Reisebericht Sambia 2015/2016 - ab Johannesburg

Reisebericht 119 Antworten · 28,8k Aufrufe · gestartet 22. Feb. 2016 von paulinchen
6'377 Beiträge · seit 201109. März 2016 ·
Hoi paulinchen

Genau, Hauptsache wir hatten diese schönen Sichtungen mit den Wildhunden! 🙂
Aber ich werde sobald ich etwas Zeit habe mal Deine und meine Fotos betreffend der Fellmuster vergleichen... 😎
Wenn's Dich interessiert kann ich allfällige Funde gleicher Tiere mitteilen, aber nur wenn Du das willst.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
48 Beiträge · seit 201209. März 2016 ·
Hui, was ist den mit Nanzhila Plain los? Als wir im Sommer 2014 dort waren, war alles in gutem Zustand (uns ist zumindestens nichts negatives aufgefallen). Das Besitzerpaar war auch vor Ort und von Verpachtung war keine Rede.

Bezüglich fahrt gegen Norden: Uns wurde die Spinalroad als besser empfohlen und war auch problemlos zu fahren. Aber keine Ahnung, wie dies während der Regenzeit aussieht.
2'319 Beiträge · seit 201109. März 2016 ·
@Paulinchen

Ja, ja... das Mayukuyuku Camp und seine phantastische Lage direkt an der Kafue-Schleife...

Das weckt Erinnerungen.

Wir hatten vor zwei Jahren im August die mittlere Campsite und somit den besten Blick auf den Fluß.

An einem der Abende lief ganz dicht an unserem Wagen und Zelt eine Löwenlady vorbei. Sie hatte wohl ihren Durst am Kafue gestillt, durchquerte die gesamte Campsite und verschwand im hohen, trockenen Gras der Aue hinter dem "Bar"-Häuschen. Uns stand der Schweiß auf der Stirn 😮

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung Deines RBs.

Gruß vom Alm
Themenstarter475 Beiträge · seit 201209. März 2016 ·
picco schrieb:Hoi paulinchen
Genau, Hauptsache wir hatten diese schönen Sichtungen mit den Wildhunden! 🙂
Aber ich werde sobald ich etwas Zeit habe mal Deine und meine Fotos betreffend der Fellmuster vergleichen... 😎
Wenn's Dich interessiert kann ich allfällige Funde gleicher Tiere mitteilen, aber nur wenn Du das willst.
Hi picco,

Sehr gerne, das interessiert mich auch brennend, ob du identische Tiere gesehen hast... 🙂

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201209. März 2016 ·
Matia schrieb:Hui, was ist den mit Nanzhila Plain los? Als wir im Sommer 2014 dort waren, war alles in gutem Zustand (uns ist zumindestens nichts negatives aufgefallen). Das Besitzerpaar war auch vor Ort und von Verpachtung war keine Rede.
Bezüglich fahrt gegen Norden: Uns wurde die Spinalroad als besser empfohlen und war auch problemlos zu fahren. Aber keine Ahnung, wie dies während der Regenzeit aussieht.
Hi Matia,

Vielleicht waren es saisonale Verfallserscheinungen, schwierig zu beurteilen.
Bezüglich des Themas 'Verpachtung' hat man uns das wie folgt erklärt:
Im NP kann man Besitzer eines camps sein, aber die Berechtigung, ein camp im NP zu betreiben läuft über eine Art Pacht, die regelmäßig verlängert werden kann.

Die Spinalroad werden wir irgendwann mal nachholen, allerdings nicht mehr im Dezember.... 🙂

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
48 Beiträge · seit 201209. März 2016 ·
Ah... über den "Landbesitz" selbst haben wir uns nicht unterhalten. Die Besitzer von Kaingu waren auch gerade dort. War wirklich spannend so einiges über das Leben im Nationalpark zu erfahren. Unter anderem über die Versuche, die Tsetse Plage etwas einzudämmen.

Wir waren wirklich begeistert dort, auch von der Freundlichkeit etc. Aber in Afrika können 1.5 Jahre auch eine lange Zeit sein.
6'377 Beiträge · seit 201109. März 2016 ·
Hoi paulinchen
paulinchen schrieb:Sehr gerne, das interessiert mich auch brennend, ob du identische Tiere gesehen hast... 🙂
Es hat mich so sehr gejuckt dass ich Deine Bilder mal mit denen in meinem Reisebericht verglichen hab...keine Übereinstimmung!
Ein Tier war ähnlich gezeichnet, aber nicht gleich, alle anderen waren klar andere Tiere.
Scheint so als ob 2 Rudel unterwegs wären... 😁
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 09. März 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201209. März 2016 ·
picco schrieb:
Es hat mich so sehr gejuckt dass ich Deine Bilder mal mit denen in meinem Reisebericht verglichen hab...keine Übereinstimmung!
Ein Tier war ähnlich gezeichnet, aber nicht gleich, alle anderen waren klar andere Tiere.
Scheint so als ob 2 Rudel unterwegs wären... 😁
Hi picco,

das sind ja gute Nachrichten für die Wildhunde, unser kleineres Rudel bestand auch aus einigen halbwüchsigen Tieren, die aber recht fit aussahen.....schön wenn sie sich vermehren.... 🙂

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
1'667 Beiträge · seit 201109. März 2016 ·
Hallo Paulinchen,

schön, dass es flott weiter geht mit Deinem Bericht. Beinahe überlege ich schon den Kafue docvh noch in unsere Planung aufzunehmen. Danke dafür.

Ich habe vorsichtshalber mal einen Reiseticker eingefügt, damit Du weisst, wann der Bericht fertig sein sollte 😗

LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
Themenstarter475 Beiträge · seit 201209. März 2016 ·
Montango schrieb:Hallo Paulinchen,
schön, dass es flott weiter geht mit Deinem Bericht. Beinahe überlege ich schon den Kafue docvh noch in unsere Planung aufzunehmen. Danke dafür.
Hi Montango,
uns hat der Kafue extrem gut gefallen, ein wirklich wildes Gebiet. Wäre das Wetter im nördlichen Teil des NP besser gewesen, hätten wir noch mindestens 2 Nächte angehängt.
Montango schrieb:
Ich habe vorsichtshalber mal einen Reiseticker eingefügt, damit Du weisst, wann der Bericht fertig sein sollte 😗
ich gebe alles... 😎
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 09. März 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201209. März 2016 ·
Tag 14

So wie der vorherige Tag einer der schönsten der gesamten Reise war, so wird dieser Tag mit Abstand der übelste...und der mit den wenigsten Photos... 🙁
Kurz vor Anbruch der Dämmerung "beglückt" uns am Morgen ein heftiges Gewitter, es regnet kurz aber heftig. Wir dösen schließlich wieder ein, es ist eigentlich warm und kuschelig...bis meine Hand unter Manni´s Schlafsack rutscht....da ist was nass!!
Nööö, nicht auch noch so etwas... 😠
Inzwischen ist es hell, das Gewitter vorbei und wir pellen uns aus dem Zelt. Nachdem wir das Dachzelt komplett leer geräumt haben, stellen wir fest, dass Manni´s Schlafsack zur Hälfte feucht ist, die Matratze allerdings zur Hälfte klitschnass, na super....und keine Sonne und Zeit zum trocknen.
Wie das genau passieren konnte, ist nicht mehr zu klären, aber wahrscheinlich hat die Zelthülle auf dem Dach so unglücklich an der Seitenwand gelegen, dass ein kleiner Sturzbach ins Zelt gelaufen ist....
Während des Frühstücks versuchen wir, Matratze und Schlafsäcke zu trocknen. Aber es bleibt uns nichts anderes übrig, als das nasse Zelt incl. Matratze einzupacken....wir hoffen am Nachmittag auf etwas Sonne, sonst wird´s eng...

Der nördliche Kafue NP grenzt zwischen dem Kafue und dem Nalusanga gate direkt an der Strasse, merkwürdigerweise haben wir hier die meisten Tiere gesehen. Dafür rasen einige Autos hier durch, als gäbe es kein Morgen...
Am gate werden wir durchgewinkt und erreichen kurz danach Mumbwa. Im Ort gibt es eine Tankstelle, wir fragen nach Diesel und bekommen wieder die Antwort: "no Diesel", diesmal mit einem breiten Grinsen. Man wittert wohl ein gutes Geschäft, denn sofort zeigt jemand auf einen jungen Mann, der an einer Hauswand mehrere Kanister bunkert: "He has diesel".
So dringend ist es für uns aber nicht, so dass wir weiter Richtung Lusaka rollen.
Je näher wir Lusaka kommen, um so dunkler wird der Himmel Richtung Osten. Irgendwann fahren wir nur noch auf eine schieferfarbene Wand zu....als hätten sich alle Regenfälle der letzten Tage zusammengezogen....beängstigend.... 🙁
Am schlimmsten sieht es Richtung Nordosten aus ( gerade stirbt der Plan, den Kasanka NP anzusteuern ), aber ca. 50 km vor Lusaka ist auch das egal. Wolkenfetzen ziehen Richtung Boden, ich rechne jeden Moment damit, dass sich Trichter bilden und eine Windhose entsteht. Und dann öffnet sich der Himmel und regnet die nächsten Stunden in einer Heftigkeit ab, die seinesgleichen sucht.
Wir steuern an der Zufahrtsstraße ein shopping center an, aber aussteigen muss Manni allein. Hier braucht man eher Schwimmflossen.
Schnell Brot, Wasser und Wein besorgt, weiter geht´s, obwohl wir kaum die Hand vor Augen sehen.
Eigentlich wollten wir das Eureka camp ansteuern, aber wie soll das gehen... Unsere Matratze ist nass, es regnet immer noch ununterbrochen und kochen geht auch gar nicht.
Während wir die Hauptstraße entlang rollen, erkennen wir erst, wie verheerend der Starkregen für einige Abschnitte ist. Ganze Straßenzüge stehen unter Wasser, eine Tankstelle ist ca. 1 m hoch geflutet, die Fußgänger und Zweiradfahrer waten durch die tiefen riesigen Wasserflächen....
Da fällt uns unsere Rettung ins Auge: das Hotel 'Sandy´s Creations', leicht versetzt von der Straße gelegen sind wir mehrfach dran vorbeigefahren, ist das vielleicht die Rettung für unsere Probleme? ( was es kostet, ist uns gerade so was von egal!! )
Es ist in der Tat das Beste, was uns in der Situation passieren konnte: bezahlbar, sauber und nett, trotz der zentralen Lage ruhig und vor allem TROCKEN.
Außerdem gibt es ein Restaurant, das Zimmer mit Frühstück, WLAN für die Wetterprognosen und für jeden Gast einen eigenen Regenschirm.
Bezahlt werden kann mit fast jeder Kreditkarte, das schwierigste ist, das Gepäck halbwegs trocken durch den großen Garten zu schleppen.
Zuerst checken wir mal, was die Wetterberichte über Sambia sagen, geht denn überhaupt der South Luangwa?
Fazit: ein großes Regengebiet zieht gerade über uns hinweg ( wären wir nie drauf gekommen ), in den nächsten Tagen kann es feucht bleiben. Nee, da haben wir keine Lust mehr, eigentlich wollten wir von hier aus zum South Luangwa, aber nun ziehe ich Plan B aus der Schublade. Wir fahren morgen Richtung Lower Zambesi NP und wenn es dort nicht besser wird, direkt weiter durch Zimbabwe Richtung Süden.
Nach dieser Entscheidung fühlen wir uns besser und schlemmen im gar nicht so schlechten Restaurant, und da wichtige Entscheidungen begossen werden müssen, gibt es einen TROCKENEN Rotwein... 🙂

ein schnelles Photo aus dem Fenster, aussteigen ist nicht...

die Rettung...

unsere trockene Hütte...


und das letzte Bild des Tages...PROST...
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201212. März 2016 ·
Tag 15

Am nächsten Morgen bereuen wir unsere Entscheidung vom Vortag nicht, auch wenn der Himmel versucht uns zu versöhnen....es regnet nicht mehr, aber vertrauenerweckend geht anders.
Nach einem guten Frühstück im offenen, fast leeren Restaurant lassen wir uns alle Zeit der Welt mit dem Packen des Fahrzeugs. Es ist nicht weit bis Chirundu, von wo die Piste Richtung Lower Zambesi NP startet.
Misstrauisch den Himmel beobachtend rollen wir entlang der sehr guten Straße raus aus Lusaka. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Ort Kafue, ein trubeliges Örtchen, wir haben das Gefühl, auf der Hauptstraße quer durch einen riesigen Markt zu fahren. Es ist Sonntag, aber jeder ist beschäftigt und rennt in Arbeitskleidung herum.
Mitten im Ort kreuzen wir den unbeschrankten Bahnübergang, ehrlich gesagt schauen wir kaum noch nach einem Zug, es kam bisher eh´ keiner..
Südlich des Ortes überqueren wir mal wieder den Kafue, dieser Fluss zieht sich bisher wie ein roter Faden durch unsere Reise. Auch in diesem Bereich fühlen sich Flusspferde sichtlich wohl.
Nachdem wir den Abzweig rechts nach Livingstone passiert haben, werden wir neugierig auf die vor uns liegende Strecke, es soll extrem steil in das Tal des Sambesi hinabgehen.
Bald passieren wir riesige Schilder und einen Abzweig auf der linken Seite, aus dem Augenwinkel lese ich etwas von Kafue Gorge Power Station, meine Antennen schnellen hoch, whow, kann man dorthin fahren?
Wir drehen und lesen genauer, auf imposanten Schildern ist auch von einem Hotel die Rede ( das Schild ist
allerdings verwittert ), Kafue Gorge und Power Station + Dam hört sich spannend an! Nirgendwo steht etwas von 'no entry' oder so, diese Schilder sind auch relativ neu.
Lt. Hupe verliert der Kafue auf seinem Weg in den Sambesi über 500 Höhenmeter in der Kafueschlucht, dass muss ein imposanter Anblick sein.
Wir ergreifen spontan die Gelegenheit, so ein Spektakel zu besichtigen und biegen in die sehr neue Straße ein. Ca. 10 km weit kommen wir, dann stehen wir vor einem gate mit einer grün uniformierten Person, sehr freundlich, aber bestimmt.
Leider dürfen wir nicht weiterfahren, wahrscheinlich gibt es ( wie so häufig an 'Power Stations' auch in anderen Teilen der Welt ) die Befürchtung, wir könnten etwas wegfotografieren... 😎
Sehr, sehr schade...
Auf dem Rückweg zur main road genießen wir die herrlichen Ausblicke auf die Ebene mit dem Kafue River.



Immer häufiger tauchen inzwischen die Angebote von Holzkohle am Straßenrand auf ( und die Pakete werden immer größer ). Egal, wo wir zu einem kurzen Stop anhalten, irgendjemand kommt angelaufen in der Hoffnung, uns entweder Früchte oder Holzkohle verkaufen zu können....
Das enorme Gefälle über das Zambezi-Escarpment in das Tal des Sambesi beginnt, die Hinweisschilder für die Trucks werden häufiger: "use low gear" und wir verstehen das Gefahrenpotential dieser Strecke recht schnell.


Hinauf schleichen die Trucks im Schritttempo oder langsamer, heftiges Verschalten erleben wir häufig...bis hin zum Stillstand... 🙁
Hinunter werden wir von eiligen Bussen überholt ( bin ich froh, in unserem Landy zu sitzen.. 🙂 )
LKW´s mit riesigen Rohren beladen quälen sich möglichst langsam hinunter, wehe wenn man hier zu schnell wird, das bekommt niemand mehr abgefangen, schon gar nicht mit maroden Fahrzeugen....
Die Strecke erlaubt herrliche Ausblicke, aber auch so gut wie keine Leitplanke, die nicht zerschreddert wurde. Hier hat es offensichtlich schon viele zerlegt, die Fahrbahnränder sind übersät mit Schrottresten und zu einem großen Teil fehlen die Leitplanken komplett.


In einer unübersichtlichen Kurve liegen auf der Gegenfahrbahn die Überreste einer Ladung, Säcke mit irgendeinem Korn, könnte Mais sein....hier hat man sich auch schon bedient...
Die Holzkohleangebote werden inzwischen riesig, wir sehen, dass sich LKW-Fahrer säckeweise eindecken....ist die Holzkohle in Sambia massiv preiswerter als in Zimbabwe? Keine Ahnung, scheint uns aber die einzig logische Erklärung zu sein....

Am Abzweig zum Lake Kariba gibt es eine Polizeikontrolle, aber man interessiert sich nur für LKW´s. Die Kontrollen scheinen in beiden Richtungen wirklich auf den Zustand der Trucks hinzuzielen.
Mit jedem km wird das Wetter besser, der Himmel ist inzwischen strahlendblau, die Sonne nicht zu bremsen und die Temperaturen nehmen zu....HURRA....
Kaum unten in dem auf 400 m Höhe gelegenen Chirundu angekommen stehen wir auch schon an der Grenze zu Zimbabwe, an der Abfahrt zum Lower Zambezi sind wir vorbeigerollt.
Wir stoppen, um zu drehen, sofort rennen die Jungs zahlreich auf unser Fahrzeug zu: "change money"....nein, noch wollen wir nicht nach Zimbabwe....sie sind nicht allzu hartnäckig. 🙂
Der Abzweig liegt in Sichtweite, wir haben ihn nicht bemerkt, da er eher aussieht wie eine 'olle' Rumpelpiste. 😠
Inzwischen haben wir uns für die erste Nacht eine Unterkunft ausgeguckt. Wir haben ja noch immer unsere nasse Matratze auf dem Dach und wollen möglichst lange und sicher die trocknende Sonne nutzen, wer weiß, wie lange die noch scheint....
Wir entscheiden uns für die Gwabi River Lodge, sie liegt direkt am Kafue River und scheint alles zu haben, was wir zum Ordnen unserer Campingklamotten so brauchen.
Die kurze Zufahrt ist schnell bewältigt, das camp macht einen guten Eindruck und die Formalitäten unkompliziert erledigt. Wir wissen noch nicht, ob wir noch eine zweite Nacht bleiben, momentan macht uns die Idylle und Wärme euphorisch. 😉
Der Platz ist relativ gut gefüllt mit überwiegend Südafrikanern, aber auch sambische Kennzeichen sehen wir. Da man sein Motorboot hier offensichtlich dauerhaft lagern kann, ist es wohl ein begehrter Ort für Kurzurlauber aus der Region.
Es gibt nur einen sonnigen Platz und wir stellen uns direkt dorthin, packen unsere feuchten Sachen aus und hoffen, dass alles schnell trocknet. Im Handumdrehen sieht es um´s Fahrzeug herum aus wie bei 'Hempels', wahrscheinlich hält man uns für seltsam, da wir so intensiv die Sonne suchen ( und es ist verdammt heiß hier... ).


Ein Tisch mit Bänken gehört uns auch, das alles direkt am Ufer des Kafue und herrliches Wetter!!! Während der Trocknungsphase schlemmen wir in unseren Vorräten und sind rundum zufrieden. 🙂
Die Aussicht auf den Fluss und die Landschaft dahinter ist toll. Direkt gegenüber des Camps liegt ein kleines Dorf, das Fährboot pendelt zwischen dem Camp und dem gegenüberliegenden Ufer. Wir sitzen einfach da und beobachten die Szenerie....






Auf dem Platz herrscht exzellente Stimmung, auf einigen sites gibt es was zu feiern, wenn auch "nur" den Urlaub ( und sich selbst 🙂 ).
Irgendwann ist alles getrocknet, wir rollen in den Schatten und bauen das Zelt incl. Inventar auf.
Der Tag geht zu Ende, die Wolkenformationen nördlich des Kafue türmen sich zu spektakulären Amboßwolken auf. Aus der Ferne betrachtet liebe ich diese Wolkenszenarien in der untergehenden Sonne....einfach grandios.... allerdings geht mir natürlich nicht der South Luangwa aus dem Kopf....aufgeben gibt´s nicht....doch die Wolkenmassen sind leider ziemlich genau in nordöstlicher Richtung auszumachen....die Hoffnung stirbt zuletzt... 😎
Wir beobachten das gegenüberliegende Dorf bei seinen abendlichen Aktivitäten, ich fotografiere so lange, wie das Licht es hergibt...
In der Dunkelheit gehen wir noch einmal auf die Aussichtsterrasse des Hauptgebäudes mit der herrlichen nächtlichen Sicht über den Fluss.....hier gönnen wir uns noch eine Flasche Wein unter dem endlich wieder sichtbaren Sternenhimmel. Ganz in der Ferne zucken Blitze....so hab ich´s gern. 🙂

Irgendwann gehen wir schlafen, der Gang zum kleinen, naheliegenden Waschhaus wird noch einmal spannend, vor allem für Manni.
Bei den Männern hat es sich direkt außen im Türwinkel eine kleine Schlange gemütlich gemacht. Im Licht der Taschenlampe fühlt sie sich sichtlich unwohl, zu Recht.


Das Personal taucht auf, klar was passiert, Schlange wird getötet. 🙁
Auf die Frage, was es ist, kommt die Antwort: "Cobra"
Keine Ahnung, ob es stimmt, man sagte uns, dass die Einheimischen meistens 'Cobra' sagen, egal ob´s eine ist oder nicht...
und hier noch einige Impressionen des Tages...







Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 07. Juli 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201215. März 2016 ·
Tag 16

War das eine herrliche Nacht im trockenen Bett und vor allem ohne dieses nervige Geräusch 'Tröpfeln auf Zelt'...
Leider gibt es dafür seeehr früh am Morgen die ersten startenden Motorboote, deswegen sind die meisten Camper offensichtlich ja auch hier, es sei ihnen gegönnt... 😎
Aber es nervt etwas, weswegen wir schon, bevor wir nur einen Fuß aus dem Zelt strecken, die Weiterfahrt beschließen. Es ist zwar nett hier, aber eigentlich suchen wir etwas mehr Ruhe.

Der Kafue hat seine Farbe verändert, ist schlammbraun, es muss flussaufwärts wieder ordentlich geregnet haben, viel Gestrüpp schwimmt vorbei.
Nachdem wir gepackt und unser Frühstück mit Blick auf den Fluss genossen haben, machen wir uns Richtung Lower Zambezi NP auf, mal sehen welches Camp es als nächstes wird.
Unsere Nachbarn fragen noch nach einem scharfen Messer, um ihre Plastik-Eisflasche zu kappen....sie sind echt nett, aber schon vormittags knülle... 😛
Also weiter...Ziel soll die Mvuu Lodge sein, allein aufgrund der Tatsache, dass diese Lodge für Camper dem NP am nächsten ist.
Die Überquerung des Kafue braucht keine Motorfähre mehr, wie es noch in unserem 'Hupe' beschrieben ist, eine nagelneue Brücke 'lacht' uns an, das spart natürlich immens Zeit.
Die Piste ist einfach nur übel, voller tiefer harter Löcher. Wir fahren einen Slalomkurs, um so halbwegs die Optimalstrecke zu finden. Es ist staubtrocken, hat es hier in der letzten Zeit gar nicht geregnet?
Das nächste Camp an der Strecke ist die 'Kiambi Lower Zambezi Lodge', wir stoppen kurz und schauen uns den Platz an. Die Aussicht 'flashed' uns sofort.....ein unglaublicher Ausblick auf die Mündungsschleife Kafue / Zambezi....einfach atemberaubend....



Die Lodge ist komplett leer, wir können zwischen den beiden 'Terrassen' mit Bestaussicht wählen.....aber eigentlich wollen wir ja die Mvuu Lodge erreichen, deshalb checken wir nicht ein, sondern fahren erst einmal weiter. Wegen Überfüllung werden wir wahrscheinlich am Nachmittag nicht abgewiesen.... 😎
Die Piste bleibt erst einmal eine Buckelpiste, so breit wie hart. Rechtsseitig ziehen sich riesige, eingezäunte Plantagen hin, überwiegend Bananen, aber auch Mangos, die Flächen sind riesig...

In Chiawa zweigt eine schmale Piste ab Richtung NP, von hier an ist die Fahrt in einer einspurigen Strecke sehr viel angenehmer.

Immer mal wieder sehen wir Menschen an der Piste, wir wissen nicht, wann ein Dorf beginnt oder endet, aber Besiedlung ist überall sichtbar....Elefantenhaufen ebenfalls...
Uns leiten wenige Fahrspuren, viele Fahrzeuge sind hier in der letzten Zeit nicht durchgefahren....bei fast jedem Abzweig ( meistens 'private property' ) verlässt uns eine Reifenspur.


Das letzte größere Dorf vor der Mvuu Lodge bezeichnen wir als 'Mülldorf', keines der kleinen Dörfer vorher war rundherum so vermüllt mit Plastik etc., es ist extrem auffällig und sehr schade, vor allem wenn man sich bewusst macht, wieviele luxuriöse Lodges es am Ufer des Zambezi an dieser Strecke gibt...

Wir erreichen ein gate mit der Bezeichnung 'Zambezi Sanctuary', hier winkt man uns freundlich zu, wir fahren einfach weiter.
Punktgenau ab hier wird es feuchter, die Pfützen größer, offensichtlich hat sich hier in den letzten Tagen eine Schneise des Regens hindurchgefräst, war das etwa auch UNSERE Schlechtwetterfront?
Inzwischen fahren wir ca. 2 Fahrspuren hinterher, alle anderen sind irgendwo abgebogen. Mal sehen, wie weit es geht...




Endlich wieder Schilder 'Mvuu Lodge', auch unser Navi sagt "gleich sind wir da".
Links, rechts und noch mal links, es wird sehr eng und schon stehen wir mitten im camp.
Wir steigen aus und schauen uns um, das camp liegt direkt auf Uferhöhe am Zambezi, Touristen sehen wir hier keine.
Eine Aussichtsplattform mit Bar steuern wir an, dort finden wir das verbliebene Personal. Ja, das camp ist noch offen, wir können bleiben....aber wollen wir auch? 😉
Mehr Personal als Gäste, offensichtlich auch keine Lust mehr auf Gäste und Preise wie in der Hochsaison. Einziger Vorteil: die Nähe zum NP, aber ob wir den erreichen können, wissen wir noch nicht...
Wir schlendern durch das camp, immer die herrliche Aussicht im Kiambi camp im Kopf ( die uns beide nicht losgelassen hat ), und beschließen spontan, dorthin zurückzufahren.
Dann starten wir eben morgen sehr früh und schauen, ob wir den Lower Zambezi NP erreichen können, großartig drin aufhalten werden wir uns als Camper eh´ kaum können und den Tieren ist doch eine NP-Grenze egal.
Wahrscheinlich sind die Mitarbeiter erleichtert, das wir keine Gäste werden, zumindest den Eindruck vermitteln sie uns. 😎
Auf dem Rückweg, inzwischen Nachmittag, sehen wir einige Elefanten, die überall links und rechts in den Bäumen herumstochern, ihre Farbe entspricht dem rötlichen Sand..





Puuh, ist doch ein ordentliches Stück Weg über diese üble Piste, irgendwann erreichen wir camp Kiambi und wissen, dass unsere Entscheidung die Richtige war. Das ist der Ort, den wir momentan brauchen, tolle Aussicht, ein Ort für die Sinne...
....vielleicht hat das alles hier ( und auch der Sonnenuntergang ) schon etwas Kitschiges, aber wir sitzen gaanz lange einfach dort und schauen in den Horizont.... 🙂
...und natürlich hängen wir auch so unseren Gedanken nach: fahren wir weiter Richtung Zimbabwe oder ist vielleicht der South Luangwa doch noch machbar, obwohl es inzwischen eine enorme Strecke ist...
Ein unbeschreiblich schöner Abend hier...der Blick über den Kafue-Zufluss in den Zambezi, im Hintergrund Zimbabwe, dass ist schon ganz groß... 🙂

unser Hauswaran...




wir suchen einen Schlafplatz...



Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 11. Juli 2016
1'667 Beiträge · seit 201116. März 2016 ·
Hallo Paulinchen,

mal wieder sehr stimmungsvolle Bilder, die Vorfreude wecken. Ich bin schon gespannt, wie es mit dem Wetter bei Euch weiter ging.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, gefiel Euch die Kiambi Lodge deutlich besser als Gwabi Lodge ?

Wir werden vermutlich für eine Nacht in einer der beiden Campsites bleiben, da der Weg von Livingstone bis zur Mvuu Lodge wahrscheinlich für einen Tag zu weit ist.

LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
Themenstarter475 Beiträge · seit 201216. März 2016 ·
Montango schrieb:
mal wieder sehr stimmungsvolle Bilder, die Vorfreude wecken. Ich bin schon gespannt, wie es mit dem Wetter bei Euch weiter ging.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, gefiel Euch die Kiambi Lodge deutlich besser als Gwabi Lodge ?
Wir werden vermutlich für eine Nacht in einer der beiden Campsites bleiben, da der Weg von Livingstone bis zur Mvuu Lodge wahrscheinlich für einen Tag zu weit ist.
Hi Montango,

Ja, ja, das Wetter..... 😎
Zu den beiden Lodges: bei uns war vor allem ausschlaggebend, dass Gwabi nicht groß, aber relativ voll war.
Außerdem gibt es dort eine Tankstelle und man kann sein Motorboot dort lagern. Dadurch sind wahrscheinlich mehr Kurzurlauber aus der Region dort.
Kiambi war bei unserer Ankunft komplett leer.
Wenn du nicht vorab reservieren möchtest, würde ich einfach hinfahren und vor Ort entscheiden. Beide Lodges liegen nah an der Piste und sind gut zu erreichen.

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 16. März 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201217. März 2016 ·
Tag 17

Heute stehen wir etwas früher auf, wir wollen das gate zum NP erreichen oder zumindest schauen, wie weit wir kommen.
Allerdings ist allein der Gedanke an die erste Streckenhälfte bis zum Dorf Chiawa eher quälend und wir müssen sie ja auch wieder zurückfahren... 🙁
Egal, auch der Wettergott ist auf unserer Seite, es ist morgens schon extrem heiß, kein Lüftchen weht, das Thermometer könnte heute Mittag Richtung 40° C tendieren...( neee, ich werde mich ganz sicher nicht über Sonnenschein beklagen... 🙂 )
Nach einem kurzen Frühstück machen wir uns auf den Weg und rollen wieder im Slalom über die Piste, den unangenehmen Schlaglöchern ausweichend. Heute ist hier viel mehr los, Radfahrer, Frauen und Kinder mit Wasserbehältern, Haustiere und klapprige Fahrzeuge, alles kreuz und quer unterwegs.
Gefühlt erreichen wir die Mvuu Lodge viel schneller als gestern, aber danach wird die Piste immer schlechter, hier hat es offensichtlich in der letzten Zeit auch stark geregnet, obwohl die kleinen Flussläufe mit den ausgewaschenen Furten immer noch strohtrocken sind.

Die Auswaschungen nehmen zu, am Anfang gibt es noch Umfahrungen, aber auch die enden und die letzte Fahrspur, der wir folgen, ist gerade abgebogen.




Pirschfahrten Richtung NP finden offensichtlich derzeit nicht mehr statt. Inzwischen ist es Mittag und das Fahrzeug sieht aus wie 'Sau'. Wir beschließen vor der nächsten größeren Wasserdurchfahrt, besser umzudrehen und die vielen Abzweigungen, die wir unterwegs gesehen haben, zu erforschen. Elefanten haben wir allein bis hierher schon reichlich gesehen... 🙂




Wir suchen uns einen Schattenplatz und machen ein 2. Frühstück, nicht weit entfernt stehen einige Elefanten im Schatten eines großen Baumes. Teilweise ist die Elefantensichtung ein echtes Suchbild: ist das nun ein Rüssel oder nur ein Ast?

Bis auf eine große Ebene, die wir durchquert haben, wächst beidseitig der Piste dichtestes Gestrüpp. Tiersichtungen sind nicht einfach.... 😎




Nun haben wir Zeit und beginnen die abzweigenden Zufahrten Richtung Zambezi zu erkunden. Oft weist uns das Schild 'private property' direkt zu Beginn der Piste zurück, es gibt ja einige Luxusresorts hier in der Gegend, aber die Namen der Lodges findet man auf keinem Schild, wer hierher kommt, weiß offensichtlich, wohin der Weg führt...
Na endlich mal ein Weg ohne Verbotsschild Richtung Fluss, wir folgen ihm und landen natürlich bei einer Unterkunft am Zambezi....die wenigen verbliebenen Menschen hier erlauben uns, die Gegend anzuschauen, aber wir dürfen keine Photos machen!!! Dabei gibt es hier wirklich nichts, was ein Photo wert wäre....fühlen uns gerade wie an einem militärischen Posten... 😠
Die Munyemeshi Lodge ist die einzig beschilderte Zufahrt hier, wir arbeiten uns das kurze Stück bis zum Fluss und überraschen dabei friedlich fressende Elefanten direkt am Weg, die uns durch lautstarkes Trompeten signalisieren, dass sie eigentlich nicht gestört werden möchten.
Letztendlich ziehen sie sich doch ins Dickicht zurück und wir können passieren.
Die Lodge ist eigentlich auch schon 'out of season', einen Steinbungalow könnten wir nicht mehr mieten, aber campen wäre noch möglich. Hier wären wir wohl eine angenehme Abwechslung für das verbliebene Personal, sie sind sehr nett und die Anlage macht einen prima Eindruck, ist ja wohl auch nicht die oberste Preisliga... 😎
Weiter geht´s Richtung zurück, immer mal wieder Elefanten kurz zu sehen, ein Warzenschwein überraschen wir nach der Suhle, stören können wir es nicht...sieht zufrieden aus.


Kurz vor 'unserem Mülldorf' vom Vortag ist uns gestern bereits ein Schild aufgefallen: "Mukuyu River Camping Site 1,5 km", es weist auch Richtung Fluss. Das wollen wir uns mal anschauen, es ist nirgendwo erwähnt.
Elefanten scheinen diese Gegend zu lieben, die Haufen häufen sich...nach Erreichen des Camps ist auch klar warum: es ist ein sehr freier und flacher Flusszugang.





Wir erreichen 2 Gebäude, einen kleinen Schuppen und viel offene Fläche, wir parken und werden sofort per Handschlag von 2 Männern begrüßt.
Für uns wird es ein beeindruckender Ort, hier hat der Inhaber seit 2 Jahren ein Camp aufgebaut, dass wohltuend aus all den Luxuskreationen in der Umgebung herausragt. Es gibt eine Haupthütte mit kleiner Küche und Aufenthaltsraum, hier langweilen sich mangels Gästen 2 Frauen, aber auch die Hitze macht mürbe.
Der Inhaber zeigt uns das einzig feste Gebäude, das es bisher zu mieten gibt, einen rundlichen Lehmbau, wie er betont traditionell gebaut, der sehr nett und einfach eingerichtet ist. Sieht etwas aus wie ein sehr einfaches 'Hochzeitszimmer'. Er plant noch eine 2. Hütte identisch zu dieser zu bauen, aber ohne Eile, keine Hektik.. 🙂
Das ist allein für Camping sicher mal ein interessanter Ort, der Zugang zum Fluss ist weitläufig und somit auch mit guter Sicht, grunzende Flusspferde inclusive.
Auf unsere Frage nach dem Erfolg seines Camps erzählt er stolz, im letzten Jahr ( 2015 ) insgesamt 15 Gäste aus dem Westen gehabt zu haben, Tendenz zunehmend... 😉
Wir sind sicher, dass wir hier mal übernachten werden, wenn wir noch einmal wiederkommen und verabschieden uns mit schwitzigem Händedruck von diesen sympatischen Menschen....ein liebevoll eingerichteter Ort... 🙂
Während wir nachdenklich weiterfahren und wieder die unsägliche Buckelpiste erreichen, müssen wir über die weitere Route der nächsten Tage sprechen. Unabhängig voneinander hat sich der South Luangwa bei uns beiden wieder in den Kopf geschoben ( oder war er nie wirklich raus? ) So wie das Wetter momentan aussieht, hätten wir es uns auch vor einigen Tagen gewünscht....


Als wir Kiambi erreichen, sind wir nicht mehr allein, inzwischen sind einige Touristen angekommen, Rucksacktouristen, die sich Mietzelte haben aufbauen lassen und auch einige Steinhütten sind vermietet....wir haben auch völlig vergessen, dass in 2 Tagen Heiligabend ist....
Unsere direkten Nachbarn kommen gerade vom South Luangwa, sie haben "unseren" heftigen Regen dort mitbekommen, das war wohl eine landesweite Flutung... 🙁
Aber es hat ihnen trotzdem super gefallen, sie stochern in unserer offenen Wunde noch etwas herum, dann steht die Entscheidung: Morgen starten wir sehr früh, um so weit wie möglich zu kommen, "Asphaltfressen" ist die Devise. Kaum steht die Entscheidung, fühlen wir uns wohler und werden hoffentlich wieder so einen herrlichen Abend hier genießen können wie gestern.
Schnell was gegessen und wieder ein kitschiger Sonnenuntergang ( ich kann es euch nicht ersparen... ).... 🙂




Direkt vor der Bar stehen ein paar Campingstühle für genau dieses Spektakel, hinter uns brennt eine große Feuerstelle, komisch dass selbst bei diesen Temperaturen ein Lagerfeuer etwas Angenehmes verströmt.... 😁
sehr nah am Feuer sitzt unser kleiner Freund, der offensichtlich nicht nur den letzten Kampf verloren hat... 😎 ...erstaunlich wie nah er sich ans Feuer wagt....

Den online-Wettercheck kann ich heute leider nicht mehr durchführen, es gibt hier gerade eine Störung, aber unsere Entscheidung steht unabhängig davon eh´...
Wahrscheinlich der Inhaber der Lodge ( zumindest vermittelt er den Eindruck ) erzählt uns und anderen, wie es sich hier so lebt, über allerlei Getier, Skorpione, Schlangen etc., ein sehr angenehmer letzter Abend hier....
Der Tannenbaum wirkt irgendwie deplatziert...
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 12. Juli 2016
191 Beiträge · seit 201118. März 2016 ·
Hallo Paulichen,

zunächst lieben Dank für den tollen Reisebericht. Bei uns geht es am 28.04. nach Sambia und dieser Teil Deiner Reise ist damit für uns besonders wertvoll. Das mit dem Mukuyu Camp sieht ja toll aus. Leider konnte ich es im T4A nicht finden. Hast Du vielleicht noch etwas genauere Info, wo dieses liegt?

Liebe Grüße und Dank im Voraus ... Andrea
Themenstarter475 Beiträge · seit 201218. März 2016 ·
Hallo Andrea,

Schön, dass dir der Bericht gefällt... 🙂
Leider haben wir die Koordinaten nicht erfasst, hatte noch keine Ahnung, dass ich es wirklich schaffe, einen Reisebericht zu erstellen... 😉
Das Mukuyu Camp findest du nicht in T4A, aber verpassen kannst du es nicht.
Das Schild wie auf dem Foto findest du ohne Probleme direkt an der Piste, so wie wir auch darauf aufmerksam geworden sind.
Es liegt vor 'unserem Mülldorf' ( leider nicht zu übersehen.. 🙁 ), noch vor dem gate zum 'Zambezi Sanctuary' sowie der Kayila- und Mvuu Lodge.

Schaut einfach mal dort rein, es ist sehr einfach und sicher nicht jedermanns Sache. Uns hat´s gefallen, wir planen evtl. im November nochmal in die Gegend zu reisen.

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 18. März 2016
191 Beiträge · seit 201119. März 2016 ·
Lieben Dank ... der Platz sieht toll gelegen aus und dass er einfach ist, stört uns nicht. Immer noch besser, als viele Leute 🙂
Themenstarter475 Beiträge · seit 201223. März 2016 ·
Tag 18

Morgen ist Heiligabend, während wir auschecken trudeln doch noch einige Kurzurlauber aus Südafrika ein, mit Kind, Kegel und Boot natürlich. Das wird hier doch noch eine nette Weihnachtsfeier, zumindest die Anzahl der Gäste wächst stetig...
Unser Entschluss steht, um ca. 8 Uhr starten wir Richtung Lusaka, der Himmel signalisiert uns seine Unterstützung, es scheint ein herrlicher Tag zu werden.
Wir erreichen den Abzweig zum Karibasee, hier gibt es einen check point, nichts bewegt sich, reichlich LKW´s vor uns. Nach einer gefühlten Ewigkeit fahren wir langsam an der Kolonne vorbei, wir interessieren niemanden, es geht offensichtlich um den technischen Zustand der Trucks.
Vor uns liegt wieder die Escarpment road, diesmal bergauf, es ist schon eine spannende Strecke. Ungefähr in der Mitte liegt auf unserer Fahrspur hinter einer Kurve ein umgestürzter LKW, der kam von oben und hatte wohl eines der wahrscheinlichen Probleme....Bremsen, Getriebe... 🙁
Die Getreidesäcke liegen noch auf der Straße, offensichtlich hat es schon einige "Abnehmer" gegeben ....anhalten nur um ein Foto zu machen ist schwierig, irgendwie steht man immer im Weg...wir lassen es lieber......wir machen Urlaub, die Truckfahrer ihren gefährlichen Job... 😎
Unser Landy ist gut unterwegs, Lusaka haben wir am frühen Vormittag erreicht. Kurz vor dem 1. Kreisverkehr an der Kafue Road liegt ein riesiges shopping center, hier wechseln wir noch mal etwas Geld, kaufen das Nötigste, tanken voll.
Bis zum Kreisverkehr, wo es über eine der Engpassbrücken über die Bahngleise Richtung Osten geht, schiebt sich nun ein 3-spuriger Stau Richtung Innenstadt.
Manni hat´s wieder eilig, die linke Spur scheint die schnellste zu sein. Wir schieben uns voran, aber links ist natürlich im Kreisverkehr auch die Abbiegespur...ich meckere rum... 😠
Vor uns ein Klein-LKW, davor im Kreisverkehr die Polizei und stoppt auch uns. Schwupp, ist hinten rechts ein Polizist eingestiegen und zeigt uns, wo wir links ranfahren sollen. Super gelaufen... 😕 unsere vermeintliche "Schnellfahrspur".. 😎 ....hier stehen wir nun. 😠
Er erzählt uns, was wir falsch gemacht haben, die linke Spur ist die Abbiegespur und wir sind angeblich über die durchgezogene Linie gefahren, einfach geradeaus in den Kreis. Mit uns haben diesen Fehler noch einige gemacht, die um uns herum am Straßenrand stehen..
Punkt ist, die Fahrbahnmarkierungen hier sind so verwittert, dass sie nicht mehr sichtbar sind, so gar nicht mehr....Einheimische wissen das sicher, wir können es vielleicht ahnen...
Wir fangen an zu diskutieren, aber unser "Mitfahrer" droht direkt, zur Polizeistation zu fahren.
Manni steigt aus, schnappt sich den Polizisten. Wo bitte ist hier eine durchgezogene Linie zu sehen? Sie laufen die 3-spurige Straße ein ganzes Stück zurück, hier sind keine Linien....
Es vergeht einige Zeit, Manni kommt zurück, steigt ein und wir können weiterfahren....er konnte ihn tatsächlich überzeugen... 🙂
Der Verkehr in Lusaka ist gerade optimal, wir kommen flüssig durch die Stadt und weiter geht´s Richtung Osten.
Die Übernachtungssituation ist schwierig an dieser Strecke. Wir sind zu früh, um direkt hinter Lusaka zu übernachten. Mein Navi und der Hupe sagen, dass ca. 80 km hinter Chongwe eine Campinggelegenheit kommt, da ist aber nichts. Der nächste Sprung ist lang, das Bridge Camp. Wir wechseln uns mit dem Fahren ab und die Strecke ist extrem gut, eine neue, gut ausgebaute Straße. Wie auf einer Skipiste wedeln wir in langgezogenen Kurven durch die herrliche Landschaft. Rechtsseitig erstreckt sich irgendwann der nördliche Lower Zambezi NP, die Leopard Hill Road werden wir irgendwann zu einer früheren Jahreszeit noch mal 'knacken'...
Wir fressen die Kilometer auf dieser wie eine Autobahn zu fahrenden Strecke, der Sonnenstand zeigt uns klar, wir sollten ankommen....
Es gewittert um uns herum, bleibt aber in ausreichendem Abstand. Immer wieder tröpfelt es, aber da sind wir Schlimmeres gewohnt...
Nach 18 Uhr erreichen wir das Camp, es dämmert bereits, dass war eine Punktlandung. Der Luangwa hat hier wenig Wasser, gemächlich zieht er dahin, einige Fischer aus den umliegenden winzig kleinen Dörfern sind noch unterwegs.


So ein langer Fahrtag schlaucht schon, wir genehmigen uns ein ( teures ) Bier, für den weiteren Abend greifen wir lieber auf unsere eigenen Reserven zurück.
Das Camp ist klein und leer, die Mitarbeiter feuern unser Duschwasser an, das Waschhaus ist nett und wohltuend, im Dunklen wirkt es wie eine finnische Sauna. 😎


Ein undichter Wasserhahn lockt einen Gecko an, er hat offensichtlich einen Riesendurst und schleckert das tropfende Wasser ab...


Es gibt einen Unterstand, der uns vor dem immer wieder vorkommenden Getröpfele schützt, machen noch schnell was zu essen und ab geht es in die ( Dachzelt ) Falle.
Hoffentlich bleibt das Wetter so stabil, der Himmel sah zeitweise bedrohlich schiefergrau aus, das hatten wir schon mal... 😕
Aber bisher sind wir entspannt vorangekommen, die Strecke ist doch viel besser als erwartet.....
South Luangwa....wir kommen... 🙂
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 12. Juli 2016