THEMA: Namibia 2021! Zurück im Land von Licht und Weite
21 Mai 2021 16:23 #616616
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  • Natur und weg am 21 Mai 2021 16:23
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4.4. - Uns! Ist! Zu! Heiß!

Ostermontag. Es war schon sehr heiß, als wir kurz nach Sonnenaufgang aufstanden, Geschirr spülten, Wäsche wuschen und frühstückten. Und die Fliegen plagten uns, denn diese suchten egal wo nach Feuchtigkeit, in unseren Gesichtern, krochen in jedes Loch, Nase, Ohren und tranken an den Augen, wenn sie daran kamen, Wir fühlten uns wie zwei Kühe auf der Weide, nur leider ohne Schwanz zum Wedeln, dafür mit ständig wackelnden Armen, wir mussten lustig ausgesehen haben.

Nur die kleinen Käfer waren wieder artig in jeder Ritze unseres Duschhäuschens verschwunden, über die würden wir uns dann am Abend wieder freuen :woohoo: Das Frühstück war durch die Hitze und die Menge an großen und kleinen Fliegen recht anstrengend und wir fragten uns schon, was wir den heutigen Tag hier eigentlich machen sollten. Ohne das kleinste bisschen Wind und kaum Schatten würde es hier für uns unerträglich heiß werden und die 4x4 Tour wäre zwar nett, würde aber auch nur 2 Stunden in Anspruch nehmen. Rumlaufen verbot sich bei der Knallsonne irgendwie von selbst und so entschlossen wir uns, heute schon einmal nach Sesriem zu fahren, im Shop unsere Wasservorräte aufzufüllen und bei der Sossus Dune Lodge nach einer Unterkunft für die nächsten Nächte zu fragen, denn auch dort rechneten wir mit ordentlicher Hitze.

Während wir überlegten, kamen die zwei Angestellten vom Vortag erneut vorbei und fragten nach unserer Entscheidung für oder gegen die Tour. Wir verneinten, sagten ihnen aber, dass sie das überzahlte Geld bitte behalten sollten, weil wir auch gerade wegen der Coronasituation etwas helfen wollten. Wir konnten aber noch etwas Feuerholz brauchen und fragten sie, ob sie welches hätten und so fuhren die beiden weg und brachten uns bald darauf einen Riesenpack Feuerholz an.

Wow, das war klasse, damit würden wir für einige Zeit kein Holz mehr brauchen!



Wir machten den Camper fertig und fuhren Richtung Sesriem. Kurz vor dem Gate kam das "Gaga-Oryx" wieder an und sprintete erneut im Vollgalopp am Zaun entlang hinter unserem Camper her. Es sah auch jetzt wieder wenig friedlich aus und hätte vielleicht gerne mal in unseren Camper gebissen :silly:

Die Straße nach Sesriem war eine ziemlich miese Piste, die Toms Aufmerksamkeit verlangte. Wir überlegten, ob die Strecke 2017 auch so schlecht gewesen war und konnten uns nicht daran erinnern, aber es wurde auch relativ bald klar, dass immer wieder dort, wo zur Regenzeit Wasser über die Piste gelaufen war, alles feine Material weggespült worden war und eben nur noch größere Steine übrigblieben und so musste man immer wieder darauf gefasst sein, plötzlich zu bremsen und langsam zwischen spitzen Steinen hindurch zu manövrieren.

Nach einer Weile fragten wir uns, ob das wirklich so eine gute Idee gewesen war, nach Sesriem zu fahren, wenn wir die Straße jetzt 3x fahren mussten. Aber egal - dafür waren wir schon zu weit gefahren, da mussten wir jetzt durch. Über große und kleine Steine, große und kleine Senken ging es und wir genossen die schöne Landschaft um uns herum - und die Klimaanlage, bei mittlerweile 41° !









Am Gate bei Sesriem angekommen, wollten wir dem Mitarbeiter, der das Gate bewachte, klar machen, dass wir nur kurz zur Sossus Dune Lodge fahren wollten, dort nach einem Zimmer für die nächsten Nächte fragen wollten und dann im Shop was einkaufen wollten.

"Impossible" betonte er unaufhörlich. Es könnte ja sein, dass wir ohne zu bezahlen den Sesriem Canyon anschauen würden. Als Kompromiss sollten wir bei der Campsite fragen, ob wir dorthin fahren dürften. Also ab dorthin, kurz in die Gluthitze - auch hier wehte kein bisschen Wind - und zur nächsten offiziell aussehenden Person.

Auch hier war es offenbar nicht angesagt, dass wir einfach zur Lodge fahren durften, aber die Angestellte rief dort an und machte eine Reservierung für die nächsten Tage für uns aus. Irgendwie klappt dann meistens ja doch alles, wenn auch manchmal anders als gedacht ;-)

Im Restaurant genehmigten wir uns eine Kleinigkeit zu Essen, faulenzten ein paar Stunden und sortierten die Bilder auf unseren Kameras, bevor wir noch Wasser kauften und jetzt doch mal Druck aus den Reifen abließen, wegen der rütteligen Straße. Dann ging es wieder auf zurück nach Namibrand.

Schnell merkten wir, dass die Rüttelpiste schon viel erträglicher war als bei der Hinfahrt, das Luft ablassen war also eine gute Idee gewesen. Schon auf der Rückfahrt sahen wir immer wieder schwere dunkle Regenwolken um uns herum und es wurde immer düsterer. Würden wir heute überhaupt ein Feuerchen machen können? An der Campsite bauten wir daher erstmal nichts auf. Wenigstens waren durch die umherziehenden Gewitterwolken nur wenige Fliegen da und bald machten wir uns zum Fotografieren auf.

Während Tom diesmal die größte der vorderen Dünen anvisierte, ging Heike einen anderen Weg zu den schönen Bäumen über niedrigere Dünen. Es war düster und überall um uns herum tanzten die Blitze in der Entfernung und dumpfes Gewittergrollen umgab uns. Auf einmal brach für fünf Minuten die Sonne durch und es gab eine wahnsinnige Lichtstimmung, von der wir gar nicht genug haben konnten.













Tom erlebte einen besonders lustigen Moment, denn sein Standort auf der großen Düne lag oberhalb einer weiteren Campsite und offenbar hatte das junge Pärchen dort nicht mit einem tollen Sonnenuntergang gerechnet. Als jedoch die Sonne durchbrach, hörte Tom ein hohes Quieken und sah eine junge Frau hektisch mit Kamera und Stativ die Düne hochrennen. Bald folge ein junger Mann und so standen sie bald zu dritt auf der Düne.

Wie wild fotografierten wir, bis die Sonne unterging und die ersten Blitze direkt über unseren Köpfen durch die Wolken schossen.














Jetzt wurde es uns zu riskant, denn das Gewitter kam schnell näher und die Blitze waren über uns und um uns herum und schließlich standen wir beide auf den höchsten Dünen! Wir packten beide unser Zeug und es ging schnellen Schrittes von unseren jeweiligen Standorten aus Richtung Campsite. Schon kamen die ersten Regentropfen, rechts Blitze, links Blitze, jetzt aber nichts wie ab zum Camper, wo wir sicher wären.

Kaum dort angekommen wurde das Fotozeug verstaut, und schon fing es an so richtig zu regnen und das Gewitter zog über uns hinweg. Einmal wurden noch schnell zwei Bierchen geholt, mit denen wir im Auto auf einen gelungenen Sonnenuntergang anstießen und auf das Ende des Gewitters warteten.

Wir waren happy. Es war eine geniale Stimmung gewesen und wir hatten es bis zur letzte Sekunde genossen!



Nachdem das Gewitter weg war und sich der Regen langsam verzogen hatte, konnten wir auch noch ein Feuerchen machen und ein schönes Abendessen genießen und das fast ohne bugs! Zudem war es ein gutes Stück abgekühlt und so ließen wir gemütlich den Tag ausklingen.
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21 Mai 2021 16:37 #616618
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Ihr habt wahrhaftig eine supertolle Stimmung eingefangen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! So ein Licht gibt es nicht alle Tage, nicht einmal vor jedem Gewitter.
Ich empfehle euch, nicht nach Australien zu fliegen, denn dort sind die Fliegen überall. Lange Zeit danach habe ich bei jeder Fliege auf australisch gegrüßt: Heftig mit beiden Händen bis zu den Ellenbögen vor dem Gesicht und den Ohren wedeln! :laugh:

Lieben Gruß von freshy
ehemals aus der südöstlichen Ecke des Siegerlandes
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21 Mai 2021 17:48 #616625
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  • chrischris am 21 Mai 2021 17:48
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Wow, vielen Dank und Riesenkompliment zu den vielen unglaublich schönen, stimmungsvollen Bildern! Ich bin begeistert!

Viele Grüße,
Christian
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24 Mai 2021 17:02 #616881
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freshy schrieb:
Ihr habt wahrhaftig eine supertolle Stimmung eingefangen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! So ein Licht gibt es nicht alle Tage, nicht einmal vor jedem Gewitter.
Ich empfehle euch, nicht nach Australien zu fliegen, denn dort sind die Fliegen überall. Lange Zeit danach habe ich bei jeder Fliege auf australisch gegrüßt: Heftig mit beiden Händen bis zu den Ellenbögen vor dem Gesicht und den Ohren wedeln! :laugh:

Alles klar - kein Australien - ist gebongt ;)

Ja, das Licht war wirklich magisch an dem Abend - das haben wir so auch noch kaum erlebt, Und dann noch an diesem tollen Ort. Hach, ich bekomme gleich wieder Fernweh B)

chrischris schrieb:
Wow, vielen Dank und Riesenkompliment zu den vielen unglaublich schönen, stimmungsvollen Bildern! Ich bin begeistert!

Vielen lieben Dank, Christian :blush: Freut uns sehr, wenn es Dir gefällt!

LG
Heike
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26 Mai 2021 16:27 #617076
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5.4. - Auf nach Sesriem oder "Die Nacht der Moskitos!"

Nachts regnete es mehrfach und morgens war es angenehm kühl bei ca. 23 Grad. Die Fliegen und Käfer waren wegen des Regens noch nicht aufgestanden und wir genossen das Frühstück ohne Getier. Wir warteten, bis die Sonne rauskam, damit noch Stühle, Tischdecke und das Dachzelt trocknen konnten, dann wurde eingepackt und wir verabschiedeten uns von den netten Angestellten vom Hideout.





Die Fahrt nach Sesriem war jetzt nichts Neues mehr für uns, wir nahmen uns aber Zeit, um noch das ein oder andere Foto von den Zebras und Oryx zu machen.









Im Camp zahlten wir unser Permit und fuhren zur Sossus Dune Lodge, die ebenfalls vom NWR betrieben wurde. Die Angestellte vom Empfang erzählte uns, dass sie uns auf die honeymoon Suite upgegradet habe, welche der letzte Bungalow in der Reihe war, na das klingt ja cool.

Da diese noch nicht bezugsfertig war, besorgten wir uns einen leckeren Salat im Restaurant, dann konnten wir unsere Suite beziehen. Wirklich riesig das Ding mit einer großen Sitzecke, einem Himmelbett, Dusche, WC und das Tollste, eine riesige Terrasse mit Stühlen und Tisch und eine überdachte Bettschaukel mit vielen Kissen vielleicht zum Draußen schlafen. Sah alles sehr gemütlich aus und wurde auch gleich ausprobiert. Wir verbrachten den Nachmittag auf der Terrasse, gingen dann nach vorne in den Schatten und tranken ein leckeres Savannah.












Den Tag ließen wir so dahinplätschern und erholten uns einfach ein bisschen und bald schon gab es ein ganz nettes Abendessen. Für den Morgen bestellten wir das Frühstückspaket zum Mitnehmen, da wir um 5:30 Uhr in Richtung Sossusvlei fahren wollten.



Wir tranken noch ein Weinchen und wollten es uns dann noch in unserem tollen Zimmer gemütlich machen. Dort angekommen, stellten wir fest, dass es heftig heiß dort drin war. Draußen war es auch immer noch sehr warm, aber erträglich, aber hier drinnen fing man schon an zu schwitzen, sobald man sich bewegte. Also raus auf die Terrasse mit unserem kleinen Rotlicht. Das jedoch zog sofort kleine Fliegen in Mengen an, also wieder rein auf die Couch. Dort wurden wir dann recht bald von Moskitos belagert, also auch irgendwie nicht prickelnd. Wir gingen ins Bett. Und dann begann sie, die Invasion der Moskitos :S

Es waren Massen vorhanden. Und alle stürzten sich auf das reichhaltige Buffet bestehend aus uns beiden! Fantastisch! Da es so heiß war, ertrug Heike es noch nicht mal, unter dem Laken zu liegen. So hatten die Moskitos freie Bahn. Am Anfang schlief Heike noch ein paar Stunden, während Tom schon wach lag, ab 2 Uhr war es dann aber komplett vorbei mit dem Schlafen.

6.4. - Das wunderschöne Deadvlei - und Getriebeprobleme

Ständig hatten wir Moskitos am Ohr oder im Gesicht oder auf dem Körper. Irgendwann machte Heike das Licht an, weil sie ja sowieso nicht schlafen konnte. Rundherum hingen sie, auf Toms Laken saßen etliche und versuchten zu saugen. Heike versuchte 3x mal rauszugehen und dort auf dem Bett zu schlafen. Wenigstens war es hier nicht ganz so heiß, auch wenn es immer noch sehr warm war, aber sofort waren auch dort die Moskitos zur Stelle und so hielt sie es nicht lange aus.

Nach dieser Tortur überlegten wir unsere Alternativen, denn wir hatten ja noch eine weitere Nacht gebucht, aber den Bushcamper konnten wir hier nicht nutzen, weil es keinerlei geeigneten Stellplatz gab. Wir waren etwas ratlos.

Völlig unausgeschlafen, schlecht gelaunt und kaputt, holten wir unser Frühstückspaket. Uns begegnete eine gut gelaunte Angestellte, die uns fragte, wie unsere Nacht gewesen war, woraufhin wir ihr von den Moskitos erzählten. Sie versprach uns, sich darum zu kümmern, damit die nächste Nacht besser würde. Dass wir momentan gar nicht vor hätten, noch eine Nacht in dem Zimmer zu verbringen, sagten wir ihr nicht, vielleicht konnte sie ja ein Wunder vollbringen.

So nun ab ins Sossusvlei. Auf der Fahrt dorthin bemerkte Tom, dass sich der Tempomat nicht mehr bedienen ließ. Naja, egal, wir hatten schon seit ein paar Tagen eine Warnmeldung "ESC Service required", die aber nicht kritisch war und ohne Tempomat sollte es auch gehen, auch wenn uns nicht gefiel, dass offenbar immer mehr Fehler bei unserem Auto auftraten.

So fuhren wir auf den 2x4-Parkplatz und ließen Luft für die bevorstehende Tiefsandfahrt ab. Als nächstes dann den Allrad rein, Untersetzungsgetriebe und die hintere Differentialsperre, aber diese war unwillig und funktionierte erst nach mehreren Malen. Hm, nicht so dolle.

Dann ab durch den Sand und teilweise durch eine ziemlich üble Spur mit hohen Wellen, wodurch der Bushcamper nur so auf und ab hüpfte, trotz geringen Tempos. Wir fuhren mit zusammengebissen Zähnen weiter, hofften dass der Camper nicht auseinanderfiel ;-) und kamen schließlich am 4x4-Parkplatz an. Schnell packten wir unser Zeug und auf ging es ins magische Dead Vlei, wo wir fotografierten, bis die Sonne hoch über die Dünen kam und es irgendwann zu grell wurde. Mit uns waren nur einige wenige andere Menschen vor Ort, denn coronabedingt waren auch solch üblicherweise stark frequentierte Orte nicht so sehr überlaufen. Sehr schön!

































Zurück am Auto machten wir unser Frühstückspaket auf und ließen es uns schmecken. Als wir dann so langsam zurückfahren wollten und den Motor anließen, kam schon die erste unerfreuliche Warnung: Check brake System :pinch:

Was war das denn jetzt? Nochmal aus und wieder an. Die Warnung war immer noch da. Das war blöd!

Laut Handbuch musste es sich um ein Problem mit dem Bremsdruck handeln und das war jetzt natürlich nicht besonders lustig. Wir probierten die Bremsen ein paar Mal auf dem Parkplatz aus und sie funktionieren zumindest noch und wir schauten ob wir Bremsflüssigkeit verloren hatten, aber es war nichts zu sehen.

Ok, wir mussten ja wieder raus hier und wir hatten hier auch keinen Handyempfang, also blieb uns nix anderes übrig. Allerdings ließ sich jetzt auch die Differentialsperre nicht wieder einschalten, was für die bevorstehende Tiefsandfahrt nicht optimal war.

Naja, es half alles nix und so fuhren wir die Tiefsandstrecke zum 2x4-Parkplatz eben mit noch etwas mehr Bedacht. Während dieser Fahrt sahen wir, dass die Tachonadel auch keine Geschwindigkeit mehr anzeigte, hach wie schön, immerhin bewegte sich das Auto noch!

Wir fuhren nach Gefühl und nach einiger Zeit erreichten wir mit Erleichterung den Parkplatz. Erste Etappe geschafft. Ab hier ging es ja dann auf Asphalt nach Sesriem, also mussten wir wieder aus dem Allrad mit Untersetzung in den Allrad und dann in den Hinterradantrieb schalten, aber keine Chance, der Allrad mit Untersetzung ließ sich nicht mehr abschalten. Es wurde immer besser!

ESC-Warnung, dann Tempomat weg, Probleme die Differentialsperre einzuschalten, dann Bremsenwarnung, dann überhaupt keine Differentialsperre mehr, keine Geschwindigkeitsanzeige und jetzt ging der Allrad mit Untersetzung nicht mehr raus, nur so konnten wir auf Asphalt nicht fahren!

Tom probierte alles mögliche und immer hörten wir es Klicken und Klacken, wenn wir versuchten den Allrad umzuschalten, aber es passierte nix. Schließlich klappte es irgendwann mit ausgeschaltetem Motor und eingeschalteter Zündung. Puh!

Erleichterung, weil wir es jetzt zumindest hier aus dem Vlei heraus und zur Lodge schaffen würden. Nachdem wir jetzt noch den Reifendruck erhöhten und dann den Motor anließen, war auch die Bremswarnung weg und der Tacho funktionierte wieder.

Wir fuhren zur Lodge zurück, aber mit unserem Vertrauen zu diesem Auto war es vorbei. Wenn uns sowas irgendwo passieren würde, wo sonst kein Mensch mehr war und wir auch keinen Handyempfang mehr hätten, dann wären wir in echten Schwierigkeiten.

Wir erklärten einer Angestellten unser Problem und fragten, ob wir telefonieren könnten und bekamen netterweise ihr Privathandy geliehen, wofür wir natürlich bezahlten und uns über die Hilfsbereitschaft freuten.

Wir besprachen unsere Probleme mit Jan von Avis Safari Rentals, und was wir jetzt weiter tun sollten. Für Jan gab es überhaupt keine Diskussion, denn sie hätten aktuell ähnliche Probleme mit weiteren Ford Rangern in ihrem Fuhrpark und so vereinbarten wir, dass jemand mit einem Austauschfahrzeug zu uns nach Sesriem kommt. Wir bedankten uns herzlich und rechneten für 11 Uhr am nächsten Morgen mit der Ankunft eines Ersatzfahrzeugs.

Wir hatten schon am Vortag überlegt, ob wir unsere Reiseroute umplanen sollten, denn nachdem wir die weiteren Wetteraussichten geprüft hatten, war klar dass wir eine Ostwindlage hatten, wodurch heißer Wind aus der Wüste bis an die Westküste geblasen wird und es selbst in Swakopmund über 40° heiß werden sollte.

Es sollte laut Bericht die ganze Woche so weitergehen und sogar noch heißer werden vor allem Richtung Norden und Nordwesten, wo wir eigentlich in den nächsten Tagen hin wollten.

Also beschlossen wir kurzerhand unsere Route umzuplanen und in Richtung Windhoek, dann an den Waterberg und dann über den Etosha und die Vingerklip Lodge wieder zurück zu fahren. In diesen Gebieten sollte es nur zwischen 25 und etwas über 30 Grad werden - das hörte sich deutlich angenehmer an, vor allem, wenn wir auch ein bisschen aktiv sein wollten und wir freuten uns, den Waterberg und den Etosha wieder zu sehen. Da wir mit dem Auto nicht nochmal fahren wollten, vor allem nicht ins Vlei, machten wir uns einen ruhigen Tag auf der Terrasse, hielten noch ein Schläfchen und aßen wieder den leckeren Salat zu Mittag. Zum Abend baten die Angestellten um unsere Zimmerschlüssel, um dieses Moskitofrei zu machen und wir nahmen ein sehr leckeres Dinner ein.

Danach gingen wir in unser Zimmer, um auszutesten, was die Moskitobrut jetzt machen würde. Wir saßen dort, das Moskitonetz war komplett aufgespannt und kein einziges Tierchen war zu sehen. Als wir auf der Couch saßen, kam auch nur ein einziger vorbei gesurrt - wir waren erstaunt!

Offensichtlich hatten sie hier ganze Arbeit verrichtet. Unsere zwei Sattelschrecken waren immer noch im Bad und waren aktiv, so dass diese offenbar nicht unter der Moskitovernichtung gelitten hatten. Wir mochten diese Tiere wirklich gerne und sie wollten uns ja auch nicht stechen ;-)

Es sah alles gut aus für eine ruhige Nacht und wir legten uns entsprechend hin. Es blieb mucksmäuschenstill. Wunderbar :) Zudem war es abends von der Temperatur her etwas erträglicher geworden. Wir schlummerten also selig ins Land der Träume.
Letzte Änderung: 26 Mai 2021 16:35 von Natur und weg.
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07 Jun 2021 20:51 #617983
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7.4. - Auf nach Buellsport

Nach einem erholsamen Schlaf wachten wir auf, machten uns fertig und gingen frühstücken. Auf einmal bemerkte Tom, dass Kevin von Avis Safari Rentals bereits mit dem anderen Auto da war. Eigentlich hatten wir uns auf 10 bis 11 Uhr eingerichtet, jetzt war es 8 Uhr. Nach Rücksprache mit ihm gab es ein Missverständnis mit Jan, so dass Kevin viel mehr Fahrzeit einberechnet hatte als benötigt und mit seiner Begleiterin mitten in der Nacht losgefahren war. Wir luden die beiden auf ein Frühstück ein, denn das war das mindeste, was wir für sie tun konnten. So frühstückten wir noch zu Ende und holten dann unseren Kram aus dem Zimmer. An der Rezeption bedankten wir uns noch sehr für das Fertigmachen des Zimmers gestern und gaben natürlich auch ein entsprechendes Trinkgeld. Leider war die Frau, die das angeleiert hatte nicht da - wir hätten uns gerne bei ihr persönlich für die ruhige Nacht bedankt.

Dann ging es zum Umpacken. Bei dem anderen Fahrzeug fielen uns gleich ein paar Änderungen auf - wir hatten viel weniger Platz, um unsere Lebensmittel im Küchenbereich unterzubringen. Die Kühlbox war zwar dieselbe, aber quer eingebaut, ohne Auszug und oben gab es ein Loch in den Innenraum der Schlafkabine. Also war klar, dass wir hier immer aufpassen mussten, dass uns keine Mücken etc. ins Auto reinfliegen und wir somit die Klappe immer wieder zumachen sollten. Außerdem gab es leider keine Arbeitsfläche mehr an der Küche und die Kühlbox konnte ja nun abends auch nicht mehr als Ablagefläche genutzt werden. Hm, ok, kochen würden wir dann wohl anders müssen.

Auch der Innenbereich war anders aufgebaut und die Klappe hinten war noch schwieriger zu schließen als die vom anderen Fahrzeug, vor allem von innen. Wie auch beim alten Auto ging der linke Verschluss der Heckklappe nicht richtig, so dass der rechte alles halten musste. Es war insgesamt alles ein bisschen unkomfortabler als beim Alten. Aber Hauptsache, es fuhr ohne Probleme - wir waren ja dankbar, dass wir überhaupt ein neues Auto und das auch noch so schnell und unkompliziert bekommen hatten. Mit allen anderen Kleinigkeiten würden wir irgendwie zurecht kommen.

Während es wieder heiß wurde, packten wir alles um, fuhren zur Tanke, um beide Tanks zu füllen und dann nochmal zum NWR-Shop, wo wir dann doch noch die nette Frau trafen, die sich um unser Moskitoproblem gekümmert hatte. Mit ihr hielten wir noch einen netten Plausch, kauften Wasser und ab ging es nach Solitaire, wo wir uns noch mit Grillanzünder eindeckten. Jetzt weiter nach Buellsport, wo wir bereits 2017 das erste Mal waren. Wir hatten jetzt die Campsite an der Ruine der alten Polizeistation reserviert, bekamen wieder an der Rezeption eine Kiste mit allem drum und dran ausgehändigt und fuhren mit Begleitung zur Campsite. Diese war wieder herrlich mitten in den Hügeln gelegen. Wir stellten uns unter einen Baum direkt an das Sanitärhäuschen, packten Tisch und Stühle aus und relaxten mit Blick in die Berge. Um uns herum ein paar Vögelchen, jede Menge Sattelschrecken und wir genossen die angenehmeren Temperaturen. Es war zwar immer noch heiß, aber gut erträglich im Schatten. Irgendwann konnten wir eine Gruppe Paviane beobachten, die es sich in den Bäumen gemütlich machten und mit einer beneidenswerten Gewandtheit die steinigen Hügel erklommen. Die Paviane hatten uns bemerkt und hielten einen respektvollen Abstand.










Irgendwann kam Tom, der gerade das Duschhäuschen inspiziert hatte und sagte, Heike, Du musst bitte die Spinne entfernen. So fasziniert Tom von Spinnen auch war wenn es ans Fotografieren ging, wie von allem Getier, so wenig begeistert war er davon, eine größere Spinne in der Dusche sitzen zu haben.

Alles klar, bewaffnet mit einer Box mit Deckel und unserem Hocker ging es für Ritter Heike auf in die Dusche. Leider konnte Heike dank ihrer frozen shoulder ihren linken Arm nicht nach oben bewegen, so dass wir improvisieren mussten. Wir beschlossen, die Spinne mit einem kleinen Schwall Wasser nach draußen zu bugsieren. Dies klappte auch gut, dort fingen wir die Spinne ein und setzten sie ein Stück weiter unversehrt wieder aus in die Sonne zum trocknen wo sie kurz darauf weglief.





Dann schauten wir uns die Dusche wieder an. Und auf einmal tauchte eine blau-gräuliche Schlange oben auf einem der Dachbalken auf. Sie schlängelte sich an diesem entlang und wir gingen schnell nach draußen und sahen noch ihren Schwanz runterhängen. Dann war der auch weg. Sie war in irgendwelchen größeren Ritzen verschwunden.

Hm, irgendwie war es uns jetzt nicht mehr so angenehm, hier zu duschen, da die Schlange ja wieder auftauchen konnte und wir keine Ahnung hatten, um was für eine es sich handelte. Auch war die Dusche ein enger schmaler Raum, an dessen Ende die Dusche war. Würde man hier stehen und die Schlange käme wieder herein, könnte man kaum an dieser vorbei nach draußen, ohne ihr sehr nahe zu kommen, wodurch sie sich womöglich bedroht fühlen würde :S

Nach einiger Zeit dachten wir, die Schlange wäre verschwunden, dann hörten wir sie plötzlich am Blechdach entlang schlängeln. Ok, die Dusche hier war somit für uns gestorben!

Aber wir hatten ja eine Dusche am Camper, die wir noch nie ausprobiert hatten. Und wir waren alleine. Also ging es unter die Camperdusche, die uns die nötige Erfrischung brachte. Sehr schön! Jetzt machten wir uns einen leckeren Salat, zündeten danach das Lagerfeuer an und holten den Sekt raus, den wir mittags in Solitaire gekauft hatten. Rund um uns nur Natur, Stille, höchstens Vogelgezwitscher oder Paviangebell - es war herrlich und wir genossen den Abend in vollen Zügen und verfeuerten das gesamte Holz, das wir am Hideout bekommen hatten.

Zwischendurch beobachteten wir noch die zahlreichen Sattelschrecken inklusive eines Fights, weil die eine am Kadaver einer Schrecke mampfte, auf die auf einmal eine andere auch Anspruch erhob. Die letztere wurde dann unter lautem Gezische und Gerangel vertrieben. Wie zäh diese Schrecken waren, stellte sich auch noch heraus, denn Heike postierte versehentlich ihren Stuhl auf einer Schrecke und setzte sich, bis Tom auf das Malheur hinwies. Heike dachte, die Schrecke sei hin, aber nachdem der Stuhl hochgehoben wurde, rannte diese absolut unversehrt und unter lautem Gezeter davon!

Nachdem die Sonne untergegangen war, konnten wir noch ein paar Felsenratten beobachten und fotografieren.









Aber es war schon zu dunkel für wirklich gute Bilder und so kümmerten wir uns wieder um unser Feuer. Tom machte später noch Sternfotos mit Camper und dann gingen wir hochzufrieden mit dem Tag ins Bett.

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