NamBotSimSam - eine Tour zur Regenzeit!

Reisebericht 89 Antworten · 14,7k Aufrufe · gestartet 17. März 2017 von Burschi
873 Beiträge · seit 201627. März 2017 ·
Irgendwie ist das mit den 'Plagen' des Tourismus aber auch seltsam egoistisch. Also am liebsten sollen überall SPAR-Läden zur Verfügung stehen, günstige Flüge angeboten werden, vegetarische Menüs und ein hübsch gelegener Pool in den Lodges vorhanden sein, die Hilux günstig und voll ausgestattet und mit 24/7-Service vermietet werden, die Pads nach einem Unwetter schnell wieder gegradet und gleichzeitig die Top-Hotspots möglichst leer, die Einheimischen freundlich in die Kamera grinsen, während sie mit einem Hölzchen Feuer machen und dafür natürlich keinen Eintritt nehmen, die Campingplätze leer, etc.

Von Wiesbaden nach Frankfurt stand jahrelang an der Autobahnbrücke "Mecker nicht über den Stau, Du bist der Stau." Was erhebt einen Doublecab-Dachzelt-Individual-Touristen über einen RTL-2-Lidl-Hummeldumm-Touristen außer der Zahlungskraft?
Namibia für die Lieben, Mallorca für die Bösen?
(Ironiemodus off)


P.S.
Danke für den Bericht und die Bilder. In ein paar Jahre wirst Du sicher doch wieder Namibia-Fernweh bekommen, auch wenn eben nicht mehr alles wie früher ist.
NAM 09/2017 mit Galerie NAM 07/2019 mit Galerie NAM 08/2021 mit Galerie Südafrika 08/2023 mit Galerie NAM 08/2025 mit Galerie
zuletzt bearbeitet 27. März 2017
828 Beiträge · seit 201627. März 2017 ·
Yoda911 schrieb:

Was erhebt einen Doublecab-Dachzelt-Individual-Touristen über einen RTL-2-Lidl-Hummeldumm-Touristen außer der Zahlungskraft?
Namibia für die Lieben, Mallorca für die Bösen?
(Ironiemodus off)
Vielleicht der Anstand?

Als ich vor 2 Wochen von JHB nach Asien geflogen bin, war im Airport Restaurant eine Art "Musikantenstadel" in Gang. Eine deutsche Reisegruppe hat dort Schunckellieder gesungen und war nervig laut, betrunken dazu.

Solche Szenen kenne ich von Mallorca Airport. Ich fände es schade, wenn das südliche Afrika zu einer Art "Putzfrauendestination" verkommt. Das ist im Moment in Asien im Gange. Dorthin kann man für 500 Euro fliegen, und dort sind immer mehr Leute unterwegs, die nicht die geringste Ahnung von Land und Kultur haben, und von einem Fettnapf in den anderen treten.
zuletzt bearbeitet 27. März 2017
158 Beiträge · seit 201627. März 2017 ·
Liebe Forumskollegen,

ich kann nur aus meiner aktuellen Erfahrung im November und Dezember 2016 sprechen. In vielen Unterkünften waren wir komplett alleine zu zweit: im Namib Dune Star Camp, in der Dornhügel Guest Farm nahe Grootfontein, in der Ndhovu Lodge am Okavango (hier war nicht einmal ein Manager vor Ort), in der ersten Nacht im Camp Kwando (danach waren wir zu sechst) und auch am Ende unserer Reise, Mitte Dezember in der Kalahari Bush Breaks (dort sind die nächsten Gäste erst 3 Tage später gekommen). Dazwischen noch 2 Nächte auf dem Hausboott auf dem Chobe (Chobe Princess 3) - dort waren wir insgesamt 4 Gäste.

Etwas mehr Gäste waren nur in der Bagatelle Kalahari Ranch und in der Chobe Safari Lodge. Selbst in der CSL waren aber wahrscheinlich nicht mehr als max. insgesamt 30 Gäste auf der gesamten Anlage. In der Wüstenquell waren wir insgesamt 8 Gäste bei Oliver Rust. Manchmal war es fast ein wenig zu einsam 😉 .

Aber auch bei mir ist es nach einigen Besuchen im südlichen Afrika spürbar (über 17 Jahre verteilt), dass der Zauber der ersten Reisen - für mich persönlich - naturgemäß etwas nachgelassen hat. Ich bin aber absolut überzeugt, dass es nach wie vor genug Möglichkeiten - vorallem im Süd-Sommer - für einen ruhigen Namibia-Urlaub gibt.

Schöne Grüße, Oliver
Reisebericht Südafrika 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/299486-kwazulu-natal-und-kapregion-suedafrika-2020.html 2020 Südafrika / 2016 Namibia + Botswana / 2015 Tansania + Sansibar / 2014 Namibia + Südafrika / 2012 Südafrika / 2010 Südafrika / 2008 Südafrika / 2006 Namibia, Botswana + Zimbabwe / 2003 Kenia / 2002 Namibia + Südafrika / 2000 Südafrika + Mauritius
zuletzt bearbeitet 27. März 2017
4’132 Beiträge · seit 200827. März 2017 ·
Hallo, Burschi,
vielen Dank, für deinen schönen Reisebericht,
und
auch wenn ich deine Wehmut in einigen Bereichen verstehen kann,
vielleicht ist ja auch nach so vielen Jahren eine gewisse "Sättigung" eingetreten und vergeht auch vielleicht irgendwann wieder, nach einer längeren Pause. 🙂
Allein schon die schöne "Croc-Princess" ist doch ein Grund, wiederzukommen! 😁

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
zuletzt bearbeitet 27. März 2017
797 Beiträge · seit 201527. März 2017 ·
Hallo Burschi,

danke für den tollen Bericht und die echt wunderbaren Fotos. Die Regenzeit scheint auch einen ganz besonderen Reiz zu haben und ein wenig Abenteuer bringt sie auch mit sich. So einen Bericht zu lesen erhöht die Vorfreude auf einen erneuten Besuch dieser wunderbaren Länder.

Gruß Markus
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
5’489 Beiträge · seit 200927. März 2017 ·
Was mir auffällt ist, dass es sich bei denjenigen, die hier im Sinne "früher war alles besser" jammern, fast ausschließlich um Lodgetouristen handelt. Als Lodgereisender bewegt man sich zwangsläufig auf den ausgetretenen Touristenpfaden. Da bekommt man den Wandel im Tourismus natürlich am stärksten mit.

Auch ich war vor 20 Jahren zum ersten Mal in Namibia. Als Camper kann ich mich allerdings nicht dieser generellen Aussage, dass früher alles besser war anschließen. Ich finde in Namibia noch immer jede menge Ecken, an denen ich die die Weite und Einsamkeit des Landes genießen kann. Außer Australien fällt mir kein anderes Land ein, in dem ich so sicher und problemlos die Einsamkeit genießen kann.

Als Camper ist sogar vieles in den letzten 20 Jahren besser geworden. Es gibt eine wesentlich bessere Auswahl an Mietfahrzeugen. Die Ausrüstung bekommt man gleich mit dazu und muss sie nicht aus Europa mitbringen. Bargeldversorgung ist besser geworden, sofern man wegen der weiten Verbreitung von Kreditkarten überhaupt noch Bargeld braucht. Die Einkaufsmöglichkeiten sind top. Wenn mir ein Ort in Namibia nicht (mehr) gefällt, werde ich ihn nicht wieder besuchen. Es gibt in diesem riesigen Land noch genug Ziele, die ich kennenlernen oder nach längerer Abstinenz wieder erleben möchte.

Ich fange gerade mit der Planung unserer nächsten Namibia-reise an und bin mir sicher, dem Massentourismus nur dort zu begegnen, wo ich bereit bin, ihn zu begegnen. Als Ausgleich werden wir viele Tage allein in der Natur verbringen.

Noch etwas grundsätzliches zu meiner Lebenseinstellung. Ihr habt sicher schon mitbekommen, dass ich dieses "früher war alles besser" nicht mag. Die Welt war schon immer in permanentem Wandel begriffen. Stillstand gab es nie. Weder bei uns zu Hause, noch in den Länder, die wir bereisen. Man kann den Wandel nicht aufhalten, höchstens mitgestalten. Wer sich dem Wandel verschließt wird über kurz oder lang unglücklich sein und auf der Strecke bleiben.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
447 Beiträge · seit 201128. März 2017 ·
Hallo Topobär,
du sprichst mir aus dem Herzen. Und zu vielen der "Vorschreiber" (und auch uns) kann man nur sagen, was für ein Luxus, was für ein Privileg, dass wir auf so hohem Niveau jammern können/dürfen.
Gruß NamiBilly
195 Beiträge · seit 201504. Apr. 2017 ·
Hm.
Wenn ich zur Kegelbahn fahre, werde ich Kegelbrüder treffen.
Wenn ich in der Lodge schlafe, werde ich Logdegäste treffen.
Und wenn ich eine einsame Piste suche, werde ich auf einer einsamen Piste fahren.
Hat Namibia nicht alles? Kann ich nicht frei wählen? Sogar ob das Camp eingezäunt ist oder nicht, ist nur eine Frage der Parks die ich anfahre, ja, auch in Namibia (auch wenn das in BOT und ZIM deutlich leichter ist). Und wer sagt daß ich irgendetwas buchen MUSS ???
Und wenn es vor 20 Jahren so abenteuerlich war, was ich durchaus auch so empfand, dann muß ich halt wieder in persönliches Neuland aufbrechen, die eigene Komfortzone verlassen, so wie Namibia damals Neuland war für manchen hier und schon daher aufregend und anregend war. Aber da war man halt jünger, agiler, mutiger, weniger bequem. Und das ist keine Wertung.
Wovon ich nix halte: Alle anderen sollen daheim bleiben, damit es für mich exklusiv bleibt. Vielleicht muß ich mich verändern, den Standpunkt, den Standort. Nach Angola vielleicht? Ist nur eine Grenze dazwischen. Aber halt nicht gleich ein Spar dahinter, dafür Himbas wie anno dazumal. Und diese Ungewissheit: Wo werde ich schlafen? Wieso gibt es keinen Reiseführer auf deutsch? Können die nicht englisch lernen, man versteht ja keinen Menschen!

Ich fürchte man merkt's: Die Art von Gejammer in den Einträgen davor mag ich nicht so.
Und morgen wird mir diese Aufwallung wohl peinlich sein, jetzt wollt ich's dennoch loswerden...

In einer grundsätzlichen Verbundenheit mit Afrika in all seinen Facetten und Veränderungsschritten.

Höflich Euch grüßend
Martin
facebook.com/martin.friedl.790
1’545 Beiträge · seit 201307. Apr. 2017 ·
Hallo Burschi,
auch ich habe gerade deinen Reisebericht in einem Rutsch durchgelesen. Viel habt ihr erlebt, nicht alles war zu eurer Zufriedenheit, und dennoch habt ihr das Beste daraus gemacht. So ein Schietwetter gibt es ja eigentlich nur bei uns im Norden. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie ich mich gefühlt hätte, bei solchen Wassermassen am Sambesi zu sitzen bzw. zu liegen. Die Kraft des Wassers kann man schlecht einschätzen, da man jedoch nachts schlecht losfahren kann, muß man halt ausharren und abwarten, wie es sich entwickelt. Hätte auch schlecht ausgehen können. Stellt euch nur mal vor, es hätte nicht aufgehört, zu regnen. Ich sage einfach nur "Danke" für den interessant geschriebenen und mit stimmigen Fotos versehenen Reisebericht.
Magst du mir vielleicht eine pn mit dem Namen eures Touroperators schicken, das wäre schön?
Herzliche Grüße
Beate
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