Im Land der Gorillas - Auf neuen Pfaden in Uganda

Reisebericht 209 Antworten · 17,9k Aufrufe · gestartet 13. Aug. 2024 von Beatnick
Themenstarter1’721 Beiträge · seit 201606. Okt. 2024 ·
Hallo ihr Lieben,
Dandelion schrieb:Meine Bewunderung für eure wunderbaren Bilder steigt umso mehr, als dass wir ja selbst im August im Bwindi ein Gorilla Trekking gemacht haben. Ich bin ja nun wirklich nur ein Hobbyknipser, aber meine Kamera fand die Bedingungen im Regenwald (dunkle Umgebung, Feuchtigkeit, Unmengen Busch drumherum, mittendrin die Gorillas) irgendwie so gar nicht gut, was in Unmengen unbrauchbarer Bilder resultierte und wachsendem Frust meinerseits. Den meisten anderen Wegbegleitern schien es ähnlich zu gehen. Einer nach dem anderen zückte sein Handy, um wenigstens damit einige Schnappschüsse zu sichern, was tatsächlich besser klappte als mit den Kameras. Vielleicht kann jemand der versierten Fotografen hierfür eine plausible Erklärung abgeben
Hi Kordula, erst einmal vielen lieben Dank für das tolle Lob! Ich hab gerade nochmal bei Thomas nachgefragt, eine rechte Erklärung, warum Handy-Bilder besser funktioniert haben bei euch als die mit der Kamera, haben wir leider auch nicht. Tatsache ist, dass es auch bei uns viel besser war, als die Tiere von den Bäumen heruntergeklettert waren und aus dem Wald heraus ins offenere Gelände zogen. Das Licht war ganz gut, kein strahlender Sonnenschein, aber auch keine dichte Bewölkung, also ausreichend Helligkeit.


ANNICK schrieb:Die Gorilla Bilder sind einfach der Hammer!
Vielen lieben Dank!!!

Jetzt geht es weiter, liebe Grüße,
Betti
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Themenstarter1’721 Beiträge · seit 201606. Okt. 2024 ·
13.1.24: Im Dreiländereck

An diesem Tag hatten wir keine großen Pläne, außer von Bwindi zum Mgahinga Nationalpark weiterzureisen. Dort stand am nächsten Tag unser zweites Gorilla-Trekking auf dem Programm, und nach den tollen Erfahrungen des Vortags war ich gespannt, was uns im äußersten Südwesten Ugandas im Grenzgebiet zu Ruanda und zur DR Kongo erwarten würde.

Als wir packten, brachte uns eine Mitarbeiterin unsere blitzblanken Wanderschuhe vorbei. Bedauerlich, dass sie schon 24 Stunden später wieder voller Schlamm sein würden, überlegte ich, freute mich aber trotz etwas müder Knochen schon auf die nächste Wanderung durch wilde Natur. Wir frühstückten gemeinsam mit Peter und verließen dann bei Sonnenschein das Ruhija Gorilla Mist.

Variable sunbird
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Unterwegs kamen wir am Startpunkt unseres Trekkings vom Vortag vorbei, die nächsten Gruppen waren nun schon wieder unterwegs. Ich schwelgte in den noch jungen Erinnerungen und streckte genüsslich die Füße unter den Vordersitz. Heute war ich faul.

Wir rollten im Schneckentempo den Berg hinunter und hielten Ausschau nach Tieren, zu dieser frühen Uhrzeit waren die Leute beim Trekking oder noch gar nicht unterwegs. Und so hielten wir mitten auf der Straße und kletterten manchmal auch aus dem Wagen, wann auch immer uns danach war.

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Zu sehen gab es immer was, zum Beispiel wieder L'Hoest Monkeys. Eine ganze Familie dieser der Bergaffen zog durch die Wälder, auf der Suche nach Wurzeln, Blumen, Früchten und Insekten.

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Einige buddelten emsig und förderten Heimchen zutage, ...

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... ein Jungtier fand ein Schneckenhaus, von dem ich nicht genau sagen konnte, ob es noch bewohnt war.

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Das Äffchen schnupperte aber intensiv daran und nuckelte dann ausgiebig an dem Gehäuse.

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Es machte Spaß, die Tiere zu beobachten, die hauptsächlich in Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik von Kongo vorkommen. Leider sinkt ihre Anzahl durch Waldrodungen und auch Jäger zusehends.

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In den Tälern des dichten Waldes hing noch der Morgendunst, doch trotz der Höhe war es angenehm warm. Nachts war es hier oben empfindlich frisch gewesen, über die Wärmflaschen hatten wie uns auch in der zweiten Nacht sehr gefreut.

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Cinnamon-chested Bee-eater
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Augur Buzzard (Danke Elvira!)
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Der Mgahinga Nationalpark liegt nur 60 Kilometer südlich des Bwindi Impenetrable, keine weite Strecke also. Unser Ziel hieß Kisoro, eine kleine Stadt am Fuße der Virunga-Vulkane.

Wir fuhren auf kurvigen, aber guten Straßen durch das fruchtbare und hügelige Hochland, ...

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... in der Ferne sahen wir schon die Kegel der erloschenen Vulkane, legendäre Heimat der Berggorillas - und einst auf ruandischer Seite von Dian Fossey. Zwischen dem Muhavura (4.127 m) und Gahinga (3.475) verläuft die Grenze zu Ruanda. Der Sabinyo (3.645) bildet den Schnittpunkt der Grenzen zu Ruanda und zur DR Kongo.

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Hier unten waren wir spürbar abseits der ausgetretenen Pfade und bei unserer Ankunft im Ichumbi Hotel auch zumindest an diesem Tag die einzigen Gäste. Die Mitarbeiter überschlugen sich bei unserer Ankunft vor Dienstfertigkeit und Freundlichkeit, ein weiterer Beweis der ugandischen Herzlichkeit.

Yellow Bishop
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Viel zu tun gab es in diesem mittelgroßen Hotel nicht; ein nicht weiter erwähnenswerter - weil nur spärlich bewachsener - Garten, ein großer Pool, den wir aber kaum nutzten, dafür leckerer Masala-Tee und ein sauberes Zimmer mit richtig heißer Dusche. Den Nachmittag verbrachten wir damit, Fotos zu sichern und zu lesen. Das war bislang ziemlich zu kurz gekommen.

Abends begann es wieder heftig zu regnen und wurde richtig frisch. Nach dem Abendessen kuschelte ich mich in die weiße Hotelbettwäsche und hoffte insgeheim, dass wir nicht im strömenden Regen auf die Suche nach den Gorillas gehen müssten. Beim ersten Mal hatten wir Glück gehabt. Was uns wohl diesmal erwarten würde?

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zuletzt bearbeitet 07. Okt. 2024
1’589 Beiträge · seit 201406. Okt. 2024 ·
Hallo Betti

Die L'Hoest Monkeys sind ja super und die Beobachtungen mit Schnecken aus dem Gehaeuse lutschen sehr interessant.

Schau mal beim Yellow-bellied Sunbird - das ist eine andere Art und nicht in Ostafrika. Variable Sunbird / Ziernektarvogel waere es. Der naechste ist ein Augur Buzzard, die dunkle Variante.

Ich bin ja gespannt aufs Trekking - natuerlich wieder gemuetlich vom Buerostuhl aus 😄 🤩

Viele Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
38 Beiträge · seit 202007. Okt. 2024 ·
Hallo,

Ich bin eher der " Stille Mitleser ", jetzt aber so begeistert von dieser wunderbaren Reise mit diesen fantastischen Eindrücken und Begegnungen, dass ich mich für den tollen Reisebericht bedanken möchte. Uganda stand bisher nie auf unserer Agenda. Diese unglaublichen Fotos wecken die Neugier......
Übrigens hat mich der Reisebericht : Südafrika 2022/23, Aller guten Dinge sind drei, sehr inspiriert, so dass wir ab November für 6 Wochen auf fast identischen Spuren unterwegs sind.

Viele Grüße
Agapanthus
Themenstarter1’721 Beiträge · seit 201607. Okt. 2024 ·
Hallo ihr Lieben,
Bushtruckers schrieb:Schau mal beim Yellow-bellied Sunbird - das ist eine andere Art und nicht in Ostafrika. Variable Sunbird / Ziernektarvogel waere es.
Vielen Dank für den Hinweis, Elvira! In meinem (offenbar nicht besonders schlauen) Vogelbuch steht Variable (Yellow-bellied) Sunbird. Also praktisch ein- und dasselbe. Ich vertraue dir, dass das verkehrt ist und ändere, merci!
Bushtruckers schrieb:Ich bin ja gespannt aufs Trekking - natuerlich wieder gemuetlich vom Buerostuhl aus
😎
Agapanthus schrieb:jetzt aber so begeistert von dieser wunderbaren Reise mit diesen fantastischen Eindrücken und Begegnungen, dass ich mich für den tollen Reisebericht bedanken möchte. Uganda stand bisher nie auf unserer Agenda. Diese unglaublichen Fotos wecken die Neugier...
Wow, das ist aber toll, danke!
Agapanthus schrieb:Übrigens hat mich der Reisebericht : Südafrika 2022/23, Aller guten Dinge sind drei, sehr inspiriert, so dass wir ab November für 6 Wochen auf fast identischen Spuren unterwegs sind.
Hui, auch super, ich hoffe, die Reise gefällt. Ihr habt allerdings dann noch zwei Wochen mehr zur Verfügung, richtig klasse, seufz...
Die Route würde mich interessieren, wenn du magst, schreib sie mir doch gerne per PN. Wenn nicht, ist das natürlich auch in Ordnung. Bin nur neugierig. 🙂

Liebe Grüße und bis bald,
Betti
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1’589 Beiträge · seit 201407. Okt. 2024 ·
Hallo Betti

mit Vogelnamen kannst Du verrueckt werden. Wir haben so viele Aenderungen in Englischen, Deutschen und wissenschaftlichen Namen. Wenn ich irgendwann mal meine Vogelseiten auf der Webseite fertig haben werde, kann ich wieder Aenderungen / Korrekturen einbringen. Die Wissenschaftler sind sehr aktiv! Und es gibt nur wenige Leute, die da sehr auf Draht sind, jede Aenderung aufzuschnappen. Dies geht natuerlich nur online, denn die Buecher sind ja schon gedruckt und werden, wenn wir Glueck haben, alle paar Jahre auf Vordermann gebracht.

Dein Buch liegt aber nicht ganz falsch, Yellow-bellied Sunbird ist der 2. Name. Dies kann aber zu Verwechslung mit dem yellow-bellied sunbird-asity auf Madagaskar fuehren 🙂

Viele Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1’721 Beiträge · seit 201613. Okt. 2024 ·
14.1.24: Die Gorillas von Mgahinga

Die Nacht war bedauerlich kurz, denn wie in Bwindi begann das Gorilla-Trekking sehr früh am Morgen. Anders als in Bwindi mussten wir allerdings eine Weile zum Startpunkt fahren und das die letzten Kilometer auf einer Straße, die den Namen nicht verdiente. Peter drängte also zu Recht zur zeitigen Abfahrt.

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Man hatte uns beim Einchecken gesagt, dass im Hotel nachts der Strom abgestellt, um 4 Uhr aber wieder aktiviert werden würde. Um 4.45 Uhr saßen wir jedoch im Stockdunkeln. Denn nicht nur, dass keine der Lampen funktionierte, draußen schüttete es auch wie aus Kübeln in einer tintenschwarzen Nacht.

Wir versuchten, uns im funzeligen Schein unserer Taschenlampe fertigzumachen, doch weil die Ergebnisse zäh und zudem äußerst überschaubar waren, schnappte ich mir das schwache Licht und taperte damit in Richtung Rezeption. Vielleicht war ja irgendwo schon ein Mitarbeiter im ansonsten verwaisten Hotel unterwegs.

In der kleinen Lobby scheuchte ich ungewollt zwei Katzen auf, wir erschreckten uns gegenseitig fast zu Tode. Hinterm Desk sah ich schemenhaft eine Person sitzen, die zu schlafen schien. Ich versuchte etwas zaghaft, mich bemerkbar zu machen, dann deutlicher, doch sie rührte sich nicht. Au man. Ich stapfte also nunmehr fest entschlossen hin, um zur Not an der Schulter zu rütteln, doch daraus wurde nichts. Jemand hatte seine Jacke und eine Schirmmütze über den Stuhl gehängt, was aus der Distanz und im Schummerlicht wie ein Mensch ausgesehen hatte. Puh. Ich fühlte mich wie im Overlook-Hotel und rechnete jeden Moment damit, dass Jack Nicholson mit einer Axt um die Ecke bog.

Als ich leicht frustriert und unverrichteter Dinge zu unserem Zimmer zurückkehrte, gingen plötzlich wie von Zauberhand alle Lichter an. Geht doch! Rechtzeitig wurden wir fertig und trafen Peter beim Frühstück, das wieder einmal viel zu früh für mich kam. Ohnehin war der Morgen kühl und regnerisch und bislang ein überschaubares Vergnügen. Ich war längst nicht so aufgeregt wie vor dem ersten Gorilla-Trekking und hoffte vornehmlich, dass der Regen etwas nachlassen würde.

Doch das war zunächst nicht der Fall. Wir fuhren in Richtung der Virunga-Vulkane an der Grenze zu Ruanda, erst auf guter und dann auf holpriger Straße, die eigentlich keine war, sondern einfach nur (nicht besonders glatt) geschliffener Fels. Es rumpelte gewaltig auf der einzigen Strecke, die ich während der gesamten drei Wochen niemals hätte alleine fahren wollen.

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Wir konnten wetterbedingt nicht nah an den Startpunkt des Trekkings heranfahren, und so stand direkt zu Beginn ein giftiger Anstieg dorthin an. Ich zog meine Regenhose über und wir machten uns auf den Weg. Nur mühsam wurde es etwas heller.

An der Forststation ging es ähnlich zu wie in Bwindi, nur alles ein paar Nummern kleiner. Die Einheimischen tanzten, wir meldeten uns an, buchten jeder einen Porter und lernten unsere Mitstreiter kennen. Ein deutsches Ehepaar und ein Amerikaner, wir waren nur zu Fünft. Wie in Bwindi sind eigentlich acht Besucher pro Trekking erlaubt, aber hier zeigte sich schon der erste große Unterschied: Mgahinga ist nicht so überlaufen wie Bwindi.

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Ein zweiter ist die Anzahl der Gorilla-Familien, in Mgahinga gibt es nämlich nur eine, zumindest nur eine habituierte. Eine zweite war zwischendurch einmal aus Ruanda herübergekommen, dann aber wieder dorthin verschwunden, und damit die ugandische Gruppe nicht auf dieselbe Idee verfiel, wurde ihr Lebensraum vor Jahren noch einmal vergrößert. Ich fand das eine ziemlich gute Idee und kam auch langsam auf Touren, denn als wir losmarschierten, hatte der Regen endlich aufgehört und es wurde wärmer und hell.

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Es war eine wunderschöne Wanderung, die auf einem schmalen Trampelpfad hügelaufwärts durch unberührte Natur führte. Unter uns sahen wir die Dächer der Dörfer und in der Ferne das Wasser des Lake Bunyonyi immer weiter entschwinden.

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Die Landschaft an den Hängen der Vulkane ist offener als in Bwindi, der Weg weniger fordernd. Die Hilfe der Porterin benötigte ich kaum einmal; nicht unbedingt ein Spaziergang, aber auch keine riesige Herausforderung. Wir kamen alle problemlos mit, nur einer der Gäste landete regelmäßig im Schlamm, weil er in demselben immer wieder verhängnisvoll ausrutschte. Er nahm es mit Humor und da er vor mir lief, umschiffte ich die entsprechenden Stellen und suchte mir einen Weg um den Schlamassel herum.

Und dann waren wir nach gut einer Stunde schneller und müheloser am Ziel als nach unserer Bwindi-Erfahrung erwartet. Wir ließen Rücksäcke und Wanderstäbe zurück, setzten uns die Masken auf und gingen die letzten Meter, die uns direkt zu Mark führten, dem Kopf der Gruppe. Ein Silberrücken und dann so nah - was für ein toller Start. Wie gigantisch groß er doch war, als er sich zur vollen Größe aufrichtete, um Blätter vom Strauch zu pflücken.

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Die Familie war über eine Lichtung verstreut, in der offenen Landschaft sehr leicht zu beobachten und wir mussten auch nicht in der extremen Schräge stehen, sondern konnten problemlos zwischen den Tieren hin- und hergehen.

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Auch in den Sträuchern mit weitem Blick über das Tal saßen mehrere Gorillas und mampften munter vor sich hin. Eine atemberaubende Million-Dollar-View, die sie sicher nicht interessierte.

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Wildnis und die sogenannte Zivilisation schienen nur einen Katzensprung voneinander entfernt und gut miteinander zu harmonieren. Die blauen Dächer des Pygmäen-Dorfes unter uns erinnerten uns allerdings daran, dass das Naturvolk wie in Bwindi auch zum Schutz der Gorillas seine Heimat hatte verlassen müssen - und somit seine Identität und seine Existenzgrundlage verlor.

Anfangs blieben wir alle bei Mark, der einen sehr friedlichen Eindruck machte, nur einmal touchierte er absichtlich einen der anderen Touristen mit seinem imposanten Hinterteil, als er auf der Suche nach einem neuen Frühstücksstrauch an ihm vorbeiging. Ein klares Signal: Ich bin hier der Boss. Das hatten wir aber ohnehin schon gewusst.

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Wir verteilten uns über die Lichtung, ich blieb als einzige beim Chef, der seine Mahlzeit nun beendet hatte und zum gemütlichen Teil des Tages überging.

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Ich hockte mich ins noch feuchte Gras, was nichts ausmachte, denn es war warm geworden und die Sonne setzte sich zusehends durch. Ich fragte mich, was er wohl dachte - und ob er sich wohl dasselbe fragte. Er betrachtete mich jedenfalls genau, wenn auch ziemlich unaufgeregt, und ich begann eine Art Unterhaltung (was fraglos ziemlich blödsinnig war).

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Weiter oben am Hang tauchte ein weiterer Silberrücken auf und dann schließlich noch einer, sie sind insgesamt drei und verstehen sich offenbar gut.

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Möglich aber, dass sich die Gruppe irgendwann teilt, wenn die Population weiter wächst.

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Einer der Tracker holte mich ab und führte mich hinüber zu Thomas und dem Rest unserer Gruppe, dort hockte Marks jüngster Sprössling auf einem Busch, von dem ich mich fragte, wie er eigentlich das Gewicht von gleich zwei Gorillas tragen konnte.

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Denn der Dreijährige war nicht allein. Er schmuste mit seiner älteren Schwester, beide herzten, küssten und knuddelten sich.

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Das alles wirkte nicht nur anrührend, sondern auch überaus menschlich.

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Dann änderte sich die Gangart, und der Kleine tobte zusehends wild herum; rüttelte seine Schwester an den Schultern, zog sie an den Haaren und sprang auf ihr herum. Man ahnte, welche Kraft schon in ihm steckte.

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Sie wehrte sich freundlich, aber bestimmt, kam aber kaum an gegen den ungestümen Nachwuchs an, der sich offenbar von uns als Publikum noch angestachelt fühlte.

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Ein paarmal trommelte sie sich auf die Brust, wohl um zu demonstrieren, dass sie die Ältere ist und somit die Hosen anhat. Das klappte leidlich, am Ende hatte sie ihre Ruhe, weil der Bruder zur Mutter eine Etage tiefer kletterte.

Es war großartig, zwischen den verschiedenen Tieren umherwandern zu können. Weil das Gelände offen war, fiel es leicht, zwischen ihren Standorten zu wechseln. Oft war ich ganz allein mit einem der Gorillas. Ein ungeheures Privileg und eine intensive Erfahrung. Es war klar, dass sie auch uns wahrnahmen. Aber alles in allem gingen sie einfach ihrem Alltag nach.

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Schließlich versammelten sich die meisten Tiere im hohen Gras, und es wurde gemütlich gechillt. Unsere Uhr war abgelaufen, aber weil wir so wenige waren, bekamen wir ein paar Minuten auf die zugestandene Stunde obendrauf.

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Dann verabschiedeten wir uns fröhlich, aber auch etwas wehmütig von den Gorillas, denn für Thomas und mich war es wohl ein Abschied für immer. Die beiden Gorilla-Trekkings waren ein - wenn auch kostspieliger - voller Erfolg gewesen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen und Situationen. Das sollte für ein Leben reichen. Die Erinnerungen sind grandios und bleiben.

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Die Wanderung führte auf demselben Weg hügelabwärts zurück und war relativ leicht. Wir sahen jede Menge Sunbirds, Chamäleons und einen Duiker und so war die Stimmung gelöst, als wir Peter wiedersahen.

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Wir hatten für diesen Tag keine weiteren Pläne und cruisten noch ein wenig auf kurvigen Landstraßen durch die herrliche Gegend.

Peter und Thomas stiegen irgendwo aus, um zu fotografieren, doch ich war faul und blieb im Auto. Ich schloss die Augen und streckte meine müden Glieder von mir, wenn auch nur kurz, denn binnen Sekunden hatte sich eine Kinderschar versammelt, die mich mit Fragen löcherte. Sie waren freundlich und neugierig und ich fragte sie, ob sie zur Schule gingen, wenn auch nicht an diesem Tag, denn es war Sonntag.

Die älteren Kids bejahten, ein etwa Zwölfjähriger und ein nur wenig älteres Mädchen waren besonders wissbegierig und ich fragte, was sie einmal werden wollten. Arzt und Krankenschwester, ein Klassiker auch bei der Geschlechtertrennung, aber wenn es so käme, wäre es sicher eine tolle Sache.

Ich merkte sehr wohl, dass sie das Auto scannten, und schließlich kam es, wie es kommen musste, sie fragten höflich, ob sie Geld bekommen könnten und auch die Bonbons neben dem Fahrersitz. Die gehörten Peter und ich konnte nicht darüber entscheiden, auch beim Geld blieb ich hart und sagte Nein. Ich erklärte ihnen, dass sie ihre Ziele weiter verfolgen sollten und wenn sie das täten, würden sie ihr eigenes Geld verdienen und müssten nicht mehr andere darum bitten.

Sie nahmen das hin, was sollten sie auch sonst tun. Es fiel mir nicht leicht, nicht nachzugeben, denn es waren wirklich nette Kinder und ich fand ich klang altklug und auch überheblich mit der schnieken Sonnenbrille auf dem Kopf und der dicken Kamera im Schoß.

Ich überließ ihnen die beiden leeren Wasserkanister, nach denen sie fragten und als Peter und Thomas schließlich zurückkehrten, war ich auch ganz froh, dem Drängen zu entkommen. Peter steckte seine Bonbons ins Handschuhfach, er war immun gegen alle Anfragen und später auch zufrieden mit meinem Verhalten. Ich hoffe sehr, dass die Kinder eine gute Zukunft haben und auch eine ohne Bettelei.

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Zurück am Hotel gerieten wir in eine Hochzeitsgesellschaft, lauter junge Leute mit fetten Karren, sie machten Fotos am Pool. Da war viel Geld im Spiel, man konnte es sehen, so extreme Unterschiede binnen kurzer Zeit. Die Frauen waren schwer aufgetakelt und schauten etwas verächtlich auf meine Trekking- Klamotten, ich konnte damit leben. Ich trank meinen Masala-Tee und plauderte eine Weile mit einer sehr netten Hotel-Angestellten, und irgendwie flog auch dieser Tag nur so vorbei.

Abends packten wir unsere Sachen zusammen, am nächsten Tag würden wir die Gegend um Mgahinga verlassen. Doch bevor das geschah, stand noch eine Aktivität auf dem Programm, auf die wir uns sehr freuten - auch wenn wir keineswegs wussten, was uns eigentlich erwarten würde.
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 02. Nov. 2024
4’387 Beiträge · seit 201513. Okt. 2024 ·
Liebe Betti,
auf Neudeutsch: wow!
Da Du von menschlichem Verhalten schreibst:
Ich hasse Cliffhänger bei RBs - außer bei meinen eigenen…

Ungeduldige Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
zuletzt bearbeitet 13. Okt. 2024
179 Beiträge · seit 202013. Okt. 2024 ·
Liebe Betti,

was soll man dazu noch sagen? Dein Reisebericht ist einfach wieder unglaublich. Dein wunderbarer, informativer und unterhaltsamer Schreibstil kombiniert mit den absolut sensationellen Fotos - besser geht nicht!
Ich freue mich schon, wenn es weitergeht und natürlich auf deine nächsten Reiseberichte!
DANKE!

Liebe Grüße,
Christian
Mit meinen Mädels in Namibia
1’525 Beiträge · seit 201113. Okt. 2024 ·
HAAAAMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMER..........................

LG.......................BMW

P. S.

Ihr habt beide kurz hintereinander zweimal den "once in a lifetime" Moment erlebt bzw erleben dürfen 🙂 🙂 🙂


Diese Familie hier, ich schätze mal 12- 15 Mitglieder, lebt doch SEHR SEHR stark am Abgrund der Ausrottung....

schätze ich das zu pessimistisch ein ? Was sagen die Verantwortlichen ?
zuletzt bearbeitet 14. Okt. 2024
1’835 Beiträge · seit 201513. Okt. 2024 ·
Liebe Betti,
du hast es wieder mal geschafft: Beim Lesen und Schauen deines Berichts war ich total dabei und fühlte mich zu euch teleportiert in Uganda und nicht auf dem Sofa in Florida. So eine Künstlerin bist du mit Wort und Bild. Pure magic!
Hab tausend Dank fürs Berichten.
Liebe Grüße von Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic road! Expedition Antarktis: https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299327-expedition-antarktis-mit-falklands-und-s-georgia.html Island In Herbstfarben https://www.namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299288-island-in-herbstfarben-september-2018.html Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/weitere-laender/299141-nordamerikanische-safari-und-landschaft-2019.html Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different. Juni 2018 https://www.namibia-forum.ch/forum/index/tansania/295665-zweite-selbst-fahrer-tour-in-tansania-same-same-but-different.html Trip reports in English: Namibia and KTP 2016 http://safaritalk.net/topic/16959-self-drive-safari-tr-nam-sa-bots-nam/ Botswana 2016: http://safaritalk.net/topic/16985-self-drive-safari-tr-bots-nam-sa/ Tanzania 2015: http://safaritalk.net/topic/15256-self-drive-safari-through-northern-tz-parks-of-mara-crossings-and-lions-in-camp/ Nam-SA-Bots 2014: http://safaritalk.net/topic/14669-self-drive-safari-in-botswana-south-africa-and-namibiab/page
556 Beiträge · seit 201614. Okt. 2024 ·
Liebe Betti,

sagenhaft! Ich bin völlig geflasht und versuche gerade meine Erwartungshaltung wieder ins Normale zu bringen.

lieben Gruß
Elke
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
8’057 Beiträge · seit 200814. Okt. 2024 ·
Hallo Betti,

Einfach klasse deine Gorilla Bilder!

Und welch ein Glück.

Danke für's Teilen.

Liebe Grüsse
Annick
Südafrika 2014 http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/281763-miam-miam-und-mamamia.html Namibia 2014 [http://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/283810/-die-frenchies-in-namibia.html] Tansania 2015 [http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285247-tansania-auf-jeden-fall-wieder.html] Uganda/Ruanda 2015 {http://namibia-forum.ch/forum/160-diverses/286948-uga,html} Tanzania 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/158-diverses/288428-rei,html} Südafrika/Simbabwe 2016 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/290185.html} Südafrika Garden Road 2018 {http://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/295032-the-garden-road-ein-bisschen-anders.html Malawi 2018{http://namibia-forum.ch/forum/154-diverses/296097-reisebericht-malawi-august-2018.html}
142 Beiträge · seit 202314. Okt. 2024 ·
Wow wow wow - sprachlos!! 🤩 Ganz toller Bericht, vielen Dank! Bei so tollen Beschreibungen und Fotos werde ich bei Gelegenheit doch auch mal einen Blick in eure anderen Berichte werfen! *_*
1’589 Beiträge · seit 201414. Okt. 2024 ·
Hallo Betti

da bekommt man ja nasse Fuesse, wenn man Deinen Bericht liest, auch wenn man im staubtrockenen Buero sitzt 🙄 🤨 😎

Einfach seht toll geschrieben, man lebt es einfach mit.
Er betrachtete mich jedenfalls genau, wenn auch ziemlich unaufgeregt, und ich begann eine Art Unterhaltung (was fraglos ziemlich blödsinnig war).
Du sagst bloedsinnig - ich hatte mich in Botswana mit einem Afrianischen Wildhund auf Schweizerdeutsch unterhalten - ging echt gut und es koennte sein, dass das der Ausloeser war, nach Afrika zu ziehen..... denn unser alter, erfahrener Guide fand das einfach super.

Viele Gruesse
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris
Themenstarter1’721 Beiträge · seit 201615. Okt. 2024 ·
Guten Abend ihr Lieben,
CuF schrieb:Ich hasse Cliffhänger bei RBs - außer bei meinen eigenen…
😄 😄 😄 Weiß ich doch, meine Liebe. Geht ja auch bald weiter. Allerdings geht es eher um die Aktivität, die wir nicht einschätzen konnten, nicht unbedingt um Spektakel. Also nicht zu viel erwarten...
chrischris schrieb:Dein Reisebericht ist einfach wieder unglaublich. Dein wunderbarer, informativer und unterhaltsamer Schreibstil kombiniert mit den absolut sensationellen Fotos - besser geht nicht!
Wow! 😊 Danke, Christian!!!
BMW schrieb:HAAAAMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMMER..........................
🙂 😘
BMW schrieb:Diese Familie hier, ich schätze mal 12- 15 Mitglieder, lebt doch SEHR SEHR stark am Abgrund der Ausrottung.... schätze ich das zu pessimistisch ein?
Unser Eindruck war sowohl in Mgahinga als auch in Bwindi, dass die Tiere sehr gut geschützt sind. In Mgahinga wurde ihr Lebensraum sogar vergrößert, nur um die Familie in Uganda zu halten. Das zeigt ihren Wert, nicht zuletzt wirtschaftlich. Alle umliegenden Dörfer profitieren von ihnen und auch von Wanderungen auf die Vulkane, Birding, Golden-Monkey-Trekkings etc. Dass die Gorillas sich manchmal - wie in unserem Fall - relativ weit vom Berg herunterwagen und dort ganz entspannt ihrem Alltag nachgehen, bedeutet für mich, dass sie von keinerlei Gefahr dort ausgehen. Die Besucherzahlen wie auch die Zeiten sind stark limitiert. Allerdings auch der Lebensraum, und das dürfte das größte Problem sein. Aber ich bin keine Expertin, das sind nur unsere Schlüsse, die wir gezogen haben.
Sadie schrieb:Beim Lesen und Schauen deines Berichts war ich total dabei und fühlte mich zu euch teleportiert in Uganda und nicht auf dem Sofa in Florida. So eine Künstlerin bist du mit Wort und Bild. Pure magic!
Hui, Katrin, das ist aber ein tolles Kompliment, vielen Dank! 😊 Im herbstlichen Hamburg würde ich mich übrigens ganz gern nach Florida teleportieren. Meinst du, du könntest das einrichten? 😉
fiedlix schrieb:Ich bin völlig geflasht und versuche gerade meine Erwartungshaltung wieder ins Normale zu bringen.
Aber das musst du ja vielleicht gar nicht, liebe Elke. 🙂
ANNICK schrieb:Einfach klasse deine Gorilla Bilder!
😘
JohannaHen schrieb:Ganz toller Bericht, vielen Dank! Bei so tollen Beschreibungen und Fotos werde ich bei Gelegenheit doch auch mal einen Blick in eure anderen Berichte werfen!
Oh, sehr gern! 1000 Dank! 🤪
Bushtruckers schrieb:ich hatte mich in Botswana mit einem Afrianischen Wildhund auf Schweizerdeutsch unterhalten - ging echt gut und es koennte sein, dass das der Ausloeser war, nach Afrika zu ziehen
😄 😄 😄 Ach Elvira... Aber vielleicht hast du ja Recht. 😎

Spätestens morgen geht es weiter, danke für eure Geduld und dass ihr weiter an Bord seid!

Einen schönen Abend und liebe Grüße,
Betti
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zuletzt bearbeitet 15. Okt. 2024
910 Beiträge · seit 201515. Okt. 2024 ·
Liebe Betti,

mir fehlen die Worte bei diesen "Once in a lifetime" Fotos.
Der verrückte Youngster gefällt mir besonders, aber auch die Silberrücken sind fantastisch!!!
Ich hoffe meine Erwartungen sind jetzt nicht zu hoch und ich werde zumindest auch die Gorillas einmal sehen dürfen.

LG yvy
https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/uganda-2025-gorillas-im-nebel/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/madagaskar-2024-nosy-be/ https://www.yp-travel-photography.de/nord-und-mittelamerika/costa-rica-2024-pura-vida-2/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/seychellen-2023-zur%C3%BCck-im-paradies/ https://www.yp-travel-photography.de/nordamerika/costa-rica-2022-pura-vida/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/tanzania-2022-safari-in-der-serengeti-und-sansibar/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2019-der-tierreiche-norden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2015-der-trockene-s%C3%BCden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/sansibar-2019-hakuna-matata-auf-der-gew%C3%BCrzinsel/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/mauritius-2017-trauminsel-im-indischen-ocean/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2018-19-jahreswechsel-an-der-gardenroute-2/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2016-in-style/
Themenstarter1’721 Beiträge · seit 201616. Okt. 2024 ·
yp-travel-photography schrieb:mir fehlen die Worte bei diesen "Once in a lifetime" Fotos.
Ich hoffe meine Erwartungen sind jetzt nicht zu hoch und ich werde zumindest auch die Gorillas einmal sehen dürfen.
Hallo yvy, danke für das tolle Kompliment! Ich bin sehr sicher, dass du sie sehen wirst, der Bewegungsradius der Gorillas ist in aller Regel nicht sehr groß und dort ist eben ihr angestammtes Gebiet. Die Ranger/Tracker beobachten ihre Bewegungen und ihre Entwicklung zudem sehr genau. Da kannst du dich auf was freuen!

LG, Betti
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Themenstarter1’721 Beiträge · seit 201616. Okt. 2024 ·
15.1.24: Die Golden Monkeys von Mgahinga

An diesem Tag hatten wir etwas vor, was ursprünglich nicht eingeplant gewesen war: ein Golden-Monkey-Trekking im Mgahinga Gorilla National Park. Ich hatte noch nie von der Existenz dieser Affenart gehört, bis wir einige Tage unserer umgestellten Reise möglichst sinnvoll füllen mussten, nachdem wir den Queen Elizabeth Nationalpark aus dem Programm gestrichen hatten. Die Agentur schlug diese Möglichkeit vor und wir mussten nicht lange überlegen. Das klang nach etwas, das uns bestimmt gefallen würde.

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Es ging etwas später los als bei den Gorillas und auch an einem anderen Startpunkt, was uns auf dem Weg zu den Virunga-Vulkanen die furchtbare Piste vom Vortag ersparte. Als wir durch ein kleines Dorf fuhren, warf uns ein Junge einen Stein hinterher. Peter stoppte daraufhin neben einem älteren Herrn, der an der Straße entlang spazierte, und machte ihn auf den Vorfall aufmerksam. Es war nach ugandischer Sitte nicht nur ratsam, sondern sogar die Pflicht des Dorfbewohners, den Teenager zu tadeln und zur Räson zu bringen. Peter verstand da keinen Spaß.

Schließlich fanden wir uns auf einem Parkplatz wieder, von dem aus einer kurzer, verwunschener Pfad zu einer Forststation führte. Das Procedere der vorherigen Trekkings wiederholte sich, wir bekamen langsam Routine darin. Anders als beim Gorilla-Trekking am Vortag, wo wir nur zu Fünft gewesen waren, fanden sich diesmal 16 Touristen ein, die auf zwei Gruppen aufgeteilt wurden. Mich überraschte, dass diese Aktivität in dieser Region offenbar größeren Anklang fand als das Gorilla-Trekking. Aber das dürfte daran liegen, dass die meisten die Gorillas in Bwindi besuchen.

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Nach einer kleinen Einführung machten wir uns auf die einmal mehr Gamaschen- und Wanderschuh-umhüllten Socken. Wir hatten eine lustige Gruppe erwischt, zudem kannten wir einen der Porter schon vom Vortag. Wieder begeisterte uns die wilde Natur, die Sonne zeigte sich nur selten, aber es regnete nicht.

Ruwenzori side-striped chameleon (Danke Elvira!)
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Zufrieden stapften wir vor uns hin, lauschten den Vögeln oder quatschten mit unseren Mitwanderern.

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Die Goldmeerkatzen sind eigentlich vor allem im Bambuswald zu finden. Bei uns war das anders, was vielleicht die Sichtungsmöglichkeiten etwas erschwerte. Nach knapp 90 Minuten hörten wir die Affen, ehe wir sie sahen, denn sie kletterten hoch oben in den Wipfeln eines Laubwaldes.

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Ihre Größe unterscheidet sie nicht von der anderer Meerkatzen, doch ihre Farben sind besonders. Ihren Namen verdanken sie ihrem orange-goldenen Fell auf dem Rücken.

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Die Affen waren sehr aktiv und legten ein hohes Tempo vor, es war eine Herausforderung, ihnen bei der Suche nach Früchten, Blüten, Blättern und Pilzen zu folgen. Ich versuchte, sie im Auge zu behalten und gleichzeitig beim unentwegten Blick nach oben nicht im dichten Unterholz zu stürzen. Kein leichtes Unterfangen, einzelne Gäste benötigten die Hilfe ihrer Porter, die wie immer verlässlich zur Stelle waren.

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Es war eine große Gruppe mit Dutzenden Tieren. Goldmeerkatzen sind sehr gefährdet, weltweit existieren gerade einmal 3.000 bis 4.000 Individuen, die heute ausschließlich noch im Gebiet der Virunga-Vulkane leben.

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Wir stiegen vorsichtig in eine Senke hinunter, um weiter an den Affen dran zu bleiben, und trafen dort die anderen Touristengruppe, die sich aus einer anderen Richtung genähert hatte. Und endlich hatten auch die Golden Monkeys beschlossen, dass sie ihren Futterplatz gefunden hatten. Sie hielten nun etwas besser still, kletterten manchmal etwas weiter nach unten und ich musste mir nicht mehr unentwegt den Hals verrenken, der schon ein wenig schmerzte.

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Die Primaten waren putzig anzuschauen mit ihrem bunten Fell und den dicken Pausbacken.

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Jede Menge Leckereien verschwanden in den Mäulern der besonderen Waldbewohner, die kleine Feinschmecker zu sein scheinen.

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Wir bei den Gorillas durften wir eine Stunde bleiben, und weil sich die Verfolgung sowie das Fotografieren so schwierig gestalteten, war sie in Windeseile verflogen. Doch die Aktion war ein voller Erfolg gewesen und hatte uns begeistert.

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Auf dem schmalen Pfad, auf dem wir auch gekommen waren, liefen wir herunter vom Berg und verzichteten in Absprache mit den anderen Gästen auf eine Mittagspause. Anders als sie hatten wir auch gar keine Vesperbox dabei und wir fühlten uns allesamt so fit, dass wir durchmarschieren wollten.

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Schleichenlurch
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Peter hatte ohnehin noch etwas mit uns vor. Bislang hatten wir häufig aufs Mittagessen verzichtet, doch nun schlug er vor, zu einem Restaurant zu fahren, um ein landestypisches Gericht zu probieren. Da waren wir natürlich dabei.
Es war nicht weit bis zu dem Restaurant, zu dem auch Gästezimmer und ein riesiger Garten mit uralten Bäumen gehören. Peter hatte uns telefonisch angekündigt und so mussten wir nicht lange auf unser Essen warten, von dem wir nur wussten, dass es vegetarisch war und damit auch für mich geeignet.

Wir bekamen Rolex. Echt jetzt? Dachte ich, denn darunter hatte natürlich auch ich immer Luxus-Armbanduhren verstanden. In Uganda aber sind sie ein Volksgericht und praktisch an jeder Ecke, an jedem Straßenstand und in verschiedenen Variationen zu haben. Peter bestand darauf, dass wir die traditionelle Variante bekommen und wir fanden die Kombination aus Eieromelett und in Chapati gewickeltem Gemüse richtig lecker.

Der Name war einst an der Uni in Kampala entstanden, weil der indische Verkäufer an einem Straßenstand die Worte "Rolled Eggs" nicht richtig aussprechen konnte und ihn die Studenten mit seinem vernuschelten "Rolex" foppten.

Das Nationalgericht hat zudem den Charme, nur wenig zu kosten, und als die Preise für Weizenmehl und Speiseöl im Zuge des russischen Angriffskrieges stark stiegen und Yoweri Museveni seinem Volk riet, statt Rolex mehr Maniok zu essen, trieb der ohnehin unpopuläre Präsident seine Beliebtheitswerte nicht gerade nach oben. Wir hatten also nicht nur unsere nach der Wanderung knurrenden Mägen gefüllt, sondern auch von Peter einmal mehr eine angenehme Lektion in Sachen Landeskunde erhalten.

Es war schon Nachmittag, als wir auf eine belebte Straße rollten und in Richtung Lake Bunyonyi aufbrachen.

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Wir erreichten ihn leider erst kurz vor der Dämmerung, die früh eintrat, denn das Wetter war trüb. Wir übernachteten diesmal nicht wie wenige Tage zuvor im Birdnest direkt am Wasser, sondern wie von mir von vornherein geplant in den Arcadia Cottages hoch oben in den Hügeln.

Unser riesiges und luxuriöses Cottage sowie der Blick hinunter auf den See waren spektakulär. Schade, dass wir nur so wenig von unserer schönen Bleibe haben würden. Schon am nächsten Morgen fuhren wir weiter. Leider auch da nicht bei besserem Wetter, wie musste die Aussicht von hier oben erst an einem klaren Tag sein? Vielleicht finden wir es eines Tages heraus.

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Wir duschten und aßen gut im etwas steifen Ambiente des Lodge-Restaurants, dann huschten wir durch die abendliche Kälte zurück zu unserem Häuschen und unter die gemütliche Bettdecke. Am nächsten Tag würden wir das Hochland verlassen und wieder nach Uganda zurückkehren, wie Peter witzelte. Die letzten Abschnitte unserer Reise begannen.
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
zuletzt bearbeitet 17. Okt. 2024
1’589 Beiträge · seit 201416. Okt. 2024 ·
Hallo Betti

Diese Golden Monkeys sind einfach goldig! Aber der Weg dahin....

Beim Chamaeleon hast Du mit dem Namen gepasst 😄 aber ich habe gleich einen Spezialisten angefragt - ich kann es nicht haben, wenn ich von etwas nicht weiss, was es ist 😎

Ruwenzori side-striped chameleon or the Rwenzori bearded chameleon, Rudis chameleon (Trioceros rudis). Die Art ist abgesplittet worden und sie ist noch nicht ganz offiziell beschrieben! Toller Fund!

Was aussieht wie ein zu lang geratener Regenwurm gehoert zu den Amphibien - zu Deutsch Schleichenlurch.

Viele Gruesse aus dem etwas Regen bekommenden Kenia
Elvira
Safaris in Ostafrika Bush Trucker Tours www.bushtrucker.ch Elvira Wolfer Zubucher- und individuelle Safaris