Mit dem Reisebus zum Nordkap.

Reisebericht 99 Antworten · 21,3k Aufrufe · gestartet 09. Juni 2020 von Papa Kenia
Themenstarter541 Beiträge · seit 201220. Juni 2020 ·
Hallo Wolfgang,
Da war aber immer ein Kollege mit so 'nem Gerät dabei und dann durfte der halt die alternativen Verbindungen raussuchen.
Man muss nur einen kennen, der so’n Teil hat!
Ansonsten war mir noch kein Anwendungsfall so wichtig, mir so ein Ding anzuschaffen.
Genau so ist es!

Gleich kommt der Nordkap-Teil

Grüße
Dieter
Themenstarter541 Beiträge · seit 201220. Juni 2020 ·
Tag 9

Obwohl das Frühstück gut war, gab es am nächsten Morgen lange Gesichter. Eine dichte Wolkendecke lag über den Bergen. Es sah nicht so aus, als ob es jemals wieder aufhellen würde.

Zunächst fuhren wir nach Skarsväg. Wer wollte, hatte die Möglichkeit zu einer einstündigen Wanderung zum ‚Kirkeporten‘. Sören wies bereits im Bus darauf hin, dass diese Tour schon ziemlich hart wäre. Bergauf, bergab, weiter über Geröll und Schotter und noch eine ziemliche Wanderung bis zum Loch. Was anderes war ‚Kirkeporten‘ nämlich nicht. Ein riesiges Loch in einem Felsen, welches allerdings einen phantastischen Ausblick auf das Nordkap bot. Zurück dann das Gleiche in umgekehrter Reihenfolge.

Das alles war fast einem Drittel der Gruppe dann doch zu stressig. Man erkundete Grüppchenweise den Ort, der ganz hübsch anzusehen war. Bunte Häuschen, Rentiere, Hafen – es gab allerlei zu bestaunen. Allerdings bei nicht gerade prickelndem Wetter. Es war nebelig. Es war windig und die Temperaturen lagen um einiges niedriger als in den vergangenen Tagen.

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Jürgen hatte seine Bordküche wieder geöffnet. Als die Wandergruppe zurückkam, ließen wir uns Kaffee und Würstchen schmecken.

Sören drängte zur Weiterfahrt. Ein weiteres Highlight der Rundfahrt lag vor uns. Das Ende der Welt. Das Nordkap. Der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes.

Was aber nicht so ganz stimmt. Man liest es immer wieder davon und das hat sich auch in den Köpfen der Menschen festgesetzt.
Aber es gibt einen Punkt, der liegt noch ca. 1,5 Kilometer nördlicher als das Nordkap. Nämlich Kinnarodden.

Das Nordkap ist ein riesiger Felsen, der ins Nordpolarmeer hineinragt und der oben eine große Plattform hat. Und eben hier auf diesem Plateau ist ein riesiger Globus aus Stahl als Symbol des Nordkaps errichtet worden.

71°10′21′′ sind die geographischen Daten für das Nordkap. Und hier kamen wir um 13.30 Uhr kamen an. Ein betrübter Blick auf das Bordthermometer des Busses: 8 Grad Celsius zeigte das blöde Ding an.

Sören ermunterte uns. „Sie sind verwöhnt von den letzten Tagen. Die Wahrscheinlichkeit auf gutes, trockenes Wetter und Sonne liegt bei 10%. Dies hier ist ein völlig normaler Tag am Nordkap. Glauben Sie mir, die meisten Reisegruppen kommen hier im strömenden Regen an. Oder es ist so überlaufen, dass man vor lauter Touristen die Erdkugel gar nicht mehr sieht. Außerdem ist es meistens so windig, dass man fast weggeblasen wird und die Kamera gar nicht mehr ruhig halten kann. Genießen Sie das Nordkap und machen Sie das Beste daraus.“

Der hat gut reden. Wir warteten zunächst vor der Nordkaphalle bis Sören mit den Eintrittskarten für uns zurückkam. Danach ging es schnurstracks ins Gebäude, durch die Halle und am gegenüberliegenden Eingang wieder raus ins Freie. In einiger Entfernung stand die metallene Erdkugel auf einem Podest. Wir begannen damit, uns das Wetter schön zu reden. Denn es war fast windstill. Und es regnete immerhin nicht. Es war nur nebelig und die Sonne fehlte. Also war es doch gar nicht so schlecht. Diese Mega-Touristenansammlungen waren auch nicht da. Es sind uns auf dem Hinweg nämlich sieben Busse entgegengekommen. Diese Busladungen mit Touris waren also schon mal weg.

So begann wieder das gegenseitige Fotografieren. Rauf auf den Sockel und unter dem Globus Position eingenommen. Arm in Arm mit dem Partner. Und runter. Die nächsten bitte! Oder auch nicht. Denn es gibt leider völlig schmerzfreie Personen. Diese sehen, dass ein Fotograf zwei auf dem Sockel stehende Personen ablichten will. Diese skrupellosen Typen blicken den Fotografen blöd an und postieren sich trotzdem zwischen Fotografen und Motiv, um ihr eigenes Foto oder Selfie zu machen. Völlig schmerzfrei.

Wie hoch sind eigentlich die Klippen? 307 Meter? Fällt man da lange?

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So viel Übung und Ausdauer wie ich mittlerweile habe, konnte ich den Globus ohne einen einzigen Menschen ablichten.

Im Gebäude gibt es noch ein Restaurant, einen Souvenirshop und einen kleinen Ausstellungsraum. Außerdem wird der Verlauf der Mitternachtssonne sehr anschaulich auf einer Schautafel gezeigt. Wie im Weihnachtsmanndorf, so gibt es auch hier ein eigenes Postamt mit eigenem Nordkap-Stempel.

Nachdem wir genug gesehen und die Meisten sich noch eine kleine Leckerei oder Kaffee gegönnt hatten, ging es nun nach Hammerfest, der nördlichsten Stadt der Welt. Eigentlich stimmt dies auch nicht mehr. Aber es wird trotzdem noch damit geworben.

Je näher unser Bus Hammerfest kam, umso mehr hellte es auf. Bei 10 Grad und Sonnenschein erreichten wir um 18.30 Uhr Hammerfest. Jürgen und Sören brachten uns bei einer Ministadtrundfahrt zu einem Aussichtspunkt über der Stadt. Die Stadt strahlte im warmen Licht der Sonne eine totale Ruhe aus. Dann besichtigten wir die Meridiansäule und gegen 19 Uhr waren wir am Hotel.

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Die übliche Prozedur; Schlüssel entgegennehmen, Sprint zum Aufzug, Zimmer aufsuchen und frischmachen oder nicht. Für die Meisten - ‚oder nicht‘. Denn bereits 15 Minuten später wurde das Buffet eröffnet.

Heute bekam ich wieder ein richtiges Einzelzimmer mit nur einem Bett. Das Zimmer war ansprechend möbliert und groß genug. Toll war der Blick auf den Fjord und den Hafen.

Wie so oft waren nach dem Abendessen auch heute wieder Steffi mit Harald, Claudia mit Peter, Hermann und ich zusammen. Wir sahen uns noch die Schlussminuten des heutigen WM-Spiels an. Nach dem Fußballspiel hatten wir noch keine Lust auf unsere Betten. Gemütlichkeit ging vor.

Da kam ‚Heinzdarfnix’ mit seiner Frau an unserem Tisch vorbei. Die Frau von ‚Heinzdarfnix’ sah gar nicht schlecht aus. Sie hatte nur einen Fehler, sie lief ständig vorne rüber gebeugt. Wahrscheinlich kam das von den ganzen Klunkern, die sie am Kopf hängen hatte. Man muss ja zeigen was man hat.

Auf jeden Fall meinte ‚Heinzdarfnix’ so zu seiner Frau: „Sollen wir uns nicht auch ein bisschen dazu setzen?“ Ihm stand auf die Stirn geschrieben, dass er gerne ein Bier getrunken hätte.

„Heinz, ich bin müde. Wir gehen jetzt ins Bett“. Und Heinz lief wieder ganz treu seiner Frau hinterher. Armer Kerl!
zuletzt bearbeitet 20. Juni 2020
Themenstarter541 Beiträge · seit 201222. Juni 2020 ·
Tag 10

Wie fast jeden Morgen war ich der Erste auf der Straße. Mein Weg führte mich zu dem kleinen Hafen. Die Temperaturen lagen bei 10 Grad. Es war windstill. Es herrschte eine Totenstille. Nur ganz wenige Menschen waren schon auf den Beinen. Selbst in der Hafengegend bestätigte sich erneut mein Eindruck von der Sauberkeit in diesem Land. Keine Schmierereien an Hauswänden, kein Dreck, kein Müll. Respekt!

Fast 90 Minuten war ich vor dem Frühstück durch Hammerfest gelaufen. Hatte hier und da meine Fotos gemacht und kam zu dem Ergebnis, dass Hammerfest eine absolut schöne Stadt ist.

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Gegen 8.45 Uhr war wieder Kofferpuzzle angesagt und eine Viertelstunde später setzten wir unsere Rundreise Richtung Alta fort.

In Alta gab es eine Führung im Museum. Von der Terrasse aus hat man einen großartigen Blick auf den Altafjord. Es gibt einen Rundweg in den Außenanlagen. Wir bekamen eine Studentin zur Begleitung, die uns auf Deutsch alles Wissenswerte über die Anlage und die Felsenzeichnungen erklärte. Die Malereien wurden angeblich erst vor einigen Jahren mehr oder weniger durch Zufall entdeckt. Die Felsenzeichnungen sollen bis zu 6000 Jahre alt sein.

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Um die Mittagszeit gab es noch einen längeren Aufenthalt beim Berg-Hotel Gildetun; 400 Meter über dem Meeresspiegel. Das kleine Hotel mit angeschlossenem Restaurant ist ganz aus Holz gebaut. Es gibt eine großzügige Außenterrasse. Man hat einen phänomenalen Ausblick auf den Kvænangenfjord. Hier werden auch Ferienhäuser vermietet.

Ein uralter, abgeschnittener Baum diente als Wegweiser. Nach Kiruna in Schweden waren es 500 Kilometer. Bis zum Nordkap noch 370 Kilometer.

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Nachmittags überquerten wir mit zwei Fähren zunächst den Lyngenfjord und dann den Ullsfjord. Hier am ersten Fähranleger bot sich ein traumhafter Blick auf das Wasser und die schneebedeckten Berge im Hintergrund. Das Warten auf die Fähre war recht kurzweilig. Wir beobachteten einen Angler, der einen kapitalen Fisch aus dem Wasser zog. Bereitwillig erklärte der Deutsche, um welchen Fisch es sich handelt und welchen Köder er genommen hat. Er ließ sich auch gerne mit seinem Fang von einigen anderen fotografieren.

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Die erste Fahrt mit der Fähre dauerte 30 Minuten.

Die zweite Überfahrt ging nur 10 Minuten. Beide Überfahrten haben alle Reisenden bei einem fast wolkenlosen Himmel und traumhaften 22 Grad Celsius richtig genossen. Um 19.40 Uhr erreichten wir doch ziemlich erschöpft Tromsø. Tromsø gilt als „Tor zur Arktis“ und soll im Winter Garant für die ‚Aurora Borealis‘ – also Polarlichter sein. Unsere Unterkunft war dieses Mal ein nagelneues Hotel direkt am Wasser.

Dieses Hotel war zusammen mit dem in Kuopio meine absoluten Top-Unterkünfte bei dieser Reise.

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Das Zimmer war vom Feinsten. Es war groß und hatte mal wieder ein Doppelbett. Im Bad hätte man tanzen können.

Für den Check-in blieben uns aber nur wenige Minuten. Bereits 20 Minuten später wurde der Speisesaal geöffnet. Da wurde auf das Aufhübschen verzichtet.

Nach dem Abendessen machten Steffi, Claudia, Peter, Harald und ich noch einen ausgiebigen Rundgang durch Tromsø. Sören hatte uns empfohlen, als Nachttrunk einen Absacker in der Bahnhofskneipe zu nehmen (obwohl Tromsø überhaupt keine Eisenbahn hat). Vergeblich suchten wir diese Kneipe. Woher sollten wir auch wissen, dass es sich bei der Bahnhofskneipe um ‚Jernbanestasjon‘ handelt. Daher entschlossen wir uns zu vorgerückter Stunde zum Hotel zurückzugehen, um dort noch etwas zu trinken.

Im obersten Stock des Hotels ist die Sky Bar. Der Blick auf die Stadt, den Hafen, die Eismeerkathedrale und die Brücke ist herrlich. Innen und außen gab es genügend Sitzgelegenheiten. Selbst jetzt, nach weit nach 22 Uhr, lagen die Temperaturen bei einem strahlend blauen Himmel noch bei angenehmen 20 Grad. Hier wurde uns mal wieder richtig bewusst, wie lange die Sonne scheint. Mitternachtssonne in Tromsø.

Bisher hatten wir die Mitternachtssonne noch nicht gesehen – immer waren wir zur falschen Zeit am falschen Ort. Oder es lagen Gebäude oder Berge in Blickrichtung. Oder der Himmel war wolkenverhangen. Oder wir lagen vor Erschöpfung schon im Bett.

Hier und heute bestand die Möglichkeit zu sehen, wie es ist, wenn die Sonne beim Sonnenuntergang den Horizont ‚küsst‘ und unmittelbar danach in den Sonnenaufgang über-geht.

Von Sören kam der Vorschlag, wir könnten mit dem Taxi zur Seilbahnstation fahren. Und dann mit der Seilbahn auf den Storsteinen. Von dort oben hätte man absolut freie Sicht, um dieses Ereignis zu sehen. Das Wetter sollte auch mitspielen.

Da ich selbst panische Höhenangst habe, kriegen mich keine 10 Pferde in eine Seilbahn. Also war das Thema für mich leider schnell erledigt. Von den anderen Reiseteilnehmern wollten aber auch nicht allzu viele Leute das Schauspiel bewundern. Denn die Rückkunft im Hotel wäre vermutlich irgendwann gegen 1.30 Uhr gewesen. Das war den Meisten zu spät, denn die Tage waren stressig und schon so lang genug. Und morgen früh ging es wieder beizeiten los.

Diese Tour haben nur sechs Mann mitgemacht. Sie waren jedoch hellauf begeistert, so etwas erlebt zu haben.
zuletzt bearbeitet 22. Juni 2020
751 Beiträge · seit 201123. Juni 2020 ·
Hallo Papa Kenia,

zunächst noch mal vielen Dank für deinen launigen Bericht - es macht mir viel Freude jeden Morgen meinen Kaffee mit deinen Erlebnissen und tollen Bildern zu genießen.
Was mich am meisten erstaunt ist das tolle Wetter das ihr habt - so gut wie immer blauer Himmel, Respekt!
(Ich war erst einmal in Mittelschweden und Mittelnorwegen von Mitte bis Ende Juni und ich glaube keinen Tag ohne Regen. Das war als Camper nicht so nett...) Ist deine Reise im Juli oder August gewesen?
Dieses Hotel war zusammen mit dem in Kuopio meine absoluten Top-Unterkünfte bei dieser Reise.
Das klingt sehr verführerisch. Für einen potentiellen weiteren Besuch: verrätst du die Unterkünfte, die dir gefallen haben?
Freu mich auf die weiteren Tage im Norden,
VG, Nette
Themenstarter541 Beiträge · seit 201223. Juni 2020 ·
@speed66
Hallo Nette,
vielen Dank für Deine lieben Worte.

Wir sind in der letzten Juliwoche gestartet und hatten wettertechnisch wirklich Glück. Es war zwar zwischendurch schon mal richtig heftig windig oder nieselig und kalt. Wir haben auch ein oder zwei Schauer mitgemacht. So richtig mieses Wetter hatten wir nicht. Meine Erwartungen sind übertroffen worden.

Die Hotelnamen schicke ich Dir per PN.

Ich weiß nicht, ob ich heute noch einen Teil hier reinbekomme. Das Wetter ist einfach zu schööön!

LG
Dieter
2'168 Beiträge · seit 200923. Juni 2020 ·
Hallo Dieter,
Nun kam ich auch endlich dazu, deinen Reisebericht zu lesen. Tolle Sache, herzlichen Dank fuer's teilen!
Skandinavien und die Mitternachtssonne sind fuer uns leider mittlerweise in unerreichbare Ferne gerueckt und somit von der Bucket List gefallen... 🙁

Und eine gefuehrte Busreise ist doch allemal noch besser als ueberhaupt nicht zu reisen!!

Gruss aus Sodwana
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
1'938 Beiträge · seit 200924. Juni 2020 ·
Hallo Dieter,

was für ein erfrischender Bericht in dieser hitzigen Zeit. Dankeschön!
(Normal lese ich kaum Berichte aus anderen Ländern, welche nicht Afrika betreffen, in diesem Forum, aber ich ich habe deine Berichte über Kenia sehr vermisst. Umso mehr freue ich mich, dass es dir gut geht und du weiterhin, wenn auch auf andere Art, reist. 🙂 )

Viele schöne Erinnerungen an Skandinavien werden wach...wir saßen übrigens im gleichen Cafe in Stockholm wie du 😎 . Freue mich auf deine Fortsetzung.
Liebe Grüße Lotusblume Reiseberichte(klick):2022-Sep/Okt Südafrika "Genuss-Reise ums Westkap"//2021-Nov "3670 km durch Namibias Nov.-Hitze"//2018-Okt Namibia "Von der Wüste zu den Wasserwelten"//2015-Aug/Sep Südafrika "Unser Wiedersehen mit Südafrika"//2013-Nov Namibia "Unsere Silberhochzeit bei Vollmond"//2010-Apr Namibia "Unsere Unterkünfte"
1'523 Beiträge · seit 201124. Juni 2020 ·
Guten Tag Dieter,

gibt es einen Grund warum Du weder Namen noch Fotos vom "Clarion the Edge" zeigst ?

LG.............BMW
Themenstarter541 Beiträge · seit 201224. Juni 2020 ·
@maddy
Hallo Maddy,
vielen Dank für Deinen Kommentar und für das Lesen des Berichts.
Und eine gefuehrte Busreise ist doch allemal noch besser als ueberhaupt nicht zu reisen!!
Absolut!


@Lotusblume
Auch Dir vielen Dank, dass Du dann trotzdem liest und kommentierst auch wenn das nichts aus Afrika ist!


@BMW
Hallo BMW,
im ganzen Bericht werden keine Hotels namentlich erwähnt und auch keine Fotos gezeigt.

Da Du ja bestens informiert bis, kannst Du im Netz mehr Bilder finden als ich Dir jemals bieten könnte.

Viele Grüße Euch allen!
Dieter
Themenstarter541 Beiträge · seit 201224. Juni 2020 ·
Tag 11

In aller Herrgottsfrühe machte ich meine morgendliche Runde. Die Stadt schlief noch. Mein Weg führte mich zum Polariamuseum. Zunächst kam ich jedoch bei Mack vorbei. Der nördlichsten Brauerei Europas. Ob es auch die nördlichste der Welt ist, da sind sich die Gelehrten nicht ganz einig. Es folgte die Helmer Hanssen (Polarforscher) Statue. Diese steht vor einem Glasbau, worin die MS Polstjerna ausgestellt ist. Ein Robbenfängerschiff aus dem Jahre 1949. Daneben liegt das Polariamuseum. Zuletzt ging ich im großen Bogen durch die Stadt zurück zum Hotel.

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Am Frühstückstisch fragte keiner mehr, ob ich schon unterwegs gewesen wäre. Man fragte nur noch wann ich losgestiefelt bin.

Das Frühstück war hervorragend. Schätzungsweise gegen 9 Uhr standen alle Teilnehmer mit ihren Taschen und Koffern vor dem Bus.

Das heutige Tagesprogramm beschränkte sich vormittags auf die Sehenswürdigkeiten in Tromsø. Nachmittags hieß es ‚Strecke machen‘.

Zunächst stand der Besuch einer Kirche auf dem Plan. Über die Tromsøbrua (Tromsø-Brücke) fuhren wir zur Eismeerkathedrale (Ishavskatedralen). Sie ist das Wahrzeichen von Tromsø. Von der Seite ist sie nicht unbedingt sofort als Kirche erkennbar. Die Architektur fällt schon ein wenig aus dem Rahmen. Eigentlich besteht die Kirche nur aus mehreren, ineinander verschachtelten und verschieden hohen Spitzdächern.

Die Front der Kirche besteht komplett aus Glas. Die Wand hinter dem Altar schmückt eines der größten Glasmosaike Europas.

Wir hatten gut 30 Minuten Zeit, um die Kirche innen und außen zu bewundern. Von der Plattform vor der Kirche hat man auch einen schönen Panoramablick auf Tromsø.

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Anschließend fuhren wir dahin, wo ich bereits heute Morgen schon fußläufig unterwegs gewesen war. Zum Polariamuseum. Das Äußere des Gebäudes ist recht eigenwillig und soll, wie schon bei der Eismeerkathedrale, fünf übereinander geschobene Eisschollen zeigen. Die Ausstellungsstücke im Museum sind eher dürftig. Wer wollte, konnte hier aber unter anderem an einer Filmvorführung teilnehmen. Gezeigt wurden ein Film über Spitzbergen sowie ein zweiter Film über Polarlichter. Beide Filme waren äußerst interessant und boten überwältigende Aufnahmen.

Als Abschluss bestand noch die Möglichkeit im hauseigenen Aquarium eine Robbenfütterung zu sehen. Wer’s braucht? Mein Fall war das nicht. Und so habe ich verzichtet.

Wir fuhren noch fünf Minuten in die Stadt zurück bis zum ‚Roald Amundsens Platz‘.

Rund 90 Minuten standen uns nun an Freizeit zur Verfügung. Vieles von dem, was wir gestern Abend schon abgelaufen hatten, sahen wir heute nochmals. Interessant war es auf jeden Fall. Tromsø hat einen wunderschönen historischen Stadtkern. Die Holzhäuser boten eine farbenprächtige Kulisse.

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Später stand ein Seilbahnbesuch an. Von der Seilbahnstation ging es auf den über 400 m hohen Storsteinen, von wo aus man einen herrlichen Blick über Tromsø hat. Sechs Leute kannten die Seilbahn bereits. Sie waren letzte Nacht ja schon für die Mitternachtssonne hochgefahren. Mich verließ beim Anblick der Gondeln der Mut und so verzichtete auf diese Tour. Zusammen mit Manuela, die genau wie ich Höhenangst hat, wartete ich auf die Rückkehr der anderen.

Zum Tagesausklang folgten noch gute 4,5 Stunden Fahrt nach Harstad. Gegen 17 Uhr machten wir eine längere Raucherpause. Während der letzten Etappe eröffnete uns Sören, dass wir statt des ursprünglich geplanten Hotels heute in einem anderen Hotel übernachten werden.

Das war für uns nicht dramatsich. Hier hatten wir volles Vertrauen in unseren Veranstalter, denn die bisherige Hotelauswahl war wirklich gut.

Es gab noch mal einen Stopp für eine halbe Stunde. Das Wetter änderte sich und zeigte sich langsam von seiner schlechten Seite.

Es wurde sehr windig, aber es blieb trocken. Heute gingen wird zuerst zum Abendessen. Und zwar nicht im Hotel, sondern kurz vor unserem Ziel auf einer Farm. Hierbei handelt es sich um eine ehemalige Poststation. Das Bauernhaus stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und befindet sich seit Generationen in Familienbesitz. Vor etlichen Jahren hat man die Landwirtschaft aufgegeben und das Haupthaus umgebaut. Es bietet heute ein Gästehaus und ein Restaurant. In einem großen, rustikalen Raum mit geschnitzten Möbeln gab es ein sehr gutes Abendessen für die Gruppe.

Gesättigt fuhren wir danach zum Hotel, um einzuchecken. Nichts und niemand konnte heute Abend irgendwen dazu zu bewegen, noch einige Meter durch Harstad zu laufen. Die Meisten bleiben auf ihren Zimmern. Einige sahen sich in der Lobby das heutige WM Spiel an. Oder genehmigten sich in kleiner Runde noch einen Schlummertrunk.
zuletzt bearbeitet 25. Juni 2020
3'883 Beiträge · seit 201124. Juni 2020 ·
Guten Abend Dieter,
danke für deine launigen Berichte. Deine Beobachtungsgabe gefällt mir. Eine Weile habe ich mich gewundert, dass du so wenig Landschaft fotografiert hast. Inzwischen ist mir klar, dass ihr an ihnen vorbeigefahren seid und erst an touristisch prägnanten Punkten (Denkmäler, Huseen, Kirchen usw.) Halt gemacht habt. Auf unseren Fotos von 1975 ist hauptsächlich Landschaft zu sehen, selten mal eine Kirche, ein architektonisch interessantes Gebäude. Vielleicht liegt das daran, dass damals noch nicht so viele Menschen unterwegs waren und viele Häuser noch nicht gebaut waren 😄 . Das ist halt der Nachteil einer Gruppenreise, du kannst nicht dort anhalten und verweilen, wo du es willst. Interessant fand ich deine beiden Fotos von der Vasa. Wir haben sie damals noch im Rohzustand gesehen, sie wurde durchgängig besprüht.
Herzliche Sommergrüße
freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
Themenstarter541 Beiträge · seit 201225. Juni 2020 ·
Hallo freshy,
es ist schon richtig, dass wir teilweise richtig „Strecke“ gemacht haben und die Landschaft nur im Vorbeiflug gesehen haben. Wenn wir, was aufgrund der Landschaft durchaus möglich ist, alle 10 km angehalten hätten, wären wir vermutlich heute noch unterwegs.
Ich habe trotzdem jede Menge Landschaftsfotos! 😄

LG
Dieter
6'378 Beiträge · seit 201125. Juni 2020 ·
Hoi zämä

Mal eine Verständnissfrage: Kann es sein dass in Deutschland 'launiger Bericht' so inetwa 'gute Laune machender Bericht' bedeutet?
Zumindest bei uns bedeutet 'launig' eher so was wie 'zickig'...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1'014 Beiträge · seit 201625. Juni 2020 ·
Zickig heißt launisch bei uns. Launig heißt so viel wie heiter, beschwingt.

Yanjep
3'883 Beiträge · seit 201125. Juni 2020 ·
Papa Kenia schrieb:
Ich habe trotzdem jede Menge Landschaftsfotos! 😄
LG
Dieter
Warum geizt du dann mit ihnen? Her damit!

wünscht sich freshy
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Themenstarter541 Beiträge · seit 201225. Juni 2020 ·
Die müssten noch durch die Bildbearbeitung. Das ist mir momentan zu viel Aufwand. Sorry!
Da kommen aber noch ein paar nette Fotos. Glaube ich wenigstens!

LG
Dieter
Themenstarter541 Beiträge · seit 201225. Juni 2020 ·
Tag 12

Mein Zimmer war gut und zweckmäßig eingerichtet und durch das Fenster hatte man direkten Blick auf den Hafen. Das Wetter war noch nicht so prickelnd. Daher trödelte ich heute Morgen ein wenig und begab mit vor meinem Rundgang zum Frühstück, das es heute bereits ab 6.30 Uhr gab.

Gut gesättigt holte ich meine Reisetasche und stellte diese schon mal unten im Foyer ab.

Hermann war auch früh auf den Beinen. Wir begrüßten uns.

„Gut geschlafen?“

„Ja, klar!“

„Willst Du mitkommen? Ich gehe jetzt ein paar Schritte durch Harstad.“

„Danke. Ich habe noch nicht gefrühstückt. Ich muss erst mal was essen.“

Da es gestern doch einigermaßen spät geworden war, war heute erst um 8.30 Uhr Abfahrt. Jetzt war es sieben Uhr. Die meisten Mitreisenden waren noch gar nicht zum Frühstück erschienen. Ich aber machte mich wieder auf Patt.

Harstad ist ein kleines Städtchen. Es erwies sich für mein Empfinden als recht schnuckelig. Die Hafengegend ist sehr nett. Richtung Innenstadt gibt es einige schmale Straßen, bunte Häuschen sowie eine kleine, hübsch mit Blumen geschmückte Fußgängerzone. Die allerdings recht überschaubar ist.

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Das, was ich heute Morgen gesehen hatte, gefiel mir sehr gut. Eine gute Stunde hatte ich Zeit für die Ortsbesichtigung bevor ich wieder im Hotel eintraf.

Hier war ein kleiner Menschenauflauf vor dem Fahrstuhl. Hille war wohl mit Hermann im Aufzug heruntergekommen.

„Der ist wieder total durch den Wind“, meinte Hille.

„Er kann seine Jacke nicht finden. Und Ausweis und Scheckkarte sind wohl in der Jacke.“

Beide gingen zum Speisesaal, wohl um dort nach der Jacke zu sehen. Und aus dem Speisesaal kam Sören und hielt den beiden eine blaue Jacke entgegen.

„Gehört die einem von ihnen?“

„Da ist sie ja! Gott sei Dank.“

Hermann kontrollierte sofort alle Taschen. Alles war noch da! Er hatte die Jacke nach dem Frühstück wohl im Speisesaal vergessen und war ohne Jacke wieder nach oben gefahren.

Kleine Aufregung am Morgen.

Ein langer Tag lag vor uns. Heute Abend würden wir die Lofoten erreichen! Das erste Ziel am heutigen Tage war jedoch die Trondenes-Kirche. Eine der ältesten Kirchen Nordnorwegens. Auch für die Besichtigung dieser Kirche war ein Touristenführer engagiert worden. Bei allerlei Erklärungen zeigte er uns die Kirche, die innen sehr hübsch und prunkvoll war.

Während der Weiterfahrt verschlechterte sich die Laune aller Reisenden. Die Wolken wurden immer dunkler und kündigten Regen an. Aber es blieb trocken. Bei unserer Mittagspause um 13 Uhr gab es mal wieder Würstchen und Kaffee.

Um 14 Uhr erreichten wir Stokmarknes. Von hier ging ein Schiff der Hurtigruten bis nach Svolvær, Hauptstadt der Lofoten. Bei gutem Wetter macht der Kapitän unterwegs einen Abstecher in den Trollfjord. Man kennt die Bilder aus dem Internet oder aus Werbespots.

Um halb drei waren alle an Bord und die Hurtigruten M/S Midnatsol lief gegen 15.15 Uhr aus.

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Auf die nächsten Stunden waren wir gespannt. Zunächst hielt ich es eine halbe Stunde auf dem Oberdeck aus. Dann war ich durch und durch verfroren. Der Wind war heftig und eiskalt. Also schnell unter Deck, aufwärmen, um anschließend erneut mutig ans Oberdeck zu gehen.

Kurz vor 17 Uhr ertönte eine Lautsprecherdurchsage, dass das Schiff nun in den Trollfjord fahren würde. Dieser Fjord ist ein Seitenarm des Raftsunds. Schlagartig war das Deck voller Passagiere. Eigenartigerweise war es nach den ersten gefahrenen Metern fast windstill und dadurch erträglicher. Dafür sorgten letztendlich wohl die steilaufragenden Felswände, die bis zu 1000 m in die Höhe ragen. Wenn es jetzt noch 10 Grad wärmer gewesen wäre und die Sonne die Nebelwolken verdrängt hätte, wäre es bestimmt richtig schön gewesen. Man kann nicht alles haben. Vielleicht beim nächsten Mal!

Es war aber auch so schon ein emotionaler Moment. Das Schiff fuhr im Schritttempo durch die enge Passage. Überwältigend.

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Gegen 18 Uhr war die Durchfahrt durch den Fjord beendet. Am Ende des Fjords drehte die Mitnatsol und fuhr einige Kilometer zurück und nahm erneut Kurs Svolvær.

Angestellte verkauften seit der Einfahrt in den Fjord an einem kleinen Stand heiße Getränke. Kakao und so etwas Ähnliches wie Glühwein. Dieses Heißgetränk mit ein bisschen Alkohol tat richtig gut und wärmte. Wenigstens innerlich. Die bedruckten Metallbecher waren im Preis enthalten. Ein kleines Souvenir für daheim. Der Preis von umgerechnet 10 Euro war für norwegische Verhältnisse ganz akzeptabel.

Lofoten, wir kommen! Um 19.00 Uhr liefen wir in Svolvær ein. Jürgen fuhr unseren Bus aus dem Schiffsrumpf und brachte uns zum Hotel. Der Bus parkte vor dem Hotel. Die Koffer blieben noch im Bus. Vor dem ‚Check in‘ ging die Gruppe gemeinsam zuerst zum Abendessen. Dazu mussten wir gute fünf Minuten in den Ort hineinlaufen, um zum Ziel zu gelangen. Hier war im ersten Stock eines Hotels für zwei Reisegruppen zum Abendessen eingedeckt. Das Essen war vorbestellt und es gab für alle das Gleiche. Vorspeise, Hauptgericht, Nachtisch und Kaffee. Das Ambiente war nicht so prickelnd. Denn zwei Reisegruppen mit geschätzten 70 bis 80 Personen können einen ganz schönen Geräuschpegel verursachen.

Nach dem Abendessen marschierten alle wiederum gemeinsam zum Hotel zurück. Hier stand noch der Bus, den Jürgen vorhin hier geparkt hatte. Jürgen erledigte die Kofferausgabe.

Das Einchecken war ein Erlebnis. Es war ein totes Hotel - ohne Rezeption, ohne Personal, ohne Atmosphäre, dafür mit einem viel zu kleinen Fahrstuhl.

Zunächst bekamen wir von Sören unsere Zimmerschlüssel. Das waren Karten, auf denen ein Code gedruckt war. Diesen Code musste man wie an einem Bankautomaten hier unten im Foyer in eine Apparatur eingeben. Dann öffnete sich die Glastür zum Vorraum und man kam zum Fahrstuhl.

In den Fahrstuhl passten immer nur 2 Personen mit Koffer. Man kann sich ausmalen, welche Dramen sich am Fahrstuhl abspielten. Das Ganze wurde aber noch getoppt. Wenn man auf seiner Etage nicht schnell genug ausstieg, fuhr man wieder nach unten. Weil die hier Wartenden es nämlich so eilig hatten, sofort den Fahrstuhlknopf zu betätigten sobald der Fahrstuhl nach oben fuhr. So fuhr unser Gerhard 2x hoch und runter bis es ihm im dritten Anlauf endlich gelang, auf seiner Etage auszusteigen.

„Gerhard! Wenn du oben bist musst du auch aussteigen!“

„Ach nee! Darauf wäre ich ja gar nicht gekommen. Hört ihr mal lieber damit auf sofort auf den Aufzugsknopf zu drücken, wenn wir hochfahren. Bevor wir die Tür oben öffnen können fahren wir ja schon wieder runter!“

Wir waren ja lernfähig. Beim nächsten Mal warteten wir mit dem Drücken bis das Licht vom Fahrstuhlknopf erlosch. Dann wurde gedrückt – und siehe da, ein leerer Fahrstuhl hielt im Erdgeschoss. Geht doch!

So nach und nach wurde die Schlange am Fahrstuhl kürzer. Bis das erste Ehepaar, das relativ früh nach oben konnte, wieder herunterkam. Und zwar mit Koffern.

„Sören, hier bleiben wir nicht. Unser Zimmer ist dreckig. Die Betten nicht bezogen. Die Toilette dreckig.“

In diese Diskussion hinein platzte das zweite Pärchen. Das dritte Paar kam mit Koffern die Treppe herunter. Die nahmen erst gar nicht mehr den Fahrstuhl. Die kamen aber auch aus dem ersten Stock.

„Sören, das ist das Letzte. Im Bad keine Ablage. Keine Handtuchhalter oder Haken. Zimmer nicht gemacht. In unserem Bett hat gerade wohl noch einer gelegen. Die Matratze biegt sich bis auf den Boden durch. Wenn sich hier nicht schlagartig etwas ändert, ziehen wir in ein anderes Hotel.“

So und ähnlich redete man auf den armen Sören ein. Der letztendlich ja gar nichts für die Buchung dieses Hotels konnte.

Zu meiner Verwunderung konnte ich in meinem Zimmer keinerlei Mängel entdecken. Das Zimmer war ausreichend groß. Da stand ein Doppelbett für mich allein. Sauber und frisch bezogen. Das Bad war zwar klein, aber picobello sauber. Ein Handtuchhaken war auch vorhanden. Lediglich das Licht funktionierte nicht in meinem Zimmer. Nach langem Suchen hatte ich endlich den Schalter gefunden. Weder Drücken noch Drehen brachten Licht ins Dunkel. Wofür brauche ich Licht? Es ist sowieso die ganze Nacht hell. Also kein Grund zur Beanstandung.

Geschlafen habe ich trotzdem schlecht. Haben die hier Horrormöwen? Die ganze Nacht machte mich Möwengeschrei verrückt. Die Biester kreischten in einer irren Lautstärke. Kein Wunder, die wissen ja auch nicht, wann sie schlafen sollen wenn es 24 Stunden lang hell ist. Wenn ich Möwe wäre, würde ich noch lauter schreien. Irgendwann schloss ich das Fenster und hatte danach meine Ruhe.
zuletzt bearbeitet 25. Juni 2020
1'055 Beiträge · seit 201626. Juni 2020 ·
Hallo Papa Kenia ,
voller Freude lese ich deinen humorvollen Bericht - danke dafür .
Leider kenne ich deine anderen Berichte bis jetzt nicht , werde mich aber bemühen , sie zu finden (Link ? )
Norwegen - ein schönes Land , aber schwer zu erkunden .
Wir hatten 2012 eine Ferienwohnung in Darwik gebucht . Durch Arbeitsstellenwechsel leider nur 1 Woche Zeit - Dadurch fuhr aber unser Ältester mit Freundin mit , das war nach Jahren der Urlaubsabstinenz mit ihm mal wieder sehr schön .
Aaaber - ein festes Quartier ist für Erkundungen in diesem Land doch sehr hinderlich , weil weite Strecken und Fjordüberquerungen viel Zeit und Geld rauben . 😐 😵 😈
Eine Schiffsreise ist meiner Meinung nach auch nicht optimal ( Reisevortrag eines Freundes hat mich nicht überzeugt )- immer nur Küste und wenig Zeit , um die kleinen Kleckernester zu erkunden .
Eine Rundreise ist da wohl am optimalsten - aber mit Reisegruppe ?
Ich bin da mit dir einer Meinung - am liebsten individuell - aber wenn es nicht mehr anders geht , ist dies besser als garnichts .
Wie man bei dir sieht , kann man ja auch bei der Studie deiner Mitreisenden viel Interessantes erfahren - köstlich !!!
Super finde ich , daß du morgends die Orte erkundet hast , sonst wäre meiner Meinung nach die Reise doch sehr auf das Abfahren von " Strecke " gewesen . Ich denke , daß du das Optimalste aus dieser Reise rausgeholt hast - Glückwunsch !!!
Übrigens kann so eine Gruppenreise auch total schön sein - ich war immer total skeptisch - aber ich habe auch mal eine mitgemacht , weil es nicht anders realisierbar war . Da war ich mit 2 Freundinnen auf dem Jacobsweg unterwegs - halb Busfahrt , halb wandern . Wir die Jüngsten der Teilnehmer - aber eine ganz tolle Truppe - tolle Gespräche - tolle Rücksichtsnahme und Hilfe , wir haben mit manchen nach 6 Jahren immer noch Kontakt .
Ich freue mich auf die Fortsetzung !!
Bis dahin liebe Grüße
Conny
Namibia zum 1. Elefantenrunde Abschied für immer Auf neuen Wegen ins Kaokoveld (hummeldumm?") [url//namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/306123-der-kreis-hat-sich-geschlossen-bot-nam.
Themenstarter541 Beiträge · seit 201227. Juni 2020 ·
@Conny + Micha
Hallo Conny,
…… , weil weite Strecken und Fjordüberquerungen viel Zeit und Geld rauben .
So ist es. Wir haben fast am Schluss der Reise eine Familie aus Wuppertal kennengelernt, die mit dem WoMo unterwegs war.
„Gruppenreise? Mit Bus? Nee, dat is nix! Ich fahre und meine Frau schaut den halben Tag aufs Smartphone, wo und wann eine Fähre geht.“

Ich sage jetzt mal nichts dazu.

Mehr als einmal sind wir beim Warten auf die nächste Fähre mit Deutschen ins Gespräch gekommen, die seit 2 Stunden auf die Fähre warteten um dann festzustellen, dass sie nicht mitkönnen, weil sie nicht reserviert hatten.
Wir waren froh, dass wir unseren Sören hatten und uns um nichts kümmern mussten. Die Tour war so was von durchorganisiert. - Irre! Hätte von mir sein können. 😄
Ich denke, daß du das Optimalste aus dieser Reise rausgeholt hast - Glückwunsch !!!
Ich habe die Tour echt genossen! Allen Vorbehalten zum Trotze!

Ein schönes Wochenende Euch allen!

LG
Dieter
7'308 Beiträge · seit 200627. Juni 2020 ·
Papa Kenia schrieb:
So ist es. Wir haben fast am Schluss der Reise eine Familie aus Wuppertal kennengelernt, die mit dem WoMo unterwegs war.
„Gruppenreise? Mit Bus? Nee, dat is nix! Ich fahre und meine Frau schaut den halben Tag aufs Smartphone, wo und wann eine Fähre geht.“

Ich sage jetzt mal nichts dazu.

… das klingt auch nach 'ner "spannenden" Reise.
Einer schaut auf die Straße, der andere aufs Smartphone und die Landschaft lässt sich davon nicht stören.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...