herausforderung alles vernünftig zu verstauen. Wir kommen nicht umher, auch die Rückbank und sogar den Fußraum vor der Rückbank mit einzubeziehen, so dass wir letztendlich mit einen 2-Sitzer unterwegs sein werden. Im Detail werden wir noch mehrere Tage lang etwas umräumen, bis wir die für uns perfekte Lösung gefunden haben.
Hier mal ein paar erste Bilder vom Fahrzeug und vor allem dem Aufbau.
Wir werden hier im Camp gleich von anderen Gästen auf unseren Wagen angesprochen. Auf unserer Reise wird kaum ein Tag vergehen, an dem wir nicht auf unseren Wagen angesprochen werden. Vor allem natürlich von anderen Selbstfahrern, aber auch von Safariguides. Selbst auf dem Supermarktparkplatz bekommt man beeindruckte Kommentare zu dem Wagen.
Ich mache noch einen kleinen Rundgang mit dem Fotoapparat durchs Camp.
Zum Abendessen machen wir es uns heute einfach und nutzen das Restaurant des Camps. Einfach, aber lecker. Es gibt gegrilltes Hühnchen.
Wir sind nach dem Tag so platt, dass wir schon kurz nach dem Abendessen im Zelt verschwinden.
Das Wetter war für solch einen Arbeitstag perfekt. Um die 25°C, mittel bis stark bewölkt, aber trocken.
Hallo Thomas und Kathrin, Endlich geht es los! Hurrah. Ich kann alle deine Beschreibungen sehr gut nachvollziehen, ging es uns doch ähnlich mit der Anreise. Allerdings dass man in Quarantäne müsste falls der Sitznachbar nur COVID Symptome zeigt ist mir neu. Da muss man schon Glück haben. Uns hat die Hub Carrefour Mall auch gut gefallen und es war leicht dort alle Ämter für Self drivers zu erledigen. Für die Teekanne beneide ich euch da wir beim besten Willen unterwegs keine finden konnten und Roadtrip Kenya es nicht für nötig fand eine Teekanne mitzugeben, hingegen eine French Press war vorhanden! Die Wildebeest Eco Lodge war ja auch unser Heim für drei Aufenthalte während unserer Reise aber ihr scheint mehr Glück mit dem Essen gehabt zu haben als wir. Ich denke die Hühner haben euch auch früh aus dem Zelt gelockt? Freue mich auf mehr Unterhaltung von euch. Was ist eigentlich eurer Routenplan? Hast du uns den aus einem guten Grund vorenthalten? Liebe Grüsse von Katrin
TopobärThemenstarter5’483 Beiträge · seit 200910. Feb. 2022 ·
Hallo Katrin,
die Hühner waren für uns kein Problem, da wir schon vor den Hühnern auf den Beinen waren.
Wir sind auf unserer Reise häufig von der ursprünglichen Planung abgewichen. Da dachte ich mir, dass ich Euch hier auch überrasche, wohin uns die Tour letztendlich geführt hat. Ich kann aber schon sagen, dass man in 6 Wochen viel von Kenia sehen kann. Trotzdem gilt es beim nächsten Mal noch die eine oder andere Ecke des Landes nachzuholen.
Hallo Thomas, ich möchte auch nach Kenia mitkommen und bin gespannt auf eure Erlebnisse. Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
TopobärThemenstarter5’483 Beiträge · seit 200910. Feb. 2022 ·
Hallo Caroline,
schön, dass Du dabei bist. Ich kann einige echt schräge Erlebnisse garantieren.
Hach, das ist ja lustig! Du auch? Zuerst ich, dann Thomas, und nun du! Ist Mabe eigentlich ein Frauen Avatar? Bist du im Dachzelt auf der Wiese oder in einem Zimmer? Ich hoffe es gefällt dir dort und dass dich der Lärm vom Southern Bypass schlafen ließ. Wohin geht es zuerst? Safari nejema und sei gesund.