Von Gnudus und Geoparden - SA mit Kindern 2025

Reisebericht 63 Antworten · 6'116 Aufrufe · gestartet 27. Sept. 2025 von fidel
Themenstarter925 Beiträge · seit 201614. Apr. 2026 · #41
18.08.2025 Mpila Restcamp

Der heutige Tag ist leider verhältnismäßig unspektakulär und bilderarm. Für uns stand die nicht unerhebliche Fahrstrecke bis zum Mpila Restcamp auf dem Programm - je nach gewählter Route um die 350-390 Kilometer und 5,5 - 6 Stunden. Immerhin hatten wir, um diesen Tag zu entzerren, bereits in eSatini unseren Einkauf für die nächsten Tage erledigt, so dass wir wenigstens hierdurch etwas Zeit sparen konnten.

Wir hatten zudem am Vorabend wieder Overnight Oats vorbereitet, damit wir in der Früh nicht auf das Frühstück warten mussten. Entsprechend ging es gegen 8:00 Uhr los.

Diese Strecke hatte uns einiges an Gedankenschmalz gekostet. Eigentlich versuchen wir, solch lange Fahrten zu vermeiden. Ein Stop im Ithala Game Reserve hätte sich grundsätzlich angeboten, leider waren die jüngeren Berichte zum Zustand des Unterkünfte und vor allem der Straßen (ohne Allradfahrzeug) so desaströs, dass es für uns keine echte Option darstellte. Eine Zwischenübernachtung am Pongolapoort NR war uns für das Gebotene schlicht zu teuer - bereits Africamps hätte für eine Nacht ca. 150€ gekostet. Eine Übernachtung bei Kamsholo Bushveld Safaris in eSwatini wäre eine Option gewesen, aber hätte ebenfalls am Folgetag noch eine sportliche Strecke bedeutet.

In eSwatini entschieden wir uns nach langem hin und her für die Route entlang der MR8 über Big Bend, und damit gegen die geringfügig längerer, aber wohl landschaftlich attraktivere Route über MR9 und MR11.

Anfangs ging es viel durch immer wechselnde Dörfer, dann durch viel Zuckerrohranbau. Die Straßen waren alle mehr als nur in Ordnung, kurz vor der Grenze gab es sogar ein kurzes Stück, an dem 120 km/h gefahren werden durfte. Für die Kinder gab es immer etwas zu sehen und zu entdecken.

An der Grenze wurden wir schnell abgefertigt, wurden dann aber als einzige zu einem weiteren Schalter geschickt, wo uns diverse Fragen gestellt wurden. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine (wohl verpflichtende) Umfrage des Tourismusministeriums handelt.

Lustig wurde es dann auf südafrikanischer Seite. Wir erhielten unsere Stempel, sollten dann aber noch zum “Health Check”. In einem kleinen Häuschen, das über und über mit vergilbten Corona-Warninformationen und Postern zu Safer Sex beklebt war, scannte eine Mitarbeiterin unsere Temperatur und sah unsere Pässe durch. Dabei fiel ihr ein Visum für Uganda aus dem Jahr 2018 (!) ins Auge und sie fragte nach unserer Gelbfieber-Impfung. Die hatten wir natürlich, aber unsere Impfpässe nicht dabei. Sie wollte uns dann allen Ernstes zunächst nicht einreisen lassen. Mein Verweis darauf, dass Südafrika wohl nur bei Einreise “aus” einem Gelbfieberland eine Impfung verlange, interessierte sie nicht. Glücklicherweise hatten wir in unseren digitalen Reiseunterlagen noch einen Scan des Impfpasses. Ein kurzer Blick darauf und das Argument, dass wir wohl kaum seit mehr als 7 Jahren mit einer Gelbfieber-Infektion rumlaufen würden, überzeugte sie letztendlich dann doch. Auch wenn es in 95% der Fälle reibungslos verläuft - für ungeahnte Probleme und Überraschungen sind innerafrikanische Grenzen dann doch immer wieder gut.. (Wie der namibische Beamte in Windhoek, der meiner Frau nicht glaubte, dass wir verheiratet sind, weil wir nicht gemeinsam zum Schalter gegangen waren und deshalb ewig diskutierte oder, ebenfalls in Windhoek, einen Stempel mit falschem Einreise-Datum..).

In Südafrika war die N2 leider etwas nervig aufgrund der vielen LKW, allerdings weniger schlimm als in der Vergangenheit. Gegen 12:30 Uhr kamen wir in Hluhluwe an und fuhren für eine Mittagspause zu den Illala Weavers. Wir dachten uns, etwas Pause, Shopping und etwas zu Essen dürfte nicht schaden und sollten zeitlich drin sein. Der Stop ist in der Tat sehr schön - man sitzt schön und die gewebten Körbe und Teller sind wunderschön. Es gibt eine Schaukel und ein Jungle Gym. Leider warteten wir über 45 Minuten auf unser Essen, so dass wir mit Blick auf die noch vor uns liegende Strecke etwas nervöser wurden und das Essen insgesamt dann doch weniger entspannt war als erhofft.

Hinzu kam, dass wir in Hluhluwe noch tanken mussten und eigentlich gerne noch etwas Alkoholika und/oder alkoholfreies Savanna gekauft hätten (in eSwatini waren wir leider einkaufen, als die Bottles Stores geschlossen hatten). Wir kurven also noch etwas die verkehrstechnisch etwas eigenwillig gestaltete Hauptstraße von Hluhluwe rauf und runter und bekommen Diesel, Bacon und Bier, aber leider weder Savanna noch ein, zwei andere Dinge von unserer Einkaufsliste.

Schließlich kamen wir irgendwann weg und fuhren zügig Richtung Memorial Gate. Wir hatten im Vorfeld viel gerechnet und überlegt und kamen zum Schluss, dass eine Fahrt direkt durch den Park zeitlich nicht wesentlich länger sein dürfte als über Mtubatuba, aber zumindest mit der Chance auf nette Sichtungen. Die Straße zum Memorial Gate bestand zu 90% aus Schlaglöchern oder Kühen. Landschaftlich sehr reizvoll und alles auch spannend, aber nicht wenn man etwas Zeitdruck verspürt. Gegen 15:00 waren wir schließlich am Gate.
Leider hatten wir dort die nächste Diskussion, diesmal wegen unserer Wild Card. Dort ist seit jeher mein Geburtsdatum falsch erfasst (30. statt 31.). Ich hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach versucht, dies korrigieren zu lassen und sehe es auch korrekt bei meinen Daten bei Sanparks, auf der Wildcard (bzw. dem ausgedruckten Letter) ist es aber immer falsch. Dies war auch in 8 Jahren und einer mittleren zweistelligen Zahl an Nutzungen nie ein Problem - bis wir auf eine überaus gründliche Dame von KZN ezemvolo stießen..

Erst nach ewigen Diskussionen (auf die ich mit Zeitdruck natürlich noch weniger Lust hatte) und dem Verweis darauf, dass alle weiteren Mitreisenden korrekt erfasst waren, ich sehr sehr sicher weltweit die einzige Person mit diesem Namen bin und dem Versprechen, es zuhause sofort ändern zu lassen (als hätte ich das nicht bereits mehrfach versucht), ließ sie Gnade vor Recht walten.

Die Fahrt durch den Park war zwar landschaftlich wie immer überaus unterhaltsam, in Bezug auf Sichtungen aber sehr verhalten. Ein Handy-Foto eines Zebras ist das einzige Tier, das es auf unsere Speicherkarten schaffte.



Irgendwann kamen wir (noch mit ausreichend Puffer) in Mpila an und bezogen unser 5-Bett-Chalet. Hier hatten wir ewig hin und her überlegt, ob nicht auch eines der kleineren Häuser ausreichen würde. Kinder in unserem Alter hätte man auch in die kleineren Häuser mit unterbringen dürfen, allerdings erschienen sie uns auf den Bildern doch sehr beengt, erst recht mit weiterem Zustellbett. Daher bissen wir in den sauren Apfel und buchten die verhältnismäßig teure (2.640R), größere Unit.

Die Häuser liegen schön, weit genug auseinander und sind sehr sauber. Sie sind aber - selbst wenn man den Standard, den man bei afrikanischen staatlichen Unterkünften erwarten würde, anlegt, extrem heruntergekommen. Fast alle Türen zu den Schränken und auch im Haus hingen schief in den Angeln, die Arbeitsplatte war an mehreren Stellen schief, wackelig und aufgequollen, die Netze an den Fenstern hingen teilweise in Fetzen herunter, die Fliesen am Boden waren locker oder hatten riesige Löcher. Für diesen Preis definitiv nur etwas für Leute, die Lage und Naturnähe höher gewichten als alles andere.





Wir richteten uns ein und aßen Brot zum Abendessen - leider fehlte es auch an einem Toaster oder vergleichbarem..

Als Fazit des Tages: Kann man schon so machen, die Kinder machten auch alles gut mit, es darf halt nur nicht viel schief gehen. Wie entspannt man so reisen kann, ist vermutlich individuell verschieden.
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201628. Apr. 2026 · #42
19.08.2025 Mpila Restcamp Teil 1

Die Nacht war angenehm temperiert, man merkt doch sehr, dass man hier ein gutes Stück weiter südlich und nicht mehr so hoch ist. Nach den paar Tagen Abwechselung in eSwatini sollte es heute wieder auf Game Drive gehen. Da wir von unserem letzten Besuch 2022 vor allem den nördlichen Teil des Parks kannten, waren wir gespannt, was der oft als tierreicher beschriebene iMfolozi-Teil uns bieten würde. Wir hofften auf gute NH und vielleicht eine Wildhund-Sichtung - schließlich hatten wir unsere erste und bisher auch einzige Wildhundsichtung ausgerechnet hier im Park.

Bereits beim Aufstehen erhielten wir Besuch von einem Impala.



Gegen 06:30 Uhr starteten wir in Richtung des ebenfalls viel gerühmten Sontuli Loops. Neben Wiederhopf und Emerald Spotted Wood Dove erblickten wir als erstes Säugetier in weiter Ferne eine große Elefantenherde.









Gerade die Kombination aus Landschaft und Tierwelt macht diesen Park für uns so einzigartig.



Kurz darauf stoßen wir auf einen Black Kite und biegen anschließend auf den Loop ab.



Wir fahren im schönsten Morgenlicht durch lichten Wald mit überraschend hohem Gras. Außer einigen Impalas zeigt sich jedoch kein Tier.



Fast etwas zu früh sind wir am Sontuli Picknickplatz - da die Kinder unbedingt frühstücken wollen, machen wir gleichwohl Halt. Der Picknickplatz ist bei Nyalas und Impalas offenbar sehr beliebt. Wir sind offenbar die ersten, die heute hier auftauchen. Auch sonst sind uns bisher, vor allem im Vergleich um Kruger, sehr wenig Fahrzeuge begegnet. Vor unserer Ankunft wurde der Zustand der Wege im Netz oft kritisiert und eine starke Vernachlässigung bis hin zur Unbefahrbahrkeit attestiert. Je nach Fahrzeug ist die Kritik sicher nicht ganz unberechtigt gewesen, ohne ein gewisses Maß an Bodenfreiheit hätte man hier wenig Spaß. Allerdings wurden während unseres Aufenthalts viele Wege frisch geschoben - es wurde also etwas am Zustand getan.





Gemeinsam mit einem Zwergspint genießen wir die wärmenden Sonnenstrahlen und beobachten die Impalas und Nyalas bei ihrem Treiben.



Schließlich fahren wir den Loop - ohne weitere nennenswerte Sichtungen - weiter. Am Ende des Loops beschließen wir, noch weiter zu fahren. Wir besuchen auch den nächsten Loop und finden einen weiteren Wiedehopf, Paviane, Gnus und Warzenschweine.











Gerade die Vogelwelt zeigt sich hier sehr schön. Wir sehen einen Mäusebussard (den es eigentlich um die Jahreszeit dort gar nicht geben sollte??), Ohren- und Weißrückengeier.









Einige Kilometer weiter erspähe ich etwas seltsames im Unterholz in einiger Entfernung. Nach längerem Betrachten entpuppt es sich als totes Impala. Wir fahren vor uns zurück, scannen alle Ecken und warten einige Zeit, jedoch zeigt sich ein möglicher Besitzer nicht.



Am Uhbejane Hide nutzen wir die Gelegenheit, um uns die Beine zu vertreten. Das Wasserloch wird von Nyalas und Warzenschweinen fleißig besucht. Das Highlight für die Kinder sind aber mal wieder die Schildkröten.









Wir bleiben nicht ewig - schließlich wollen wir ja eigentlich auch nicht immer so ewig unterwegs sein.. Wir wollen die Runde unten rum zuende fahren, nur der Schlenker zum Mphafa Hide ist uns dann doch zu lang.

Wir finden eine Slender Mongoose und stoßen schließlich auf eine Art Stau von 4-5 Autos.



Irgendwo in der Ferne ist der Kopf eine schlafenden Löwes in ca. 100 Meter Entfernung zu erspähen. Weshalb man dafür ständig hin und her rangieren und die gesamte Fahrbahn blockieren muss, entschließt sich uns nicht. Wir sind etwas genervt, weil es langsam recht heiß ist und wir eigentlich gern weiter würden. Die OSV-Fahrer machen aber trotz diverser dezenter Hinweise unsererseits keinerlei Anstalten, uns irgendwie passieren zu lassen. Man sieht - auch hier im Park kann es nervig zugehen.



Irgendwann klappt es dann doch und wir können weiter Richtung Mpila fahren. Dabei stoßen wir noch auf unsere ersten Giraffen und Kudus im Park. Wenige Kilometer vor Mpila signalisieren uns zwei geparkte Fahrzeuge, dass es hier auch etwas zu sehen geben dürfte. Ein Gepardenmutter mit zwei jugendlichen Kindern liegt hier wohl geraume Zeit im hohen Gras.



Sie ist mit dem Fernglas gut zu erkennen, für Fotos oder eine längere Beobachtung, vor allem für die Kinder, aufgrund des hohen Grases und Hitzeflimmerns leider weniger geeignet. Wir freuen uns natürlich dennoch sehr - vor allem weil es sich laut der Kinder nicht um Geparden, sondern um die viel selteneren Geoparden handeln soll.

Dann sind wir nach einem doch recht spannenden und abwechslungsreichen, wenn auch langen Game Drive gegen 12:00 Uhr wieder zurück im Camp.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201628. Apr. 2026 · #43
19.08.2025 Mpila Restcamp Teil 2

Nach einer ruhigen Mittagspause mit Eiern und Speck wollten wir natürlich noch einmal nachsehen, ob sich bei dem toten Impala etwas tat. Gegen 15:30 Uhr brachen wir daher nochmal zu einem Game Drive auf. An der Stelle mit der Gepardenfamilie stand ein Auto, die Geparden waren jedoch deutlich schlechter zu sehen als noch mittags, weshalb wir gleich weiter fuhren (auch weil es doch ein nicht vollkommen unerhebliches Stück war bis zum toten Impala). Grund anzuhalten, hatten wir dafür kurz darauf an der Bekaphanzi Pan, wo sich zwei NH aufhielten.





Kurz darauf beobachteten wir Gnus und Zebras im schönsten Abendlicht.









Man kann die Schönheit dieses Parks nicht oft genug loben.



Auch ein Wiedehopf zeigte sich erneut.



Im Wald auf Höhe des Sontuli Loops trafen wir auf eine größere Herde Büffel.



Wir fuhren zügig, um unser geplantes Ziel zu erreichen, sahen dabei aber nichts weiter. Am Impala angekommen, fand sich weiterhin keine Spur eines Besitzers. Für einen natürlichen Tod lag es aber zu seltsam mit den Hufen nach oben. Die Position war aber mehr oder weniger identisch wie am Mittag. Leider konnten wir nicht länger bleiben, da uns die Zeit im Nacken saß.

Auf dem Rückweg trafen wir erst auf eine Gruppe Giraffen und konnten dann eine weiteres NH beim abendlichen Bad beobachten - leider nur von Hinten.





Pünktlich zum Sonnenuntergang zeigte sich eine weitere Giraffe. Aus fotografischer Sicht hat man in so einer Situation natürlich das perfekte Bild vor Augen. In der Realität scheitert dies leider an sich bewegenden Motiven, dem eingeschränkten Aktionsradius in einem geschlossenen Fahrzeug auf einem schmalen Feldweg, zahlreichen Büschen und zwei Kleinkindern auf der Rückbank.







Kurz darauf stoßen wir auf ein weiteres NH etwas versteckt im Busch - der Park wird seinem Ruf trotz all der Horrormeldungen zum Glück wieder einmal gerecht.

Kurz vor Mpila halten wir wieder Ausschau nach den Geparden. Es sind außer uns nur zwei andere Autos vor Ort - kein Vergleich zu dem Auflauf heute Vormittag bei einem kaum zu erahnenden Löwen. Wir sehen die Mutter im Gras liegen, leicht entfernt die beiden Kinder. Da wir nun noch ca. 20 Minuten bis zum Gate-Schluss haben, beschließen wir zu warten - was sich schließlich auszahlte. Die Mutter erhob sich, kam in Richtung der Autos den Hang hinauf und rief nach ihren Kindern. Leider ließ das Licht der blauen “Stunde” keine guten Fotos mehr zu - ein Hoch auf die moderne Kameratechnik und Bildbearbeitungsmöglichkeiten.



Auch die beiden Jungtiere erhoben sich schließlich, ehe sie leider allesamt in die falsche Richtung verschwanden.



Hochzufrieden mit dem heutigen Tag kamen wir schließlich wieder im Camp an. Genau so sollte der ideale Game-Drive Tag verlaufen - ein paar nette Überraschungen, etwas Spannung, etwas Action, schönstes Licht..

Doch der Abend sollte noch ein weiteres Erlebnis für uns bereit halten, das auf der “Afrika-Erlebnis-Skala” recht weit oben einzusortieren sein dürfte. Eigentlich hatten wir ja schon sehr viel erlebt, gerade beim Campen in Botswana, so dass wir davon ausgingen, dass uns eigentlich nichts so wirklich schocken könnte. Da der heutige Abend relativ lau war, beschlossen wir, nachdem die Kinder im Bett waren, auf der Terasse noch ein Bier zu Trinken, ein paar Kekse zu knabbern und den Lauten der afrikanischen Nacht zu lauschen.

Natürlich ist uns bekannt, dass in Mpila abends regelmäßig Hyänen herumstreunen und versuchen, sich am Braai zu bedienen. Da unsere Terasse zwar nicht umzäunt, jedoch verhältnismäßig groß und von einer ca. 50cm hohen Mauer umgeben war, hatten wir keine Bedenken, uns im Windschatten der Hauswand niederzulassen. Was dann aber kam, erschreckte uns so sehr, wie bisher wohl keine andere Wildlife-Erfahrung in Afrika. Wir hatten unser Sichtfeld immer wieder mit der Taschenlampe ausgeleuchtet und das Licht im übrigen aus, um besser sehen zu können. Plötzlich höre ich links von uns am Haus ein Schnauben und sehe ein riesiges, schwarz-weißes Ding im schnellen Schritt auf uns zukommen. Ein Buschschwein von kapitalen Ausmaßen hatte sich nicht von vorne der Terasse genähert, sondern war direkt an der Hausmauer entlang von hinten an uns herangeschlichen.. Wir hatten vorher noch nie ein Buschschwein zu Gesicht bekommen und ehrlicherweise sehen sie mit ihrem weiß-schwarzen Gesicht schon verdammt spooky aus..


(Screenshots aus einem Handy-Video)

Wir sprangen auf, drückten uns durch die Schiebetür ins Haus und hatten nun, geschützt durch die Glasscheibe, beste Sicht auf das Tier. Dieses drängte sich recht rabiat durch die Bestuhlung und schnüffelte. Es schnüffelte auch an der Tür und damit keine 20 Zentimeter von unsren Füßen entfernt..

Mit einem Satz lag es halb auf dem Tisch und versuchte sich die Kekspackung zu schnappen, in der noch ein letzter Keks wartete, den ich mir für nach dem letzten Schluck Bier aufheben wollte.. Dies misslang, und es schob nun Stühle umher, um von der anderen Seite zur Packung zu kommen. Sämtliche Versuche meinerseits, es zu verjagen, wurden komplett ignoriert.



Schließlich war es erfolgreich. Der Keks wurde nun genüsslich verspeist, alle Krümel abgeleckt, die Savanna-Flasche auf dem Boden beschnüffelt und dann verschwand es wieder in der Nacht..



Im Nachhinein kann man natürlich über so etwas natürlich lachen, aber im ersten Moment, wenn so ein weißes Gesicht von der Seite plötzlich auf einen zuläuft.. Zudem zeigte es keinerlei Scheu und ließ sich in keinster Weise beeinflussen. Tatsächlich scheint es offenbar in letzter Zeit seltener Hyänen-Besuch zu geben, dafür aber offenbar Probleme mit immer rabiater auftretenden Buschschweinen..
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201618. Juni 2026 · #44
20.08.2025 Mpila Restcamp

Heute ist es etwas bedeckter. Wenn man im Südteil nächtigt, will man eigentlich doch auch einmal in den Nordteil fahren - wer weiß was man da verpassen kann. Zudem hatten wir unsere bisher einzige Wildhund-Sichtung im Hluhluwe-Teil. Wir beschließen also, Richtung Norden zu fahren.

So wirklich gut ist die Stimmung nicht. Erinnerungen an unendlich lange Fahrten durch undurchdringlichen Busch werden wach, das graue Wetter tut sein übriges.









Einen Elefanten im Busch, Zebras, Giraffen und ein Buschbock sind die Highlights bis zum Picnicplatz mit dem unaussprechlichen Namen im Hluhluwe-Teil.

Hier hatten wir vor 3 Jahren eine unserer besten Löwensichtungen überhaupt (wer nachlesen will: Bericht Elternzeit Teil I). Jetzt ist von den Löwen je nach Perspektive leider oder zum Glück nichts zu sehen, so dass wir unser Frühstück einnehmen können.

Wir fahren einige Loops in der Hoffnung auf Wildhunde, treffen aber nur auf eine Büffelherde und ein entgegen kommendes Fahrzeug, welches uns stolz erzählt, gerade Wildhunde gesehen zu haben, bevor sie sich in den Busch verzogen..





Irgendwann drehen wir um und Fahren Richtung Centerenary Center für ein frühes Mittagsmahl. Auf dem Weg treffen wir Elefanten am Wasserloch und ein Zebra in schicken Stiefeln.





Nach einigen gesunden Pommes und Toast besuchen wir noch die Damen im Souvenirshop und werden natürlich mal wieder fündig. K2 hat sich unsterblich in eine (zum Glück kleine) Holzgiraffe verliebt und weigert sich für die nächsten Tage, sie aus der Hand zu lassen.

Die weitere Fahrt zurück zum Camp ist ereignislos. Wir spielen gemeinsam, ruhen uns aus und bereiten Abendessen vor. Gegen 15:45 Uhr brechen wir nochmal auf. Noch im Camp stoßen wir auf unsere neue Bekanntschaft vom Abend zuvor.



Wir fahren einmal den Sontuli Loop - leider ohne viel Erfolg mit Ausnahme von Impalas und einer Büffelherde.







Heute kam nachmittags ein sehr kalter Wind auf, so dass wir gar nicht erst in die Versuchung kommen, unseren Spaß vom Abend zuvor zu wiederholen.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201619. Juni 2026 · #45
21.08.2025 Salt Rock AirBnB

Leider endet heute bereits unsere Zeit im HLI. Wie immer hätte man noch deutlich mehr Zeit hier verbringen können und noch mehr Strecken zu unterschiedlichen Zeit ausprobieren können.

Wir hatten uns für die heutige Strecke ein Mini-Abenteuer ausgesucht in Form eines Exits über das nur selten genutzte Cengeni Gate im Südwesten Richtung Ulundi. Die Strecke erschien uns vom Ablauf her deutlich attraktiver, es fanden sich aber im Netz weder positive noch negative Berichte von diesem Gate. Zudem würden wir so den Park einmal in seiner gesamten Länge von Nordost nach Südwest durchqueren.

Zunächst ging es jedoch wieder einmal mit einem traumhaften Hluhluwe-Imfolozi-Morgen los. Die Aussicht bei der Abfahrt vom Camp war wieder einmal grandios.





Noch besser war, dass wir kurz darauf ohne weiteres Fahrzeug in der Nähe auf die beiden jungen Geparden trafen. Sie bewegten sich erst ein Stück die Straße entlang.





Dann setzte sich einer der beiden etwas abseits in den Busch, während der andere außerhalb unseres Sichtfeldes herumstromerte. Wir konnten beide so eine ganze Zeit alleine im magischen Morgenlicht beobachten.





Dies sind die Momente, wofür man sich den ganzen Stress mit Aufstehen, Kinder bespaßen etc. antut. Auch die Kinder waren natürlich schwer begeistert von den Geoparden.

Als der sichtbare Geopard sich immer häufiger hinlegte, rissen wir uns los und fuhren weiter. In weiter Ferne sahen wir eine Büffelherde.



Die Landschaft blieb wie immer der heimliche Star hier im Park.





Auch die Vogelwelt zeigte sich heute von ihrer besten Seite.







Sogar den Rücken eines NH bekamen wir kurzzeitig zu Gesicht.



Am Mphafa Hide war leider nichts los. Auf dem weiteren Weg Richtung Gate sahen wir einige OSV parken. Hier konnte man zwei weitere Geparden im Gras erahnen.

Das Gate selbst war unspektakulär. Lustigerweise - zum Thema selten befahren - fuhr gleichzeitig mit uns eine Gruppe Deutscher in einem Minivan hier heraus.

Fazit Hluhluwe-Imfolozi:

Es ist immer schwer, Kruger mit Hluhluwe-Imfolozi zu vergleichen. Im Kruger ist die Tierwelt vielfältiger und er ist noch größer. Die Infrastruktur ist deutlich besser, es gibt mehr Übernachtungsoptionen. Dafür ist die Landschaft hier deutlich attraktiver, alles ist wilder und authentischer. Rein rational bietet Kruger mehr, rein emotional fühlen wir uns hier deutlich wohler.

Dass man hier nicht an einer wesentlichen Zufahrtsstraße ist, merkt man jedoch unmittelbar hinter dem Gate. Die Straße war einmal geteert und zweispurig, ist jedoch so stark mit Büschen und Gras bewachsen, dass man langsam im Slalom auf maximal einer Spur um sie herum kurven muss. Kurz darauf gesellen sich ständig Kühe dazu.

Ab dem ersten Dorf bessert sich die Straße und es ist eine normale südafrikanische Schlagloch-Straße (Badewannen-Skala 2-3/5). Wir fahren Richtung Ulundi, um dann auf die R66 Richtung Eshowe abzubiegen. Ulundi entpuppt sich als sehr große Streusiedlung mit stärkerem Verkehr.



Auf dem übrigen Weg ist es entspannt und landschaftlich wie höchst attraktiv.

In Eshowe wollen wir zunächst etwas zu essen finden, was sich schwieriger gestaltet als gedacht, weil vieles geschlossen ist. So landen wir beim KFC, wo wir uns etwas holen wollen und von einigen offensichtlich unter Drogeneinfluss stehenden Personen immer wieder angequatscht werden.. Kein guter erster Eindruck.

Das ändert sich, als wir Richtung Dlinza Forest fahren. Hier gibt es schöne Häuser in schönen Gärten. Wir packen unser Fastfood in den Rucksack und machen uns auf zum Board Walk. Es wirkt hier alles sehr nett und liebevoll gemacht.

Der Wald ist traumhaft schön, der Weg geht teilweise hoch in den Wipfeln entlang. Angesichts der Uhrzeit sehen wir natürlich nur wenig Vögel.







An einer Stelle kommt man über einen Turm richtig hoch über die höchsten Wipfel. Hier verzehren wir unser gesundes Essen und machen uns anschließend wieder auf den weiteren Weg zurück.





Es gäbe auch einen Bird Hide, der sehr gut gemacht ist. Wenn man in der Gegend ist, bietet sich hier möglicherweise durchaus ein Besuch in den Tagesrandzeiten an.

Schließlich geht es auf die finale Etappe bis Salt Rock. Mir gefällt die Gegend hier im Hinterland immer ausgesprochen gut. Das Grün der Felder, die sanften Hügel.. bisweilen ist man fast an die Toscana erinnert.





Irgendwann kommen wir dann tatsächlich in Salt Rock an. Wir fahren durch jede Menge verschlossene Gated Communities und erreichen schließlich das für uns richtige Tor. Der vorgenannte Code öffnet zum Glück das Tor und wir finden auch unseren Parkplatz unterhalb der Wohnanlage.

Wir haben über AirBnB eine Wohnung in einer Wohnanlage direkt am Meer gebucht. Die Aussicht ist Wahnsinn, die Wohnung sehr schön eingerichtet. Hier könnte man es sich durchaus auch vorstellen, zu leben.. Es gibt einen gesicherten Zugang direkt zum Strand.











Vor allem K2 hat keinerlei Erinnerungen mehr ans Meer und ist ganz begeistert davon, dass hier überall Wasser ist ("Da ist ein großes Wasser! Und da ist noch ein Wasser! (der Pool..)).

Natürlich muss ein kurzer Besuch am Strand sein, auch wenn wir natürlich heute schon ganz schön viel erlebt haben.





Das Wasser ist für Winter überraschend moderat temperiert, auch das Wetter ist angenehmes T-Shirt-Wetter.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201619. Juni 2026 · #46
22.08.2025 Salt Rock AirBnB

Wir schlafen hervorragend zum Klang der Wellen. In der Früh ist es angenehm sonnig. Die gesamte Fensterfront lässt sich öffnen, so dass es sich fast anfühlt wie als wenn man im Freien an Meer oder auf einem Balkon säße.





Leider ist so eine offene Fensterfront, auch im 3. Stock, in Südafrika nicht ohne Risiko. Als wir etwas unaufmerksamer sind, sehen wir plötzlich eine Grünmeerkatze auf einem der geöffneten Fensterrahmen sitzen.. Gerade noch rechtzeitig können wir sie verjagen und schließen die Fenster bis auf einen Flügel.

Dafür bietet uns das Meer gleich noch ein weiteres Highlight: Delfine ziehen vor der Küste vorbei - gut erkennbar und für uns alle die erste Delfin-Sichtung von Land aus. Leider waren Kamera etc. noch gut verpackt im Rucksack.

Für heute ist primär Entspannung angesagt. Wir gehen zunächst für ein paar Stunden an den Strand, wo die Kinder vor den Wellen davon rennen und an den Felsen Steine in die Pfützen werfen. Auch die kleineren Tierchen und Pflanzen an den Felsen sind natürlich interessant. Wir gehen zudem ein Stück den Strand entlang. Theoretisch käme man hier bis zum Ortszentrum von Ballito.





Aus der Ferne sieht es nicht wirklich attraktiv und sehr zugebaut aus. Vermutlich würde der Küstenabschnitt, an dem wir uns aktuell befinden, aus der Ferne ähnlich aussehen. Jedoch ist es hier direkt am Strand echt schön. Außer ein paar Spaziergängern ist niemand da, die Bebauung ist eher locker und hinter viel Felsen und Grün versteckt. Es gibt also auch an zugebauten Küsten die ein oder andere schöne Ecke.

Nach einem kleinen Mittagsmahl fahren wir Richtung Ballito, um für die nächsten Tage in den Bergen ein wenig einzukaufen. In der Ballito Junction Mall gibt es alles was wir brauchen (und viele Dinge die wir nicht brauchen). Der dortige Liquor Store hat die beste Auswahl, die ich bisher in Südafrika in einem Laden gesehen habe - definitiv sehr zu empfehlen.

Die Kinder freuen sich eher über Duplo-Ecke in einem Spielzeugladen und sind happy, mal wieder ein bisschen frei bauen zu können.

Ebenfalls für Begeisterung bei K1 sorgt die Familientoilette - mit kleiner und großer Schüssel direkt nebeneinander, so dass kein Zeitverlust entsteht 🙂



Zum Abendessen gehen wir ins 45 On Eat Street direkt an der Mall. Ein Tipp hier aus dem Forum, der echt gut war. Das Ambiente ist gehoben, aber eindeutig auf Familien ausgerichtet. Es gibt viel Ablenkungsmöglichkeiten für die Kinder vor dem Restaurant und sogar extra Aufpasserinnen. Essen und Service sind auch sehr gut. Mit Kindern in Ballito also definitiv eine Empfehlung.

Bereits im Dunkeln (da haben wir nicht so wirklich viel Erfahrungen in Südafrika) geht es schnell und einfach über die Autobahn zurück nach Salt Rock - wo wir, nachdem die Kinder im Bett sind, bereits wieder anfangen müssen, alles für den nächsten Tag zusammen zu packen.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201619. Juni 2026 · #47
22.08.2025 Himmeville Ripon Country Cottages

Leider müssen wir heute bereits wieder weiter - vom Meer in die Berge. Wir waren bezüglich eines Stopps hier an der Küste sehr skeptisch, rückblickend hätten wir es hier sicher noch ein paar Tage gut ausgehalten. Die Kombination aus Meer, verhältnismäßig warmem Wetter und zivilisatorischer Infrastruktur sorgte für eine nette Abwechslung. Auch dass hier alles schön tropisch grün und nicht vertrocknet und kahl ist, war eine willkommene Abwechslung.

Auch heute besuchen uns zum Frühstück Delfine - diesmal liegt die Kamera bereit.





Dann müssen wir unser gesammeltes Gepäck sowie die erworbenen Einkäufe wieder sehr viele Treppen hinunter ins Auto tragen und machen uns auf den weiteren Weg Richtung Himmeville. Mit der Gegend hatten wir noch eine Rechnung offen - 2022 stornierten wir (im Mai) wegen schlechten Wetters und Kälte eine Unterkunft in Underberg (und entdeckten dafür Mtunzini - also auch keine schlechte Lösung). Nun wollten wir es - rein kalendarisch im noch tieferen Winter, aber mit besserer mentaler Vorbereitung, erneut in Angriff nehmen.

Für die Fahrt hatten wir uns im Vorfeld verschiedene Varianten überlegt. Rund um Durban bzw. in Pietermaritzburg gibt es eine ganze Reihe kleinerer Nature Reserves, die zumindest zu einem Spaziergang einladen. Auch die Howick Falls und die Mandela Capture Site kommen als Zwischenstopp in der Gegend in Betracht.

Aus Gründen, an die ich mich mangels Aufzeichnungen nicht mehr erinnere, fahren wir jedoch mehr oder weniger durch bis Underberg. Die Fahrt entlang der N3 ist geprägt von endlosen Baustellen und viel Verkehr, somit eher nervig. Erst als wir vor Howick auf die R617 abbiegen, wir es SA-typisch ruhig und entspannt.

In Underberg kaufen wir zunächst noch einmal Wasser (da wir am Vortag versehentlich Sprudelwasser gekauft hatten) und fuhren dann zum The Olde Duck, einem Café/Restaurant etwas außerhalb. Hier ist gut was los. Das Gelände ist sehr weitläufig und es gibt viele Spielmöglichkeiten für Kinder - entsprechend ist auch viel Gewusel. Es ist in der Sonne sehr angenehm, auch wenn ein ziemlich starker Wind weht.







Insgesamt ein sehr netter und zu empfehlender Ort.

Nachdem alle satt und ausgetobt sind, geht es auf die letzten Kilometer. Unsere Unterkunft befindet sich einige Kilometer nördlich von Himmeville an der Straße nach Lotheni. Hier gibt es eine Handvoll von Cottages auf einer im Betrieb befindlichen Farm (und auch Campingmöglichkeiten).

Unser Cottage (Granny Smith) ist großzügig geschnitten und bietet von Fenstern und der sonnigen Terrasse aus eine grandiose Aussicht in die Berge. Unser Gastgeber-Paar ist überaus nett und freundlich (und, wie so oft auf Farmen in Südafrika, mit deutschen Wurzeln).







Wir nutzen die sonnige Terrasse natürlich sofort für eine Runde spielen. Als das Licht immer besser wird, hält mich als Fotografen irgendwann nichts mehr und wir machen noch einen kleinen Spaziergang über das Farmgelände.

















Ich weiß nicht wieso, aber die Landschaft der Drakensberge - auch hier im Süden - ist einfach unglaublich magisch und anziehend. Obwohl wir zuhause auch wunderschöne Berge haben, in denen wir oft unterwegs sind, ist es doch etwas vollkommen anderes.



Mit Verschwinden der Sonne kühlt es natürlich sofort ziemlich ab, es bleibt aber alles erträglich (draußen aber eher mit Jacke). Hier zahlt sich aus, dass die Spätwinter-sonne tagsüber wohl bereits so kräftig ist, dass sie das Haus und alles darin gut aufheizt.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201619. Juni 2026 · #48
23.08.2025 Himmeville Ripon Country Cottages

Heute klingelte der Wecker zum ersten Mal in der Früh wieder. Wir hatten für heute bei Sani Private Tours eine Tour zum Sanipass gebucht. Wir hatten hier lange überlegt, ob die Tour mit Kindern Sinn macht, weil man naturgemäß viel im Auto unterwegs ist. Tatsächlich halten sich die reinen Fahrzeiten jedoch in Grenzen. Auch das im Winter nicht vorhersehbare Wetter machte die Entscheidung nicht einfacher. Auf Nebel und Schnee hatten wir keine Lust. Da der Preis für eine private Tagestour aber recht fair ist, gingen wir das Wagnis ein.

Tatsächlich begrüßte uns der Morgen mit strahlendem Sonnenschein. Unsere Unterkunft lag strategisch sogar nochmal deutlich günstiger als Underberg selbst, da die Straße auf den Pass wenige Kilometer südlich unserer Unterkunft abgeht. Daher werden wir direkt hier von einem netten Guide eingesammelt.

Bereits auf den ersten Kilometern sehen wir eine Cape Rock Thrush und auf einem gegenüber liegenden Hang einige Elands.





Es ist zwar sonnig, aber es weht ein sehr stürmischer und eisiger Wind.



Die wunderschöne, neu angelegte Teerstraße raubt dem ganzen heutzutage ein wenig den Abenteuercharakter, macht aber das Vorankommen natürlich einfacher.







Nach einigen Fotostops mit Erklärungen erreichen wir den südafrikanischen Grenzposten. Die weiteren Serpentinen sehen beim Rauffahren durchaus machbar aus. Bewundernswert sind da eher die Minibusse, die uns aus Lesotho entgegen kommen und diesen nicht ganz trivialen Abschnitt herunterschaukeln.

Der Grenzposten von Lesotho ist herrlich afrikanisch unorganisiert. Um die Einreisegebühr per Karte zahlen zu können, muss ich mit in die Wachstube. Diese besteht aus einem großen, relativ kargen Raum mit einem glühenden Ofen in der Mitte, um den sich die gesamte Wachmannschaft dick eingepackt versammelt hat, während im Hintergrund auf einem Tisch das Mittagsessen kocht. Irgendwo wird ein Kartenlesegerät gesucht und die Zahlung klappt ohne Probleme.



In Lesotho fahren wir wenige Kilometer zu einem Dorf, wo uns eine Dame ein wenig über lesothische Bräuche und Kulturen erzählt. Eigentlich mögen wir solche Stopps überhaupt nicht, sie ist aber sehr nett und es scheint ihr auch Spaß zu machen. Natürlich werden im Nachgang noch ein paar Kunstgegenstände dargeboten - die sind aber sehr nett gemacht, und eine Erinnerung an Lesotho brauchen die Kinder ja auch..



Danach geht es wieder zurück zur Sani Mountain Lodge. Auf dem Weg sehen wir glücklicherweise einen Southern Bald Ibis, den Nationalvogel Lesothos. Ich versuchte mich anpirschen, der starke Wind und die Höhe machen sich gleich bemerkbar.



Der Pub selbst liegt natürlich sehr schön und verbreitet mit den brennenden Öfen angenehme Hütten-Atmospähre. Wir mussten hier bereits am Tag zuvor unsere Bestellung aufgeben. Inzwischen arbeitet der Pub wohl auf reiner Vorbuchungs-Basis. Wer nicht vorher bestellt hat, kommt wohl gar nicht mehr rein. Es gibt einen Wickeltisch mit Aussicht in der Toilette 🙂







Nach durchschnittlichem Essen zu überdurchschnittlichem Preis fahren wir wieder bergab. So erscheinen die Serpentinen doch etwas kniffliger, weil es relativ steil bergab geht und auch neben der Straße relativ steil runter geht. Jedenfalls bei guter Sicht und trockenem Untergrund kann ich mir aber nicht vorstellen, dass Leute, die schon einige Erfahrungen in schwierigerem Gelände haben, tatsächlich Probleme bekommen.

Auf der Fahrt zurück stoßen wir noch auf eine Gruppe Mountain Reed Bucks.



Am frühen Nachmittag sind wir wieder zurück in unserer Unterkunft. Insgesamt war die Tour recht kurzweilig und unterhaltsam, ob es jetzt eine der Top-Attraktionen Südafrikas ist, wage ich aber doch eher zu bezweifeln. Auch ohne den Pass gefahren zu sein, gibt es viele tolle Ecken in den Drakensbergen. Von Lesotho selbst bekommt man so natürlich auch nicht viel mit. Hier würden wir gerne mal ein paar Tage das Land genauer erkunden (vielleicht auch zu Fuß - eine Familie, die wir ein paar Tage später trafen, hatte eine mehrtägige Wanderung mit Eseln gebucht). Auch mit Kindern ist die Tour aber problemlos machbar. Ob man eine geführte Tour braucht, wenn man selbst ein Allradfahrzeug und gewisse Vorerfahrungen hat, wage ich auch zu bezweifeln.

Wir wollen den verbleibenden Resttag nicht ungenutzt lassen und beschließen, noch zum etwas südlich gelegenen Kenmo Lake für einen kleinen Spaziergang und vielleicht ein paar Vögel zu fahren. Die Aussicht auf der Lower Lotheni Road ist wieder einmal grandios.



Ebenso freuen wir uns über ein paar Kronenkraniche am Straßenrand. Auch nach vielen Vogelarten, die wir inzwischen gesehen haben, bleiben Kronenkraniche die wohl schönsten Vögel überhaupt (wenn auch hier recht weit entfernt und nicht in bestem Licht).



Der See liegt recht idyllisch und bietet im Sommer wohl eine hübsche Hochzeits-Location.





Außer einer Familie Nilgänse und einer Familie Haubentauchern bleibt es mit Blick auf Vögel aber eher ruhig.





Auf dem Rückweg beobachten wir Kälbchen und freuen uns erneut über die grandiose Landschaft.







Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201619. Juni 2026 · #49
24.08.2025 Himmeville Ripon Country Cottages

Der nächste Morgen begann so idyllisch, wie der letzte endete. Hier zahlte es sich erneut aus, bewusst Unterkünfte mit toller Aussicht direkt von der Terasse aus zu buchen. So kommt man auch mit kleinen Kindern in den Genuß schöner Fotomöglichkeiten in den Tagesrandzeiten.









Aus den vielen in der Gegend zwischen Underberg und Lotheni zur Auswahl stehenden Startpunkten hatten wir uns für heute das Cobham Nature Reserve und dort die Wanderung zum Bundary Rock vorgenommen. Für andere zu Rechere: Auf Outdooractive findet man sehr viele, gut bebilderte Tourenbeschreibungen für diverse Orte in den Drakensbergen, diese werden wohl offenbar von Mitarbeitern von KZN ezemvolo gepflegt.

Wir fuhren durch Himmeville und dann eine kleine Straße ins Cobham Nature Reserve. Hier startet und endet auch eine Etappe des bekannteren Giant’s Cup Trails, eine 5-tägige Wanderung mehr oder weniger am Fuße der Berge entlang. Von dem was wir bisher davon gesehen haben, sehr empfehlenswert, geführt oder ohne Unterstützung.



Das Wetter war schwierig einzuschätzen. Einerseits wehte ein eisiger Wind, der Windjacken und Kapuzen erforderte, andererseits brannte die Sonne relativ stark, so dass man ohne Wind selbst im T-Shirt ins Schwitzen kam.

Der Weg ist relativ simpel, aber attraktiv und führt primär ein Tal entlang, über einige kleinere Hügel zu einem Felsen mit San-Zeichnungen. Da K2 beschloss, viel selber zu laufen (was wir natürlich grundsätzlich begrüßen), zog sich alles leider sehr.









Hier sieht man auch sehr gut, dass wie überall in den Drakensbergen zur Vermeidung unkontrollierbarer Buschbrände jedes Jahr einzelne Streifen gezielt abgebrannt werden. Ein ÜBergreifen auf weitere Teile wird dabei mit Hilfe von feuerhemmenden Flüssigkeiten verhindert. Wie sinnvoll oder nicht dies ökologisch ist, entzieht sich meiner abschließenden Beurteilung. Ziel der Maßnahmen ist aber wohl auch, die endemische Pflanzenwelt, die oft auf regelmäßige Buschbrände angewiesen ist, hierdurch gezielt zu unterstützen.

Der Bundary Rock selbst jetzt eher mäßig spektakulär, die Aussicht und Einsamkeit im Tal aber sehr eindrücklich.







Am Fluss selbst finden wir Kot von Fischottern, jedoch keine Verursacher.



Am frühen Nachmittag sind wir wieder zurück auf unserer Farm. Gemeinsam mit unserer Gastgeberin besuchen wir ihre Kühe und zwei neugeborene Kälber, die gleich nach K1 und K2 benannt werden. Da es sich jeweils um männliche Kälber handelt, wird ihnen aber wohl kein langes Leben beschieden sein.. Insgesamt ist die unterschiedliche Herangehensweise an die Kalbung zwischen Südafrika und Deutschland sehr spannend. Hier wird die Mutterkuh durchgehend alleine mit der Herde auf der Weide gelassen, auch bei der Geburt ist niemand zugegen und alles wird mehr oder weniger seinem “natürlichen” Lauf gelassen. In Deutschland kennen wir es von Milchbauern nur so, dass die Kühe vorab immer ausgesondert werden, das Kalb danach sofort vom Tierarzt untersucht wird und nach wenigen Tagen bereits von der Mutter getrennt aufgezogen wird.





Die Kinder freuen sich jedenfalls sehr über “ihre” Kälber und können dabei sogar das erste Aufstehen von Kalb K2 beobachten, während die Mutter die Nachgeburt verzehrt (und wir Eltern einen gewissen Erklärungsbedarf haben, was da gerade passiert..).

Danach spielen wir noch ein wenig bis zum Sonnenuntergang auf der Terasse - welcher sich auch wieder von seiner schönsten Seite zeigt.





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998 Beiträge · seit 202320. Juni 2026 · #50
Guten Morgen ihr Lieben,
Hui, da sind ja vielleicht ansprechende Landschaftsaufnahmen dabei. Ihr habt da echt eine tolle Route zustande gebracht. Schön abwechslungsreich, das mag ich sehr.

Liebe Grüße,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 Frühstück mit Giraffen – Namibia Mai 2025 Mauritius – Das andere Afrika (Dezember 2024) Two in One – Kruger Region & Garden Route (Südafrika 2023)
638 Beiträge · seit 202320. Juni 2026 · #51
Also, eure Unterkunft am Meer und die Delfine haben mich ja schon richtig verzaubert, aber die Landschaft der Drakensberge ist auch unglaublich schön! Ich denke, wir werden bei einem weiteren Südafrika-Urlaub beides mal auf unsere Liste setzen 😎
Themenstarter925 Beiträge · seit 201624. Juni 2026 · #52
Hallo zusammen,

vielen Dank für die netten Worte!

@nacho: Vielen Dank! Ich freue mich, wenn ich Bilder herzeigen kann.

@Melanie: Für die Delfine hat man natürlich leider keine Garantie, für die atemberaubende Landschaft der Drakensberge natürlich schon. Wobei man da dann typischerweise eher die Qual der Wahl hat, wo genau man hin möchte..

Viele Grüße

fidel
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201624. Juni 2026 · #53
26.08.2025 Cathkin Park Highbourne Cottage

Nach nur 3 Nächten ist unsere Zeit in dieser traumhaften Gegend leider schon wieder vorbei. Wie bereits in der Einleitung geschrieben, fiel es uns nicht leicht, die Nächte in den Drakensbergen sinnvoll aufzuteilen - leider sind auch bei einer Reisedauer von einem Monat die Tage endlich. Die Gegend böte noch viel Potential für weitere Erkundungen: Lotheni etwas weiter nördlich ist Ausgangspunkt für ein paar tolle Wanderungen, rund um Underberg gäbe es auch eine Vielzahl schöner Wander-Möglichkeiten. Zudem lockt der Mzimkulu Vulture Hide mit hervorragenden Reviews. Uns blieb er leider verwehrt, da man auch bei exklusiver Buchung keine Kinder unter 6 Jahren akzeptierte.

Fazit Himmeville/Ripon Country Cottages:

Wir waren erst bezüglich der Gegend leicht skeptisch, weil sie stärker touristisch entwickelt ist als andere Ecken der Drakensberge und zudem die Berge etwas “lieblicher” ausfallen als die spektakulären Felsnadeln weiter nördlich. Diese Sorge hat sich als absolut unbegründet erwiesen. Die Gegend ist - auch in winterlichem Braun - absolut traumhaft und bietet eine Vielzahl an tollen Outdoor-Aktivitäten auch jenseits des Sani-Passes.

Unsere Unterkunft war auch nahezu perfekt. Super Ausstattung, super Aussicht, unglaublich nette und hilfsbereite Gastgeber. Man ist natürlich etwas ab vom Schuss, aber je nachdem, wo man hin möchte (Sanipass, Cobham NR, Lotheni) hat man sogar kürzere Wege als aus Underberg.

Unsere Sorge vor Kälte erwies sich als unbegründet. Vielleicht hatten wir hier auch einfach Glück mit sonnigem und angenehmen Vor-Frühlingswetter. Jedenfalls war es auch nachts zu keinem Zeitpunkt unangenehm kalt, auch morgens hatte es im Haus noch mind. 16°C. Da haben wir schon im Mai in viel niedrigerer Meereshöhe deutlich mehr gefroren in Südafrika..


Heute ging es weiter in den Norden ins Champagne Valley/Cathkin Park. In der Luftlinie keine hundert Kilometer. Wir hatten lange überlegt, ob wir, um mehr Ecken kennenzulernen und für etwas mehr “Abenteuer” eine möglichst direkte Route auf kleinen Straßen immer entlang der Berge wählen sollten oder die - laut Google Maps fast doppelt so schnelle und doppelt so weite Route über die N3. Leider gibt es wenig Erfahrungsberichte zur “direkteren” Route, das einzige was ich fand, war die Aussage “machbar, aber nicht mega-spannend”. Da wir einerseits auch nicht wussten, wie verlässlich Googles Schätzungen waren und andererseits mit dem Umweg auch ein wenig ins Midlands Meander reinschnuppern konnten (wo wir eigentlich auch gerne ein paar Nächte geplant hätten), entschieden wir uns für die kürzere, längere Route.

Als kleiner Kompromiss fuhren wir jedoch zunächst auf der Gravel Road Richtung Lotheni weiter nach Norden - einsam, gut zu fahren und landschaftlich sehr abwechslungsreich - um dann über die Stoffelton Road (hier ebenfalls noch die ersten Kilometer auf Gravel) weiter nördlich auf die N3 zu stoßen.

Hier hatten wir uns als Zwischenstop das Blueberry Farm Café auf der Netherwood Farm ausgesucht. Dort sollte es laut Homepage zahlreiche Tiere und einen riesigen Spielplatz mit diversen Aktivitäten für Kinder geben. Da wir im Winter unterwegs waren, hatte ich das natürlich nochmals extra überprüft und auf Instagram die Info gefunden, dass alles offen haben sollte und es diverse Aktivitäten für Kinder gäbe. Vor Ort fanden wir das Café, der Rest war jedoch versperrt und leer. Auf unseren Hinweis hin, dass es aber noch wenige Tage vorher anders auf Instagram beworben wurde, ließ man uns - unter Verweis, nicht zu lange zu bleiben und nichts kaputt zu machen - den Spielplatz “anschauen”. In der Tat hat das ganze hier Potential und wenn alles “aktiv” ist, ist es sicher toll. So war es leider etwas traurig und unglücklich gelaufen - vor allem weil es durchaus andere attraktive weitere Optionen gegeben hätte (für Nachreisende: The Barn Owl, Fable Restaurant, Terbodore Coffee Roasters, Piggly Wiggly Farm, The Wine Cellar..)

Das Restaurant/Café sah aber sehr ansprechend aus, so dass wir hier einkehrten. Auch das Essen war recht gut. Von daher grundsätzlich eine Empfehlung - mit den oben geäußerten Vorbehalten.

Fotos gibt es mit Ausnahme einer entspannten Ziege leider keine..



Dann ging es weiter Richtung Norden. Unsere Fahrt durch das Midlands Meander war eher ernüchternd. Es scheint zwar recht viel nette Orte (Cafés, Kunsthandwerk etc.) zu geben, das auf eine lebendige Kultur- und Foodszene hindeutet. Landschaftlich war es aber eher langweilig, zudem war auf der R103 doch recht viel Verkehr. Zum einfach durchfahren daher vielleicht nicht die beste Wahl. Mit mehr Zeit zum Entdecken vielleicht eher sinnvoll.

Irgendwann ging es wieder auf die N3 - zum Glück nun deutlich entspannter und mit weniger Baustellen als weiter südlich - gen Norden, ehe wir wieder Richtung Berge abbogen. Die Straße ging immer weiter und weiter in die Berge hinein und wurde immer kleiner und schlechter, bis wir schließlich kurz vor dem Ende (Monks Cowl Campsite) die Zufahrt zu unserem Cottage erreichten.

Dieses erwies sich - wie erhofft - als Volltreffer. Man ist fast direkt im Park, zum Gate sind es noch wenige hundert Meter. Die Aussicht ist spektakulär. Ausstattung und Einrichtung lassen keine Wünsche übrig. Einziger Nachteil ist, dass es direkt an ein weiteres Ferienhaus mit getrenntem Garten angrenzt (man hat also keine absolute Alleinlage) und die Zufahrt recht steil ist (aber gepflastert). Wir hatten wieder bewusst eine Unterkunft mit guter Aussicht und noch dazu möglichst nah hübschen Zielen gewählt, um Tagesrandzeiten besser nutzen zu können und nicht viel fahren zu müssen.







Die Aussicht von unserer Terasse aus, der Umstand, dass wir den ganzen Tag nur im Auto saßen und das immer schöner werdende Licht luden dazu ein, noch eine kurze Wanderung/Spaziergang einzulegen. Es war den ganzen Tag eher diesig und grau gewesen, jetzt riss die Wolkendecke auf und es zeigte sich blauer Himmel und Sonne.

Die Wanderung zu den Sterkspruit Falls (ab der Monks Cowl Campsite 3km/120hm) erschien uns als Option für einen netten Abendspaziergang. Zudem wollten wir für den knappen Kilometer bis zur Rezeption natürlich nicht das Auto bemühen. Wir spazierten daher weniger als eine Stunde nach unserer Ankunft bereits wieder, zunächst sorgenlos, bis zur Rezeption und meldeten uns für den Hike an. Dort wies man uns darauf hin, dass das Gate um 18:00 Uhr - d.h. wir hatten noch gute 1,5 Stunden, mussten uns also etwas sputen.



Der Weg führt von der Rezeption bergab durch schönen Wald und dann über eine hügelige Wiese - mit traumhafter Aussicht auf Sterkhorn und Monk’s Cowl (3.229m).



Der Wasserfall selbst war aufgrund der Trockenzeit im Vergleich weniger spektakulär, aber gleichwohl nett anzusehen ob seiner Höhe. Leider konnte man ihn wegen der Absperrung nicht ohne weiteres in Gänze bewundern.



Danach hieß es wieder: Aufstieg zurück zur Rezeption.. Zum Glück ließ sich K1 genug antreiben und K2 hatte nichts gegen die Kraxe einzuwenden. Andernfalls wäre es hinten raus doch noch etwas eng geworden.

Die späte Zeit bescherte uns dafür eine wundervolle Lichtshow in den Bergen.. (Sorry für die Bilderflut - ich hatte leider nur die RX100 dabei und nicht die Vollformat, sonst wären es sicherlich noch deutlich mehr Bilder geworden..)











Dank genug Gehetze, kamen wir noch rechtzeitig zum Gate - es wäre sogar noch etwas Luft gewesen. Aber gerade mit Kindern zu Fuß ist die Planung der richtigen Geschwindigkeit natürlich immer heikel.. Auf dem Weg zurück zum HAus dunkelte es bereits. Eine Gruppe Paviane vor uns auf der Straße nahm zum Glück reißaus, als wir kamen.

Zurück am Haus gab es ein letztes Mal tolle Aussicht auf den vergangenen Sonnenuntergang.



Manchmal muss man eben doch aus seiner Komfortzone rausgehen, um ein bisschen was zu erleben. Wir waren jedenfalls sehr froh, dass wir die Chance genutzt hatten, noch die kleine Wanderung dazwischen zu schieben.
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201624. Juni 2026 · #54
27.08.2025 Cathkin Park Highbourne Cottage

Die Gegend bietet eine Vielzahl von Wanderungen in sämtlichen Schwierigkeitsgraden - wobei es natürlich mit zunehmender Höhe und Länge immer spektakulärer wird. Outdooractive ist hier eine gute Quelle. Aber auch in unserer Unterkunft waren sehr detaillierte Beschreibungen und weitere Hinweise.

Wir entschlossen uns schließlich, die Wanderung über die Sphinx zum Kearkland Pass bzw. zum Blindman’s Corner zu wagen. Je nach konkreter Routenwahl ca. 700hm und Zeitangaben zwischen 3,5 und 5 Stunden. K1 war fit und motiviert, K2 auch - zur Not müssten wir halt abbrechen und denselben Weg zurück.

Besonders attraktiv an dieser Route: wir konnten direkt aus unserem Garten einem kleinen Pfad folgen und so, ohne nochmal zur Straße und zur Rezeption zu müssen (was man wegen der Anmeldung natürlich eigentlich tun sollte - dank Wild Card haben wir hier aber immerhin niemanden beschissen) direkt weiter oben einsteigen.

Wir starten gegen 08:30 Uhr. Zu Beginn war auch K2 sehr motiviert und wollte selber laufen - was natürlich zu gewissen Verzögerungen führt. Im Schatten war es noch recht frisch. Sobald wir in offenerem Gelände waren, merkte man die Kraft der afrikanischen Sonne und es wurde schnell recht heiß.













Auch die ersten Blumen des Frühlings zeigten sich.



Wir passierten einen kleinen Wasserfall (ohne vorzeigbare Fotos) und den Felsen der Sphinx - aus der Nähe natürlich vollkommen unspektakulär. K2 ist (mit Blick auf das Gelingen der Tour zum Glück) nun in der Kraxe. An einem passenderweise als “Breakfast Stream” genannten Bach gab es die erste Pause. Wir hatten jetzt den Großteil der Höhenmeter hinter uns.



Die Höhe gab den Blick auf einen Berg mit Loch in der Ferne frei sowie auf der anderen Seite in das nächste Hochtal.







Grün sähe das ganze natürlich nochmal schöner aus - aber man kann nunmal nicht alles haben. Auch hier sah man überall die Spuren gezielt gelegter Brände. Der Weg wurde nun etwas eintöniger und flacher und lief leicht steigend bis zum Blindman’s Corner, wo der Aufstieg zum Sterkhorn beginnt, an. Zudem war die Sonne nun deutlich merkbar.

Daher beschlossen wir, am Kearkland Pass - hier kommt der andere Weg von der Monk’s Cowl Campsite hoch - nach einer Pause umzudrehen. Zum Bindman’s Corner wäre es noch ein Stückchen weiter gegangen, so wirklich viel mehr würde man von dort aber auch nicht sehen. Dafür erhielten wir so einen ersten Einblick in die höher gelegenen Ecken der Drakensberge. Zudem hat K1 mit ca. 2030hm hiermit seinen ersten “2000er” erfolgreich bezwungen.


(hier sieht man den weiteren Verlauf gut - der Blindman's Corner ist am Fuße dieses Anstiegs)





Wir folgen daher dem anderen Weg abwärts. Er windet sich ebenfalls immer am Hang entlang. Bisweilen etwas ausgesetzter (hier sollte man Kinder in jedem Fall an die Hand nehmen), bisweilen gibt es ein paar kleinere Felsstufen runter zu klettern.



Mit der Zeit schwinden natürlich auch bei K1 die Kräfte und die Motivation. Glücklicherweise lässt sich diese mit Gummibärchen an strategischen Orten immer auf kleiner Flamme ausreichend aufrechterhalten. Schwieriger ist, dass K2 nun endlich auch mal wieder laufen möchte - wir aber eigentlich vor allen irgendwann unten ankommen wollen.



Immerhin der Blick zurück ins Tal gibt schöne Ausblicke frei.



Als wir uns dem Talboden nähern, wird es nochmals etwas zäher. Der Weg ist nun breit und zieht sich etwas (ein klassischer Hatscher, um zurück zum Ausgangspunkt zu kommen - vielleicht sollte man die Strecke besser andersrum gehen - dann ist aber der Aufstieg nochmal steiler). Endlich kommen wir gegen 15:30 Uhr an der Campsite an. Zum Glück gibt es im Camping Shop kühle Getränke und sogar ein Eis. Da werden müde Geister wieder munter und es wird gleich der Spielplatz der Campsite erkundet. Am Ende stehen 720hm und fast 12km auf der Uhr.

Zurück im Haus juckt es nach einer erfrischenden Dusche schon wieder in den Füßen. Ich gehe daher mit den Kindern noch ein wenig auf dem Gelände des Cottages spazieren auf der Suche nach Vögeln. Es gibt hier zudem einen sehr tollen, sehr schattigen Picknick-Platz an einem Bachlauf (leider ohne Fotos). Was Vögel angeht, sind wir mäßig erfolgreich. Vielleicht ist Nachmittag plus zwei kleine Kinder nicht die beste Kombination für Vogelfotografie 🙂



Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
3'384 Beiträge · seit 200924. Juni 2026 · #55
Servus Fidel,

mit großem Interesse hab ich Deinen Reisebericht gelesen. Eine schöne Route habt Ihr Euch da zusammengestellt, Krüger verbunden mit den Drakensbergen, das hat doch was. Wir werden im kommenden Jahr eine ähnliche Tour fahren, nur fangen wir in den Drakensbergen an und hören im Krüger auf.

Was mir bei Dir bzw. Euch besonders gut gefällt, das ist das Miteinander mit Eueren Kindern. 🙂
Allen Respekt, wir haben ja auch etliche Kid´s, aber wir haben´s grad mal alle zusammen zum Gardasee, nach Rimini oder auch mal nach Griechenland geschafft. Afrika war da Fehlanzeige. Wobei ein ganz großer Traum von mir wäre, irgendwann mal mit unseren Kinder und Schwiegerkindern und dann natürlich auch noch mit den Enkelkid´s alle gemeinsam mal einen Safariurlaub hinzubekommen. Wobei mit dann insgesamt 13 Leuten der Spaß halt kostet. 🤩

Wegen Skukuzza und BN3 möchte ich gerne was nachfragen: wenn ich Dich richtig interpretiere, dann hat BN3 keine Sitzgelegenheit im Freien. Ist das bei allen BN3 so oder ist es evtl. bei BN2 besser? Kannst Du dazu was sagen?
Ich frage deshalb, weil wir für nächstes Jahr den BN3 gebucht haben, und wenn da tatsächlich keine Möglichkeit ist, im Freien zu sitzen, dann wäre das für mich ein "no go".

Wäre prima, wenn Du mir dazu ein paar Infos geben könntest.

Danke Dir schon im Voraus,
herzliche Grüße, der bayern schorsch
Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
Themenstarter925 Beiträge · seit 201626. Juni 2026 · #56
28.08.2025 Cathkin Park Highbourne Cottages


Heute war es wieder sehr diesig. Mit Ausnahme des gestrigen Tages waren die letzten Tage alle relativ diesig. Man sah keine Wolken, nur einen gleichmäßig hellgrauen Himmel, wie etwa bei Waldbränden häufiger zu beobachten.

Da wir ja zum Wandern und erkunden da waren, entschlossen wir uns heute zu einer kleinen Wanderung, dem Blue Grotto Trail im Fernwood Forest. Hierzu mussten wir ein paar Kilometer talauswärts und dann auf die anderen Talseite fahren. Neben der Gegend um Underberg dürfte das Champagne Valley das am stärksten touristisch entwickelte Gebiet in den Drakensbergen sein. Entsprechend gibt es nicht nur zahlreiche Unterkünfte (vor allem auch viele südafrika-typische Resorts), sondern auch diverse andere Freizeitmöglichkeiten, Cafés, Restaurants etc. Wir machten noch einen kleinen Umweg zur The Valley Bakery und kauften ein paar süße Teilchen als Proviant. Brot gab es leider keines, ansonsten machte es einen sehr leckeren und gut besuchten Eindruck.

Für den Blue Grotto Trail muss man zum Drakensberg Sun Resort, sich dort anmelden und eine Kaution hinterlegen.

Der Weg führt erst lange über das riesige Außengelände des Resorts, dann mehr oder weniger eben an einem Bach entlang durch hübsch anzusehenden Wald. Es gibt ein paar spannendere Stellen, wo man über Felsen andere Bachläufer queren muss, ansonsten ist der Weg recht simpel und unspektakulär.



Nachdem wir gestern nur einer anderen deutschen Familie und sonst keinen anderen Wanderern begegnet waren, kann man diese Trail in Relation schon fast als überlaufen bezeichnen (für Alpenverhältnisse: ganz normal). Es ist durchgehend was los, viele südafrikanische Familien mit unterschiedlichstem Fitness- und Ausrüstungslevel.

Das Ziel ist ein mäßig spektakulärer Wasserfall. Einige Kinder nutzen das Becken zum Baden, das Wasser hat aber eher Mutproben-Temperatur.





Soo wirklich gelohnt hat sich die Wanderung im Vergleich zu den anderen hier in der Gegend möglichen Wanderungen leider nicht. Vermutlich führt die Lage direkt am Resort zudem zu deutlich mehr Besuchern, so dass man nie wirklich allein ist.

Am frühen Nachmittag sind wir wieder zurück am Haus, die Sonne hat sich doch mehr durchgesetzt. Die Kinder spielen draußen auf dem Hof vor dem Haus. Später beobachten wir eine Gruppe Paviane, die sich über den Zitronenbaum vor dem Haus hermacht und keinerlei Regung zeigt, als wir an die Scheibe klopfen und rufen.



Der Abend zeigt nochmal ein Bergpanorama in schönsten Farben, direkt von der Terrasse aus..

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Themenstarter925 Beiträge · seit 201626. Juni 2026 · #57
29.08.2025 Nambiti Ndaka Lodge

Heute ging unsere Zeit in den Drakensbergen leider schon wieder zuende. Wir hätten hier (oder den diversen weiteren traumhaften Ecken entlang der Drakensberge) mit Sicherheit noch viel mehr Zeit verbringen können. Wie bereits an anderer Stelle angeklungen, sind wir große Fans der Drakensberge. Schon öfters habe ich mich gefragt, warum wir stattdessen nicht einfach in den Alpen Urlaub machen anstatt 10.000km zum Wandern zu fliegen. Es ist mutmaßlich nicht nur die im Vergleich zu den Alpen andere Optik, sondern auch der deutlich wildere Charakter und die größere Einsamkeit. Von berühmten Highlight-Wanderungen an langen Wochenenden und in den Ferien abgesehen, ist man hier größtenteils allein unterwegs, trifft immer wieder auf Tiere oder deren Hinterlassenschaften, hat eine ganz andere Pflanzen- und Blumenwelt. In den Alpen muss man schon sehr genau suchen oder weit fahren, um weniger erschlossene Gegenden zu finden. Vom Preisleistungsverhältnis bei Unterkünften ganz zu schweigen..

Die Drakensberge bieten hier noch so viele Ecken zum Entdecken. Es gibt ja nicht nur die bekannteren Ecken (Golden Gate, Royal Natal, Cathedral Peak, Cathkin Park, Giant’s Castle, Underberg..), sondern dazwischen und an der Südseite touristisch noch kaum erschlossene Gegenden. Zudem haben wir (und vermutlich die meisten Übersee-Touristen) ja nur an der Oberfläche gekratzt, was mögliche Touren angeht. Ohne oder mit größeren Kindern wären noch unendlich viel mehr und spektakulärere Touren möglich. Daher kann ich nur dazu raten, wenn man gerne in die Berge geht, bei der Routenplanung mehr Gewicht auf die Drakensberge zu legen und mehr Zeit als die Alibi-mäßigen 2-3 Nächte hier zu verbringen.

Wettertechnisch hatten wir vermutlich Glück, den Start des Frühlings und nicht einen erneuten Wintereinbruch erwischt zu haben. Das kann im August auch noch ganz anders aussehen (ein paar Wochen nach unserer Reise, d.h. Mitte September, kam es z.B. auch nochmal zu einem Wintereinbruch mit Unwettern und viel Schnee..).

Für uns ging es heute auf zur letzten richtigen Station unserer Reise und eine recht kurze Etappe. Da wir bereits um 13:00 Uhr anreisen konnten, konnten wir stressfrei frühstücken, einladen und noch einen Stop im Cedarwood Shopping Village einlegen. Hier gibt es ein paar sehr nette Lädchen mit Souvenirs, Kunsthandwerk und einen sehr toll sortierten Laden für gebrauchte Bücher - wo in der Hoffnung, das schon noch irgendwie in unsere Taschen stopfen zu können, ein ganzer Stapel Bücher und Bildbände über den Tresen wanderte.. Da ich leider einige Zeit benötigte, um die tolle Auswahl würdigen zu können, gab es viel Zeit für Smalltalk zwischen Frau, Kindern und den beiden älteren Inhaberinnen des Ladens - was darin resultierte, dass beide Kinder einen gehäkelten Teddy geschenkt bekamen - der sofort und auch bis heute zu den Top 3 Kuscheltieren aufstieg.

Irgendwann kamen wir dann doch los. In Ladysmith sollten wir unsere Unterkunft wegen der Abholung am Gate benachrichtigen, was problemlos gelang. Die restliche Strecke entlang der N11 war leider etwas nervig, da nahezu durchgehend Baustelle. Die N11 wird hier aktuell zweispurig ausgebaut. Am Gate durften wir zum Parkplatz fahren und wurden dort bereits von unserem Guide Amon erwartet.

Für uns war dies alles Neuland - unser erster Besuch in einem PGR überhaupt. Auch hatten wir noch nie zuvor so viel Geld für eine Übernachtung ausgegeben. Entsprechend groß waren die Sorgen und Vorbehalte. Amon erwies sich als ruhiger, zurückhaltender, aber sehr fähiger und erfahrener Guide. Aufgrund der Sprachbarriere war die Chemie zwischen ihm und den Kindern natürlich etwas schwieriger, aber das war natürlich von vornherein klar. Nach kurzer Fahrt erreichten wir die Ndaka Lodge, checkten ein und wurden zu unserem “Zelt” gebracht. Das Zelt ist toll angelegt, bietet genügend Platz für eine Familie und hat eine schöne Aussicht. Nyalas (oder “Lalas”), für die der Zaun zum Camp kein Hindernis war, waren immer wieder im Camp zu sehen.









Nach der ersten Erfrischung ging es zum verspäteten Mittagessen zum Restaurantbereich, wo ein sehr abwechslungsreiches Buffet auf uns wartete. Man sah hier auch gut, dass die Lodge - aufgrund ihrer Ausrichtung natürlich naheliegend - von recht vielen Eltern/Großeltern mit kleineren Kindern besucht wurde. Es gab nur vereinzelt Gäste ohne Kinder. Dennoch lief alles die ganze Zeit über immer sehr gesittet und “wohl erzogen” ab. Viele Gäste waren auch Wiederholungstäter.

Dann mussten wir uns schon fast sputen, um noch unser Equipment für den Abenddrive zu holen. Mit uns im Fahrzeug war die gesamten drei Tage über eine Familie aus Johannesburg mit zwei geringfügig älteren Kindern, für die es bereits der dritte Besuch hier war.

Nach einer kurzen Einführung in die Regeln ging es sofort los. Nach einer guten Viertelstunde stießen wir auf ein Mutter-NH mit erst wenige Monate altem Kind, welches wir in aller Ruhe beobachten konnten.







Amon wusste aus dem Funk, dass sich ein Paar paarender Löwen ebenfalls in der Nähe befinden müsste. Leider war von ihnen zunächst durch das hohe Gras nahezu nichts zu sehen.

Stattdessen machten wir uns auf die Suche nach einer Gepardenmutter mit zwei Jungen, deren ungefähren Standort Amon vermutete. Nach einiger Suche sahen wir sie auf einer Hügelkuppe.



Kurz darauf bewegten sie sich bergab auf uns zu. Die Mutter ging kurz in den Sprint, die Kinder hinterher.





Ein Anlass hierfür war nicht erkennbar. Dafür waren sie nun direkt vor unserer Nase auf dem Fahrweg angekommen.





Was für ein Auftakt! Auch wenn sie gar nicht mehr soo klein waren, hatten wir bis dato noch nie so junge Geparden aus der Nähe gesehen. Kurz darauf trafen wir auf eine Gruppe von Giraffen und eine Büffelherde.





Vor dem Sundowner wollte Amon noch einmal einen Versuch bei den Löwen wagen. Diesmal hatten wir mehr Glück und konnten eine Paarung beobachten.



Anschließend ging es zum Sundowner auf einen Hügel. Für die Kinder war die Pause ersichtlich sinnvoll. Bis kurz vor unserem Stop war es noch angenehmes TShirt-Wetter, jetzt reichte eine Fleecejacke.

Nach dem Sundowner ging es vorbei am wunderschönen Sonnenuntergang wieder zurück Richtung Lodge, mit einem nochmaligen Schlenker über die Löwen.





Direkt vor der Lodge trafen wir nochmals auf zwei weitere NH.



Nach exakt 3 Stunden (das Timing wurde hier durchgehend relativ genau eingehalten) waren wir wieder - sehr zufrieden - zurück.

Auch wenn wir im Vorfeld angemerkt hatten, dass wir gerne unmittelbar im Anschluss Abendessen wollen würden, dauerte das Essen bei uns leider etwas, so dass wir leider unnötig spät ins Bett kamen. An den anderen Tagen klappte das besser - hier hatten wir immer direkt nochmal darauf hingewiesen, dass wir gerne gleich essen würden und dass sie zwischen den Gängen nicht warten sollen.
Reiseberichte: SA-KTP-NAM 2017 - Uganda 2018 - Elternzeit 2 M. Südafrika 2022 - Elternzeit 3 M. SA/NAM 2024 Teil I, Teil II, Teil III - SA KNP + KZN 2025
Themenstarter925 Beiträge · seit 201626. Juni 2026 · #58
@Bayern Schorsch
Servus,

vielen Dank für deine Worte. Es ist zugegebenermaßen heute deutlich einfacher (Informationen, Infrastruktur) und erschwinglicher, solche Reisen mit Kindern zu unternehmen als vor 30-40 Jahren. Dafür sind viele Dinge, die damals noch möglich waren, aufgrund Sicherheit oder Tourismus nicht mehr möglich..

Ihr hattet ja schon eine große Familientour zur Hochzeit in Namibia (wenn auch wohl noch ohne Enkel). Für 13 Personen alles zu zahlen dürfte sicher prohibitiv teuer sein, aber wenn jeder seinen Part selber zahlt, wirds am Ende für den einzelnen sogar günstiger als alleine 🙂 Mir schwebt eine private Großfamiliencamping-Tour durch Botswana nach diesem Muster vor.
bayern schorsch schrieb:
Wegen Skukuzza und BN3 möchte ich gerne was nachfragen: wenn ich Dich richtig interpretiere, dann hat BN3 keine Sitzgelegenheit im Freien. Ist das bei allen BN3 so oder ist es evtl. bei BN2 besser? Kannst Du dazu was sagen?
Ich kann dir nur was zu BN3 sagen, weil wir die BN2 nicht genauer identifiziert/angeschaut hatten. Jedenfalls bei den BN3 gibts keine wirkliche Sitzgelegenheit draußen, außer man würde die Stühle auf den schmalen Terrassenstreifen oder auf die Wiese beim Grill stellen (s. Bilder). Wenn man alle Fensterflügel öffnet, hat man natürlich etwas "Draußen-Feeling", aber m.E. nicht so wirklich vergleichbar (und wie lange die Türen das täglich mehrfache Öffnen mitmachen, weiß ich auch nicht..). Wie bereits geschrieben, sehe auch ich das als den Hauptnachteil der neuen Units an.





Viel Spaß beim Planen!
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zuletzt bearbeitet 26. Juni 2026
3'384 Beiträge · seit 200926. Juni 2026 · #59
Grüss Dich Fidel,

hab vielen Dank für die Informationen. Wir haben die Tour für nächstes Jahr schon komplett durchgebucht und in Skukuzza uns für den BN3 entschieden. Jetzt sind wir halt auf der Skukuzza-map am Schauen, welcher der Bungis die ruhigere Lage hat. Anfrage an die Rezeption in Skukuzza hab ich gestellt, mal schauen, ob eine Antwort kommt.

Fakt ist schon, dass die Bungalows recht eng beieinander stehen. Aber ich denke, man ist während des Tages eh unterwegs, und das abendliche Grillen, begleitet von einer gemütlichen Plauderei mit den Nachbarn, hat ja auch was. Kommt wohl darauf an, welche Lage man erwischt. Und dann gibt´s ja noch den Cattle Baron, auf den ich mich schon heute freue! 🙂

Ndaka - das ist ja total interessant was Du da schreibst, denn wir haben uns nach langem Hin und Her für diese PGL entschieden. Drei Nächte werden wir im Anschluss an 10 Nächte in den Drakensbergen dort logieren und haben einen wirklich sehr guten Pensionärsrabatt bekommen. Die dritte Nacht ist sogar noch um 50 % reduziert, da passt das preislich auf alle Fälle. Ob´s uns dann zu rummelig wird, wird sich zeigen. Wir hoffen mal auf das Beste. 😉

Freunde von uns gaben zu Bedenken, dass Nambiti schon etwas Zoomäßigen Charakter haben könnte. Mal schauen .... 😕

Herzliche Grüße von Süd nach Süd,
der bayern schorsch
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Themenstarter925 Beiträge · seit 201601. Juli 2026 · #60
@Bayern Schorsch

In Skukuza ist es natürlich wie in vielen anderen Camps bisweilen sehr eng. Aber wie du schon schriebst - das Gemeinschaftsfeeling gehört schon auch irgendwie dazu.

10 Tage in den Drakensbergen sind beneidenswert. Wo seid ihr denn jeweils?

Spannend dass ihr auch in Ndaka sein werdet. Ich denke nicht, dass es euch zu rummelig wird - es wird schon darauf geschaut, dass Gäste mit Kindern und Gäste ohne Kinder getrennt bleiben auf Drives. Im Essens/Poolbereich kommt man natürlich nicht aus, aber da waren jedenfalls während unseres Aufenthalts alle Kinder wohlerzogen 🙂
Was die Frage des Zoocharakters angeht, werde ich später noch bisschen was schreiben. Es ist natürlich nicht der Kruger, aber sie geben sich schon große Mühe, ein echtes Wildnis-Erlebnis zu suggerieren. Wenn man um die Beschränkungen weiß, kann man m.E. dennoch Tierwelt und Lodge sehr gut genießen für ein paar ruhige Tage, da stimmt einfach das Gesamtpaket.

Viele Grüße

fidel
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