ich wusste gar nicht, dass es soviele namibische Radfahrer gibt, die bei Wikipedia erwähnt werden. Vielen Dank für den Tip!
Übrigens haben wir etwa 400 Erwachsenenfahrräder, aber auch rund 50 Kinderfahrräder und sogar 3 Rollstühle, die am 8. Juli in den Container gepackt werden.
Ich will nichts zerreden, aber dennoch zum Nachdenken anregen.
Abgesehen von der Tatsache, dass ich es unglaublich spannend finde, wie unterschiedlich die Situation in den einzelnen Ländern ist, bezüglich der Verwendung von Fahrrädern (in Sambia und Malawi, völlig normal!), möchte ich darauf hinweisen, dass es durchaus Hersteller in der Region gibt.
Im Sambischen Chipata gibt es eine Fahrradwerkstatt, die mittlerweile zwar nur Teile aus Indien zusammensetzt, aber sicherlich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Stadt und Umgebung ist. Ich frage mich, wieviel Fahrräder man für 8000 Euro in Chipata hätte kaufen können? Vielleicht nicht viele, sicher gehört die "Fabrik" nun einem Inder, aber dennoch ...
habe mir die beiden Links schonmal angeschaut und fand sie sehr interessant. Anscheinend hat die Fabrik ja einiges in der Region um Chipata bewegt, aber erstaunlicherweise nimmt der Effekt relativ schnell ab (jedenfalls gibt es laut Blog Richtung Lusaka schnell nur noch wenige Fahrräder). Man muss sich natürlich fragen warum und das kann ich nicht beantworten. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass es an hohen Transportkosten liegen kann. Es wäre sicher auch interessant zu wissen, wieviel ein Laster für die fast 3000 km von Chipata nach Karasburg kosten würde, inkl. eventueller Zollformalitäten usw. Über die Qualität des indischen Materials wurde ja hier schon mehrfach gesprochen. Eines der Räder aus Chipata kostet etwa 70 Euro. Damit hätten dann also knapp über 100 Räder finanziert werden können (ohne Transport und Werkstatt). Allerdings glaube ich, dass der aktuelle Ansatz auf diese Art und Weise nicht funktioniert. Ein großer Teil unseres Geldes fließt ja auch in den Kauf des Containers, der dann als Werkstatt benutzt wird. Ohne den müsste man ein anderes Gebäude finanzieren.
Ist also alles sehr komplex, wobei ich die Idee mit den Rädern aus Chipata prinzipiell verstehe und man sich auch damit auseinandersetzen muss. Interessanterweise gibt es sogar ein Projekt von Bicycle Empowerment Network in Chibobo in Sambia. Das liegt etwa 90 km nördlich von Lusaka.
Uns geht es ja darum, wirklich langfristig eine Fahrrad-Infrastruktur aufzubauen. Von daher begrüße ich ausdrücklich alle Ideen und Ratschläge! Vielen Dank nochmals dafür.
Uns geht es ja darum, wirklich langfristig eine Fahrrad-Infrastruktur aufzubauen.
Ich möchte mal behaupten, dass es in Namibia schon eine grössere Fahrrad-Infrastruktur geben würde, wenn das Bedürfnis wirklich vorhanden wäre. Im Süden ist das Land so schwach besiedelt, dass die Distanzen vielfach einfach zu weit sind. Lieber sind die Leute mit einem Eselskarren unterwegs, da sie dann die ganze Familie transportieren können.
Gerade in Zambia sind Fahrräder viel stärker verbreitet, weil die Leute diese als Transportgeräte für ihre Waren verwenden, die sie dann auf den Markt bringen. Im Süden Namibias wird nichts angebaut oder hergestellt, was irgendwo auf einem Markt verkauft werden könnte.
Und noch etwas Wichtiges: Mit den Fahrrädern unterstützt ihr nur Männer. Frauen mit Fahrrädern anzutreffen ist fast wie ein Sechser im Lotto. Es ist eine erwiesene Tatsache, dass der Kontinent ohne die Frauen noch viel ärmer dran wäre, denn sie sind es, welche die Familie ernähren und dafür sorgen, dass die Kinder zur Schule gehen. Mit euren Rädern werden Begehrlichkeiten geweckt wie z.B. mit den Handys und das Geld fehlt dann der Familie.
Ich könnte noch vieles schreiben, das mich bewegt, aber dafür hab ich jetzt weder Zeit noch Lust.
Erika schrieb: Und noch etwas Wichtiges: Mit den Fahrrädern unterstützt ihr nur Männer. Frauen mit Fahrrädern anzutreffen ist fast wie ein Sechser im Lotto. Es ist eine erwiesene Tatsache, dass der Kontinent ohne die Frauen noch viel ärmer dran wäre, denn sie sind es, welche die Familie ernähren und dafür sorgen, dass die Kinder zur Schule gehen. Mit euren Rädern werden Begehrlichkeiten geweckt wie z.B. mit den Handys und das Geld fehlt dann der Familie.
Hallo, Erika sicher hat deine Meinung einen Hintergrund, aber das Fahrrad halte ich für eine der erfolgreichsten, wichtigsten und preiswertesten Erfndungen als Verkehrsmittel, was auch in den "wohlhabenderen " Ländern für viele Menschen noch einen nicht wegzudenkendes Transportmittel darstellt. Deine kritische Anmerkung über Begehrlichkeiten wie z.B. Handys kann ich keineswegs nachvollziehen. Ganz gleich in welchen Ländern(Nam-Bot-SA)wir gewesen sind, Handys wurden von so vielen unterschiedlichen Bevölkerungsschichten, wohlgemerkt nicht nur den Wohlhabenden, benutzt, man glaubte man wäre in Europa!!!! Also dieser Vergleich hinkt gewaltig. Das Fahrrad würde sich mit dieser sehr sinnvollen Aktion verbreiten und durchsetzen, weitere Anbieter, auch aus dem fernen China würden dazu beitragen, dass sich viele Interessierte das leisten könnten. Auch im Dienstgewerbe könnten viele Arbeitslose in den Städten und auch mittelgrossen Ortschaften, ähnlich wie in Thailand mit Garküchen, Transportübernahmen etc. sinnvoll tätig werden. Positive Grüsse von myrio
Auch im Dienstgewerbe könnten viele Arbeitslose in den Städten und auch mittelgrossen Ortschaften, ähnlich wie in Thailand mit Garküchen, Transportübernahmen etc. sinnvoll tätig werden.
Von Karasburg ist hier die Rede! Warst du schon mal in Karasburg? Das ist ein kleines Örtchen mitten in der Pampa und mit Thailand überhaupt nicht zu vergleichen. Schau mal auf der Landkarte.
Nur ein kleines Beispiel mit grosser Wirkung aus Sambia: Dort haben Entwicklungshelfer in einigen Dörfern Maismühlen gesponsert um den Frauen die Arbeit zu erleichtern. Nun sitzen dort Männer an den Maschinen und die Frauen müssen fürs Maismahlen bezahlen, was absolut nicht der Zweck des Projektes war. In Afrika ist man scheinbar der Meinung, dass Frauen keine Maschinen bedienen dürfen, wobei das Fahrrad offensichtlich auch als Maschine eingestuft wird.
Frag mich aber bitte nicht nach einer Lösung. Wir sollten uns da nicht einmischen. Für sie ist manches völlig normal, was für uns oft als ungerecht und rückständig gehalten wird.
Wir haben schon zu viele gescheiterte aber sicher gut gemeinte Entwicklungsprojekte gesehen, dass wir halt mit der Zeit skeptisch geworden sind.
travelNAMIBIA33,3k Beiträge · seit 200630. Juni 2011 ·
Hi Felix,
also ich finde es durchaus sinnvoll ein solches Projekt einmal in einem Ort wie Karasburg (offiziell über 6800 Einwohner - inoffiziell natürlich mehr) zu erproben. Und als sowas will ich es einmal ansehen. Dort kann man sich gut - nach einiger Zeit - nachvollziehen welchen "sustainable impact", denn darum geht es bei solchen Hilfsprojekten, dieses haben wird. Wird einfach nur Fahrrad gefahren oder bringt es den Menschen wirkliche Vorteile im Leben.
Sonnige Grüße Christian
OFF TOPIC --------
Hi Erika,
Achtung, das nachstehende ist überspitzt dargestellt und eigentlich auch nicht das Thema des Forums: Es ist erst einmal nicht die Hauptaufgabe von jedem und allen Frauen zu fördern. Es geht um nachhaltige Förderung und das bezieht sich auch auf Männer - schlichtweg auf alle. Ähnlich wie bei einer Frauenquote in Vorständen deutschen Großtunternehmen, bei der mindestens die Hälfe weiblich sein soll. Bei 7 Leuten also die größere Hälfte, nämlich 4. Wo bleibt da die Männerförderung? Wenn die Frauen, laut Deinen Worten das Rückgrat Afrikas sind, dann ist es doch an der Zeit Männer zu fördern, damit sie in allen Bereichen so wichtig werden wie die Frauen. Im Ernst, Frauen fahren kein Fahrrad (was in Namibia eh kaum einer macht), weil sie meist häusliche Arbeiten übernehmen. Männer hingegen sind eher unterwegs (und wenn es nur von der Arbeit auf der Farm zurück ins Dorf ist).
Und wer gibt uns, Dir, mir und überhaupt allen das Recht, zu bestimmen welche "Begehrlichkeiten" den Menschen (Männer und Frauen) in Karasburg zustehen? Man kann doch nicht einfach keine Fahrräder liefern, nur damit keine Begehrlichkeiten geweckt werden!
Sonnige Grüße Christian
Vom 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
lilytrotter4’132 Beiträge · seit 200830. Juni 2011 ·
Aus der Magisterarbeit (s. Post v.C.M. S.60) zur Verkehrs und Unfallsituation Botswanas: „Auch innerhalb der Stadt Gaborone konnte nahezu kein Fahrradverkehr festgestellt werden.“ Das war 1999.
Aktuell können wir sagen, dass wir in Botswana eine ganze Menge Fahrradfahrer gesehen haben, jetzt im Juni 2011. In Kanye, Gaborone, Selebi Phikwe, Francistown, Nata, Maun. Nun sind natürlich solche Beobachtungen sehr subjektiv, schließlich haben wir nicht den ganzen Tag an verkehrsreichen Stellen rumgehangen und Verkehrszählungen durchgeführt. Vielleicht wars auch jeweils zufällig im morgendlichen/abendlichen Berufsverkehr, aber es fiel uns schon auf, dass sie im Straßenbild eine nicht zu übersehende „Größe“ waren. Insbesondere auch deshalb, weil man früher nie Fahrräder sah! Im Gegenteil, Einheimische belächelten uns Fahrad-fahrende Weiße. Das ist nun glücklicherweise anders. In Botswana und auch in anderen afrikanischen Ländern. Warum ich das erzähl? Es ändert sich was! Das kann man deutlich sehen. Solch „fremde“ Fortbewegungsmittel müssen immer erst einmal Eingang finden – das ist ja nun endlich geschehen. Und egal wo, überall ist es gut, dieses Fortbewegungsmittel – und dann auch noch mit einem guten Hilfsprojekt verbunden – unter die Leute zu bringen.
Und der Vorteil liegt klar auf der Hand: Der Transport und die Arbeitswege werden einfacher und Zeit/Kraft-sparender. Und die Mädels werden auch noch den Weg aufs Fahrrad finden, war bei uns vor Hundert Jahren auch nicht anders, da fuhr auch kein keusches weibliches Wesen, das auf sich hielt, auf einem Fahrrad. Denn das war unkeusch.
Auch wenn es manch einem nicht gut genug ist, dieses Projekt in Karasburg, es wird nichts schaden. Und die engagierten Leute, die dort ihre Arbeitskraft und Zeit investieren, die können ja später mal berichten.
Übrigens konnten wir in den letzten Jahren dem Einen oder Anderen mit Fahrradflickzeug aushelfen – das haben wir immer auf dem Auto! – und die entnervt zu Fuß latschenden/ihr Fahrrad schiebenden glücklich wieder verlassen.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
Vielen Dank für den Link, den werde ich mir demnächst mal in Ruhe anschauen.
Aktuell gibt es eine kleine Planänderung zur Containerbeladung. Aufgrund geänderter Abfahrtszeiten des Schiffes findet die Beladung nun am Donnerstag, 14. Juli 2011 von 15:00 - 19:00 Uhr statt. Die Location ist immer noch die gleiche: Lichtstraße 3, 04758 Oschatz (ehem. Filzfabrik).
Wir haben es geschafft! Am Donnerstag, dem 14. Juli haben wir unseren ersten Container mit 450 Fahrrädern, Ersatzteilen und Werkzeugen randvoll gefüllt. Nur knapp vier Stunden hat das Beladen dank der ca. 20 Helfer gedauert. Pünktlich 19:00 Uhr konnte der Container seine Fahrt vom Fahrradlager in Oschatz zum Hamburger Hafen aufnehmen.
Am 21. Juli sticht er in See und wird am 11. August im Hafen von Walvis Bay, Namibia ankommen. Hier wird er von unserem Kooperationspartner BEN Namibia und uns in Empfang genommen. Vom Ankunftshafen nimmt der Container seine letzte Fahrt via LKW nach Karasburg auf. In Karasburg betreibt die Organisation Catholic Aids Action ein Zentrum für HIV/Aids-Erkrankte. Diese werden zu Fahrradmechanikern ausgebildet und eröffnen aus unserem Container eine Fahrradwerkstatt, in der Fahrräder verkauft und repariert werden.
Ein herzliches Dankeschön allen, die in den vergangenen Monaten Fahrräder, Teile und finanzielle Mittel gespendet und damit zum Erfolg unseres ersten Vorhabens beigetragen haben!
also ich kann bedarf an fahrraedern bestaetigen!!.. zumindest in whk.mir wurden in einem jahr 2 fahrraeder geklaut.beide neu und waren auf grundstueck (elektrozaun) gut gesichert.
Lotusblume1’945 Beiträge · seit 200918. Juli 2011 ·
Ich war nun 2x in Namibia, von Abstand 10 Jahren, und ich kann mich an kann einzigen Faradfahrer erinnern. (Hat sich in 10 Jahren viel verändert..schade)
Ich finde die Aktion gut.
Aber es erinnert mich ein bisschen an die „Missionierung“. Warum muss man Menschen Glauben aufdrängen, den sie nicht kennen oder gar nicht wollen und sie sollen trotzdem ja sagen, weil es angeblich „gut“ für die ist? Wer will denn in Namibia Fahrradfahren?
Wer will denn nicht Fahrrad fahren? 🤨 Also, man muss die Räder ja kaufen (zu einem bezahlbaren Preis). Wer nicht will, kauft auch keines und gut ist... In Deutschland besteht doch auch kein Zwang irgendein Transportmittel zu benutzen... Wenn es danach geht, dürfte man ja in keinem Land der Welt irgendwas ändern. Da könnte man genauso gut fragen: Wer will kein sauberes Wasser haben? Oder eine stabile medizinische Versorgung? Oder ein glückliches Leben?
Die Tatsache, dass bisher allein im menschenarmen Namibia 25 Werkstätten erfolgreich laufen (in manchen Städten sogar 2) scheint ja immerhin ein Indiz zu sein, dass unsere "Kirche" genügend Gläubige mit Hilfe der lokalen Missionare gefunden hat 😛
Ich finde das Projekt gut, wünsche viel Glück und das aus unterschiedlichen Gründen:
Es tut doch keinem weh und wenn es auch nur wenigen hilft, ist doch schon manches erreicht.
Die Menschen, die ein Fahrrad spenden, brauchten es hier offenbar nicht mehr. Wenn es anderen in Namibia einen Transportweg eröffnet, ist das doch super. Und wenn es ihnen nur Freude bereitet, ein Fahrrad zu fahren oder auch nur zu besitzen, ist es doch auch okay.
Immerhin werden Arbeitsplätze geschaffen. Selbst wenn dies nur für einen kurzen Zeitraum, wenige Monate, wäre, ist das doch großartig. In einem Land, in dem Menschen dank Hartz IV keinen Anspruch auf Fernsehen und kostenloses Taxi zum Theater haben, empfinde ich das durchaus als gute Sache. Manchmal sind doch kleine Schritte notwendig und solange man einheimische Produktionen noch nicht aufbauen kann, ist es doch erfreulich, dass wenigstens für ein paar Wenige eine Einkommensquelle ermöglicht wird.
Oft denke ich, bei uns wird zu viel zerredet. Denn dieses Projekt tut doch keinem weh, wieso muss man es dann so massiv kritisieren?
Nachdenkliche Grüße Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
Hallo, habe erst jetzt von der Sammelaktion gelesen.
Hätte auch noch zwei (leider defekte) Fahrräder und div. Ersatzteile abzugeben. Wann wird in Sachsen die nächste Sammelaktion gestartet? Würde lieber helfen wollen, als die Fahrräder dem Schrotthändler zu übergeben.