freshyThemenstarter3'883 Beiträge · seit 201106. Feb. 2019 · #1
Leider kann ich den Thread nicht löschen, ersatzweise habe ich den Titel gelöscht. Wie Solitaire schon schrieb, finde auch ich, dass die Mitteilungen inzwischen das ursprüngliche Thema verfehlen.
Um nicht in Robins Reisebericht wildern zu müssen, eröffne ich einen eigenen Thread für Baines' Baobabs, die für uns wertvoller waren, als nur vorbeizudüsen. Für uns waren sie im September 2017 ein wichtiges Ziel jenseits aller Pirschfahrten. Während unseres Aufenthalts dort sahen wir außer Wildbienen keine Wildtiere.
Mich fasziniert diese Gruppe altehrwürdiger Baobabs, die Thomas Baines vor mehr als 150 Jahren gemalt hat. Nach einer gefühlt sehr langen und mühseligen Fahrt durch tiefen Sand mit rundherum nichts als platter Landschaft, tauchen diese Baumriesen endlich am Horizont auf. Kaum öffnen wir die Türen, werden wir von Wildbienen umschwärmt. Also erst einmal nix wie weg. Wir fahren zur CS 1 und richten uns unter einem weiteren riesigen Baobab häuslich ein. Unser Blick geht über die Salzpfanne hinüber zu der Baobab-Gruppe. Wir sind begeistert und sinnieren darüber, wie mühsam es für Baines und seine Truppe in den unbequemen Planwägen gewesen sein mag, diese Baumgruppe zu erreichen. Warum war er überhaupt hier? Ob seine Bilder große Kunst sind, mag ich anhand der Abbildungen im Internet nicht beurteilen. Wir haben sie jedenfalls am nächsten Morgen, als die Bienen noch schliefen 😉 , von allen Seiten fotografiert, was schneller zu bewerkstelligen war und keine Kunst ist. Vor allem der umgefallene Riese setzt die Fantasie in Gang, denn er sieht aus wie ein erlegtes Monster. Zum Thema Wildtiere: Morgens sehen wir dicht neben unserem Camper die Fußabdrücke von einem? Elefanten.
Hallo freshy, vielen Dank für den Hinweis und die eindrucksvollen Bilder. Kannst Du bitte noch eine entsprechende Ortsangabe liefern (oder möchtest Du den Standort nicht preisgeben)? 😗 Gruß, Dieter
Blende18.21'165 Beiträge · seit 201706. Feb. 2019 · #3
Hi Dieter.
Die kannst du bei Google Maps eingeben. Ist ein sehr bekanntes Ziel und dort erfasst.
Östlich von Maun/Botswana im Nxai Pan Nationalpark.
Chrigu7'255 Beiträge · seit 200606. Feb. 2019 · #4
S20° 06.724' E24° 46.128'
Herzliche Grüsse Chrigu
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Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201106. Feb. 2019 · #5
Angeblich sind die Baines Baobabs von einem schwarzen Pilz befallen und sterben bereits ab. Lagerfeuerrauch steht unter Verdacht diesen Pilzbefall zu fördern oder sogar zur verursachen.
da muss ich mich freshy anschliessen. Wir besuchten die Baines um den Jahreswechsel. Da es vorher geregnet hatte, war die Fahrt durch den Tiefsand einfach, jedoch auf den Pfannen und in der Game drive area um das Wasserloch teilweise herausfordernd. Man riet uns am Gate nicht die gebuchte CS1 zu wählen, sondern CS2. Dort hatte sich aber bereits eine südafrikanische Familie breit gemacht, da sie angeblich ihre CS3 nicht gefunden haben. Wir schliefen dann notgedrungen irgendwo am Rand der Pfanne. Abends kamen noch einige Orxy vorbei und wir durften einen herrlichen Sonnenuntergang geniessen. Ergänzend kann ich nur jedem raten, auch eine Nacht im South Camp zu verbringen. Wir hatten dort im Dez. sehr tolle Sichtungen. Bereits am Nachmittag vor der Ü im South Camp konnte ich in der Nähe des Wasserlochs einen Geparden in der Ferne spotteten. Was uns dazu veranlasst hat, dort am Morgen auf die Suche zu gehen. Mit Erfolg: Den Kill selbst hatten wir wohl gerade verpasst, konnten aber sehr lange und völlig ungestört die Katze beim Frühstück beobachten.
Die Sicht bei Vollmond von der CS1 über die Pan zur Baines-Gruppe rüber hat schon was.....dann noch eine schöne (Nacht)wandertour um die "Insel" auf der die CS1 steht.....ein Amarula Gold.....und ab ins Dachzelt!
Die Landschaft ist der von Kubu-island ähnlich.....für uns neben dem Delta schon ein highlight einer Botswana-Reise.
Ulli
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201107. Feb. 2019 · #10
Oktober 2016
Best Regards
Adolf
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lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200807. Feb. 2019 · #11
Eigentlich ein magischer Ort... - der immer mehr zum öffentlichen Klo degradiert wird. Als wir 2017 dort waren mussten wir überall zwischen den Bäumen aufpassen, nicht in die Scheißhaufen zu treten. Es stank nach Pissoir.
Angewidert haben wir die von frischen Schnitzereien verletzten Bäume verlassen und uns ein Plätzchen auf der Pfanne gesucht, um von dort die mächtigen Sieben Schwestern aus der Ferne zu genießen.
Es ist dringend nötig, das sich das - ja, wie soll man sowas nennen? Da fehlen einem die Worte. - nicht fortsetzt. 😐
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
alle magischen Orte und Campsites ohne Infrastruktur sind....sogar bei ordentlichem Verhalten mit Vergraben in ca 30 cm Tiefe........GEFÄHRDET...... möchte oft gar nicht wissen wie es im Boden um diese Campsites aussieht....
lilytrotter schrieb:Eigentlich ein magischer Ort... - der immer mehr zum öffentlichen Klo degradiert wird. Es ist dringend nötig, das sich das - ja, wie soll man sowas nennen? Da fehlen einem die Worte. - nicht fortsetzt. 😐
...jooo....war einmal ein magischer Ort, wie der Khwai, und genau solche Beiträge / RB und Plattformen tragen dazu bei, dass der Untergang solcher Orte weitergeht.. 🙄
MlaienhaftenWs sind ausgewachsene Baobabs Flachwurzler, mit einer Wurzelgeflechtsausdehnung mindesten so weit, wie der Baum hoch ist. Ich kann mir daher schon vorstellen, dass Bodenverdichtung (wenn der Boden denn verdichtbar ist) und Vernichtung der Bodenvegetation, Insekten etc. durch zigzig Autos und Touristen auch den gewaltigen Baobabs langfristig zusetzen kann. In sandigem Boden kann man sehen, wie knapp Wurzeln unter der Oberfläche liegen. Vom vergrabenen Müll noch gar nicht geredet (BMW). Es ist überall das gleiche Strickmuster
lilytrotter schrieb: Es ist dringend nötig, das sich das - ja, wie soll man sowas nennen? Da fehlen einem die Worte. - nicht fortsetzt. 😐
Vielleicht fernbleiben? Was jetzt nicht speziell auf die Lilytrotter gemünzt ist, die ich als Naturliebhaberin schätze.
Viele Plätze eignen sich einfach nicht für diese/jede Art von Tourismus. Das ging halbwegs gut, als nur wenige hinfuhren, aber die Zeiten haben sich geändert. Ich bin seit 50 Jahren Abonnent von NG, wo dieses Thema ein Dauerbrenner ist und sich viele gescheite Leute den Kopf darüber zerbrechen, wie man einerseits einzigartige Natur touristisch zugänglich und trotzdem bewahren kann……ohne letztlich den Laden doch radikal dicht machen zu müssen. Strenge Zugangsbeschränkung ist eine Strategie dabei. Eine originelle Umsetzung ist mir in Erinnerung geblieben, es liegt Jahre zurück. Eine sehr beliebte Weitwanderroute (in den Apalachen?) zeigte enorme Verschleißerscheinungen. Also wurde die zulässige Benutzerzahl drastisch reduziert und streng reglementiert und die Erlaubnis zur Benutzung jährlich vorab in einer Lotterie verlost. Mehr gab’s nicht, basta. Bayreuth meets Baines' Baobab. Reiseforen hätten dann auch eine neues Betätigungsfeld…..biete Baines‘ Lizenz für 2022. Werner
Bei diesem (und einigen anderen) Themen fiel mir Geier Sturzflug ein: "Dann ist alles längst zu spät Dann ist, wenn schon nichts mehr geht Besuchen Sie Europa Solange es noch steht Ja dann ist alles längst zu spät Dann ist, wenn schon nichts mehr geht Besuchen Sie Europa Solange es noch steht" Man müsste es nur umtexten.... sinniert Friederike
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200807. Feb. 2019 · #16
Maputo schrieb:
und genau solche Beiträge / RB und Plattformen tragen dazu bei, dass der Untergang solcher Orte weitergeht.. 🙄
Einerseits und Andererseits... Der Tourismus ist so international und grad in diesem Forum zeigen sich recht selten die ganz dummen Bratzen, die meisten sind doch bemüht mit Köpfchen zu reisen, das kann man ja auch klar an der Art der Fragestellungen erkennen.
Ich denke auch nicht, dass alle diese Orte sogar bei „ordentlichem“ Verhalten gefährdet sind, wie BMW es schrieb. „Ordentlich“ würde für mich in diesem Zusammenhang bedeuten: Abstand halten. Und das tun wir. Wenn ich mir alte Bilder anschaue, dann stehen die Bäume, deren Wurzeln nun nackt und abgenagt am Pfannenrand sind, noch mindestens 10 Meter „im Land“. Vor nicht allzu langer Zeit war sogar die Campsite noch oben zwischen den Baobabs, aber da war man dort auch tagelang allein. Jetzt ist man dort selten allein...
Und das mit dem Abstand halten, gilt auch für den Toilettengang: Dann ist alles weit verteilt – Platz genug ist ja da, in der Umgebung! Wenn jeder, so wie wir, 100 Meter weiter weg buddelt und seinen Haufen setzen würde und das Toilettenpapier umwickelt im eigenen Müll bis zur nächsten Campsite mit Müllentsorgung transportieren würde, wäre alles sauber. Wir steigen auch ins Auto und fahren 500 Meter... Das ist kein Kunststück, das machen wir immer so. Die Kacke im Boden schadet an sich nicht, selbst dort in der Halbwüste sorgt in den feuchteren Zeiten das Kleinst-Getier für Abbau, - nur Toilettpapier fressen die nicht... 🤪
Dass die Verdauung im Allgemeinen und Besonderen bei den meisten Menschen mit großen Peinlichkeiten behaftet ist, erschwert die Problematik an solchen Orten. Da ist auch immer ein bisschen „Kindergarten“ dabei: Offensichtlich fällt vielen der Drang erst auf, wenn sie nach langer Fahrt endlich einmal anhalten, um sich z.B. das WeltNaturErbe anzusehen: Dann wird die kleine Pause zeiteffizient gleich zum Trinken und Pinkeln/K..... genutzt... Unglückliches Timing für die Baobabs, auch bei guided Touren, wie wir beobachten konnten! Sie halten leider nicht vorher, mit Ansage, denn das ist den Gästen peinlich und kostet Zeit... - man hält ja sowieso bald, - an den Baobabs... 😐
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201107. Feb. 2019 · #17
Hallo Leser, hallo Maputo,
Lower Antelope Canyon macht es vor mit der Lotterie. Ich sah kürzlich eine Reportage über den Mount Everest..... grauenvoll! Das sah aus wie vor einem Fußballspiel . Die Ostsee (wir wohnen gut 30 min entfernt) kann man nur noch im Winter besuchen - bei schönem Wetter auch dann Gedrängel. Und da gibt es weder Reiseberichte noch Foren! Und es wird leider nicht weniger werden, da tragen auch die zahlreichen Dokus und Reportagen bei. Und - WIR werden immer schneller mehr! http://pdwb.de/nd02.htm
Exakt. Und genau deshalb ist die höchste ethische Verpflichtung für jeden einzelnen, keine Kinder in die Welt zu setzen. Auch wenn wir uns lieber mit Petitessen beschäftigen.
PS 2016 ist ja der Chapman’s Baobab umgefallen. In den Bildern, z. B. hier https://africageographic.com/blog/chapmans-baobob-one-of-africas-largest-trees-falls/ sieht man, dass die relativ kleine Aufstandsfläche des Stammes angesichts der weit auskragenden Krone nicht viel zur Statik beiträgt. Man kann sich schon vorstellen, dass der Baum leicht aus dem Gleichgewicht kommen kann, wenn die Verankerung im Wurzelgeflecht einseitig geschwächt wird, zumal dieses ja auch keine große Festigkeit aufweist. Werner
Strelitzie kommt den Wurzeln, nicht des Baobabs, sondern des Problems jetzt doch sehr nahe.....es liegt, wie die meisten Probleme unserer Gegenwart, an dem "immer mehr werden"! (Hier könnte jetzt eine lange, mehr oder weniger sinnvolle Diskussion zur natürlichen (z.B. durch Wohlstand) oder gezwungenen (z. B. China-Modell) Begrenzung der Massen ansetzen.....)
Es ist immer eine Ermessenssache.....jeder von uns der irgendwo hin fährt hinterlässt gewisse Spuren. Diese reichen von harmlos bis zu denen die z. B. auf dem hidden vlei nach Jahrzehnten noch (leider) sehr gut zu sehen sind. Natürlich sollte man alle Massnahmen zur Begrenzung des Impakts (wie z.B. von lilytrotter vorgeschlagen) ergreifen, aber letztendlich werden sich die "Nutzungserscheinungen" an unserem "goldilocks" Planeten fortsetzen wenn wir das obige Problem nicht lösen können und/oder wollen! Die nicht-Buddhisten und nicht-Hindus unter uns haben die biblischen 70 +/- ein Paar Jahre um all das zu tun, sehen, erleben was wir wollen und jeder muss für sich entscheiden ob er/sie das will.
Vielleich sollte man sich auch Einmal die Frage stellen ob es sinnvoll ist "neue Wege" zu gehen, wissend, dass dies mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit der "Anfang vom Ende" dieser so betretenen Gegend bedeuten könnte?
Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir! - Konrad Lorenz