Es war wunderschön

Reisebericht 122 Antworten · 26,6k Aufrufe · gestartet 11. Dez. 2013 von Gypsy
Themenstarter122 Beiträge · seit 201315. Dez. 2013 · #41
Hallo Bluebird75

Ich wünsche euch unvergessliche Ferien mit tollen Eindrücken und vielen Fotos.
Aber du kennst das Risiko. Der Afrikavirus schlägt erbarmungslos zu und auch du wirst infiziert 😗 😗

Und es ist nicht heilbar. Erträglich wird es nur mit immer neuen Reisen nach Afrika. 🤪 🤪 🤪

Alles Gute
Gypsi
Themenstarter122 Beiträge · seit 201315. Dez. 2013 · #42
13/04 Samstag

Beim Frühstück fragen wir Pieter den Manager ob die Strecke über Rosh Pinah, die bei einem Unwetter anscheinend schwer beschädigt wurde, wieder befahrbar ist.
“ Mit eurem 4x4 müsste es klappen“ ist seine lakonische Antwort. Also auf nach Rosh Pinah.
Mein Bester Ehemann von Allen will gleich in die C13 einbiegen.
„Nein, nein Schatz wir müssen noch weiter, es ist erst die nächste Abfahrt.“
„Bist du sicher, ich dachte wir müssten hier abbiegen?“
„Nein, glaub mir wir müssen erst noch einige Kilometer weiter.“ 😗
„Hm.., Ok wenn du das sagst.“ 😕

Uff, geschafft. Er fand die Strecke heute schon sehr lang, von Aus über Rosh Pinah zum FRC. Und jetzt lotse ich ihn noch über die D 446 und später rechts rüber auf die D 727 weil ich den Tip im Forum so toll fand.

Und die Strecke ist absolut fantastisch. 🙂 Ich finde sie noch schöner als die D707. Das kann allerdings auch daran liegen das mir die armen Springböcke noch immer im Kopf rumspuken.

h9319ea3.JPG


Wir sind wieder mal ganz alleine unterwegs, fahren an einigen kleinen Farmen vorbei und an Köcherbäumen die sehr dekorativ hier in dieser Superlandschaft stehen. Das hätte kein Gärtner so hingekriegt.

hae368e7.JPG


h395d34d.JPG


Als wir dann wieder auf der C13 landen schaut mein Holländer mich von der Seite an und meint ganz trocken:
“Du bist ein Luder 😠 , aber es war schön! 😉 “ Yyyeeessss! Ich wusste es.

Wir fahren durch Rosh Pinah und gleich hinter der Stadt kommt dann aber die erste Strassensperre „Road Closed“.

h97ab8be.JPG


Mit einigen Überedungskünsten lotse ich meinen Göttergatten um das Schild herum. Leider stehen wir 2km später vor einem Schlagbaum und dem zweiten Schild „Road Closed“. Da will mein bester Ehemann von allen dann partout nicht mehr weiterfahren. So ganz vertraut er mir jetzt nicht mehr. 😗 😗 Wer kanns ihm verübeln?

ha92cc78.JPG


Glücklicherweise stehen hier im Nirgendwo einige Häuser und so erklärt er sich bereit dort nachzufragen was es mit der Strassensperre auf sich hat. Hier wohnen zu müssen wäre für mich eine Strafe, es ist gar nicht schön, sieht aus als hätten sie auf einer Geröllhalde Häuser gebaut. Grau in Grau.
Aber die Bewohner sind nett und der freundliche Mann sieht unseren Wagen und meint „Mit dem kommen sie durch, ist auch nur auf den ersten Kilometern schwierig“

Also nichts wie weiter bevor mein Mann es sich anders überlegt. Und es geht wirklich. Bis, .. ja bis nach einigen Kilometern keine Strasse mehr da ist. Wir stehen vor einem riesigen Loch. Wir sehen die Strasse auf der anderen Seite, aber wie hinkommen? Flügel haben wir ja keine und hier runter geht auch nicht. Der Graben ist sicher 3m tief. 😵 😵

h93c8f57.JPG


hfdf5564.JPG



Auf Superman, Batman und Co ist auch kein Verlass. Wenn man die mal wirklich braucht sind sie nicht da. 😠
Aber es sind Reifenspuren an der Seite zu sehen und was die konnten können wir doch auch.
Also, Adrenalin hochfahren, 4x4 einschalten und dann kämpfen wir uns tapfer durch das Dickicht, holpern und rutschen schräg runter in ein Flussbett, durch das wir erst mal einen Kilometer fahren und dann wieder sehr schräg aus dem Flussbett raus auf die Strasse. 😣 😣
Geschafft, wenn auch mit Herzklopfen und Schweissperlen auf der Stirn. Ohne 4x4 hätten wir umkehren müssen.
War auch so ganz schön anstrengend. Einige Zeit später dürfen wir das ganze noch einmal machen. Aber wir sind ja jetzt routiniert und schaffen es mit Links.

DAS nenne ich Abenteuer. 🤪 🤪

Am Orange River wird die Landschaft erstmal so richtig grün, dazu das blaue Wasser des Orange, die Anstregung hat sich gelohnt. Hier machen wir Pause und vertilgen die Reste unseres Braipakets.

hbbef12e.JPG


Wir winken rüber nach Südafrika und fahren durch eine Mondlandschaft weiter, rumpeln über die sandigen Straßen zum Cañon Village, eine meterlange Staubwolke hinter uns herziehend.

Alle paar Stunden begegnen wir ein anderes Fahrzeug, schon von Weitem sichtbar durch diese weiße Wolke, die jedes Auto aufwirbelt. Doch dies sind die einzigen Lebenszeichen, ein bisschen Buschwerk, verstaubte Bäume, keine Menschenseele.
Eingebettet zwischen roten Felsen liegt die Lodge. Vom Poolrand hat man einen unendlichen Blick in die "Prärie" eingerahmt von den Tafelbergen. Einfach nur dekadent. Mit dem Sundowner in der Hand geniessen wir!

h605311d.JPG
zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2014
Themenstarter122 Beiträge · seit 201315. Dez. 2013 · #43
Und noch ein Tag.
Geht heute sehr gut, selbst das Bildereinfügen klappt.

14/04 Sonntag

Fahrt zum Fish River Canyon.
Am Eingang des Nationalparks in Hobas besorgen wir das Permit. Die haben hier aber ein riesiges Wartezimmer. Es ist glücklicherweise leer und so gehen wir gleich durch bis ins Büro. Hier wird mit Akribie und Hingabe unser Permit von Hand ausgefüllt. 🙄 Fast 10 Minuten dauert die Prozedur, dann halten wir stolz unser Permit in Händen und kehren zum Auto zurück. Ich will gar nicht wissen wie lange man hier warten muss wenn das Wartezimmer mal voll ist. 😵

Wir holpern weiter über staubige Wellblechpiste bis zum Hauptaussichtspunkt.
Auf der gesamten Strecke hat man nicht den Eindruck, auf einen Canyon zuzufahren. Erst direkt vom Rand aus öffnet sich der Blick auf die Schlucht, sehr beeindruckend.

h4830f64.JPG


Der Canyon ist 27km breit und bis zu 550m tief. Der Blick auf Hells Bend, die Höllenkurve ist schon spektakulär. Aber sein grosser Bruder in Amerika ist viel spektakulärer.
Es fehlen die Farben die den Grand Canyon so einzigartig machen. Hier ist alles in Grau und Beigetönen und deshalb bleibt der Woweffekt auch weg. Ich weiss, wir sind verwöhnt 😊 😊

h94700a6.JPG


Wir fahren erst mal die verschiedenen Aussichtspunkte an und wandern an denselben ein wenig rum. Zurück zum Hauptausichtspunkt will mein Göttergatte dann in die Schlucht einsteigen.

h8e31fff.JPG


hf8fed7d.JPG


Hier stören ihn die Verbotstafeln gar nicht mehr und er macht sich, natürlich in Sandalen 😮 , an den rutschigen Abstieg. Als gute Ehefrau folge ich ihm selbstverständlich 😗 . Ist aber sehr anstrengend, eine richtige Kletterpartie. Und alles was wir jetzt runterklettern, müsen wir ja irgendwie wieder hoch. Das bremst meinen Enthusiasmus doch sehr und ich lasse ihn alleine weiterkraxeln. Da setze ich mich doch lieber an den Canyonrand lasse die Beine runterbaumeln und geniesse die Natur.

he952e04.JPG


h4b2c038.JPG


Da höre ich wie ein Mann zu seiner Frau sagt
„ Eh bien, encore une folle comme toi“.
Lachend drehe ich mich um und frage wieso er mich für verrückt hält. Natürlich wird er rot im Gesicht 😊 , hat sicher nicht gedacht das hier jemand französich versteht. Dann aber erklärt er mir das es sehr gefährlich wäre so nahe am Abgrund zu sitzen. Ich bedanke mich für seine Fürsorge bleibe aber sitzen und unterhalte mich noch ein wenig mit seiner Frau.

Kopfschüttelnd enfernt sich der Franzose. Das gleiche Kopfschütteln hat dann mein Ehemann als er mich hier sitzen sieht. Ob das eine ansteckende Krankheit ist? 🙄 Na ja, vieleicht war es keine so gloreiche Idee so nahe am Abgrund zu sitzen. Aber schön war es doch. 😛

Auf unserem Weg zum Canyon Roadhouse begegnen uns zwei junge Australierinnen die einen Platten haben. Schwitzend und schmutzig bemühen sie sich den riesigen schweren Reifen von ihrem Hillux abzumontieren. Ich leihe den beiden meinen Kavalier aus, und mehr als erfreut nehmen sie die Hilfe an und in null komma nix ist der Reifen dann gewechselt.

„Mann“ freut sich natürlich immer wenn er Jungen Mädels zeigen kann wie stark er noch ist. 😄

Das Roadhouse ist einen Besuch wert, eine riesige Scheune, Restaurant, Souvenirladen und Museum in Einem. Hier essen wir eine Kleinigkeit bevor es zurück an unseren tollen Pool geht.

hc24e2ae.JPG


h7ab1fab.JPG

Das Bild hängt in der Damentoilette. Ich habe die Tür NICHT geöffnet 😗


ha9356bb.JPG


Abendessen auf der sehr schön gedeckten Terrasse unter dem Sternenhimmel und Tanz und Gesangseinlage des Personals beider Hautfarben. Leider ist das Fleisch, da in Buffetform, viel zu durch um noch wirklich gut zu schmecken.

h946f3c6.JPG


heafff41.JPG


h7578713.JPG
zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2014
1'362 Beiträge · seit 201115. Dez. 2013 · #44
Schööön 😁 😁 !!! Die Strecke um Rosh Pinah herum am Orange möchte ich auch unbedingt machen auf meiner geplanten Südnamibia/ Northern Cape-Tour, dann allerdings von SA kommend. Schön zu hören, dass sich die Strecke lohnt... Ob wir denn Fish River Canyon "reinnehmen" sollen weiss ich immer noch nicht - kenne allerdings nicht den berühmten Bruder in den USA. Vielleicht ist dann die Entäuschung nicht so groß 😉
Freue mich auf die Fortsetzung...
LG, Nane 🙂
Meine Reiseberichte - Namibia/ Südafrika
Themenstarter122 Beiträge · seit 201315. Dez. 2013 · #45
Danke Nane

Also wenn du den Grossen Bruder noch nicht gesehen hast ist der Kleine durchaus einen Besuch wert.
Du kannst an den verschiedenen Aussichtspunkten herumwandern und hast immer wieder neue Einblicke in den Canyon. 🙂 🙂

LG Gypsi
8'672 Beiträge · seit 201015. Dez. 2013 · #46
Gypsy schrieb: Aber sein grosser Bruder in Amerika ist viel spektakulärer.
Es fehlen die Farben die den Grand Canyon so einzigartig machen. Hier ist alles in Grau und Beigetönen und deshalb bleibt der Woweffekt auch weg.
Haha, ich lach mich schlapp - wir könnten verwandt sein, schau mal was ich damals geschrieben habe:
Okay, zuerst das Negative, ich bin ehrlich: Ich will dem namibischen Canyon nicht zu nahetreten, aber ich finde die amerikanische Version schöner und beeindruckender, sorry 🤨 . Hier fehlen mir einfach die Farbkontraste – alles ist grau in beige. Vielleicht bin ich auch in der falschen Stimmung und sicher zur falschen Tageszeit dort...
Danke für die schönen Erinnerungen u.a. an die Canon Lodge - die fand ich auch besonders hübsch! Die Story mit den Straßensperren ist klasse - ich alter Schisser (wie geht die weibliche Form???) wäre vermutlich nicht durchgefahren 🤩

LG Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
Themenstarter122 Beiträge · seit 201315. Dez. 2013 · #47
Hallo Bele

Wir scheinen ja wirklich verwandte Seelen zu sein 😛 oder aber wir waren beide in der falschen Stimmung und zur falschen Tageszeit dort 😛

Obwohl meine Stimmung war super, also liegt es doch an dem Grau-Beige. 😗

Bei uns ist eher mein Mann der Schisser, (weibliche Form gibt es nicht ) oder besser gesagt der Vorsichtige. Ich bin die Draufgängerin und werde immer ausgebremst. Nutzt allerdings nicht viel. Ich sage immer zu meinem Göttergatten.
"Schatz du weisst: ich bin ein Engel aber wenn du mir die Flügel stutzt fliege ich auf meinem Besen weiter denn ich bin flexibel ! " 😄 😄

Schönen Abend
Gypsi
1'162 Beiträge · seit 201215. Dez. 2013 · #48
Hallo Gypsy,

wenn Du das Schild angehoben hättest, wäre im Gästeraum eine schrille Klingel losgegangen! Bei Deiner Rückkehr wärest Du schief beäugt worden. Gibt rote Ohren.
War schon 4x im Roadhause, deshalb kenne ich das, weiss aber selber nicht, was unter der Klappe ist. Im Männer-WC hängt ein "scharfes" Weib -- auch mit Klappe.

Beste Grüße
B.

Tolle Fotos und schöner Bericht; vieles erweckt Erinnerungen.
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
zuletzt bearbeitet 15. Dez. 2013
Themenstarter122 Beiträge · seit 201316. Dez. 2013 · #49
Na Biologe;

ist bei dir der Alarm losgegangen ? 😊

15/04 Montag

Wir frühstücken draussen auf der Terrasse mit Blick in diese wunderbare Landschaft und dann geht es weiter nach Keetmanhoop.

h2a09d67.JPG


Wir wollen den Köcherbaumwald besichtigen. Habe ich es schon erwähnt?
Ich liebe Köcherbäume! 😘 😘

Sie sehen einfach fantastisch aus. Diese Bäume werden bis zu 300 Jahre alt. Sie trotzen der Sonne und speichern Wasser im Inneren des Stammes um so lange Dürreperioden zu überstehen. Früher haben die San, die Ureinwohner Afrikas die Äste ausgehöhlt und sie als Köcher für ihre Pfeile benutzt. Für mich das Wahrzeichen Afrikas.

Hier auf Garas stehen so viele Bäume das man sie mit ein wenig Phantasie durchaus als Wald bezeichnen kann. 😗
Am schönsten und fotogensten sind sie bei Sonnenuntergang. Dann bricht das Licht der untergehenden Sonne sich in den Stämmen und sie leuchten wie Gold. Wir sind leider etwas zu früh unterwegs aber sie sehen trotzdem toll aus und ich mache mehr als nur ein Foto.

ha921563.JPG


hd8ca1b6.JPG


h25d7757.JPG


h22b9653.JPG


h8e42332.JPG


h901ea2e.JPG


hdab9410.JPG


Kurzer Stop in Mariental zum einkaufen. Wir decken uns ein mit Wasser und anderen wichtigen Dingen wie Savanna und weiter geht's zur Anib Lodge. Die Lodge liegt wie eine Oase inmitten der roten Dünen der Kalahari.

h98a81dd.JPG


h4b9aa9e.JPG


h88d9098.JPG


Die Bungalows gruppieren sich um einen schönen Innenhof mit Garten und Pool. Die Zimmer sind für meinen Geschmack etwas dunkel aber dafür haben wir eine sehr schöne Terrasse. Wir verbringen den Rest des Nachmittags am Pool und beim Sundowner auf unserer Terrasse. Die Tische für das Abendessen sind draussen gedeckt und bei noch immer herrlichen Temperaturen geniessen wir ein sehr gutes Steak und guten Wein.
zuletzt bearbeitet 16. Dez. 2013
Themenstarter122 Beiträge · seit 201316. Dez. 2013 · #50
16/04 Dienstag

Hier auf Anib kann man einige sehr gut ausgeschilderte Wanderungen machen und wir entscheiden uns für den 7km langen Zebratrail. Um acht Uhr sind wir schon unterwegs und es ist trotzdem schon sehr heiss. 🤨
Zuerst mussten wir uns noch einschreiben, falls wir verloren gehen. 😵

h31099eb.JPG


h1c1b28b.JPG


Unterwegs sehen wir viele Springböcke und Kudus. Sie grasen friedlich am Strassenrand bis wir nahe rankommen und dann laufen sie weg. Besonders die Springböcke haben es mir angetan. Während der Grossteil der Herde grast übernehmen immer einige die Rolle der Aufpasser. Sobald wir uns nähern warnen sie den Rest der Herde mit ihren Sprüngen. Sie springen nicht eifach weg, nein sie springen auf der Stelle und sogar sehr hoch. Sieht aus als würde ein Gummiball auf und ab springen, stoing... stoing... stoing. 😄 😄 Witzig aber wirksam, denn dann kommt Bewegung in das Ganze und sie laufen weg.

h751436f.JPG


h5d0a282.JPG


Wir machen Rast bei einem der wenigen Bäume, unter einem riesengrossen Webervogelnest. So ein Nest kann eine Höhe von etwa drei Meter und eine Breite von etwa 4,5 Meter erreichen. Es ist in viele kleine Nester unterteilt und wird von mehreren hundert Vögeln bewohnt. Es kann schon mal vorkommen dass Bäume unter dem Gewicht zusammenbrechen.

h10adf74.JPG


Nach diesem Spaziergang ist Trinken, Pool und faulenzen angesagt bis wir uns um halb vier zum abendlichen Game Drive einfinden müssen. Anfänglich sah es so aus als wären wir alleine in der Lodge. In der Zwischenzeit ist aber eine Hummeldummgruppe angereist und so stehen jetzt acht Autos vollbepackt mit Menschen zur Abfahrt bereit 😠 . Schade aber nicht zu ändern. 😣

Es wird dann auch gar nicht so schlimm wie befürchtet. Glücklicherweise ist der Park sehr gross so das wir nur auf den ersten Kilometer zusammenfahren und den Staub von den vielen Autos schlucken müssen. Dann trennen sich unsere Wege 😛 und wir sind als Achtergruppe unterwegs.
Wir zwei beiden und dann noch sechs Italiener. Südländisch temperamentvoll und demensprechend laut aber sehr nett und lustig. 🙂 😄

Unser Guide kann uns auf sehr unterhaltsame Art Flora und Fauna der Kalahari näherbringen. Er erklärt uns das der weisse Fleck auf dem Popo des Springbockweibchens so individuell wie ein Fingerabdruck ist. So erkennt das Kitz in Krisensituationen seine Mutter und weiss hinter welchem Tier es herlaufen muss.

Mich wundert das all diese Tiere die heute morgen vor uns geflüchtet sind vor dem Auto absolut keine Angst haben sondern stehen bleiben und friedlich weitergrasen. Sie scheinen zu wissen das Menschen in Autos nur „Touris“ sind die man nicht weiter beachten muss. Sie schiessen ja nur mit ihren Fotoaparaten 😗 😗 . Sicher überdeckt auch der Motorengeruch den der Menschen und deshalb haben sie keine Angst.

hf58cfa4.JPG


h7b13096.JPG


Nachträglich etwas mulmig wird mir als unser Guide uns erzählt das es gefährlich ist unter den Webervögelnestern zu spazieren weil sie ein beliebter Platz für die gelbe, sehr giftige Speikobra sind. Die lässt sich aus dem Nest heraus auf die Beute fallen und beisst zu. Nächstes mal werde ich wohl einen anderen Rastplatz aussuchen.

Auf einer roten Düne halten wir und hier steht wie von Zauberhand ein Tisch mit Köstlichkeiten und gut gekühltes Getränk für uns bereit. Leider sind auch wie von Zauberhand alle Safariwagen plötzlich wieder da. 🙁 🙁 So ensteht auf dem Platz für den Sonnenuntergang doch etwas Gedrängel.
Ich muss schon etwas weiter laufen um die Szenerie zu geniessen. Mit meinem Gin Tonic in der Hand setze ich mich in den roten Sand und beobachte wie die Sonne glutrot wie ein Feuerball in der Kalahari versinkt.

h2af3733.JPG


h495ec0a.JPG
zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2014
1'411 Beiträge · seit 201316. Dez. 2013 · #51
Hallo Gypsy,

fast wäre wir uns auf der Anib Lodge über den Weg gelaufen, wir waren nur wenige Tage nach euch dort.
Interessant, wie unterschiedlich die Lichtstimmungen wirken können, während unserer Sundowner-Tour war es klar und wolkenlos.
Die Story mit den Webervogelnestern hat man uns dort auch erzählt. Ich stand natürlich vorher auch ausgiebig drunter und habe sie bewundert ...
LG Stefan Die Reise unseres Lebens: Antarktis 2018/19 Unsere Reiseberichte
336 Beiträge · seit 201216. Dez. 2013 · #52
🤩 Oooooh, da sind wir auch im Oktober 😄 Und ich freu mich jetzt umso mehr darauf!!!

Danke für deine Bilder und Erzählungen!!!!

Liebe Grüße

Nadja
Last Minute in den Süden Namibias und KTP: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/286740-last-minute-in-den-sueden-namibias-in-den-ktp.html Der Reisebericht zweier Schildkröten: http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/278604-die-hochzeitsreise-zweier-schildkroeten.html Reisebericht Namibia: http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/284269-ohrnyx-und-elend-oder-welches-tier-ist-das.html
1'162 Beiträge · seit 201216. Dez. 2013 · #53
Hallo Gypsy,

die Gegend um die Anib ist wirklich schön, und man kann unwahrscheinlich viel unternehmen. Wir waren 3x dort; inzwischen ist es uns aber zu groß und zu unruhig geworden ("Hummeldummgruppen", wie es oft genannt wird). Eine sehr gute Alternative ist das Kalahari Farmhouse bei Stampriet. Dort werden aber keine Gamedrives angeboten, hierzu kann man sich aber problemlos Anib anschließen.

Beste Grüße
B.
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
5'479 Beiträge · seit 200916. Dez. 2013 · #54
Hallo Gypsy,

da hast Du ja fleissig geschrieben. Gab einiges zu lesen, damit ich wieder auf dem aktuellen Stand bin. Sehr schön.

Ich möchte noch einmal kurz auf Euer Erlebnis mit den Springböcken zurück kommen. Wir haben auch schon ähnliches erlebt. Ihr braucht Euch da keine Vorwürfe zu machen. Da die Zäune so nah an der Straße stehen, habt Ihr nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Fahrt Ihr langsamer als die Tiere laufen können, laufen Sie bis zur Erschöpfung vor dem Wagen her. Fahrt Ihr schneller, als die Tiere laufen können, drehen sie zur Seite ab und knallen in den Zaun.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
Themenstarter122 Beiträge · seit 201316. Dez. 2013 · #55
@loeffel

Wir hatten wirklich tolle Sichtverhältnisse. Wenn Wolken am Himmel sind ist der Sonnenuntegang doppelt schön. man konnte sogar sehen das es an diesem Abend in Windhoek geregnet hat.

h2dad7a4.JPG


@topobär

Auch wenn uns keine Schuld trifft war das Erlebnis doch alles andre als schön. Warum sind überhaupt die hohen Zäune da? Für mich ergaben sie gar keinen Sinn 😠 Springböcke gab es ja sowohl vor als auch hinter den Zäunen und andere Tiere die hinter Zäune gehören waren niergendwo zu sehen?

LG
Gypsi
1'242 Beiträge · seit 200916. Dez. 2013 · #56
Hey du Abenteuerin,

ihr habt Nerven, also spätestens hier hätten wir gewendet 😵 .
h93c8f57.JPG


Mann, hast du ein Tempo drauf. Vor 2 Tagen waren wir noch in Büllsport und jetzt ist schon fast der 1. Teil eurer Reise vorbei 🤪 .

Deine Bilder sind wieder traumhaft, vor allem die von Sossusvlei gefallen mir mega gut 😎 .

Klein Aus Vista muss ein Traum sein, und diese Lodge samt Grillpaket, steht schon sehr lange auf unserer Wunschliste 😁 .

Freue mich auf die Fortsetzung ...

Ganz liebe Grüsse 😄
Lil
Namibia das 1. Mal http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/163129-namibia-das-1-mal-reisebericht.html Endlich Hippos - SA 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/280235-endlich-hippos-sa-2013.html ZIM - BOT 2014 Träume werden wahr http://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/283689-zim-bot-2014-traeume-werden-wahr.html
1'127 Beiträge · seit 201116. Dez. 2013 · #57
Hallo Gypsy,

ein sehr schöner Reisebericht und Du legst ja wirklich ein Tempo vor, da kommt man kaum hinterher (hechel, hechel 😛 ).
Das Tolle ist, dass mir viele Eurer Ziele (Swakopmund, Sossusvkei, Büllsport, Fishriver Canyon, Kalahari Anib Lodge) aus unserem Besuch in 2010 noch bekannt sind (da werden viele Erinnerungen wach 🙂 ) und wir andere, teilweise aber die gleichen Ziele (Swakopmund, Sossusvlei, Klein Aus Vista) fürs nächste Jahr geplant haben, so dass Dein Bericht und vorallem Deine wunderschönen Fotos meine Vorfreude schon einmal kräftig steigern 😁 😁 . Dafür schon einmal Dankeschön.

Ich muss aber genau wie Lil feststellen, dass ihr Euch wirklich etwas traut 🤩 An der Stelle, in dem von Lil noch einmal geposteten Foto, hätte ich auch nicht mehr weiterfahren wollen 😮 😵 , wobei es ja manchmal wirklich beeindruckend ist, was mit einem 4WD so alles möglich ist 😉.

Liebe Grüße

Susi
Reisebericht SA 2013 Viel Krüger und noch'n bisschen was anderes Reisebericht SA 2014
Themenstarter122 Beiträge · seit 201316. Dez. 2013 · #58
Guten Abend

Was soll ich sagen, es freut mich das euch mein Bericht gefällt. So viel trauen wir uns gar nicht.
Eigentlich haben wir bei der zweiten Strassensperre den "Point of no return "erreicht und mussten weiter, anderfalls wären wir die Nacht durchgefahren und das war eigentlich gar keine Option. 😕

Und wozu hat man einen 4x4 ? Doch genau für solche Situationen 😛

So jetzt werde ich versuchen den letzten Teil unserer Reise zu Zweit noch fertig zu bekommen .


17/04 Mittwoch

Nach einem sehr guten Frühstück machen wir uns auf nach Windhoek. Unterwegs versuche ich immer wieder einen unserer Söhne telefonisch zu erreichen denn die müssten in der Zwischenzeit gelandet sein.

h7b56731.JPG


Ab Heute beginnt unsere Reise zu viert. Darauf freue ich mich sehr. 🤪 🤪 Nur ist der Netzempfang nicht wirklich gut und erst gegen 12 erreiche ich unseren Ältesten und wir verabreden uns für 13.00 in der Lobby des Hotels. Die beiden hatten Glück, obwohl sie um halb sieben in der Früh angekommen sind konnten sie sofort ihre Zimmer beziehen. So konnten sie noch einige Stunden schlafen bevor wir uns treffen. Ein Glück das ich keinen Empfang hatte sonst hätte ich die beiden geweckt. 🙁


Wir machen noch einen kurzen Stop in Rehoboth der Haupstadt der sogenannten Rehoboth Baster. Es handelt sich dabei um Nachkommen aus Mischehen zwischen Namafrauen und Burischen Einwanderern. Bei uns ein Schimpfwort, wird die Bezeichnung „Baster“ hier durchaus als Ehrentitel verstanden.

h4167215.JPG


h356107e.JPG


In Windhoek angekommen checken wir erst mal im Kalahari Sands Hotel ein. Das Hotel ist nicht zu verfehlen, schon von weitem ragt es über die Häuser der Stadt.
Die Zimmer sind gross und ok. Hier haben wir das erste mal seit wir unterwegs sind einen Fernseher im Zimmer, den wir nicht brauchen, aber immerhin.
Wir machen uns ein wenig frisch, ziehen uns um, schliesslich sind wir jetzt in einer Grosstadt 😗 😗 und machen uns auf in die Lobby. Ich freue mich riesig darauf unsere Söhne zu sehen.
zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2014
50 Beiträge · seit 201317. Dez. 2013 · #59
Halo Gypsy,

ein bis hierher hervorragender und natürlicher Bericht, Dein Schreibstil
gefällt, wie im Forum des Öfteren schon erwähnt, nicht nur mir sehr gut,
es liest sich einfach leicht, aber man merkt nicht, wie die Zeit vergeht.
Ich denke, man kann Deine Stimmungen, negative
und Gott sei Dank die überwiegend positiven gut nach empfinden.
Herzlichen Dank für diesen schönen Bericht, zumal wir (die beste Ehefrau von
allen und ich)von Mitte Mai 2014 bis Mitte Juni 2014 anfangs die gleiche
Strecke fahren wollen. (Und ich dachte, man kann die Strecke von Rosh Pinah
via Aus nach Lüderitz mit einem normalen PKW fahren). War denn ja wohl nichts.
Ich freue mich auf den nächsten Teil, so er denn kommt.
Zunächst liebe Grüße aus dem hohen Norden
Gerd
Themenstarter122 Beiträge · seit 201317. Dez. 2013 · #60
@Gerd

Danke für das Kompliment 😊 😊
Der Weg nach Rosh Pinah soll ja wieder sehr gut (was immer das bedeutet) befahrbar sein.

Und natürlich kommt der nächste Teil.


Nun beginnt der zweite Teil unserer Reise.
Der führt über die Skeleton Coast, den Etosha, den Caprivi bis nach Sambia zu den Vicfalls.

hd947ea3.jpg


Aber der Reihe nach:

Erstmal treffen wir unsere Jungs in der Lobby des Kalahari Sands. Sie sind pünktlich und nach grossem Willkommen und Umarmungen kaufen wir erst mal einen Sonnenhut für die beiden Bleichgesichter.

Na ja, nach einem Nachtflug und bei dem kalten Regenwetter zu Hause ist es kein Wunder das die beiden etwas bleich und zerknittert aussehen. 😕

Dann machen wir uns auf und entdecken Windhoek. Sehr viel zu entdecken gibt es aber nicht. Die „must do“ sind schnell abgehakt. Christuskirche, Reiterdenkmal,Tintenpalast.

h2f49c89.JPG


Ein bisschen Europa, ein bisschen Afrika, sehr übersichtlich, jedenfalls die Innenstadt. Wir machen Pause auf der Terrasse des Craft Center, einem grossen verwinkelten Gebäude das auf drei Etagen alles verkauft was man als Kunst und Souvenir haben will. Hier wird jeder fündig. Und hier begegnen wir die beiden Damen aus unserem Sundownerdrive von Gestern wieder. Irgendwo habe ich doch mal gelesen „Namibia ist ein Dorf, man begegnet sich immer zwei bis dreimal“. 😗

Dann gehts zurück ins Hotel damit die Jungs sich noch ein wenig ausruhen können, wir wollen heute Abend noch in Joe's Bierbar. Die ist ja ein absolutes Muss hier in der Stadt. Auf der Fahrt dorthin verfahren wir uns das erste mal. Vieleicht ist Windhoek doch nicht so klein wie ich angenommen habe. 😗 Aber schlussendlich kommen wir an.

ha3f1ce5.JPG


Sehr urig, sehr touristisch und sehr laut. Nach der Ruhe die letze Woche finde ich die vielen Menschen und den Krach hier nicht sehr angenehm. 😵 Man muss fast schreien um sich zu verständigen. Das Essen aber ist gut und reichlich. Mein Gamespiess ist so riesig das ich froh bin noch Abnehmer zu haben.

Für uns ist Joe's Bierhaus aber kein absolutes Muss. Wir haben es gesehen und das genügt. Sollten wir noch mal nach Windhoek kommen werden wir sicher woanders essen. Ich kann mir auch nicht vorstellen das viele Einheimische sich hierher verlaufen. Noch einen Absacker an der Hotelbar und dann gehts ins Bett. Morgen haben wir eine ganz schöne Strecke vor uns.
zuletzt bearbeitet 13. Jan. 2014