Reisebericht Sambia 2015/2016 - ab Johannesburg

Reisebericht 119 Antworten · 28,9k Aufrufe · gestartet 22. Feb. 2016 von paulinchen
2’319 Beiträge · seit 201123. März 2016 ·
Paulinchen, Paulinchen...

Schön zu lesen, daß die Great East Road nun fluchs zu befahren ist. Wir haben diese aus 2014 ganz anderes in Erinnerung.
Damals war es hinter der Luangwa Bridge bis nach Katete quasi eine einzige Baustelle und müßig zu befahren.
Aber irgendwie hat es dennoch Spaß gemacht.

Daß das Bier im The Bridge noch immer teuer ist, war mir klar. Irgendwie muß der Eigenrotweinkonsum ja finanziert werden... 🤪 🤪 🤪
Ist es der südafrikanischen Lodgeführung endlich gelungen, einen Investor zu finden, der die ganze Schose übernimmt?
Das Ding steht ja bereits seit Jahren zum Verkauf wie man so liest und hört.

Alm
zuletzt bearbeitet 23. März 2016
1’667 Beiträge · seit 201123. März 2016 ·
ALM schrieb:Paulinchen, Paulinchen...

Schön zu lesen, daß die Great East Road nun fluchs zu befahren ist. Wir haben diese aus 2014 ganz anderes in Erinnerung.
Damals war es hinter der Luangwa Bridge bis nach Katete quasi eine einzige Baustelle und müßig zu befahren.
Aber irgendwie hat es dennoch Spaß gemacht.

Alm
freut mich auch zu lesen, dass die Strecke vom Lower Zambesi zum Bridge Camp in einem Tag zu schaffen ist.

Alm ist aber der Zeit scheinbar voraus 🙂 Paulinchen ist doch noch garnicht weiter vom Bridge camp Richtung Katete gefahren ? Oder habe ich da was verpaßt ?

Freue mich auf baldige Fortsetzung.
Dein Bericht macht echt Spass zu lesen.

LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
Themenstarter475 Beiträge · seit 201223. März 2016 ·
ALM schrieb:
Daß das Bier im The Bridge noch immer teuer ist, war mir klar. Irgendwie muß der Eigenrotweinkonsum ja finanziert werden... 🤪 🤪 🤪
Ist es der südafrikanischen Lodgeführung endlich gelungen, einen Investor zu finden, der die ganze Schose übernimmt?
Das Ding steht ja bereits seit Jahren zum Verkauf wie man so liest und hört.
Hi ALM,

Als wir ankamen, saß dort eine sehr dürre ältere Frau, wir vermuteten mal, dass es die Inhaberin sein muss, denn sie gab den Angestellten Anweisungen.
Insgesamt sieht das Bridge camp nicht so aus, als würde es einen Investor geben, etwas renovierungsbedürftig das Ganze..

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 23. März 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201223. März 2016 ·
Montango schrieb:
freut mich auch zu lesen, dass die Strecke vom Lower Zambesi zum Bridge Camp in einem Tag zu schaffen ist.
Hi Montango,

Das riskanteste an der Strecke ist Lusaka selbst. Auf dem Hinweg waren die Brücken über die Gleise hoffnungslos verstopft, hier kann man sicher viel Zeit verlieren.
Montango schrieb:
Alm ist aber der Zeit scheinbar voraus 🙂 Paulinchen ist doch noch garnicht weiter vom Bridge camp Richtung Katete gefahren ? Oder habe ich da was verpaßt ?

Freue mich auf baldige Fortsetzung.
Ich verrate noch nichts....aber heute Abend geht´s weiter... 😉

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 23. März 2016
2’319 Beiträge · seit 201123. März 2016 ·
@Montango

Im ersten Satz schrieb ich von der Great East Road und erst danach von deren damals vollkommen mit Baustellen übersäten Teilabschnitt von der Luangwa Bridge bis Katete.

Gemäß Paulinchens Information ist demnach meine konkludente Folgerung, daß der erste Abschnitt der Great East Road von Lusaka (Höhe Pioneer Camp) bis zur Luangwa Bridge nun rasch zu bewältigen ist, was vor zwei Jahren nicht der Fall war. Aber eben ohne Großbaustellen wie zwischen Bridge und Katete...Petauke eigentlich nur.
Der erste Abschnitt war mir Straßenrandarbeiten, Schlaglöcherzustopfkolonnen und "Waldarbeiterarmeen" so ziemlich ätzend zu fahren. Aber landschaftlich ists der viel schönere Teil. Ab Chitizauwe bis Katete ists panoramamäßig eher mehr als unspektakulär.

@Paulinchen

Dürr ja, aber älter... Nun denn, wenn Anfang/Mitte 50 für Dich schon "älter" bedeutet.... 😉... dann wird es wohl die Inhaberin gewesen sein. Uns hat sie ihr Seelenleid erzählt und weshalb sie so unglücklich ist, in diesem "verlorenen" Posten in Sambia leben zu müssen. Ihre erzählerischen Quantitäten und Qualitäten der Schlechtigkeiten Sambias hatte die gleichen Ausmaße wie ihr Rotweinkonsum. Ihr Gatte hat holländische Wurzeln und wollte auf Gedeih und Verderb dieses Camp. Nun hockt sie da und lediglich mit den Mehrtagesraftingausflügen von Schülern kann sich die Lodge wirtschaftlich so eben über dem Wasser des Luangwas halten.

Alm
zuletzt bearbeitet 23. März 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201223. März 2016 ·
ALM schrieb:@
@Paulinchen
Dürr ja, aber älter... Nun denn, wenn Anfang/Mitte 50 für Dich schon "alter" bedeutet.... 😉... dann wird es wohl die Inhaberin gewesen sein. Uns hat sie ihr Seelenleid erzählt und weshalb sie so unglücklich ist, in diesem "verlorenen" Posten in Sambia leben zu müssen. Ihre erzählerischen Quantitäten und Qualitäten der Schlechtigkeiten Sambias hatte die gleichen Ausmaße wie ihr Rotweinkonsum. Ihr Gatte hat holländische Wurzeln und wollte auf Gedeih und Verderb dieses Camp. Nun hockt sie da und lediglich mit den Mehrtagesraftingausflügen von Schülern kann sich die Lodge wirtschaftlich so eben über dem Wasser des Luangwas halten.
mmmmh....ist dann wohl eher unsere eigene Altersklasse... 🙂 ...die Gute wirkte sehr viel älter auf mich, aber wie schon erwähnt, sie war nicht nur dürr, sondern sah irgendwie auch ausgezehrt aus...das schwere Leben am A.....der Welt... 😎
Bei uns war sie nicht so gesprächig, es sah aus, als würde sie gerade die Steuererklärung machen....

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 23. März 2016
2’462 Beiträge · seit 200623. März 2016 ·
Lustig, dass im Bridge-Camp alle ähnliche Erfahrungen machen 😉 2013 war die Gute aber laut eigenen Angaben erst Mitte 40 🤩 Die Lage ist ja wirklich sehr schön, mit steigendem Weinkonsum wurde die Stimmung zwischen den beiden aber schwer erträglich.. Damals sagten sie, sie hätten bereits einen Käufer und wollten zurück nach Südafrika, hat sich dann wohl zerschlagen, was mir für beide leid tut...
Sein Traum, ihr Alptraum.... 🙁
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Themenstarter475 Beiträge · seit 201223. März 2016 ·
Sanne schrieb:Lustig, dass im Bridge-Camp alle ähnliche Erfahrungen machen 😉 2013 war die Gute aber laut eigenen Angaben erst Mitte 40 🤩 Die Lage ist ja wirklich sehr schön, mit steigendem Weinkonsum wurde die Stimmung zwischen den beiden aber schwer erträglich.. Damals sagten sie, sie hätten bereits einen Käufer und wollten zurück nach Südafrika, hat sich dann wohl zerschlagen, was mir für beide leid tut...
Sein Traum, ihr Alptraum.... 🙁
.....vielleicht "altert" man dort schneller.... 😉
ich greife mal kurz etwas vor, auf dem Rückweg haben wir mangels Alternativen noch mal dort übernachtet. Sie war wieder allein dort. Vielleicht hat er sich abgeseilt....gerade zu dieser einsamen Saisonzeit hatte ich mich schon sehr gewundert, wie man es dort allein nur mit einer Handvoll Personal aushält.... 🙁
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
2’319 Beiträge · seit 201123. März 2016 ·
@an Alle

Ich lache mich gerade scheiße.... 😄 😄 😄

Dieser Tage muß ich unbedingt die Fotos von 2014 konsultieren. Irgendwo habe ich die Dame abgelichtet, sofern mich Alzheimer nicht in die falsche Richtung schickt.

Sie und Mitte 40... Dann hätte ich aber gerade mein Diplom erhalten... 😛 😛 😛

Wie dem auch sei... Das The Bridge Camp eignet sich meines Erachtens bestens als Stopover gen Osten bzw. Westen. Ich kann jetzt nicht sagen, daß es in einem desolaten Zustand war, aber runtergekommen war es schon. Obwohl das Badhäuschen in Steinkonstruktion recht anschaulich und heimelig war. Was man vom Swimming Pool nicht sagen konnte. Die Signora di casa saß mit halb leerer Weinflasche davor und übte sich in Trübsal blasen, während die Wassertiefe des Beckens auf Grund des Algenaufkommens leicht den hochsommerlichen Level der Adria bei Rimini erreichte und nicht annähernd einzuschätzen war.

Irgenwann vor einigen Monaten fand ich dann ein Inserat, mit dem die Lodge zum Verkauf angepriesen wurde. Vermutlich wie Sauerbier...?

Aber lassen wir die Intimitäten des The Bridge Camps und deren Besitzer.... Paulinchen muß weiterschreiben!

Alm
zuletzt bearbeitet 24. März 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201224. März 2016 ·
Tag 19

Die Nacht war ruhig, wir krabbeln die Leiter herunter, erstmal Kaffee machen.
Auf der Straße, die offensichtlich wie eine Fußgängerzone genutzt wird, findet der kleine Dorfverkehr statt, Fußgänger, Radfahrer, neugieriges Gegibbel...


Heute wird es noch ein heftiger Fahrtag, wir sind nicht sicher, ob wir es direkt bis zum South Luangwa NP schaffen werden. Wir packen schnell zusammen, besser noch ein längeres Frühstück irgendwo unterwegs.
Die Wolken wissen auch noch nicht, was sie heute mal machen werden. Vielleicht wieder etwas schiefergrau oder doch besser hellblau mit Schäfchenwolken? Alles ist drin in dieser Waschküchen-Wolkendecke...aber ordentlich feuchtwarm ist es bereits...
Wir starten mit halbvollem Magen und erreichen die Luangwa Bridge am Checkpoint. Es wird immer heißer, 2 Militärs in grüner Tarnkleidung bewegen sich so wenig wie möglich.
Ein dünner, kleiner Mann kommt langsam auf uns zu, fragt die üblichen Dinge wie: 'woher, wohin', seine Augen wandern über uns und den sichtbaren Fahrzeuginhalt hinweg. Sein Kumpel hätte wohl aufgrund seiner Körpermasse auch bei kühleren Temperaturen ein Problem, sich zur Bewegung zu motivieren. 😉
Dann kommt die überraschende Frage: habt ihr Wasser? Können wir Wasser haben?
Klar haben wir Wasser...Manni steigt aus, öffnet hinten den Landy und wühlt eine leere 1,5 l Wasserflasche heraus. Irgendwie werfen wir die nur ungern weg, es gibt so viele Gelegenheiten, sie noch zu nutzen, wie z.B. diese... 🙂
Wir füllen aus unseren 5 l Kanistern eine volle Flasche ab und überreichen sie einem glücklichen Militärposten, die beiden hatten wirklich Durst und haben sich so was von gefreut.....ein 'merry Christmas' kommt noch obendrauf ( klar, heute ist ja der 24. Dezember und wir haben unsere gute Tat für heute hinter uns.... 🙂 ).
Nun dürfen wir über die Brücke und werden noch mit heftigem Winken verabschiedet.
Die Strecke bis kurz vor Petauke verläuft weiter in großzügigen Kurven auf einer neuen Asphaltdecke, nur unregelmäßig unterbrochen durch sporadische Wanderbaustellen mit orangefarbenen Hütchen am Rand oder in der Mitte der Straße. Was genau hier noch herumgebaut wird, erschließt sich uns nicht, blöd sind nur die damit verbundenen Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Aber die Landschaft hat verdammt viel Gegend und fasziniert uns sehr.

Sobald auch nur kleine Ortschaften auftauchen, sitzen meistens Kinder am Straßenrand und bieten Mangos und Tomaten an, je größer das Dorf, um so größer die Menge an Früchten.
Ein schönes Bild, aber auch sehr einseitig, ich fürchte, so einseitig wird auch die Ernährung der Bevölkerung sein. Viele Kinder schieben sich beim Anbieten der Ware selbst eine Mango in die Backen....was nicht verkauft wird, darf nicht vergammeln...
Ziemlich exakt in Petauke ist die 'Autobahn' zu Ende, erst staubt es nur, dann kommt die Baustelle mit Schottersteinen unter Asphalt mitten im Ort. Wir wollen tanken, haben immer noch die Dieselknappheit im Kopf, aber die Tanke ist auf der anderen Seite der Schotterdecke, wie kommen wir dahin?
Links, rechts, links, da ist eine schmale Durchfahrt und schon stehen wir an der Zapfsäule. Unsere immer vorab gestellte Frage: "You have diesel?" wird mit heftigem Kopfnicken bejaht, also voll, bitte.
Ab Petauke zieht sich die Baustelle weit in Richtung Katete, die Umleitung läuft über Sandpiste rechtsseitig der geplanten Straße, leider mit Gegenverkehr. Diese Passage ist sicher nicht länger als vielleicht 40 km, aber mit LKW´s vor einem, die sich über die Buckelpiste im Schneckentempo fortbewegen, dauert es gefühlte Stunden, bis wir wieder eine normale Straße erreichen. Zwischenzeitlich haben wir vor lauter Staub das vorausfahrende Fahrzeug kaum noch gesehen. Die armen Radfahrer und Fußgänger, im Staub kaum zu erkennen.... 🙁
Ein Gutes hat es, wir freuen uns sogar über die alte Straße, die wir weiter bis Chipata fahren 'dürfen'. Alles besser als diese Riesenbaustelle.
Wir kommen wieder ganz gut voran, aber die Landschaft wird eintöniger und der Verkehr nimmt spürbar zu.
Übrigens, keine Angst, dass ich gerade mal nichts übers Wetter geschrieben habe, es bleibt weiterhin unser großes Thema... 😎
Wir fahren immer wieder auf riesig-schwarze Wolkenfronten zu, stellen unsere ganze Idee wieder und wieder in Frage, aber spätestens wenn die ersten Tropfen auf unserer Scheibe auftauchen, biegt die Straße in einer rechtwinkeligen Kurve genau in die Richtung mit den blauen Himmelsfetzen. In der Ferne umzucken uns Blitze vom Feinsten, aber wir schaffen es, ohne Regen Chipata zu erreichen...
Wir haben den 24. Dezember und ihr könnt euch nicht vorstellen, was hier in Chipata los ist. Kein Weihnachtseinkauf an Heiligabend in der Heimat kann mit diesem Chaos hier mithalten...
Mitten in Chipata ist an keinem der großen Supermärkte noch ein Parkplatz zu bekommen, überall stehen kreuz und quer Fahrzeuge herum und Menschenmassen knubbeln sich vor den Eingängen. DAMIT habe ich wirklich nicht gerechnet... 😉
Es hilft nichts, wir brauchen Grundnahrungsmittel, Wasser, Brot, Fleisch und Alkohol.... 🙂 Mit frischen Sachen haben wir uns glücklicherweise schon an der Straße eingedeckt.

Manni geht einkaufen, ich bleibe im Landy am Straßenrand, denn regulär parken geht gerade nicht. Ich überlege inzwischen, wie wir weiter vorgehen. Es ist Nachmittag, wollen wir noch bis Mfuwe fahren? Eigentlich reicht es uns mit der Fahrerei, es ist doch ein ordentliches Stück Weg in diese Region.
Der Einkauf ist überraschend schnell erledigt, Manni hat an der Supermarktkasse fast wie immer nette Gespräche gehabt über die Ähnlichkeit der Einkaufsgewohnheiten Deutschland und Sambia zu Weihnachten....der Mensch ist eben fast überall auf der Welt ähnlich 'gestrickt'... 😎
Nööö, wir fahren nicht mehr weiter heute, wir bleiben in Chipata, es soll ein gemütlicher 24. Dezember werden. Mama Rula´s B&B soll es werden, es liegt am Ortsausgang Richtung Mfuwe, dass sollte morgen früh ein guter Startpunkt sein.
Was soll ich sagen, wir kommen dort an, checken ein, der Platz ist menschenleer und ein Gewitter zieht auf.
Eine merkwürdige Familie mit einem Pick-up voller Kinder lädt diese am pool ab und verschwindet wieder, obwohl das Gewitter schon klar zu erkennen ist.
30 Minuten später werden die pitschnassen Kinder im strömenden Regen wieder abgeholt, was das werden sollte....?... 🙄
Kaum stehen wir unter den Bäumen, geht es los und schüttet wieder mal wie unter einer Großdusche. Unser Begrüßungsdrink findet unter dem Dach des langgezogenen Waschhaus-Komplexes statt, eigentlich ganz gemütlich dieser heilige Abend...neben den Spülbecken.... 😎
Aber kochen bzw. grillen können wir vergessen, dass wird heute nichts mehr, zumal es auch langsam dämmert.
Wir entschließen uns zu einer schnellen Mahlzeit in der Bar/Restaurant-Wellblechdachhütte nebenan. Ist eigentlich ganz lecker, aber etwas wenig für´s Geld. Man ist offensichtlich auf Backpacker-Kundschaft eingerichtet, die Hinweisschilder wie 'keinen Alkohol mitbringen, keine Nahrungsmittel mitbringen, nur Barzahlung' sprechen Bände.
Endlich stoppt der Regen, wir bauen das Zelt auf, schnelle Abendkosmetik und ab geht´s in die Heia. Morgen am 1. Weihnachtstag werden wir den South Luangwa erreichen....es ist nicht mehr weit... 😄
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 12. Juli 2016
191 Beiträge · seit 201124. März 2016 ·
Danke Paulinchen ... es ist wirklich toll noch kurz vor der eigenen Reise so eine gute Beschreibung zu bekommen. Das erhöht die Vorfreude noch mehr.
1’667 Beiträge · seit 201124. März 2016 ·
Koalandrea schrieb:Danke Paulinchen ... es ist wirklich toll noch kurz vor der eigenen Reise so eine gute Beschreibung zu bekommen. Das erhöht die Vorfreude noch mehr.
Dem kann ich mich nur voll und ganz anschliessen. 🙂

LG

Montango
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Themenstarter475 Beiträge · seit 201230. März 2016 ·
Tag 20

Wie fast immer in den letzten Tagen begrüßt uns auch der 1. Weihnachtstag mit strahlend blauem Himmel....wenn das keine guten Vorzeichen sind....
Wir frühstücken während des Zusammenpackens und können es kaum erwarten, endlich das Ziel der langen Anfahrt zu erreichen... 🙂
Wir wollen noch volltanken und müssen bis zum Abzweig der Hauptstraße zurückfahren, dort an der Ecke war die nächste Tanke. Hier bekommen wir sogar noch dem Feiertag entsprechend zumindest saubere Scheiben. Ansonsten ist unser Fahrzeug mit Abstand das schmutzigste weit und breit... 😉
Nach Feiertag sieht es auf den Straßen auf den ersten Blick nicht aus, links und rechts der Straße reiht sich ein Verkaufsstand neben dem anderen. Hier ist wohl gerade Melonenernte, in allen Größen liegen sie gestapelt herum, natürlich auch wieder Mangos und Tomaten in Massen.
Wie überall werden überladene Fahrräder mit den Einkäufen über die Straße geschoben.
Auf den zweiten Blick ist dann aber doch der Feiertag zu erkennen. Die Menschen haben sich richtig schick gemacht, die Mädels in feschen bunten Kleidern, die Männer haben, wenn irgend möglich, den besten Anzug rausgesucht. Kirchenglocken bimmeln zwischendurch, man kommt und geht in größeren Gruppen Richtung Kirche.
Also doch Weihnachten.... 😎
Nach dem Tanken geht´s direkt Richtung Mfuwe, es ist ja nicht weit, ich möchte so gern heute noch in den NP.
Chipata liegt schnell hinter uns und die neue Straße, breit und in sehr gutem Zustand, ermöglicht ein schnelles Vorankommen. Viele Fahrzeuge sind nicht unterwegs, Dörfer sind auch selten zu sehen, nix los auf den Straßen.
Ungefähr in der Mitte der Strecke wird es etwas hügelig und es öffnet sich ein atemberaubender Ausblick Richtung Luangwatal und der davor liegenden Ebene. Wir stoppen und machen eine Pause...einfach 'whow'...

Irgendwann geht es links zu einem Flugfeld, die Besiedlung nimmt zu und wir erreichen Mfuwe, ein kleines Örtchen mit bunten Häusern und einer seltsamen zweigeteilten Hauptstraße...hier ist das Geld für den Straßenbau wohl ausgegangen... 🙁

Wir haben uns 2 Camps ausgeguckt, entweder das Wildlife Camp oder das Croc Valley Camp soll´s werden.
Direkt hinter Mfuwe geht es links ab Richtung Wildlife Camp, einige Kilometer folgen wir der Piste und den Schildern. Hier hat es in der letzten Zeit ordentlich geregnet, Matsch- und Wasserlöcher wechseln sich ab, wir wurschteln uns durch und endlich tauchen die Schilder vor uns auf.

Zuerst kommt die Zufahrt zum Camp, wir biegen ab und schauen uns kurz um. Die besten Plätze direkt an der Uferkante sind besetzt, aber irgendwo werden wir schon noch hinpassen, die Lage sieht auf den ersten Blick toll aus, direkt am Luangwa River...
Auf geht es zur Reception, wir checken erst einmal für 2 Nächte ein und suchen uns einen Platz, den wir mit Tisch und Stühlen als 'Besetzt' markieren ( fühlt sich ein bisschen an wie Liegestuhl mit Handtuch reservieren.. 😛 ). Es sind gerade mal noch 2 Strohdachhütten frei, leider stehen beide Flächen halb unter Wasser, wird etwas schwierig mit einem Lagerfeuer heute Abend....egal, wir schauen uns nicht lange um, sondern starten Richtung Parkzugang, der liegt sozusagen um die Ecke...

Direkt vor der Luangwa-Brücke verschließt ein Tor die Zufahrt, rechts ein Schild "South Luangwa National Park", links eine kleine Steinhütte. Es ist erst kurz vor 11 Uhr, aber bereits drückend heiß. Vor uns wird eine Kleinfamilie mit sambischem Kennzeichen abgefertigt, scheint der Weihnachtsausflug zu sein....es dauert seine Zeit....
Endlich sind wir dran, drinnen erwartet uns ein extrem gut gelaunter kleiner Ranger, der sofort mit Manni auf einer Wellenlänge reitet...während er handschriftlich unser permit ausfüllt, wird gescherzt was das Zeug hält... 🙂
Bevor wir starten, fragen wir nach aktuellen Tiersichtungen, wo sollten wir unbedingt hinfahren?
Am Zebra-loop gibt es aktuell Löwensichtungen, wir sollen den Plan über seinem Schreibtisch fotografieren, um den Weg auch zu finden. Das hört sich ja sehr einfach an....

Das Tor wird geöffnet, wir dürfen hinein und überqueren langsam die Brücke. Der Fluss ist schlammbraun und gespickt mit Flusspferdköpfen überall.
Direkt hinter der Brücke eröffnet sich eine Szenerie, als würden wir das Paradies betreten. Eine Tiersichtung jagt die nächste und der Park ist unglaublich grün. Das zusammen mit dem immer noch strahlenden Himmel raubt uns wirklich den Atem....ist das schön hier... 🙂



Direkt rechts erscheint eine Lodge mit Holzhütten und zugewachsenem Tümpel, hier fühlen sich einige Flusspferde 'pudelwohl', nur Maul öffnen, schon ist die Nahrung drin...
Den Zebra-loop steuern wir als erstes an, die Zufahrt ist beschildert und weit ist es nicht. Wir glauben um diese Tageszeit eigentlich nicht an eine Löwensichtung, vor allem mit Ansage! Wo gibt es denn so etwas.... 😉
Der loop ist extrem schmal und kurvig, schlecht einzusehen mit dichtem Gebüsch beidseitig.
Nach den ersten Metern bereits sehen wir einen Löwen nah der Piste, was für ein Glück.... er scheint allein zu sein, hat aber auch eine eindeutige Richtung, in die er zügig weitergeht.





Ich bin sicher, ihn gleich wieder zu verlieren, er hält sich natürlich nicht an die verschlungene Wegführung, sondern geht geradlinig durch das Gebüsch. Immer mal wieder verlieren wir kurz den Blickkontakt, und plötzlich sind es 2 Löwen.
Eine Löwin mit Halsband taucht auf, man begrüßt sich schmusend nach Katzenart... 🙂
...zu zweit gehen sie weiter schmusend zu einer etwas offeneren Stelle direkt neben der Piste, wo bereits 2 Tiere faul im Schatten der Büsche liegen...
Es sind insgesamt 4 Tiere, ein erwachsenes Weibchen, ein Junglöwe mit fransigem Fell, das erst noch eine Mähne werden will.... und 2 halbwüchsige Weibchen....
Völlig gelassen und uns nur wie zufällig mal beachtend räkelt sich das kleine Rudel in der Wiese, beleckt sich immer wieder, man fühlt sich offensichtlich extrem gut und relaxt. Außer uns ist nur noch ein weiteres Fahrzeug hier, wir bleiben lange stehen und genießen diesen Anblick...










Langsam und ziellos rollen wir weiter, Giraffen und Zebras teilen sich dieses grüne Paradies, alle Tiere bisher sehen extrem gut und gesund aus.



...ist das nun eine Thornicroft´s Giraffe, die im Luangwatal endemisch sind?

Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 13. Juli 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201230. März 2016 ·
...und weiter geht´s mit Tag 20... 😎

Wir rollen Richtung Luangwa Wafwa Lagune, je weiter wir in den östlichen Teil des Parks fahren, um so feuchter wird es. Die Wege weisen größere Matschpassagen auf, nichts Unüberwindliches, aber bei Starkregen möchte ich hier nicht durchfahren.



Vor allem links und rechts der Piste trauen wir den Rasenflächen nicht über den Weg, die Zebras stehen manchmal bis zu den Knöcheln im Wasser, obwohl man es zuerst nicht bemerkt. Es 'suppt'.... tiefe Reifenspuren am Rand zeugen davon, dass sich in dieser dunklen 'Mördermatsche' schon Einige vor uns vertan haben.... 😎
Glücklicherweise kommt uns selten jemand entgegen, wir sind fast allein unterwegs und müssen nicht ausweichen...

Paradiesische Zustände, die 'Leberwürste' liegen auf der Piste... 🙂


An der breitesten Stelle der Lagune durchqueren bei unserem Eintreffen einige Elefanten mit sehr kleinen Jungtieren das Wasser. Die Kleinen müssen immer wieder ermahnt werden, keine Soloausflüge zu starten...Mensch, ist das schön...Stunden könnte man ihnen zuschauen... 🙂









Ein Stück weiter links kreuzen 2 Bullen die Lagune und treffen auf die Kindergruppe, aber man versteht sich, alles bleibt friedlich.




Die Lagune ist an den Rändern übersät mit Elefantenspuren, hier badet man gern...

Auf Elefanten treffen wir ständig, allein oder auch in Gruppen, irgendwo steht etwas Wasser in den Wiesen und schon ist auch ein Elefant in der Nähe...

Das Kleine steht völlig allein an der Piste, Großkatzen haben hier momentan sicher kein Futterproblem...


Am frühen Nachmittag fahren wir noch mal zum Zebra-loop, ob 'unsere' Löwen noch dort herumliegen?
Natürlich sind sie noch da, mit nur leicht veränderten Positionen, nun liegt man mal beieinander, der junge Pascha hat sich noch breiter hingefläzt. Es ist ein Bild des puren Genusses am Dasein...





Nicht weit entfernt finden wir diese kleine Zebragruppe mit einem noch sehr kleinen Jungtier. Es hat bereits hinten rechts eine ältere Macke, hoffentlich kann es den Löwen aus dem Weg gehen... 😎
Irgendwie sehen diese Zebras anders aus als die Steppenzebras, die wir bisher immer gesehen haben, es fehlt dieser 'Schattenstreifen'. Könnten das Bergzebras sein? Bin mir nicht ganz sicher...




Wir rollen in den westlichen Teil des Parks, finden diese riesige Ebene am Wasser. Nah der Piste bietet sich ein Schattenplatz unter Leberwurstbäumen zu einer Pause an, diese Aussichtsterrasse hat es wirklich in sich...grasende Flusspferde, Elefanten, Gazellen, einen Adler haben wir am Boden sitzend überrascht, leider startet er direkt und lässt sich weiter entfernt wieder nieder...was für eine Szenerie... 🙂



Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 13. Juli 2016
1’249 Beiträge · seit 201230. März 2016 ·
Hallo Paulinchen,
ich möchte mal danke sagen für diesen wunderbaren Bericht! Sambia muss wirklich wunderschön sein und ein ganz anderes Afrika als ich es bisher kenne 🤩 Ich möchte da unbedingt auch mal hin und Dein Bericht macht große Lust darauf! Danke für die Mühe und die tollen Bilder!
Liebe Grüße, Alexa
Meine Reiseberichte: Südafrika 2011 Südafrika 2012 Botswana/Südafrika 2013 Südafrika 2014 Südafrika/Botswana 2014 Südafrika 2015 FACEBOOK
6’387 Beiträge · seit 201130. März 2016 ·
Hoi Paulinchen

Da sind enige schöne Fotos dabei, besonders das mit dem wegfliegenden Adler gefällt mir! 😁
paulinchen schrieb:Irgendwie sehen diese Zebras anders aus als die Steppenzebras, die wir bisher immer gesehen haben, es fehlt dieser 'Schattenstreifen'. Könnten das Bergzebras sein? Bin mir nicht ganz sicher...
Die sehen aus wie die Steppenzebras im östlichen Afrika aussehen, da hats keine oder kaum Schattenstreifen. Ich meine dass das dieselbe Art ist wie die im Süden mit den Schattenstreifen.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1’667 Beiträge · seit 201130. März 2016 ·
Hallo Paulinchen,

ach wie schön 🙂 Dein Bericht macht mich ganz hippelig, zum Glück geht es bei uns aber bald los 🙂

Die Zebras sind auf alle Fälle keine Bergzebras. Könnten es die im Luangwatal endemischen Crawshay-Zebras sein ? Vielleicht kann das hier jemand beantworten.


LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
2’319 Beiträge · seit 201130. März 2016 ·
Servus.

Ach Paulinchen, Paulinchen.... Dein Reisebericht mit all den schönen Fotos weckt Erinnerungen. SLNP ist wirklich eine Wucht!... und der Blick, wenn man von Chipata kommt und die Anhöhe runterfährt....einfach traumhaft!

Ja, ja... Die Lagune am Luangwa... Bei uns war sie eines Abends gefüllt mit gefühlten drei Millionen fünfhundertsiebenundzwanzigtausenddreihundertachtzehn Büffeln.

Ich hoffe, Ihr konntet im SLNP auch die Rasselbande von Painted Wilddogs sichten.

Im Übrigen habe ich unsere Fotos von 2014 nach der selbstdeklarierten "Mitte 40er-The Bridge-Lady" gesichtet. Leider habe ich nur noch eins gefunden, auf dem man ein halbvolles Rotweinglas und zwei übereinander geschlagene Beine erkennen kann. Vermutlich wurden "Nahaufnahmen" von uns aufgrund des geringen Shootingwertes nach Ankunft zuhause und Durchsicht bzw. Begutachtung umgehend dem Löschvorgang zugeführt. 🤪

Schreib schnell weiter 😉

Alm
zuletzt bearbeitet 30. März 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201230. März 2016 ·
ALM schrieb:
Ich hoffe, Ihr konntet im SLNP auch die Rasselbande von Painted Wilddogs sichten.
Hi ALM,
Hier hatten wir leider kein Glück mit Painted Dogs, vielleicht waren einfach zu viele Löwen in der Gegend.
ALM schrieb:
Im Übrigen habe ich unsere Fotos von 2014 nach der selbstdeklarierten "Mitte 40er-The Bridge-Lady" gesichtet. Leider habe ich nur noch eins gefunden, auf dem man ein halbvolles Rotweinglas und zwei übereinander geschlagene Beine erkennen kann. Vermutlich wurden "Nahaufnahmen" von uns aufgrund des geringen Shootingwertes nach Ankunft zuhause und Durchsicht bzw. Begutachtung umgehend dem Löschungsvorgang zugeführt. 🤪

Schreib schnell weiter 😉
Wird schon seinen Grund haben, dass nur Weinglas und Beine übrig geblieben sind... 😎

heute wird zumindest noch Tag 20 zu Ende gebracht... 🙂

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 30. März 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201231. März 2016 ·
Montango schrieb:
Die Zebras sind auf alle Fälle keine Bergzebras. Könnten es die im Luangwatal endemischen Crawshay-Zebras sein ? Vielleicht kann das hier jemand beantworten.
Hi Montango,

Ich habe auch noch mal etwas gegoogelt, du könntest Recht haben mit dem Crawshay-Zebra.
Aber Experten sind wir natürlich nicht..

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016