BertlgoesafrikaThemenstarter82 Beiträge · seit 201329. Apr. 2016 · #1
Servus Alle zusammen,
ich möchte euch kurz unsere Reise nach Südafrika vorstellen. Vorab: Meine Frau und ich haben ein Motorrad nach Südafrika gebracht, das untergestellt ist. Wir wollen in den nächsten Jahren damit durch Südafrika, Namibia, Botswana, Sambia, Zimbabwe usw. reisen. Aus beruflichen Gründen sind in der Regel nicht mehr als zwei Wochen am Stück möglich. In diesem Jahr können wir zweimal zwei Wochen fahren.
Teil1: Von Kapstadt nach Johannesburg 28.2.2016 - 13.3.2016
Die Reise Route
Wir holen das Moppet in Stellenbosch ab und los geht's:
Kapstadt, Stadtrundfahrt und ein Helikopterflug mit Helicopter Cape Town De Hoop Nat. Park Knysna, von dort Ausflüge entlang der Gardenroute Durch den Baviaanskloof (180km Schotter durch die Berge) Baviaanskloof St. Francis Bay Addo Elefant Park Addo Park, dort machen wir eine Safari mit einem Ranger und wohnen im B&B
Dann kommt es auf das Wetter an (im Hochgebirge macht es keinen Spass bei Regen mit dem Motorrad zu fahren). Ist das Wetter in Lesotho schön, fahren wir:
Sani Pass 2830m und dort übernachten in der Sani Mountain Lodge Über den Tlaeeng Pass 3255 m, den höchsten Pass Afrikas. Vorbei an Oxbow, das einzige Skigebiet in Afrika (3km Piste, Tageskarte 20,00 EUR) Über den Moteng Pass 2820m Maliba Lodge, soll die beste Lodge in Lesotho sein. Nach Johannesburg
Sollte es regnen, fahren wir sofort nach Johannesburg und verbringen dort unsere restliche Zeit.
BertlgoesafrikaThemenstarter82 Beiträge · seit 201302. Mai 2016 · #2
Auf und davon, und alles wird gut.
Um 17:30 fahren wir zum Flughafen, alles perfekt. Wir werden vom Parkservice zum Flughafen gebracht und 10 min. später haben wir eingecheckt.
Der Flieger von SAA startet pünktlich um 20:30 Uhr, dann 11 Stunden in der Aluröhre und um 8.00 Uhr landen wir in Johannesburg. Unser Anschlussflug soll um 10:00 Uhr weiter nach Kapstadt gehen. In München haben sie uns schon erklärt, dass das Gepäck nicht nach Kapstadt durchgecheckt wird und wir in Johannesburg das Gepäck holen müssen, durch den Zoll und wieder neu einchecken.
Tolle Idee……
Also wir raus aus dem Flieger und zum Gepäckband. Dort warten wir 1 Stunde auf unser Gepäck, aber es kommt nicht, Mist.....
So jetzt ist es bereits 9:15 Uhr und wir stehen ohne Gepäck da, in dem sich unsere gesamte Ausrüstung, Medikamente (als alter Mann braucht man nun mal Unmengen davon und diverse Tinkturen ) und sonstige wichtige Sachen befinden.
Wir schnell zum Gepäck Service, wo uns eine gelangweilte junge Schwarze - ohne auch nur etwas nachzuprüfen - mitteilt, dass unsere Koffer direkt auf den Flug gebracht werden. Wieso, was, wie, 300 Passagiere müssen ihr Gepäck abholen und uns als Einzigen wird es gebracht, sehr witzig. Wir sind sicher, dass sie uns nur loswerden will.
Wir hechten durch den gesamten Flughafen, um den Flug noch um 10:00 Uhr zu erreichen und 9:50 Uhr sitzen wir total gestresst und frustriert der Maschine nach Kapstadt.
Ich rechne mir schon aus, was alles fehlt und was wohl alles gekostet hat und was wir besorgen müssen (und können) und wie wir das transportieren, denn unser aufgegebenes Gepäck bestand aus zwei Motorradkoffer.
Wir sind sicher, dass jemandem die Koffer gefallen haben und gestohlen sind, es sind Motorrad Alu Koffer von Tou…..
In Kapstadt geht Irmi sofort zur zum Gepäckservice, ich warte am Band, vielleicht kommen sie ja doch noch.
Irmi kommt nach 10 Minuten zurück und sagt, die Koffer kommen um 15:30 Uhr mit dem Flug SAA 323 und wir können sie dann abholen.
Um 13:00 Uhr kommt Duncan pünktlich auf die Minute (er ist Brite) und bringt uns auf seine Farm.
Um es kurz zu machen, als wir um 15:30 Uhr am Flughafen zurück waren, zahlreiche Bürokratieschritte und Schleusen hinter uns gebracht haben, und in irgendwelche Bücher eingetragen worden sind, hatten wir unsere Koffer mit dem kompletten Inhalt wieder in den Händen. Unsere Freude war gross.
Zurück in der Farm von Duncan haben wir beschlossen für heute nichts mehr zu machen, denn der Tag war lang und anstrengend.
Die Farm liegt ziemlich abseits bei Stellenbosch und ein Teil der Strecke ist Sandpiste. Wir kaufen unterwegs Weißwein, Käse, Brot und Kekse und setzen uns vor unser Rondavel. Wir haben Ausblick auf den Tafelberg und direkt vor uns weiden Pferde. Wir genießen den Sonnenuntergang, sehr idyllisch.
Hi, da bin ich auch dabei, diese Tour interessiert mich! Der Wein, tja, in SA schmecken sicher alle Weine 😄
Viele Grüße von
Gila
BertlgoesafrikaThemenstarter82 Beiträge · seit 201303. Mai 2016 · #5
Haben wie die Toten geschlafen und sind um 8:00 Uhr aufgestanden, strahlend blauer Himmel 24°, toll, das haben wir uns verdient. Haben bei Duncan ausgecheckt. Die Farm ist ein bisschen weit ausserhalb, aber es ist ein sehr idyllischer Platz. Duncan und seine Frau sind sehr nette Gastgeber und hilfsbereit. Wer keinen Wert auf Luxus legt, ist dort sehr gut aufgehoben. Wir haben dort noch zwei Deutsche getroffen, einen aus Düsseldorf, der seit einem Jahr in Afrika unterwegs ist und einen Augsburger.
Den Motorradtransport von München nach Südafrika hat Duncan super toll erledigt, naja, wie ich schon sagte, er ist Brite und mega zuverlässig.
Sind dann Richtung Kap gefahren und haben uns ein Zimmer in Simon’s Town im Mariner Guesthouse genommen, sehr schön.
Irmi will eine Straußenfarm besuchen, da liegt sie mir schon seit einem halben Jahr im Ohr, denn sie will sich eine Anwaltsaktentasche aus Straussenleder kaufen. Leider gibt es keine Businesstaschen und so müssen wir am nächsten Tag in Kapstadt zur nächsten einschlägigen Adresse (Cape Cobra, wurde in der SZ empfohlen, ist wahrscheinlich ziemlich teuer)
Auf das habe ich mich schon lange gefreut: den Chapman Peak Drive, eine atemberaubende Straße hoch über dem Meer, fast alle Werbeaufnahmen für die Autoindustrie, die eine Küstenstraße als Hintergrund haben, werden hier gedreht.
Es ist wirklich eine außergewöhnliche schöne und spektakuläre Straße mit fantastischem Panorama, leider nur 10km lang, bin sie halt dann zweimal gefahren…..
Eine Anekdote: für eine Werbeaufnahme von Mercedes stürzte selbiger von den Klippen hinab, der Fahrer blieb unverletzt, daraufhin nutzte Mercedes dieses Ereignis, um für die Sicherheit ihrer Autos zu werben.
BMW machte an der selben Stelle eine Aufnahme und als Werbeslogan sagte BMW, ein BMW stürzt erst gar nicht die Klippe hinunter, so gut ist das Auto:) Leider wurde der Werbespot verboten.
Die ersten drei Langusten sind schon gegessen. Habe ich schon erwähnt, dass es 26° hat und blauen Himmel und Sonne?
BertlgoesafrikaThemenstarter82 Beiträge · seit 201312. Mai 2016 · #6
Afrika neuer schöner Tag
Sind nach Kapstadt gefahren, haben dort ein B&B gefunden mit dem Namen Himmelblau. Die Betreiber sind natürlich Deutsche, sie haben es wunderschön eingerichtet und die Dame des Haus unterhält sich gleich mit uns. Aber wir haben ja keine Zeit, denn der Heli wartet. Als wir dort ankamen, wusste wieder keiner was von der Reservierung, na ja Afrika TAB. Aber es wird schnell was improvisiert und wir sitzen im Heli, eine junge, sehr attraktive blonde Pilotin flog uns dann rund ums Kap. Allerdings wie sie teilweise flog, legte den Verdacht nahe, dass sie eigentlich zu den Kampffliegern wollte. Sie haben sie aber nicht genommen, flog zu riskant….
Mit einem Grinsen im Gesicht und einer steilen Felswand zur Rechten ca. 2m entfernt, sagte sie zu mir, ich habe einen fantastischen Beruf, dem konnte ich nur zustimmen.
Auf meine Frage, ob sie tauschen will, verneinte sie, schade……..
Wir landeten wohlbehalten.
Die Pilotin:
Der Heli:
Im Heli:
B&B Himmelblau:
BertlgoesafrikaThemenstarter82 Beiträge · seit 201318. Mai 2016 · #7
Ein neuer Tag im Paradies
Haben uns Zeit gelassen, haben gut und lang geschlafen. Das Frühstück war super mit selbst gemachten Marmeladen und diversen Früchten. Sogar der Kaffee war trinkbar. Man sitzt an einem grossen Tisch mit den anderen Gästen. Insgesamt gibt es nur drei Zimmer. Ein Paar ist mit Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt. Sie wollen im Herbst in Kapstadt auf einem Weingut heiraten. Über die Terrasse stolziert ein grosser Vogel mit einem noch grösseren Schnabel. In der Nacht hatte der ziemlichen Lärm gemacht.
Wir werden herzlich verabschiedet. Hierher wollen wir auf jeden Fall zurückkehren.
Wir fahren 250 km Richtung Osten in das Naturreservat De Hoop. Um möglichst schnell dort anzukommen, weil wir dort nur eine Nacht bleiben und etwas vom Park haben wollen, nehmen wir die N 2. Das geht schnell, ist aber nicht spannend. Unterwegs kommen wir an einer Kaffeebar mit einem sehr guten Espresso vorbei, in Südafrika immer noch schwierig. Die letzten 50 km sind Gravelroad, bei 35° geht der Staub mit dem Schweiß eine hervorragende Verbindung ein, aber es geht so einigermaßen, der Gravel ist fest und ohne Löcher. Bei der Ankunft sind wir aber komplett staubig.
Wir beziehen unser Zimmer. Es ist ein kleines Haus mit Wohnzimmer und Küche mit zwei Zimmern mit je zwei Gästen im kapholländischen Stil. Wir teilen das Haus mit einem älteren englischen sympathischen Ehepaar.
Wir schauen uns um, es gibt Sanddünen und einen riesigen menschenleeren Strand, soweit das Auge reicht.
Das Essen am Abend ist mäßig, aber der Wein gut. Die Bedienung ist eine junge Schwarze und kann mit dem Korkenzieher nicht umgehen. Sie freut sich enorm über die sachkundige Einweisung vom Spezialisten mit langjähriger Erfahrung.
BertlgoesafrikaThemenstarter82 Beiträge · seit 201319. Mai 2016 · #8
Im wunderschönen Knysna
So heute geht’s nach Knysna an der Garden Route, zuerst die 50 km Staubstraße zurück, wieder auf die N2 und dann 300 km Richtung Osten.Gutes Wetter wie immer, Sonne, blauer Himmel 29°
Von George aus soll es eine Straße geben, die sich 7 – Pässe Straße nennt, da reihen sich auf 50 km kleinere Pässe, die um die 210-250 m hoch sind, für einen Oberbayern ist das Ganze nicht sehr spektakulär, wir kürzen ab und fahren direkt nach Knysna.
Meine Frau hat ein wahrlich spektakuläres Hotel gebucht, das Alexander. Es liegt hoch oben über dem Felsen und hat einen wunderschönen Blick über die Bucht. Das Gästehaus mit 6 Zimmern ist perfekt, wir haben die riesengroße Captain Suite. Wir haben eine ca. 50 m2 große Terrasse mit Ausblick aufs Meer, ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, ein Bad mit Whirlwanne und Dusche für 2 (ca. 20m2) und Toilette (nicht separat), aber die hat keine Türe!
Sehr hübsch, wir werden sogar heute Abend zum Essen gebracht, man hat dort wunschgemäß für uns ein Seafoodrestaurant gebucht. Der Fahrservice bringt uns auch wieder zurück.
Sofort nach unserer Ankunft mussten wir das Hotel besichtigen, der Angestellte erklärte uns alles sehr genau, in der Getränkebar ist Selbstbedienung (sehr gut), der Schwimmring Pool ist ganz klein mit 1 m auf 2 m. Dann bekamen wir noch unseren Welcome Drink und alles ist gut.
Und unser kleines tapferes Moped fährt und fährt, wir sind schon 1200 km gefahren und es macht keinen Mucks, alles funktioniert perfekt, braves Moppet.
Das Frühstücksei, schon aufgeschlagen und Dekoriert
das weckt bei uns Erinnerungen. Wir waren vor ein paar Jahren im Alexander, das in der Tat spektakulär ist, vermutlich eine der besten Adressen in Knysna. Wir hatten die Royal Suite ganz oben mit Whirlepool auf der Terrasse und herrlicher Rundumsicht. Manchmal hat allerdings der Wind gestört. Das ist der Nachteil dieser exponierten Lage. Den Shuttleservice gab es damals auch schon - sehr zuverlässig und ausgesprochen angenehm. Aber das alles hat natürlich seinen Preis.
Auch sonst ein interessanter Reisebericht, den ich mit Interesse lese. Vielen Dank dafür.
Unser Hotel ist wirklich toll, am Frühstücksbuffet begrüßt mich eine schwarze Perle, die sich mit dem Namen Harmonie vorgestellt hat. Dann erklärt sie mir das Frühstücksbuffet, hier ist der Joghurt, da ist die Wurst und da der Käse, da stehen die süßen Teile und hier ist der Saft.
Das Ganze dauert bestimmt 10 Minuten, als ob ich noch nie in meinem Leben ein Frühstücksbuffet gesehen hätte, aber sie ist so nett und lächelt andauernd, dass ich das gerne über mich ergehen lasse. Wir bestellen Rühreier und werden gefragt, wie wir sie denn gerne hätten, soft, mittel oder durch.
Das Wetter wie immer schön, Sonne 27°, wir machen uns auf den Weg Richtung Plettenberg Bay, Dort wollen wir ins monkeyland und zu den birds of Eden.
Die Führung im Affenland ist sehr interessant, die wir sogar auf Deutsch bekommen, da der Guide sehr gut deutsch spricht. Das hier ist kein Tierpark, sondern eine Pflegestation, in der Affen wieder aufgepäppelt werden mit dem Ziel der Auswilderung. Sie kommen aus Zirkussen oder Privathaltungen, meistens kommen sie sehr krank und werden gesund gepflegt.
Der Guide erzählt viel Interessantes. Die grünen Meerkatzenmännchen haben blaue Eier. In der Paarungszeit öffnen sie einfach ihre Beine und sagen zu den Affendamen, guck mal hier was ich hab; wenn es ihr gefällt, dann war es das, so einfach kann die Welt sein.
Die Kapuzineräffchen sind so intelligent, dass sie alles nachmachen. Die Tierpfleger müssen nicht einmal den Tisch sauber machen, das machen die Affen mittlerweile selber. Ich habe dann gesagt, dass ich drei Affen mit nach Hause nehme, damit sie mir den Haushalt machen und das Staubsaugen bringe ich ihnen auch noch bei.
Der Führer meint aber, dass sie zuerst ihr neues Revier markieren, dann lass ich sie halt doch da und staubsauge selber.
Anschließend besuchen wir noch das Vogelland,das direkt gegenüber liegt. Dort haben sie ein riesiges Netz gespannt, um die Vögel zu schützen.
Zuerst sahen wir überhaupt keine Vögel, aber nach und nach kommen immer mehr Vögel. Ein riesiger Ara und andere Knallbunte sind wirklich extrem toll.
Abends werden wir dann wieder in ein Seafood Restaurant gefahren, in dem wir dann wieder reichlich Fisch bestellen und essen.
Hätte nie gedacht, dass mich bei 32° fast frieren wird. Der Plan für heute wäre gewesen, den Bavianskloof zu fahren; dazu müssen wir erst 150 km auf einer Gravelroad in den Norden, dazwischen liegt der Prinz Albert Pass.
Es hieß zwar schon, dass es heute sehr heiß werden würde, so 39°, aber wir wollten ja in die Berge, wo es bestimmt etwas kühler ist. Dem war aber leider nicht so.
Als wir losfuhren, hatte es rund 28° gehabt und desto weiter wir den Prinz Albert hinauf fuhren, desto heißer wurde es. Ich hatte bis zu 46° (!) auf meinem Thermometer.
Nachdem der Pass in einem sehr schlechten Zustand ist, beschlossen wir, nicht zum Bavianskloof zu fahren, weil es schon relativ spät war und die Hitze sich wahrscheinlich noch steigern würde. 50° möchte man nicht wirklich erleben. Nach dem Prinz Albert Pass bog eine geteerte Straße parallel zur Küste ab, die uns direkt zu unserem heutigen Ziel Jeffreys Bay bringen wird.
Auf dieser Straße wurde es immer heißer und heißer und es blies ein so heißer Wind, dass man meinte, der Föhn ist angesteckt, ich hatte tatsächlich 48° auf dem Thermometer. Mehrmals habe ich den Griffheizungsschalter kontrolliert, so heiß waren meine Hände, ja unser Motorrad hat Heizung für die Hände..... 😉 .
Ich musste mehrmals anhalten und in den Schatten flüchten, den es so gut wie nicht gab, denn so langsam drohte mein Kreislauf zu versagen.
In einem Dorf fanden wir ein Lokal, wo wir reichlich Wasser bestellten. Dann kam ein sehr starker Wind auf und es kühlte auf 32° ab, ich fror fast.
Dann mussten wir noch durch einen Waldbrand hindurch und es begann leicht zu regnen. Kurz vor der Küste blies ein starker Sturm, der mich fast von der Straße drängte. Es fehlte noch Hagel und Schneesturm dann hätten wir alles an Wettern gehabt.
Jetzt sind wir in unserem B & B African Perfection und draußen zieht ein mächtiges Gewitter vorbei.
Wir liegen auf dem Bett und haben einen fast Rundumblick, das Zimmer hat zwei große Fensterfronten. Obwohl das Gewitter direkt über uns ist, sind tatsächlich Surfer im Meer! Der Ort ist bei Surfern weltweit bekannt, es gibt eine große, konstant rechts drehende Welle. (was immer das auch ist)
Sind heute von Jeffrey’s Bay zum Addo Nationalpark gefahren und wohnen dort im Colonial the Arundel, einem B &B, das außerhalb des Parks ist, aber ganz in der Nähe liegt. Heute war es nicht ganz so heiß, nur 36°. Haben am Nachmittag noch eine Stiftung besucht, in der diverse Raubkatzen gehalten und gepflegt werden, um sie wieder auszuwildern.
Eine sehr nette Dame hat uns über eine Stunde durchs Gelände geführt und allerlei über die Tiere erklärt, war sehr interessant. Interessant ist auch, dass es grundsätzlich einen Löwenüberschuss in SA gibt und die Jagd unter Auflagen erlaubt ist. Man muß ein Permit kaufen und einen Guide buchen. Zusammen mit dem Abschuss ist dann eine Gebühr von EUR 60.000,00 fällig. (war Auskunft der Dame ob der Betrag so hoch weiß ich nicht)
Am Schluss durften wir noch in das Gehege eines Geparden, man konnte ihn sogar streicheln, natürlich alles unter Aufsicht der Tierpflegerin mit strengen Verhaltensregeln. Man musste zum Beispiel die Sonnenbrille abnehmen, weil der Gepard die Augen sehen will…. Er hat einen wie eine Hauskatze abgeschleckt, seine Zunge ist sehr rau und sein Fell härter, als man es sich vorstellt.
Hier im Colonial gefällt es uns sehr, die Inhaber, ein älteres Ehepaar namens O’Connor mit irischen Wurzeln ist sehr nett, auch ein very friendly dog ist hier, der uns aber zunächst verbellt hat, weil er noch nie ein Motorrad in seinem Leben gesehen hat.
Am Nachmittag hat uns Conner mit seinem neuen VW Amarok zum Addo NP gefahren. Der VW ist ein super Auto mit einem tollen Fahrkomfort, wenn ich wüsste, was ich mit so einem riesigen Auto machen würde, dann würde ich mir auch so einen kaufen.
Conner erzählt uns viel über den Park und seinen Elis, wir sehen auch viele, manche kommen so nahe ans Auto, dass man sie streicheln könnte. Eine Anekdote wie die: bei einem Kampf von zwei Eli Bullen wurde einer verletzt und bekam ein Infektion. Er wurde immer schwächer, andere vorbeiziehende Elis sahen das und komunizierten mit den todkranken Tier, einer stach ihm dann in sein Herz, damit er nicht mehr leiden musste, noch heute gedenken vorbeiziehende Elis dem Toten und schauen traurig, Connor schwört, dass die Geschichte wahr ist.
Leider war heute das Wetter schlecht, es regnet und ist arschkalt 19°
Weil es so geregnet hat, wurden wir wieder ins Restaurant gefahren, toll.
Es war ein wirklich super B&B und Conner und seine Frau sind sehr nett und wahnsinnig bemüht und kümmern toll um Ihre Gäste.
Das war die Abschieds Mail, einfach super.......
Good morning Irmgard and Juergen….. the rain has cleared and we have had 2 lovely days of sunshine, so we hope that it has also followed you on your bike travels through SA. We hope that you had a not too wet trip when you left us. Did you get to the Valley of Desolation or not? Just a short note to thank you for staying with us at The Colonial. It was a great pleasure to meet you and to host your 2 night stay in Addo. We trust that you enjoyed your stay with us and that you found your breakfasts enjoyable, your dinners at ACE and Hazels pleasant and your accommodation at The Colonial comfortable. We are especially pleased that the warm weather allowed you to do your game drive through the wilderness of the AENP with Conor and hope that you will always have great memories of your experiences with the elephant and all the other animals of Addo which you were lucky enough to see. I am sure that you will have lots of wonderful photographs to re-visit and sort out when you get back home, and to remind you of your happy Addo days. We are also pleased that you enjoyed your trip to the Daniel Cheetah Project and sightings of all their beauitul African animals. We wish you wonderful weather for the rest of your trip in our beautiful country and up to Lesotho, a safe trip back to Germany in a few days time, and a great 2016. We have attached for you here a wonderful poem about Africa. Enjoy it and let the earth of Africa on your feet bring you back to our part of the world again. Kind regards Molly & Conor O’Hagan Ward and a special hello from young Marley. The Colonial on Arundel Rietfontein Road Sunlands ADDO 6115
Es hat die ganze Nacht geregnet, auch noch am Morgen als wir abfuhren, wurden sehr nett verabschiedet. Allerdings hat sich die 1 km lange Zufahrt zu Conners Anwesen in eine Schlammpiste verwandelt, toll. Jetzt weiß ich, was noch unangenehmer beim Mopetfahren ist, außer Sand: afrikanischer roter Schlamm. Danke an Heidenau Stollenreifen, ohne die wäre das wohl schiefgegangen. Wir sind dann teilweise im strömenden Regen gegen Norden gefahren, um eine günstige Ausgangssituation für Lesotho zu haben.
Wir haben uns für einen Ort namens Aliwal North entschieden, so rund 450 km vom Addo entfernt.
Teilweise war es eine unerwartet tolle Landschaft, fast schon surreal, erinnert ein bisschen an die USA, dort wo die John Wayne Western gedreht wurden, nur viel grüner, äußerst beeindruckend. In fast keinem Reiseführer ist zu dieser Gegend etwas geschrieben.
Bei Sonnenuntergang sitzen wir hier am Oranje River, trinken und essen, sehr nett hier. Am Nebentisch sitzen zwei Einheimische (weiß). Einer spricht uns an, er hätte in den sechziger Jahren im Ruhrpott gearbeitet. Die Welt ist klein.
Wieder blauer Himmel und Sonnenschein bei 24°. Wir kommen gut voran und fahren bei Telle Bridge nach Lesotho, der Übertritt ist ganz einfach, Pass abstempeln, 60 Rand (EUR 3,60 für 2 Personen) zahlen und man ist in Lesotho.
Die erste Stadt hinter der Grenze ist Moyeni, hier ist wieder Afrika Chaos, Dreck, Lärm und ein Horrorverkehr.
Kommen aber gut durch und ausserhalb der „Ballungszentren“ ist nichts, kein Verkehr, aber immer Leute und Tiere auf der Straße, auch im entlegensten Eck.
Die Straßen sind unterschiedlich, mal gut, mal schlecht. Viele Kilometer Straße haben unzählige Schlaglöcher, die wie bereits in Ostafrika gelernt, ich immer im Blick habe und nicht so schlimm sind mit einem Motorrad. Übersehenen darf man keins, sonst war es das….Also immer schön Schlaglochwalzer tanzen. 🙂
Die Gegend ist sehr beeindruckend, eine einzigartige Landschaft und eine Kurve nach der anderen. Es zieht sich ungemein hin, wir hatten keine gute Karte und das Garmin Navi macht hier auch keine gute Figur.
Aber wir kommen noch zeitig in Qacha’s Nek an, einem Grenzort im Süden zu SA.
Ein Hotel ist auch gleich gefunden, das New Central Hotel, es gibt auch was zu Essen, super.
Um 19:00 laufen wir beim Essen ein. Es gibt nur einheimisches Kantinenessen in Büffetform. Im Angebot: geschmacksneutrale Maispampe, gedämpftes Brot, Hühnerteile in steinharter Kruste frittiert, salziger Spinat, Bohnen, gelbe Rübensalat (essbar) und die Spezialität, auf die sich die ausschließlich schwarzen Gäste stürzen: Schweinekopf, die Zähne sind noch dran! Jeder, außer uns läßt sich ein Stück runtersäbeln.
Und dann stellt sich heraus, es gibt kein Bier, welch Katastrophe…..Aber wir können dann doch eins bestellen, es wird von ausserhalb gebracht. Anscheinend hat das Hotel keine Ausschanklizenz.
Es ist saukalt, mal schauen wie wir schlafen werden…..
Wenn das Wetter passt, wir befürchten aber, das es regnen wird, geht es zum Sani Pass.
Das Wetter: blauer Himmel und Sonne, auf zum Sani Pass, der Einstig zum Pass ist in einem Ort namens Underberg dort essen und tanken wir und los geht`s zum Traum aller 4×4 . Nach ein paar Kilometer ist der Teer zu Ende und ein übler Feldweg, eher Eselspfad und steil.
An der südafrikanischen Grenze meint der Grenzposten, der letzte Moppetfahrer hätte das Gepäck sowie Sozia separat die letzten Kehren hochgebracht, aber mit einem Blick auf Irmi meint er, sie sei ja nicht so schwer.
Der Anfang läßt sich gut an, obwohl es auf den letzten 8 km Piste lose, große Steinbrocken und diverse Wasserdurchfahrten gibt. Dann kommen die 6 berüchtigten Kehren mit der Steigung von 33%. Gleich bei der ersten Kehre passiert es: das Vorderrad rutscht auf dem losen Untergrund weg und wir liegen. Es ist weiter nichts passiert und auch das schwer beladene Motorrad bekommen wir gleich wieder hoch. Jetzt muss ich mich konzentrieren: Bei zu wenig Gas geht der Motor aus und ich muss wieder anfahren, was die Kupplung nicht lange mitmacht. Bei zu viel Gas verliert das Vorrad an Halt und ich kann nicht mehr lenken.
Was für eine Straße, jetzt weiß ich auch, warum die 4×4 Fahrer so gegrinst haben, als ich ihnen von meinen Vorhaben erzählt habe….. Der Sani Pass ist laut Wikipedia der dritt steilste Pass der Welt, das fällt einem erst auf wenn man ein Stück zu Fuß den Pass raufgeht.
Die nächsten Kehren kommen mir wie eine Ewigkeit vor, aber wir schaffen es, bin schweißnass und mir zittern die Hände. Unterwegs kommen uns zwei, drei 4×4 Fahrzeuge mit einheimischen Fahrern entgegen, die winken und machen das V-Zeichen.
Wir beziehen gleich an der Passhöhe die Sani Mountain Lodge, die eine eigene Reise wert ist. Sie wirbt auch damit, die höchste Bar Afrikas zu sein (2874m). Es gibt sowohl im Aufenthaltsraum, als auch in unserem Rondavel einen Kohleofen, der angenehme Wärme, aber nicht so angenehme Luft verströmt. Das Pub hat eine Weinauswahl, die sich sehen lassen kann. Die alkoholische Versorgung ist bestens. Auch das Essen ist passabel, aber ich bin fast zu erschöpft, um es zu würdigen.
Heute wollen wir zur Maliba Lodge im Norden, das sind ca. 250 km quer durch Lesotho. Wir müssen dabei über den höchsten Pass Afrikas, 3254 m hoch.
Es geht auf einer nagelneuen, gut geteerten Straße zügig voran, auch hier haben die Chinesen ihre Hand im Spiel. Es gibt hier Diamanten und da bauen die Chinesen den Basothos großzügig Straßen.
Die Straße wird dann alsbald wieder schlechter und es beginnt der Anstieg zum Pass, gleich zu Beginn eine blöde Baustelle, alles ist loser Schotter und ich schimpfe wie ein Rohrspatz.
Aber bald wird die Straße perfekt und es geht auf 3000 m, die Chinesen haben hier ein Meisterwerk gebaut, ich kann auf über 3000 m locker 100 kmh fahren.
Wir kommen auch an Südafrikas einzigem Skigebiet vorbei. Es sind glatt 2 km Abfahrt und die Tageskarte kostet stolze 20 € . Mangels Schneesicherheit trotz der Höhe von 3000 m gibt es sogar Schneekanonen.
Die Lodge finden wir gleich. Die Anfahrt ist wieder haarsträubend, eine furchtbare Piste mit Wasserdurchfahrten. Das Wasser ist schlammbraun, der Untergrund glücklicherweise fest.
Aber Irmi sagt, je besser die Lodge, desto schlechter die Anfahrt.
Die Maliba Lodge ist traumhaft schön, große schöne Zimmer mit Sitzgruppe vor dem Kamin und Terrasse mit Ausblick auf Berge mit Wasserfall. Das ist unsere letzte Nacht in Lesotho, morgen geht es nach Johannesburg.
Maliba Lodge
Graskop960 Beiträge · seit 201306. Aug. 2016 · #18
Hallo Bertl, vielen Dank für den amüsanten Bericht, auf den ich gerade gestossen bin. Aliwal North weckt bei uns nette Erinnerungen. Auch wir konnten damals vor Beginn der Reise kaum Infos über diese Gegend sammeln. Gruß Silvio