THEMA: Reisebericht Sambia - 2. Versuch - November 2016
08 Feb 2017 21:04 #462991
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  • paulinchen am 08 Feb 2017 21:04
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Nachdem nun seit unserer Rückkehr mehr als 2 Monate vergangen sind, möchte ich euch einladen, meinem 2. Reisebericht zu folgen. Endlich habe ich alles sortiert, es wird Zeit, denn die Details gehen in der Erinnerung doch schnell verloren - LEIDER -



Dieses Mal war unser Zeitrahmen etwas kürzer, Reisestart Freitag, 28.10.2016 mit Emirates ab Düsseldorf, zurück am 24.11.2016 donnerstags.

Wir haben uns diesmal bewusst für Emirates entschieden, da der Flughafen Düsseldorf vor unserer Haustür liegt und die relativ weite Anfahrt Richtung FRA entfällt. Preislich gab es keinen Unterschied zu Qatar Airways im letzten Jahr.
Das Fahrzeug wieder gebucht bei Bushlore in Johannesburg, der Toyota LC mit Dachzelt wie gehabt ( fast.. B) .. ).

Da wir auf unserer 1. Sambiareise vor 1 Jahr phasenweise regelrecht weggespült wurden, haben wir uns heuer für einen früheren Reisetermin entschieden. Der November sollte doch hoffentlich besser für unsere Pläne Richtung nördliches Sambia geeignet sein... :)
Aufgrund des etwas knapperen Zeitrahmens und der Sehnsucht, endlich noch mehr von Sambia zu entdecken, war unser Plan, die Strecke Johannesburg - Sambia - Johannesburg so zügig wie möglich zu absolvieren, so haben wir auch die Zwischenübernachtungen nach dem Gesichtspunkt "praktisch und trotzdem nett" ausgewählt.
Vorab gebucht haben wir dieses Mal nichts ( außer 1x Tlopi im Marakele am Ende der Reise ).

'and here we go....' B)

Tag 1 - Samstag, 29.10.2016

Vormittags um 10.50 erreichen wir problemfrei nach 2 Flügen mit Emirates den Airport von Johannesburg...endlich sind wir wieder hier und der strahlendblaue Himmel signalisiert nur Positives... :cheer:
Wir fliegen nicht das erste Mal Emirates, die Flüge verliefen sehr ruhig, routiniert und mit angenehmem Service. Allerdings war der 6-stündige Flug DÜS-Dubai mit dem A 380 wirklich bis auf den letzten Platz gefüllt - irgendwie mag ich diese "Sardinenbüchsen-Flüge" überhaupt nicht mehr...beim check-in in DÜS erhielten wir direkt je einen Essensgutschein, da wir etwas über 4 h Aufenthalt in Dubai hatten. Nicht so schön, aber das ist der Preis für Abflug DÜS...


Immer wieder ein Wahnsinn, wie unglaublich wenig Anlauf der A 380 bis zum Abheben braucht...

In Dubai stellte sich der Gutschein als kleiner Reinfall raus, da zwar mehrere "Restaurants" zur Auswahl standen ( asiatisch, mexikanisch usw. ), aber letztendlich hatten die Emirates-Menüs keine freie Auswahl, sondern lieferten pappige Cookies und/oder Fastfood. Für uns dann doch McD, da weiß man wenigstens, was man nicht hat.... ;)
Den 8-stündigen Flug Dubai-Johannesburg haben wir weitgehend verschlafen, hier konnte man sich wenigstens etwas ausstrecken...

Die Immigration am O R Tambo ist diesmal echt schlecht organisiert, die Zuteilung zu den Schaltern ist konfus, unterscheidet zwischen Einheimischen und Touristen, obwohl reichlich Menschen anstehen. Erst als es unruhig wird und viele die Reihen einfach selbst wechseln, wird flexibler abgewickelt.
Letztendlich ist schon eine gute Stunde seit unserer Landung vergangen, das Gepäckband steht lange schon still. Glücklicherweise liegt unser Gepäck wartend auf dem Boden...Mist... hier haben wir unnötig Zeit verloren, die hinten raus fehlen könnte.
Schnell noch ein paar Rand einwechseln und nichts wie raus in die Sonne. Ein Bushlore-Mitarbeiter wartet wie immer zuverlässig am Ausgang und schnell erreichen wir das Depot.
Puuh, hier ist es seeeehr heiß, allen steht der Schweiß auf der Stirn und das Stöhnen über die extreme Trockenheit zieht sich durch alle Gespräche. Natürlich haben auch wir von der dramatischen Trockenheit in SA gehört, hier bekommt die Sache aber ein Gesicht...
Unser Fahrzeug ist eine kleine Überraschung und Premiere, es ist nicht einfach nur ein LC mit Dachzelt, sondern ein 4,5 l V8 ! Der sollte uns wirklich überraschen während der gesamten Reise...whow...
Ansonsten ist er wieder fast neu, ca. 33.000 km runter, Dachzelt ebenfalls nagelneu...


...unser Begleiter für die nächsten Wochen, man beachte die Öffnung auf der Motorhaube... B)

Die Fahrzeugübergabe funktioniert reibungslos und schnell, inzwischen kennen wir das Procedere. Lediglich die Suche nach winzigen Frontscheiben-Schäden nimmt diesmal etwas Zeit in Anspruch ( auf unserer letzten Reise hatte sich ein winziger Schaden zu kapitalen Rissen ausgewachsen ). Wir haben tatsächlich 2 klitzekleine Schäden gefunden, natürlich gab es diesmal keine Probleme damit, war ja klar...und schließlich können wir kurz nach 13 Uhr doch schon starten... :)
Der Tank ist knapp 1/2 gefüllt, d.h. wir können direkt Richtung Thabazimbi/Marakele als Ziel für unsere erste Nacht starten.
Schnell erreichen wir Thabazimbi über Bela-Bela, kaufen noch schnell das Nötigste für den Abend/Morgen ein ( ein Steak für Manni, etwas Nettes zu beißen für mich, einen Schlummertrunk und die Basics für' s Frühstück ).
Der Rest wird morgen erledigt.



Das Bontle Camp im Marakele, das wir am späten Nachmittag erreichen, lässt uns wieder mal die Qual der Wahl, wir suchen uns einen Platz mit offenem Blick und schon flackert der Grill.



Freche Webervögel schauen, ob es etwas abzustauben gibt. Hoffentlich "kacken" sie uns nicht auf die Teller...
Bäuche gefüllt, Gläser ebenfalls, Beine hoch und der 1. Tag in Afrika findet ein entspanntes Ende...

Letzte Änderung: 27 Feb 2017 17:43 von paulinchen.
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10 Feb 2017 19:10 #463285
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Hi.
Endlich wieder ein Sambia-RB. Klasse.
Alm
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10 Feb 2017 20:13 #463290
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  • marimari am 10 Feb 2017 20:13
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Wann geht es mit der Wölke nach Afrika?
LG, M.
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10 Feb 2017 21:34 #463303
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marimari schrieb:
Wann geht es mit der Wölke nach Afrika?

es hängen noch ein paar Dinge in der Entscheidung, aber länger als 12 Monate sollte es nicht mehr dauern, eher kürzer... B)
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10 Feb 2017 23:23 #463319
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Cool, ein Sambia RB.

Wir waren ja von unserem ersten Sambia-Eindruck etwas enttäuscht. Vielleicht war der Weg von Chirundu nach Lusaka auch nicht gerade der tollste Einstieg.

Ich lasse mich gerne eines besseren belehren und bin ganz gespannt :)

Viele Grüße

Mabe
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11 Feb 2017 13:01 #463392
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Tag 2 - Sonntag, 30.10.2016

Wir wachen früh auf, trotzdem ist es schon extrem heiß. Wir haben mal wieder das Fahrzeug in eine "Schattenlücke" gestellt: das Zelt in der Sonne, rundherum Schatten..... :(
...was soll´s...mit aufgeklapptem Zelt rollen wir ein paar Meter weiter...hier lässt es sich besser aushalten...und packen...

Frühaufsteher....

Unsere gefiederten Freunde von gestern sind natürlich schon längst auf der Suche nach Futter, Touristen krümeln beim Frühstück ja immer so herrlich herum... :)


und noch mehr Besucher ohne Scheu...



Wir packen schnell alles zusammen...schweißtreibende Angelegenheit...das Frühstück wird abgekürzt, besser noch mal unterwegs anhalten...gleich ist hier überhaupt kein ausreichender Schatten mehr...
Nebenan sehen wir, wie man es NICHT machen sollte...ein neugieriger Strauß wird von dicken, südafrikanischen Touristen mit Toastbrot gefüttert...die Strafe folgt auf dem Fuß, das Tier will sich damit nicht zufrieden geben, reißt ihnen die ganze Tüte aus der Hand und will partout den Hals in deren Fahrzeug stecken....da wird natürlich gekreischt und verscheuchen ist nun auch nicht mehr so einfach... :P
Leider hatte es auch dieses Mal im Bontle camp keine Rhinos, das 2. Mal in Folge. Diese unglaublichen Begegnungen hier in der Vergangenheit waren das eigentlich Tolle, hat sich vielleicht die Politik der NP-Behörden wegen der Wahnsinns-Wilderei im südlichen Afrika geändert und die Rhinos sind nur noch im besser gesicherten Bereich des Parks?
Ich habe hier zu Hause etwas gegoogelt, aber nichts dazu gefunden...
...so ist Manni mal 2014 abends am Waschhaus einem Nashorn "in die Arme" gelaufen, haben sich beide erschrocken...


In Thabazimbi`s 'SPAR' - Markt kaufen wir nur die festen Grundnahrungsmittel ein, im daneben liegenden Liquor shop haben wir die flüssigen bereits gestern besorgt... :)
Frische Sachen verkneifen wir uns weitgehend, das werden wir erst in kleinen Mengen in Botswana besorgen. Keine Lust auf irgendwelche Diskussionen an der Grenze oder sonst wo.
Dank unserer bewährten Einkaufsliste sind wir um ca. 11 Uhr auf der Piste, nachdem wir noch schnell getankt haben.
Wir wollen so weit Richtung Kasane vordringen, wie wir Lust haben. Ziel ist Francistown, aber wenn wir schwächeln, wird´s halt wieder die Itumela campsite in Palapye.
Unser border crossing ist wieder der kleine, lauschige Übergang Stockpoort/Parr´s Halt. Die Zufahrten sind zwar gravel roads, dafür nur sehr kleiner Grenzverkehr...
Auf der Piste wird noch mal klar, was für ein irres Fahrzeug der V8 ist. Das Fahrgefühl ist ein völlig anderes, aber man muss ständig aufpassen, nicht zu schnell zu werden.
Na, hoffentlich hat sich bushlore mit diesen Fahrzeugen in der Flotte kein Eigentor geschossen, die Zahl der Überschläge könnte sich locker erhöhen... :(
Wie gewohnt ein lässiger, entspannter Grenzübertritt, wir sind das einzige Fahrzeug. Kurz vor Mahalapye erreichen wir den Asphalt Richtung Francistown.
Am Abzweig zu Martin´s Drift fällt mir ein relativ neues Schild zu einer camsite an den 'Tswapong Hills' auf. Mein Navi sagt, dass es zuerst noch ein ganzes Stück Richtung Grenze geht, also kommt das camp für heute nicht in Frage, ist eigentlich auch noch etwas früh. Aber vielleicht was für die Rückfahrt....
Endlich erreichen wir Francistown....unterwegs haben wir einige Radarfallen gesehen...die Warnung per Lichthupe funktioniert aber auch hier bestens... ;) ...mit unserem LC müssen wir wirklich sehr vorsichtig sein, gerade um die Ortschaften herum schnurrt er leise über den Asphalt und vermittelt ein falsches Tempogefühl... :(
An der größten Kreuzung in Francistown erwartet uns eine noch größere Baustelle, dort wird mitten in der Stadt eine Brücke gebaut, auf den Umleitungen drängeln sich Taxen, Busse und LKW´s, das entspannte Dahinrollen ist erst mal vorbei. Hier verlieren wir kurz vor dem Ziel noch einmal reichlich Zeit. :angry:
Vor einigen Jahren waren wir bereits in Francistown unterwegs, auf der Suche nach einer Werkstatt für unsere kaputte Kühlschrankbatterie. Da schon haben wir die Stadt als trubeligste und "stressigste" in Botswana empfunden, hat sich nichts dran geändert, im Gegenteil...
10 km weiter Richtung Nata kommt unser camp 'Woodlands Stop-Over', nach knapp 8 km gravel erreichen wir das camp. Auch hier waren wir damals zur Übernachtung, es war ganz nett und auch daran hat sich nichts geändert... :)


Im kleinen Kiosk, der auch die Rezeption darstellt, gibt es fast alles: Fleisch, Holz, div. Grundnahrungsmittel, Wein, Bier...und bezahlen kann man in fast jeder Währung, wir zahlen in Rand, Pula haben wir keine...

Ein junges Mädchen zeigt uns die campsite 5, das ist nun unsere....der daneben liegende Fluss besteht nur aus Sand, Wasser gab´s hier schon länger nicht mehr...sobald unser Wasserhahn geöffnet ist, kommen Vögel zum baden und trinken...es ist sooo schwülwarm hier...



Nebenan steht eine südafrikanische Familie, wir grüßen uns freundlich, natürlich müssen die Männer ein paar Worte über die Fahrzeuge wechseln...es ist schon spät, heute gibt es schnelle Spagetti mit roter Soße, dann noch spülen, duschen, immer gut leuchten, denn hier soll es häufig Schlangen geben.
Als wir fast schon schlafen gehen, kommen noch 2 Fahrzeuge an, bauen leise ihr camp auf und verschwinden direkt.
Auch wir krabbeln in unser Zelt und genießen die Geräusche der Nacht...
Letzte Änderung: 11 Feb 2017 14:00 von paulinchen.
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