SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201008. Mai 2013 · #1
Jambo und Karibu! Meine zweite Reise auf den afrikanischen Kontinent führte mich in östlicher Richtung. Nach der ersten Tour in Botswana und Namibia wollte ich herausfinden, was denn Kenia und Tansania zu bieten haben. Jede Menge, wie sich zwei Wochen später herausstellte (aber viel sei hier nicht verraten 😉 ). Die Reiseroute war wie folgt: 02.03., Zürich – Amsterdam – Nairobi 03.03., Nairobi 04.03., Nairobi – Samburu 05.03., Samburu 06.03., Samburu – Lake Nakuru 07.03., Lake Nakuru 08.03., Lake Nakuru – Masai Mara 09.03., Masai Mara 10.03., Masai Mara – Nairobi 11.03., Nairobi – Arusha 12.03., Arusha – Lake Manyara 13.03., Lake Manyara – Serengeti 14.03., Serengeti 15.03., Serengeti – Ngorongoro 16.03., Ngorongoro – Arusha 17./18.03., Arusha – Dar Es Salaam – Amsterdam – Zürich
Und hier noch visuell...
Jetzt stellt ihr vielleicht die Frage, warum der Kerl von der Masai Mara nicht einfach in die Serengeti gefahren ist. Ganz einfach: die Tour wurde vom Veranstalter als Gesamtpaket (wie ich gewählt habe), als auch als zwei Einzeltouren angeboten (Kenia und Tansania separat). Daher musste ich nach einer Woche wieder zurück nach Nairobi und von da aus nach Arusha, wo dann der zweite Teil meiner Reise begann. Meine erhofften Ziele der nächsten zwei Wochen: - viiiiiiiiele Tiere sehen, - davon: zum ersten Mal einen Gepard - nette Menschen in der Gruppe kennenlernen - dazwischen wieder viiiiiiiele Tiere sehen - und die wichtigste Mission: von Forumskollege Picco ein Paket in Arusha abgeben 🙂
Ich weiss, zum Teil sehr ehrgeizige Punkte (vor allem der letzte... 😁 ), aber ich hoffe, diese zu erreichen. Also bis dann, bald geht's los...
Nochmals vielen Dank für die Übergabe der Bibel für Joakimu! Obwohl es ja etliche verschiedene gibt wars genau die, die er wollte!
...und von der Mara in die Serengeti ist meines Wissens im Moment bzw. seit Jahren nicht erlaubt, da der Grenzposten geschlossen wurde...aber ich lass mich gern eines Besseren belehren! So, und nun bin ich gespannt was Du so erlebt hast, los gehts! 😎
Bin schon sehr gespannt auf deinen Bericht. Auch mich würde der Veranstalter (und ev. Preisinfos, wenn du verraten magst) interessieren.
Liebe Grüße aus Österreich,
Tanja
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201009. Mai 2013 · #5
Hallo an alle Freut mich, wenn ihr dabei seid. Dann will ich euch nicht länger warten lassen... 🙂
Picco: Schön zu hören dass es geklappt hat und Joakimu die richtige Bibel hat. Obwohl, jetzt hast du die Spannung herausgenommen und das Happy End schon erzählt 😄 Das mit dem Grenzübergang wusste ich gar nicht. Ich habe, als ich mal auf eine Karte schaute, unseren Fahrer gefragt, wie das ist mit dem Grenzübergang. Er meinte, es gibt einen Weg von der Mara in die Serengeti, aber dass der Posten da geschlossen wurde, hat er nicht erwähnt.
Namibia07 und Tanja: Der örtliche Veranstalter war G-Adventures (www.gadventures.com). Die verschiedenen Touren und die Preise sind auf der Homepage ersichtlich. Der Hauptsitz dieser Firma ist in Toronto/Kanada, aber sie haben auch eine Niederlassung in Kenia. Ich wurde von der Schweiz aus via dem Reiseveranstalter Globetrotter an diese Firma vermittelt.
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201009. Mai 2013 · #6
02.03., Zürich – Nairobi Zwei Sachen gehören verboten: 1. in aller Herrgottsfrühe aufstehen und 2. kaltes, nasses, windiges, .... einfach dämliches Winterwetter. Aber für die nächsten zwei Wochen kann ich mich jedenfalls dem Winter entziehen und ins warme Afrika flüchten. Das Reiseziel diesmal: Kenya und Tansania. Aber um dahin zu kommen, musste ich erster Punkt in Angriff nehmen. Der Wecker schreit mich um 3:30 Uhr an; ein böser Blick meinerseits zum lärmenden Kollegen und auf geht's, fertig packen. Um 4:15 Uhr fahre ich zu meiner Schwester, die mich dann anschliessend zum Flughafen bringt. Ohne Stauprobleme kommen wir gut eine Stunde später am Flughafen an. Beim Abschied heisst es zum letzten Mal frieren, es pfeift ein eisiger Wind. Das Flugzeug (Reise mit der KLM) startet leicht verspätet um 7:15 Uhr Richtung Amsterdam. In der holländischen Hauptstadt muss ich umsteigen nach Nairobi. In Schipol erhalte ich noch eine Gratis-Besichtigung des Flughafens, denn ich muss quasi über das ganze Areal laufen. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich NordicWalking-Stöcke eingepackt. Es ist wirklich wie auf einer Wanderung, man muss immer wieder den richtigen Weg finden und die Wegweiser suchen. Zum Glück muss ich nicht eilen und nach einer erneuten Kontrolle steige ich den Boeing JumboJet ein, der praktisch ausgebucht ist, soweit ich das überblicken kann. Der Abflug um 10:20 Uhr ist pünktlich. Nun muss ich irgendwie die acht Stunden Flugzeit überbrücken. Das Unterhaltungsangebot an Filmen, Musik und Spiele ist ein wenig dürftig, da habe ich schon besseres gesehen und erlebt (z.B. Emirates), dafür ist das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. 20:00 Uhr, der Adler ist in Nairobi gelandet. Die Gepäckausgabe und Zollformalitäten sind zu meiner Überraschung schnell erledigt. In der Empfangshalle wartet der Fahrer, der mich zum Hotel bringt. Als ich ihn treffe, gehen wir zusammen zum Auto und warten… auf einen weiteren Fahrer (Arbeitsbeschaffung à la Africa(?): warum eine Person einstellen, wenn es zwei auch machen können 🙂 ). Die beiden, mit Namen Peter und Francis, sind vom selben Veranstalter, bei der ich meine Tour gebucht habe. Wir kommen schnell ins Gespräch, wobei: entweder sprechen die einen unglaublich schwer verständlichen Dialekt oder meine Englischkenntnisse sind von passabel auf miserabel gefallen. Da ich morgen noch frei habe, bieten die beiden mir einige Vorschläge an Ausflügen an. Ich entscheide mich für die City-Tour sowie ein Besuch im Elephanten-Waisenhaus und im Giraffencenter. Ein paar Tiere zum Aufwärmen vor der Safari kann nicht schaden. Ca. 21:30 Uhr komme ich im Hotel Boulevard in Nairobi an. Nach dem Auspacken hole ich von der Bar im Erdgeschoss ein Bier und geniesse dieses im Zimmer beim Fussball gucken (Mann, was willst du mehr…? 😁 ). Kurze Zeit später ist aber Feierabend und die Nacht verbringe ich moskitofrei, aber mit eingeschaltetem Ventilator.
So, und ab nächsten Mal gibt's Bericht mit Bilder. Ich bin leider nicht der geborene Innenarchitekt-Fotograf, daher gab es für mich heute nichts bildlich festzuhalten. Aber das mit den Fotos ändert sich, versprochen!
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201010. Mai 2013 · #7
03.03., Nairobi Nach dem Frühstück mache ich mich für die Ausflüge bereit. Ziemlich pünktlich fahren Peter und Francis mit der Kutsche vor der Hoteleinfahrt ein. Gestern dachte ich noch, ich wäre alleine auf dieser Tour, aber ich kriege Gesellschaft. Eine Dame aus Kanada begleitet mich, Diane ist ihr Name, sowie eine Einheimische mit Namen Ruth. Diane ist gestern nach mir gelandet und hat sich praktisch für dieselben Aktivitäten entschieden. Bei Ruth muss ich ausholen: soweit ich das verstanden habe, ist Diane politisch interessiert/motiviert und hat über Facebook für die anstehenden Wahlen hier in Kenya einen Politiker kennengelernt, der sich zur Wahl aufgestellt hat. Da dieser aber mit Wahlvorbereitungen beschäftigt ist, kann er sie (Diane) nicht treffen, hat ihr aber stattdessen eine Kollegin oder Familienmitglied als Gesellschaft zur Seite gestellt. Und das wäre dann Ruth. Während der Fahrt durch die Stadt erfahre ich, dass Diane mich in den nächsten zwei Wochen begleiten wird; sie hat dieselbe Tour gebucht wie ich. Ebenso erzählt sie, dass ihr Gepäck noch nicht angekommen ist (sie flog von Vancouver via Atlanta via Heathrow nach Nairobi. In London haben ihre Koffer den Anschluss verpasst). Auch hatte sie gewisse Schwierigkeiten mit den Passformalitäten, weil sie anschliessend nach unserer Tour nach Mosambique und Gabun weiterreist (habe aber den Grund nicht so richtig verstanden). Tja, ihre Ferien beginnen ja blendend, denke ich. Aber sie wird mir immer sympathischer, auch wegen ihrer ersten richtige Frage an mich, ob ich gerne mit ihr am Abend beim Lagerfeuer ein Glas Wein oder Bier trinke. Natürlich, gerne schliesse ich mich dabei an. Die Frau hat Stil (und grossen Durst, wie ich in den nächsten zwei Wochen bemerken werde 😁 ). Das alles erfahre ich während unserer Fahrt durch die Innenstadt. Unsere beiden Guides zeigen uns dabei mehrheitlich das Regierungsviertel. Wir fahren stadtauswärts zum Elefanten-Waisenhaus. Wie der Name schon sagt, sind hier Elefanten zu Hause, welche ihre Mütter verloren haben. Unsere Guides führen uns durch einen Pfad mitten durch den Busch. Am Ende betreten wir eine freie Landschaft mit einem offenen Gehege. Hier warten schon die Wärter auf ihre „Babys“. Ziemlich pünktlich kommen wir an, denn kurze Zeit später trottet die erste Gruppe von Elefantenjungen ins Gehege; sie laufen direkt zu einem Wärter, der sie mit Milch füttert.
Anschliessend wird gespielt, an Ästen herumgekaut oder im Schlamm gesuhlt.
Einer der MItarbeiter erzählt währenddessen jeweils über jeden Elefanten, wie alt er ist, wo er gefunden wurde und unter welchen Gründen er jetzt im Waisenhaus aufgepäppelt wird.
Die Warzenschwein-Familie und das Impala sind im Gehege nur Nebendarsteller. Eine weitere Gruppe von Elefanten, jedoch schon ältere Jungen, werden nach dem Abzug der 1. Gruppe ins Gehege geführt und das ganze Spiel beginnt von vorne. Nach der Vorführung machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto und anschliessend fahren wir zum Giraffencenter. Der Treffpunkt im Center ist eine Rondelle, welche an das grosse Gehege der Giraffen angrenzt. Man steigt die Treppe hoch und wird von einem Mitarbeiter mit Futter erwartet. Für einige Besucher heisst es jetzt Mut sammeln, Augen zu und Hand auf – den Rest erledigt die Giraffe. Wer jedoch schon mal im Tierpark Goldau die Tiere gefüttert hat, für den ist das kein Problem… 🙂
Unsere Guides gehen jedoch noch einen Schritt weiter und „küssen“ die Giraffe, indem sie das Futter zwischen ihre Lippen klemmen. Aber auf diesen speziellen Nervenkitzel verzichten die meisten. Als meine Hand „ausgefressen“ ist, werden wir noch von einem Mitarbeiter über die Giraffe detailliert informiert. Wie gestern jedoch verstehe ich wegen der Aussprache, bzw. dem kenianischen Englisch-Dialekt nicht alles und bin gottlob nicht der einzige. Auch Diane - notabene der englischen Sprache mächtig - hat teilweise Schwierigkeiten, den Ausführungen zu folgen.
Fahren, sehen, füttern und zuhören haben hungrig gemacht. Zum Lunch fahren uns Francis und Peter zu einem netten Lokal nicht weit vom Giraffencenter entfernt. Das Lokal mit Namen Tamambo besitzt einen grossen Garten und grosszügiger Bestuhlung. Das Essen (und das Bier) ist super und erst noch preiswert, weil Diane bezahlt. 🙂 Diane hat für den Nachmittag das Karen Blixen Museum gebucht. Als sie mich darüber fragt, ob ich Madame Blixen und den Film „Out of Africa“ mit Robert Redford kenne, verneine ich beides, was mir ungläubige Blicke beschert. Bei der Einfahrt ins Museumsareal kommt es mir vor, als wäre der Frauenheld aus dem Film höchstpersönlich anwesend. Diane jauchzt und schreit vor Begeisterung. Was, dieser zu gross geratene Geräteschuppen soll etwas Spezielles sein? Vorbei ist's mit der Begeisterung. Ich halte Abstand und verstecke mich hinter unserem Fahrer Francis.
Die Geräte im Garten haben auch schon bessere Zeiten erlebt.
Wir werden nach einer Einführung durch das Haus geführt und für mich ist es… naja, nicht sonderlich spannend (um es formell auszudrücken), was ich aber Diane nicht sage, sonst gibt’s wieder böse Blicke und dicke Beschwerde! 🙂 Schliesslich muss ich ja zwei Wochen auskommen mit der Frau, da sollte man nicht schon am Anfang alle Sympathien verspielen.
So langsam machen sich die Rumfahrerei und die Besichtigungen als Müdigkeit bemerkbar. Zum Abschluss fahren wir zu einem Schmuck- und Souvenirladen (mit Namen Kazuri). Der Laden ist quasi für die Frauen ein Schlaraffenland; ich warte unterdessen bei den Guides. Bei der Rückfahrt halten wir bei einem Supermarkt, Peter meint, wir könnten ja jetzt schon Getränke für die morgen beginnende Tour kaufen. Gute Idee, machen wir, Diane und ich steuern mit dem Einkaufswagen direkt die Getränkeabteilung an. Beladen mit Bier und Wein sind wir zurück beim Auto, wo Peter uns mit ungläubigen Blick 🤨 empfängt: „eigentlich habe ich an Wasser und Fruchtsäfte gedacht…“ Jajaja, dafür haben wir morgen noch Zeit.
Zurück im Hotel findet am Abend das Meeting für unsere Tour statt. Unser CEO während der Kenya-Tour wird Patricia sein. Ebenfalls lerne ich eine neue Mitreisende kennen, Shihomi (sprich: Schihoumi) aus Japan. Hurra, Hahn im Korb, auf Safari mit drei netten Damen 😄 ! Nach dem Ausfüllen der obligaten Formulare und der Besprechung fragt Patricia zum Schluss, ob wir alles dabei haben. Bei mir i.O., nur Diane ist ohne Schlafsack und Taschenlampe angereist und Shihomi ohne Malariatabletten. Na, das kann ja heiter werden… Patricia ist ein wenig besorgt ab deren Antworten, aber wir sind ja hier in Afrika, irgendwie wird das schon klappen. Nach gut einer halben Stunde ist das Meeting beendet und wir gehen zum gemütlichen Teil des Abends hinüber. Zum Nachtessen reservieren wir (Diane, Ruth und ich) im Carnivore. Wie der Name es schon sagt, ist der Laden nichts für Vegetarier. Im Stil eines brasilianischen Restaurants laufen die Kellner mit Spiessen verschiedenen Fleischsorten herum und schneiden ein Stück Fleisch ab. Manchmal weiss ich nicht so recht, was für ein Tier und von welchem Teil davon ich esse, aber es mundet. Jedoch finde ich der Preis dafür ziemlich teuer, so eine richtige Touristenabzocke. Nebenan ist noch eine Hüpfbude, aber wir verzichten auf’s Tanzen. Auf dem Weg zurück ins Hotel müssen wir noch einen Abstecher zu einem Supermarkt machen, um Diane’s vergessene Waren einzukaufen. Der einzige Markt, der noch offen hat, ist Downtown und nicht gerade in einer Gegend, die man als Tourist nachts besucht. Bettler und Frauen (mit Kleinkinder) belagern uns. Der Laden ist sehr gross und nach einer Viertelstunde haben wir, bzw. Diane, nun alles, damit die Tour morgen starten kann. Der Tag war intensiv und ereignisreich, kein Wunder, dass ich mich aufs Bett freue und ziemlich schnell einschlafe. Ebenso freue ich mich aber auch auf die morgen startende Tour.
Merci vöu mol Sven för dä RB freue mech uf d Fortzetzig 🙂
Gruess us Lozärn
Champagner8'672 Beiträge · seit 201010. Mai 2013 · #9
Hallo Sven,
endlich mal ein Dankeschön für deinen neuen Bericht - ich bin mit Begeisterung dabei!!! In dem Zusammenhang hab ich dann gleich nochmal deinen letzten RB gelesen, da ich 2014 ja ähnlich unterwegs sein werde. Jetzt bin ich gespannt, wie es mit den drei Frauen und dir so klappen wird (und natürlich auch auf die Tiere und die Landschaft 😎 ).
Zwar aktuell in Simbabwe, aber man muss ja schon an die nächste Reise denken
Und das Ziel paßt und der Reisebericht scheint interessant zu werden 🙂
@Sven - Danke
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201012. Mai 2013 · #11
Champagner schrieb: Grüße von der Nichtselbstfahrerfraktion
Bele, der war gut! Den muss ich mir merken... 🙂
Conny und Mafrot, danke für euer Interesse an meinem Reisebericht.
04.03., Nairobi – Samburu Heute ist Starttag unserer Tour – und Wahltag in Kenia, was uns fast noch zum „Verhängnis“ wird, später mehr dazu. Zwischenzeitlich hat der Hahn im Korb ausgekräht, ich bin nicht mehr der Einzige Mann unter Frauen 🙁 . In der Nacht ist noch eine amerikanische Familie eingetroffen, die uns für eine Woche in Kenia begleiten wird; Harry und Denise mit ihrem 15-jährigen Sohn Ian. Somit sind wir zu sechst unterwegs, auch nicht schlecht so eine kleine Gruppe. Hinzu kommen Patricia als CEO und Peter als Fahrer sowie weitere zwei Helfer, die aber nur für das Camp und Essen zuständig sind. Nach dem Verladen des Gepäckes fahren wir um 8:30 Uhr ab, aus Nairobi weg. Bei der Fahrt durch die Innenstadt fällt auf, dass alles ziemlich ruhig ist – kein Verkehr, kaum Personen unterwegs. Die Geschäfte haben geschlossen. Bei den Wahllokalen sehen wir die Menschen in langen Warteschlangen stehen, manchmal gibt es mehreren Reihen davon. Aber alles ist ruhig und diszipliniert, die Leute lesen Zeitung oder sprechen miteinander. Die Fahrt heute wird lang. Wir fahren über Hügel, an Weizenfelder, Kaffee- oder Früchteplantagen vorbei. Bei einer Rastpause in einem Souvenirshop kaufen wir noch Snacks und Wasser ein. Blöd nur, dass Patricia vergessen hatte zu erwähnen, dass das Wasser für 2 Tage reichen sollte. Wir sind schon zu weit um umzukehren, andererseits fahren wir noch an einigen Ortschaften vorbei, um uns mit Wasserflaschen einzudecken. Kein Problem also – denken wir… aber Wahltag ist Ruhetag und alle Geschäfte, die wir anfahren, haben wie in Nairobi geschlossen. Bei der letzten grossen Ortschaft klappern wir praktisch sämtliche Wege ab, aber wir finden nichts. auch die Einheimischen können uns offenbar nicht weiterhelfen, Patricia’s Anfragen bleiben erfolglos. Als wir die letzte grosse Strasse abfahren, doch noch ein Jubelschrei. Ein kleiner Laden hat geöffnet und die Wasserkanister werden geplündert. Ich glaube, nicht nur wir sind beruhigt. Jetzt geht’s mit vollem Tempo Richtung Samburu Nationalpark. Dort angekommen, machen wir uns am Gate bereit für unseren ersten Gamedrive.
Eingang zum Samburu-Park. Die winkende Person im Vordergrund ist Patricia
Das Autodach wird ausgeklappt, somit können wir während der Fahrt stehen und die angenehme Brise geniessen; zudem hat man einen besseren Blick über die Landschaft. Tiere lassen sich vereinzelt blicken: Oryx, Elefanten, Giraffen, Gerenuks und andere Gazellen. Die Auswahl ist vielfältig, jedoch treten die Tiere nicht in grossen Herden auf.
Wir fahren im Park gemächlich umher, einige wenige Fahrzeuge sind auch unterwegs. Die Szenerie wirkt sehr ruhig und friedlich. Gegen Ende unserer Pirsch steuern wir auf eine Stelle zu und werden langsamer, bis wir stoppen. Peter hat wohl über Funk erfahren, dass hier was sein muss. Aber was? Alle suchen den Boden ab, aber wir finden nichts ausser Staub und Steine. Patricia und Peter murmeln etwas miteinander, aber wenn das sowas wie Zaubersprüche sind, hilft das aber auch nicht weiter. Blöd, denke ich, strecke dabei zur Entspannung mein Kopf in den Nacken und blicke den Baum hoch, der direkt neben mir steht. Und da schauen mich doch tatsächlich zwei Augen eines jungen Leoparden an.
Gutes Versteck, aber Häuptling Adlerauge sieht alles... 😉
Quel surprise, und das am ersten Tag bei unserer ersten Fahrt. Hätte nicht besser passen können. Ein zweites Fahrzeug kommt hinzu und wir beobachten den kleinen Racker. Von seiner Mutter ist nichts allerdings zu sehen. Nach einer Weile wird ihm der Rummel zu viel und er verschwindet im Gebüsch.
Bei unserer Fahrt zum Lager sehen wir noch eine Elefantenherde zum Abschluss.
Wir erreichen unser Camp um 18:00 Uhr. Alles ist fertig eingerichtet, die Zelte stehen und das Nachtessen ist praktisch auch schon bereit. Unser Chefkoch stellt sich als Francis vor, der Campassistent als Patrick, wobei Letzterer nur hier im Samburu für unser Camp verantwortlich ist. Zum Nachtessen gibt es Suppe, Reis, Huhn und Kohl, sehr fein. Den Abend lassen wir am Lagerfeuer bei einem Bier ausklingen. Hier wird auch klar, warum Shihomi keine Malariatabletten mitgenommen hat: an ihrem Arm hat sie wie einer überdimensionierten Armbanduhr ein japanisches Gadget befestigt. Dieses Ding soll offenbar per Funk die lästigen Viecher abwimmeln. Ob’s was hilft, werden wir in den nächsten Tagen erfahren. Entweder ist sie der Hero oder die Biester werden wie Vampire über sie herfallen.
Hallo Sven, Dein Reisebericht kommt gerade passend, wo ich doch gerade anfange, mir Gedanken über eine mögliche Tansania/Kenia-Route für 2014 zu machen 🤩 Ich bin gespannt mit dabei! Liebe Grüße, Alexa
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201013. Mai 2013 · #14
Hallo Alexa
Ich beneide dich. Möchte eigentlich auch wieder mit einer weiteren Afrika-Reise-Planung beginnen, aber zuerst muss ich mal die Vergangene abschliessen. Reisebericht schreiben, Fotoalbum erstellen, etc. Vielleicht schaff ich es ja bis ins Jahr 2014... 😄 Wirst du dich einer Gruppe anschliessen oder auf eigene Faust die Länder erkunden?
Hallo Papa Kenia Willkommen an Bord. Ich hoffe, ich kann dir einiges berichten und dir den Etappenverlauf erleichtern.
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201013. Mai 2013 · #15
05.03., Samburu Nach einer halbwegs durchgeschlafenen Nacht (Hyänengeheule sei Dank) ist um 6:00 Uhr Tagwache. Bei Kaffee/Tee und kleinem Gebäck erfahre ich, dass in der Nacht ein Löwe neben meinem Zelt vorbeispaziert ist (zu sehen an den Spuren auf der Sandstrasse) – vielleicht sehen wir ihn ja heute auch bei Tageslicht. Peter startet unsere Kutsche um 6:45 Uhr, Zeit, einzusteigen und den Samburu näher zu erforschen. Die Sonne steht schon hoch und wärmt, der Fahrtwind ist noch kühl, aber angenehm auszuhalten. Während der ganzen Kenia-Tour halten wir unsere Sitzordnung ein, das heisst, ich bin mit Diane an vorderster Front, in der Mitte sitzen Harry und Shihomi und zuhinterst Denise mit Ian. Wir fahren den Nationalpark ab und sehen die obligaten Pflanzenfresser: Elefanten, Giraffen, Impalas und Thomson Gazellen.
Zwei männliche Gerenuks (oder Giraffengazellen) kämpfen auf einer offenen Wiese, wohl wegen des anwesenden Weibchens. Das Objekt der Begierde zeigt aber keine Anstalten, den Sieger zu beglücken 😗 , bzw. zu beglückwünschen, sondern zieht davon.
Oftmals wechseln sich kurze Stops und lange Fahrten ab. Es gibt Gebiete, welche nicht gross bevölkert werden; andererseits findet man an anderen Stellen wiederum haufenweise Tiere. Die grösste Gruppe sehen wir bei einem Elefantenmarsch, sicher 20-30 Tiere, wahrscheinlich auf den Weg zum Fluss.
Auf einer grossen Grasebene treffen wir auf zwei einsame Strausse. Sie lassen sich von uns nicht beirren und picken weiter nach ihrem Futter.
Peter entdeckt derweil auf der Sandstrasse Spuren von Löwen und wir folgen diesen. Wir fahren eine ziemlich lange Strecke, aber am Ende leider ohne Erfolg – vorerst muss der Löwen-Eintrag in die Tierliste warten. Dafür sehen wir einen einsamen Elefanten am Fluss, der seinen Durst stillt. Die von ihm umgebene Landschaft ist fantastisch.
Nach der ausgiebigen Pirschfahrt fahren wir zurück ins Camp, der Magen meldet: Hunger! Unser Küchengott Francis erwartet uns bereit mit dem Lunch. Ein gewaltiges Buffet wird aufgetischt: Spaghetti, Fleischbällchen, Gemüsepfanne und zwei Sorten Omeletten. Muss ja nicht erwähnen, dass es wiederum lecker war. Am Nachmittag geht es geschlossen zur benachbarten Samburu Lodge. Für ein kleines Entgelt können wir den Pool benutzen. Nebst der körperlichen Abkühlung gibt es auch für den Gaumen ein Genuss: ein kühles Bier. Die Idee dazu hatte Diane, wer sonst… 😉 Die freie Zeit am Pool geniessen wir, auch für Unterhaltung ist gesorgt: Paviane laufen immer wieder durch die Anlage und manchmal so nah am Mobiliar vorbei, dass sie was stibitzen könn(t)en. Aber der Barkeeper hat ein Arsenal an kleinen Steinen (oder Nüssen), mit denen er sie vertreibt. Man sieht, er macht das nicht zum ersten Mal, der Mann hat Übung. Es gibt einige Volltreffer zu verzeichnen, aber die Paviane scheint das nicht zu stören, sie kommen wieder und wieder. Um 15:00 Uhr geht es zurück, der nachmittägliche Gamedrive wartet. Bevor wir abfahren, erwartet uns eine kleine Überraschung: zwei Kudu-Weibchen beehren uns mit einem Besuch im Camp. Sie halten zwar respektvoll Abstand zu uns (und wir zu ihnen), aber geniessen offenbar ihr Futter bei uns.
Kurze Zeit später fahren wir ab und sehen als erstes wiederum Pflanzenfresser.
Auch einige Vogelarten säumen den Weg, wobei der Bienenfresser als einziges Model herhält.
Als erstes Highlight darf ein Kampf zwischen zwei Teenie-Elefanten bezeichnet werden. Jedoch wollen sie dabei offenbar keine Zuschauer haben und so verlagern sie ihren Kampf hinter ein Gebüsch. In kleiner Entfernung sehen wir zwei Wagen stehen, da dürfte was Interessantes sein. Als wir hinfahren, deutet man uns auf den Baum. Wahnsinn, da ist doch tatsächlich... nichts (ausser gesundes Blattgrün)? 🤨 . Wie spannend… Nachdem die Adleraugen nochmals nachgeschärft werden, entdecken wir doch noch was anderes: der junge Leopard von gestern, diesmal mit Mama an seiner Seite. Die haben sich wirklich gut versteckt.
Nach ein paar Fotoshots fahren wir den Fluss entlang. Viel ist allerdings nicht zu sehen, abgesehen von Reihern und einem Eisvogel.
Peter ist währenddessen via Funk mit anderen Fahrern in Kontakt. Was sie sagen, verstehe ich nicht, aber plötzlich setzt sich unsere Kutsche in Bewegung – und das in rasanter Geschwindigkeit. Vor uns ist ein zweiter Wagen, ebenfalls Formel 1-mässig unterwegs. Willkommen auf dem Samburu Circuit! Peter weiss offenbar eine Abkürzung, denn wir biegen plötzlich rechts ab; es geht hinauf entlang eines Hügels. Weiter unten sehe ich das vorher vor uns fahrenden Auto und hinter uns folgt ein drittes Gefährt. In der Ferne sind weitere Staubwolken zu sehen; alle fahren auf einen Punkt hin. Es scheppert und kracht über die Rumpelpiste, alles was nicht festgenagelt ist, rutscht oder fliegt im Innern umher. Mit besten Grüssen, eure Stossdämpfer! 🙄 😵 Als wir langsam Richtung Zielgerade einbiegen, sehen wir weitere 4-5 Autos, vor dem Leo-Baum wartend. Die Meldung, dass die beiden nun den Baum verlassen haben, erzeugt eine richtige Hysterie im Park. Die Leo’s liegen noch faul am Boden, aber als sie sich in Bewegung setzen, gibt’s bei allen kein Halten mehr.
Es wird gehupt, überholt, Bremsen quietschen; jeder will den besten Platz ergattern. Peter erweist sich dabei als weiser und geschickter Fahrer, als würde er die Route der Leoparden kennen fährt er immer ein gutes Stück weit voraus. Dabei verlieren wir die sie aus den Augen, aber plötzlich tauchen sie dann doch wieder auf.
Der Weg der beiden führt offenbar zum Fluss. Peter findet eine kleine Zufahrt zum Fluss, mit Sicht auf die beiden Stars, den Sonnenuntergang sowie ein paar Elefanten. Kompliment Peter, besser hättest du es nicht treffen können!
Das war’s dann auch schon vom abendlichen Gamedrive. Das Highlight zum Schluss aufgespart. Sehr zufrieden und glücklich fahren wir in unser Camp zurück. Zum Abendessen gibt es Fisch, Kartoffelschnitze und Erbsen-/Bohnen-/Rüeblitopf. Dazu einen warmen, durchgeschüttelten Merlot (wir haben vergessen, den Rotwein aus dem Wagen zu nehmen). Am Abend beim Lagerfeuer haben wir wieder einen Gast im Camp (ist heute Tag der offenen Tür?): eine Grossflecken-Ginsterkatze. Neugierig schaut sie sich um, ob wohl noch irgendwo was Fressbares herumliegt. Aber sie verschwindet einige Zeit später und taucht dann später von der anderen Seite wieder auf. Aber sorry, Miezekatze, auch da gibt's nichts zu holen. Es war ein gelungener Tag heute mit vielen interessanten Sichtungen. So kann es weitergehen… Trotzdem gebe ich Patricia meine Wunschliste ab: ein Gepard muss her, je schneller desto besser. Sonst werde ich nervös, wenn ich keinen auf meiner zweiten Afrikareise sehe. Sie beruhigt mich und garantiert in der Masai Mara welche zu sehen. Tja dann, diese Garantie nehme ich gerne entgegen. 😁
einfach grandios Eure Sichtungen und die Aufnahmen! Da werden Erinnerungen wach! Allerdings hatten wir in Samburu (nicht mal in Kenia) kein Glück einen Leoparden zu erspähen. Dafür dann aber in der Nähe der Samburu Lodge einen Geparden. Übrigens, den Grey-headed Kingfisher hast Du vortrefflich abgelichtet!
Freue mich auf mehr!
Herzliche Grüße und Dank Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Hallo Seven! Was hattet ihr für ein Glück! Und dann auch noch einen guten Fahrer zu haben, da schlägt einem das Herz höher! Tolle Fotos sind dir gelungen - ich gratuliere und freue mich auf die Fortsetzung. Der Samburu wandert gerade auf meine Wunschliste. Es macht Spaß deinen RB zu lesen - vielen Dank und viele Grüße Rebecca
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201014. Mai 2013 · #20
Thanx an alle für eure Rückmeldungen (und Komplimente 🙂 ).
picco schrieb:Hoi Sven
Du wisst mir doch nicht etwa Konkurenz in der Disziplin Leopardensichtungen pro Afrikareise machen, odrr??? 😈 Schöne Bilder, offensichtlich muss ich auch mal in den Samburu damit ich solch langbeinige Leo's sehe! 🤩
Oo-hoo, der Picco wird nervös. 😄 Bei dir waren's 10 Leo's wenn ich deinen Bericht richtig gelesen habe, stimmt's?. Tja, das könnte noch eng werden, wer weiss... 😉
Butterblume schrieb: Dafür dann aber in der Nähe der Samburu Lodge einen Geparden.
Marina, ich glaube, in dem Moment, wo in Samburu war, hätte ich alles getan, um endlich einen Geparden zu sehen (mmhh, naja, fast alles... 😉 ). Den zu entdecken scheint ja bei vielen hier reine "Routine" zu sein (wenn ich die Berichte so lese), nur bei mir funktioniert es nicht. 🙁
rebecca schrieb: Der Samburu wandert gerade auf meine Wunschliste.
Tu das, ich finde ihn landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich, ein Besuch lohnt sich. Ich denke, du wirst es nicht bereuen. 🙂