zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201530. Juli 2015 · #1Kann man zwei Oryxhörner (die haben wir am Straßenrand gefunden) mitnehmen, ohne am deutschen Zoll Probleme zu bekommen?
Ich weiß es nicht, deshalb meine Frage an die Experten. Vielleicht liest ja auch ein Zöllner mit und kann uns eine Antwort geben.
Vielen Dank!
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200630. Juli 2015 · #2Moin zeitungsleser,
korrekterweise bräuchtest Du eine tiermedizinische Seuchenfreigabe. Ich würde sie mitnehmen... wegschmeissen kannst Du sie immer noch 😉
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
panther1'296 Beiträge · seit 200730. Juli 2015 · #3Wie wärs wenn ihr einfach das "Zeug" da lasst wo es ist.
Erst versucht ihr verlassene (?) Webervogelnester aus dem Baum zu ziehen und jetzt sammelt ihr noch Oryxhörner ein.
Dafür fehlt mir jedes Verständnis.
Gruß
Panther
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201530. Juli 2015 · #4Die passen nicht ins Handgepäck oder Koffer, sind viel zu groß.
Und wie funktioniert das mit dem "Wegschmeißen"? Ich denke, ich krieg da schon Probleme, wenn man sie bei mir sieht? Oder bin ich hier zu übervorsichtig?
Danke für die Antwort!
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200830. Juli 2015 · #5Hallo Zeitungsleser,
ich würde die so ins Handgepäck nehmen wie einen Regenschirm. Vielleicht etwas eingepackt. Probleme bei der Ankunft bekommst Du auf jeden Fall, wenn einer der Zöllner das sieht, denn - wie Christian schon sagt - brauchst Du eine veterinärärztliche Seuchenbescheinigung aus Namibia.
Und wegschmeißen heißt: Wenn Du die Bescheiningung nicht hast, kassiert der Zoll die Spieße ein und Du musst eine Vernichtungsgebühr von um und bei € 50 bezahlen. Das habe ich alles schon durch, allerdings nicht mit Trophäen o.ä sondern mit frischem Lachs aus Alaska.
Liebe Grüße
Gerd
ALM2'319 Beiträge · seit 201130. Juli 2015 · #6Mir kommt gerade in den Sinn....
Was würde wohl ein namibischer Zöllner dazu sagen, wenn ein Oberammergauer oder Berchtesgadener in Windhoek landet und es schauen zwei Steinbockhörner aus seinem Rucksack...
Oder die Oma aus Uppsala, die die namibische Verwandschaft besuchen kommt und aus deren Handtäschchen ein prächtiges Elchgeweih halb raushängt...
Naja, der Mensch ist und bleibt ein Sammler und Jäger.
😉
Alm
Jens_Dietzel1'455 Beiträge · seit 200630. Juli 2015 · #7Du brauchst definitiv ein Permit vom Ministerium fuer den Export, ist eine Trophäe, koennte auch gewildert sein.
Dann muss es beim Staatsveterinaer untersucht, freigegeben, verpackt, verplombt werden.
Und Du musst es beim deutschen Zoll angeben, also bei rot durchgehen.
Wenn es Dir das wert ist, viel Spass, gehen aber ein paar Tage Deines Urlaubs drauf.
Reichen Bilder in der Kamera und im Kopf nicht?
Warum werden die versteinerten Waelder immer weniger, jeder Touri nimmt ein kleines Stueckchen mit - einfach Schade.
LG Jens
Montango1'667 Beiträge · seit 201130. Juli 2015 · #8Jens_Dietzel schrieb:
Reichen Bilder in der Kamera und im Kopf nicht?
Warum werden die versteinerten Waelder immer weniger, jeder Touri nimmt ein kleines Stueckchen mit - einfach Schade.
LG Jens
Ist doch bei jedem antiken Mosaik in Italien so oder denk mal an die Korallenriffe.
Zum Glück haben nicht alle genügend Geld, um sich die Trophäe auch noch selber zu schiessen 😠
Fiel mir aus aktuellem Anlass gerade so ein.
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201430. Juli 2015 · #9Wir wurden von unseren Guides immer darauf hingewiesen, auf KEINEN Fall Hörner oder sonstige Überreste von Wildtieren anzufassen, geschweige denn einzupacken 🙄 , da man ja letztendlich nicht wissen kann, an was das Tier tatsächlich verendet ist.
Es soll wohl schon vorgekommen sein, dass sich da manch' Sammler die ein oder andere Krankheit eingefangen hat 🤢
😎 Sabine
P.S.: Ist übrigens auch in D verboten 😗
Topobär5'480 Beiträge · seit 200930. Juli 2015 · #10In fast jeder namibischen Lodge gehören Oryxhörner neben anderem Gehörn und diversen Fellen zur Stendard-Deko. Regt Ihr Euch da auch so auf? Was ist so schlimm daran, wenn man solch eine Deko auch zu hause haben will. Das mit Trophäenjagd gleichzusetzen halte ich für maßlos übertrieben, zumal das Tier ja nicht extra dafür getötet wurde, sondern es sich eher um Resteverwertung handelt.
Die Einfuhr nach Deutschland ist hinsichtlich Tierschutz kein Problem, da der Oryx nicht auf der Cites-Liste der geschützten Tiere steht. Es kann aber Probleme aus Hygiene-Gründen geben. Vergleichbar der Einfuhr von Fleischwaren.
Applegreen1'796 Beiträge · seit 201430. Juli 2015 · #11Topobär schrieb:In fast jeder namibischen Lodge gehören Oryxhörner neben anderem Gehörn und diversen Fellen zur Stendard-Deko. Regt Ihr Euch da auch so auf? Was ist so schlimm daran, wenn man solch eine Deko auch zu hause haben will. Das mit Trophäenjagd gleichzusetzen halte ich für maßlos übertrieben, zumal das Tier ja nicht extra dafür getötet wurde, sondern es sich eher um Resteverwertung handelt.
Die Einfuhr nach Deutschland ist hinsichtlich Tierschutz kein Problem, da der Oryx nicht auf der Cites-Liste der geschützten Tiere steht. Es kann aber Probleme aus Hygiene-Gründen geben. Vergleichbar der Einfuhr von Fleischwaren.
Hallo Topobär,
ich rege mich nicht auf, sondern habe genau das Problem mit der Hygiene angesprochen!
Nicht umsonst werden die Hörner und Felle üblicherweise von einem Fachmann entsprechend aufbereitet - Hörner werden z.B. auf eine ganz spezielle Weise stunden- oder sogar tagelang ausgekocht. Ich kenne mich da nicht aus, habe es aber schon mal gehört (von einem Förster).
Das ist auch der Grund, warum solche Gegenstände bei der Ein- und Ausfuhr von einen Veterinaer untersucht und freigegeben werden müssen. Und soweit ich das beurteilen kann, gilt dies genauso für "Fundstücke".
Man möchte dadurch vermeiden, dass Krankheiten aus dem Ausland ins eigene Land gebracht werden und das finde ich ehrlich gesagt auch ganz gut so.
LG
Sabine
ALM2'319 Beiträge · seit 201130. Juli 2015 · #12Um mal etwas zur allgemeinen Belustigung beizutragen.... 😛
Topobär hat durchaus nicht unrecht. Die Lodges oder Campsites sind meist auch mit animalischen Überbleibseln ausgestattet. Die tragen sicherlich zum dortigen Ambiente erheblich bei und wir denken,dann bestimmt nicht gleich an wilde, zügellose Trophäenjäger.
Doch zwei Gemsbockhörner zwischen Gelsenkircherbarock oder Tegernseer Alpenglühn, das stelle ich mir dann doch nicht so heimelig vor für die heimische teutonische Gemütlichkeit.
Aber mal den halben Spaß beiseite... Ich denke, man kann sich gut daran orientieren, was in den Stores auf dem Johannesburger intern. Flughafen an tierischem Restgut feilgeboten wird. Springbockhörner liegen da zuhauf rum und sogar Zebrafelle verkaufen die dort. Aber da hat man dann zumindest einen schönen Kassenbon, den man u. U. den deutschen Zollbehörden vorweisen kann.
Gruß
Alm
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201330. Juli 2015 · #13Gelöscht.
Sorry, war eine Verwechslung von Personen!
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Topobär5'480 Beiträge · seit 200930. Juli 2015 · #14Applegreen schrieb:Topobär schrieb:In fast jeder namibischen Lodge gehören Oryxhörner neben anderem Gehörn und diversen Fellen zur Stendard-Deko. Regt Ihr Euch da auch so auf? Was ist so schlimm daran, wenn man solch eine Deko auch zu hause haben will. Das mit Trophäenjagd gleichzusetzen halte ich für maßlos übertrieben, zumal das Tier ja nicht extra dafür getötet wurde, sondern es sich eher um Resteverwertung handelt.
Die Einfuhr nach Deutschland ist hinsichtlich Tierschutz kein Problem, da der Oryx nicht auf der Cites-Liste der geschützten Tiere steht. Es kann aber Probleme aus Hygiene-Gründen geben. Vergleichbar der Einfuhr von Fleischwaren.
Hallo Topobär,
ich rege mich nicht auf, sondern habe genau das Problem mit der Hygiene angesprochen!
Nicht umsonst werden die Hörner und Felle üblicherweise von einem Fachmann entsprechend aufbereitet - Hörner werden z.B. auf eine ganz spezielle Weise stunden- oder sogar tagelang ausgekocht. Ich kenne mich da nicht aus, habe es aber schon mal gehört (von einem Förster).
Das ist auch der Grund, warum solche Gegenstände bei der Ein- und Ausfuhr von einen Veterinaer untersucht und freigegeben werden müssen. Und soweit ich das beurteilen kann, gilt dies genauso für "Fundstücke".
Man möchte dadurch vermeiden, dass Krankheiten aus dem Ausland ins eigene Land gebracht werden und das finde ich ehrlich gesagt auch ganz gut so.
LG
Sabine
Dich hatte ich mit meinem Post auch gar nicht angesprochen. Ich hatte ja selbst auf die Hygiene-Problematik hingewiesen.
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201530. Juli 2015 · #15panther schrieb:Wie wärs wenn ihr einfach das "Zeug" da lasst wo es ist.
...
Gruß
Panther
Das war nicht meine Frage!
BikeAfrica7'302 Beiträge · seit 200630. Juli 2015 · #16Topobär schrieb:Die Einfuhr nach Deutschland ist hinsichtlich Tierschutz kein Problem, da der Oryx nicht auf der Cites-Liste der geschützten Tiere steht.
... da wäre ich vorsichtig. Es gibt noch die arabische Oryx, die auf der Roten Liste steht und ebensolche Hörner hat. Der Zöllner weiß ja erst einmal nicht, woher der Passagier kommt und was das überhaupt für ein Horn ist. Stress dürfte es auf jeden Fall geben.
Außerdem sind Tier- und Pflanzenteile von außerhalb der EU nur mit einem Veterinärzeugnis einzuführen, wie schon erwähnt wurde. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Tier oder eine Pflanze handelt, die selten ist. Das gilt generell, zumindest habe ich das vor Jahren auf der Homepage des deutschen Zolls so gelesen.
Hier noch ein Erlebnis aus Tanzania. Meine Reisepartnerin hatte auf einem Markt einen aus Holz geschnitzten Büffelkopf in ungefähr Originalgröße gekauft. Der war mit Pappe so verpackt, dass die Form sehr gut sichtbar war. In Tanzania wurden wir von einem Zöllner auf dem Flughafen in sehr scharfem Ton aufgefordert, das Päckchen auszupacken und wenn es das sei, wonach es aussieht, hätten wir ein sehr großes Problem. Er war sichtlich erleichtert und deutlich freundlicher, als sich der Inhalt als Schnitzerei entpuppte.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201531. Juli 2015 · #17Soeben kam vom Bundesamt für Naturschutz folgende Antwort:
"Sehr geehrter Herr XXX,
die in Namibia verbreitete Art Oryx gazella (Spießbock) unterliegt gegenwärtig keinen artenschutzrechtlichen Bestimmungen. Sie können daher Hörner dieser Art nach derzeit gültigem Rechtsstand ohne artenschutzrechtliche Dokumente in die Europäische Union einführen.
..."
Jens_Dietzel1'455 Beiträge · seit 200631. Juli 2015 · #18Das ist richtig, Du brauchst keine CITES-Dokumente, wie z.B. bei einem Fell vom Hartmann-Zebra.
Artenschutzrechtlich kein Problem.
Mit CITES wird es deutlich aufwaendiger 😉
Aber mach, was Du willst. Ich hab das alles schon durch, wenn andere es besser wissen, auch gut.
LG Jens
Otji392 Beiträge · seit 200803. Aug. 2015 · #19@ Alm
Ich denke doch, dass die Hörner, die dort feilgeboten werden, schon VORHER geprüft und ggf. "gekocht" wurden und nicht einfach so in den Verkauf gelangen. Das ist ein Unterschied zu zeitungslesers -wohl- unbehandelten Hörnern. 😉
LG
Otji
Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst Du nur das Zauberwort.
- Joseph von Eichendorff
zeitungsleserThemenstarter65 Beiträge · seit 201507. Aug. 2015 · #20