chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200622. Sept. 2013 ·
Nachmittags wollen wir dann zum Top of the World wandern, einen Aussichtspunkt von dem man aus die Lakes Nyamirima, Nyinabulitwa und Nyabikere sehen kann.
Unterwegs treffen wir wieder viele Leute und die Kindern freuen sich wenn sie ein paar Meter mit uns laufen können.
Am Top of the World wird gerade ein Resort gebaut, die Lage ist schon beeindruckend mit dem Blick auf die Umgebung. Wie überall muss man auch hier einen kleinen Eintritt bezahlen um den Blick geniessen zu können.
Wie schon häufiger hören wir, das die Eröffnung der neu erbauten Anlage für Dezember 2013 geplant ist, dafür das wir keinen Menschen hier arbeiten sehen könnte das knapp werden.
Zurück am Camp packen wir so langsam unsere Sachen zusammen, wir wollen morgen früh zeitig aufbrechen, wir wollen bis nach Masindi fahren und haben nicht viel gutes über die Strassenzustände gehört.
Tageskilometer : 0
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200623. Sept. 2013 ·
Samstag. 10.08.2013 Lake Nkuruba - Masindi
Heute gibt es kein Frühstück am Camp, wir packen sofort alles zusammen und fahren zuerst noch einmal nach Fort Portal um ein wenig Reiseproviant in Form von Rolex einzukaufen.
Eigentlich wollen wir hier unsere Urlaubskarten zur Post bringen aber diese hat heute morgen noch nicht auf, obwohl die laut Öffnungszeiten schon geöffnet haben müsste, wir werden es halt unterwges mal versuchen. Bis Kyenjojo fahren wir auf guter Teerpiste, dort finden wir auch ein kleines Post Office. Leider sind die benötigten Marken nicht vorrätig, so das wir uns den entsprechenden Wert aus 3 Marken zusammen suchen müssen. Ab Kyenjojo geht es dann auf die Stein/Sandpiste, die ersten Kilometer sind noch ganz passabel. Viele Autos sind hier nicht unterwegs und der Regen der vergangenen Tage hat die Strasse doch ziemlich ausgewaschen, trotzdem kommen wir gut voran, wir hatten schon schlechtere Pisten hier in Uganda.
In Hoima machen wir noch einen Zwischenstop und trinken etwas kaltes bevor es dann auf die letzten knapp 60 km nach Masindi geht.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200623. Sept. 2013 ·
Kurz nach 15:00 Uhr kommen wir dann in Masindi an und fahren zum Alinda Guesthouse, das direkt an der Hauptstrasse liegt, wo wir uns 2 Doppelzimmer nehmen. Die Zimmer inkl. Badezimmer sind ganz nett, vor allen Dingen sauber und kosten gerade mal UGX 50.000 also knappe 15 Euro pro Zimmer und es ist sogar noch ein kleines Frühstück dabei.
Nachdem wir uns mal wieder Stadtfein gemacht haben gehen wir dann zu Fuss zum Travellers Corner und bestellen uns was leckeres zum Abendessen. Wir sitzen draussen an der Strasse und können das quirlige Stadtleben hier in Masindi wunderbar beobachten. Am besten finden wir immer die diversen Boda Bodas, auf denen bis zu 4 Leute Platz finden.
Nach dem Essen gehen wir noch in das kleine Stadion und schauen uns das örtliche Fussballspiel an, wer spielt wissen wir nicht, es ist aber lustig wie wir Muzungus mitten zwischen den ugandischen Fussballfans stehen. Zurück am Guesthouse beobachten wir von der Bar aus das Nachtleben, heute ist Samstag und dementsprechend voll und laut auf der Strasse.
Am Ortsausgang von Fort Portal Richtung Süden, gleich hinter dem Kreisverkehr gibt es rechts ein kleines Kaufhaus und daneben, ganz unscheinbar, einen Rolex-Stand. die schmeckten...guuut!
Tschüß
Achim
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200625. Sept. 2013 ·
Sonntag, 11.08.2013 Masindi - Murchison Falls NP
Nach dem einfachen Frühstück im Guesthouse kaufen wir im Lucky Seven Supermarket ein paar Vorräte für die 3 Tage im Murchison Falls NP ein und entscheiden uns für die längere Strecke nach Paraa am Lake Albert entlang, die landschaftlich schöner sein soll, was wir auch bestätigen können.
Die ersten Kilometer aus Masindi raus sind schrecklich, die Piste ist steinhart, erst nach gut 20 km wird es etwas angenehmer zu fahren. Es geht hoch und runter, wieder durch viele kleine Dörfer und irgendwann können wir dann von weitem den Lake Albert sehen. In Serpentinen windet sich die Strasse nach unten in Richtung See und wir haben wunderbare Ausblicke.
Ein Fahrradfahrer mit einigen langen Zuckerrohrstangen kommt uns entgegen und fällt mitsamt seiner schweren Ladung direkt vor unserem Auto auf die Strasse. Wir steigen natürlich aus und versuchen gemeinsam das Fahrrad wieder aufzurichten, ist gar nicht so einfach, die Zuckerrohrstangen haben ganz schön Gewicht.
Die letzten Kilometer bis zum Park geht es dann auf gerader Piste auf der viele Kühe rumlaufen zum Gate und von da weiter bis zum Red Chilli Restcamp, wo wir uns für 2 Tage eine Familienbanda gegönnt haben.
Am nachmittag fahren wir dann zur Fähre in Paraa und wollen auf die andere Seite um die erste Pirschfahrt zu starten. Auf die Fähre passen 8 Autos und wir kommen als letztes mit drauf. Die Überfahrt dauert nur 5 Minuten und wir machen uns auf die Suche nach den wilden Tieren.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200625. Sept. 2013 ·
Es scheint hier auch in den letzten Tagen viel geregnet zu haben, es gibt noch einige Pfützen auf den Wegen. Die Landschaft ist auf jeden Fall satt grün und die tiefroten Wege geben einen tollen Kontrast dazu.
Wir sehen Kobs, Oribis, Giraffen, Warzenschweine, die hässlichen Jackson Haartebeest und ein paar Elefanten in der Nähe des kleinen Flugplatzes, für heute sind wir ganz zufrieden und nehmen die Fähre um 18:00 wieder zurück zum Red Chilli Camp.
Abends sitzen wir auf der Terrasse unserer Banda und werden von einigen Warzenschweinen besucht die nach was fressbarem suchen. Es ist noch unglaublich warm und der Himmel zieht sich wieder zu. Als es dunkel ist läuft noch ein Hippo um die Hütten herum und es gibt mal wieder einen heftigen Regenguss gefolgt von einem Gewitter.
vielen Dank für den sehr schönen, informativen und sehenswerten Reisebericht! Auch wenn wir keine Camper sind, sollten wir uns eindeutig mit dem Reiseziel Uganda beschäftigen.
Freue mich auf weitere Eindrücke und Erlebnisse! 🙂
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200629. Sept. 2013 ·
Montag, 12.08.2013 Murchison Falls NP
Wir wollen heute zeitig an der Fähre sein, die erste fährt um 07:00 und wir stehen um 06:00 auf, bereiten das Frühstück mit Rühreiern und gebratenem Schinken vor, packen alles ein und stehen um 06:30 am Fähranleger bereit. Vor uns stehen aber schon mehr als 10 Autos und wir müssen auf die 2. Fährüberfahrt warten, wir werden zumindest mit einem schönen Sonnenaufgang belohnt.
Als wir dann drüben sind geht es sofort in Richtung Delta, die Piste bis zum Airstrip ist noch ganz gut zu befahren, ab da wird es aber sehr schlammig und rutschig.
Die Wege sind auch sehr stark bewachsen, so das die Tierbeobachtung sehr schwierig ist, wir sehen ein paar Giraffen, Kobs, Oribis, Warzenschweine und von weitem Elefanten. Wir fahren erst mal zum Delta und machen dort unser Frühstück, hier stehen auch viele andere Autos, so richtig ruhig ist es daher nicht.
Wir lassen uns das mitgebrachte Essen schmecken und entscheiden uns dann auf direktem Wege wieder zurük zu fahren, so wirklich viele Tiere gibt es wohl im Moment nicht zu sehen.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200629. Sept. 2013 ·
Mittags sind wir dann wieder an der Fähre und zurück am Camp backen wir noch einen Kuchen und waschen zum letzten Mal die Wäsche.
An der Bar nehmen wir noch ein kleines Getränk und als wir zurück zur Banda laufen sehen wir das unser linker Vorderreifen platt ist. Wir fangen an den Reifen zu wechseln als Peter vom Workshop des Parks kommt und anbietet den Reifen flicken zu lassen. Als wir den Reifen demontiert haben sehen wir innen einen grossen Riss, die Luft muss ziemlich schnell entwichen sein.
Christian fährt mit Peter zum Workshop, flicken kann man den Reifen nicht mehr und einen passenden Schlauch haben die Jungs gerade nicht hier. Peter will morgen nach Masindi fahren und einen Schlauch für uns besorgen. In der Zwischenzeit hat Petra unsere Wäsche wieder eingesammelt, die von den Pavianen auf dem Platz verteilt wurde. Heute Abend gibt es wieder Grillpizza, zum ersten Mal machen wir nicht 4 einzelne sondern eine grosse Familienpizza und sind sehr gut mit dem Ergebnis zufrieden.
Beim Essen bekommen wir dann wieder Besuch von einigen Warzenschweinen und wir sitzen noch lange bei schwülen Temperaturen draussen. In der Nacht regnet es wieder ziemlich stark.
Tageskilometer : 72
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200630. Sept. 2013 ·
Dienstag, 13.08.2013 Murchison Falls NP
Da wir heute sowieso von der Banda auf den Campingplatz umziehen haben wir uns aufgrund der schwierigen Verhältnisse im Park gegen eine weitere Pirschfahrt entschieden, für heute Nachmittag haben wir die Bootsfahrt zum Murchison Falls gebucht. Nachdem wir das Zelt aufgebaut haben versuchen wir ein paar Brötchen zu backen und sind auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
Gegen 13:30 Uhr fahren wir dann in Richtung Fähre von wo aus wir um 14:30 Uhr dann mit dem Boot von Wild Frontiers in Richtung Murchison Falls ablegen.
Nach 5 Minuten tauchen schon auf der linke Seite die ersten Elefanten auf, leider verschwinden sie relativ schnell wieder im Gebüsch, das hinter uns fahrende Boot hat leider Pech und sieht die Elefanten nur noch im Gebüsch verschwinden.
Auf der 1,5 stündigen Fahrt sehen wir unzählige Hippos, Wasserböcke, Krokodile, Warzenschweine, einen einzelnen Büffel und viele verschiedene Vögel.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200630. Sept. 2013 ·
Wir sind ganz gespannt auf den Blick, wenn wir endlich um die letzte Kurve fahren und den Wasserfall erblicken können und wir werden nicht enttäuscht als wir endlich die Murchison Falls vor uns sehen.
Das Boot fährt bis auf einige hundert Meter an den Wasserfall und wir bleiben gut 15 Minuten hier und geniessen diesen tollen Ausblick.
Die Rückfahrt geht dann ziemlich schnell ohne Pause und besondere Tierbeobachtungen so das wir noch mal kurz beim Workshop wegen unseres Reifen nachfragen können.
Peter ist aber noch nicht aus Masindi zurück, wir sollen es morgen früh noch mal probieren. Zurück am Camp gibt es selbstgemachte Pommes und wir bekommen das erste Mal einen schönen Sternenhimmel geboten und sehen auch unser geliebtes Kreuz des Südens. Wir sitzen noch eine ganze Zeit vor dem Zelt und können dabei das Hippo beobachten das zwischen den Hütten am grasen ist. Morgen geht es leider zur vorletzten Etappe der diesjährigen Reise, zum Ziwa Rhino Sanctuary.
Tageskilometer : 3
franzicke2'085 Beiträge · seit 201230. Sept. 2013 ·
... mal wieder schwerst beeindruckt! Die Frage ist bei uns defnitiv noch nicht final beantwortet, ob wir uns zutrauen, selbst durch Uganda zu fahren - aber von Land, Landschaft, Leuten und von der Idee eines Gorilla-Trackings bin ich total angefixt. Mal sehen, was es da so an Therapie-Angeboten gibt ... Danke-Grüße Franzicke
fordfahrer1'003 Beiträge · seit 200801. Okt. 2013 ·
Brötchen->> was war das Geheimnis? Weniger Hitze und dafür länger? danke für die Bilder 😉 Gruss C
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200601. Okt. 2013 ·
@ franzicke Uganda ist defintiv eine Reise wert und ist auch als Selbstfahrer zu meistern. Wir waren auch erstaunt wie entspannt das Reisen in Uganda sein kann @ fordfahrer Rezept ist vom Matusadona, vielleicht hat es der andere Pott gebracht, auf jeden Fall weniger Hitze von unten, mehr seitlich und von oben den Hauptteil
Gruss Christian
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200601. Okt. 2013 ·
@Annick, nee, leider haben wir auch keine Katzen gesehen im Murchison, aber wir hatten sie ja im QENP. Wenn wir schon nicht in Uganda gemeinsam gereist sind, dann wenigstens jetzt in unseren Reiseberichten.
Mittwoch, 14.08.2013 Murchison Falls NP - Ziwa Rhino Sanctuary
Nachdem wir unser Zelt abgebaut haben fahren wir zum Workshop um unseren Reifen abzuholen. Peter ist gestern spät abends mit dem Schlauch aus Masindi zurück gekommen und heute morgen ist der Reifen dann fertig, wir montieren ihn an die Heckklappe und machen uns dann auf den Park zu verlassen.
Vorher fahren wir aber noch zum Aussichtspunkt Top of the Falls, als wir von der Hauptpiste abbiegen werden wir auf einmal von einer Schar Tse Tse Fliegen angegriffen. Das ist das erste und zum Glück auch letzte Mal das wir diese nervigen Viecher hier in Uganda sehen. Am Parkplatz des Aussichtspunktes sind diese dann aber wieder verschwunden. Wir laufen die paar Meter bis zum Wasserfall und sind begeistert von diesem tollen Platz, wir können über die Felsen bis direkt zum Wasserfall laufen und erkennen die Kraft des durch die enge Schlucht stürzenden Wasser.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200601. Okt. 2013 ·
Da heute morgen die Sonne scheint und es schön warm ist stört es uns auch nicht das wir an ein paar Stellen so richtig schön nass werden.
Aus dem Park raus nehmen wir dann die kürzere Strecke nach Masindi wo wir noch einmal im Supermarkt einkaufen und am Strassenrand wieder ein wenig Proviant für die Fahrt mitnehmen.
Die Teerstrasse bis zum Abzweig zum Ziwa Rhino ist in einem erstklassigen Zustand und wir kommen am frühen Nachmittag auf dem Campingplatz an. Der Campingplatz ist mit einem Zaun aus großen Stahlrohren eingezäunt, es soll wohl schon öfter vorgekommen sein, das die Nashörner ein paar Zelte flachgelegt haben.
Wiebke und Nele beschäftigen sich mit ein paar Kindern und wir fangen dann so langsam an das letzte Abendessen zu bereiten.
Irgendwie drückt die bevorstehende Abreise schon auf unsere Stimmung und wir kriegen nicht so wirklich mit wie viele Viecher hier rumschwirren und uns total zerstechen. Wir rufen noch bei Kevin an, der in Kampala das Greenhouse Projekt leitet und mit dem wir uns morgen treffen wollen und vereinbaren mit Patrick von Alpha Car Rentals den Treffpunkt wo wir den Wagen abgeben wollen. Patrick meint wir sollen uns an der Total Tankstelle am Flyover des Bypasses treffen, was immer auch ein Flyover ist, wir werden es wohl finden.
Tageskilometer : 162
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200606. Okt. 2013 ·
Donnerstag, 15.08.2013 Ziwa Rhino - Kampala
Heute morgen gibt es ein letztes schönes Frühstück mit Rührei, gebratenen Schinken und frisch gebackenen Brötchen. Anschließend räumen wir das komplette Auto aus und packen unsere Ausrüstung auf den Rasen und fangen an die Rücksäcke voll zu packen, das Schöne an der Rückreise ist, man braucht auf nichts zu achten, immer nur alles oben rein bis er voll ist.
Irgendwann haben wir alles verstaut und gegen 11:00 Uhr brechen wir zur letzten Etappe auf.
Unterwegs sehen wir noch mal viele interessante Transportmittel, wobei uns dieser Boda Boda Fahrer mit seinen 5 Ziegen eindeutig am besten gefällt.
Das Wetter passt sich unserer Stimmung an, je näher wir nach Kampala kommen desto trüber wird es. Bis 30 km vor Kampala ist die Teerstrasse gut zu befahren dann fängt eine riesige Baustelle an, bei der eine Strassenseite gesperrt ist, interessieren tut es hier keinen, es gibt keine Verkehrsregeln und der Stärkere und Mutigere hat Vorfahrt.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200606. Okt. 2013 ·
Gegen 15:00 Uhr kommen wir in Kampala an und da wir immer noch nicht genau wissen was ein Flyover ist, schauen wir an jeder Total Tankstelle ob wir Patrick sehen und an der 4. haben wir dann auch Glück und erfahren das der Flyover die Auffahrt für die Umgehungstrasse ist.
Wir haben mit Kevin einen Treffpunkt nahe der US Botschaft ausgemacht und Patrick ist so freundlich uns dort hin zu bringen. An einem Krankenhaus treffen wir dann Kevin, verabschieden uns von Patrick und laden unsere Sachen in den Wagen von Kevin, der mit uns in Richtung Entebbe zum Greenhouse Projekt fährt. Wir haben Kevin durch Adam, einen Verwandten aus den USA, kennen gelernt, die zusammen zur Schule gegangen sind und Adam meinte, wir sollten mal im Grennhouse vorbei schauen. Als wir dort ankommen, stürmen die Kinder auf uns zu, tragen sofort unsere Sachen aus dem Auto weil sie hoffen das wir über Nacht bleiben, wir müssen sie enttäuschen, es geht diese Nacht schon zurück nach Deutschland. Das Greenhouse Projekt wird von Kevin und seiner Frau Pursey geleitet und zu Spitzenzeiten sind hier über 60 Kinder im Alter von 2 bis 16 Jahren. Wir stellen uns alle gegenseitig vor und verbringen einen unvergesslichen Abend mit vielen Gesprächen und Spielen. Wir helfen beim Kochen und Abwaschen, werden mit Fragen zu Deutschland bombardiert und lernen viel über das Leben der Waisen in Uganda.
Als wir nach einem traditionellen Tanz aus Deutschland gefragt werden versuchen wir den Kindern den langsamen Walzer beizubringen.
chris pThemenstarter382 Beiträge · seit 200606. Okt. 2013 ·
Genau wie die 3 Wochen vorher vergeht der Abend viel zu schnell und wir brechen gegen 23:00 Uhr auf zum Flughafen. Einige unserer neuen kleinen Freunde begleiten uns zum Flughafen den wir eine gute Stunde später erreichen.
Wir geben das Gepäck ab, legen uns noch ein wenig hin und gegen 04:00 Uhr startet dann die Maschine der Turkish Airlines über Istanbul nach Hannover wo wir dann am Freitag um 17:00 Uhr landen.
Tageskilometer : 170
Nach 2283 km haben wir unsere Rundreise durch Uganda beendet, wir hatten 3 wunderbare Wochen in diesem Land und wir haben es keine Minute bereut das südliche Afrika für Uganda aufgegeben zu haben. Es war ein phantastische Reise, der Flug mit Turkish Airlines ist sicher von den Flugzeiten nicht ganz optimal, aber bei einem Preis für 575 ? pro Person kann man schon mal ein paar Kompromisse einlegen. Wir haben halt am Ankunfts- und Abflugtag ein paar Stunden am Flughafen in Kampala überbrücken müssen, war aber kein allzu grosses Problem. Der Mietwagen von Alpha Car Rentals hatte schon 190.000 km runter, hat uns die gesamt Tour aber nicht ein einziges Mal im Stich gelassen, die Campingausrüstung war auch ok, Zelt, Schlafsäcke und Isomatten hatten wir ja mitgebracht. Der einzige kleine Nachteil war der Kühlschrank der nur über den Zigarettenanzünder lief, da haben wir uns aber auch mit arrangiert und die frischen Sachen immer zeitnah verarbeitet. Wir können Douglas und seine Truppe auf jeden Fall uneingeschränkt empfehlen. Auch in Uganda hat es wunderbare Campingplätze, teils sehr einfach ohne Wasser und Toilette aber immer in wunderbarer Landschaft gelegen. Die Preise für die Campingplätze bewegten sich von 6 Euro im Mpanga Forest bis zu 30 Euro im Queen Elizabeth Bush Camp. Reserviert hatten wir nur die Familienbanda im Murchison Falls NP, es gab nie Probleme einen Campingplatz zu finden. Auch das Alinda Guesthouse in Masindi, wo wir 2 Doppelzimmer hatten, hat mit seinen 15 Euro pro Zimmer wunderbar zu uns gepasst, diese kleinen günstigen Unterkünfte scheint es überall zu geben. Als Selbstversorger hat es auch nie Probleme gebeben, es gab überall einen kleinen Supermarkt wo es fast immer auch frische Sachen wie Käse, Fleisch und Aufschnitt gab. Natürlich waren die Preise manchmal nicht so wie wir es in Deutschland gewohnt sind, aber grundsätzlich hielt sich das alles im Rahmen. Viele Sachen wie Obst, Gemüse oder Kartoffeln haben wir direkt am Strassenrand oder den kleinen Märkten gekauft, alleine das ist immer ein tolles Erlebnis gewesen. Was wir geliebt haben, sind die vielen kleinen Verkaufsstände die Rolex, gegrillte Fleischspiesse und andere frittierte Sachen verkauft haben. Für 1 - 2 Euro haben wir uns so richtig satt essen können, das wäre auf jeden Fall auch eine Alternative zum selbstversorgen. Die Strassenverhältnisse auf unserer Tour kann man von toller Teerpiste bis zu einer schrecklichen die Berge hoch und runter führende enge steinige Piste beschreiben. Gerade auf unserer Suche nach Kanungu und auf dem Weg von Kabale zum QENP waren es doch ziemlich wilde und anstrengende Teilstücke auf denen wir nur knapp 10 Kilometer die Stunde geschafft haben. Auch auf den Teerstrassen war es schwer mehr als 50 km die Stunde zu schaffen, es war einfach viel zu viel los auf den Strassen, was aber natürlich auch sehr spannend war. Im grossen und ganzen aber sind wir zufrieden mit den Verhältnissen gewesen. Das Wetter war sehr wechselhaft, als Tageshöchsttemperatur hatten wir so um die 33° im Murchison, der kälteste Morgen war mit 14° in der Nähe von Fort Portal. Wir hatten ja schon vorher gelesen das wir mit einigen Regenschauern rechnen müssen, im Schnitt hat es jeden 2. Tag dann auch geregnet, aber nur 1 mal tagsüber, ansonsten immer erst abends wenn wir mit dem Essen schon fertig waren. Anders als im südlichen Afrika ( wir waren bisher nur im Südwinter unterwegs und hatten schon einige Minusgrade ) konnten wir abends bequem draussen sitzen und die Plätze geniessen. Leider konnten wir aufgrund der vielen Wolken nur selten den Sternenhimmel bewundern. Da wir sonst eher nur die trockenen Länder im südlichen Afrika im Südwinter bereist haben, waren wir natürlich gespannt auf die Landschaft in Uganda. Was uns total fasziniert hat war die sattgrüne Landschaft mit den bunten Dörfern die an den tiefroten Sandstrassen gelegen haben, das war ein wundervolles Farbzusammenspiel. Leider war der Himmel sehr oft bewölkt und es war fast immer ein wenig diesig das die Farben nicht ganz so zur Geltung gekommen sind wie wir es uns gewünscht haben. Ganz besonders gefallen hat und die Kratergegend um Fort Portal mit diesen vielen kleinen oft versteckten Seen, hier hätten wir noch länger wie 3 Tage bleiben können um noch weitere Wanderungen zu unternehmen. Die Tierwelt in Uganda wird natürlich von den Berggorillas beherrscht, die wir zum Glück auf unserem Trecking besuchen durften, das ist ein kaum zu beschreibendes Gefühl diesen sanften Riesen gegenüber zu stehen und 1 Stunde mitten zwischen diesen entspannten Tieren verbringen zu dürfen. Der Preis dafür ist natürlich gewaltig, aber wenn man damit für den Erhalt dieser Tiere beiträgt ist das schon in Ordnung. Neben den Gorillas gibt es aber auch eine Menge anderer Tiere zu entdecken, da stehen natürlich unsere Löwen im QENP an erster Stelle. Aber auch die anderen Begegnungen haben uns grossen Spass gemacht, wir lieben es einfach die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Ein wenig enttäuscht waren wir von den Pirschfahrten im Murchison Falls NP, da waren doch aufgrund des vielen Regens und der hohen Vegetation sehr wenig Tiere zu finden, das hat aber die Bootsfahrt und der Blick auf den Murchison Falls wieder wettgemacht. Für uns der absolute Höhepunkt war aber die Begegnung mit den Menschen. Man hört ja im Vorfeld viel über die Freundlichkeit der Menschen in Uganda, aber so toll hätten wir es nie erwartet. Wenn man ein neues Land bereist ist man ja doch erst skeptisch wie es einem gefällt, ob es den Vergleich mit den vorherigen Ländern standhält, wie die Menschen auf einen zugehen. So entspannte und freundliche Menschen haben wir auf den bisherigen Reisen noch nie getroffen. Wir haben uns immer sicher und wohl gefühlt wenn wir unter die Leute gegangen sind. Alle sind uns so aufgeschlossen und freundlich begegnet, leider können Fotos und Erzählungen das nicht richtig rüber bringen. Wir haben so viele nette Menschen getroffen, gerade im Greenhouse Projekt haben wir viele neue Freunde gewonnen. Die schönsten Begegnungen waren die auf den Märkten, an den vielen Strassenständen oder einfach bei der Bananenfrau die ihre Bananen mitten im Busch an einer einsamen Piste verkauft. Alle haben sich gefreut das die Muzungus anhalten und etwas gekauft haben, beide Seiten hatten immer riesig Spass an diesen kleinen Geschäften. Wir haben auch keine bettelnden Kinder gesehen, alle sind immer sofort zu uns gerannt, wollten ein wenig mit uns spielen oder ein paar Meter wandern, das war einfach genial. Es war in allen Belangen eine gelungene Reise durch ein faszinierendes Land mit unglaublich aufgeschlossenen und liebenswerten Menschen. Wie hat schon Winston Churchill gesagt " Uganda, die Perle Afrikas", dem können wir uneingeschränkt zustimmen.
Vielen Dank an alle Mitleser, Mitreisenden und die netten Kommentare unserer kleinen Reise und vor allen Dingen an die Uganda Fraktion hier im Forum, die uns mit den vielen Reiseberichten und Informationen im Vorfeld unserer Reise gefüttert haben. Wir hoffen wir konnten den ein oder anderen für Uganda begeistern und wer weiß wo wir uns irgendwann mal über den Weg laufen. Für nächstes Jahr planen wir übrigens wieder nach Uganda zu fliegen, dieses mal in Kombination mit Ruanda.