Manno!!!!!!!!!!!! Diese Lichtbilder sind ja besser als jedes BVB 09- Tor 😁 Oder sind es doch Neonröhrenbilder der Extraklasse 😗
scherzt Ute und grüßt herzlich!
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200617. Aug. 2021 ·
Es freut uns sehr, dass euch Ruths Lightpainting gefällt. Um diese Bilder zu machen, braucht man (mindestens) zwei Personen:
1. Jemanden, der das Foto aufnimmt
Das macht Uwe. Die Kamera mit Weitwinkel kommt auf das Stativ und wird so ausgerichtet, dass etwas Boden und viel Himmel im Bild sind. Der seitliche Platz, den der Schreiber bzw. Maler für das Motiv benötigt, muss vollständig ins Bild passen. Der Fokus sollte auf dem Maler liegen und nicht mehr verändert werden. Die Belichtungszeit muss ausreichen, damit der Maler das Motiv vollständig fertigstellen kann. Das können 20, 30 Sekunden oder auch länger sein. Wir verwenden dazu einen manuellen Kabel-Fernauslöser in Kombination mit dem Bulb-Modus der Kamera. Der Auslöser lässt sich feststellen, so dass wir beliebig lange belichten können. Alternativ kann man auch eine feste Belichtungszeit einstellen, z. B. 30 Sekunden. Dann muss man innerhalb dieser Zeit aber fertig werden. Es sollte die kleinste Blendenzahl eingestellt werden, die das Objektiv unterstützt, z. B. 2.8 oder 4. Der ISO muss so gewählt werden, dass das Bild nicht zu dunkel und nicht zu hell wird. Man sollte ein paar Probefotos machen. Ich würde mal mit ISO 3200 starten.
2. Jemanden, der kreativ ist und malt
Das ist eindeutig Ruths Aufgabe. Man kann eine Taschenlampe oder Stirnlampe benutzen. Je dunkler sie ist, desto besser. Ruth verwendet gerne das Rotlicht ihrer Stirnlampe. Jede Bewegung, die sie mit angeschalteter Lampe macht, sieht man später als Linie auf dem Foto. D. h., sie muss sich vorher überlegen, was sie malen oder schreiben will und merkt sich, welche Linien und Formen sie bereits gezeichnet hat. Jedes Aus- und Einschalten der Lampe ist kritisch, weil sie den Wiederaufsetzpunkt gut treffen muss. Daher ist es einfacher, möglichst viel am Stück zu malen, und verbundene Schreibschrift gelingt besser. Wer nicht spiegelverkehrt schreiben will, kann das Bild auch im Anschluss im Computer spiegeln. Am Anfang passiert es oft, dass man zu kleine Bewegungen mit der Taschenlampe macht oder aus dem Handgelenk zeichnet. Also lieber große, ausladende Gesten, dann kann man auch etwas erkennen. Damit man den Maler selbst nicht auf den Fotos sieht, sollte er sich nicht aus Versehen selbst anleuchten, und es hilft auch, wenn er möglichst dunkle Klamotten trägt.
Hier sind noch ein paar von Ruths früheren Werken:
Boah, toll 🙂 Ich bin schon froh, wenn ich die Milchstraße gut draufbekomme in Namibia 🤪
Afrikareisen: Südafrika (2015), Tansania mit Sansibar (2017), Seychellen (2018), Uganda und Ruanda (2018), Kenia (2019) --- to come: Namibia 2022, Patagonien (Plan 2023)
Andere u.a.: Indonesien, Taiwan, Laos, Kambodscha, Ecuador & Galapagos, Costa Rica, Kuba, Guatemala, Mexiko, Honduras, Norwegen, Kanada, Brasilien (Pantanal), Ostgrönland, Madeira
franzicke2'085 Beiträge · seit 201217. Aug. 2021 ·
Das ist wirklich ganz groß!!! Vielen Dank für die zusätzliche Inspiration, wir müssen jetzt nur noch den Künstler bei uns finden 🤪 Anleitung wird ausgedruckt - es könnte sehr gerne auch heute schon losgehen ... Liebe Grüße und Tore, Tore, Tore Ingrid
Einfach großartig 🤩 🤩 Schade, in meinem Umfeld vermute ich keinen so kreativen Künstler und ich schon gar nicht. Oder doch? Vielleicht mal versuchen….. LG Helgi
Lieber Uwe und vorallem liebe Ruth!! das ist ja ganz großes Lightpainting - Kino!!! 🙂 🙂 🙂 Einfach toll. Ich glaube, so was bekomme ich noch nicht einmal auf Papier hin. Und auch die Ideen sind toll, toll, toll!
Vielleicht kann ich ja Jürgen überzeugen zu malen und ich betätige die Kamera (das ist evtl. der einfachere Teil)
Freue mich schon sehr auf eure Fortsetzung. Namibrand Family Hideout ist dieses Jahr auch für 2 Tage eines unserer Ziele - wir werden auf Campsite Jupiter sein.
chamäleon20112'497 Beiträge · seit 201118. Aug. 2021 ·
Mein Favorit ist die (zickige?) Straussendame. Wirklich bezaubernd, die Bilder. Danke.
Liebe Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland
Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide
Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
da würde ich doch glatt sagen "challenge accepted"! Mal gucken was wir für ein Gekrakel in die Steppe malen können. Bei meiner küstlerischen Ader *hüstel*... 🙄 😄
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200619. Aug. 2021 ·
@Claudi: Nein, du brauchst keine zusätzlichen Batterien für das Lightpainting. Je schwächer die Lampe ist, desto besser.
@Ingrid: Manchmal entdeckt man ja auch ganz unverhofft seine kreative Ader. 🙂 Das mit den Toren hat leider nicht so ganz geklappt.
@Karin: Gut erkannt. Die Straußendame reagiert etwas zurückhaltend auf das aufgeplusterte Männchen.
@Martin: Dann wünschen wir euch viel Erfolg. Und auch wenn es beim ersten Mal vielleicht noch schwer wird, das Motiv auf dem Foto zu erkennen – es macht jede Menge Spaß.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200619. Aug. 2021 ·
Tag 8 – Samstag, 10. Juli – Hinter dem Kuiseb rechts
Namib Rand Family Hideout – Blutkuppe
Der Morgen war zumindest draußen recht kalt. Aber in unseren Daunenschlafsäcken war es die ganze Zeit mollig warm. Als Uwe aufstand, zeigte das Thermometer knapp zwei Grad. Die Sonne leuchtete bereits über den Horizont.
Bei einer ersten Tasse Kaffee kramte er schon ein wenig herum. Ruth war auch bald fertig, und wir beschlossen, die kleine Runde durch das Namib Rand Nature Reserve zu fahren, die für Selbstfahrer erlaubt ist. In einem großen Bogen ging es um das Camp herum, zunächst über eine Fläche mit einzelnen gelben Graspuschelchen. Die Dünen leuchteten rot-braun, und in der Ferne erhob sich das dunkle Bergmassiv. Die Landschaften, in denen Gras, Sand und Fels zusammentreffen, empfinden wir immer als besonders schön. Deswegen sind wir hier wohl auch bereits zum zweiten Mal gelandet.
An einigen trockenen Kameldornbäumen vorbei ging es in Richtung der Dünen.
An der als etwas tiefsandig und schwieriger angekündigten kleinen Dünenauffahrt verhungerten wir dann auch prompt kurz vor dem höchsten Punkt, und Uwe musste noch einmal zurückrollen und ein bisschen mehr Schwung nehmen. Bevor es wieder abwärts ging, machten wir Halt und bestaunten die Aussicht in alle Richtungen, jedes Hügelchen und jeden Baum.
Danach fuhren wir langsam hinunter auf die gold-gelbe Grasebene. Überall flogen Nonnenlerchen und andere kleine Vögel auf, wenn wir uns näherten. Sie begleiteten uns ein Stück des Weges, bevor sie sich wieder niederließen und im Gras verschwanden.
Zurück am Camp frühstückten wir in der Sonne. Uwe probierte das Müsli mit einer frischen Maracuja. Aus Swakopmund hatten wir noch ein Körnerbrot dabei, das von außen schon recht hart, aber innen herrlich frisch war und sehr lecker schmeckte. Vor der Abfahrt wurde noch schnell geduscht, und auch die Vögel, die sich in den umliegenden Bäumen sammelten, um an der kleinen Vogeltränke zu nippen, wollten noch beachtet werden.
Rotkopfamadine
noch mehr davon
Kapsperling
Rotschwanzschmätzer
Gegen halb elf brachen wir auf. Das wurde auch höchste Zeit, denn heute hatten wir eine ziemlich lange Etappe eingeplant. Das Namib Rand Familiy Hideout ist wirklich ein ganz besonders schöner Ort.
Zunächst fuhren wir denselben Weg zurück, den wir gestern gekommen waren. Wieder war viel Wild unterwegs. Zebras hatten wir schon auf dem Hinweg einige gesehen. Vielleicht war es dieselbe Herde oder einfach nur ein paar Freunde oder Verwandte.
Auf der C19 passierten wir Sesriem, und bei Solitaire hielten wir, um Wasser und ein Stück Apfelkuchen zu kaufen. Erneut waren die sonst so rummelige Tankstelle und der Platz drumherum wie ausgestorben.
Auf der C14 ging es weiter zum Kuiseb. Über weite Strecken war die Pad frisch geschoben, und so kamen wir schnell voran. Im Vergleich zu vorgestern sahen wir noch deutlich mehr Strauße, Oryx und einige Springböcke, sogar ein paar Kuhantilopen. Rüppell-Trappen und Rennvögel liefen neben der Straße.
Am Kuiseb fuhren wir zum Gramadula-Aussichtspunkt, für den man ein Permit benötigt. Da wir das ja hatten und in der Vergangenheit dort immer nur vorbeigefahren waren, freuten wir uns, nun an diesem tollen Platz ein Picknick machen zu können. Wir aßen Brot mit Käse und Wildschinken und teilten uns den Apfelkuchen. Es war absolut still, nur der Wind wehte ein wenig.
Die Pause tat gut, und danach begaben wir uns auf die letzte Etappe zur Blutkuppe. Die zog sich nochmal sehr – das Thermometer zeigte zwischenzeitlich sogar 30 Grad – und wir erreichten erst kurz vor Sonnenuntergang unser Tagesziel.
Steppenfalke
Wir waren uns sicher, dort wieder völlig alleine zu stehen, hatten jedoch nicht auf den Kalender geachtet. Es war Samstag, also Wochenende. Und was macht man als Einheimischer, wenn man seinen Distrikt nicht verlassen darf? Richtig, zur Blutkuppe fahren, um dort eine schöne Zeit zu verbringen. Wir hätten ebenso gehandelt. Das dämmerte uns aber erst jetzt, und so waren wir ziemlich überrascht, als wir fast alle Stellplätze hinter der Blutkuppe besetzt fanden. Nach einigem Suchen entdeckten wir zum Glück doch noch einen und klappten das Zelt auf. Zum Sonnenuntergang kletterten wir auf den Berg, der wie immer rot leuchtete. Pünktlich mit dem letzten Licht kamen wir oben an.
Da wir erst am Nachmittag etwas gegessen hatten, hielt sich unser Hunger in Grenzen. Trotzdem machten wir ein Feuer und grillten „nur“ das schon aufgetaute Fleisch. Dazu aßen wir eine Gurke und Grillbrote.
Obwohl es so voll war, bekamen wir von unseren Nachbarn nicht viel mit. Alle waren rücksichtsvoll, und mit der Zeit war auch die laute Musik aus verschiedenen Autoradios verstummt. Wir verzichteten auf weitere Lichtmalereien, da man sich mit dem hektischen Taschenlampengefuchtel sicherlich keine Freunde gemacht hätte. Stattdessen startete Uwe eine Sternen-Serienaufnahme.
14 mm – f 4.0 – 25 s – ISO 6400 – Startrail aus 100 Einzelbildern
Heute hatte er Glück, denn er sah so eine grüne Sternschnuppe wie Ruth sie ihm gestern beschrieben hatte. So etwas hatten wir selten gesehen, und nun direkt an zwei Tagen hintereinander. Mit unseren Wünschen ging es also gerecht zu. 1:1! Es hatte immer noch warme 18 Grad, als wir die Leiter zum Zelt hinaufstiegen.
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200624. Aug. 2021 ·
Tag 9 – Sonntag, 11. Juli – Treffen mit Freundinnen
Blutkuppe – Farm Ombu
Auch am Morgen war es an der Blutkuppe noch angenehm warm. Wir standen recht früh auf und tranken lediglich eine Tasse Tee bzw. Kaffee. Uwe tunkte noch schnell einen Rusk in seinen Kaffee, weiteres Frühstück verschoben wir auf später. So fiel für die herbeigeeilten Bergstare leider kein Krümelchen ab.
Unser Stellplatz bestand komplett aus dem groben Sand, in dem wir es 2005 tatsächlich geschafft hatten, uns festzufahren. Zu unserer Ehrenrettung müssen wir allerdings erwähnen, dass wir damals keinen Allrad hatten und der Sand sehr locker und außerdem noch etwas tiefer als an dieser Stelle war. In Gedanken an das damalige Abenteuer schalteten wir einfach den Allrad ein und rangierten nun problemlos auf den Rückweg.
Mit den ersten Sonnenstrahlen fuhren wir zurück zur C28, vorbei an dem kleinen Köcherbaum, den wir schon so oft fotografiert haben und bogen nach Osten auf die Strecke ab, die wir vor einer Woche in die entgegengesetzte Richtung gefahren waren.
Den ganzen Morgen begegneten wir keinem anderen Fahrzeug. Sobald wir anhielten, schallte der vertraute Ruf der Rüppells Trappen herüber. Meist fanden wir sie nach einigem Suchen zu zweit oder zu dritt auf Futtersuche neben der Straße. Um in Richtung Norden zu kommen, bogen wir auf die C32 ab. Vorbei am Tsaobis Nature Reserve ging es einsam weiter. Vor uns rannte ein etwas größeres Tier über die Straße. Schnell fuhren wir zu der Stelle und spähten in die Richtung, in der es verschwunden war. Aber so sehr wir auch starrten, die Vegetation war einfach zu dicht. Zu viele Büsche, Graspuschel und Gehölz, außerdem jede Menge kleinerer Felsbrocken. Den Löffel-Erd-Schakal-Hyänen-Wolf hatten wir leider verpasst. Dafür saß auf einem Zaunpfahl ein Weißbürzel-Singhabicht und rupfte die Reste eines Perlhuhnes zum Frühstück.
Als wir keinen richtigen Rastplatz oder geeigneten Baum fanden, hielten wir einfach am Straßenrand, stellten den Tisch hinter das Auto und machten ein Picknick. Ein paar Scheiben Körnerbrot, Wildschinken, Brie und Frischkäse – mehr Luxus brauchten wir nicht, um es uns gutgehen zu lassen.
Dann machten wir uns auf den Weg nach Karibib, denn dort hatten wir eine Verabredung. In Swakopmund war es uns ja nicht gelungen, das unangenehme Piepsen im Batterierelais abzustellen. Zusammen mit dem für den Fotoapparat nicht ausreichenden Platz zwischen Vordersitzen und Kühlschrank waren wir zu dem Entschluss gelangt, den Mietwagen gegen einen anderen zu tauschen. Savanna war so nett gewesen, Mitarbeiter Kai mit unserem Austauschwagen auf den Weg zu schicken. Den riefen wir nun an, um uns anzukündigen. Er war bereits in Karibib und wartete. Daher beeilten wir uns und erreichten den ausgestorbenen Ort. Wie freuten wir uns, als wir den beigen Landcruiser erkannten, mit dem wir vor zwei Jahren bereits unterwegs gewesen waren. Mit dem waren wir ja schon per Du. Ein erster Blick zeigte uns, wie viel mehr Platz hinter den Vordersitzen war. Und nichts piepste. So einfach sind die kleinen Freuden. Kai wartete sehr geduldig, während wir den Inhalt sämtlicher Fächer von dem einen ins andere Auto trugen. Zum Glück war der Ersatzwagen komplett leer. Alles in allem benötigten wir eine gute Stunde für den Tausch.
Vor der Weiterfahrt telefonierten wir noch mit Meike (wir hofften insgeheim auf Neuigkeiten vom RKI) und tankten den Wagen voll. Über die C33 ging es weiter nach Omaruru.
Kurz vor der Stadt bogen wir auf die D2315 ab, um in das Gebiet der Erongo Mountains zu kommen. Zuerst war die Straße noch sehr gut zu fahren. Nach einem Tor mit Wachmann, der kontrollierte, dass wir keine Wilderer waren, ging es bald wieder nach Süden auf die D2316. Schnell wurde die Pad schlechter und steiniger. Es ging immer langsamer vorwärts. Die Farm Ombu war die letzte in einer Reihe und am Ende der Sackgasse. Nach mehreren Farmtoren mit unterschiedlichsten Öffnungsösen und Verschlüssen erreichten wir das Hauptgebäude und wurden bereits erwartet.
Zur Campsite Okondeka, wo wir mit unseren Freundinnen Anita und Anette verabredet waren und die schon auf uns warteten, waren es nochmal ein paar Kilometer durch mehrere Flussbetten. Der exklusive Campingplatz lag auf einem Hügel und war gut ausgestattet. Wir wurden herzlich begrüßt, und erwartungsgemäß gab es viel zu erzählen. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir bei toller Aussicht klönenderweise mit Keksen und Appletizer faul an einem kleinen gemauerten Tisch mit Steinbänkchen. Zum Abendessen grillten wir Oryx-Steaks. Dazu machte Ruth einen Salat mit Gurke, Tomaten, Möhren und Feta. Anita hatte zu Hause einen leckeren Brokkoli-Salat vorbereitet. Mit Rotwein und vielen Lagerfeuergeschichten verging der Abend, und es war sehr gemütlich. Wir hätten gut noch ein wenig länger mit den beiden verbringen können, und so war es schon halb zwölf, bis wir in unseren Zelten verschwanden.
Hey ihr Zwei, Nach wie vor lese ich eure Reiseberichte mit allergrößtem Vergnügen. Die Fotos sind wieder wunderbar. Wir haben das kuiern mit euch sehr genossen. Natürlich hoffen wir auf Wiederholungen. Allerliebste Grüße aus Omaruru Anita
ich lag grad ein paar Minuten unterm Tisch und hab mich gekringelt. Ihr habt das Auto getauscht und wieder den Wagen von vor 2 Jahren bekommen. 🤩 Den hatten wir doch im Herbst 2019 auch so sehr ins Herz geschlossen!!!! Ich glaube, ich schreibe gleich mal an Savanna, dass wir in 3,5 Wochen doch bitte-bitte den auch wieder haben wollen. 😄 Verrückte Welt. Ganz liebe Grüße,
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200629. Aug. 2021 ·
Tag 10 – Montag, 12. Juli – Etosha zum Ersten
Farm Ombu – Okaukuejo
Uwe wachte mit einem geschwollenen linken Auge auf. Das war zwar nicht hübsch, aber auch kein Grund zur Beunruhigung, zumindest nicht für Uwe. Während er sich sicher war, dass die Schwellung nach ein paar Tagen wohl wieder verschwinden würde, machte sich Ruth schon Gedanken, wo im Etosha denn ein guter Augenarzt zu finden sei. Trotzdem beschlossen wir, erst einmal abzuwarten und das Auge weiter zu beobachten. Zusammen mit Anita und Anette frühstückten wir in der Sonne und freuten uns über die Ruhe rundherum.
Obwohl Ruth sich sehr bemühte, ein paar Rosenpapageien zu erwischen, die quietschend vorbeiflogen, gelang es ihr nicht. Einfacher war es mit den Felsenschwalben. Sie saßen auf einem trockenen Ast und ließen sie ganz nah herankommen.
Erst nach 10 Uhr gelang es uns aufzubrechen. Uwe ließ noch Luft aus den Reifen, die mit weit über drei Bar etwas zu prall gefüllt waren. Zunächst rumpelten wir zurück zur Farm. Dort bezahlten wir unsere Rechnung und kauften noch etwas Zebrafilet, Rauchfleisch und Landjäger. In der Küche liefen ein paar knuffige Hundewelpen herum, die erst ein paar Wochen alt waren. Ruth nahm einen von ihnen auf den Arm, und es dauerte nicht lange, bis er auf ihr T-Shirt pieselte. Überrascht war sie nicht, denn irgendwie passierte ihr das nicht zum ersten Mal. Der Rückweg zur D2315 war wie gestern etwas beschwerlich, aber landschaftlich wieder sehr reizvoll. Mit weniger Druck in den Reifen fuhren wir heute etwas sanfter über die Steine. Besonders freuten wir uns über drei Dikdiks. Die kleinen Antilopen fraßen direkt neben dem Weg. Mit ihrem kleinen Haarschopf, den großen Augen und der kleinen Rüsselnase sehen sie sehr putzig aus.
Ab Omaruru konnten wir dann wieder schneller auf Teer nach Nordosten fahren. An einer Polizeikontrolle wurden wir nach dem Woher und Wohin gefragt. Für eine genaue Routenplanung, die man angeblich bei sich haben sollte, interessierte er sich (wie auch alle anderen Polizisten später) aber nicht. Der Officer warnte uns, nicht bei Unbekannten anzuhalten und wünschte uns eine gute Fahrt. Hinter Kalkfeld bogen wir auf die M63 ab, auf der wir wieder mal keinem Auto begegneten. Wie gestern hielten wir einfach am Straßenrand, um zu picknicken. Diese spontanen Stopps irgendwo im Nirgendwo schätzen wir sehr. Die Brotzeit schmeckte mit Blick auf die wogenden gelben Grashalme gleich doppelt so gut.
Dennoch ließen wir uns nicht allzu viel Zeit, denn wir hatten noch ein gutes Stück Strecke zu machen. Der ursprüngliche Plan – Etosha von West nach Ost – wurde verworfen, da es bis Okaukuejo deutlich näher war. Der Nachmittag war schon weit fortgeschritten, als wir Outjo erreichten. Zunächst wurde getankt. Dann wollten wir gegenüber der Tankstelle in der berühmten Outjo Bakery ein Brot kaufen, es gab nur leider kein einziges mehr. Wie kann man auch davon ausgehen, dass es in einer Bäckerei Brot zu kaufen gibt! 😉 Also versuchten wir unser Glück im Tankstellenshop, auch dort hatten wir keinen Erfolg. Dem emsigen Makalaninuss-Verkäufer und Autoaufpasser kauften wir dennoch eine Nuss ab. Schließlich konnte er ja nichts dafür, dass wir kein Brot bekommen hatten, und eine Nuss mit der Autonummer unseres Mietwagens wollten wir auch schon immer haben. Danach ging es noch schnell um die Ecke zum Superspar. Dort bekamen wir endlich das Brot und ein paar Brötchen und konnten weiter. Das Anderson’s Gate des Etosha hatten wir schnell passiert
und steuerten direkt das erste Wasserloch Ombika an. Dort fanden wir Impalas, Kuhantilopen, eine Höhlenweihe und einen Schakal, der es sich auf einem trockenen Elefantenhaufen bequem gemacht hatte.
Als die Kuhantilopen abgezogen waren, erschien noch eine Giraffe. Sehr zögerlich näherte sie sich und spähte nach allen Seiten. Wir warteten aber nicht, bis sie die Wasserstelle erreicht hatte, sondern fuhren weiter und checkten für fünf Nächte im Park im Büro in Okaukuejo ein. Dann suchten wir uns einen schönen Stellplatz auf der Campsite. Die Auswahl war groß. Es waren nur einige wenige Sites meist ganz vorne in der Nähe des Wasserlochs und bei den Ablutions belegt. Wir entschieden uns für einen Platz etwas abseits neben einem großen Webervogelnest. Nachdem wir unsere Stühle, den Tisch und das Feuerholz deponiert hatten, blieb uns noch eine Stunde für einen ersten Gamedrive im Park. Wir nahmen die kleine Runde über Nebrownii und Gemsbokvlakte. Viele Springböcke standen im Gras oder direkt neben der Straße.
Beim ersten Wasserloch war nichts zu entdecken, also fuhren wir schnell weiter. Bevor wir Gemsbokvlakte erreichten, war der sandige Boden mit mehreren Höhleneingängen zerwühlt und durchlöchert. Zahlreiche Hörnchen wuselten herum, knabberten frisches Grün und balgten mit ihren Spielgefährten. Auch ein Trupp Fuchsmangusten hatte sich unter die Hörnchen gemischt und teilte sich mit ihnen die Wohnhöhlen.
Noch mehr begeisterte uns aber ein großes Spitzmaulnashorn, welches ein Stück weiter direkt neben dem Weg lief und auf das Wasser zusteuerte. Wir waren sehr zufrieden mit unserer ersten Pirschfahrt, denn ein Nashorn am Tage hatten wir so frei nur selten erblickt. Trotz gekürztem Horn war das Tier eine imposante Erscheinung.
Es schaute ein wenig irritiert zu uns herüber und wollte schon abdrehen. Deswegen fuhren wir noch das kleine Stück bis Gemsbokvlakte.
Weißflügeltrappe
Beim Wasserloch selbst flogen nur Tauben umher. Außerdem war es schon nach 18 Uhr, und wir wollten nicht zu spät am Tor sein. Im schönsten Gegenlicht der untergehenden Sonne machten wir uns auf den Rückweg, natürlich nicht, ohne noch kurz bei unserem Rhino zu stoppen.
Ein paar Minuten mussten wir dann auch noch bei einem Zebraroadblock warten, da wir die Tiere nicht von der Straße schubsen wollten.
Nun wurde es aber wirklich höchste Zeit. Vorbei ging es an den Zebras, und wir kamen genau bis zur übernächsten Kurve. Was lag denn da vorne direkt vor uns auf der Straße? Nur noch ein paar Kilometer von Okaukuejo entfernt hatten es sich zwei große Mähnenlöwen gemütlich gemacht. Wir trauten unseren Augen nicht. Der hintere Kater stand schon bald auf und verschwand nach links ins Gebüsch, woraufhin ihm sein Kumpel folgte.
Gerne hätten wir die beiden noch weiter beobachtet, aber nun drängte die Zeit wirklich sehr. Wir verabschiedeten uns von den Löwen und erreichten kurz vor Torschluss das Camp. Nach einer erfrischenden Dusche machten wir Feuer und grillten unglaublich leckeres Zebrafilet von Ombu. Dazu dünsteten wir im Potije Blumenkohl und Möhren. Grillbrote mit Knoblauchbutter rundeten das leckere Abendessen ab. Anschließend spülten wir und setzten uns danach noch etwas ans Wasserloch. Dort mussten wir nicht auf die Inszenierung warten, denn das Stück war bereits in vollem Gange. Acht Spitzmaulnashörner tranken und badeten. Eine Mutter mit Kalb verscheuchte alle Artgenossen, die dem Kleinen zu nahe kamen. Es wurde geschnaubt und getrampelt. Mal entfernte sich ein Tier, dann kam es wieder zurück. Auch ein Elefant kam zum Trinken. Respektvoll machten ihm die Rhinos Platz, und er marschierte zielstrebig zum Wassereinlauf, an dem es wohl am besten schmeckt. Wer will schon das Wasser trinken, in dem die anderen gebadet haben?! Da wir schon ziemlich müde waren, blieben wir nicht sehr lange und kuschelten uns in unseren Camper. In der Ferne riefen ein paar Schakale, eine Hyäne jaulte, und direkt neben uns zwitscherte immer mal wieder ein Webervogel im Traum.
franzicke2'085 Beiträge · seit 201230. Aug. 2021 ·
Moin Muckels, was für ein schöner Start im Etosha! Und mal wieder der Beweis, dass sich auch ne kleine Stunde für ne Runde lohnt. So ganz langsam kommt bei uns auch wieder ein bisschen Reisefieber auf - bis es soweit ist, genieße ich jede Etappe mit euch und bin jetzt total auf euer Sichtungsglück gespannt! Liebe Grüße Ingrid
EulenmuckelThemenstarter2'097 Beiträge · seit 200630. Aug. 2021 ·
@Ingrid: Natürlich kann sich auch eine kurze Runde durch den Park lohnen. Aber man kann auch einen ganzen Tag unterwegs sein, ohne Nennenswertes zu entdecken. Es braucht eben immer ein bisschen Glück, und das macht es ja schließlich aus. 🙂
@Gabriele: Die geschnitzten Makalani-Nüsse haben einen Durchmesser von ca. 3-4 cm. Die Interaktion mit dem Schnitzer = Verkäufer läuft folgendermaßen: Er kommt auf dich zu, wünscht dir einen guten Tag und stellt sich mit seinem Namen vor. Höflich antwortest du ebenfalls mit deinem Vornamen. Falls nicht, wird er dich danach fragen. Sobald er weiß, wie du heißt, schnitzt er ruck-zuck deinen Namen in die vorbereitete Nuss, und du freust dich so sehr oder fühlst dich zumindest genötigt, die Nuss anschließend zu kaufen. Um in dieser Situation nicht überrumpelt zu werden, kannst du dir schon vorab Gedanken machen, welche(n) Namen du mit nach Hause nehmen möchtest. Die Nüsse sind in der Regel bereits mit Motiven aus Namibia vorbereitet: Elefanten, Kudus, Perlhühner, Köcherbäume usw. Ein paar Streifen bleiben noch unbearbeitet, um spontan die Namen zu schnitzen. Du kannst also schon überlegen, wem du eine Freude machen möchtest oder ob du für Garage, Briefkasten, Gästeklo oder deinen Klassenraum in der Schule neue Schlüsselanhänger haben möchtest. Wenn du etwas Zeit hast, kannst du auch ganze Motive in Auftrag geben oder dir eine ganz individuelle Nuss schnitzen lassen. Eine fertige Nuss kostet zwischen 30 und 50 Namibia-Dollar. Zurzeit würde ich eher etwas mehr bezahlen. Aber lasst euch nicht weißmachen, die Dinger würden 100 Dollar oder mehr kosten. So sehen sie z. B. aus: