SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201322. Juni 2026 ·
Sonntag, 26. April 2026 – Sundowner mit Schlossblick
Nach einer ruhigen Nacht wurden wir gegen 7:15 Uhr wach und machten uns kurz nach Sonnenaufgang auf den Weg zum Frühstück. Da die Gästefarm gut besucht war, herrschte ordentlich Betrieb. Nach Rührei mit Speck für uns und mehreren Butterbroten für Sophia packten wir unsere Sachen zusammen – bei nur zwei Übernachtungen geht das zum Glück immer recht schnell.
Bevor wir losfahren konnten, sorgte die versehentlich aktivierte Wegfahrsperre noch für ein paar Minuten Verwirrung, bis der passende Schlüssel zu dem Schloss unter der Handbremse gefunden war. Anschließend beglichen wir unsere Rechnung, reduzierten den Reifendruck auf 1,8 Bar für die bevorstehenden Gravel-Pisten und starteten gegen halb zehn Richtung Duwisib.
Unsere Route führte über die D1268, die C20 und später die C19 über Mariental nach Maltahöhe. Die Landschaft präsentierte sich weiterhin erstaunlich grün – ein ungewohnter Anblick für Namibia. In Maltahöhe legten wir am gleichnamigen Hotel eine gemütliche Pause ein und genossen im Garten am Pool etwas zu trinken.
Auf den folgenden Schotterstraßen (C14, D842 und D831) wurden die Auswirkungen der starken Regenfälle deutlich sichtbar. Immer wieder passierten wir ausgetrocknete Schlammlöcher, zwei Wasserdurchfahrten und Abschnitte, die offenbar erst kürzlich repariert worden waren. Die ausgiebige Regenzeit hatte hier deutliche Spuren hinterlassen.
Gegen 13:45 Uhr erreichten wir die Duwisib Guest Farm, wo wir vom Besitzer herzlich empfangen wurden. Unser Zimmer Nr. 8 mit großem Bad und bequemen Betten machte sofort einen sehr guten Eindruck. Nach dem Einchecken zogen wir uns um und verbrachten etwas Zeit am Pool. Trotz des kristallklaren Wassers war es recht windig und kühl, sodass wir es eher beim Lesen beließen. Dabei kamen wir mit einem netten Ehepaar aus Rosenheim ins Gespräch, das wir später noch öfter treffen sollten.
Am späten Nachmittag liefen wir zum nur wenige hundert Meter entfernten Duwisib Castle. Eigentlich hatten wir nicht damit gerechnet, das Schloss besichtigen zu können, da es offiziell geschlossen ist. Umso größer war die Überraschung, als ein Mitarbeiter plötzlich aus dem Schlosstor winkte und fragte, ob wir es von innen sehen möchten. Für 80 NAD pro Person schloss er extra sämtliche Räume für uns auf. Marc musste dafür zwar noch einmal Bargeld holen, da keine Kartenzahlung möglich war, aber der Aufwand lohnte sich.
Der Rundgang durch das Schloss war beeindruckend: der wunderschöne Innenhof, die historischen Wohnräume von Hansheinrich von Wolf und seiner Frau Jayta, der Salon, der Speisesaal und sogar eine kleine Schlange in einem der Gästebäder. Sogar eine Bar im Keller gab es, in der früher wohl ausgelassen gefeiert wurde.
Besonders interessant fanden wir die Geschichte des Schlosses und seiner Besitzer, die ebenso faszinierend wie tragisch ist. Hier dazu ein Text aus der Infomappe der Duwisib Guestfarm sowie ein Foto von Hansheinrich und Jayta aus dem Schloss:
Nach einer Dusche machten wir uns zum Sundowner auf den Aussichtspunkt „Baron's View“ hinter der Gästefarm auf. Von dort oben hat man einen fantastischen Rundumblick über die Landschaft. Mit ein paar Getränken im Gepäck genossen wir den Sonnenuntergang, auch wenn dieser fast etwas in den Hintergrund rückte, weil wir uns so angeregt mit dem Ehepaar aus Rosenheim über unsere Reisen unterhielten.
Zum Abendessen gesellten sich neben uns noch zwei Südafrikaner dazu, die gerade aus Lüderitz angekommen waren. Besonders unterhaltsam wurde der Abend durch Jochen Frank-Schulz, den früheren Besitzer der Gästefarm. Obwohl die Farm inzwischen von seinen Kindern geführt wird, übernimmt er noch immer gerne die Rolle des Gastgebers und Geschichtenerzählers. Mit seinen Erzählungen über die Farm, seine Familie und das Leben in Namibia sorgte er für beste Unterhaltung.
Kulinarisch wurden wir ebenfalls verwöhnt: Zur Vorspeise gab es Kürbissuppe, anschließend Oryx-Gulasch mit Kartoffeln, Karotten und Reis sowie ein hervorragendes Bobotie. Den Abschluss bildete ein köstlicher Malva-Kuchen mit Vanillesoße.
Nach diesem rundum gelungenen Tag fielen wir müde ins Bett und schliefen wie die Babys.
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201325. Juni 2026 ·
So, als kleine Abkühlung bei der Hitze hier ein eher kühler Reiseabschnitt 😉
Montag, 27. April 2026 – Ab in den Süden!
Für die Weiterfahrt Richtung Fish River Canyon mussten wir heute zum Glück keine Rekorde im Kofferpacken aufstellen – für die eine Nacht hatten wir ohnehin kaum etwas ausgepackt. Nach einem soliden, eher einfachen Frühstück mit Müsli, Joghurt, Obstsalat, Toast sowie Ei nach Wunsch starteten wir gegen 9:30 Uhr.
Fazit Duwisib Guestfarm
An die Duwisib Guestfarm hatten wir im Vorfeld keine besonders hohen Erwartungen – umso positiver wurden wir überrascht. Unser Zimmer war schlicht eingerichtet, aber sehr sauber, mit bequemen Betten, einem großzügigen Bad und einer schönen Terrasse mit Blick in die Landschaft. Da während unseres Aufenthalts nicht viel los war, herrschte eine angenehm ruhige Atmosphäre. Den Pool konnten wir wetterbedingt zwar nur eingeschränkt nutzen, trotzdem haben wir dort eine entspannte Lesepause eingelegt.
Besonders gefallen hat uns der Aussichtspunkt „Baron’s View“, von dem aus man einen wunderschönen Sonnenuntergang erleben kann. Auch das Essen hat uns überzeugt. Die Küche ist eher bodenständig, dafür aber sehr lecker und authentisch. Vor allem Jochen Frank-Schulz war beim Abendessen ein großartiger Gastgeber, immer aufmerksam, gesprächsbereit und mit vielen spannenden Geschichten über das Farmleben und die Geschichte des Schlosses.
Die Duwisib Guestfarm liegt zudem in einer landschaftlich reizvollen Gegend und hat bei uns insgesamt einen rundum positiven Eindruck hinterlassen. Es ist einer dieser Orte, an denen man sich sofort wohlfühlt und an die man gerne zurückkehrt 😘
Zunächst ging es zurück auf die C14 Richtung Süden. Vor der Reise hatten wir uns einige Gedanken gemacht, wie wir Sophia auf den oft langen Fahrstrecken beschäftigen können. Hörbücher, kleine Reisespiele und vor allem eine selbst zusammengestellte Mal- und Bastelmappe haben uns dabei auf den vielen Kilometern durch Namibia wirklich gute Dienste geleistet. So vergingen auch längere Etappen meist erstaunlich entspannt und Langeweile kam nur selten auf.
In Helmeringhausen legten wir einen Tank- und Kuchenstopp ein. Natürlich mussten wir den angeblich besten Apfelkuchen Namibias probieren. Mir hat er tatsächlich hervorragend geschmeckt – aber ob er wirklich besser ist als der in Solitaire werden wir in ein paar Wochen noch einmal überprüfen 🤪
Je näher wir Richtung Fish River Lodge kamen, desto deutlicher sah man die Folgen der außergewöhnlich starken Regenfälle. Ausgewaschene Straßenabschnitte, tiefe Fahrrillen ehemaliger Matschlöcher und ständig wechselnde Straßenverhältnisse machten die Fahrt anspruchsvoll. Kaum dachte man, man könne mal etwas zügiger fahren (und damit meine ich lediglich 50-60 km/h – man wird ja bescheiden 😈 ), wartete hinter der nächsten Kuppe schon die nächste Überraschung.
Dafür gab es zwischendurch auch ein paar Blümchen am Wegesrand.
Die berüchtigte Zufahrt zur Fish River Lodge setzte dem Ganzen dann die Krone auf. Für die letzten 19 Kilometer waren laut T4A Karte 50 Minuten Fahrzeit ausgeschrieben, und wir dachten zunächst noch: „Das kann doch niemals so lange dauern.“ Doch wir wurden schnell eines Besseren belehrt 😎 Die Strecke hatte es stellenweise wirklich in sich, und ich war sehr froh, dass Marc am Steuer saß. Ehrlich gesagt hätte ich das Auto vermutlich nach der zweiten Kurve stehen und mich abholen lassen. Erst kurz vor der Lodge – nachdem wir einen Grader bei der Arbeit passiert hatten – wurde die Strecke wieder etwas angenehmer.
Unterwegs entdeckten wir noch eine große Schildkröte mitten auf der Straße. Natürlich hielten wir an und halfen ihr die Böschung hinauf ins sichere Unterholz. Selbst wenn wir ihr auf der sehr schmalen Straße ausgewichen wären – wer weiß, ob die nächsten Fahrzeuge sie gesehen hätten. Ihr Muster fügte sich nämlich erstaunlich gut in die Umgebung ein.
An der Lodge angekommen, waren wir sofort begeistert. Schon der Empfang mit Erfrischungstüchern und Eistee war herzlich, doch der eigentliche Wow-Moment kam beim Betreten der Lodge: Der Blick direkt hinaus auf den Canyon ist schlicht atemberaubend – so schön, dass man ihn kaum begreifen kann.
Nach dem Check-in wählten wir unser Abendessen aus, klärten die Details für den Full-Day Canyon-Drive am nächsten Tag und bezogen unser wunderschönes Chalet. Allerdings merkten wir schnell, dass es hier oben deutlich kühler ist als in den letzten Tagen. Über die Abbruchkante des Canyons pfiff ein kräftiger Wind, der die Temperaturen noch niedriger erscheinen ließ. Die bereitgelegten Oropax hatten vermutlich ihren guten Grund.
Zum Abendessen war die Lodge stimmungsvoll mit Kerzenlicht dekoriert, die Kamine brannten und sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Marc und ich starteten mit einem Espresso Martini, während Sophia ein neues Sticker-Spiel für sich entdeckte und den ganzen Abend damit beschäftigt war.
Das erwies sich als Glücksfall, denn in der Küche lief an diesem Abend offenbar etwas schief. Unser Essen ließ ungewöhnlich lange auf sich warten; manche Gäste hatten bereits ihr Dessert beendet, während wir noch auf den Hauptgang warteten. Das Warten lohnte sich jedoch: Es gab Kingklip als Hauptgang und Malva Pudding mit Vanillesoße zum Dessert. Sophia freute sich über ein Kindermenü und entschied sich für Fish & Chips.
Außerdem trafen wir noch einmal Elke und Jürgen wieder, die wir bereits aus Hohewarte kannten. Sie berichteten begeistert von ihrer Canyon-Tour, die uns am nächsten Tag bevorstand und unsere Vorfreude noch einmal deutlich steigerte.
Die Nacht selbst war dann weniger idyllisch. Der Wind pfiff mit unglaublicher Wucht um unser Chalet. Während Sophia erstaunlich gut schlief und Marc sich kurzerhand mit Oropax behelfen konnte, fühlte ich mich zeitweise an den Hinflug erinnert – viel Schlaf bekam ich jedenfalls nicht 🙄
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201327. Juni 2026 ·
Dienstag, 28. April 2026 – Abenteuer im Fish River Canyon
Heute klingelte der Wecker schon um 6.15 Uhr – nach der eher wenig erholsamen Nacht war das alles andere als einfach 😵 Für heute hatten wir den ganztägigen Canyon Drive gebucht, der um 7.30 Uhr startete. Da die Sonne Ende April erst kurz nach 7 Uhr aufgeht, beginnt die Tour in dieser Jahreszeit etwas später als im Sommer. Um Viertel vor sieben saßen wir beim Frühstück.
Sorry für die vielen Bilder von der Aussicht dort oben, aber ich finde sie einfach sensationell 😁 Eine richtig nette Überraschung war, dass Sophia noch ein kleines Lunchpaket mit Saft, Obst, Crackern, einem Nussriegel und etwas Biltong bekam, damit sie bis zum Mittagessen gut durchhält. Das war wirklich aufmerksam.
Wir waren insgesamt zehn Gäste und wurden auf zwei Fahrzeuge aufgeteilt. Unser Guide Justice ist seit fast 35 Jahren als Guide tätig – viele Jahre im Damaraland und seit 2022 am Fish River Canyon. Seine langjährige Erfahrung war während des gesamten Tages deutlich spürbar – nicht nur fahrerisch, was auf dieser Strecke definitiv nötig ist, sondern auch mit einem unglaublichen Wissen über die Landschaft, Tiere und die Entstehung des Canyons.
Unterwegs legten wir immer wieder kurze Stopps ein und erfuhren viel über den Fish River Canyon. Er ist bis zu 27 Kilometer breit, 161 Kilometer lang und an seiner tiefsten Stelle 515 Meter tief. Dabei fällt der Canyon aber nicht senkrecht ab, sondern verläuft stufenweise nach unten. Genau diese drei steilen Stufen mussten wir auch mit dem Auto überwinden – darunter der berüchtigte Terror Pass. Wenn wir gestern schon dachten, die Lodgezufahrt sei anspruchsvoll gewesen, dann war das heute nochmal eine ganz andere Liga. Zum Glück saßen wir nur als Passagiere im Auto.
Zwischendurch gab es eine Busch-Toilette und an einer besonders steilen Passage durften wir alle etwa 20 Minuten zu Fuß bergab laufen, bevor uns die Fahrzeuge wieder einsammelten.
Später hielt Justice noch einmal im Flussbett an. Ein Teil der Gruppe lief dort ein Stück hinein. Ich blieb mit Sophia am Auto, weil sie keine Lust hatte, aber Marc meinte später, dass sich das auf jeden Fall gelohnt hat.
Der nächste Halt war einfach gigantisch. Von oben hatten wir einen traumhaften Blick auf den Fish River, der dank der außergewöhnlich guten Regenzeit richtig viel Wasser führte. Justice erzählte uns, dass die Landschaft nur ganz selten so grün ist. Überall blühten gelbe Blumen, dazwischen sogar rosa, pinke und lilafarbene – ein wirklich außergewöhnlicher Anblick.
Kurz vor der als "Terror-Pass" bekannten Engstelle 🤩
Nach der letzten steilen Abfahrt erreichten wir unseren Lunchplatz direkt am Fluss. Dort gibt es eine kleine Terrasse und während Guides und Koch das Essen vorbereiteten, konnten wir schwimmen oder die Umgebung erkunden. Ich bin tatsächlich bis in die enge Schlucht hineingeschwommen. Das Wasser war glasklar und hinten warteten kleine Stromschnellen, die wie eine natürliche Gegenstromanlage funktionierten. Anschließend ließ ich mich einfach wieder zurücktreiben. Das Wasser war zwar eisig, aber herrlich erfrischend.
Das Mittagessen war ebenfalls richtig lecker: Lammspieße, Chicken Wings, Boerewors, Salat und Toast mit Butter, dazu kalte Getränke. Danach schauten wir uns noch die Stromschnellen an, bevor die zweistündige Pause leider schon wieder vorbei war.
Gegen halb drei machten wir uns auf den Rückweg. Ohne weitere Stopps ging es die komplette Strecke am Stück zurück. Das ständige Gerüttel und die anspruchsvolle Piste haben es wirklich in sich – nach gut anderthalb Stunden war ich froh, wieder aussteigen zu können 😈 Zurück in der Lodge stärkten wir uns erst einmal mit einem Stück Orangenkuchen und Kaffee. Anschließend genossen wir die tolle Aussicht an unserem Häuschen.
Zum Abendessen gab es wieder ein hervorragendes Drei-Gänge-Menü mit Rote-Bete-Carpaccio, Rinderfilet mit Gemüse und Schokobrownie mit Karamellsauce und Vanilleeis. Ein richtig schöner Abschluss für einen großartigen Tag 😘
Sophia und ich gingen anschließend ins Bett. Marc blieb noch bis halb zwölf als letzter Gast an der Bar sitzen, weil er es tatsächlich geschafft hatte, das Champions-League-Spiel des FC Bayern auf dem iPad zu verfolgen 😎
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201329. Juni 2026 ·
Mittwoch, 29. April 2026 - Regen, Kaminfeuer und Wüstenzauber
Unsere Nacht war deutlich ruhiger als die vorherige. Der Wind hatte offenbar nachgelassen und wir wachten sogar noch vor dem Wecker auf – gut erholt und ganz ohne Zeitdruck. Heute stand nur die Fahrt zu unserem nächsten Ziel auf dem Programm.
Nach dem Frühstück packten wir gegen halb neun in Ruhe unsere Koffer, bezahlten und erkundigten uns noch nach der Strecke. Wir wollten diesmal über die D463 fahren und nicht den gleichen Weg wie bei der Anreise nehmen. Lustigerweise empfahl uns die Rezeptionistin genau diese Route und riet ausdrücklich von der Strecke ab, die wir vor zwei Tagen gefahren waren. Als wir ihr erzählten, dass wir genau dort hergekommen waren, musste sie schmunzeln 🤪
Die Lodgezufahrt kam uns diesmal tatsächlich deutlich besser vor. Ob sie inzwischen gegradet wurde oder wir nach der gestrigen Canyon-Tour einfach abgestumpft waren, weiß ich nicht. Jedenfalls brauchten wir nur noch 35 Minuten bis zur Weggabelung 😗
Fazit Fish River Lodge
Die Fish River Lodge hat uns rundum begeistert. Die spektakuläre Lage direkt am Canyon ist kaum zu übertreffen und allein deshalb schon etwas ganz Besonderes. Dazu kommen ein sehr freundlicher Service, leckeres Essen und eine wunderschön gestaltete Lodge mit gemütlichen Chalets und tollen Bädern.
Wind kann dort allerdings durchaus ein Thema sein. In unserer ersten Nacht war es dadurch ziemlich laut und auch insgesamt ist es oben auf dem Plateau deutlich kühler als in der Umgebung. Der Pool dürfte deshalb außerhalb der Sommermonate wohl eher zur Dekoration dienen 🤩
Der absolute Höhepunkt war für uns der ganztägige Canyon Drive – eine fantastische Tour, die wir jederzeit wieder machen würden. Für uns gehört die Fish River Lodge definitiv zu den Highlights unserer Reise und wir würden sofort wiederkommen 😘
Die D463 war dann eine herrlich einsame Strecke. Auf den rund 115 Kilometern begegnete uns kein einziges Auto und auch wir wurden nicht überholt. Nur vereinzelt lagen kleine Farmhäuser am Weg. Landschaftlich hat uns die Strecke richtig begeistert – abwechslungsreich, wunderschön und in einem überraschend guten Straßenzustand.
Wir ließen uns Zeit, hielten immer wieder zum Fotografieren an und entdeckten sogar Melonen am Straßenrand. Weiß jemand zufällig, welche das sind? Edit: Danke, liebe Konni - es handelt sich um Tsamma / Kalahari-Melonen.
Gegen 13 Uhr erreichten wir die Teerstraße Richtung Aus. Dort machte sich wieder das bis dato einzige Manko unseres Mietwagens bemerkbar: Ab etwa 80 bis 90 km/h entstehen durch den Dachträger so starke Windgeräusche, dass man sich kaum noch unterhalten oder Musik hören kann. Auf Schotterpisten fällt das wegen der niedrigeren Geschwindigkeit kaum auf, auf längeren Asphaltstrecken ist es allerdings etwas nervig 🙄
Gegen halb drei kamen wir in Aus an und checkten in Klein Aus Vista für unser Eagles Nest Chalet ein.
Wir erhielten die Schlüssel zum Häuschen Desert Vista, das wir uns bei der Buchung auch explizit gewünscht hatten. Anschließend bestellten wir einen Braai-Korb für den Abend sowie einen Frühstückskorb für den nächsten Morgen. Während wir darauf warteten, gönnten wir uns im Restaurant noch einen Light Lunch, der sich allerdings als so üppig herausstellte, dass wir uns fragten, ob wir das Grillpaket überhaupt noch brauchen würden.
Mit Feuerholz, Frühstücks- und Braai-Korb ausgerüstet fuhren wir schließlich die letzten sieben Kilometer zu unserem Chalet. Inzwischen hatte es angefangen zu regnen – und zwar ausdauernd. Trotzdem konnten wir auf der überdachten Veranda gut draußen sitzen. Das Häuschen gefiel uns auf Anhieb richtig gut und auch Sophia fühlte sich sofort wohl. Marc machte ein Feuer im Kamin, während ich einfach nur die Landschaft genoss und gespannt war, wie sie wohl bei Sonnenschein aussehen würde.
Da die genaue Lage der Häuschen hier im Forum schon öfter Thema war, habe ich zur Info ein Bild des Lageplans gemacht, den man vor Ort erhält.
Der Regen hielt bis zum Abend an, doch pünktlich zum Sonnenuntergang öffnete sich für wenige Sekunden ein schmaler Spalt am Horizont. Die Sonne tauchte die Landschaft in ein unglaublich magisches Licht – ein wunderschöner Moment.
Im Kamin knisterte inzwischen das Feuer und sorgte für eine herrlich gemütliche Atmosphäre. Weil der Light Lunch noch immer nachwirkte, räumten wir den kompletten Braaikorb in den Kühlschrank, machten uns stattdessen ein Sandwich und ließen den Abend bei einer Runde UNO und Kniffel ausklingen.
ich bin auch sehr gerne dabei, insbesondere, da wir November/Dezember eine ganz ähnliche Route planen - nur "anders herum". Vielen Dank für den tollen Bericht und das jeweilige Fazit zu den Unterkünften, das hilft sehr. Ich finde es toll, wir gut Ihr das mit Kind geplant habe und bin schon sehr auf Eure weitere Reise und weiteren Unterkünfte gespannt, insbesondere in der zweiten Hälfte ab Damaraland. Mit Doro Nawas liebäugeln wir auch noch - bin gespannt, ob es Euch gefallen hat.
super, vielen Dank! Euer Eindruck von der Fishriver Lodge deckt sich mit unseren Erinnerungen, auch wenn wir damals keinen Ausflug in die Schlucht gemacht haben. Und Eagles Nest - hach, das war sooo schön damals! Wir hatten zwar - wie hieß es doch gleich, ganz am Ende des Weges - aber die Hütten sind alle großes Kino.
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201302. Juli 2026 ·
PaintedDog schrieb:Liebe Sorimuc/Sonja,
ich bin auch sehr gerne dabei, insbesondere, da wir November/Dezember eine ganz ähnliche Route planen - nur "anders herum". Vielen Dank für den tollen Bericht und das jeweilige Fazit zu den Unterkünften, das hilft sehr. Ich finde es toll, wir gut Ihr das mit Kind geplant habe und bin schon sehr auf Eure weitere Reise und weiteren Unterkünfte gespannt, insbesondere in der zweiten Hälfte ab Damaraland. Mit Doro Nawas liebäugeln wir auch noch - bin gespannt, ob es Euch gefallen hat.
Liebe Grüße Kerstin
Liebe Kerstin,
wow, dann habt ihr ja eine wirklich tolle Reise vor euch 😁 Ich mache gleich mal weiter, damit wir zeitnah in den Norden kommen 🤪 Mit Doro Nawas macht ihr sicherlich nichts verkehrt, so viel kann ich schon mal verraten.
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201302. Juli 2026 ·
TinuHH schrieb:Und Eagles Nest - hach, das war sooo schön damals! Wir hatten zwar - wie hieß es doch gleich, ganz am Ende des Weges - aber die Hütten sind alle großes Kino.
Hallo Martin,
du hast absolut Recht, wir fanden es dort auch großartig 😘 Das letzte Häuschen ist das Eagle's View - dort hat man sicherlich noch den Vorteil, dass gar niemand mehr an einem vorbeifährt 😄
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201302. Juli 2026 ·
Donnerstag, 30. April 2026 – Willkommen im Mäusehäuschen
Bevor es weitergeht, noch eine kleine Anekdote vom Vorabend, die ich vergessen hatte: Sophia lag schon im Bett und schrie plötzlich auf, weil sie an der Wand eine Schlange entdeckt haben wollte. Ich war im ersten Moment auch kurz irritiert bis schockiert 🤩 , bis sich das vermeintliche Reptil zum Glück als ganz normales Stromkabel herausstellte 😗
Weniger lustig, aber mindestens genauso spannend waren dann die Mäusefallen, die wir in der Küche entdeckt hatten. Erst dachten wir noch, sie würden dort eher zur Dekoration stehen. Mitten in der Nacht hörten wir dann jedoch ein deutliches Klacken und anschließend Rascheln. Offenbar hatte sich tatsächlich eine Maus den Keks geschnappt. Am nächsten Morgen war die Falle allerdings leer. Der Bügel war gegen die Unterseite der Spüle geschlagen und hatte sich deshalb nicht komplett schließen können – die Maus war durch den kleinen Spalt einfach wieder entwischt 😵
Gegen halb acht standen wir auf. Zunächst sah das Wetter vielversprechend aus und wir genossen erst einmal das wirklich umfangreiche Frühstückspaket. Genau wie der Braai-Korb war auch dieses unglaublich großzügig bestückt – mit Brot, Butter, Marmelade, Honig, Obst, Joghurt, Müsli, einer großen Käse- und Wurstplatte und sogar Kuchen. Während wir frühstückten, zog allerdings plötzlich eine dichte Nebelwand auf und verschluckte die komplette Aussicht. Also machten wir es uns noch einmal gemütlich, lasen ein wenig und warteten ab, bis sich der Nebel langsam wieder verzog.
Gegen 10:45 Uhr starteten wir schließlich unsere Wanderung auf dem schwarzen Mountain Trail. Der etwa 6,5 Kilometer lange Rundweg beginnt quasi direkt vor dem Häuschen und führt zunächst einmal um den Hügel herum bis in die Geisterschlucht. Dort steht noch immer das Fahrzeug zweier Diamantendiebe, die 1934 auf ihrer Flucht vor der Polizei dort gestellt und erschossen wurden. Die Einschusslöcher sind bis heute zu sehen, die Diamanten wurden jedoch nie gefunden. Der Legende nach spuken ihre Geister noch immer durch die Schlucht und suchen nach ihrer Beute.
Anschließend ging es von der Rückseite her auf den Berg hinter unserem Chalet. Teilweise musste man etwas klettern, was Sophia richtig Spaß machte. Oben wurden wir mit einer fantastischen Aussicht über die gesamte Landschaft belohnt. Mit vielen Fotostopps und kleinen Pausen waren wir nach etwa zwei Stunden wieder zurück.
Während Marc und Sophia den Grill vorbereiteten, fuhr ich noch einmal zur Lodge, brachte unsere Körbe zurück und holte ein neues Frühstückspaket. Die Wartezeit verbrachte ich ganz entspannt bei einem Telefonat mit meinem Papa auf der Sonnenterrasse.
Als ich zurückkam, war gerade das Essen fertig – perfektes Timing. Es gab Oryx-Spieße, Lammkoteletts, Boerewors, griechischen Salat und Grillbrot. Letzteres entpuppte sich allerdings nicht als klassisches Kräuter- oder Knoblauchbrot, sondern als bereits belegte Sandwiches, die in Alufolie auf den Grill gelegt wurden. Genau wie schon am Vortag waren die Portionen riesig und mehr als ausreichend.
Den Nachmittag verbrachten wir ganz entspannt auf der Terrasse. Wir lasen, genossen die Aussicht und probierten später noch die ebenfalls riesigen Stücke Maracuja-Torte aus dem Frühstückskorb. Sophia spielte stundenlang Bibi-und-Tina-Rollenspiele, während in der Ferne dazu passend immer wieder Pferde vorbeizogen. Ehrlich gesagt könnte man sich an dieses Nichtstun ziemlich schnell gewöhnen.
Zum Sonnenuntergang blieben wir einfach gemütlich sitzen und aßen die übrigen Grillbrote. Später machten wir es uns am Kamin gemütlich, spielten noch eine Runde UNO und gingen schließlich ins Bett. Vorher präparierten wir die Mäusefalle noch einmal – diesmal mit einem Stück Russisch Brot von Sophia. Die Maus war nachts tatsächlich wieder da. Man hörte sie genüsslich knabbern. Gefangen haben wir sie trotzdem nicht – sie hatte den Keks geschickt vom Haken gelöst und war erneut verschwunden.
entschuldige bitte das "Off-Topic", aber ich musste gerade herzlichen lachen mit Eurer Maus. Eine ähnliche "Geschichte mit der Maus" hatten wir bei unserem ersten Besuch 2016 im "The Rock". Die Maus hielt uns die komplette erste Nacht auf Trab, sie hatte sich die Zuckertütchen aus der Tee-Kaffeebox ins Versteck hinter der Anrichte gezogen. Es gab allerdings keine Mausefalle, also was tun? Mein Mann hatte dann die Idee, ihr ein Käse-Salami-Brot hinzustellen. Hatte den Vorteil, dass es nicht "knusperte". Es war ruhig die Nacht - also immer etwas Käse dabei haben, Salami funktioniert nicht 😎. Wir müssen noch heute drüber schmunzeln, Dein Bericht hat mich sofort dran erinnert.
Vielen Dank nochmals - ich bin weiter gerne dabei!
alles sehr vertraut mal wieder, selbe Unterkunft (wir waren allerdings in "The Rock"), ein Mäuschen hatten wir auch (ohne Falle, wahrscheinlich eh zwecklos), selbe Wanderung, dieselben tollen Eindrücke.
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201305. Juli 2026 ·
PaintedDog schrieb:Hallo Sonja,
entschuldige bitte das "Off-Topic", aber ich musste gerade herzlichen lachen mit Eurer Maus. Eine ähnliche "Geschichte mit der Maus" hatten wir bei unserem ersten Besuch 2016 im "The Rock". Die Maus hielt uns die komplette erste Nacht auf Trab, sie hatte sich die Zuckertütchen aus der Tee-Kaffeebox ins Versteck hinter der Anrichte gezogen. Es gab allerdings keine Mausefalle, also was tun? Mein Mann hatte dann die Idee, ihr ein Käse-Salami-Brot hinzustellen. Hatte den Vorteil, dass es nicht "knusperte". Es war ruhig die Nacht - also immer etwas Käse dabei haben, Salami funktioniert nicht 😎. Wir müssen noch heute drüber schmunzeln, Dein Bericht hat mich sofort dran erinnert.
Vielen Dank nochmals - ich bin weiter gerne dabei!
Liebe Grüße Kerstin
Liebe Kerstin,
danke für diese nette Anekdote, da musste ich auch gleich lachen 😄 Ich vermute tatsächlich, dass es sich um eine ganze Schar an Mäusen handelt, die dort leben und regelmäßig nachschauen, was die aktuellen Bewohner so für Leckereien mitgebracht haben 🤪 Wir fanden es auf jeden Fall witzig, wie die Maus uns "ausgetrickst" hat und mit welchem Geschick sie es geschafft haben muss, den Keks vom Haken abzuziehen, ohne dass die Falle ausgelöst hat. Das wird aber noch nicht das Ende der Geschichte sein, so viel kann ich schon mal sagen 😗
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201305. Juli 2026 ·
Beatnick schrieb:Hallo Sonja,
alles sehr vertraut mal wieder, selbe Unterkunft (wir waren allerdings in "The Rock"), ein Mäuschen hatten wir auch (ohne Falle, wahrscheinlich eh zwecklos), selbe Wanderung, dieselben tollen Eindrücke.
Ich könnt' schon wieder los...
Liebe Grüße, Betti
Liebe Betti,
mit dem "zwecklos" hast du vollkommen Recht, wie sich noch zeigen wird 😄
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201305. Juli 2026 ·
Freitag, 01. Mai 2026 - Wildpferde, Geisterstadt und Meeresluft
Mit Mäusen habe ich zum Glück grundsätzlich kein Problem – unangenehm finde ich jedoch ihre Hinterlassenschaften, die sie nachts überall verteilen 🙄 Morgens ist man deshalb erst einmal damit beschäftigt, Küche und Geschirr sauber zu machen, bevor überhaupt ans Frühstück zu denken ist 🤢
Nach einer ruhigen Nacht schliefen wir also erst einmal aus und machten uns gemütlich Frühstück. Auch das im Vergleich zum Vortag deutlich reduziertere Frühstückspaket war wieder so reichlich, dass wir beschlossen, auch am Abreisetag noch einmal hier zu frühstücken, um die Reste aufzuessen. Marc machte Rührei mit Speck, dazu gab es Brot, Müsli mit Joghurt und Obst sowie Schokomuffins – wirklich lecker.
Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Lüderitz. Unser erster Stopp waren die Wildpferde von Garub. Es waren überraschend viele Tiere am Wasserloch und sie sahen alle richtig gut genährt aus – ganz anders als bei unserem letzten Besuch 2013. Lange konnten wir allerdings nicht bleiben, weil wir rechtzeitig zur Führung um 11 Uhr in Kolmanskop sein wollten.
Wir schafften es gerade so pünktlich – nur um vor Ort zu erfahren, dass wegen des Feiertags am 1. Mai die einzige Führung des Tages bereits um 10 Uhr stattgefunden hatte 😈 Das war natürlich ärgerlich. Zum Glück kannten Marc und ich Kolmanskop schon von früher und konnten Sophia trotzdem einiges erklären. Sie hatte großen Spaß daran, durch die alten Häuser zu streifen und die Geisterstadt zu erkunden. Fast zwei Stunden verbrachten wir dort.
Danach ging es weiter nach Lüderitz. Dort war wegen des Crayfish Festivals richtig viel los und rund um den Hafen waren viele Straßen gesperrt. Zum Mittagessen kehrten wir im Diaz Coffee Shop ein – genau dort hatten wir schon 2017 auf Empfehlung unseres damaligen Hosts gegessen. Das Essen ließ zwar etwas auf sich warten, war am Ende aber wieder richtig lecker (und recht günstig).
Am Nachmittag fuhren wir weiter zum Diaz Point. Es war zwar windig, aber längst nicht so extrem wie bei unserem letzten Besuch. Wir spazierten zum Diaz-Kreuz, sammelten mit Sophia Muscheln am Strand und genossen das herrliche Wetter.
Anschließend schauten wir uns noch die Große Bucht an, bevor wir uns langsam wieder auf den Rückweg nach Aus machten.
Unterwegs hielten wir noch am Bahnhof von Garub, entdeckten in der Ferne ein paar Oryx und machten natürlich noch einmal einen Abstecher zu den Wildpferden. Das Abendlicht wäre perfekt gewesen, doch die Pferde standen weit entfernt und hatten offenbar keine Lust, noch einmal ans Wasserloch zu kommen.
Kurz vor 18 Uhr waren wir zurück in Aus und beschlossen spontan, den Sundowner auf der Terrasse des Desert Horse Inn zu genießen und dort auch zu Abend zu essen. Zufällig trafen wir dort Angelika und Raimund wieder, die wir bereits auf Hohewarte kennengelernt hatten. Unsere Tische wurden zusammengestellt und wir verbrachten gemeinsam einen richtig schönen Abend. Vorspeise und Dessert wurden serviert, den Hauptgang konnte man sich am Buffet zusammenstellen – was besonders Sophia freute, weil sie endlich wieder etwas Auswahl beim Essen hatte.
Zurück am Chalet erwartete uns dann doch noch ein kleines Erfolgserlebnis: Die Mäusefalle hatte tatsächlich zugeschnappt 🤩 Diesmal hatten wir einen der Kaffeekekse, die in Plastikfolie eingeschweißt sind, als Köder benutzt. Somit hatte die Maus erst die Verpackung durchknabbern müssen und dabei wohl genug Zug auf den Mechanismus ausgeübt, dass die Falle zuschnappen konnte. Wir brachten sie ein gutes Stück ins Feld und ließen sie wieder frei. Viel gebracht hat das allerdings nicht – keine zehn Minuten später hörten wir schon die nächste Maus in der Küche 😗 Vermutlich ein Kampf, den man hier wohl nie gewinnt. Bis auf das gelegentliche Rascheln aus der Küche hatten wir auch diesmal wieder eine herrlich ruhige Nacht.
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201307. Juli 2026 ·
Samstag, 02. Mai 2026 – Über die D707 nach Koiimasis
Heute Morgen wachten wir ganz von selbst auf. Als ich aus dem Fenster schaute, ging gerade die Sonne hinter den Hügeln auf und tauchte die Bergkuppen vor uns in wunderschönes Morgenlicht. Der Vollmond stand noch rund am Himmel – ein traumhafter Anblick. Natürlich schnappte ich mir sofort die Kamera und genoss die Stimmung draußen, bevor nach und nach auch Sophia und Marc aufstanden.
Nach dem Frühstück packten wir gemütlich unsere Sachen zusammen. Aus den beiden Frühstückspaketen hatten wir inzwischen drei Frühstücke gemacht und trotzdem war noch so viel übrig, dass wir uns problemlos ein großes Lunchpaket mit Sandwiches sowie den restlichen Muffins und Kuchen für unterwegs richten konnten 🤩 Gegen 09:45 Uhr checkten wir aus. Auf dem Weg zurück zur Lodge wurden wir noch einmal von den Wildpferden und einem Strauß verabschiedet.
Fazit Eagle's Nest Chalets
Die Eagle's Nest Chalets haben uns rundum begeistert. Die einzeln zwischen den Felsen gelegenen Häuschen sind wunderschön, bestens ausgestattet und bieten viel Ruhe sowie eine traumhafte Aussicht. Besonders Desert Vista und Eagle's View haben aus unserer Sicht die schönste Lage.
Die Grill- und Frühstückspakete sind sehr reichhaltig und qualitativ wirklich gut. Man sollte lediglich etwas Zeit für die Abholung einplanen oder sie rechtzeitig vorbestellen. Auch das Abendessen in der Lodge hat uns sehr gut geschmeckt.
Mitten in der Natur gehören gelegentliche Mäusebesuche wohl dazu – für uns war das kein großes Problem. Insgesamt würden wir die Eagle's Nest Chalets jederzeit wieder buchen und einer Übernachtung in der Haupt-Lodge oder in Lüderitz klar vorziehen 😘
Nach dem Bezahlen fuhren wir über Aus, wo wir einen kleinen Abstecher an der Tankstelle und im "Super Mark" machten...
...auf die C13 und bogen schließlich auf die D707 ab – völlig zurecht eine der schönsten Straßen Namibias. Die Strecke war in einem hervorragenden Zustand und führte durch eine traumhafte Landschaft. Immer wieder hielten wir an, um Fotos zu machen oder einfach die Aussicht zu genießen. Außerdem sahen wir unterwegs mehrere Oryx und sogar einige Löffelhunde.
Gegen halb zwei erreichten wir die Fest Inn Fels Lodge auf der Farm Koiimasis. Schon die etwa 30 Kilometer lange Zufahrt war landschaftlich wunderschön. Alles war noch herrlich grün von der Regenzeit und im Hintergrund ragten die roten Tirasberge auf – wirklich ein traumhafter Anblick.
An der Rezeption wurden wir von Hannah herzlich begrüßt, bekamen einen Willkommensdrink und erfuhren, dass wir heute die einzigen Gäste der Lodge sein würden. Unser Chalet Nummer 1 liegt wunderschön zwischen den Felsen im unteren Bereich der Anlage. Bis zum Restaurant und Pool läuft man zwar ein gutes Stück bergauf, aber das störte uns überhaupt nicht.
Da es angenehm warm war, verbrachten wir den Nachmittag am Pool mit Lesen, Karten spielen und einfach nur Entspannen. Weil die Sonne hier schon früh hinter dem Hügel verschwindet, wurde es bereits am späten Nachmittag schattig. Nach einer erfrischenden Dusche im sehr originell eingerichteten Badezimmer freuten wir uns aufs Abendessen.
Vor dem Essen lernten wir Roland kennen, den Besitzer der Lodge. Er erzählte uns, dass er 2005 aus Deutschland ausgewandert ist und die Lodge auf dem Gelände der Farm Koiimasis gebaut hat. Sie wird jedoch völlig unabhängig von der Farm, dem Reitbetrieb und dem Campingplatz geführt. Es war spannend, etwas über die Entstehung der Lodge zu erfahren – bei größerem Interesse gibt es auch ein Album mit Bildern aus der Bauphase.
Auch das Abendessen war wieder hervorragend: Butternut-Suppe als Vorspeise, gegrillter Oryx mit Reis als Hauptgang und zum Dessert ein „Koiimasis Butterfly“ – eingelegte Birne und Aprikose mit Sahne und Erdbeersoße. Da wir die einzigen Gäste waren, setzte sich Roland später noch zu uns und wir unterhielten uns in aller Ruhe. Ein wirklich gelungener erster Abend an einem wunderschönen neuen Ort.
SorimucThemenstarter372 Beiträge · seit 201308. Juli 2026 ·
Sonntag, 03. Mai 2026 - Koiimasis von seiner schönsten Seite
Nach einer ruhigen Nacht wachten wir gegen 8 Uhr auf und gingen erst einmal gemütlich frühstücken. Das Frühstück war wirklich lecker – mit selbstgebackenen Brötchen, Brot, Wurst- und Käseplatte, Marmelade, Nutella, frischem Orangensaft und auf Wunsch auch Eierspeisen. Besonders die selbstgemachten Brötchen und die Orangenmarmelade waren richtig gut.
Nach dem Frühstück erklärte uns Roland eine kleine Wanderung, die sich gut mit Sophia machen ließ. Wir entschieden uns für den weißen Mountain Trail, der mit etwa eineinhalb Stunden angegeben war. Das passte auch ziemlich genau, obwohl wir immer wieder stehen blieben – einerseits, weil der Anstieg steiler war als gedacht und wir doch das ein oder andere Mal richtig über die Felsen klettern mussten, andererseits, weil die Aussicht einfach traumhaft war.
Der Weg führte hinter der Lodge auf den Berg und bot immer wieder fantastische Ausblicke über die Landschaft. Da es nahezu windstill war, wurde es in der Sonne schnell richtig warm.
Hat sich da etwa ein Klippschliefer versteckt?
Zurück an der Lodge verbrachten wir den restlichen Vormittag ganz entspannt am Pool. Sophia schaute einen Film, Marc und ich lasen, und da wir bis zum Nachmittag noch immer die einzigen Gäste waren, genossen wir die herrliche Ruhe.
Ich finde es ja sensationell, wie die Architektur der Lodge mit der Umgebung verschmilzt - bei der Anfahrt haben wir die Gebäude ewig lange nicht erkennen können und uns gefragt, wo hier denn eine Lodge sein sollte 😄
Um 16 Uhr starteten wir gemeinsam mit Roland zur Farmrundfahrt. Hinten auf seinem umgebauten Amarok ging es über das weitläufige Gelände der Farm.
Unterwegs erzählte er uns viel über die Geschichte der Farm, die Wasserversorgung, die Tierwelt und vor allem über die Buschmänner, die früher hier lebten. Er zeigte uns Felszeichnungen, alte Werkzeuge, ein Sommerlager der Buschmänner sowie einen historischen Jagdansitz. Besonders spannend fanden wir auch die Bedeutung des Namens Koiimasis – „Ort, an dem sich Menschen treffen“ –, weil es hier schon immer eine verlässliche Wasserquelle gab.
Zwischendurch stiegen wir immer wieder aus und erkundeten die Umgebung zu Fuß. Zur Höhle mit der berühmten Felsmalerei des roten Elefanten wanderten wir allerdings nicht, da der Weg für Sophia zu anstrengend gewesen wäre.
Den krönenden Abschluss bildete ein Sundowner auf einem Aussichtspunkt mit traumhaftem Blick und ein paar dekorativen Köcherbäumen. Bei einem Gin Tonic genossen wir die einmalige Stimmung und das warme Abendlicht.
Dort entstand auch eines meiner absoluten Lieblingsfotos der Reise – ein heißer Kandidat für das Titelbild unseres Fotobuchs 😁
Roland ist ein unglaublich sympathischer Gastgeber und wir hoffen sehr, dass wir ihn dort eines Tages noch einmal besuchen können.
Zum Abendessen gab es überbackenen Kürbis als Vorspeise, Oryx-Geschnetzeltes mit Kartoffelbrei und Gemüse sowie Schokopudding mit Vanillesoße. Für Sophia wurden extra Nudeln gekocht – leider etwas zu weich, sodass sie am Ende lieber bei unserem Essen mitgegessen hat. Später kamen wir noch kurz mit den neu angereisten Gästen ins Gespräch und empfahlen ihnen die Farmrundfahrt mit Sundowner. Danach ging es für uns zufrieden ins Bett.
Eure Reise weckt Erinnerungen. Wir waren vor einigen Jahren in Aus auch im gleichen Chalet, haben die gleiche Wanderung gemacht, uns über die üppigen Portionen gewundert und gefreut ... nur an die Maus kann ich mich nicht erinnern. Wundervolle Gegend. Macht Lust noch mal zurückzukehren.