8 Wochen entschleunigt in BOT, NAM & SA 10-11/2019

Reisebericht 263 Antworten · 57,6k Aufrufe · gestartet 01. Jan. 2020 von @Zugvogel
Themenstarter547 Beiträge · seit 201412. Aug. 2020 ·
Tag 27 – 27. Oktober 2019 – Ein lange gehegter (Eulen-) Traum wird wahr, 0km
Shakawe River Lodge, Campsite No. 2
Teil 1



Der heutige Morgen steht ganz im Zeichen der Erholung. Wir sind in der Morgendämmerung bereits wach, gehen den Tag aber gemütlich an. Die Weissstirnspinte sind bereits eifrig auf Futtersuche. Wir setzen uns dazu und beobachten.


Weissstirnspinte / White-fronted Bee-eater


Schreiseeadler mit Beute / African Fish Eagle


Weissbürzeldrossling / Hartlaub's Babbler



Das Wetter ist deutlich besser als vorhergesagt. Das kommt dem Fotografenherz natürlich grad recht!





Eine Grüne Fruchttaube verspeist genüsslich Beeren,





während ein Halsband-Bartvogel durchs Geäst tanzt.



Auch Haubenbartvögel, Gelbsteissbülbüls, Maskenbülbüls, Gelbbrustbülbüls und Grosse Goldweber kommen zu Besuch, während der Wiedehopf fleissig Beute zur Nesthöhle bringt.


Gelbbrustbülbül / Yellow-bellied Greenbul


Wiedehopf / African Hoopoe



Die Stars des Morgens bleiben jedoch die Weissstirnspinte.







Der Panhandle ist für Vogelinteressierte wirklich das Paradies auf Erden!





Während wir frühstücken landet ein African Fish Eagle mit Beute auf einem Baum nebenan. Da Dani stark erkältet ist legt er sich im Laufe des Morgens nochmals hin. Ich schleiche den Vögeln übers Lodge-Gelände hinterher.


Gelbbrustbülbül


Steppenbaumhopf / Green Wood-hoopoe


Grosse Goldweber / African Golden Weaver







Diese Vogelvielfalt ist einfach unglaublich. Mit der Kamera erwische ich nur hin und wieder einen. Dani ist am Mittag bei den Bienenfressern erfolgreicher:











Falls jemand schon genug hat, bitte einfach nach unten scrollen 😉 .









Diese Campsite mit eigener Vogelkolonie sucht definitiv ihresgleichen:











Auch heute ist es wieder heiß. Im Schatten der grossen Bäume hier lässt es sich aber gut aushalten. Eine Abkühlung im Pool trägt ebenfalls dazu bei. Das Wetter ist super und wir sind happy.


Maskenbülbül / Red-eyed Bulbul


Unsere schattige Campsite No. 2





Gleich geht es mit dem zweiten Teil weiter...
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zuletzt bearbeitet 12. Aug. 2020
1’415 Beiträge · seit 201412. Aug. 2020 ·
@Zugvogel schrieb:Sonst müssen wir halt die "schöne alte Schweiz" geniessen... 😉
What else? 😄 🤪 😗 findet Murmeli 😄
Auf Shakawe freut sich die Margitta
Grüessli von der Gromi Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA Reisebericht 2018: NA, BW, NA
zuletzt bearbeitet 12. Aug. 2020
Themenstarter547 Beiträge · seit 201412. Aug. 2020 ·
Gromi schrieb:
@Zugvogel schrieb:Sonst müssen wir halt die "schöne alte Schweiz" geniessen... 😉
What else? 😄 🤪 😗 findet Murmeli 😄
Auf Shakawe freut sich die Margitta
Liebe Margitta

Das machen wir doch bereits 'jedes' Wochenende 😉 Aber gibt ganz klar grössere Probleme, als unser Urlaub-Luxus-Problem...

Gruss
Stefanie
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Themenstarter547 Beiträge · seit 201412. Aug. 2020 ·
Tag 27 – 27. Oktober 2019 - Teil 2

Um vier Uhr nachmittags haben wir uns zu einer Bootstour verabredet. Unser Guide ‚Lax‘ ist gut vorbereitet und schon tuckern wir los. Wir passieren mehrere Kolonien Weissstirnspinte, treffen aber auch auf ihre Verwandten, die Scharlach- und Zwergspinte.


Gut getarnter juveniler Schreiseeadler


Scharlachspint


Zwergspint


Weissstirnspint

Krokodile und Hippos werden in langsamem Tempo passiert. Der Wasserstand des Okavango ist aktuell ca. 1-1.5m niedriger als sonst zu dieser Jahreszeit...





Bald schon merken wir, dass ‚Lax‘ bei der Vogelidentifikation nicht sehr sattelfest ist. Zuerst denken wir, er will uns 'verarschen' mit einigen falschen IDs 😈 . Bald schon stellen wir jedoch fest, dass er sich wirklich nicht gut auskennt mit den Vögeln. Das ist sehr schade, weil die Lodges hier am Panhandle eigentlich bekannt sind für ihre qualitativ hochstehenden 'Birding Cruises'. Zugegebenermassen sind wir darüber ziemlich enttäuscht 🙁 ! Ansonsten taugt er als Guide aber ganz gut. Er stellt das Boot jeweils richtig ins Licht, fährt langsam und hält jeweils sofort an, wenn wir etwas sehen, was uns interessiert.




Rotkappenschwalben / Wire-tailed Swallows


Hammerkopf / Hamerkop

Auch auf drei Elefanten treffen wir heute. Das werden vermutlich die letzten Elefanten des Urlaubs sein... Abschiedsbilder gibt es keine, sie befinden sich im dichten Papyrus. Die Vögel (und auch wir) haben heiss 😣 .








Wassertriel / Water Thick-Knee


Kleine Streifenschwalbe / Lesser Striped Swallow


Riesenfischer / Giant Kingfisher


Schwarzbrust-Schlangenadler / Black-chested Snake Eagle



Zu den Highlights dieser Bootstour gehören definitiv der Weissrücken-Nachtreiher mit seinen grossen Kulleraugen,



eine grosse Gruppe African Skimmer



sowie Collared Pratincoles auf einer Sandbank im Okavango.


Braunkehl-Uferschwalbe / Brown-throated Martin











Star des Abends ist jedoch unser grimmig auf uns herabblickender gefiederter Freund: die Pel‘s Fishing Owl!


Bindenfischeule / Pel's Fishing Owl

Diese finden wir im dichten Blattwerk eines hohen Baumes auf Höhe Shakawe Stadt. Diese Sichtung haben wir uns für diesen Urlaub so sehr gewünscht! 🙂



Wir sind ausser uns vor Freude, obwohl fototechnisch noch sehr viel Luft nach oben besteht. Glücklich verlassen wir die ‚Grumpy Owl‘ und tuckern langsam zurück nach Süden.







Am Himmel haben sich Wolken aufgetürmt. In der Nähe gehen Blitze nieder und es donnert. Eine Wahnsinns-Stimmung! Bisher ist jedoch noch kein Tropfen Regen gefallen...







Zurück in der Lodge begrüsst uns dieses schon mehrfach kritisch beäugte Schild:



Im Restaurant der Lodge gönnen wir uns leckere Pizzas aus dem Holzofen und stossen auf unsere Eule an. Gute Nacht!



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zuletzt bearbeitet 12. Aug. 2020
158 Beiträge · seit 201612. Aug. 2020 ·
Liebe Stefanie,
Deine Fotos sind wirklich unglaublich - ich habe selten so sensationelle Tieraufnahmen gesehen 🤩. Vor allem die roten Augen des Weissbürzeldrossling und die Fotoserie mit den Bienenfressern haben es mir angetan 😉.
Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Etappen der Reise.
Ganz liebe Grüße, Oliver
Reisebericht Südafrika 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/299486-kwazulu-natal-und-kapregion-suedafrika-2020.html 2020 Südafrika / 2016 Namibia + Botswana / 2015 Tansania + Sansibar / 2014 Namibia + Südafrika / 2012 Südafrika / 2010 Südafrika / 2008 Südafrika / 2006 Namibia, Botswana + Zimbabwe / 2003 Kenia / 2002 Namibia + Südafrika / 2000 Südafrika + Mauritius
4’394 Beiträge · seit 201513. Aug. 2020 ·
Guten Abend, liebe Stefanie, das sehnsüchtig erwartete 2. Kapitel Shakawe ist eingestellt und hat mir einen ordentlichen Schub Wegmütigkeit verschafft 🙁
Schade, daß Ihr mit Lax einen etwas unkundigen Guide erwischt habt. Ich hatte bei geführten Bootstouren manchmal den Eindruck, daß die Guides vom Wissen der Gäste ein bißchen „frustriert“ waren. Wir waren vor Shakawe in Drotzkys Cabin, fuhren dort mit dem selbst von Eulenmuckels und Fotomatte hochgelobten Otto durch den Papyrusdschungel und er zeigte uns Vater-Mutter-Kind-Fishingowl - unvergesslich! Seufz!
Dankbare Grüße
Friederike
PS. Wir machen in diesen verrückten Zeiten die Erfahrung, daß das Gute oft sehr nah liegt und da seid Ihr in der Schweiz doch sehr privilegiert 😎 😎 😎
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
Themenstarter547 Beiträge · seit 201408. Sept. 2020 ·
Tag 28 – 28. Oktober 2019 – Kilometer fressen zwischen Shakawe und Ghanzi, 443km
Ghanzi, Thakadu Bush Camp

Obwohl wir heute viel Strecke vor uns haben gehen wir den Morgen gemütlich an.


Schlangenhalsvogel / African Darter



Ist auch kein Problem, da wir bereits um halb sechs wach sind 😉 . Die Weissstirnspinte sind bereits eifrig auf Nahrungssuche. Rundherum zwitschert und krächzt es.





Heute geht es Dani's Gesundheit endlich besser. Während er den Vögeln mit der Kamera hinterher pirscht geniesse ich die Morgenstimmung.


Halsband-Bartvogel / Black-collared Barbet


Gelbsteissbülbül / Dark-capped Bulbul


Weissstirnspint / White-fronted Bee-eater




Mangrovenreiher / Green-backed Heron, eine Erstsichtung für uns!

Die Sonne scheint und es wird bereits warm. An diesem wunderbaren Ort hätten wir es problemlos noch eine Nacht länger ausgehalten 😗 .


Goldbugpapagei / Meyer's Parrot




Gelbsteissbülbül / Dark-capped Bulbul


Rotzügel-Mausvogel / Red-faced Mousebird




Graulärmvogel / Grey Go-Away Bird



Ein ordentlich aufgedunsenes Rind mit einem Krokodil im Schlepptau treibt flussabwärts.







Weiter geht es mit schöneren Sichtungen. Vom netten Guide Jack lässt sich Dani nochmals kurz mit dem Boot zur Bienenfresser-Kolonie fahren. Diese wird von der Morgensonne schön angestrahlt. Auch ein Giant Kingfisher lässt sich ablichten.


Riesenfischer / Giant Kingfisher


Links der noch nicht komplett ausgefärbte Jungvogel

















Währenddessen packe ich unsere sieben Sachen zusammen.



Kurz vor neun sind wir an der Reception und werden leider sehr unfreundlich empfangen. Eigentlich möchten wir ja nur unsere Rechnung begleichen! Keines der vier Kreditkartengeräte ist in der Lage, sich mit dem Netzwerk zu verbinden. Die Receptionistin lässt es jedoch so aussehen, als würden unsere KK nicht funktionieren 😈 . Schnell kommen wir dem Problem aber auf die Spur. Leider hat die Receptionistin keinerlei Lösungsansätze. Unserer Bitte, das KK-Gerät bzw. das W-Lan neu zu starten, kommt sie nur sehr widerwillig nach. Nach mehreren gescheiterten Versuchen geben wir auf. Da dies unser zweitletzter Tag in Botswana ist, reichen unsere Bargeldreserven nicht mehr aus. Als wir die Dame fragen, wie wir nun vorgehen sollen schickt sie uns auf die nächste Bank. Wir sollen eine Überweisung machen. Mal schauen, ob das klappt 😵 .

Da gemäss einem anderen anwesenden Gast die Bank in Shakawe gestern ‚out of oder‘ war, entschliessen wir uns in Richtung Ghanzi loszufahren. Abgesehen von der heutigen Receptionistin war die Shakawe River Lodge für uns ein Highlight. Einen fahlen Beigeschmack hinterlässt das eben Erlebte aber trotzdem… 🙁

Die Strecke nach Ghanzi ist abgesehen von einigen Potholes in deutlich besserem Zustand als erwartet. So kommen wir schneller voran, als von Tracks4Africa prognostiziert. Immer wieder verursachen Ziegen, Schafe oder Strausse einen Roadblock. Aufgepasst! 🤩

Bis auf den Kuke Veterinary Check Point werden wir an allen Check Points durchgewunken. Beim Kuke-Zaun müssen wir alle unsere Schuhe desinfizieren, was wir selbstverständlich anstandslos machen. Auch wenn wir unsere Trekkingschuhe seit Windhoek nicht mehr gebraucht haben 😉 . Nach Fleisch, Milchprodukten und/oder Gemüse und Früchten werden wir erstaunlicherweise nicht gefragt.

Kurz nach fünfzehn Uhr treffen wir in Ghanzi ein. Zuerst starten wir einen Zahlungsversuch auf der FNB Bank, diese schliesst jedoch in zwanzig Minuten und es warten mehr als zwanzig Leute in einer Reihe. Heute ist Zahltag...

In der Hartland Butchery kaufen wir uns Fleisch für die ersten Tage im KTP. Die Auswahl ist deutlich besser als vor drei Wochen. Geduldig vakuumiert der Metzger unsere (aus seiner Sicht) ‚Mini-Portionen‘ 😗 . Wir sind mehr als zufrieden mit der Ausbeute.

Danach decken wir uns im Shoprite und im Spar mit Frischwaren, sowie im Liquorama mit Savanna, Bier und Wein ein. Die Geschäfte sind rappelvoll. Trotzdem herrscht eine sehr entspannte und freundliche Stimmung. Man merkt, dass die Leute wieder über Bares verfügen.

Bei der netten Verkäuferin im Liquorama erkundigen wir uns, wo wir unsere leeren Wasserkanister auffüllen können. Auch dies ist hier in Ghanzi möglich und sie erklärt uns den Weg zu ‚Aqua Maze‘. Eine viertel Stunde später haben wir auch das durch. 7 Pula pro 5L Wasser.

Nur noch tanken und schon haben wir innerhalb von zwei Stunden alles Nötige erledigt. Mit der Zeit wird man effizient! 😎

Müde, aber zufrieden kommen wir im Thakadu Bush Camp an. Das Angebot, für zwei Drittel des offiziellen Preises in einem der Meru-Zelte zu übernachten, schlagen wir aus. Schliesslich haben wir sowieso nicht mehr viele Zeltnächte vor uns. Als Campsite wählen wir dieselbe wie letztes Mal: Mongoose. Ganz am Ende der Anlage gelegen bietet sie viel Privatsphäre und Ruhe.



Im Abolution Block begegnet Dani einer nicht ganz kleinen, aber hübschen Spinne 🤩 .



Das Nachtessen lassen wir uns wie vor drei Wochen im Restaurant schmecken. Es gibt leckeres Kudu Seswaa (‚pulled Kudu‘) mit Pap bzw. Reis.



Pap(p)-satt sind wir danach auf alle Fälle. Wir schicken einige Grüße und Fotos nach Hause und legen uns kurz darauf schlafen. Zum ersten Mal seit vielen Wochen hat es abgekühlt. Eine Wohltat!
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zuletzt bearbeitet 08. Sept. 2020
Themenstarter547 Beiträge · seit 201403. Okt. 2020 ·
Liebes Forum

Sorry für die Stille hier im Reisebericht. Nach einer sehr strengen Zeit auf der Arbeit sind wir gestern Abend nach einem schönen, zu Afrika vergleichsweise unspektakulären Urlaub aus Italien (Sizilien, äolische Inseln & Venedig) zurückgekehrt (geplant war ja Simbabwe 🙁 ). Nun geht es mit unserem Afrika-Reisebericht vom letzten Jahr weiter 🙂 .

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Tag 29 – 29. Oktober 2019 – Ghanzi – KD2 oder endlich Kalahari!, 461km
KD2, Name Pan

Mit Sonnenaufgang sind wir wach. Leider hat es mittlerweile mich mit den Halsschmerzen und der Erkältung erwischt. Und dies im sommerlichen Afrika…

Heute Morgen kann man zwar nicht wirklich von sommerlich sprechen: 12°C und ein eisiger Wind begrüssen uns. Kaum zu glauben nach den letzten zwei Wochen, wo die Temperaturen auch nachts selten unter 25°C lagen...





Wir frühstücken verhältnismässig dick eingepackt, organisieren uns an der Reception vier Bündel Holz und dürfen unseren Frischwassertank auffüllen. Auch hier hätten wir gerne noch eine zweite Nacht verbracht. Das leckere und preiswerte Abendessen, die sehr zuvorkommenden Angestellten und die tolle Bush-Atmosphäre gefallen uns am Thakadu Camp ausserordentlich.



Wir fahren nochmals zurück nach Ghanzi und versuchen wiederum unser Glück auf der Bank. Auch heute Morgen ohne Erfolg. Die Bank ist um viertel vor neun noch nicht geöffnet. Als wir später zurückkehren steht wieder eine lange Schlange Leute davor. So kaufen wir noch neue Lutschtabletten gegen die Halsschmerzen und machen uns auf die Weiterfahrt nach Süden.

Bis Kang prägen Ziegen, Schafe, Rinder und Strausse das Strassenbild. Auf der guten Asphaltstrasse kommen wir problemlos voran. Pünktlich mittags um zwölf sind wir in Kang. Die Stadt erlebt so wie es scheint gerade einen Boom. Die Strassen sind frisch asphaltiert und es werden Strassenlampen mit Solarpanel montiert. Neben einem Sefalana Shopper gibt es hier auch einen Choppies. Beiden statten wir einen kurzen Besuch ab, da wir gestern nirgendwo Tomaten erhalten haben. Auch hier gibt es keine Tomaten in der Gemüseabteilung 🤨 . Dafür gönnen wir uns was Kleines zu Mittag.

Auf der Bank in Hukuntsi versuchen wir es nochmals mit der Zahlung für die Shakawe River Lodge. Eine nette Angestellte bescheinigt uns, dass ohne Konto keine Überweisung auf ein anderes Konto möglich ist 🙁 .

Weiter geht die Fahrt auf Asphalt nach Hukuntsi. Auch hier pulsiert das Leben. Am Dorfeingang steht ein niegelnagelneues Einkaufszentrum – es gibt Tomaten 😎 ! Nochmals machen wir unseren Dieseltank voll.


Einkaufszentrum bei Hukuntsi

Dank Open Street Map finden wir unseren Weg quer durch Hukuntsi in Richtung Zutshwa problemlos. Auch hier fällt uns wieder auf, wie freundlich die Leute in Botswana uns Fremden gegenüber sind. Schön!

Wir werfen einen Blick auf die eindrückliche Hukuntsi Pan und fahren nun auf gutem Schotter weiter in Richtung Zutshwa. Zum ersten Mal weist nun auch ein Wegweiser in Richtung Kgalagadi Transfrontier Park 😘 .


Hukuntsi Pan

Wir kommen nicht weit bevor wir einem stehengebliebenen, in die Jahre gekommenen Toyota begegnen. Ein Mann beugt sich über die Motorhaube und meint auf unsere Frage, ob er Hilfe brauche, dass er nicht wisse, was mit seinem Wagen los sei. Selbstverständlich halten wir an. In gebrochenem Englisch erklärt uns der Herr, dass möglicherweise die Batterie, allenfalls aber auch etwas mit dem Tank oder sonst was kaputt sei. Dani hat die Situation schnell erfasst und packt unsere Überbrückungskabel aus.


Pannenhilfe irgendwo im Nirgendwo

Mittlerweile sind auch die Ehefrau sowie die Tochter ausgestiegen und begrüssen uns freundlich. Wir hängen die Batterie des botswanischen Toyotas an unsere und schon lässt sich der Motor wieder starten. Alle sind happy und wir werden von Dankesreden überhäuft.



Weiter geht die rund stündige Fahrt nach Zutshwa. Hier ist nicht viel los. Der Weg in die KD2 Concession ist jedoch gut beschildert. Leider ist am Tor zur Concession niemand anwesend und es sind auch keine Permits zum Ausfüllen mehr in der Box vorhanden. Zwei Frauen, welche mit ihren Kindern vorbeiziehen wissen auch nicht zu helfen. Sie meinen, wir sollen einfach durchfahren. Dank dem Forum wissen wir aber, dass die Übernachtung auf der Transitstrecke 100 Pula pro Person kostet. So schreiben wir einen Zettel mit unseren Angaben, heften die 200 Pula dran und werfen das Ganze in die Money-Box. Sollte passen… Von weitem rennt ein Mann auf uns zu. Es ist derjenige von der Autopanne. Er bedankt sich nochmals ausgiebig und herzlich bei uns. Wir sind gerührt 😊 !



Nun sind es noch 21km zur Name Pan, wo wir übernachten dürfen. Um vier sind wir endlich da. Es ist fantastisch hier 🙂 ! Einsam an einer Pfanne gelegen, auf der Springböcke grasen, Vögel umherschwirren und weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist. So wie es uns gefällt! Auch die Temperaturen sind heute sehr angenehm. Im Schatten wird es sogar bald empfindlich kühl.


Name Pan





Wir drehen noch eine kleine Runde zu Fuss. Ausser Spuren verschiedener Antilopen und von Straussen sehen wir auch Hyänen-Hinterlassenschaften. Frische Spuren sind jedoch keine zu sehen.







Gegen Abend entzünden wir ein schönes Lagerfeuer, grillen leckeres Rindfleisch aus der Hartland Butchery und essen dazu Gurkensalat und Reis. Und als Nachtisch gibts ‚Schoggi-Bananen‘ 😄 . Diese unendliche Ruhe hier ist beinahe unwirklich, nur hin und wieder hören wir die Barking Geckos. So fühlt sich nach Hause kommen an!







Mittlerweile relativ warm angezogen widmen wir uns zum Abschluss des Tages der Nachthimmelfotografie.



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zuletzt bearbeitet 03. Okt. 2020
1’415 Beiträge · seit 201403. Okt. 2020 ·
Freude herrscht! 😄 Für die vielen wundervollen deja vue's bedankt sich die Gromi 😘
Grüessli von der Gromi Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Themenstarter547 Beiträge · seit 201404. Okt. 2020 ·
Tag 30 – 30. Oktober 2019 – KAA Concession: We'll be back after lunch..., 84km
KTP KAA Concession, Thupapedi Campsite

Dick eingemummelt in unsere Schlafsäcke verbringen wir eine erholsame Nacht in der Wildnis. Die Temperaturen sind auf unter 10°C gefallen - eine Wohltat! Mit dem Sonnenaufgang wärmt sich die Luft und wir können gemütlich frühstücken.



Danach ist lesen, Tagebuch schreiben und Fotos aussortieren angesagt. Am liebsten würden wir hier nie mehr weg…



Nach elf Uhr fahren wir trotzdem los zu unserem Lieblingspark, dem KTP 🙂 . Wir treffen auf viele Steenböckchen, ansonsten ist es säugetiermässig ruhig. Bzgl. Vögeln treffen wir auf die üblichen Kalahari-Verdächtigen: Wiedehopfe, Rotbauchwürger, Weissbürzel-Singhabichte, Mahaliweber und Schwalbenschwanzspinte. Einem anderen Fahrzeug begegnen wir heute den ganzen Tag über nie 🙂 .


Kaa Pan





Besonders die Gegend um die eindrücklich grosse Kaa Pan ist sehr schön. Alle Abzweigungen sind jedoch mit ‚no entry‘-Schildern versehen. Nur Tourenanbieter und vorangemeldete Gäste dürfen diese Strassen noch befahren.





Kurz nach eins treffen wir am Kaa Gate ein.




Kaa Gate

Der folgende Zettel begrüsst uns:



Kein Problem. Wir fahren den Landcruiser in den Schatten und essen die Resten vom gestrigen Abendessen. Irgendwann wird schon jemand auftauchen 😎 .



Und wir warten…



...und warten…



...und warten...



...und warten. Also lesen wir etwas in unseren Büchern. Um halb drei Uhr werden wir langsam etwas ungeduldig. Nun sind wir seit eineinhalb Stunden hier! 😕

So streunen wir etwas über das Gelände, begegnen jedoch keiner Menschenseele. Auch Rufen und Klatschen bringt keinen Erfolg. Irgendwie sieht hier alles etwas überdimensioniert aus, genutzt werden scheinbar nur die wenigsten Räumlichkeiten. Und uns ist irgendwie rätselhaft, wohin man an diesem einsamen Ort genau zum Mittagessen verschwinden kann?! 🤪

Wir setzen uns nochmals hin und beschliessen, den Leuten bis um vier Uhr Zeit zu geben. Länger sollte der ‚Lunch‘ wohl nicht dauern!? 😈 Aber auch um vier bewegt sich rein gar nichts. Um zwanzig nach vier, nach mehr als drei Stunden Warten, haben wir die Nase definitiv voll 😠 .



Wir öffnen das glücklicherweise nicht verschlossene Tor und fahren rein in den Kgalagadi Transfrontier Park! Diese Rückkehr haben wir uns etwas anders (bzw. regelkonformer) vorgestellt... 🤨 This is Africa!

Bald schon erreichen wir den Abzweiger nach Sisatzwe. Die Strasse wurde seit längerem nicht mehr befahren. Unzählige Tierspuren säumen den Weg. Zu Beginn treffen wir auf drei Oryxe, später sind es wieder vereinzelte Steenböcke, die den Weg säumen. Irgendwann kreuzt ein Honigdachs unseren Weg, ist jedoch sogleich wieder im Gebüsch verschwunden. Wenig später erspäht Dani in einem Busch gleich neben der Strasse zwei Weissgesichtsohreulen. Cool!

Um sechs Uhr treffen wir auf der Sisatzwe Campsite ein. Sie ist mehrheitlich im Gebüsch versteckt und hat keine wirkliche Aussicht. Da sich ausser uns sowieso niemand in der Kaa Concession aufzuhalten scheint entscheiden wir uns, bis nach Thupapedi weiterzufahren. Da waren die Eulenmuckels doch auch schon?! Dann ist es bestimmt schön dort... 😉


Thupapedi CS

Ein grosszügiger Platz mit Aussicht auf eine kleine Pfanne, auf der weit entfernt zwei Oryx grasen. Wir werden von einem Kalahariheckensänger begrüsst und ich entdecke unzählige Tierspuren, welche über den Platz führen. Darunter sind definitiv auf Pfotenabdrücke in Leoparden- bzw. Hyänengrösse sowie etwas ältere Schleifspuren. Wie aufregend 🤩 .

Spurenmässig ist hier in der Kaa-Region definitiv mehr los als im KD2-Gebiet. Wir richten uns ein und entzünden das obligatorische Lagerfeuer. (Den Himmel muss man in Afrika zum Glück ja nicht selbst anzünden, der glüht automatisch so schön 🙂 .)



Während wir das Abendessen vorbereiten landet mehrmals eine Rostwangen-Nachtschalbe in der Nähe im Sand. Ein Foto gelingt uns trotz regem Flugbetrieb leider nicht. Der Vogel ist sehr schreckhaft.

Heute Abend gibt es leckere Lamm-Stücke vom Grill, dazu Gurkensalat und Pasta mit Oliven-Pesto. Und Dani's Lieblingsnachtisch: Ultramel-Custard.



Wieder geniessen wir eine sternenklare und kühle Nacht. Zwei Bilder unserer Camera-Trap wollen wir euch nicht vorenthalten 😉 :





Dies ist unsere letzte wirklich ‚einsame‘ Wildnis-Nacht in diesem Urlaub. Das werden wir definitiv vermissen…





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zuletzt bearbeitet 04. Okt. 2020
1’528 Beiträge · seit 201104. Okt. 2020 ·
leeres Kaa-Gate....

Die waren wohl am Einkaufen mit Kind und Kegel inklusive lunch in der Hukuntsi-Mall (sehen und gesehen werden) 😄

da kann es dann schon etwas später werden.....vor allem wenn noch etwas bei der

Rückfahrt dazwischenkommt.... 😄

lg...........BMW
zuletzt bearbeitet 04. Okt. 2020
Themenstarter547 Beiträge · seit 201404. Okt. 2020 ·
BMW schrieb:leeres Kaa-Gate....

Die waren wohl am Einkaufen mit Kind und Kegel inklusive lunch in der Hukuntsi-Mall (sehen und gesehen werden) 😄

da kann es dann schon etwas später werden.....vor allem wenn noch etwas bei der

Rückfahrt dazwischenkommt.... 😄

lg...........BMW
Hallo BMW

Irgendwie so haben wir uns den Ausflug des Gate-Personals auch vorgestellt 🤪 Ausser Zutshwa und noch weiter entfernt Hukuntsi gibts da ja wirklich nix... Wir haben es am nächsten Morgen leider nicht herausgekriegt. Sie wollten auf unsere Nachfrage nicht mit einem Grund für ihre Abwesenheit rausrücken 😉 Und wirklich übel nehmen kann man das den Leuten ja auch nicht. Gemäss 'Einreise-Buch' fuhren im Oktober 2019 jeweils ca. 4-5 Fahrzeuge pro Woche übers Kaa Gate in oder aus dem KTP. Stelle ich mir ziemlich langweilig vor für die Leute da...

LG
Stefanie
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2’128 Beiträge · seit 200604. Okt. 2020 ·
Hallo Steffi und Dani,

vielen Dank für die schönen Erinnerungen an die Kaa-Concession und an Thupapedi, wo wir tatsächlich schon mehrfach waren. Da gefällt es uns sehr gut, besonders auch wegen der Einsamkeit. Ich bin ja ein sehr geduldiger Mensch, aber so viele Stunden hätte ich wohl nicht am Gate gewartet.
Wie immer erstklassige Bilder, vor allem gefallen mir die Sternenaufnahmen.

Viele Grüße
Uwe
Unsere Reiseberichte im Namibia-Forum Unsere Bilder in der fotocommunity
1’528 Beiträge · seit 201104. Okt. 2020 ·
Jep.....sehe das auch so.....bei dem niedrigen Transitaufkommen beim Kaa Gate kann man schon

mal einen "Sonntagsausflug" hinlegen....nicht tragisch......aber Eure Rückfragen tags darauf waren denen

dann offenbar doch sehr unangenehm............ 😄 😄 😄

lg....................BMW

Ach ja.....ich bewundere Eure Geduld... 🙂
zuletzt bearbeitet 05. Okt. 2020
4’984 Beiträge · seit 201605. Okt. 2020 ·
Hallo ihr beiden,

ich möchte mich ganz, ganz, ganz, ganz, herzlich für den Botswana-Teil eures RB bedanken! 😘
Unsere nächste Reise dorthin, liegt ja zZt leider in der Schublade rum, und wartet, und wartet...
liebe Grüße
Gina
886 Beiträge · seit 200706. Okt. 2020 ·
Hallo Ihr,

Wie schön, dass es hier weitergeht mit, wie immer, tollen Fotos!
Kann ebenfalls nur eure Geduld am Gate bewundern. So lange hätte ich nicht ausgehalten.

Da hätten wir uns ja fast in Venedig getroffen, ich schau mal demnächst auf eure Seite vielleicht gibt es ja Fotos von dort?

LG
Lisolu
Themenstarter547 Beiträge · seit 201408. Okt. 2020 ·
Eulenmuckel schrieb:Hallo Steffi und Dani,

vielen Dank für die schönen Erinnerungen an die Kaa-Concession und an Thupapedi, wo wir tatsächlich schon mehrfach waren. Da gefällt es uns sehr gut, besonders auch wegen der Einsamkeit. Ich bin ja ein sehr geduldiger Mensch, aber so viele Stunden hätte ich wohl nicht am Gate gewartet.
Wie immer erstklassige Bilder, vor allem gefallen mir die Sternenaufnahmen.

Viele Grüße
Uwe
Lieber Uwe & BMW

Im Nachhinein können wir uns auch nicht mehr vorstellen, so lange zu warten. Und etwas sauer waren wir danach schon, wir hätten uns nämlich statt am Gate zu warten lieber die Kaa Concession angeschaut 😉

LG von uns zwei
GinaChris schrieb:Hallo ihr beiden,

ich möchte mich ganz, ganz, ganz, ganz, herzlich für den Botswana-Teil eures RB bedanken! 😘
Unsere nächste Reise dorthin, liegt ja zZt leider in der Schublade rum, und wartet, und wartet...
liebe Grüße
Gina
Hallo Gina

Sehr gern geschehen. Uns macht es (neben ein wenig Wehmut) auch sehr Spass, unsere Reise nochmals Revue passieren zu lassen!

Gruss
Stefanie
lisolu schrieb:Hallo Ihr,

Wie schön, dass es hier weitergeht mit, wie immer, tollen Fotos!
Kann ebenfalls nur eure Geduld am Gate bewundern. So lange hätte ich nicht ausgehalten.

Da hätten wir uns ja fast in Venedig getroffen, ich schau mal demnächst auf eure Seite vielleicht gibt es ja Fotos von dort?

LG
Lisolu
Hallo ihr zwei

Im Reisebericht werden wir uns ja bald schon treffen 😉 Dann wart ihr also auch in Venedig...wir hatten das Gefühl, dass ausser ein paar wenigen Deutschen eigentlich nur Schweizer dort waren 😄 Die Herbstferien und eingeschränkten Reisemöglichkeiten lassen grüssen...

Herzliche Grüsse
Aktueller Reisebericht: 8 Wochen Botswana, Namibia und KTP Reisebericht "Breakfast with Lions" - Kapstadt - KTP November 2018, Reisebericht Südafrika Nordosten 2017/18, Mehr Fotos auf unserer Facebook-Seite "We travel not to escape life, but for life not to escape us."
Themenstarter547 Beiträge · seit 201408. Okt. 2020 ·
Tag 31 – 31. Oktober 2019 – Schepper, schepper, 226km
KTP, Nossob Campsite

Während das schönste Morgenrot den Himmel erhellt stehen wir auf und machen uns abreisebereit. Die Vögel sind bereits wieder eifrig auf der Campsite unterwegs, die Sichtung der Camer Trap bringt nichts Aufregendes zum Vorschein.


Thupapedi Campsite

Um sechs fahren wir zurück nach Sisatzwe und von dort in Richtung Kaa Gate. Kurz nach der Abzweigung auf die Pad zum Gate sehen wir frische Löwenspuren im Sand. Sie kommen aus unserer Richtung 🤩 . Es muss ein ganzes Rudel unterwegs gewesen sein. Trotz intensiver Suche finden wir die Löwen aber nicht.





Ohne weitere Aufregungen geht es auf der tiefsandigen Piste zum Gate. Dieses ist heute Morgen zum Glück wieder bemannt 😄 . Auf unsere Aussage, dass wir gestern in den Park gefahren sind und bis um halb fünf gewartet haben, wird nicht mit der Wimper gezuckt. Ja, es wäre niemand da gewesen. Wir müssten im grossen dicken Buch aber unbedingt eintragen, dass wir gestern gekommen sind und nicht heute! 🤪 Gemacht, getan und schon geht es für uns los in Richtung Nossob-Tal.

Die Strecke von Kaa nach Kannaguas ist problemlos zu befahren.




Dank wenig Niederschlag vor ein paar Tagen, dürfen wir diese faszinierenden Blumen bewundern





Landschaftlich gefällt es uns sehr gut hier. Zu Beginn treffen wir ausser einigen Steenböckchen kaum Tiere an. Nach etwa 40km wird es immer spannender: ein Honigdachs, Schakale, die ersten Kuhantilopen, Oryx, Strausse und viele Wiedehopfe, Rotbauchwürger und die ersten Siedlerweber.

Punkt elf kommen wir zu einem abrupten Stopp. Vor uns kreuzt eine knutschgelbe Kapcobra die Pad. Wie toll 🤩 ! Eine solche Sichtung haben wir uns seit langem gewünscht.







Coole Sache!

Kurz darauf sehen wir unsere ersten zwei Elands und wenig später weitere vier Stück. Leider sind sie sehr scheu.





Punkt zwölf treffen wir im Nossob-Tal ein.


Wir stellen fest, dass im KTP alle Wegweiser neu in schönem grün beschriftet wurden

Wie auch schon gestern hören wir während der Fahrt immer wieder ein leises Scheppern. Bereits gestern hat sich Dani unters Auto gelegt, aber nichts Besonderes festgestellt. Bei Lijersdraai steht eine weitere Inspektion an 😵 . Und die bringt zu Tage, dass das Kühlelement der Dieselleitung abgebrochen ist und nun lose runterhängt 😐 . Das erklärt das Scheppern!

Mit Kabelbindern und einem Spanngurt zurren wir (also Dani - ich beobachte Webervögel und schaue, dass Dani von keinem Raubtier gefressen wird 😎 ) das Ganze wieder fest. Fürs Erste hälts.


Gut, dass bei uns der Bordmechaniker immer mit dabei ist 😉

So können wir problemlos nach Nossob fahren. An Gameviewing ist aber nicht mehr wirklich zu denken. Zum einen möchten wir möglichst bald in Nossob sein, zum anderen ist es mit 35°C aber auch brütend heiss.

Den Weissrückengeier im Nest zusammen mit einem Jungvogel,



ein wunderschöner Gaukler am Polentswa Wasserloch,





sowie mehrere Gaukler bei Cubitje Quap sind aber doch noch hervorzuheben.



Ansonsten sehen wir die üblichen Verdächtigen im Schatten (Oryx, Springbock, Gnu) und fragen uns etwas, von was sie sich in dieser absolut vertrockneten Einöde noch ernähren… 🤨

Zwischen zwei und drei treffen wir in Nossob ein. Das Check-in Procedere klappt noch unkomplizierter als sonst. Auf Nachfrage dürfen wir für 6 Rand/min das Sanparks-Telefon benutzen, um bei Savanna anzurufen. Die Verbindung ist mehr schlecht als recht, jedoch erreichen wir irgendwann einen der Mechaniker.

Nach längerem Hin und Her (man möchte uns in eine Garage nach Mariental oder Keetmanshoop schicken, beide >300km entfernt), können wir uns darauf einigen, dass sie Morgen einen Mechaniker nach Mata Mata schicken, der eine intakte Platte mitbringt und die Dieselkühlung wieder montiert. Einen Ersatzwagen hätten sie aktuell nicht verfügbar. Und nachdem wir bereits 250km für den Kühlschrank gefahren sind und über sechs Stunden investiert haben sind wir nicht nochmals bereit, ein bis zwei Tage unseres Urlaubs zu opfern 😈 . Da wir morgen aber sowieso in Urikaruus nächtigen, können wir uns die Fahrt nach Mata Mata einrichten.

Die ganze Organisation hat uns ca. zwei Stunden gekostet. Nun sind wir froh, dass das Problem gelöst ist und machen uns noch auf einen kurzen abendlichen Gamedrive in Richtung Süden. Wirklich spannende Sichtungen bleiben aus. Bei Marie Se Gat sind einige Schakale und Oryx aktiv.


Marie Se Gat WH



Trotz ausbleibenden Sichtungen geniessen wir die schöne Abendstimmung.

Zurück im Camp gibt’s erstmal eine erfrischende Dusche. Danach kochen wir asiatisches Rindfleisch mit Reis. Auf unserem Verdauungsspaziergang entdecken wir in der Nähe unserer Campsite zwei hübsche Weissgesichts-Ohreulen.



Ein schöner Tagesabschluss!
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zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2020
Themenstarter547 Beiträge · seit 201411. Okt. 2020 ·
Tag 32 – 1. November 2019 – Nossob - Urikaruus via Mata Mata mit Hyänenspektakel, 257km
KTP, Urikaruus Chalet No. 4
Teil 1

Eine unvergessliche Nacht, wie sie nur die Kalahari bietet: Um viertel vor drei Uhr morgens werden wir vom Brüllen eines Löwen geweckt. Dieser laute Bass begleitet uns alle paar Minuten bis um fünf Uhr, als uns nichts mehr in den Federn hält.

Zusammengepackt haben wir grösstenteils gestern. So sind wir um halb sechs im Hide und sehen gerade noch, wie sich eine Gruppe von acht Löwen vom Wasserloch entfernt. Sie legen sich weit entfernt in die Büsche und sind in der Morgendämmerung kaum noch auszumachen.



Wir schnappen uns unser Permit und fahren nach Süden. Schliesslich müssen wir heute um zwölf Uhr mittags in Mata Mata sein.

Am Rooikop Wasserloch folgt der nächste Knaller: eine (noch nicht komplett ausgewachsene) Braune Hyäne! 🙂





Alle Autos vor uns sind achtlos an ihr vorbeigefahren. Wir hingegen freuen uns wie Bolle! Die Hyäne ist wahnsinnig schreckhaft. Zwar legt sie sich nach der ersten Aufregung in unserer Nähe hin, sobald wir aber den Motor des Landcruisers starten rennt sie wieder davon.



Damit wir sie möglichst nicht stören, lassen wir unser Auto ruhig stehen und trauen uns nicht mal mehr zu flüstern. Irgendwann nähert sich die Brownie wieder dem Wasserloch, stellt ihre Nackenhaare senkrecht



und legt sich flach auf den Boden.



Dieses ‚unterwürfige‘ Verhalten macht uns stutzig! Das kann nichts mit uns oder unserem Fahrzeug zu tun haben - gleich darauf löst sich das Rätsel auf:



Eine deutlich grössere Braune Hyäne nähert sich schnellen Schrittes.





Obwohl sich die kleinere Hyäne komplett unterwürfig und passiv verhält, geht das grössere Exemplar rabiat auf die Kleine los 😮 .







So was haben wir noch nie gesehen!





Genau dieses Verhalten habe ich im Buch ‚Cry of the Kalahari‘ beschrieben gelesen. Es entbrennt eine ziemlich heftige, aber zum Glück relativ kurze Rauferei 🤩 . Irgendwie tut uns die kleinere der Hyänen wahnsinnig leid. Und nun verstehen wir auch ihre anfängliche Nervosität.



Irgendwann lässt das grössere Tier vom Kleineren ab, spaziert ans Wasserloch und stillt ihren Durst. Währenddessen verhält sich die zweite Hyäne weiterhin komplett unterwürfig. Vom Wasserloch entfernen will sie sich jedoch nicht. Uns schwant schon Böses…



Zum Glück verschwindet das dominante Tier nach dem Stillen seines Durstes jedoch in dieselbe Richtung, aus der es gekommen ist. Überaus vorsichtig geht es für unsere kleine Hyäne dann auch endlich zum Wasser. Mittlerweile hat sich auch das eine oder andere Auto eingefunden. Zwei Braune Hyänen scheinen dann doch spannend zu sein…



Nach kurzer Zeit zieht auch die kleine, nun mit Wunden übersäte ‚Brownie‘ von dannen. Und wir machen uns ganz geflasht auf die Weiterfahrt...

Bei Marie Se Gat sehen wir mehrere Schakale, eine Herde Oryx und ein Gnu, während sich bei Kaaspersdraai eine grosse Gnu-Herde tummelt. Cheleka liegt ruhig da und ein älteres Eland-Skelett begrüsst uns am Dikbaardskolk Wasserloch. Die würden wir aber lieber lebendig sehen…











Wir legen auf der Picnic-Site einen kurzen Frühstücksstopp ein. Danach geht es die 50km über die Upper Dune Road rüber ins Auob-Tal. Oryx und Strausse sowie Weissbürzelsinghabichte prägen das Bild. Die drei Wasserlöcher am Weg werden ebenfalls von diesen Tieren besucht.

So geht es dann in gemächlichem Tempo weiter im Auob-Tal. Wir sind im Zeitplan. Kamqua bietet Strausse und Kuhantilopen und bei Dertiende Boorgat treffen wir ebenfalls die hitzeresistenten Strausse und Oryx an.

Craig Lockart beschert uns die ersten Langhälse im KTP.







Die mögen wir sehr gerne! Dazu Springböcke, Gnus und Oryx. Das Perlkäuzchen finden wir leider nicht in seinem angestammten Nest.

Um zehn vor zwölf sind wir in Mata Mata und werden dort bereits von einem Mechaniker von Savanna erwartet. Er ist 5.5h aus Windhoek hierhergefahren. Das Wichtigste ist, dass er das korrekte Ersatzteil mit dabei hat. Der Mechaniker macht sich sogleich an die Arbeit, während mir mit einem Ehepaar aus Deutschland (Hallo an lisolu oder auch Sonja und Lutz 🙂 ) ins Gespräch kommen, welches ihr Fahrzeug ebenfalls bei Savanna gemietet hat.



Nach einer Stunde sind das Kühlsystem des Diesels wieder angeschraubt (die ‚neue‘ Platte hat auch bereits einen Riss drin - hoffen wir, dass sie hält 😗 ), der Kühlschrank vorsorglich ausgetauscht (einen neuen, passenden Ventilator konnte man nicht mitbringen) und gemäss Mechaniker auch mehrere lose Schrauben nachgezogen. Wir bedanken uns mit einem kühlen Getränk und sind froh, dass nach dem gestrigen Organisationsmarathon alles so gut geklappt hat.



Endlich geht es in unser geliebtes Urikaruus. Am Abzweiger ins Camp werden wir (wie auch die folgenden Tage) von einer Kudufamilie begrüsst







und kurz darauf sehr freundlich auch vom Camp Attendant Jacques. Er freut sich sehr, dass wir nach 2016 wieder hier sind und erzählt viel, während er uns unsere Unit No. 4 zeigt. Für uns ist es wie Heimkommen 🙂 . Endlich konnten wir dieses Jahr wieder eine Buchung an diesem begehrten Ort ergattern!
Aktueller Reisebericht: 8 Wochen Botswana, Namibia und KTP Reisebericht "Breakfast with Lions" - Kapstadt - KTP November 2018, Reisebericht Südafrika Nordosten 2017/18, Mehr Fotos auf unserer Facebook-Seite "We travel not to escape life, but for life not to escape us."
zuletzt bearbeitet 11. Okt. 2020