Tag 11
Heute morgen sind wir endlich wieder zappelig, es geht weiter, genug gefaulenzt.... 😎
Das Ziel ist, den südlichen Kafue NP zu erreichen, aber die Entscheidung, ob wir Asphalt ( bloß nicht!!! ) oder die Strecke ab Kalomo wählen, treffen wir erst im Laufe des Tages beim Wetter/Strecken - live-check...
Tschüß, Kubu Cabins, es war wunderschön hier, vielleicht kommen wir auf dem Rückweg noch mal vorbei, die Route steht noch nicht.
Beim Start ist es sonnig und so bleibt es auch, bis wir Kalomo nach 115 km erreichen. Die Route ist eher langweilig, beidseitig Buschsavanne, wenig Dörfer und Menschen, aber eine sehr gut ausgebaute Straße.
Entspannt rollen wir durch Kalomo hindurch, es sieht trocken aus in der Umgebung. Von den heftigen Regenfällen der letzten Tage scheint hier bei weitem nicht alles angekommen zu sein. Es sieht also nicht sooo schlecht aus, die Piste zum südlichen Ndumdumwense gate benutzen zu können, ohne eine Schlammschlacht daraus zu machen.
Beim ersten Hindurchrollen haben wir die Zufahrt zum Kafue nicht entdeckt, also noch einmal langsamer zurück. Auf der linken Seite erscheint die Polizeistation, dort können wir doch sicher nach dem Weg fragen und uns gleichzeitig erkundigen, ob die Piste befahrbar ist. Das ist natürlich Manni´s job.... 🙂
Die Info ist positiv, Zufahrt zum gate soll ok sein und den Einstieg in die Piste hat man uns nun auch erklärt....logisch, dass wir den nun auch allein finden...
Stop, wir haben eine Tankstelle gesehen, gemäß unseres Plans, immer voll zu tanken stoppen wir dort.
'No diesel' heißt es dort.....mmmh, das macht langsam etwas nachdenklich, gibt es ein ernsthaftes Versorgungsproblem im Land?
In Kalomo scheint jeder Einwohner auf den Beinen zu sein, wir rollen im Schritttempo gefühlt mitten durch den kleinen Markt, müssen noch einmal fragen, da es etwas unübersichtliche Abzweigungen gibt ( warum mein Navi hier gerade nicht funktioniert, erschließt sich mir nicht... ), überqueren schließlich eine Brücke und von da an geht es eigentlich weitgehend geradeaus direkt zum gate.




Sehr beruhigend: keine Pfützen, keine Schlammpassagen, die Piste ist in gutem Zustand. Das lässt hoffen...
Links und rechts erstreckt sich weitläufiges und nur dünn besiedeltes Buschland, die Dörfer sind klein, die Menschen schauen schon so, als ob nicht allzu viele Touristen hier durchfahren.



Wir kommen ganz gut voran und erreichen um ca. 14 Uhr das Ndumdumwense gate.
Nach kurzem Erschrecken ( das gate ist zu und niemand zu sehen!! ) muss Manni los hinter das gate, dort laufen Menschen herum.
Nach kurzer Zeit kommt er mit einem jungen Mann in grüner Uniform zurück, der nur sehr wenig Englisch spricht. Wir betreten das Gebäude, es sieht nicht neu, sondern eher etwas baufällig und schlecht ausgestattet aus, aber ein kleines Office für die Formalitäten gibt es schon. Diese werden mehr als 1 h in Anspruch nehmen!
Der Junge gibt sich viel Mühe, ist sehr freundlich, aber auch sehr unerfahren. Alles muss per Hand und seeehr langsam ausgefüllt werden und das dauert seine Zeit... 😉
Wir entschließen uns, erst einmal 3 Nächte im Park zu verbringen und die Gesamtsumme z.T. in USD zu bezahlen, um nicht zu knapp mit Kwachas zu werden. Am Ende haben wir 3 'receipts' über eine Gesamtsumme von 2.031.10 Kwacha + 60 USD für das Fahrzeug in Händen. Puuuh, doch ganz schön viel Kohle für 3 Nächte...
Aber auf den Rechnungen steht auch etwas von 'Camping', vielleicht ist das ja wenigstens mit abgedeckt ( dieser Punkt sollte sowohl bei uns als auch den meisten anderen Reisenden zu Irritationen und Diskussionen führen... ).
Es werden auch tatsächlich für 3 Nächte = 4 Tage berechnet....vielleicht hätten wir besser am gate übernachten sollen, denn wir können erst um ca. 15 Uhr weiterfahren.
Ok, wir sind froh, drin zu sein und vor allem bei Sonnenschein und trockener Piste.
Leider müssen wir die Wet Season Road nehmen ( aber das war ja eigentlich klar ), d.h. erst einmal ca. 40 km in westlicher Richtung, um dann rechtwinkelig Richtung Norden abzubiegen.
Viel befahren sieht diese sehr schmale einspurige Piste nicht aus. Sie ist stellenweise ziemlich zugewachsen und kratzt lautstark an den Seitenwänden. An 2 Stellen liegen kleine Bäume auf der Piste, jemand hat anscheinend schon mal versucht, mit einer Art dünner Wäscheleine, diese von der Piste zu ziehen, ohne Erfolg. Nach kurzer Überlegung fahren wir einfach drüber, wofür haben wir schließlich einen 'Landi'. Es gibt lautstarke Geräusche unterm Fahrzeug, aber eigentlich geht´s relativ easy.


Der Horizont verdunkelt sich wieder dramatisch, ich bin froh, als wir Richtung Norden und blauem Himmel abbiegen ( aber was heißt das schon... ).
Die ca. 33 km bis zum Abzweig Richtung Nanzhila Camp sind eine Katastrophe. Zum Teil extrem enger Bewuchs ( Dauerkratzen am Fahrzeug ), links und rechts undurchsichtiger Busch. Ausweichen wäre ein echtes Problem, aber uns kommt eh´ niemand entgegen. Viele Passagen mit Umgehungen, die sich nicht immer sofort erschließen.

Manche Gedanken setzen sich in meinem Kopf einfach fest: "Was machen wir, wenn uns in dieser Fahrspur, wie in Savuti, Elefanten entgegenkommen? Ausweichen = stellenweise unmöglich! Aber das sind mal wieder nur meine Gedanken, je übler die Piste, um so entspannter mein Fahrer.... 😎
Wir verlieren viel Zeit und haben die Befürchtung, erst nach Einbruch der Dunkelheit anzukommen. Kein angenehmes Gefühl, denn die Streckenführungen sind manchmal etwas verwirrend, im Dunkeln möchte ich hier nicht unbedingt durchfahren.
Endlich kommt der Abzweig zum Nanzhila Camp, es dämmert bereits. Noch ca. 10 km durch die offenen Plains, eine angenehme Fläche nach dieser Dickicht-Piste.
Ich bin echt erstaunt, wie trocken es hier ist, das höhere Gras verdeckt immer etwas die Flächen und manchmal rechnen wir damit, dass es nicht weiter geht und das Wasser auch in der Piste steht, aber wir können problemlos bis zum camp rollen... 🙂


Puuuh, Punktlandung. Nun wird´s dunkel....wir rollen auf den kleinen campground, natürlich ist die im 'Hupe' erwähnte 'beste Campsite' Nr. 2 besetzt ( wir sind nur zwei Fahrzeuge hier ), so suchen wir uns innen im durch Bäumen überdachten Camp eine schöne Stelle, die ein Lagerfeuer zulässt, ohne gleich die gesamte site in Brand zu setzen... 😉
Das Safari Camp selbst liegt nicht weit entfernt, einige hundert Meter.
Wir stehen noch nicht ganz, da taucht eine Person auf und begrüßt uns freundlich. Nächstes Thema: Campinggebühr für die Nacht.....mmmh, verstehen wir nicht so ganz und er spricht nicht gut Englisch.
15 Min. später kommt jemand vom Camp per Fahrzeug und erklärt uns, wie es sich mit den Gebühren verhält: 400 Kwacha pro Nacht unabhängig von der 'camping levy', die wir bei Parkeintritt bezahlt haben.... 🤨
Er gibt uns ein Papier, wo erklärt ist, welche Aktivitäten möglich sind, zu welchen Preisen und wie es sich mit der sogenannten 'camping levy' verhält. Merkwürdige Geschichte, wir sind nicht die einzigen, denen das Nanzhila Safari Camp den Sachverhalt sogar schriftlich erklärt. Die südliche Zufahrt/gate hat offensichtlich noch gravierende Informationsdefizite, denn dort wurde dies überhaupt nicht erwähnt.
Wir haben heute keine Lust mehr auf weitere Diskussionen und vertagen weitere Fragen und die Bezahlung entspannt auf den nächsten Morgen.



Der Abend ist ruhig, trocken....in der Ferne hört man einen Löwen, aber das ist schon sehr weit entfernt....ich glaube, hier in den Plains haben Katzen Angst vor nassen Füssen... 😎
Bei einem entspannten Lagerfeuer verabschieden wir den Tag...
unsere "Rotlicht" - Küchenbar.... 🙂

