SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201005. Nov. 2014 · #1
Hallo zusammen
Hier ist mein Reisebericht über meine diesjährige Afrikareise nach Sambia. Nach Botswana/Namibia 2011 und Kenya/Tansania 2013 war dies die dritte Reise in den südlichen Kontinent. Nebst Gamedrives im Auto oder Boot ging es in jedem Nationalpark auch zu Fuss auf Pirsch (deswegen der Titel). Das Programm des zweiwöchigen Aufenthalts war folgendermassen: - Lower Zambezi (Kasaka River Lodge) - South Luangwa (Wildlife Camp + Buschcamp) - Kafue (Musekese Camp) - Livingstone (Maramba River Lodge) Wie an den Unterkünften ersichtlich, war die Tour mit "festen Behausungen". Der Transfer erfolgte meist mit dem Flugzeug, von Lusaka in den Kafue war ich mit dem Auto unterwegs (jedoch nicht als Selbstfahrer). Los geht's...
27./28.06.: Zürich – Dubai – Lusaka Anreise Abends nach 22:00 Uhr startet die Boeing der Emirates von Zürich mit 1. Etappenziel Dubai. Ankunft in den Emiraten am nächsten Tag um 6:00 Uhr, das Aussenthermometer zeigt schon "frische" 34° Grad. Zum Glück bleibe ich im klimatisierten Terminal. Der Weiterflug Richtung Lusaka startet mit 10-minütiger Verspätung, die wir aber relativ schnell wieder ein- und überholen. In der Hauptstadt von Sambia landen wir dann auch 10 Minuten früher als geplant. Wie sich bald feststellen wird, ist dieser Vorsprung Gold wert. Einreise Angenehme Temperaturen erwarten mich in Lusaka. Zuerst geht’s in die Ankunftshalle; hier stehen fünf Einreisebehördekontrollschalter (oder wie die auch heissen mögen...). Es gibt je einen Schalter für Einheimische, in Sambia wohnhafte Ausländer, Diplomaten, Touristen und dann noch einen, dessen Zweck ich vergessen habe. Natürlich stehen bald 70% der Fluggäste am Touristen-Schalter; und die Kontrollen dauern… und dauern… und dauern… Langsam drängen sich Fragen auf: soll ich den Schalter wechseln? Einfach den Diplomateneingang nehmen? Ja, nein, vielleicht… schlussendlich werden die Schalter durch das Personal selbst freigegeben, nur nützt mir das nichts, denn jetzt bin praktisch gleichauf mit allen anderen Reihen – und das erst noch als fast Letzter! Für das nächste Mal merke ich mir: entweder direkt zu einem der "nicht-Touristen-Schalter" und warten, was passiert, oder im Flugzeug gleich die Reihe hinter den First-/Businessklasse buchen und auf dem Rollfeld einen sauberen Sprint hinlegen und die verdutzt schauenden Touris überholen... Nach gefühlten 50 Minuten bin ich dran; Visum schon im Vornherein eingeholt; Hände auf das Handgerät, links, rechts – „sind sie zum ersten Mal in Sambia?“, „Ja“ – „machen Sie Ferien hier?“, „Ja“ – schlappe 3 Minuten geht’s, und ich bin durch. Es wäre ja so einfach… Das Gepäck schnell vom Band geholt, geht’s weiter durch den Zoll. Hier fällt mir der Thread aus dem Forum von User Kiboko wieder ein, (http://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/209553-sambia-trauerspiel-mit-happy-end.html), der ja mächtige Probleme mit seiner Fotoausrüstung hatte. Meine ist zwar nicht so teuer, aber doch auch schon wert, diese gegen gutes Geld zu verzollen. Wenn die das gleiche Spielchen mit mir treiben wollen, hab ich keine Nerven hierzu. Ich laufe durch die Zollkontrolle und schaue nach links und rechts, aber die Beamten (wenn es denn welche sind) interessieren sich nicht für mich. Willkommen in Sambia, ein halbes Hurra dafür. Weiterreise Die andere Hälfte erspar ich mir noch, denn jetzt geht es eigentlich mit dem Inland-Weiterflug Richtung Lower Zambezi weiter – Abflug in 10 Minuten! Ich suche den Schalter der sambischen Fluggesellschaft Proflight, finde ihn nicht, frage die Auskunft: „gleich dahinten“ - und zeigt in die Verlängerung meiner Blickrichtung. Da sehe ich aber nur einen Kaffeestand. Ich laufe darauf zu und hinter dem Stand sind zwei kleine Check-In-Schalter. Das muss es also sein, angeschrieben ist nichts. Ich frage, ob ich noch einchecken kann. Dass ich zu spät bin, weiss ich, muss man mir nicht mehr sagen, ich verzichte darauf zu sagen, dass man mehr Schalter bei der Einreise hätte öffnen können. Aber dank afrikanischer Lockerheit und sambischer Coolness (und vielleicht meinem "Hundeblick", bitte bitte bitte...?) kriege ich doch noch ein Flugticket, meine Daten werden von Hand schnell auf Papier gekritzelt und ab geht’s, direkt durch die Sicherheitskontrolle ins Flugzeug. Jetzt die andere Hälfte Hurra, Doppelhurra! Die 10-Minuten-zu-früh-in-Lusaka-ankommen haben mir den Start in die Ferien gerettet. Das Kleinflugzeug ist rappelvoll, 12 Personen plus Pilot und Co-Pilot. Unser Flug dauert nur eine Stunde. Der 1. Zwischenstopp erfolgt mitten im Lower Zambezi. Zu unserer Piste folgen wir dann dem Sambezi entlang, ehe der Pilot zur finalen Landung beim königlich klingenden Royal Airstrip ansetzt (wahrscheinlich weil der asphaltiert ist). Beim Landeanflug entdecke ich unten im Busch eine grosse Tischreihe sowie improvisierte Küche und Holz für ein Lagerfeuer. Wahrscheinlich für eine Party im Freien, oder so…
Ankunft Der Fahrer unserer Lodge wartet bereits und stellt sich als Troy vor, zusammen mit einem weiteren Gast – Donald aus Amerika – fahre ich zur Unterkunft. Die Kasaka River Lodge liegt idyllisch gelegen am Sambezi. Mein Zimmer für die nächsten zwei Nächte.
Die Betten sehen sehr einladend aus und eigentlich möchte ich jetzt nach dieser langen und zum Schluss aufregenden Reise nur noch auf Standby gehen, aber Troy hat anderes vor. Es geht mit Donald gleich auf eine kurze Pirschfahrt mit Sundowner am Chongwe River. So langsam komme ich in Afrika an, der Sternenhimmel und die Tiergeräusche rund um uns helfen dabei. Die Fahrt zurück geht zu meiner Verwunderung nicht zur Lodge, sondern wir halten mitten im Busch. Bei Kerzenlicht und Lagerfeuer sehe ich einen gedeckten Tisch und eine improvisierte Küche. Aha, wir sind also die Partyleute. Einen eigentlichen Grund für das ausserbetriebliche Diner gibt es nicht, man macht es ab und zu im Freien, meint Troy. Mit den anderen Gästen der Lodge essen wir hier draussen; als Menu gibt es reichlich Barbeque, Kartoffeln und Gemüse. Nach dem Diner unterhalten wir uns noch am Lagerfeuer, ehe es dann zurückgeht zur Lodge. Todmüde, aber zufrieden und glücklich bin ich endgültig in Afrika angekommen.
Hallo Seven, das ging ja schon vielversprechend los, nur weiter so. 🙂 😄 🤩 Wir waren im August als Selfdriver im Lower Sambesi und im South Luangwa. Bin deshalb sehr gespannt auf deine Erlebnisse! Liebe Grüße Biggi
lionfight1'324 Beiträge · seit 201305. Nov. 2014 · #5
Zwar etwas aufregender Beginn, aber mit tollem Abschluss.
Gruß! der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
THBiker1'366 Beiträge · seit 201105. Nov. 2014 · #6
Puh, dann reise ich auch mal schnell noch mit durch Sambia.
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201005. Nov. 2014 · #8
Vielen Dank an alle für die Rückmeldung und schön, dass ihr dabei seid. Der Platz für euch ist reserviert. 🙂
tiggi schrieb:Hallo Seven, das ging ja schon vielversprechend los, nur weiter so. 🙂 😄 🤩 Wir waren im August als Selfdriver im Lower Sambesi und im South Luangwa. Bin deshalb sehr gespannt auf deine Erlebnisse! Liebe Grüße Biggi
Da bin ich aber gespannt, ob sich unsere Erlebnisse und Eindrücke vom Lower Sambezi und South Luangwa decken... 😉
Picco schrieb:Hoi Seven Bin auch dabei! Du scheinst ein etwa gleicher Reisechaot wie ich zu sein.... 🤩 😎 😄
Natürlich, wäre ja langweilig wenn alles wie auf Papier vorgesehen verlaufen würde... ein bisschen Action muss schon sein! 😄 😛
Sanne schrieb:Hallo Seven, freue mich sehr auf Deinen Reisebericht und Deine Eindrücke von Sambia... also bitte schnell weitermachen! 😉 Viele Grüße Sanne
Dein Wunsch ist mir Befehl. Ist ja eh grad ein versch... Wetter, da machen wir mit der Sonne Afrikas weiter.
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201005. Nov. 2014 · #9
29.06.: Lower Zambezi
Donald und ich haben für die nächsten beide Tage dasselbe Programm (ausgewählt). Unser Guide, welcher uns die beiden Tagen begleitet, stellt sich folgendermassen vor: „Ich bin Borat, aber statt mit B, mit einem M geschrieben.“ So kann man sich den Namen schnell merken. Heute Morgen geht es auf Walking Safari im Lower Sambezi. Begleitet werden wir von einem bewaffneten Ranger. Vor dem Park überqueren wir zuerst den Chongwe River. Der Wasserstand ist nicht sehr hoch und wir erreichen das andere Ufer mit trockenen Klamotten.
Kurz nach dem Gate biegen wir von der Piste ab und halten mitten im Busch. Ready to walk… Der Fussmarsch wird immer wieder unterbrochen, Flora und Fauna bieten viele Gelegenheiten, näher hinzuschauen. Morat erklärt, warum Impalas so viele Häufchen machen, zeigt, in welche Richtung der Elefant gelaufen ist und wie man an einem feuchten Boden erkennt, ob da jetzt Elefantenmännlein oder –weiblein Pipi gemacht hat. Auch Tierspuren finden sich im Sand, z.B. von einem Stachelschwein. Sehen werden wir das Tier aber leider nicht.
Am Sambezi angekommen, laufen wir diesem am Ufer ein wenig entlang und bald darauf auf einem Hippo-Highway wieder zurück ins Landesinnere.
Tiere lassen sich auf unserer gesamten Wanderung wenige sehen, vereinzelt eine kleine Gruppe Impalas, in grosser Sichtweite einen Fischadler oder ein Kudu. Die Fluchtdistanz ist aber weit grösser als wenn wir im Fahrzeug unterwegs wären und so laufen die Tiere frühzeitig weg. Beim Fahrzeug gibt es Kaffee-/Teepause. Es ist leicht bewölkt, aber die Sonne gibt genug Wärme ab, um im Schatten zu bleiben. Zurück in der Lodge gibt es bald den Lunch.
Am Nachmittag treffen wir uns am Ufer des Sambezi. Die 10minütige Fahrt mit dem Motorboot geht flussabwärts, vorbei am Chongwe, bis wir bei einem Seitenarm halten. Hier warten schon zwei Kanus auf uns. Bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, erklärt Morat das Programm für die nächsten 90 Minuten: relaxen, geniessen, entspannen, staunen, sich ab der Natur erfreuen. Aber bitte, die Hände nicht ins Wasser halten, das könnte eine leichte Programmänderung geben, wenn die Krokos zubeissen. Wie wir bald feststellen, sind einige hier ziemlich gross, aber alle, an denen wir vorbeigleiten, liegen gemütlich am Ufer am sonnenbaden.
Das nächste Highlight sind durstige Elefanten. Wir halten mit unseren Kanus auf der anderen Uferseite. Sie beobachten uns, aber merken bald, dass wir keine Gefahr sind und trinken weiter.
Als sie fertig sind, verlassen die Dickhäuter den Uferbereich und unser Weg wird frei, aber dann tauchen drei Eli’s aus dem Busch auf und wechseln noch schnell die Seite.
Beim nächsten Elefanten wird’s kniffliger: der steht im Wasser und futtert den Baum leer. Vorsichtig rudern wir neben ihm vorbei. Kurz nimmt er Notiz von uns, fühlt sich aber nicht gestört. Mein Herz klopft aber schon ein wenig, als wir mit unserer Nussschale an ihm vorbeigleiten.
Die grösste Herausforderung besteht darin, den Hippos auszuweichen, sofern man sie überhaupt sieht. Morat sagt, das in einem bestimmten Flussabschnitt eine Nilpferdkuh ein Junges habe, was sie besonders vorsichtig und aggressiv gegenüber Fremden macht. An der besagten Stelle warten wir und sehen sie dann bald in einer Lagune. Somit Bahn frei. Wir kommen am Ende des Seitenarms an und rudern in den Sambezi. Mit dem Motorboot geht es auf eine Insel zum Sundowner. Bei Sonnenuntergang überquert ein Elefant in weiter Ferne den Fluss. Ein schönes Bild zum Abschluss des 1. Tages.
NONOGRILA1'794 Beiträge · seit 201305. Nov. 2014 · #11
Hallo Seven, danke für die schönen Bilder und den Bericht. Wenn ich auf die Sonne klicke, beginnt dein RB leider nicht am Anfang.
Kannst du das noch ändern!
LG NOGRILA
picco6'369 Beiträge · seit 201105. Nov. 2014 · #12
Hoi Seven
Ich seh schon: Ich muss auch mal nach Sambia! Wenn ich nur schon das Wort 'Zambezi' lese....wirkt wie 'Masai Mara' oder 'Serengeti' oder 'Ngorongoro' oder oder oder.... Würdest Du mir mal per PN oder eMail durchgeben wie/wo/was/wieviel/warum/wann/womit Du gebucht hast usw??? 🤩
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201006. Nov. 2014 · #15
ANNICK schrieb:Coucou Seven, Mensch was für ein tolles Ambiente! 😎 Steht auch noch auf meiner Wunschliste........ 🙂 Freue mich auf die Fortsetzung. Annick
Hoi Annick, nimm es aber gaaaanz weit nach oben auf deine Wunschliste. Du wirst es nicht bereuen... 🙂
NOGRILA schrieb: Hallo Seven, danke für die schönen Bilder und den Bericht. Wenn ich auf die Sonne klicke, beginnt dein RB leider nicht am Anfang. Kannst du das noch ändern! LG NOGRILA
Hoi Nogrila, danke für den Hinweis. Das Häckchen wurde wohl beim editieren nicht mehr gesetzt. Klappt jetzt wieder.
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201006. Nov. 2014 · #16
THBiker schrieb:
picco schrieb:Würdest Du mir mal per PN oder eMail durchgeben wie/wo/was/wieviel/warum/wann/womit Du gebucht hast usw??? 🤩
Warum nicht hier? Ist doch für alle interessant!!! 😎
Nane42 schrieb: So geht`s mir auch... 😁 Bin sehr gespannt... Über wen Du gebucht hast, würde mich auch interessieren... LG, Nane 🙂
Gerne gebe ich euch ein paar Infos zu der Reise bekannt, bzw. wie diese entstanden ist: Nach Botswana/Namibia und Kenia/Tansania wollte ich noch weitere Länder in Afrika kennenlernen. Sambia und Malawi standen dabei weit oben auf der Wunschliste. Schnell habe ich aber gemerkt, dass in den zur Verfügung stehenden zwei Wochen beide Länder zu bereisen, ein wenig mit Tempo Teufel verbunden ist 😮 . Also habe ich mich jetzt auf Sambia mit den bekannteren Nationalparks konzentriert. Dann stellte sich die Frage: wie reisen, wie und wo übernachten? Gruppentour, Selbstunterhalter? Camping, Lodge? Für eine Camping- oder Gruppentour habe ich wenige Infos und Angebote gefunden; meist war auch der Start und das Ende ausserhalb Sambias, das wollte ich vermeiden, oder die Touren konzentrierten sich nur im South Luangwa (meist in Kombination mit Malawi). Alleine selber fahren kam für mich nicht in Frage, da ich eher zu den "vorsichtigeren" Personen gehöre und das Land zuerst kennenlernen will, bevor ich auf eigene Faust was unternehme. Aber zum Thema selber fahren kann hierzu Biggi sicher mehr sagen... 😁 Eine der letzten Möglichkeiten war, die Reise quasi wie "Einzel-Bausteine" zusammenzusetzen. Somit war auch die Art der Unterkunft gelöst, Lodges. Um nicht viel Zeit zwischen den Parks zu verlieren, erfolgten die Transfers meist mit dem Kleinflugzeug. Das gesamte Paket (Unterkunft, Transfers, Fernflüge ZH-Dubai-Lusaka, etc.) habe ich dann über die kleine Schweizer Reiseagentur "a+m africa tours" gebucht (http://www.africatours.ch). Lustigerweise war dann Michael Reich, der Mitinhaber der Firma, mit von der Partie im South Luangwa und Kafue (Geschäftsreise und Kundenbesuche... 😉 ). Gebucht habe ich schon im November 2013, die Reiseunterlagen trafen ca. 2 Wochen vor Reisebeginn ein und dann hiess es nur noch: folge dem Programm! Was noch? Ok, finanziell war's bisher meine teuerste Afrika-Reise, aber nach den beiden Gruppen- und Campingtouren in Nam/Bots und Ken/Tan auch die entspannendste (wär ja komisch wenn nicht...).
Weitere Fragen kann ich euch gerne hier oder per PM beantworten. Heute Abend dann die Fortsetzung des RB's.
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201006. Nov. 2014 · #17
30.06.: Lower Zambezi Der 2. Tag steht im Zeichen einer Volltages-Pirschfahrt im Park. Dadurch, dass wir mittags zum Lunch nicht zurück zur Lodge müssen, können wir tiefer in den Park fahren. Mit Donald und zwei weiteren Gästen einer anderen Lodge geht es am Morgen kurz nach 8 Uhr los. Die ersten Sichtungen: viele Impalas, einige Warzenschweine, Wasservögel und Elefanten. Bei zwei Löwen, die es sich im Gras gemütlich gemacht haben, bleiben wir länger.
Zuerst sind noch zwei weitere Fahrzeuge bei uns, aber bald sind wir dann alleine mit den Katzen. Der Bewegungsradius der beiden hält sich allerdings in Grenzen.
Nachdem sie kurz aufgestanden sind um aus einer kleinen Pfütze zu trinken, fahren wir weiter. Wir sehen weitere Elefanten. Auffallend ist, dass viele von ihnen noch nicht ausgewachsen sind. Morat meint, dass leider immer noch Wilderer hier ihr Werk treiben und halt einfachere Bedingungen vorfinden, wenn der Park zur Regenzeit kaum zugänglich ist.
Der Park für sich ist sehr abwechslungsreich. Wälder folgen auf Steppen, Lagunen finden sich hinter hoher Graslandschaft. Dazu der mächtige Sambezi zur Grenze von Simbabwe fliessend. Im dichten Gebüsch erblicken wir einen Leoparden, ein junges Weibchen, welches die vor sich weidenden Impalaherde beobachtet. Die Impalas haben den Leo natürlich schon entdeckt und beobachten ihn seinerseits wachsam. Ein Angriff ist ausgeschlossen, die Distanz ist zu weit und es gibt keine Anpirschmöglichkeiten. So können auch wir ihn noch eine Weile beobachten, bis er, bzw. sie wieder ins Gebüsch verschwindet.
Unsere Kaffeepause nehmen wir nahe einer Lagune ein. Hippos sind am anderen Ufer; die steigenden Temperaturen veranlassen sie zu einem abkühlenden Bad.
Wasserböcke in kleineren Gruppen sind im Park überall anzutreffen. Eine andere Gruppe versperrt uns allerdings den Weg. Die Elefanten wollen einfach nicht von der Piste verschwinden. So bleibt Morat nichts anderes übrig, als mitten durch Busch und Gestrüpp zu fahren; „Africa massage“ pur!
Nach dem Lunch, schön gemütlich am Ufer des Sambezi’s, fahren wir weiter im Park umher. Wir sehen zum ersten Mal im Park Zebras, Büffel, Wasserböcke und Kudus, jedoch verschwinden diese unmittelbar bei unserem Eintreffen im Dickicht.
Zwei Warane sind beim Liebemachen, ansonsten sind die Highlights eher rar gesät, abgesehen von der Landschaft. Nochmals geht es bei den beiden Löwen vorbei. Ihre Position ist unverändert: liegen und schlafen. Viel verpassen wir nicht.
Mit Anbruch der Dämmerung beschliessen wir langsam den Rückweg. Bei Sonnenuntergang halten wir für den Sundowner wieder am Sambezi. In der Nähe geniesst ein Elefant sein Diner, lässt sich aber durch unsere Präsenz nicht stören. Allerdings hält Morat immer ein wachsames Auge auf ihn.
Ein weiteres Fahrzeug steht in weiterer Distanz zu uns, die Leute haben den Sundowner beendet und sind bereit für die Nachtpirschfahrt, als im Scheinwerferlicht plötzlich ein Elefantenbaby auftaucht. Die Gäste sind hocherfreut, knipsen und blitzen das Kleine im Dauerfeuer, bis die Mutter trompetend dazwischenstösst und mit dem Baby verschwindet. Das hätte auch anders ausgehen können… Unsere Nachtpirschfahrt verläuft ruhig, abgesehen von einer Zibetkatze. Ab und zu trompetet es zum Gebüsch heraus.
Nach dem Diner unterhalten Donald und ich am Lagerfeuer. Unsere gemeinsame Zeit geht dem Ende entgegen. Er bleibt noch einen Tag hier, ich werde mich aufmachen, in den South Luangwa.
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201008. Nov. 2014 · #18
01.07.: Transfer Lower Samebzi - South Luangwa Troy fährt mich zur Flugpiste, wo nach kurzer Wartezeit auch schon die Cessna landet. Wir verabschieden uns und ich fliege zurück nach Lusaka.
Hier erneutes Einchecken für den Flug Richtung South Luangwa, diesmal ohne Hast. Nach einer Stunde Flugzeit lande in Mfuwe. Vom Wildlife Camp erwartet mich Moses. Wir fahren zusammen Richtung Unterkunft; unterwegs halten wir aber noch bei einem Metzger (eine tote Kuh oder was von ihr übrig ist hängt unter einem Baum, daher gehe ich davon aus, dass es der Metzger ist), bei seiner Frau, die am Strassenrand wartet und etwas entgegennimmt (wahrscheinlich einen kleinen Teil der toten Kuh…) und zum Schluss wir nehmen noch einige Einheimische mit auf den Weg. Nach dem Lunch bin ich überrascht, dass mich hier jemand im breitesten Berner Dialekt anspricht. Es ist Dora; sie arbeitet schon länger als Managerin in diesem Camp. Wie üblich zur Begrüssung gibt’s die „Do’s“ und „Don’t‘s“. Mein Zimmer befindet sich ca. 7 Gehminuten vom Restaurant entfernt, dazwischen liegt der Campingplatz. Ein kleiner Spaziergang am Sambezi entlang, allerdings nicht zu nahe dem Wasser entlang, wie empfohlen wird. Von diesem Kerlchen, welcher am Ufer liegt, geht keine Gefahr mehr aus....
Moses, der mich abgeholt hat, fährt den heutigen Gamedrive am Nachmittag. Begleitet werde ich dabei von 5 weiteren Gästen. Kurz nach der Einfahrt in den Park hält er auf der Brücke über den Luangwa und zeigt uns auf der Landkarte den South Luangwa, wo wir uns gerade bewegen und bewegen werden. Das ihm nicht alle auf die Karte schauen, liegt daran, dass unten im Fluss zwei Hippos in einen Kampf verwickelt sind.
Nach der Brücke beginnt der Park. Viele Nilpferde und Krokodile sind zu sehen, dazu unzählige Vogelarten, wie Reiher, Fischadler und Ibise. Der Fluss und die natürlich gebildeten Lagunen bilden in dieser Jahreszeit idealen Lebensraum für die Tiere. Ein Eisvogel klopft seine Beute (kleiner Frosch…?) an einem Ast tot und biegt die Mahlzeit zurecht, bevor sie in seinem Rachen verschwindet. Mit Wasser nicht soviel am Hut haben die Zebras, Pukus und Impalas, welche wir auf den grossen offenen Flächen antreffen.
Ein Löwenrudel liegt im offenen Gras faul rum. Offenbar tun sie das schon lange, denn einige suchen eifrig neue Liegepositionen. Meist sind sie aber mit der neuen Lage auch nicht zufrieden.
Die Sonne erreicht langsam den Horizont, Zeit für den Sundowner und Zeit, sich für die Nachtpirschfahrt bereit zu machen. Moses‘ Erfolgsquoten für eine Leoparden-Sichtung liegen bei 60%, wie er selbst sagt. Gute Aussichten also. Es dauert wirklich nicht lange, da sehen wir einen Leoparden über die Strasse huschen. Kurz darauf folgt ihr eine Hyäne, die der Katze wohl den später erlegten Nachtsnack streitig machen will. Die Szene dauert nicht lange, aber wir sind zufrieden. Kurz darauf sehen wir weitere nachtaktive Geschöpfe: eine Zibet- und Gingsterkatze. Letztere setzt sich auf einem Ast in Posse, ehe sie dann im hohen Gras verschwindet.
Die Hippos sind jetzt an Land am fressen. Vor unserem Fahrzeug taucht plötzlich eine Herde Büffel auf und versperrt uns die Weiterfahrt. Sie verschwinden aber bald von der Strasse. Alles in allem, ein äussert erfolgreicher erster Tag im South Luangwa, der zu Ende geht.
tiggi1'557 Beiträge · seit 201108. Nov. 2014 · #19
Hallo Seven, tatsächlich decken sich manche Erlebnisse. Im Lower Sambesi NP haben wir die Löwen nur gehört, aber sonst alle anderen Tiere gesehen. Die Elefanten erschienen uns sehr aggressiv dort und griffen uns immer wieder an, was wir so gar nicht kennen. Aber deine Erklärung, dass sich dort noch Wilderer herumtreiben, wäre eine Begründung für dieses Verhalten.
Im South Luangwa durften wir auch mit Moses den Night Gamedrive machen. Es war toll, er war der Tracker und wo sein Scheinwerfer hintraf waren Leos, Zibetkatzen oder Buschbabies. Der Mann ist klasse. Übrigens hast du tolle Aufnahmen gemacht, vor allem bei Nacht. Deine Ginsterkatze oder Zibetk. sehen prima aus.
Witziger weise haben auch wir ein so großes Löwenrudel getroffen. Es waren 14 Löwen, eine Löwin trug einen Sender um den Hals. Es war bestimmt die gleiche Gruppe, denn so viele große Gruppen gibt es dort nicht oft.
SevenThemenstarter233 Beiträge · seit 201010. Nov. 2014 · #20
tiggi schrieb:Hallo Seven, tatsächlich decken sich manche Erlebnisse. Im Lower Sambesi NP haben wir die Löwen nur gehört, aber sonst alle anderen Tiere gesehen. Die Elefanten erschienen uns sehr aggressiv dort und griffen uns immer wieder an, was wir so gar nicht kennen. Aber deine Erklärung, dass sich dort noch Wilderer herumtreiben, wäre eine Begründung für dieses Verhalten.
Im South Luangwa durften wir auch mit Moses den Night Gamedrive machen. Es war toll, er war der Tracker und wo sein Scheinwerfer hintraf waren Leos, Zibetkatzen oder Buschbabies. Der Mann ist klasse. Übrigens hast du tolle Aufnahmen gemacht, vor allem bei Nacht. Deine Ginsterkatze oder Zibetk. sehen prima aus.
Witziger weise haben auch wir ein so großes Löwenrudel getroffen. Es waren 14 Löwen, eine Löwin trug einen Sender um den Hals. Es war bestimmt die gleiche Gruppe, denn so viele große Gruppen gibt es dort nicht oft.
Bin sehr gespannt, wie es bei dir weiter geht.
Liebe Grüße Biggi
Hallo Biggi Ja, manchmal war's mit den Elefanten schon ein wenig mulmig im Lower Sambezi. Wir wurden nur einmal kurz angegriffen, bzw. war's ein Scheinangriff eines Teenie-Elefanten, der mit seiner Mutter unterwegs war. Morat meinte, er müsse seiner Mutter nun zeigen, wie stark er ist. Aber es ist schon so, in den anderen Parks habe ich sowas noch nicht erlebt.
Ich denke auch, es ist die gleiche Löwengruppe im South Luangwa. Bei uns hatte auch einer einen Sender am Hals. Moses war wirklich toll, sein Wissen und seine Erfahrungen waren Gold wert. Irgendwie war es für mich interessanter, den Park am Abend zu beobachten als am Tag.