chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200607. Nov. 2018 ·
@ Antje, vielen Dank für Deine Komplimente, auch wir haben unser Herz an die unglaublich aufgeschlossenen und freundlichen Menschen in Uganda und Ruanda verloren. Zusammen mit dieser tollen Landschaft ist das für uns einer Platz an dem wir uns unheimlich wohl fühlen. Wie wir Ruanda erlebt haben, dazu kommt in den nächsten Tagen mehr.
@ Picco, das Afrika Fieber bei Dir wieder aufleben lassen ? Das geht doch gar nicht, das köchelt doch tief in Dir drin und ist auch nicht zu bekämpfen .... auch wenn Du mit Costa Rica mal etwas anderes wagst. Hoffentlich gibt es dann auch irgendwie einen Deiner legendären Berichte
Gruss Christian
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200607. Nov. 2018 ·
30.09.2018 Rubona nach Maison St. Benoit, Kigufi
Heute geht es los, die erste Etappe des Congo Nile Trail steht an. Wir haben uns aber nicht für das kpl. erste Teilstück bis nach Rwinyoni entschieden sondern wollen heute nur 4 km wandern bis nach Kigufi, dort gibt es eine von Nonnen geführte kirchliche Unterkunft.
Wir verpacken unsere Klamotten wandergerecht in die Rucksäcke und laufen dann los zur Brauerei und biegen dort ab auf den Congo Nile Trail.
An der Brauerei vorbei geht es dann den ersten kleinen Anstieg hoch und wir haben die ersten Ausblicke auf Rubona und Umgebung.
An den Nyamyumba Hot Springs halten wir kurz an, man kann auch in den heißen Quellen baden, das lassen wir aber aus, wir sind ja gerade auch erst losgewandert.
Wir laufen weiter und immer wieder kommen uns viele Menschen entgegen, die alle freundlich grüßen oder kurz anhalten um mit uns zu reden oder einfach nur um mal Hallo zu sagen.
Wir hatten im Vorfeld ja viel darüber gelesen das man auf dem Weg nie alleine ist oder die Kinder sehr häufig um Geld betteln, aber das hat uns eigentlich nicht großartig gestört, wir wollten ja auch mitten rein ins Leben und wussten ja dann auch was auf uns zu kommt. Natürlich gab es immer mal wieder Kinder die gebettelt haben, aber die waren bis auf ganz wenige Ausnahmen nie aufdringlich und wir konnten die Situation mit ein paar Fotos machen und diese anschließend auf dem Display zeigen sowie abklatschen immer ziemlich schnell zu unseren Gunsten umdrehen und alle hatten ihren Spass dabei. Der Weg ist hier noch recht breit und heute geht es bis auf ein paar kurze Steigungen auf Höhe vom Lake Kivu weiter, zwischendurch haben wir schöne Ausblicke auf die Landschaft und den See. Um die Mittagszeit erreichen wir dann Maison St. Benoit, wo wir übernachten wollen. Wir werden von einer der Mitarbeiterinnen rumgeführt über dieses riesige Areal.
Die hier lebenden Nonnen haben ein paar wunderschöne Gästezimmer eingerichtet und kümmern sich auch sehr liebevoll um ihre Gäste. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben laufen wir durch den großen Garten mit seinen vielen bunten Pflanzen, schwimmen im See und können dann gegen Abend sogar ein bisschen Sonnenuntergang in Richtung Demokratische Republik Congo beobachten, die auf der anderen Seite des Sees liegt.
Zum Abendessen werden wir mit einer Suppe, Kartoffeln, Spaghetti, Möhren und gebratenen Bohnen sowie einem leckeren Fischspiess verwöhnt und der Nachtisch mit Früchten aus dem eigenen Garten rundet dieses herrliche Essen und diesen wunderbaren Platz ab.
Wir sind uns beide einig, das wir hier eine der schönsten Unterkünfte auf unseren bisherigen Reisen gefunden haben.
chris p schrieb:das Afrika Fieber bei Dir wieder aufleben lassen ? Das geht doch gar nicht, das köchelt doch tief in Dir drin und ist auch nicht zu bekämpfen ....
🤩 Pha! Ich seh Du kennst mich! 🤩 😉
chris p schrieb:.... auch wenn Du mit Costa Rica mal etwas anderes wagst. Hoffentlich gibt es dann auch irgendwie einen Deiner legendären Berichte
'Legendär'? Phu! Das würd ich so nicht sagen... Aber es wird sicher einen Reisebericht auf meiner Homepage geben, wenn es auch nicht die typische Costa Rica-Tour sondern wohl eine sehr entspannte Reise mit total wohl nur 4 Fahrtagen von San Jose zum Pazifik, von dort zu einem Vulkan, dann zum Atlantik und zurück nach San Jose wird. Mehr sehen können wir auf einer allfälligen zweiten Tour. Die im Januar ist zu Sabines 50stem natürlich mehr ihren Entspannungswünschen denn meinen Abenteuerbedürfnissen angepasst. Interessanter wirds dann wohl wieder im Herbst... 😎
chris p schrieb:An den Nyamyumba Hot Springs halten wir kurz an, man kann auch in den heißen Quellen baden, das lassen wir aber aus, wir sind ja gerade auch erst losgewandert.
Im 2016 waren die heissen Quellen eingezäunt und man musste bezahlen um sie zu sehen...ist das immer noch so? Du hast kein Bild davon drin...also nehm ich an dass Ihr auch nicht zahlen wolltet.
chris p schrieb:Wir sind uns beide einig, das wir hier eine der schönsten Unterkünfte auf unseren bisherigen Reisen gefunden haben.
Wir sind 2016 auch daran vorbei gegangen, gut zu wissen dass es diese Möglichkeit gibt!
Du hast geschrieben dass Du eine Karte des CNT runtergeladen hast. Könntest Du bitte einen Link dazu posten?
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200608. Nov. 2018 ·
Hoi Picco, ja, an die Hot Springs sind immer noch eingezäunt und auch Eintritt muss man zahlen, deswegen hatten wir keine große Lust drauf. Die Karte vom Trail hat jemand abfotografiert und ins Netz gestellt, ein Auszug davon ist ja oben zu sehen. Es gibt auch einen Flyer vom Trail, ich kann Dir mal die Bilder zukommen lassen.
Gruss Christian
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200608. Nov. 2018 ·
01.10.2018 Maison St. Benoit nach Rwinyoni
Heute geht es über 15 km bis nach Rwinyoni. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Nonnen, für das gestrige leckere Abendessen mussten wir nur RFR 3500 pro Person bezahlen, also gerade mal 3,5 €. Falls mal jemand in der Gegend ist und eine Möglichkeit zum übernachten sucht, können wir das Maison St. Benoit nur empfehlen. Die ersten Kilometer laufen wir mit tollen Ausblicken auf den Lake Kivu und es sind wieder viele Leute und vor allem viele Kinder unterwegs.
Von weitem hören wir schon die Rufe "Good morning " "What is your name" oder How are you", meistens sehen wir die rufenden Kinder erst später wenn sie dann in Richtung Strasse gerannt kommen.
Wie auch schon gestern läuft das aber alles recht entspannt ab und wir haben alle großen Spass an den Treffen und geniessen es. Manche Kinder laufen auch einfach ein paar Minuten mit uns mit und drehen dann irgendwann von alleine wieder um, einige sind auch richtig stolz wenn wir die beim wandern an die Hand nehmen, es erscheint uns alles total unkompliziert und wir haben das Gefühl das beide Seiten sich über die Begegnungen freuen. Die größeren Kinder und Erwachsenen haben eigentlich nie gebettelt, die meisten von denen sind sogar auf uns zugegangen und wollten dann gerne ein Foto mit uns machen, das wir dann natürlich auch gerne gemacht haben, anschließend haben wir uns das Foto gemeinsam angesehen und alle waren glücklich. Genauso haben wir uns das Zusammentreffen hier am Lake Kivu zwischen den Muzungus und den Einheimischen vorgestellt. Spannend ist es auch wenn wir durch die kleinen Dörfer laufen, hier gibt es immer was zu entdecken. Meistens halten wir an, kaufen uns ein Getränk oder eine Kleinigkeit zu essen und setzen uns ein paar Minuten hin und beobachten das Geschehen. Die Verpflegung unterwegs ist übrigens überhaupt kein Problem, in den kleinen Dörfern, die alle paar Kilometer kommen finden wir immer was zu trinken und auch immer was zu essen, wobei es uns dieses leckeren frittierten Sachen angetan haben. Wenn man Glück hat bekommt man sogar recht frische Sachen, doch auch wenn die schon etwas älter sind schmecken die noch ziemlich gut.
Die letzten Kilometer bis nach Rwinyoni geht es nur noch bergauf und am frühen Nachmittag kommen wir dann an, das Rwinyoni Base Camp liegt einen guten Kilometer aus dem Dorf heraus und hier wollen wir unser Zelt aufbauen.
Leider ist zur Zeit niemand hier, wir fragen bei den Nachbarn nach, die rufen dann freundlicherweise den Besitzer an. Wir bauen in der Zwischenzeit unser Zelt auf der kleinen Wiese auf als Pierre dann kommt und uns anbietet heute Abend für uns etwas zum essen zu kochen, bzw. seine Frau würde kochen, das nehmen wir natürlich gerne an. Wir gehen noch einmal zurück ins Dorf und kaufen ein paar Sachen ein und werden dabei von einem Telefonkartenverkäufer unterstützt, der uns die entsprechenden Hütten zeigt wo es was zu kaufen gibt. Die Leute hier scheinen sich über die Muzungus zu freuen und einige begleiten uns bei unserem Einkauf und wieder haben alle Spass.
Abends sitzen wir mit Pierre in seinem Wohnzimmer und bekommen Spaghetti, Pommes, Reis, Bohnen und eine leckere Tomaten Soße mit ganzen Mini Fischen hier aus dem Lake Kivu deren Namen wir leider vergessen haben, das ganze für 1,5 €. Nebenbei läuft der Fernseher und wir können Arsenal spielen sehen und wer schießt sogar ein Tor .... Özil, warum hat es das nicht im Sommer bei der WM gemacht ?
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200613. Nov. 2018 ·
02.10.2018 Rwinyoni nach Kinunu
Die heutige Etappe geht über 21 km von Rwinyoni nach Kinunu. Die ersten Kilometer geht es mal wieder die Berge runter, das ist auch mal ganz angenehm. Wie auch schon in 2014 als wir hier in der Gegend waren sehen wir wieder so ein „Sägewerk“, das von 2 Männern betrieben wird, sehr interessant das die barfuß mit der großen Säge hantieren.
Wir treffen auf 2 fahrradfahrende Holländer und tauschen uns kurz aus, übrigens die beiden einzigen Muzungus die wir auf der Wanderung getroffen haben. Die beiden freuen sich auf jeden Fall das die Piste schön breit und somit ganz gut zu befahren ist, einige Kilometer weiter wird es wohl eine schmale Fahrspur werden. Erstaunt sind wir dann auch als uns ein Linienbus hier oben entgegen kommt.
Am Cyimbiri Wasserfall treffen wir ein paar Radfahrer die mit großen Wasserbehältern unterwegs sind und die sich ganz stolz fotografieren lassen.
Als wir wieder auf Seehöhe ankommen erreichen wir das kleine Dorf Nkora Fishing Village, hier findet heute ein kleiner Markt statt, wo auch einige Händler aus dem Kongo über den See setzen.
Wir schauen uns diesen kleinen bunten Markt an und kaufen dann ein paar leckere Passion Fruits. Weiter geht es durch viele kleine Dörfer, wo wir immer gerne anhalten um was zu trinken zu kaufen und eine kleine Pause machen.
Ab hier geht es wieder nach oben und wir helfen einem Radfahrer der sein Fahrrad mit allem möglichen Zeug belädt, das so schwer ist, das Christian das Rad kaum festhalten kann, trotzdem fährt er dann ohne Probleme weiter mit der schweren Ladung.
Ein kurzes Stück werden wir von einem kleinen Jungen begleitet, der uns ganz stolz seinen viel zu großen Schulrucksack zeigt und der sich riesig darüber freut das die beiden Muzungus ihn sogar an die Hand nehmen und ein paar Meter mit ihm laufen.
Die letzten Kilometer bis nach Kinunu geht es nur noch bergauf und wir sind froh als wir dann endlich das kleine Dorf erreichen und sehen dann aber das das Base Camp noch 2,5 km entfernt ist, steil den Berg runter.
Aber auch das schaffen wir noch und das Kinunu Guesthouse ist ein wunderbarer Platz um den anstrengenden Tag in aller Ruhe ausklingen zu lassen. Abends gönnen wir uns mal ein Bier gemischt mit Fanta Lemon.
Schöner Bericht. Endlich mal ein Bericht, wo die Menschen im Land im Mittelpunkt stehen und ihr euch auch Zeit nehmt, Kontakt aufzubauen und das tägliche Leben zu zeigen. Bin ja mehrmals durch Uganda geradelt und vor 3 Jahren durch Ruanda und später durch den Congo. Da kommt mir Vieles bekannt vor. Auch die Holzroller (auch wenn dann im Congo die Roller noch viel gewaltiger waren). Ich hatte auch nur nette Erfahrungen dort. Am Congo-Nile-Trail haben mir die Kinder teilweise geholfen, das Fahrrad den Berg hochzuschieben - da kommt ihr noch hin, wo die Anstiege so steil sind und auch nur Pfade. Die Maison St. Benoit ist mir auch in extrem guter Erinnerung geblieben, da ich dort ein paar Tage verbracht habe, bevor ich in den Congo eingereist bin. Sehr ruhiges Plätzchen, viele Gespräche mit den Schwestern dort (und viele Informationen wie Schulgeld und Antworten auf andere Fragen, welche ich hatte).
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200614. Nov. 2018 ·
Hallo toumtoum, Du hast vollkommen recht, das diese unheimlich freundlichen und hilfsbereiten Menschen in dieser tollen Ecke viel zu wenig Beachtung bekommen. Du wirst ja auf dem Rad ähnliche Erlebnisse wie wir gehabt haben und ebenfalls mittendrin gewesen sein. Wie gesagt, für uns stehen mittlerweile nicht mehr unbedingt die großen Highlights auf dem Programm, wir erfreuen uns daran einfach mal auf die Menschen zuzugehen und ein wenig an deren Leben teilzuhaben. Seitdem wir das erste mal in Uganda sind und die Menschen mit offenen Armen uns empfangen haben fasziniert uns diese Art des Reisens.
Viele Grüsse Christian
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200614. Nov. 2018 ·
03.10.2018 Kinunu nach Musasa
Der heutige Wandertag beginnt erst einmal mit dem 2,5 km langen Aufstieg zurück nach Kinunu. Insgesamt erwarten uns 17 km bis wir das Musasa Base Camp erreichen sollen.
Kurz vor Kinunu kommen wir an einer Schule vorbei und wir werden von einer ganzen Schar Schüler empfangen.
Nach Kinunu wird es etwas ruhiger, es kommen nicht mehr so viele Dörfer und der Weg ist auch nicht mehr so breit, aber schöne Ausblicke auf den See und die vielen Buchten haben wir immer noch.
Waren in den vergangenen Tagen noch überall Schilder vom Trail zu sehen, finden wir jetzt kaum noch welche. Zum Glück findet sich aber in den Dörfern oder an den Abzweigen immer jemand der uns den richtigen Weg zeigen kann.
Es geht viel hoch und runter und zur Mittagszeit sehen wir von weitem eine schöne Bucht mit kleinem Sandstrand die uns zur Mittagspause und zum schwimmen einlädt, da kommt es uns ganz gelegen das hier nicht ganz so viel los ist.
Ein Mädchen begleitet uns eine ganze Weile ohne etwas zu sagen oder zu machen, sie geht einfach nur neben uns her, wenn wir Pause machen bleibt sie auch stehen und schaut irgendwie ein wenig traurig aus. Als wir dann ein Foto von ihr machen, es ihr zeigen und eine Passion Fruit schenken, kommt zumindest ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht. Irgendwann lässt sie uns dann wieder alleine und für uns geht es wieder bergauf.
Als wir dann das Schild zum Musasa Base Camp entdecken wundern wir uns, das hier überhaupt niemand ist, nur eine große Wiese an der Coffee Washing Station.
Wir laufen noch ein paar hundert Meter weiter bis zum kleinen Dorf, kaufen noch ein paar Sachen ein und gehen dann zurück zum Base Camp. Dort treffen wir jetzt jemanden der uns sagt, wir sollen unser Zelt einfach auf der großen Wiese aufbauen. Am Abend kommen dann 3 Laster angefahren, viele Männer und Kinder aus dem Dorf laufen hinterher und dann werden den ganzen Abend Säcke mit Kaffebohnen abgeladen. Leider sehen wir die Washing Station nicht in Aktion.
lilytrotter4’132 Beiträge · seit 200814. Nov. 2018 ·
Hallo, chris p,
vielen Dank für euren beeindruckenden Bericht und die lebendigen Beschreibungen! Schlicht und ergreifend: Eine wunderbare Art des Reisens und des Reiseberichtes!
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200615. Nov. 2018 ·
04.10.2018 Musasa nach Karongi
Heute ist schon unser letzter Tag auf dem Congo Nile Trail, wir wollen heute bis nach Karongi gehen. Wie viele Kilometer auf uns zukommen wissen wir gar nicht genau. In dem Flyer über den Trail steht das man in Mushubati auf die Teerstrasse von Rubavu nach Karongi kommt und dann noch gut 2 Stunden bis zur Kreuzung nach Rubengera laufen muss, wo man dann einen Bus nach Karongi nehmen sollte. Wir werden heute noch einmal mit tollem Wetter, fantastischer Landschaft und interessanten Begegnungen für die Mühen der letzten Tage belohnt. Was wir sehr häufig sehen, ist das die Frauen das Gras oder Unkraut am Strassenrand mit ihren Hacken und anderen Geräten entfernen, teilweise sehen wir ganze Kolonnen von Strassenarbeitern die die Ränder sauber halten.
Die ersten 2 Stunden geht es heute mal wieder bergauf, wir kommen durch das eigentliche Dorf Musasa, wo eine kleine Gedenkstätte für den Genozid von 1994 steht.
Zum Glück geht es dann auch mal wieder für eine längere Strecke bergab und wir erreichen ein Tal durch das ein großer Fluss fließt in dem viele Leute ihre Felder bewirtschaften.
Hier entdecken wir keine Schilder mehr und wir werden für eine Abkürzung quer über die Berge geschickt. Das ist der Anfang von einer unglaublichen Quälerei heute, ab hier geht es für mehrere Stunden nur noch bergauf und wir halten in jedem Dorf an um etwas zu trinken.
Irgendwann erreichen wir dann die Teerstraße und wir rechnen bei den angegebenen 2 Stunden mit gut 8 km. Hier gibt es auch schon die ersten Bushaltestellen, obwohl wir ziemlich fertig sind entscheiden wir uns bis zur Kreuzung nach Karongi über die Teerstrasse zu laufen, die sich in Serpentinen die Berge herunter windet. Wir sehen das 30 Kilometer Schild bis nach Karongi und rechnen damit dann bei so KM 22 oder 21 die Kreuzung und somit einen Bus zu erreichen. Nach ein paar langweiligen Kilometern auf der Teerstrasse kommen die ersten Dörfer und wir freuen uns so langsam darauf gleich in den Bus zu steigen. Ab KM 22 erwarten wir dann die Kreuzung doch zuerst geht es mit der Strasse wieder bergauf, was unserer Stimmung nicht gut tut. Auch bei KM 18 ist noch keine Kreuzung in Sicht und als dann ein Bus von hinten kommt stellt sich Petra auf die Strasse um diesen anzuhalten. Völlig fertig steigen wir ein und werfen die Rucksäcke in die Ecke. Die Kreuzung kommt dann bei KM15, also sind in den angegebenen 2 Stunden auf der Teerstrasse noch 15 Kilometer zu laufen !! Wir steigen dann am Busbahnhof in Karongi aus und lassen uns die 500 m bis zum Mulberry Guesthouse mit dem Boda Boda fahren, laufen wollen wir erstmal nicht mehr. Später errechnen wir dann es heute so um die 26 km gewesen sein müssen die wir gelaufen sind
Am Abend gehen wir dann aber doch noch in die Stadt und finden ein kleines Restauraunt, in dem man sich für RFR 2000 am Buffet den Teller mit lokalen Speisen vollpacken kann.
Hallo, Ihr beiden unermüdlichen Wanderer, ich genieße Eure farbenfrohen Fotos und Eindrücke der Wanderung sehr - nicht nur, weil ich nicht selber laufen muß.... Danke für diesen Ausflug in eine andere afrikanische Welt. Die Bilder erinnern mich sehr an Aufenthalte am Kivu-See (kongolesische Seite) in den 80er Jahren. Daß es diese hölzernen "Transport- Fahrräder" immer noch gibt.......... 😉 Gruß Friederike
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200617. Nov. 2018 ·
Hallo Friederike, am letzten Tag der Wanderung waren wir schon froh als wir dann in den Bus steigen konnten 😉 Die kongolesische Seite würde uns auch noch interessieren, hoffentlich ist es irgendwann mal möglich in diese Region zu reisen und ja, diese großen Holzroller sind schon genial.
LG Christian
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200617. Nov. 2018 ·
05.10.2018 Karongi nach Kigali
Wir haben noch einmal zusammengerechnet, gestern haben wir zusammen über 7,5 Liter Flüssigkeit zu uns genommen und dabei nur 1 oder 2 Pinkelpausen einlegen müssen. der Rest ist so wieder ausgeschwitzt worden. Heute geht es von Karongi nach Kigali, wo unser Uganda und Ruanda Abenteuer endet. Wir laufen zum Busbahnhof und nehmen den 08:30 Uhr Bus nach Kigali.
Die Fahrt dauert gut 3,5 Stunden und es geht die Berge rauf und runter und immer wieder hält der Bus um Fahrgäste bzw. Ladung aufzunehmen oder zu entladen. Am Busbahnhof in Kigali ist wieder viel los und die Taxifahrer kommen sofort auf uns zu gerannt, trotzdem geht es hier in wenig geordneter zu wie in Uganda.
Wir fahren noch einmal zum Kigali Genocide Memorial, das wir schon in 2014 besucht haben und das uns damals sehr beeindruckt hat. Wir lassen diese unglaublichen Ereignisse von 1994 noch einmal auf uns wirken und können es uns immer noch nicht vorstellen wie und warum das damals alles passiert ist. Spätestens in den Raum wo die Geschichten einiger Kinder erzählt werden haben wir wieder Tränen in den Augen.
Anschließend fahren wir zum deutschen Supermarkt La Galette und essen eine Kleinigkeit im dazugehörigen Restaurant und laufen dann noch ein wenig durch die Stadt um dann am frühen Abend zum Flughafen zu fahren.
Bevor wir mit der Rwandair nach Johannesburg fliegen sitzen wir noch ein paar Stunden am Flughafen und denken über die letzten 2 Wochen nach. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen hat uns super gut gefallen, es hat immer ohne Probleme geklappt, es ist eine sehr preisgünstige Art die Länder zu bereisen und es kommt immer wieder zu spannenden Begegnungen mit den Menschen. Das Wandern auf dem Congo Nile Trail war ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Es war körperlich sehr anstrengend aber die wunderschöne Landschaft am Lake Kivu und die Begegnungen mit dem Menschen haben das zu einer unvergesslichen Reise werden lassen. Wir haben keine Minute und keinen Meter bereut und hoffen das wir noch einmal die Möglichkeit haben in diese wunderbare Gegend zu reisen. Für uns geht es dann von Johannesburg für ein paar Tage durch Südafrika bis nach Upington und von dort mit dem Bus nach Windhoek. Nele, unsere Tochter arbeitet hier in Katutura in einem Kindergarten für 8 Wochen und da wollen wir sie natürlich auch besuchen uns sehen wie sie lebt und arbeitet.
Wir freuen uns das Ihr alle noch einmal mit uns gereist seit und haben uns sehr über die tollen Kommentare von Euch gefreut.
Viele liebe Grüsse und bis bald in Afrika Christian
Danke für den tollen Reisebericht. Am meisten habe ich mich über die vielen schönen Bilder mit den Menschen, welche ihr unterwegs getroffen habt gefreut. Um solche Bilder zu machen, muß man sich schon auf die Leute einlassen und sich etwas Zeit nehmen. Aber für mich sind damit auch unvergeßliche Momente verbunden. Habe es jetzt gerade erst wieder erlebt, als ich mit dem Rad durch Sulawesi gefahren bin. Übrigens Congo-Nile-Trail kann man noch relativ gut zelten. In anderen Teilen von Ruanda kann das zu witzigen Situatioen führen. Das Land ist ja so dicht besiedelt, daß man fast nirgends unbemerkt zelten kann. Im Osten war ich mit dem Rad unterwegs und es fing heftiger an zu regnen. Also in eine Kirche gegangen zum Gottesdienst. Es hörte aber nicht so richtig auf zu regnen. Also nach der Predigt den Pfarrer gefragt, ob ich auf der Wiese vom Kirchengelände zelten kann. Er wohnte dort nicht und wurde nachdenklich wegen meiner Sicherheit - da werdet ihr bestimmt lachen, weil ihr bestimmt Ruanda als sehr sicheres Land empfunden habt. Letztendlich hat er mich zum nächsten Ort bekleidet und dort auf die Polizeistation gebracht, damit ich auf der Station zelten kann. So durfte ich dann unter den Augen der Hüter des Gestzes meine Augen schließen, natürlich nicht ohne vorher eine Weile über meine Reise,Familie etc. ausgefragt zu werden.
Die Congoseite vom Kivusee hat mir landschaftlich sogar besser gefallen. Dort geht die Strasse wirklich meist am See lang, was ja auf der Ruandaseite nicht so der Fall ist. Die Menschen auch total interessant aber komplett anders - viel impulsiver und aufgedrehter. Dann kann man auf dem Weg auch noch die Flachlandgorillas sehen, was wirklich richtig gut war. Aber vor ein paar Wochen kam es selbst an der Strasse, wo ich langgeradelt bin zu Zwischenfällen mit bewaffneten Gruppen. Derzeit würde selbst ich Abstand nehmen.
Ein Bericht, der etwas in die Richtung wie euerer geht, ist der: https://www.namibia-forum.ch/forum/166-diverses/287267-leidenschaft-die-leiden-schaffft.html Da habe ich mich auch über die vielen Bilder mit den Menschen und deren täglichen Leben gefreut. Aber man merkt auch in euerem Bericht, daß ihr die Begegnungen als großes Erlebnis einstuft und euch darüber freut und an manche wahrscheinlich noch in zig Jahren euch erinnern werdet. Nochmals danke für so einen erfrischenden Bericht!!!!
Danke für diesen inspirierenden Bericht! Du weiss ja dass ich die Gegend um den Lake Kivu und um die Virungas liebe, dementsprechend interessiert hab ich hier mitgelesen! Und wandern tun wir ja auch gerne, solange es saubere Unterkünfte wäre Sabine vielleicht auch davon zu überzeugen. Hast Du da noch weitere Bilder?
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200618. Nov. 2018 ·
Hallo toumtoum,
vielen Dank für Deine Komplimente. Der Heinz hat uns mit seinem Leidenschafts Bericht erst auf die Idee gebracht den Congo Nile Trail zu besuchen. Da wir aber nicht die Radfahrer sind haben wir uns für das Wandern entschieden ( Heinz, noch einmal Danke dafür ). Es ist schon etwas besonderes sich auf die Menschen einzulassen und auch gar nicht so einfach, wir mussten das auch im laufe unserer Reisen erst lernen so auf die Menschen zu zugehen, aber wenn man sich erst einmal dran gewöhnt hat auch mit offenen Armen auf sie zugehen, kann es zu wunderbaren Begegnungen kommen. Du hast ja bestimmt auch viele tolle Erlebnisse dieser Art gehabt, hast Du auch schon mal über Deine Reisen was veröffentlicht ?
LG Christian
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200618. Nov. 2018 ·
Hoi Picco,
vielen Dank für Blumen. Die Gegend um den Kivu ist aber auch etwas ganz besonderes und gerade beim wandern gibt es ganz tolle Einblicke in das Leben hier, das wäre bestimmt was für Euch beide. Saubere Unterkünfte findet man auch, Du weißt ja selbst wie liebevoll da auch die einfachen Sachen hergerichtet werden, ich denke da bräuchte Sabine keine Sorgen haben. Wir haben auch noch die ein oder andere Unterkunft gesehen, die man als Alternative zu unseren Zeltplätzen nehmen könnte. Bilder haben wir reichlich gemacht, natürlich ähneln die sich zu denen hier gezeigten, deswegen wollten wir nicht zu viele anbieten. Falls Ihr mal in die Gegend wollt, sagt mal Bescheid.
habe immer mal was auf einer anderen Webseite veröffentlicht. Durch die Datenschutzverordnung ist sie aber "abgeschaltet" worden (zuviel Aufwand). Aber gewisse Bericht kann man über Umwege noch lesen. Alles weitere per private Nachricht (PN).
Auch von mir nochmal ein herzliches Danke fürs Mitnehmen auf Eure Wanderreise! Sehr wohltuend fand ich Eure Schilderungen über die Begegnungen mit den Menschen unterwegs - und wie zwanglos Ihr Euch da drauf eingelassen habt! Dass das auch Euch hier und da Überwindung oder ein "Über-Den-Eigenen-Schatten-Springen" gekostet hat, fand ich eine gute Ergänzung, da es zeigt, dass sowas sich meist nicht von selbst ereignet, sondern man es auch wollen/zulassen muss. Ihr habt das getan und reichlich Positives dafür geerntet - das ist schön zu lesen! Ein bisschen mehr Einblick in Ruanda und seine Menschen konnte ich dadurch gewinnen - habt Dank und weiterhin wertvolle Reisen wünscht Antje