Biltong for Breakfast - 10 Tage im KTP

Reisebericht 115 Antworten · 20,9k Aufrufe · gestartet 06. Nov. 2018 von Rangu
Themenstarter130 Beiträge · seit 201216. Nov. 2018 ·
Erst eine kalte Dusche brachte da etwas Linderung – zumindest für eine Viertelstunde, bis Haare und Haut wieder trocken waren. Dann zauberten wir mit einer Schrumpelpaprika, einem verkrusteten Braai-Grid und viel zu harten Kartoffeln ein richtiges Festmahl. Ich weiß auch nicht, warum das Essen in Afrika immer besser schmeckt als zuhause.


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Übrigens trägt Mike hier seine Schwimmhose, weil seine einzige andere Hose gleich am ersten Tag in zwei Hälften gerissen ist. 😄 😘

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Eine Four-Striped Grass Mouse bediente sich an einem heruntergefallenen Stück Spinat. Ich mache mir immer noch Vorwürfe, dass wir die Maus damit theoretisch „zugefüttert“ haben, aber es ließ sich nicht verhindern – und am Ende habe ich die Situation eiskalt ausgenutzt, um ein paar Fotos zu knipsen.


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Rund um den Campingplatz tummelten sich einige kleine, spannende Wüstenbewohner. Unser Tree Skink kam wieder zu Besuch, dazu entdeckte ich eine Ground Agama und einen Kalahari Scrub Robin.

Mit einem kalten Windhoek Lager in der Hand beobachteten wir, wie sich der Himmel von krachend bunt zu tiefblau und schließlich schwarz verwandelte. Erst rief ein Barking Gecko, dann zwei, dann plötzlich dutzende. (Ich stelle später noch eine Video davon auf YouTube und verlinke es hier - entschuldigt bitte den knirschenden Schärfering, meine Kamera ist nicht aufs Filmen ausgelegt... 😏 )

Als wir im Bett lagen, fingen die Löwen an zu brüllen. 🙂
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4’387 Beiträge · seit 201517. Nov. 2018 ·
In der Nähe von Lijersdraai gibt es ein riesiges Termitarium
...das hat uns auch fasziniert! Forum bildet! Wußte nicht, daß es diesen Ausdruck "Termitarium" gibt.......
Danke!
Gruß
Friederike
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Themenstarter130 Beiträge · seit 201202. Dez. 2018 ·
Freitag, 19.10.18
Polentswa - Bitterpan


Auch unsere zweite Nacht in Polentswa war ereignislos. Wie gewohnt, wachten wir um kurz vor 5 auf, Mike machte Kaffee, Katja packte zusammen, gemeinsam zurrten wir das Zelt fest und los ging's Richtung Wasserloch. Und genau wie am Vortag hingen wir knapp hinter unserem Nachbarn fest, der mit Vorderradantrieb in Zeitlupe durch den tiefen Sand kroch, um nicht stecken zu bleiben. Wir überholten ihn wieder mit viel Abstand, sobald sich die Pad weitete. Nur diesmal grüßte er nicht zurück. Eieiei. 😗

Am Polentswa Wasserloch angekommen, beobachteten wir lange einen Jackal bei der Taubenjagd. Nichts ließ er unversucht. Er wartete. Er hetzte. Er pirschte. Eine Niete nach der anderen. Einige Male trottete er abgeschlagen davon und verschwand ein gutes Stück entfernt im Dickicht. Die Tauben beruhigten sich wieder, die Schwärme wurden größer, die Pausen am Wasser länger. Und zack! War er wieder da, wie aus dem Nichts. Aber auch wieder erfolglos. Es war ein Krimi.

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Themenstarter130 Beiträge · seit 201202. Dez. 2018 ·
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Themenstarter130 Beiträge · seit 201202. Dez. 2018 ·
Am Nachmittag stand die Fahrt nach Bitterpan auf dem Plan. Wir brachen zeitig Richtung Süden auf, damit wir genug Zeit haben würden, um uns in Nossob zu sortieren, bevor war die dreistündige Dünenfahrt in Angriff nahmen. Unterwegs hingen wir ewig an einer Spur fest, die uns völlig verwirrt hat... Was konnte das bloß sein? Eindeutig mit Kralle, aber so groß und einförmig? Ziemlich peinlich, dass wir so lange auf dem Schlauch standen. Es war natürlich ein Strauß (was sonst 😄 ) Ich schieb's mal auf die Hitze.

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Weiter ging's. Wir waren völlig in einer Diskussion zu Brexit vertieft, haben beide nicht groß auf unsere Umgebung geachtet. Da fuhren wir um eine sanfte Rechtskurve und mir stockte der Atem. Ich kreischte (ja, auch das ist mir peinlich) und krächzte: Caracal! Da war sie, die elegante Katze, sehr schlank (vielleicht sogar etwas abgemagert?) und seelenruhig, keine zwei Meter von unserem Auto entfernt, auf der linken Straßenseite. Sie trabte zur Pad hinab, kreuzte direkt vor unserem Auto, legte sich für einen Augenblick in den Schatten und schaute gelangweilt in unsere Richtung, bevor sie wieder aufstand und in den schütteren Büschen verschwand. Wie ein Geist. Aus dem Nichts erschienen und nach wenigen Momenten wieder in Luft aufgelöst. Wenn wir die Fotos nicht hätten, würde ich zweifeln, dass wir sie überhaupt gesehen haben... Ein kurzes aber eindringliches Erlebnis.

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Bei Cubitje Quap sprachen wir kurz mit einem älteren Paar. Sie fragten uns, ob wir denn von irgendwelchen Sichtungen berichten könnten - das mussten wir leider verneinen, denn unser Caracal war ja schon über alle Berge. Das Löwenpaar, erzählten sie uns, war auf der anderen Seite des Riviers und leider so weit weg - sie hätten sie aber trotzdem lange beobachtet. Den beiden stand die Tierliebe deutlich ins Gesicht geschrieben, und sie waren sichtlich betrübt, einen unergiebigen Vormittag gehabt zu haben. Wir wünschten ihnen Glück und fuhren weiter Richtung Nossob. Aber nur 200 Meter. Denn da kam uns jemand entgegen.

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zuletzt bearbeitet 02. Dez. 2018
Themenstarter130 Beiträge · seit 201202. Dez. 2018 ·
Wir kehrten um und folgten der Löwin zurück zum Wasserloch. Unsere beiden abgeschlagenen Pad-Genossen waren komplett aus dem Häuschen - der Mann hinterm Steuer reckte den Daumen in die Luft und grinste breit. Wie schön! So schnell kann sich hier das Glück wenden.

Die Löwendame löschte kurz ihren Durst - es waren inzwischen schon wieder an die 40 Grad. Plötzlich riss sie den Kopf hoch und stierte Richtung Flusstal. Sie witterte offensichtlich das Löwenpaar. Sie sprang auf, trabte davon und schaute sich dabei immer wieder über die Schulter.

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Die Mittagspause in Nossob war wieder sehr entspannt. Wir spülten unser ganzes Geschirr, hoben uns die Wäsche aber für Bitterpan auf. Ein Crimson-Breasted Shrike suchte rund um unseren Stellplatz nach einem Snack, und wir wunderten uns über seinen Ruf, der wie ein altes Atari-Computerspiel klingt. Der 8bit-Vogel, ich liebe ihn.

Und schon ging's los nach Bitterpan!

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zuletzt bearbeitet 02. Dez. 2018
1’866 Beiträge · seit 201602. Dez. 2018 ·
Hi Katja,
schön, dass es mit deinem Bericht weitergeht. Danke für die wieder tollen Fotos. Und dann der Caracal! 🤩
Da muss ich meinen Neid gestehen. Auf die Sichtung warten wir noch immer...

Lieber Gruß
Sascha
Website: www.picturesgonewild.de Aktuell im Forum: Madagaskar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307123-der-achte-kontinent-madagaskar-2026 SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
Themenstarter130 Beiträge · seit 201202. Dez. 2018 ·
@ Friederike
Ja, den Begriff kannte ich vor der Reise auch nicht! Haben wir aus unserem Buch "Kgalagadi Self Drive" (Powell / van den Berg) - ich bin begeistert von diesem Reiseführer und habe ihn auch unserem Freund empfohlen, mit dem wir übernächstes Jahr durch den SA-Teil des KTP nach Mabuasehube und zurück reisen.

@Sascha
Schön, dass Du noch dabei bist! Ich hab zwei arbeitsintensive Wochen hinter mir, da ist es nicht einfach, die Zeit für den RB zu finden. 😐 Sobald ich mit diesem Eintrag fertig bin, schau ich auch wieder bei Deinem Reisebericht vorbei. Bin schon gespannt. 🙂 Die Caracal-Sichtung war unwirklich, vor allem weil sie so schnell wieder vorbei war. Wären wir eine Minute später um diese Kurve gefahren, hätten wir ihn nicht gesehen.
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zuletzt bearbeitet 02. Dez. 2018
1’976 Beiträge · seit 201102. Dez. 2018 ·
Toll, Katja.
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
Themenstarter130 Beiträge · seit 201202. Dez. 2018 ·
Man sagt ja, die Fahrt nach Bitterpan sei wie eine Achterbahn. Wir haben das schon ernst genommen - ist auch besser so, so ganz ohne Tiefsanderfahrung - und bereiteten uns gründlich auf die Fahrt vor. Dennoch waren wir überrascht, wie treffend diese Beschreibung ist. Wer sich auf den ersten Teil der Fahrt, wo die Pad quer über die Dünen führt, nicht irgendwie im Auto festkrallt, befindet sich dauerhaft im abrupten Wechsel zwischen Schwerelosigkeit und Schleudergang. Wir fanden das fantastisch, ein bisschen nervenaufreibend und nach etwa einer Stunde auch ziemlich ermüdend. Aber es lohnt sich. Nicht nur wegen des zauberhaften Chalets am Ende der Reise, sondern auch wegen der zwei Wasserlöcher unterwegs. Absolute Einsamkeit und flirrende Hitze - das hat was.

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Tipps für Tiefsandnovizen von Mike, der (wie immer) gefahren ist:

- Gepäck gut verstauen. Am besten alles so einzwicken, dass wenn wirklich eine Halterung reißt, es trotzdem nicht verrutschen kann. Das hat unsere Kühlschrankbatterie gerettet.

- Auch in den Kisten schauen, dass nichts groß rumfliegen kann. Wir haben auf der Fahrt leider einen Plastik-Teller geschrottet. 🙄

- "Momentum is everything, gravity is your friend." Bergauf schnell fahren. Wenn man stecken bleibt und bergauf steht, am besten versuchen, rückwärts rauszukommen. Immer der Schwerkraft folgen.

- Nie scharf bremsen, weil sich dann die Reifen in den Sand eingraben. Das wäre uns auf einer Dünenkuppe fast zum Verhängnis geworden. Ich schrie "Stopp" weil ich ein Panorama-Foto machen wollte und Mike war so nett, meiner Anweisung Folge zu leisten. 😊

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Die Chalets liegen am Rande einer recht großen Salzpfanne. Irgendwie magisch, dieser Ort. Ohne jetzt allzu esoterisch zu klingen... Bitterpan hat eine ganz eigene "Energie".

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Der kleine schwarze Punkt in der Mitte ist ein Strauß. 🤩

Wir fanden dort das schönste, sauberste, gepflegteste Zimmer auf unserer Reise vor. Das konnte mit so manch einer Luxusbude mithalten. Leider gibt es nachmittags keine gute Möglichkeit, der Hitze zu entfliehen - die Terrassen stehen in der prallen Sonne. Man kann sich höchstens in das eigene Zimmer setzen (ohne Blick auf die Pfanne) oder in die große Gemeinschaftsküche.

Man sollte darauf vorbereitet sein, dass der Abend gesellig mit den Bewohnern der übrigen drei Chalets an einem gemeinsamen Braai-Feuer endet. Hier kocht und isst man zusammen. Wer da nicht mitmacht, gilt als seltsamer Eigenbrötler. Kann einem eigentlich auch Wurscht sein - wir haben uns aber zum Meet & Greet breitschlagen lassen und verbrachten einen lustigen und lehrreichen Abend mit drei südafrikanischen Paaren, die alle rund 20 Jahre älter waren als wir. Der Austausch hat gut getan und Spaß gemacht. Trotzdem reicht uns ein solcher Abend pro Reise, zumal es ja unsere Flitterwochen waren.

Das Allerbeste am gemeinsamen Abend mit den Südafrikanern: Ein Paar schenkte uns ihr Glas "Zwiebeln in Mayo" (von den Upingtoner Firma Kalahari Dried Fruit, gibt's in den Shops im Park zu kaufen). Wir wären niemals selbst darauf gekommen, diesen blassgelben Schlatz zu kaufen. Aber ich glaube, es wird bei der nächsten Reise das erste Teil sein, das im Einkaufswagen landet. Kurz gefolgt von der "Tomato Chili Jam" vom gleichen Hersteller. Der Wahnsinn.
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zuletzt bearbeitet 02. Dez. 2018
4’387 Beiträge · seit 201503. Dez. 2018 ·
hat eine ganz eigene "Energie".
..diese Energie habe ich auch verspürt 😕, besonders ausgeprägt in der Nacht, als das sehr energische Schnarchgrunzen in der Nachbarunterkunft mich zu Mordphantasien animierte 😉
Viele Grüße Friederike
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5’062 Beiträge · seit 201403. Dez. 2018 ·
Hi Katja,

was für tolle Sichtungen! Wenn ich nicht schon ein KTP-Fan wäre, spätestens jetzt würde ich es werden!

Ein Caracal in freier Natur zu sehen ist schon was ganz besonderes, ihn dann aber auch noch Format füllend abzulichten ist genial. Wir waren schon happy in Etosha einen Caracal beobachten zu können, aber mehr als ein Beweisfoto kam bei der Begegnung nicht zustande.

Freue mich riesig auf die Fortsetzung !

LG und einen guten Start in die Woche
Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html https://www.tickerfactory.com/ezt/d/4;10402;80/st/20261020/e/Namibia+%26+KTP+2026/dt/6/k/0145/event.png
Themenstarter130 Beiträge · seit 201201. Apr. 2019 ·
Samstag, 20.10.18
Bitterpan - Kalahari Tented Camp


Kaum vergehen vier Monate, schon geht's weiter mit dem RB.... 😣 Entschuldigt bitte die lange Pause, die Arbeit hat mich mit Haut und Haaren verschluckt. Es fehlte einfach die Zeit. Jetzt lichtet sich der Auftragsurwald etwas, also weiter geht's!

Kurz nach Sonnenaufgang schlenderten wir mit einem Käffchen in der Hand auf unsere Terrasse. Kevin und Hedi, unsere südafrikanischen Nachbarn zur linken Seite, waren auch schon auf den Beinen und beobachtete ein gepunktetes Etwas in der Salzpfanne. Selbst mit Fernglas war es nicht möglich, zu erkennen, ob es sich um einen Geparden oder einen Leoparden handelte. Erst ein 600mm-Supertele-Foto mit vielfachem digitalem Zoom klärte dann die Frage. Cheetah. 🤩

Kurz darauf packten wir unser Zeug zusammen und gaben unserem Ranger (Willem? Ich kann mich leider nicht an seinen Namen erinnern... 😊 ) ein Trinkgeld. Kevin empfahl 200 Rand - das kam uns zwar im ersten Moment ein bisschen steil vor, wir waren aber schwer beeindruckt vom tollen Zustand des Camps und haben es gerne gezahlt. Willem (?) bat uns, drei riesige Pakete Schmutzwäsche mitzunehmen, die er jeweils in ein Bettlaken zusammengebunden hatte, und in Mata Mata an der Rezeption abzugeben. Und dann brachen wir Richtung Craig Lockhart auf. Kevin fragte, ob wir zusammen fahren könnten - er hatte gehört, dass die Strecke westlich von Bitterpan viele extreme Steigungen hätte und befürchtete, alleine im Sand stecken zu bleiben. Also fuhren wir "Kolonne", er voraus, mit etwa 15 Minuten Abstand. Er versprach, am Ende der Dünenstraße, also am Craig Lockhart Wasserloch, auf uns zu warten und Alarm zu schlagen, wenn wir nicht zeitig erscheinen sollten. Seine Befürchtungen waren aber unbegründet - die Strecke war erheblich leichter zu fahren als der Hinweg zu Bitterpan.

Unterwegs klaubten wir zwei Tsamma-Melonen auf, mit der Absicht, unseren mittlerweile recht kargen Vorrat an frischen Lebensmitteln aufzustocken. Wir schleppten sie bis ans Ende unserer Reise mit, brachten es aber nie fertig, sie aufzuschneiden. Ich wollte unbedingt wissen, wie sie schmecken. Es schien mir aber irgendwie verwerflich, den Tieren in dieser kargen Landschaft etwas "wegzuessen". Albern, weiß schon. Aber mei. 😗 Schlussendlich setzten wir sie in der Nähe von Urikaruus wieder aus.

Als wir in Craig Lockhart ankamen, standen bestimmt ein Dutzend Autos am Wasserloch. Ein kleiner Schock nach den zwei Tagen Einsamkeit in der Parkmitte. Aber da gibt es bestimmt was zu sehen, dachten wir, und fanden ein Plätzchen irgendwo im Pulk. Ein großer, breit gefächerter Kameldornbaum ragt über das Wasserloch und wir sahen, dass die anderen das Geäst begutachteten. Und dann entdeckten wir es: Ein Springbok war hübsch über einen der dicken Äste drapiert. Der Riss sah sehr frisch aus - es musste also ein Leopard in der Nähe sein! Sofort stand fest: Wir warten hier, solange es geht. Und machten es uns gemütlich.

Kurz darauf entdeckten wir auch Kevin und Hedi, die ebenfalls in die Baumkrone lugten, und sagten hallo. Hedi fragte, ob wir ihn schon gesehen hätten. Ich: "Ja klar! Den Riss! Irgendwo wird wohl ein Leo sein." Sie lachte und meinte nein, ob wir den Leoparden schon gesehen hätten. Erschrocken stierten wir wieder Richtung Baum - tatsächlich, der Leo war die ganze Zeit da gewesen, direkt vor unserer Nase! Er machte in einer Astgabel ein Nickerchen und verschmolz derartig mit dem Schattenspiel der Blätter, dass wir komplett an ihm vorbeigeschaut haben, obwohl wir jeden Zweig abgesucht hatten. 🙄

Irgendwann wachte er auf und präsentierte sich auf einem breiten, niedrigen Ast direkt vor uns. Bei genauerem Hinsehen schien es sich um eine junge Leopardin zu handeln. Ich scannte meine mitgebrachten PDFs des Kgalagadi Leopard Project, konnte aber auf keinem der Fotos das Spot Pattern der kleinen Dame finden. Nach der Reise schickte ich einige Fotos der Leopardin an Matthew Schurch - der bestätigte, dass es sich um die junge Ikhaya handelt. Seitdem habe ich auf diversen online Plattformen immer und immer wieder aktuelle Fotos von ihr gesehen. Sie treibt sich nach wie vor gerne um Craig Lockhart herum und scheint Gefallen an den Paparazzi zu finden. 😉

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Die nächsten drei Tage verließ sie kaum ihren Baum und knabberte gemütlich an ihrem Springbok, bis nur noch Fetzen übrig waren.

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Mit vollen Speicherkarten und breitem Grinsen fuhren wir weiter nach Mata Mata, um die Wäsche von Bitterpan abzugeben. An der Rezeption sprach uns ein Gast an - eine freundliche ältere Dame. Sie wollte wissen, von wo wir kommen und wo wir nun hinreisen würden (das ist uns im KTP dauernd passiert). Wir zählten die Camps auf, die noch bevorstanden, unter anderem Urikaruus. Da seufzte sie glücklich und meinte, Letzteres wäre "very special". Auch das hörten wir auf der Reise mehrere Male. Übrigens wurde jedes Mal das Wort anders ausgesprochen - so wissen wir bis heute nicht, wie die korrekte Aussprache von "Urikaruus" ist. 🤨

Die Auswahl im Shop in Mata Mata war nicht schlecht, da kann man sich auf jeden Fall mit dem Nötigsten eindecken. Es gab auch einen begehbaren Kühlschrank - der aber leider gar nicht gekühlt hat. 😄 In Mata Mata gibt es nur einen winzigen Stellplatz für Tagesgäste, der nicht wirklich zum längeren Verweilen einlädt, also pressten wir uns ein schnell gebasteltes Käsesandwich auf dem Parkplatz vor dem Shop rein und fuhren direkt wieder auf Game Drive. Die Ausbeute: Zwei schlafende Löwen (inzwischen, kaum zu fassen, fast ein alter Hut 😗 ), einen hübschen Hoopoe auf der Jagd - und dann sind wir wieder Kevin und Hedi begegnet, die von einem Cheetah-Riss kurz vor dem Urikaruus Wasserloch erzählten. Der war schnell gefunden. Nur war er so weit weg, dass man nichts erkennen konnte. Die Cheetah-Dame sollte uns in den kommenden Tagen aber noch öfter begegnen...

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Wir machten auf dem Rückweg eine kleine Schleife bei einem Aussichtspunkt und fanden zwei Crowned-Lapwing-Eltern, jeweils mit einem Küken, die im schützenden Schatten standen.

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Danach checkten wir im Kalahari Tented Camp ein. Wir waren froh, zwei Nächte an einem Ort zu bleiben, ohne unser Camp auf- und abbauen zu müssen. Es ging bei den Buchungen diesmal nicht anders. Hoffentlich gelingt es uns bei unserer nächsten Reise in den KTP (Mai 2020), mehr zusammenhängende Buchung zu ergattern.

Das KTC ist ein kleines bisschen abgewohnt. Keineswegs heruntergekommen, aber im Vergleich zu den anderen Camps doch etwas in die Jahre gekommen. Soweit ich weiß, wurde es in den vergangenen Monaten nach und nach renoviert - auch während wir dort waren. Wir haben aber nichts von den Renovierungsarbeiten mitbekommen. Das größte Problem war der windige Gasheizer im Bad, den man austricksen musste, damit er heisses Wasser liefert. Tipp: Einmal aus- und wieder einschalten, dann klappt’s. Weitere Anmerkung: Es gab, wie in jedem Wilderness-Camp, keine Stromstecker. Laptop und Kameraakku wurden also im Auto geladen.

Ausnahmsweise hielten wir die Füße still und machten keinen abendlichen Game Drive. Das Wasserloch vom KTC ist zwar recht weit weg, war aber von unserem Chalet aus sehr gut einsehbar – wir hofften auf Tierbesuch, während wir unser Essen vorbereiteten. Der blieb aber leider aus. Dafür wurden wir mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt, der aber leider durch die namibischen Funkmasten am Horizont gestört wurde – deshalb gibt es davon auch kein Bild. 😈

Wie bei jeder Afrikareise versuchte ich, in der Glut unseres Braai-Feuers kleine Semmeln zu backen. Komischerweise gelang mir das auf unserer allerersten Reise ausgesprochen gut – seitdem wird das Brot aber zunehmend teigiger und ist fast immer verbrannt. Da ich ziemlich stur bin und ja auch den Beweis habe, dass es gelingen kann (verdammt!), versuche ich es trotzdem immer wieder auf eigener Faust, anstatt einfach mal ein anständiges Roosterkoek-Rezept zu verinnerlichen. 😄

Dank der Zweibelmayo von unseren neuen Bitterpan-Freunden schmeckten die kleinen verkohlten Klumpen aber trotzdem einigermaßen gut. Das Fleisch war sowieso hervorragend und wir wurden satt. Wir beobachteten noch einen kleinen Bibron’s Gecko, der die Motten in unserer Küche jagte, und fielen dann zufrieden ins Bett.
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zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2019
4’387 Beiträge · seit 201501. Apr. 2019 ·
Wir schleppten sie bis ans Ende unserer Reise mit, brachten es aber nie fertig, sie aufzuschneiden. Ich wollte unbedingt wissen, wie sie schmecken.
Etwas bitter nach NICHTS!

Beneidenswert schöne Fotos, vor allem von Kiebitz und Wiedehopf!
Gruß
Friederike
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zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2019
Themenstarter130 Beiträge · seit 201201. Apr. 2019 ·
Hi Friederike,
CuF schrieb:
Etwas bitter nach NICHTS!
😄 Das wäre damit geklärt. Hab wohl nix verpasst...

Und danke für das Lob!

LG
Katja
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547 Beiträge · seit 201403. Apr. 2019 ·
Liebe Katja

Schön gehts weiter!

Wär ja schade gewesen, diese tollen Fotos niemandem zu zeigen 🤩 Wir hatten im November so sehr auf Ikhaya gehofft, aber sie liess sich leider während unserer Zeit nie um Craig Lockart blicken... Naja, wir hatten dann zum Glück anderes Leo-Glück 🙂

Liebe Grüsse
Stefanie
Aktueller Reisebericht: 8 Wochen Botswana, Namibia und KTP Reisebericht "Breakfast with Lions" - Kapstadt - KTP November 2018, Reisebericht Südafrika Nordosten 2017/18, Mehr Fotos auf unserer Facebook-Seite "We travel not to escape life, but for life not to escape us."
1’132 Beiträge · seit 201103. Apr. 2019 ·
Liebe Katja,

das passt ja wie die Faust aufs Auge, dass Du jetzt erst weiter geschrieben hast. Denn irgendwie war mir Dein Bericht, auch durch unseren eigenen Aufenthalt im KTP, irgendwie durch die Finger gerutscht.

Diese Bilder von Ikhaya sind alle so traumhaft schön (freut mich übrigens, dass Matthew Schurch meine Vermutung diesbezüglich bestätigt hat)

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Wir selbst haben die Hübsche im Dezember leider nicht getroffen, obwohl wir fleißig in der Nähe von Craig Lockhart nach ihr Ausschau gehalten haben.
Von daher werde ich mich da weiter an Euren Bildern erfreuen. Wenn sie ganze drei Tage lang in dem Baum gesessen hat, dann kommen ja vielleicht noch in paar 😉 .

Liebe Grüße

Susi
Reisebericht SA 2013 Viel Krüger und noch'n bisschen was anderes Reisebericht SA 2014
791 Beiträge · seit 200603. Apr. 2019 ·
Katja, das ist ja der Wahnsinn, was ihr so gesehen habt!! Ich bin sprachlos. Die Leodame ist soo toll getroffen. Und das Küken der Kronenkiebitze und der Wiedehopf sind auch was Besonderes.

Schön, dass du weiterschreibst. Ich freue mich für euch, dass es in einem guten Jahr wieder in den Park geht- da müssen wir wohl noch was länger warten 😵

Liebe Grüße in den Süden!
Tanja
1’866 Beiträge · seit 201604. Apr. 2019 ·
Hallo Katja,
schön, dass es hier weiter geht. Ein wirklich tolles Leoparden-Sighting hattet ihr da! Schön!
Ab jetzt bin ich wieder dabei!

LG
Sascha
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