take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201229. Mai 2022 · #1
Prolog
Es ist wieder so weit. Wir sind befallen von einem Virus, welches wir seit nunmehr 10 Jahren in uns tragen. Während fast die gesamte Welt gegen das Corona-Virus kämpft geben wir uns unserem Virus gerne und bereitwillig hin.
Es heißt Virus africanus. Ist hochansteckend und es gibt kaum eine Aussicht auf Heilung. Und die meisten von euch kennen es und sind ebenfalls damit infiziert.
Und so geben wir uns auch dieses Jahr geschlagen und wollen die Qualen, die dieses Virus erzeugt nicht länger ertragen.
Die zeitweilige Heilung davon ist ganz einfach.
Flug buchen – Auto reservieren – Route planen.
Und schon hat die schöne Sehnsucht Platz, sich in meinem Kopf auszubreiten.
Erster Gedanke: Wo wollen wir überhaupt hin – tatsächlich haben wir fast alle Regionen bereist.
Zweiter Gedanke: Wow- es ist unsere 10. Reise ins südliche Afrika. Soll es nun eine Best-off-Tour werden?
Dritter Gedanke: Wo ist Best-off? Im Prinzip gefällt es uns überall in Nambia. Doch unsere absoluten Lieblingsgebiete sind die Trockenflüsse, das einsame abgelegene Kaokoveld mit Marienflusstal und der Caprivi.
Mit Reisezeit Mitte April bis Anfang Mai birgt dies natürlich einerseits einige Unbekannten (kommen wir überhaupt dort hin, wohin wir wollen) und andererseits ist es viel Fahrerei.
Die Fahrerei ist nicht das Problem und wegen der Regenzeit habe ich für die entsprechenden Gebiete Plan A, B und C ausgearbeitet.
Kurz gesagt: Wir haben es gemacht.
Vorab sei schon mal gesagt, dass wir dieses Mal kein Auto versenkt haben und auch sonst fast alles glatt gelaufen ist.
Hier unsere Route:
14.04. Ankunft – Übernachtung in Düsternbrook 15.04. Spitzkoppe 16.04. Aba Huab Community Camp 17.04 Hoada 18.04 Wildcamp im Tsuxub 19.04. Puros Community Campsite (Ngatutanga) 20.04. Wildcamp 21/22.04 Camp Syncro 23.04. Wildcamp 24.04. Kaoko Mopane 25/26.04 Hakusembe 27/28.04 Mavunje 29.04. Nambwa 30.04/01.05. Mahangu Safari Lodge Campsite 02.05. Onguma Tamboti 03.05. Etosha Halali 04.05. Etosha Okaukuejo 05.05. Monte Christo 06.05. Heimflug
Wer mag ist gerne eingeladen uns auf dieser Tour zu begleiten.
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201429. Mai 2022 · #3
Hallo Dagmar und Jürgen,
wir freuen uns auf Euren Reisebericht und wie gewohnt auf Eure tollen Fotos. Vielleicht haben wir ja das ein oder andere Tierchen gemeinsam gesehen. Gelobt werden aber nur Fotos mit einem Lichtpunkt im Auge. Dagmar Du weißt was wir meinen. 😄
Lieben Gruß Ingrid und Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201229. Mai 2022 · #4
@ Friederike schön, dass du dabei bist. Viel Unbekanntes gibt es ja nicht mehr. Jedoch ist auch das Bekannte immer wieder schön. 😄
@Tinochika
Vielleicht haben wir ja das ein oder andere Tierchen gemeinsam gesehen. Gelobt werden aber nur Fotos mit einem Lichtpunkt im Auge. Dagmar Du weißt was wir meinen. 😄
da fahre ich doch gerne mit. Ich freue mich auf eure Erlebnisse und eure tollen Fotos. Ein paar durfte ich gestern schon auf Facebook bewundern.
Liebe Grüße
Doris
loeffel1'411 Beiträge · seit 201329. Mai 2022 · #7
Hallo Dagmar, wir sind gerade eine Woche vor euch durch den Caprivi getourt und haben selbst den Kopf voller schöner und frischer Erinnerungen. Trotzdem oder eher gerade deshalb sind wir gespannt auf eure Erlebnisse. Auch ins Kaokoveld begleiten wir euch gerne, das kennen wir ja nur "light". LG Beate & Stefan
ich freue mich auf´s mitreisen. Das sieht nach einer super Tour aus, mit gleich zwei meiner Lieblingsgebiete, dem Kaokoveld und dem Caprivi.
Herzliche Grüße Karin 🙂
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland
Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide
Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
Superfanti806 Beiträge · seit 201730. Mai 2022 · #9
Hallo Dagmar., da bin auch ich gespannt. Unsere dritte Tour, die aber noch nicht näher ausgearbeitet ist, stellen wir uns ähnlich vor.wir wollen unbedingt über den Erongo. Palmwag. das Kaokofeld., die Epupa Falls zu den Vicfalls. Wir haben uns noch nicht mit den Fahrtstrecken auseinandergesetzt, aber es sollen gut machbare Strecken sein. Vor dem Kaokofeld hab ich doch etwas Respekt. Aber vor 2024/ eher 2025 werden wir das wohl nicht verwirklichen.
H.Badger1'822 Beiträge · seit 201630. Mai 2022 · #11
Hallo Dagmar, da es für uns im Herbst in den Caprivi gehen wird und ich natürlich auch sonst gern mit euch durch die Region reise, schließe ich mich gern dem Bericht an und freue mich auf Fotos und Schilderungen. Herzlich Sascha
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201231. Mai 2022 · #12
Gleich geht es mit den beiden ersten Tagen hier weiter.
@Do
Ich freue mich auf eure Erlebnisse und eure tollen Fotos. Ein paar durfte ich gestern schon auf Facebook bewundern.
Schön, dass du dabei bist. Da hast du ja bereits einen Informationsvorsprung 😄
@loeffel Liebe Beate und Stefan, es freut mich, dass ihr uns auf unserer Tour begleitet. Der Caprivi gehört auch zu unseren Lieblingsgebieten. Ihr hattet ja bis jetzt richtig gutes Sichtungsglück
@chamäleon2011
mit gleich zwei meiner Lieblingsgebiete, dem Kaokoveld und dem Caprivi.
Da können wir uns die Hand geben. Schön, dass auch du dabei bist Karin
@Superfanti Auch dir ein herzliches Willkommen.
Vor dem Kaokofeld hab ich doch etwas Respekt.
Respekt ist immer ein guter Begleiter. Bei richtiger Planung braucht man allerdings keine Angst davor zu haben.
@Daxiang Liebe Konni, es freut mich dass auch du uns begleitest.
@HBadger
da es für uns im Herbst in den Caprivi gehen wird
dann wollen wir mal die Vorfreude noch etwas verstärken. 😄
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201231. Mai 2022 · #13
Tag 1 - 14.04.22: Ankunft
Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht in der Abflughalle in Frankfurt durch die Reihen zu schauen – vielleicht findet sich ja ein bekanntes Gesicht. Und schon bleibt mein Blick hängen – sind das nicht .... ? Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen, daher bin ich mir unsicher. Sind sie’s oder sind sie’s nicht, das ist hier die Frage. Doch mein Blick wird mit einem freudigen Kopfnicken bestätigt. Und dann gibt es erstmal ein freudiges Hallo!! Hier sitzen Ingrid und Hartwig (Tinochika) aus dem Forum.
Na das ist ja eine schöne Überraschung. 😄 Natürlich tauschen wir die Streckenpläne aus und stellen fest, dass wir tatsächlich, obwohl der Schwerpunkt der beiden auf Botswana liegt, während unserer Reise Überschneidungen haben. Die Welt des Namibia Forums ist einfach klein.
Der Flug ist ganz ok. Die Beinfreiheit reicht und da wir uns schon im Vorfeld Plätze reserviert haben, sitzen wir auch schön nebeneinander in einer 2-er Reihe.
Wir landen überpünktlich in Windhoek.
In der langen Schlange vor der Immigration wechseln wir noch ein paar Worte mit Ingrid und Hartwig und schon sind wir auch durch.
Wie gewohnt wartet auch der Fahrer der Autovermietung unseres Vertrauens schon auf uns.
Bereits um 10.00 Uhr sind wir bei Savanna. Dort trinken wir wie immer erst mal einen Kaffee (auch wenn ich sonst keinen trinke), um die Lebensgeister zu wecken. Auch das bestellte Fleisch von der KWS ist schon da. Bezahlen tue es in bar bei Savanna, die dann das Geld weiterleiten. Toller Service von beiden Seiten.
Alles Weitere ist Routine. Autoübernahme – Einkauf – Tanken und dann sind wir auch schon unterwegs zu unserer ersten Anlaufstelle. Wir haben uns dieses Mal für Düsternbrook entschieden, wo wir bereits gegen 15.00 Uhr ankommen. Hier haben wir uns für den Pioneer Campingplatz entschieden, da uns eingezäunte Campsites nicht wirklich gefallen. Die Campsite liegt am Flussbett. Insgesamt gibt es 5 Stellplätze, die weit genug auseinander liegen. Die Duschen sind Gemeinschaftsduschen.
Vielleicht lag es an der Übermüdung am ersten Tag – aber uns hat die Campsite nicht wirklich überzeugt. Jedoch ist die erste Übernachtung für uns auch nicht so wichtig. Einfach nur ankommen, Auto einräumen, noch etwas essen und dann totmüde ins Dachzelt fallen.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201231. Mai 2022 · #14
Tag 2 - 15.04.22 – Spitzkoppe
Wir verlassen Düsternbrook gegen 8:40 Uhr. Unser heutiges Ziel in Richtung Norden ist die Spitzkoppe. Noch ist für uns das Ziel das Ziel und so fahren wir über die B1 bis Okahandja und nehmen dann die B2 Richtung Spitzkoppe. Keine schöne Strecke, jedoch für uns hier vollkommen in Ordnung.
Die Spitzkoppe erreichen wir nach knapp 4 Std. Fahrzeit. Hier haben wir wie immer nichts vorgebucht. Da wir ja schon gegen 12.30 Uhr vor Ort sind, ist auch noch unser Lieblingsplatz - Campsite Nr 4 - frei. Warum CS Nr. 4? Für uns liegt diese wundervoll mit Blick auf die Spitzkoppe und angenehmer Gehnähe zur Bridge. Außerdem ist sie nicht so von Besuchern, die ausschließlich zur Bridge wollen, frequentiert.
Angekommen auf unserer Lieblings-Campsite machen wir es uns fürs Erste gemütlich. Während Jürgen in seiner Hängematte relaxt, fotografiere ich ein paar Vögel und Dickpens, von denen es hier nur so wimmelt. Mir gefallen diese Sattelschrecken. Irgendwie wirken sie mit ihren „aufgesetzten“ Augen wie Wesen aus einer längst vergangenen Zeit.
Zum Sonnenuntergang gehen wir zur Bridge.
Diese Steinformation erinnert mich immer an ein Liebespaar, das sich küsst. Für mich eine Art Liebeserklärung an die Spitzkoppe.
Besucher im Gegenlicht.
Im letzten Licht gehen wir zurück zu unserer Campsite.
Heute war gefühlt der erste richtige Urlaubstag.
Abends gibt es leckeres, mariniertes Oryx-Filet mit Salat. Das Fleisch haben wir mittags in einem Zip-Beutel mit Öl und Gewürzen eingelegt. Es war einfach köstlich.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201202. Juni 2022 · #18
Tag 3 – 16.04.2022: Damaraland
Mit den ersten Weckrufen der Vögel stehen wir auf. Wir lieben die Ruhe am Morgen, wenn der Tag so langsam erwacht.
Während Jürgen sich um ein schnelles Frühstück kümmert, schnappe ich mir meine Kamera und kraxele auf die Felsen direkt hinter unserer Campsite.
Hier warte ich auf den Sonnenaufgang. Ich weiß nicht wie oft ich hier schon morgens gestanden bin. Doch ist es immer wieder schön.
Dann machen wir uns langsam auf den Weg, am Gate bzw. kurz davor, dort wo auch die Duschen sind, füllen wir noch unseren Wassertank im Auto auf und reduzieren den Luftdruck. Teerstraßen gibt es sobald für uns nicht mehr.
Wir nehmen die D 1930 Richtung Uis, wo wir unsere Vorräte auffüllen und ein Eis essen. Dann fahren wir Richtung Brandberg – einfach nur, weil mir die Anfahrt zum Brandberg so gut gefällt.
Ab hier ist der Weg das Ziel.
Nur leider finden wir den von mir ausgearbeiteten Weg nicht und wir „verirren“ uns im Damaraland. Manchmal ist es wohl besser nach Karte zu fahren, als sich auf das Navi zu verlassen. Denn dieses hat nach der ersten falschen Abzweigung direkt eine neue Route erstellt. Nur habe ich dies nicht mitbekommen. Wir fahren immer mit offenen Fenstern und durch das Fahrgeräusch haben wir die Umrechnung nicht registriert. Das Positive daran ist, dass wir mit einer wunderschönen Landschaft belohnt werden.
Irgendwann sind wir dann am Landcruiser Hill. Diesen kommen wir zwar hoch, doch sind wir etwas irritiert und fahren wieder zurück. Kurz gesagt, eigentlich wissen wir nicht wirklich wo wir sind. 🤩 Doch stört uns dies überhaupt nicht. Die einzigartige Landschaft ist mehr als eine Entschädigung. Letztendlich ist es auch egal, denn wir haben unser Schlafzimmer ja auf dem Dach.
Als wir dann nach Stunden am Doroskrater sind, können wir uns wieder orientieren. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die Aba Huab Community Campsite. Hier erfahren wir, dass die Wüstenelefanten in der Nähe sind. Morgen wollen wir dann nach ihnen Ausschau halten.
Aus den geplanten knapp 5 Std. Fahrzeit sind nun 8,5 Std. geworden. Ein langer Fahrtag mit wenigen Fotostopps, aber für uns toller Landschaft. Mit Dachzelt fährt es sich halt sehr entspannt. Würden wir unser anvisiertes Ziel nicht erreichen, übernachten wir halt wo anders.
Heute bleibt bei uns die Küche kalt und nach einem gemütlichen Glas Wein liegen wir bereits gegen 21.30 Uhr in unserem Dachzelt.
Wir fühlen uns einfach nur glücklich, hier sein zu können. Es braucht nicht immer die besonderen „Highlights“. Uns genügt diese Landschaft, diese Einsamkeit und diese Ruhe.
take-offThemenstarter1'674 Beiträge · seit 201202. Juni 2022 · #19
Tag 4 – 17.04.2022: Von Aba Huab nach Hoada
Heute wollen wir uns auf die Suche nach den Wüstenelefanten machen. Bereits kurz nach 7.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Aba Huab Dam. Was wir vorfinden sind viele Hinterlassenschaften der Elefanten – jedoch keine Elefanten.
Doch so voll Wasser und so schön haben wir den Dam bis jetzt noch nicht gesehen.
Nun sind wir keine Spurenleser, aber in welche Richtung ein Eli geht kann ich schon erkennen. Die Frage war nur, ob es die frischesten Spuren sind?
Kurz und gut – wir fahren 2 Std. durch das Flussbett, treffen dort Ranger, die ebenfalls auf der Suche nach den Wüstenelefanten sind – und wir haben sie letztendlich nicht gefunden.
Nach 2 Std. geben wir auf und beschließen zurück zum Aba Huab Dam zu fahren, um dort in herrlicher Kulisse unseren Morgentee zu trinken.
Unser heutiges Ziel ist Hoada. Wie fast immer fahren wir nicht die direkte Route, sondern suchen uns eine, die wir bis dato noch nicht gefahren sind.
An einer T-junktion kommt uns ein Eselskarren entgegen. Wir halten an und auch sie halten an.
Wir haben seit einigen Jahren immer Äpfel im Gepäck, welche wir den Kindern gerne weitergeben. Lorens – so der Name des Vaters fragt nach meiner Email -Adresse, die ich ihm gerne gebe. Und tatsächlich hat er mich angeschrieben und natürlich habe ich ihm die Bilder geschickt.
Dies ist nichts Besonderes –sondern nur eine kleine Episode am Rande unseres Weges. Es zeigt uns aber, dass wir auf Augenhöhe wunderbare Begegnungen haben können.
Die Campsite Hoada besuchen wir nun zum 2. Mal. Wir bekommen Campsite Nr. 2. Herrlich in den Felsen gelegen mit Open-Air Dusche in den Felsen. Hoada ist eine 100%ige Empfehlung.
Leider habe ich davon keine Bilder.
Zum Abendessen gibt es heute Spaghetti mit Hackfleisch und Tomatensoße.
Hier backen wir auch unser 1. Brot für diesen Urlaub. Wer uns kennt weiß, dass damit unser Urlaub gefühlsmäßig richtig beginnt.
Hallo Dagmar Ich bin auch noch schnell zugestiegen und habe bei den Bilder der Spitzkoppe gerade gewaltig Sehnsucht nach Namibia verspürt. Einfach ein traumhafter Ort! Ich freue mich, mit euch virtuel mitzureisen Liebe Grüsse Regina
Reiseberichte:
2015 - von Kapstadt nach Windhoek durch den KTP
2017 - der Leopard kommt nur am Sonntag...
2019 - Namibia Nov.2019 - auf der Suche der Lone Men
2021 - vom Winde verweht - Skeleton Coast Campingtour