Dank der Overlander werden wir zeitig wach und können uns noch vor Sonnenaufgang zur ersten Pirschfahrt aufmachen mit der Hoffnung das wir heute die Baumlöwen sehen werden.
Ausser uns sind nur 2 oder 3 Autos unterwegs, immer wenn wir jemanden treffen werden Informationen ausgetauscht. Wir sehen wieder Uganda Kobs und Wasserböcke und im hohen Gras entdecken wir noch ein paar Elefanten dann geht es zurück zum Frühstück am Camp.
Bevor wir weiter in Richtung Mweya fahren drehen wir noch eine kleine Runde, irgendwo müssen die Löwen doch sein. Aber diese scheinen wie vom Erdboden verschluckt. Später hören wir noch mal das die Löwen hier zum großen Teil abgewandert sein sollen, wir haben auch niemanden getroffen der diese Löwen gesehen hat. Von einem der Loops kommt direkt auf die Durchgangsstrasse,so das wir nicht zurück zum Gate müssen, die Strasse gehört nicht so wirklich zum Park und man braucht hier dann auch keinen Eintritt für den Park bezahlen.
Bis 20 km vor dem Abzweig auf die Teerstrasse ist es wieder ziemlich ruppig und wir kommen nicht wirklich voran, stört uns aber auch nicht, wir wollen heute im Maramagambo Forest übernachten, der unserer Meinung nicht zum Park gehört und wir somit für heute keinen Eintritt bezahlen müssen. Das kleine Stück Teerstrasse zum Forest entpuppt sich als Schlagloch übersäte Piste die man im Slalom umfahren muss.
Gut 12 km von der Teerpiste entfernt liegt der Maramagambo Forrest direkt am Lake Kyasanduka mit einem sehr einfachen im Wald gelegenen Campingplatz. Der Ranger ist unterwegs und wir bauen unser Zelt schon mal auf und laufen noch ein wenig durch den Wald zum See, hier sehen wir dann auch die ersten Black and White Colobus Affen.
Zurück am Camp erzählt uns die Rangerin dann, das wir doch Eintritt bezahlen müssen, auch der Maramagambo Forest gehört zum QENP. Alle Diskussionen nutzen nichts, wir verlängern unser Permit und müssen dann nach Einbruch der Dunkelheit wieder schnell ins Zelt, der nächste Regen und ein Gewitter ziehen auf.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200612. Sept. 2013 ·
Montag, 05.08.2013 Maramagambo Forest - QENP
Auch heute morgen ist das Zelt nach dem gestrigen Regen nicht allzu nass und wir können die Sachen schnell zusammen packen.
Eigentlich wollten wir ja im QENP bei Mweya übernachten, haben uns aber aufgrund dieser Eintrittspreisgeschichte umentschieden und das sollte sich als glücklicher Zufall erweisen. Wir wollen jetzt an der Queen Elizabeth Bush Lodge unser Zelt aufschlagen und kommen da auch relativ früh an, sind ja auch nur gut 20 km zu fahren. Ausser uns steht nur 1 weiteres Zelt, wir haben Glück und die Overlander sind heute morgen abgereist und es kommen die nächsten 2 Tage auch keine neuen.
Kurz nach Mittag fahren wir dann los in Richtung Mweya. In Katunguru, dem kleinen Dörfchen an der Brücke über den Kazinga Chanel halten wir an und essen leckere gegrillte Spiesse mit Ziegenfleisch und fahren dann in den Park nach Mweya in der Hoffnung die ersten Tiere zu sehen.
Die Piste ist ja noch ganz gut zu befahren aber so dicht bewachsen das wir nicht ein einziges Tier sehen. In Mweya gehen wir kurz zum Visitor Centre und fahren dann aber schnell weiter, das gefällt uns hier nicht wirklich, da sind wir froh, das wir etwas ausserhalb übernachten. Die guten Tiersichtungen soll man ja sowieso in den Kasenyi Plains haben und die sind von der QE Bush Lodge in gut 10 Minuten zu erreichen, also haben wir alles richtig gemacht. Weil wir keine Lust mehr haben noch einmal nach Mweya zu fahren, verzichten wir auch auf eine Bootsfahrt auf dem Chanel. Wir fahren aus dem Main Gate, die Piste anschließend zur Teerstrasse ist übelstes Wellblech. Auf der anderen Seite geht es dann in die Kasenyi Plains und das erste uns entgegenkommende Auto berichtet von Löwen neben der Straße im Busch, das fängt doch schon mal gut an. Wir fahren langsam an der beschriebenen Stelle vorbei, können aber nichts erkennen, drehen noch eine kleine Runde und sehen wieder die üblichen Verdächtigen. Auf dem Rückweg fahren wir noch mal an der Löwenstelle vorbei und dann entdeckt Nele so gut 150 m von der Strasse entfernt die Löwen. Wir suchen eine passende Stelle und hoffen darauf das die Tiere noch etwas näher kommen.
Leider bleiben die Löwen auf Distanz zu uns, aber im laufe der nächsten Stunde können wir 7 Löwen zählen, darunter einer mit einem Sender am Hals. Erstaunlich ist übrigens, das hier viele Einheimische mit dem Boda Boda oder sogar mit dem Fahrrad durch den Park fahren, was machen die wenn die Löwen mal näher an der Strasse liegen ?
Wir fahren zufrieden mit der ersten Pirsch hier wieder zurück zum Camp und wollen versuchen morgen in der Früh die Löwen wieder zu finden. Heute kommt der Regen schon als wir gerade mit dem Essen fertig sind. Als wir dann später ins Zelt gehen wird der Regen immer stärker und das nächste Gewitter ist auch im Anmarsch.
Tageskilometer : 115
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200612. Sept. 2013 ·
Dienstag, 06.08.2013 QENP, Kasenyi Plains
Gegen 00:30 Uhr wird es uns zu viel, der Regen und der Wind werden immer stärker und das Gewitter ist so heftig, das wir nicht mehr schlafen können, wir flüchten ins Auto und hoffen das es mal so langsam ruhiger wird. Ab 02:00 Uhr lässt dann der Regen, das Blitzen und Donnern nach und wir gehen zurück ins Zelt. Als wir noch vor dem Sonnenaufgang aufstehen ist um uns herum alles nass und matschig, zum Glück müssen wir das Zelt heute nicht abbauen.
Wir fahren schnell los, passieren das Kasenyi Gate und suchen natürlich sofort die Stelle auf, an der wir gestern die Löwen gesehen haben, wir scheinen das einzige Auto im Park zu sein.
An der Stelle von gestern ist nichts los und wir suchen die Umgebung ab. Ein paar Meter weiter geht ein Weg nach links und Nele erkennt ein paar Autos, da muss doch was interessantes sein. Als wir näher kommen entdecken wir die Löwen gut 100 m von der Strasse entfernt an einem Riss. Wir versuchen uns eine gute Position zu ergattern, was gar nicht so einfach ist, wir zählen nämlich 23 !!! Autos, die sich die um die Löwen versammelt haben. Da die Löwen weiter weg sind und sehr entspannt aussehen, entschliessen wir uns wie viele andere auch aufs Dach zu klettern um einen besseren Blick zu bekommen.
Wir können uns aber gar nicht entscheiden wo wir hinschauen sollen, zu den Löwen oder zu der Automeute, irgendwie ist das schon ein lustiges Bild wie jeder versucht den optimalen Blick zu erhaschen, na ja, wir sind ja nicht besser.
Mit der Zeit kommen auch 2 Löwen noch etwas näher an die Strasse um zu saufen und die meisten Autos fahren auch nach wenigen Minuten weiter, wir bleiben bis sich die Löwen in die Büsche zurück ziehen und fahren direkt wieder raus. In Katunguru holen wir uns erst mal fürs Frühstück die leckeren Rolex an unserem Lieblingsrolexstand und geniessen dann im Camp ein entspanntes Frühstück.
Wir sind immer noch froh, das wir hier übernachten und nicht den langen Anfahrtsweg von Mweya aus fahren müssen.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200612. Sept. 2013 ·
Nach dem Frühstück backen wir mal wieder einen Kuchen in unserem Pott und wir überlegen ob wir nicht schon mittags wieder rausfahren und nach den Löwen schauen sollen, das hat letztes Jahr im Mana Pools mit den Wildhunden ja auch super geklappt, die haben sich ja auch nicht von der Stelle entfernt und sind dann als die Autos alle weg waren direkt auf die Straße gekommen. Also fahren wir gegen 13:00 Uhr entgegen aller Pirschregeln wieder raus und hoffen darauf die Löwen zu finden.
Ein paar Minuten später passieren wir dann das Kasenyi Gate und fahren zügig zur Löwenstelle. Als wir um die letzte Ecke biegen sehen wir schon von weitem 3 Löwen direkt an der Strasse.
Einer von ihnen hat sich wunderbar für uns auf einem großen Stein platziert und die beiden anderen liegen mitten auf der Strasse zwischen den Pfützen.
Das Beste ist aber, wir sind ganz alleine hier, also haben wir mal wieder alles richtig gemacht.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200612. Sept. 2013 ·
In den nächsten 2 Stunden bekommen wir eine tolle Show geboten, die Löwen laufen kreuz und quer durch die Gegend, klettern auf dem Stein herum, trinken aus den Pfützen und wir sind mittendrin.
Die 3 lassen sich durch uns überhaupt nicht stören und wir können dieses Schauspiel so richtig geniessen. Als dann ein 4. Löwe dazukommt kommen auch 2 weitere Autos und wir verabschieden uns so langsam und fahren sofort zurück zum Camp, für heute sind wir bedient. In Katunguru halten wir noch kurz an um uns geräucherten Fisch zu kaufen und essen diesen dann mit leckerem Nudelsalat. Heute Abend bleibt es auch trocken und wir sehen mal wieder ein Stück vom Sonnenuntergang.
take off1'674 Beiträge · seit 201212. Sept. 2013 ·
Hallo Chris
Super schöne Bilder 🙂
Meine Favoriten: der relaxte Löwe auf dem Felsen und die beiden Löwen vor der Pfütze . Die sehen so knuffig aus, dass man glatt vergessen könnte, dass es Raubtiere sind.
Yeappa....die sieben Löwen waren die selbigen, die auch wir dort gesichtet haben. Einer hatte ein Sender um den Hals. Wir waren am 13. August morgens früh in den Plains.
ein sehr interessanter Reisebericht mit fantastischen Bildern! Wir haben für Ende Januar 14 auch gerade eine Uganda-Tour in Planung. Die Übernachtungen in der QEBL haben wir bereits gebucht. Von dort wollen wir dann weiter nach Bwindi. Das Gorilla Tracking wollen wir von Ruhija aus machen.
Du hast geschrieben, dass ihr von Kanungu nach Buhoma gefahren seit. Gibt es auf dieser Strecke einen Abzweig nach Ruhija? Es müsste doch auch möglich sein, vom südlichen Teil des QENP über Kihihi u. Butogota nach Buhoma bzw. Ruhija zu gelangen. Hattet ihr diese Variante evtl. auch einmal im Auge? Oder gibt es vielleicht gute Gründe (kongolesisches Grenzgebiet, Pistenzustand o.ä.) diese Strecke zu meiden?
Ich bin zwar nicht Chris, presche aber trotzdem mal mit der Antwort auf Deine Frage vor. Zwischen Butogota und Buhoma zweigt eine Piste nach Ruhija ab. Die Strecke ist ziemlich ruppig, aber traumhaft schön. Es lohnt sich.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200616. Sept. 2013 ·
@Sachse Topobär hat recht, die Strecke ist fantastisch. Von Kihihi über Bulema und Butogota ist zwar nicht die beste Piste aber sehr schöne Landschaft, über Kanungu wäre sicherlich ein Umweg und eine direkte Verbindung von Kanungu gibt es glaube ich nicht.
Mittwoch, 07.08.2013 QENP - Fort Portal, Amabera Cave
Als wir heute morgen aufstehen sehen wir noch so gerade ein Hippo über den Platz huschen, das aber schnell in den Büschen verschwindet. In Katunguru kaufen wir natürlich noch mal ein paar Rolex ein um die Fahrt bis nach Fort Portal zu überstehen, anschließend schauen wir uns den Queen Elizabeth Pavillon und das Äquatordenkmal an.
In Kasese ziehen wir mal wieder Geld am Automaten und tanken den Wagen voll, ein schönes kleines buntes Städtchen.
Die anschließende Teerstrasse bis Fort Portal ist in einem erstklassigen Zustand, so das wir schon mittags in Fort Portal ankommen. Fort Portal gefällt uns, das Städtchen sieht ganz sauber und gepflegt aus und hat natürlich eine tolle Lage direkt vor den Bergen.
Wir kaufen im Andrews and Brothers Supermarket ein und holen uns an einer der vielen Fressbuden ein paar frittierte Sachen, unter anderem frittierte Süsskartoffel mit einem gekochten Ei drin.
Weiter geht es dann ein paar Kilometer aus der Stadt raus zum Campingplatz an der Amabera Cave. Der Campingplatz ist auf einer schönen grünen Wiese gelegen und als wir anfangen unser Zelt aufzubauen kommen mehrere Schulklassen vorbei, die wohl gerade bei dem Wasserfall waren.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200616. Sept. 2013 ·
Anschließend gehen wir dann mit einem Guide zum kleinen Wasserfall und weiter zu den Tropfsteinhöhlen und hören die Geschichte vom dem König der seiner Tochter die Brüste abgeschnitten hat, damit diese für die Männer nicht mehr so attraktiv ist, die Brüste sind heute noch als Stalaktiten in der Höhle zu bewundern.
In der Nähe gibt es noch einen Aussichtspunkt von dem aus man 3 Kraterseen sehen kann und wir fahren mit dem Guide bis an den Fuss des Berges und machen uns an den steilen nur 10 minütigen Aufstieg. Als wir oben ankommen sind wir alle total fertig nur unser Guide ist total entspannt.
Auf jeden Fall haben wir aber einen tollen Ausblick von hier oben auf die 3 Kraterseen und die Umgebung von Fort Portal.
Zurück auf dem Campingplatz geniessen wir die letzten Sonnenstrahlen und diesen ruhigen Ort.
Tageskilometer : 129
AfricaDirect1'271 Beiträge · seit 200717. Sept. 2013 ·
Hallo Chris,
gerade wieder aus Kenia zurück, freue ich mich, wieder etwas aus Uganda zu lesen. Und anscheinend seid Ihr ja von diesem wundervollen Land genauso begeistert zurückgekehrt wie wir.
Freue mich darauf, auch den Rest Eurer Reise zu verfolgen.
Schöne Grüße aus dem Frankenland,
Nicole
P.S.: Habe ich ganz vergessen, Deine Fotos sind echt schön und bei den Gorillas habt Ihr ja echt Glück gehabt, dass sie so gut zu sehen waren (bei uns zierten sich ja die Damen etwas). Und der Denker ist einfach der Hammer!!!!!!!
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200618. Sept. 2013 ·
Donnerstag, 08.08.2013 Fort Portal - Lake Nkuruba
Heute geht es in die eigentliche Kratergegend auf die andere Seite von Fort Portal, also trödeln wir rum und lassen es ruhig angehen.
Als Ausgangsort für die Erkundung der Kratergegend haben wir uns das Lake Nkuruba Nature Resort direkt am gleichnamigen See ausgesucht wo wir am frühen Vormittag eintreffen. Hier treffen wir zum ersten Mal auf der Tour auf 2 Deutsche, die für 8 Wochen mit dem Fahrrad unterwegs sind, das ist schon bewundernswert. Nachdem wir uns eingerichtet haben fahren wir nach Rwaihamba auf den örtlichen Markt und kaufen noch ein paar frische Sachen ein. Hier gibt es alles zu kaufen was man braucht, Kleidung, Töpfe, Schuhe, kleingemahlene Steine und natürlich viele Leckereien von Obst bis zu irgendwelchen fritierten Köstlichkeiten an denen wir meistens nicht ohne probieren vorbei gehen können.
Anschließend wollen wir zu den Mahoma Falls wandern und fragen uns durch bis zum Startpunkt an einer Kirche, unterwegs sind viele kleine Seen zu beobachten, unter anderem der Lake Nyinambuga, der auf der 20.000 USh Banknote abgebildet ist.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200618. Sept. 2013 ·
Eigentlich wollten wir die Wanderung alleine machen, ist aber nicht erlaubt. Ein Boda Boda Fahrer ist uns gefolgt und erzählt uns das wir hier Eintritt bezahlen müssen und er als Guide fungiert. Im nachhinein war es ganz gut so, wer weiß wie lange wir gebraucht hätten um den richtigen Weg zu finden, er erzählt uns auch noch, das wir Badesachen mitnehmen sollen, es wäre "Power Shower" unter dem Wasserfall angesagt. Von der Kirche laufen wir eine gute halbe Stunde durch Bananenplantagen und über einige kleine Höfe bevor wir dann den Wasserfall erreichen.
Wir ziehen unsere Schwimmsachen an und krabbeln über die glatten Felsen zu einem kleinen Pool und lassen uns das relativ warme Wasser auf den Körper prasseln, das ist besser wie jede Massage.
Wir nehmen den Guide anschließend noch mit zu seinem Camp und er zeigt uns noch einen kleinen versteckten See.
Hier am Camp laufen jetzt viele Meerkatzen und einige Black und White Colobus Affen herum die uns alles was wir rumliegen lassen klauen wollen.Ein kleiner Junge der hier zum Camp gehört hilft uns beim Aufpassen und achtet, zu unserer großen Freude, darauf, das wir unsere Autotüren bloß nicht zu lange offen lassen und macht diese mit großen Geschrei wieder zu.
Tageskilometer : 46
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200622. Sept. 2013 ·
Freitag, 09.08.2013 Lake Nkuruba
Heute bleibt das Auto stehen, wir laufen ein wenig hier am Lake Nkuruba herum und backen mal wieder ein Brot.
Heute vormittag laufen wieder eine Menge Meerkatzen, Red Colobus und Black and White Colobus Affen über den Platz und wir haben alle Hände voll zu tun, das diese uns nichts von unserem Essen oder Ausrüstung abluchsen, gut das wir unseren kleinen Freund dabei haben, der hilft uns beim aufpassen.