Tag 4: Nossob - Twee Rievieren (über Kamqua)
Heute nun endlich die angekündigte die Jagdszene der Gepardenfamilie im Detail.
Zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken!Heute gab es einen gemütlichen Start nach einem ausgiebigen Frühstück und wir verabschiedeten uns vom Camp Nossob. Das Challet (CH 4) würden wir auch für den relativ günstigen Preis, nicht wieder buchen.
Viele Red Hartebeest, Blue Wildebeest, diverse Vögel und natürlich Springböcke und Oryx kreuzten unseren Weg.
Am Picknickplatz angekommen (hier hatten wir 'unsere' ersten zwei Löwen schlafend gesehen), rechts abgebogen und über die Dünen in westlicher Richtung ins Auob-Tal geschaukelt.
Das ständige Auf-und-Ab in den Dünen kann Einen schon seekrank machen, zumal die Pad nicht schnurgerade verläuft und auch die (fehlende) Ebenheit der Pad mal wieder kein Lob verdient hat.
Nach etwas über 50km war das aber auch geschafft und wir hatten uns eine Pause am Picknickplatz zwischen dem Wasserloch Kamqua und Rooibraak redlich verdient.
Man war da was los, so viele Autos auf einem Fleck - bestimmt 10 Fahrzeuge auf dem Rastplatz - das waren wir nach den einsamen Fahrten nicht mehr gewöhnt.
Keine Ahnung wo die alle herkamen oder hinwollten.
Nichts wie weg...
Auf der Pad in Richtung TR sind wir dann nur wenigen Autos begegnet.
Ca. 20km vor TR in der Nähe von Wasserloch Monro hat mein "Ausguck" dann einen sich am Baum streckenden "Leoparden" gesehen. Schließlich wollten wir diesen auch sehen und nicht bis Urikarus warten...
Vollbremsung und Kameraequipment schnellstmöglich in Position gebracht.
Als sich dann aber insgesamt vier Katzenköpfe gezeigt haben, war ein Leopard als Einzelgänger doch recht unwahrscheinlich. Die Tiere lagerten vor uns in ca. 200m Entfernung im Schatten eines Baumes.

Man muß schon sehr genau hinschauen um die Katzenköpfe im Schatten zu erkennen.
Nun hieß die Devise 'abwarten und Kaffee trinken' - es war inzwischen 12:00 Uhr und wir legten am Straßenrand unsere Mittagspause ein, und hofften das etwas geschehen wird. Tierbeobachtungen brauchen Zeit und die hatten wir schließlich extra mitgebracht.
In der Ferne war auch eine größere Sprinbokherde zu sehen.
15 Minuten später hatte die Herde beschlossen in unsere Richtung zu laufen um ans nächste Wasserloch zu kommen. Das hieß zwischen dem Baum und unserem Standplatz direkt hindurch. Besser geht nicht.

Das Alphatier war durchaus misstrauisch und schaute in Richtung des Baumes, konnte aber aufgrund seiner niedrigen Position und des hohen Grases keine Gefahr erkennen.

Entsprechend ging es weiter. Nummer 3 in der Springbokherde war da etwas aufmerksamer und schaute länger zu den Geparden und hat diese auch bemerkt, denn plötzlich war er extrem schnell nach vorn unterwegs.
Die Geparden waren sich wohl ihres Glücks, dass ihnen eine Mittagsmahlzeit direkt vor's Maul läuft, auch nicht so recht sicher...
Danach ging alles sehr schnell.

Die Gepardenmutter war äußerst zielstrebig, wie auf den Bildern zu sehen, unterwegs. Eines der Jungtiere begleitete sie und gab somit eine Art Flankierung bei dieser Jagd.

Die beiden anderen Jungtiere waren eher vorsichtig und zurückhaltend und haben den Weg nach vorn, d.h. in Laufrichtung Wasserloch für die Springbokherde blockiert. Teamarbeit...


Als die Gepardin in die Herde hinein sprintete gab es dort kein Halten mehr. Nur eine riesige Staubwolke war noch zu sehen, als die Springböcke in wilder Panik kehrt gemacht haben. Ein Springbok war aber definitiv zu langsam...

Die Beute wurde ca. 150m von der Ausgangsstelle von der Mutter erlegt und erst einmal in sicher Entferung abgelegt. In der Zwischenzeit hatten sich die drei jungen Cheetahs unter einem anderen Baum in direkter Nähe des Schauplatzes in den Schatten gesetzt und warteten (wohlerzogen) auf die Mutter mit dem Beutetier.


Interessant zu beobachten war das absichernde Verhalten der Gepardin nach hinten. Ob sie einen 'Gegenangriff' der Springböcke erwartete oder ggf. ihre Jungen und die Beute vor Hyänen schützen wollte, war aus dem Verhalten nicht abzulesen.
Auf jeden Fall lief alles glatt und es gab "Springbok um Lunch".
Ebenfalls bemerkenswert, dass die Gepardin den erlegten Springbok unter dem Baum bei den Jungtieren ablegte, sich danach aber für ca. 3 Minuten unter dem Nachbarbaum ausruhte bzw. den jungen Geparden die Chance gab sich mit der Beute zu beschäftigen.

Danach 'knieten sich die vier Geparden so richtig rein' um an das Fleisch zu kommen. Auch die blutverschmierten Münder passten nicht so recht ins Bild dieser grazilen Tiere mit ihren niedlichen Katzengesichtern.


Bei genauem Hinschauen entdeckt man auch Beinknochen der Beute.
Der 'Lunch' dauerte mindesten 30 Minuten, wenn nicht länger. Danach passiert nicht mehr viel, da sich die vier in der Mittagshitze und dem großen Fressen erstmal ausgeruht haben. War ja auch etwas aufregender als bei Aldi einkaufen zu gehen...


Wir haben uns dann von den vier "blutrünstigen Bestien" verabschiedet und uns wieder auf den Weg nach TR gemacht und dort versucht unser für zwei Nächte gebuchtes Cottage zu beziehen.

Cottage Nr.15 - in direkter Nähe zur Tankstelle und dem Shop im Camp, war 'zentral' gelegen und war zudem frisch renoviert worden. Die Ausdünstungen der verwendeten Farbe waren bereits außerhalb zu riechen. Fünf Minuten in dem Cottage reichten um bereits erste Anzeichen von Kopfschmerzen zu bemerken.
Also zurück zur Rezepion mit der Bitte um ein anderes Cottage. Zum Glück war ein noch nicht renoviertes frei. Aber auch da gab es gleich mehrere Haken...
Die Cottages sind geräumig und für Selbstversorgung vollständig ausgestattet.
Durch Berichte anderer Besucher bereits vorgewarnt, fanden wir in der Hütten Fledermäuse. Exkremente waren auch außerhalb der Hütte deutlich zu sehen. Ok, im Nationalpark ist man Teil der Natur - zum Glück nicht Teil der Nahrungskette... Dachten wir.
Als dann ein junger Skorpion auftauchte, machten wir in diesem Fall von unserem Gastrecht sehr schnell Gebrauch...
Auch verschiedene Geckos sind hier zuhause und ließen sich durch das Badfenster fotografieren...

Zum Ausklang des Tages bei einem Glas Wein konnte der Sternenhimmel mit der überdeutlich sichtbaren Milchstrasse noch seinen beeindruckenden Teil beitragen. Was für ein Tag!