THEMA: Namibia 2021! Zurück im Land von Licht und Weite
27 Jul 2021 09:21 #621779
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  • Ndlovu am 27 Jul 2021 09:21
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Hallo Heike und Tom,
super Fotos von den Geparden (und all den anderen Tieren). Die gleiche Frage wie Gabi-Muc wollte ich auch gerade stellen, wo ihr die Geparden gesehen habt?...wir waren ca. 2 Monate später als ihr im Etosha und Waterberg und hatten unter anderem auch sehr viel Glück mit Geparden im Gebiet der Fisher's Pan. Ich staune, wie viel Unterschied 2 Monate in der Vegatation ausmachen. So schön grün wie bei euch war es im Juni schon nicht mehr. Wir sind am Waterberg auch Richtung Quelle gelaufen und sind durchgekommen. Ein paar Leute waren wohl unterwegs auf dem "Trampelpfad" seit ihr da wart :)
Viele Grüße, Nora
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27 Jul 2021 11:39 #621791
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Gabi-Muc schrieb:
Hallo,

sehr schöne Gepardenfotos. War das jetzt im Onguma-Reserve oder im Etosha?

LG

Gabi

Hallo Gabi,

dankeschön :) das war tatsächlich direkt im Onguma-Reserve :-)

LG
Ndlovu schrieb:
Hallo Heike und Tom,
super Fotos von den Geparden (und all den anderen Tieren). Die gleiche Frage wie Gabi-Muc wollte ich auch gerade stellen, wo ihr die Geparden gesehen habt?...wir waren ca. 2 Monate später als ihr im Etosha und Waterberg und hatten unter anderem auch sehr viel Glück mit Geparden im Gebiet der Fisher's Pan. Ich staune, wie viel Unterschied 2 Monate in der Vegatation ausmachen. So schön grün wie bei euch war es im Juni schon nicht mehr. Wir sind am Waterberg auch Richtung Quelle gelaufen und sind durchgekommen. Ein paar Leute waren wohl unterwegs auf dem "Trampelpfad" seit ihr da wart :)
Viele Grüße, Nora

Hallo Nora,

wir hatten später auch nochmal Glück mit Geparden im Etosha - diese hier waren direkt im Onguma Reserve, waren näher als die im Etosha und wir hatten das Glück mit dem guten Licht zur richtigen Zeit.

Freut uns, dass ihr den Trail am Waterberg laufen konntet - ich frage mich nur, wer sich dort vorher durch die zahlreichen Golden-Orb-Spider-Netze gewagt hat :blink: :pinch:

Ja, die grüne Vegetation war der Hammer - superschön, aber auch so dicht, dass wir beispielsweise im Etosha an vielen Stellen noch nicht einmal einen Schakal hätten sehen können. So hat jede Zeit ihre Pros und Cons :)

LG
Heike
Letzte Änderung: 27 Jul 2021 11:39 von Natur und weg.
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29 Aug 2021 16:04 #624483
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12.4. - Auf zum Etosha

Es war frisch in der Nacht und wir brauchten unsere Fleecejacken am Morgen. Weniger kalt waren leider die Dinge in unserer Kühlbox, welche wieder die Segel gestrichen hatte. Nach einiger Recherche zeigte sich, was letztlich eigentlich das Problem war.

Die Batterie wurde nur geladen, wenn das Auto an Landstrom angeschlossen war, aber leider weder über die Solaranlage noch über die Lichtmaschine während der Fahrt, so konnte das natürlich nix werden und auch die neue Batterie würde diese Behandlung nicht lange mitmachen. Naja, wir würden dann jetzt eben im Etosha darauf achten, dass wir eine Steckdose an der Campsite haben und ab der Vingerklip wären wir dann sowieso verpflegt.

Wir saßen beim Frühstück, da kratzte Heike sich am Kopf und hatte eine Zecke in der Hand. Mist - sie hatte schon am Waterberg nach dem Anderson trail eine auf dem Hut gehabt und hatte sich irgendwann schon mal etwas vom Kopf gekratzt, was sie dann in ihren Haaren nicht mehr fand. Das war die bestimmt. Zum Glück hatte sie sie jetzt komplett raus bekommen!

Nach dem Frühstück fuhren wir zum Etosha ins Gate und sahen die ersten Tiere.














Dann besuchten das Wasserloch Klein Namutoni. Wir hielten und auf einmal sah Heike in der Entfernung im Schatten ein Ohr wackeln. Bzw. waren wir nicht sicher was es war, aber das Zoom der Kamera offenbarte es. Da lag ein Gepard im Schatten unter dem Busch!

Cool und diesmal selbst gesehen. Das war uns bis dato noch nicht gelungen. Der Gepard stand auf und ging zu einem zweiten Geparden, der ein Stückchen entfernt unter dem Busch lag. Den hatten wir gar nicht gesehen. Toll!

Wir fotografierten aus der Ferne, fanden noch einen besseren Platz, aber die zwei Tiere machten es sich richtig gemütlich und sahen nicht so aus als wollten sie sich groß bewegen außer sich ab und zu zu strecken.












Wir beschlossen, erstmal nach Namutoni in den Shop zu fahren und dann wieder zu kommen. Vielleicht würde sich bis dahin etwas tun.

Gesagt, getan. Der Shop in Klein Natumoni war extrem abgespeckt, es gab gerade noch Nudeln und ein paar Konserven und Wasser. Die Nudeln wurden sicherheitshalber gekauft und dann wieder zurück zum Wasserloch. Nachdem wir die beiden Geparden in gleicher Position liegend vorfanden, warteten wir noch eine ganze Weile, fuhren aber schließlich weiter zum nächsten Wasserloch. In Goas konnten wir zahlreiche Gabelracken und auch einige Purple Roller fotografieren. Sehr schön.










In Halali angekommen, bezahlten wir und suchten uns eine freie Campsite aus, was nicht schwer war, denn es schienen nur 5 Camper da zu sein. Es war generell bestürzend, wie wenig los war, kaum ein Wagen auf dem Parkplatz. So leer waren der Etosha und die Camps kaum vorstellbar. Hier steppte normalerweise der Bär.

Wir machten uns auf ans Wasserloch und beobachteten eine Gruppe Impalas. Eine Frau kam dazu, mit der wir ein sehr nettes Gespräch hatten. Die Hörnchen, die hier rumflitzten, schnappten sich Heikes Apfelreste und knabberten diese nochmal ab. sehr süß die Kleinen.







Es kam ein weitere Ehepaar aus Südafrika, mit denen wir einen netten Plausch hielten und die über die Pünktlichkeit der Deutschen bei ihrer Deutschlandreise total begeistert waren.

Wir wollten noch einen Game Drive am Nachmittag machen und mussten jetzt los. Wir fuhren in schönem Licht zu den nächstgelegenen Wasserlöchern, sahen nichts Besonderes außer vielen Vögeln, genossen diese aber im schönem Licht.























Dann fuhren wir zurück und gingen ins Restaurant. Dort aßen wir und hörten plötzlich gruselige Geräusche. Dann sahen wir einen großen Vogel durch das Restaurant huschen. Die gruseligen Geräusche, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen konnten, blieben bestehen und nach einiger Recherche in der Vogel App, landeten wir bei der Western Barn Owl. Tom suchte mit seiner Stirnlampe die Bäume ab und fand tatsächlich eine Eule dort sitzend. Die andere flog umher. Auch die Eule auf dem Baum wollte uns jetzt näher betrachten und flog Kreise über uns, während sie uns genau in Augenschein nahm - es war gigantisch, diese Tiere einmal richtig gut sehen zu können, ein tolles Erlebnis!

Eine Bedienung kam und Tom fragte sie, ob sie die Eulen , die die gruseligen Geräusche machen, auch mal gesehen hätte. Hatte sie nicht, wollte sie aber unbedingt und so konnten wir ihr ein unvergessliches Erlebnis verschaffen. Sie schaute sich die Tiere fasziniert an, von denen sie bislang nur allabendlich die Laute gehört hatte. Unser Fotoequipment wäre in dieser Dunkelheit nutzlos gewesen, deshalb kamen wir gar nicht auf den Gedanken, dieses zu holen.

Weitere Eulen wie die Spottet Pearl Owl riefen ebenfalls durch die Dunkelheit und auch diese Eule fand sich in einem nahe gelegenen Baum. Wir machten an der Campsite noch ein Lagerfeuer und genossen mit den Rufen der Eulen, die ab und zu im Tiefflug über die Campsite flogen, die Laute der afrikanischen Nacht, bevor wir zufrieden in unser Bettchen fielen.
Letzte Änderung: 29 Aug 2021 16:06 von Natur und weg.
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29 Aug 2021 16:20 #624486
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13.04. Gemütlicher Tag im Etosha

Wir standen früh auf, um direkt bei Öffnung des Gates losfahren zu können. Es war schönes Licht, aber wir sahen nicht wirklich viele Tiere. Am Goas Wasserloch konnten wir dann die Attacken von diversen kleineren Vögeln auf einen Adler beobachten, Dieser saß etwas missmutig auf dem Ast, duckte sich bei jeder Attacke und sperrte den Schnabel auf - schön anzusehen!








Anschließend ging es zurück nach Halali zu einem Frühstück am Camper und beobachteten einige spannende Vögel.











Dann ging es zum Wasserloch. Dort waren wir den ganzen Tag bis ca. 15 Uhr, beobachteten Impalas und Zebras, Tokos und einige Falken oder Habichte. Ein Vogel flog unter das Dach nur 2 Meter von Heike entfernt und schnappte sich eine große Schrecke.

Es war entspannt und gemütlich!







Ab 15 Uhr ging es dann auf zum Nachmittagsdrive und wir sahen die üblichen Antilopen, Gnus und Giraffen.

Auf einmal erblickten wir ein Nashorn in weiterer Entfernung im Gras und am Abzweig zum Wasserloch nach Homob, fanden wir eine Zebramangustengruppe.

Nach kurzer Zeit sahen wir, dass sie mehrere Jungtiere hatten, eines davon noch sehr klein. Total süß die Tiere. Wir hatten viel Spaß, die Gruppe zu fotografieren, bis sie nach und nach weitergezogen waren und wir sie nicht mehr sehen konnten.













Auf der Rückfahrt sagte Heike: Ist das ein großer Stein oder ein Rhino?

Nach dem Blick in die Kamera stellte es sich als Rhino heraus. Aber viel zu weit weg zum Fotografieren, trotzdem schön! So fuhren wir weiter, lichteten noch etliche Vögel im schönen Licht ab und sahen einen Adler direkt an der Straße sitzen. Dieser ließ sich nicht stören und posierte wunderschön auf seinem Ansitz. Das war ein toller Abschluss des Drives.


















Abends wollten wir wieder im Restaurant essen. Der Kellner gab uns die Karte und wir bestellten.

Kopfschütteln - "No, that is out."
Ok, und das?
Kopfschütteln - "This also."
Was von der Karte war denn noch verfügbar, fragten wir.
Kritischer Blick in die Karte - "Greek salad and chips."

Ok, wir brauchten was zu essen! Tom entschied sich für eine große Portion Pommes und ich wollte fragen, ob nicht doch wenigstens das Tomaten-Käse-Toast da wäre.
Endlich ein Nicken - "Yes, that's available."
Puh! Ok, also bestellten wir Pommes, Toast und Griechischen Salat :-)

Wir genossen unser fast food dinner, lauschten wieder der Western Barn Owl und schlossen den Abend schließlich mit einem Lagefeuer und einem Weinchen an der Campsite ab.
Letzte Änderung: 29 Aug 2021 16:23 von Natur und weg.
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08 Okt 2021 12:00 #627750
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14.4. - Auf zur Vingerklip Lodge

Heute sollte es raus aus dem Etosha gehen und zur Vingerklip Lodge. Wir fuhren wir direkt bei Gateöffnung raus und sahen erstmal gar nichts. Am Wasserloch Rietfontein sahen wir dann immerhin schon aus der Entfernung eine Herde Gnus.

Dort angekommen, zog aber erstmal ein Adler unsere Blicke auf sich, denn dieser schaute sich jedes Totholzstück in der Umgebung genauestens an überprüfte jede Ritze, offenbar um Beute aufzuspüren!

Dabei vollführte er mehr oder weniger elegante akrobatische Übungen und drohte einige Male auch vom Ast zu fallen. Sehr schön anzusehen.



























In Okaukjejo aßen wir noch zum Frühstück, bezahlten die Parkgebühr und dann verließen wir nach ein paar Giraffensichtungen den Etosha Nationalpark. Trotzdem wir deutlich weniger gesehen hatten als normalerweise, waren wir zufrieden und hatten einige Highlightsichtungen im Gepäck. Diesmal eben von kleineren Tieren und nicht von Löwen oder Elefanten.

Langsam wurde die Landschaft terassenartig und anders als das, was wir bisher kannten. Es war immernoch teilweise grün und gar nicht so trocken, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir kamen zur Vingerklip Lodge und wurden sehr herzlich mit einem Drink willkommen geheißen. Die Lodge war toll angelegt, überall schöne Pflanzen, Sukkulenten und Kakteen, hübsch aussehende Minigekkos auf den Wänden. Der Hauptraum bzw. die Bar war offen angelegt und man hatte einen wundervollen Blick auf die Umgebung. Es gefiel uns sehr gut hier.

Wir bekamen den Zimmerschlüssel und kamen gefühlt in puren Luxus. Eben noch in Halali, wo die Toiletten meiste keinen Sitz und keine Abdeckung mehr hatten und kaum spülten (Heike hatte in 3 verschiedenen Sanitärhäuschen endlich eine Toilette gefunden, die nicht nur in einem Wirbel alles im Kreis herum drehte sondern auch runterspülte, dafür war da dann kein Toilettenpapier) oder die Türen so verzogen waren, dass sie nicht schlossen, jetzt zu einem sehr hübschen Raum mit schöner Terrasse und Blick auf die umliegenden Berge und einem toll aussehenden Bad mit separater Dusche. Wir waren begeistert. Nur Tom merkte einen komischen Geruch in der Luft und fing an zu niesen. Wir nahmen zunächst noch Getränke im Hauptgebäude ein und genossen den Blick in die Landschaft.













Auf unserer Terrasse gab es einiges zu entdecken. Eidechsen waren unterwegs und Nektarvögel kamen immer wieder, um von den Blüten zu naschen und So verging die Zeit bis zur goldenen Stunde recht kurzweilig.
Zum Sonnenuntergang gingen wir hoch zum Eagles Nest, in dem aber heute kein Essen angeboten wurde, weil zu wenig Leute anwesend waren. Es war ein netter Sonnenuntergang mit einem schönen Ausblick in die Ebene.















Jetzt ging es zum Dinner runter in die Lodge. Ein etwas übertrieben wirkender Kellner teilte uns mit, was die Karte für uns bereithielt. Das Essen war ok, das Gemüse leider ziemlich verkocht (warum gibt es in Namibia im April Rosenkohl?) und wir hatten angesichts der tollen Lodge irgendwie ein bisschen mehr erwartet.

Als er uns fragte, wann wir morgen Frühstück haben wollten, sagten wir, so gegen 7 Uhr, was bei ihm ein entsetztes Aufreißen der Augen verursachte.

7 Uhr? fragte er. Genau 7 Uhr?

Nein, so gegen 7 Uhr.

Wir erklärten, dass wir danach wandern gehen wollten. Er meinte, wir könnten die Wanderung ja vor dem Frühstück machen und dann später zum Frühstück kommen. Es schien uns, dass diverse Leute wohl nicht besonders begeistert sein würden, wenn wir um 7 Uhr zum Frühstück erscheinen, obwohl ab 7 Uhr Frühstück angeboten wird. Am Schluss sagten wir dann, dass wir um 7:30 Uhr kommen würden, was scheinbar ein klein wenig Erleichterung bei ihm auslöste.
Letzte Änderung: 08 Okt 2021 12:04 von Natur und weg.
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08 Okt 2021 12:19 #627752
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15.4.

Kurz vor Sonnenaufgang ging es auf die Terrasse und wir genossen den Ausblick auf den Berg, der kurz beleuchtet wurde. Dann entdeckte Tom eine Felsenratte auf unserer Terrasse mit ihren Jungen, total putzig. Die Jungen durften ab und zu an der Milchbar tanken und waren danach sichtlich wohlig müde. Sehr interessant fanden wir, dass das Muttertier die Zitzen an den Seiten hatte und nicht am Bauch. Es war herrlich, die Tiere zu beobachten und das Frühstück ließ noch etwas auf sich warten.

















Tom hatte leider extreme allergische Reaktionen - wir nahmen an auf das Strohdach, das auch etwas komisch roch, und er hatte sehr schlecht Luft bekommen und die Augen juckten wie verrückt. Zum Glück wurde es draußen und mit Antihistaminikum wieder etwas besser. Allerdings ging das Heuschnupfengefühl, das er hier in Namibia viel schlimmer hatte, als jemals in Deutschland, bis zum Ende der Reise nicht mehr weg trotz der stetigen Einnahme des Medikaments.

Zum Frühstück gab es ein sehr leckeres Omelett und danach machten wir uns auf, um den längeren trail zur Vingerklip zu laufen. Es war noch nicht so warm und wir liefen im Schatten, das tat gut, denn es wehte kein Wind. Der Trail machte Spaß, wir konnten endlich mal sehen, wohin wir laufen, da das Gras nicht so dicht war. Tom meinte, das sind aber große Termitenhügel dort drüben. Dann realisierten wir, dass es Giraffen waren. Wie schön!

Wir beobachteten die Tiere, die uns trotz der Distanz wahrgenommen hatten und immer in unsere Richtung blickten. Dann liefen sie aber schön in Reih und Glied in der Ferne weiter und wir freuten uns über die unerwartete Begegnung mit den großen schönen Tiere in dieser herrlichen Landschaft.

Wir liefen gemütlich den Trail bis zur Vingerklip, versuchten hier schon zu überlegen, wo wir uns zum Sonnenuntergang postieren wollten und freuten uns über die immer zahlreicher werdenden Wölkchen, die vielleicht einen schönen roten Sonnenuntergang ermöglichen könnten.






















Verschwitzt, denn mittlerweile war es sehr heiß geworden, ging es zurück und bei uns auf die Terrasse. Den Nachmittag verbrachten wir damit, die Nektarvögel zu beobachten und zu fotografieren. Es gab ein Männchen, das aggressiv über sei Revier wachte und alle anderen Nektarvögel inklusive der meisten Weibchen umgehend verjagte, sobald es diese wahrnahm.

Um seinen Revieranspruch permanent zu vermelden, trällerte es ständig auf den naheliegenden Bäumen sein Lied. In seltenen Fällen schaffte es ein anderes Männchen mit weißen Bauch, kurz an den Blüten zu nuckeln, bevor es ganz schnell von dem Kontrollfreak verjagt wurde. Und genau auf das hübsche andere Männchen hatte es Tom abgesehen. Und wie das so ist, war das Männchen mit dem weißen Bauch 3x an den schönsten freistehenden Blüten zugange, nämlich 1. als Tom im Bad war, 2. als er irgendwas drinnen geräumt hatte und 3. als er gerade seine Kamera nicht im Zugriff hatte und das ungefähr in einem Zeitraum von 5 Stunden, die er auf der Terrasse verbrachte.

Manchmal geht mir die Naturfotografie ganz schön auf den Sack, war dann der leicht knurrige Kommentar...


























Langsam wurde es Zeit, zur Vingerklip zu fahren. Wir sparten uns diesmal die Lauferei, weil wir auch noch zum Dinner wollten, das diesmal wegen eines Pärchens, dass die Honeymoonsuite oben auf dem Berg gebucht hatte, im Eagles Nest stattfinden sollte.

Leider hatte sich schon abgezeichnet, dass sich die Wolkendecke immer weiter zuziehen würde und es kam so wie wir befürchtet hatten. Zu viele Wolken sind dann auch nichts, dann kommt kein großartiges Leuchten zustande und so war es diesmal. Nur in der Ferne sahen wir es etwas rosa-lila. Zudem hatten wir auch keinen richtig tollen Platz für unser Sonnenuntergangsfoto gefunden, da wir wegen des wenigen Leuchtens ziemlich beschränkt waren. Aber nett war es trotzdem. Wir warteten noch ein wenig, falls sich doch noch etwas ergeben sollte und begaben uns dann zurück zur Lodge.







Wir fuhren zurück und uns war klar, dass wir unsere Dinnerzeit mit 19:30 Uhr nicht ganz halten konnten, weil wir schließlich auch noch hoch zum Eagles Nest mussten. Schnell umgezogen, Fotoequipment ins Zimmer, dann den Weg und die Treppe hoch und wir waren wieder durchgeschwitzt. Oben wurde uns dann erklärt, dass es Buffet gäbe. Wir sahen, dass beinahe alle anderen schon gegessen hatten und noch ein paar lauwarme Reste übrig waren. Naja.

Als Heike fragte, ob sie bitte ihren aufbewahrten Wein vom Vorabend weitertrinken konnte, sagte der Kellner, dass dieser leider unten geblieben sei. Genau damit hatten wir am Vorabend schon fast gerechnet, somit hatte sich das Thema dann auch erledigt. Schade.

Für uns hat sich das Eagles Nest nicht gelohnt und wir hätten uns das sparen können. Ein Salat oder ein Sandwich unten in der Lodge wären uns lieber gewesen als die lauwarmen und verkochten Reste.

Aber egal, die Lodge selber und die Umgebung waren ein Träumchen und allein deshalb hatte es sich absolut gelohnt, hier zu sein.
Letzte Änderung: 08 Okt 2021 12:26 von Natur und weg.
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