THEMA: Kurzfristige Änderungen vorbehalten
09 Dez 2015 13:36 #410262
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@Battli: Zum Kegelförmigen Turm in Great Zimbabwe gibt es mehrere Theorien. Laut Infos vor Ort ist aber keine davon bestätigt. Der Turm ist mit Geröll verfüllt, weist nirgends eine Öffnung auf etc. Laut Untersuchungen hat er auch keine Hohlräume, weswegen Hintergründe wie Grab, Schatzkammer etc. ausgeschlossen. Das spricht aber logischerweise auch gegen die Verwendung als Ofen.

Gruß, Udo
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09 Dez 2015 13:40 #410263
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4.10.15

Heute geht es wieder auf nüchtenern Magen los – mein Schatz und ich fahren wieder nach Nyamandhlovu. Außer ein paar Affen und Elefanten ist nichts los. Dafür sitzen die Affen fotogen vor der Damentoilette.



Dann geht es zurück zum Bungalow (Lodge 2 bedrooms 4 beds) zum Frühstück. Dann geht es wieder zur Wild Dog Conservation. Wir werden bereits erwartet und können heute auch zu den Gehegen wo die beiden Dauerbewohner faul herumliegen.



Zurück im Park soll es nach Sinamatella gehen. Wir wollen nicht die Hauptstraße fahren sondern den Loop weiter im Norden der Main Road. Es ist eine Pleite – wir sehen außer einem Dik Dik nichts.



Einzig ein Paar aus Malawi kommt uns entgegen. Wir bekommen den Tipp dass in Nyamandhlovo Löwen sein sollen. Also wieder zurück dorthin. Weniger als hier kann es auch nicht zu sehen geben. Die Löwen liegen faul im Schatten und bewegen sich kaum.



Während Elefanten das Wasserloch belagern. Kaum gehen einige kommen schon die nächsten.





Kommt das bekannt vor? Dann fahren wir weiter Richtung Sinamatella. Die Straße ist meistens asphaltiert – manchmal wird der Straßenbelag durch großflächige Schlaglöcher ersetzt.



Bis Shumba ist wieder nichts zu sehen. Dort sehen wir dann Elefanten, Rappenantilopen



und Hippos.



Dann geht es weiter zu den Elefanten am Masuma Dam.



Dann machen wir einen Abstecher Richtung Robins Camp. Die Straße benötigt Abschnittweise die Bodenfreiheit eines 4x4.



Am Deteema Dam sehen wir dann ein paar Giraffen,



Warzenschweine



und Krokodile. Am Mandavu Dam tut sich nichts, weshalb wir nach Sinamatella weiterfahren. Die Aussicht ist phantastisch.



Unser Bungalow ist direkt neben dem Zugang zum Restaurant.



Innen sieht es nicht so toll aus. Wasser gibt es auch keines, Eimer stehen im Bad und Klo, samt Dreckschicht am Wasser. Für die Küche bekommen wir noch einen Kanister auf die Terrasse.



Es ist schäbiger, vergammelter und schmutziger als im Main Camp, die Risse in den Wänden sind noch nicht ausgebessert.



Die Fenster sind auch vergittert, so dass man die Terrassentür kaum aufsperren kann. Die Küchentür kann gar nicht aufgesperrt werden. Wir gehen dann zum Restaurant. Außer zwei Bieren und einem Savannah (der letzte) bekommen wir nichts. Auf der Terrasse sehen wir dann die Ground Squirrells trinken.



Der Mahaliweber schaut auch vorbei.



Da wir draufgekommen sind dass die gesammelten Salzpäckchen zu Hause liegen versuche ich in der Küche etwas Salz zu bekommen. Erst als man mir nicht herausgeben kann werde ich erfolgreich – ich verzichte auf ein paar Cent Wechselgeld und frage nach Salz – nun geht es. Noch vor Sonnenuntergang schließt das Restaurant. Wir kochen selbst und gehen bald schlafen. Vor dem Einschlafen ermorde ich noch zwei Kakerlaken in meinem Bett.
Sinamatella hat wahnsinnig viel Potential. Vernünftig renovierte und neu ausgestattete Bungalows (die von der Substanz her gut sind). Vielleicht klimatisiert. Dazu das Restaurant wirklich entsprechend in Betrieb nehmen – mehr braucht es nicht. Die Lage ist phänomenal.

Udo
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11 Dez 2015 20:25 #410649
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  • bayern schorsch am 11 Dez 2015 20:25
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Hallo Udo,

kopfschüttelnd lese ich Deinen höchst interessanten Reisebericht und frage mich (bitte nimm es mir nicht übel) was man daran findet, in ein Gebiet zu reisen, wo es außer schönen Tiersichtungen nur Korruption, Abzocke und heruntergekommene Unterkünfte, wie von Dir beschrieben, gibt. Das ist ja ein Wahnsinn, keine 10 Pferde würden mich da hinbringen.

Wir waren vor zwei Jahren auch in Zimbabwe. Ein- und ausgereist über Pandamatenga, 4 Nächte waren wir im Kapula Private Camp (4 Zelte), ganz in der Nähe vom Masuma Daam. Uns hat es dort ausgesprochen gut gefallen und von Polizeikontrollen und dergleichen Scherze haben wir zum Glück nichts mitbekommen. Allerdings haben wir damals den Tipp von Butterblume hier aus dem Forum beherzigt und den Zöllnern Fotos von ihnen mitgebracht. Die Leute hatten eine mords Freude und das Prozedere ging dadurch "rucki-zucki".

Wo ich auch wirklich meine Hut ziehe: ich finde es außerordentlich sportlich, dass Deine Mutter da mitgefahren ist. Anscheinend ist sie fit genug für solche Reisen und ich hoffe, dass sie gesundheitlich alles gut überstanden hat.

Ich bin schon sehr gespannt, wie´s bei Euch weitergeht. Ein´s steht fest - Du kannst nach dem Urlaub sagen, "wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen".

In diesem Sinne, bis zur nächsten Folge
der bayern schorsch
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@ Schorsch: Ich kann das was Du sagst nicht unterschreiben. Die Einreise war eine Katastrophe und das Land ist grundsätzlich ein Polizeistaat und recht schmutzig. Doch die Leute sind ausgesprochen herzlich, die Landschaft toll, die Felszeichnungen eindrucksvoll, die Tiersichtungen waren gut und mit dem Big Cave Camp hatten wir eines der besten Quartiere der Reise! Wir waren bewusst jetzt unterwegs wo der Tourismus noch nicht boomt, dafür haben wir auch bewusst Unannehmlichkeiten in Kauf genommen. Fazit: Das was wir gesehen haben war die Reise wert! Und wir hatten einen Mix an Quartieren - sprich die miserablen wurden entsprechend kompensiert!

Das wir was erzählen können stimmt, ich tue es unter Anderem hier im Forum. Und meine Mutter hat die Reise fast unbeschadet überstanden - der Afrikavirus ist wieder massiv verstärkt worden und das wir wohl noch länger so sein ;) .

Udo
Letzte Änderung: 12 Dez 2015 21:42 von udo_h.
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5.10.2015

Wir stehen heute auch wieder recht zeitig auf. Einfach weil wir weg wollen. Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Zwetschgen ins Auto und fahren direkt nach Vic Falls. Der Kleine verabschiedet uns vom Hwange NP.



Zwischendurch befürchten wir ich hätte mich verfahren – die Straße ist schwarz von Kohle, rundherum Berge von Kohle und Abraum, Bergbaufahrzeuge. Doch die Straße führt vor Hwange mitten durch eine Kohlemine. Auch die Schranken werden ohne Frage geöffnet. An der letzten der vier Kontrollen auf der Strecke nach Victoria Falls will man meinen Führerschein sehen – gerne und kein Problem. Wir sind viel zu früh – gegen 10:30 Uhr – im Victoria Falls Hotel. Die letzten Male waren wir nur zu Besuch da und haben Kaffee getrunken. Ein Mal wollte ich da nächtigen. Nun erfülle ich mir den Traum.





Die Rezeption



Die Lounge



In den Gängen fallen die Plakate aus der britischen Kolonialzeit auf – hier welche von der BOAC. Ich bin erstaunt dass die die ganze Zeit hier hängen durften. Auch Kriegsplakate sind dabei!



Wir vermuten dass auf den Fällen sehr wenig Wasser ist. Da wir die Fälle schon in voller Länge entlang gegangen sind habe ich einen Vorschlag: Ich kassiere von meinen Damen die 30 USD Nationalparkeintritt und spendiere dafür einen Helikopterflug. Ich muss nicht lange fragen. Wir buchen dann im Hotel den nächste möglichen Flug – eine Viertelstunde später werden wir abgeholt. Der Spaß kostet 150 US$ pro Person plus 12 US$ Nationalparkgebühr für den 15min - Flug. Das Helipad liegt wenige Kilometer von Vic Falls entfernt. Beim Einsteigen passen wir auf dass wir auf unterschiedlichen Seiten sitzen und auch ein Fenster in der Tür zum Durchfotografieren haben. Durch Scheiben fotografieren bewirkt immer eine Farbverschiebung – das mag ich nicht. Auf den Fällen ist extrem wenig Wasser. Bei der Livingstone – Staue läuft Wasser – wie immer. Dann wird es dünn, und die Zambia – Seite ist völlig trocken.







Die Farbspiele beim Zulauf haben mir auch gefallen.



Zurück im Hotel sind unsere Zimmer fertig. Wir bringen unser Gepäck hinauf wobei ich mit meinem Wunsch das selbst zu erledigen nicht immer auf Verständnis stoße. Mittags gehe ich dann auf den Bahnhof gegenüber. Demnächst soll der Personenzug aus Bulawayo kommen – da ist natürlich ein Foto fällig. Das mache ich auch sehr gerne - ist aber nicht Teil des Forums. Dann geht es zum bekannten High Tea.



Hier zeigt sich auch schon eine Schwäche: Wir bestellen High Tea für drei, davon einen mit Kaffee. Wir bekommen High Tea für zwei und einen Kaffee. Es hat aber schon lange gedauert bis der kam, also reklamieren wir nicht und teilen uns die Sandwiches und Kuchen. Auf der Rechnung sind auch nur zwei High Tea und ein Kaffee – was soll´s. Dann räumen wir unsere Koffer auf gleich, fahren tanken und gehen zum OK einkaufen. Zimbabwe ist Tee – Land. Daher wird zugeschlagen. Wir kaufen über drei Kilo! Der Preis ist extrem günstig und der Tee schmeckt!
Abends machen wir dann den Fehler im Restaurant des Hotels auf der Terrasse zu essen. Die Bedienung ist auch für afrikanische Verhältnisse langsam. Der Strauß klingt verlockend, ist aber auch nicht gerade billig. Was soll´s. Nach langem Warten kommt das Essen. Es ist eiskalt. Ich bin bitter enttäuscht und sage es der Bedienung. Ich will es aber nicht tauschen lassen, denn dann wird die Portion weggeworfen und das will ich nicht. Auch habe ich schon sehr lange auf das Essen gewartet (das dann mindestens 10 Minuten in der Küche auf mich gewartet hat). Also esse ich ohne dass es wirklich schmeckt. Wobei das Fleisch an sich ausgezeichnet ist. Ein teurer Reinfall. Ich sehe es als nette Geste dass mich die Kellnerin dann fragt ob sie mich aufs Dessert einladen darf – bis ich es dann auf der Rechnung finde. Sprich abgesehen vom allbekannten High Tea (mit Abstrichen) ist der Restaurantbetrieb bis jetzt eine teure Pleite. Wir wären besser woanders hingegangen! Die Zimmer sind schön und geschmackvoll, wenn auch etwas klein. Das Ambiente und die öffentlichen Räume sind toll!

Udo
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13 Dez 2015 17:20 #410861
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Hallo Udo,
ich möchte mich mal kurz zum Simbabwe-Teil deines Berichts melden.
Ich bin ein wenig überrascht, dass du dort dasselbe empfunden zu haben scheinst
wie ich.
Die Informationen, die ich vor meiner Reise hier im Forum zusammen trug hatten den Tenor,
das in Simbabwe die Menschen arm, aber sehr freundlich und hilfsbereit sind aber mit ihren wenigen Mitteln versuchen alles in Ordnung zu halten. Die Polizeikontrollen seien mehr ein Spaß, als eine ernste Sache.

Mein Eindruck war, arm, freundlich und hilfsbereit stimmt. Aber den Eindruck, das versucht wird alles in Ordnung zu halten, hatte ich nicht immer.
Ich hatte auch eine Situation in der Bar im Robins camp wo die Freundlichkeit verloren gegangen schien. Und die Roadblocks waren ätzend.
Du hast recht. Dieses Land hat soviel Potential. Ich wünsche den Leuten im Land von ganzen
Herzen, das sie es bald schaffen eine wie auch immer geartete Demokratie zu wählen.

LG
Silvio
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