EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200612. Aug. 2021 ·
Gemeinsam wanderten wir noch ein wenig durch die Pfanne. Ruth musste die Bäume schließlich auch noch kennen lernen.
Inzwischen war die Sonne bis im Vlei angekommen und wärmte uns. Als die ersten Leute eintrafen und die italienische Lady im Wüstenoutfit begann, einen Baum zu erklimmen und sich nach Anweisung ihres Liebsten in Pose zu räkeln, war es Zeit für uns zu gehen. Allerdings konnten wir es uns nicht verkneifen, sie auf das verblasste Schild hinzuweisen, nach dem man die Bäume nicht einmal berühren darf.
Sehr zufrieden mit den gesammelten Eindrücken stapften wir zurück zu unserem Auto, welches mittlerweile nicht mehr ganz so einsam auf seinem Parkplatz stand.
Nach einer kurzen Toilettenpause fuhren wir das kleine Stückchen weiter bis zum eigentlichen Sossousvlei. Dort stand seit der letzten Regenzeit noch etwas Wasser unterhalb der Big Mama.
Wir liefen über den harten Lehmboden bis nah an die Wasserkante, wo der Untergrund noch matschiger und weich war. Ein paar Säbelschnäbler und Kapenten ruhten auf einem Inselchen, und zwei Flamingos staksten herum.
Der Boden war übersät mit stacheligem Grün und schönen gelben Blüten.
Wir suchten uns einen Weg durch das Stachelgemüse und mieden die matschigen Stellen am Ufer, bevor wir auf dem Kamm von Big Mama langsam um den kleinen See herumstiegen.
Auf dem höchsten Punkt machten wir Halt und wurden wieder einmal mit einer sehr schönen Aussicht belohnt.
Eine Zeit lang beobachteten wir ein anderes Auto, welches sich im lockeren Sand festgefahren hatte. Die Versuche des Fahrers, sich mit viel Gas möglichst schnell aus der unangenehmen Lage zu befreien, scheiterten wie erwartet.
Wir machten uns wieder an den Abstieg, bekamen aber noch mit, dass unsere Hilfe nach Luftablassen und ein wenig Schaufelei nicht mehr benötigt wurde.
Zurück am Auto waren wir mit der Wahl unseres Picknickplatzes im Schatten sehr zufrieden, denn es war mittlerweile schon ordentlich warm geworden. Sobald wir Brötchen, Marmelade, Nutella und Wildschinken auspackten, hatten wir viele neue Freunde. Einige Sperlinge und Bartvögel leisteten uns Gesellschaft, und Bülbüls pickten bereits an der Brötchentüte. So bewachte Ruth den Tisch, während Uwe Kaffee und Tee kochte. Das Frühstück unter dem großen Baum war herrlich.
Hier fielen uns zum wiederholten Mal die Mengen an großen Heuschrecken auf, die in den Ästen und Steinen umherkrabbelten oder beim Näherkommen eilig davon flatterten.
Nach dem Frühstück war Ruth schon wieder auf Vogelpirsch. Leider war der Rotstirnbartvogel nur wenig kooperativ. Er hatte sich eine der Heuschrecken geschnappt, verschwand mit ihr aber ins dichteste Geäst. Vielleicht hatte er Angst, Ruth wollte ihm seine Beute streitig machen, denn als er wieder auftauchte, war schon nicht mehr allzu viel davon übrig.
Rotkopfamadine: Er
und Sie
Ruth wäre gerne noch länger geblieben, aber der Zeitwächter blies bereits zum Aufbruch.
Er hatte auch nicht Unrecht, da Mittag bereits vorbei war, als wir durch den Tiefsand zurück zum Parkplatz der Shuttlebusse schaukelten. Dort beobachteten wir, dass Heuschrecken wohl nicht nur für Bartvögel, sondern auch für Schildraben eine Delikatesse zu sein schienen.
Auf dem weiteren Weg nach Sesriem sahen wir ein paar Oryx, hielten aber nicht mehr für Fotos, da das Licht grell war und die Luft flimmerte. Im Office besorgten wir uns ein Permit zur Übernachtung an der Blutkuppe für morgen. Dann tankten wir und kauften Feuerholz.
Soo schöne Bilder! Ich werde das Gefühl nie vergessen, beim Sonnenaufgang nur zu zweit auf dem Big Daddy zu stehen, einfach grandios! Herzlichen Dank für euren Reisebericht, das verkürzt direkt das lange Warten bis Oktober..., in der Hoffnung, dass es bis dahin keine grösseren Änderungen gibt... Nun feue ich mich auf die Fortsetzung.....
Hallo Ihr Lieben, was für großartige Fotos aus dem Vlei! Einfach toll! Die machen wirklich Lust darauf, doch nochmal wieder dorthin zu fahren. So macht das Spaß!
wieder Zuhause im Hamburger Hafen bin ich nun auch noch zugestiegen und beame mich gerne mit euch nach Afrika. Die Sehnsucht ist groß und ihr vergrößert sie mit den schönen Schilderungen und Bildern noch, aber wenn die Dinge einigermaßen gut laufen, wird im September Abhilfe geschaffen. 🙂
Danke fürs zügige Berichten und liebe Grüße von der Waterkant, Betti
da ich die letzten 2 Wochen mit planen unsere Namibiareise beschäftigt war, habe ich erst jetzt eurem Bericht entdeckt. Als am 1. August Namibia von der VV-Liste genommen wurde, war auch der Guggumann bereit nach Namibia zu gehen 😄 🤪 . 2 Wochen war jetzt ein bisschen Stress, aber inzwischen ist alles in trockene Tücher. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ihr so außergewöhnlich früh den Bericht starten. Das ist jetzt genau das Richtige um sich auf Namibia einzustimmen. Ich sauge jedes Wort und jedes wunderschöne Foto ein und freue mich unsagbar viel auf Namibia. Danke für das Berichten 😘
franzicke2’085 Beiträge · seit 201213. Aug. 2021 ·
Liebe Ruth, lieber Uwe, das klingt nicht nur nach einem ziemlich perfekten Tag - es sieht auch ganz danach aus. Großartige Bilder! Und die Magie, von der ihr so schön schreibt, kommt wirklich sogar am Schreibtisch an.
Als wir kurz nach Weihnachten dort waren, war von Rummel wahrhaftig auch keine Rede, aber es waren recht viele Einheimische da, die wohl die Schönheiten ihres Landes endlich auch mal bestaunen konnten und ganz offensichtlich richtig viel Spaß dabei hatten. (Aufgrund der fehlenden Touristen gab's wohl sehr reduzierte Preise) So wie es aussieht, war bei euch jetzt im Juli aber nochmal deutlich weniger Betrieb. Danke fürs Berichten und fürs Zeigen, viele Grüße Ingrid
Einfach traumhaft, was ihr uns hier zeigt! Da hattet ihr wirklich einen perfekten Tag! Mit zu vielen Leuten ist alles nur halb so schön, und wenn sich die Leute noch schlecht benehmen ist gar nicht mehr lustig… Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana
Was soll man da noch hinzufügen? Aber in der Tat, Euer Bericht haut sogar die stärksten Bayern um, und das will was heißen!
Vielen herzlichen Dank für den wunderschönen Reisebericht und die schönen Bilder. Ihr steigert im Moment unsere Vorfreude sehr, denn wir werden mit unserer Reisegruppe im Oktober u.a. natürlich auch das Sossusvlei besuchen. Ob aber dann von unseren bequemen Reisebegleitungen alle die Sandhügel hochklettern, ist mehr als fraglich. Aber die Fußkranken dürfen dann das breakfast richten, das ist doch auch schon was.
Und was mir auch seeeehr gut gefällt: Ihr seid ja diesmal richtig flott in der Schreiberei unterwegs. So eine Schnelligkeit bin ich von Euch sonst nicht gewöhnt.
Nochmals Danke und liebe Grüße zu Euch, der bayern schorsch und die schorschine
da kann sich Silvy aus Bayern dem Bayern Schorsch voll anschliessen....besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Ich lese eure Reiseberichte immer mit großer Freude, teilweise sogar doppelt, um meine Sehnsucht nach meiner zweiten Heimat stillen zu können. Und dann die Fotos - einfach traumhaft.
Wir haben unseren Urlaub zum 2. Mal verschoben und hoffen, dass wir in 367 Tagen (!!) nächstes Jahr im August hoffentlich endlich fliegen können. Eigentlich wäre es jetzt auch gegangen, aber die mitreisenden Freunde waren zu ängstlich.
Schönes, heisses Wochenende und Grüße aus Bayern Silvy
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200615. Aug. 2021 ·
Ihr Lieben,
vielen, vielen Dank für eure Kommentare und für euer Lob. Das freut und motiviert uns sehr. Offensichtlich stehen einige von euch bereits in den Startlöchern zu einer verschobenen, evtl. nochmal verschobenen, vielleicht kurzfristig gebuchten und auf jeden Fall lang herbeigesehnten Afrika-Reise. Wir helfen gerne dabei, die Wartezeit mit noch mehr Vorfreude zu füllen, was aber vermutlich gar nicht geht. 😉
Nun geht es weiter im Bericht mit dem Nachmittag am Namib Rand.
EulenmuckelThemenstarter2’121 Beiträge · seit 200615. Aug. 2021 ·
Tag 7 – Freitag, 9. Juli – Jede Menge roter Sand (Fortsetzung)
Von Sesriem ging es weiter nach Süden zum Namib Rand.
Auf einem Zaunpfosten neben der Straße saß ein Steppenfalke,
und wir sahen viele Grasfresser, die die leuchtend gelben Halme abweideten. Waren wir am Anfang unserer Tour noch enttäuscht gewesen, so wenige Zebras, Oryx und Springböcke gesehen zu haben, fanden wir hier kleinere Gruppen über die Ebene bis zu den Bergmassiven verteilt und manchmal auch größere Herden.
Zum Glück war unsere verbliebene Strecke nicht mehr weit, so dass wir uns viel Zeit lassen konnten. Wir beobachteten ein paar Zebras, die nicht zimperlich miteinander umgingen und sich immer wieder bissen und traten. Bei diesem Halt fiel uns auf der anderen Seite des Autos zufällig eine Schar Rostrennvögel auf, die wir ansonsten sicherlich übersehen hätten. Da machten es uns die beiden Rüppelltrappen deutlich leichter. Ihr weithin hörbarer, quakender Gesang verriet sie schnell, und sie taten uns auch noch den Gefallen, langsam näherzukommen und sich in Pose zu setzen.
Beim Namib Rand Familiy Hideout mussten wir ein Tor öffnen, um dann die letzten 15 Kilometer zurückzulegen.
Die Sandpad führte zwischen zwei Zäunen entlang, und ein Hinweisschild besagte, dass man Tiere, die zwischen diese beiden Zaunreihen gelangt waren, bitte nicht mit dem Auto hetzen solle. Wir waren sehr froh, dass wir hier kein Tier erblickten, denn sonst hätte der Weg recht lange dauern können. Erst später, als die Zäune verschwunden waren, sahen wir eine Straußenfamilie mit noch recht kleinen Küken (die aber fast völlig im hohen Gras verschwanden) und immer wieder Springböcke.
Bei einer neuen Rezeption checkten wir ein und erfuhren, dass wir heute die einzigen Gäste waren. Wie vor zwei Jahren bekamen wir die Campsite Venus.
Wir richteten uns ein, duschten und spazierten noch ein wenig durch die Dünen hinter der Campsite.
Das feine Reliefmuster des Windes war im Sand noch völlig unberührt.
Wie schon in Sesriem und im Vlei waren auch hier viele Heuschrecken unterwegs, die sofort reißaus nahmen, wenn wir uns näherten. Da aber keine größeren Vögel unterwegs waren, lebten sie hier deutlich ruhiger.
Das Nachmittagslicht war wunderschön, und wir freuten uns mal wieder über die Einsamkeit und Ruhe. Während wir auf einer kleinen Düne saßen, wurden die Schatten länger und länger, und es verging nicht viel Zeit bis die Sonne im Dunst hinter den Bergen verschwand.
Wir machten uns auf den Rückweg und entdeckten noch zwei Oryx, denen es aber nicht mehr ganz so gut ging. Das wird wohl nix mehr! 🙁
Im Camp machten wir uns an die Vorbereitung des Abendessens. Während das Feuer herunterbrannte, kümmerte sich Ruth um den Salat, Knoblauchbutter und Oryxsteaks. Es war ein toller Abend mit hervorragendem Essen unter einem sehr beeindruckenden Sternenhimmel.
Nach dem Abwasch malte Ruth noch ein wenig mit der Taschenlampe. Positiver Nebeneffekt bei der ganzen Mal-Hopserei war, dass sie nicht merkte, dass es langsam kühler wurde. Und anstatt sich in die dickste Jacke eingemummelt nicht mehr als zwei Schritte vom Feuer weg zu bewegen, sprang sie motiviert auf dem Weg herum. Dabei entstanden die kleinen Licht-Krickelzeichnungen, bei denen Uwe immer ganz gespannt ist, was diesmal dabei herauskommen wird.
Der Sternenhimmel ist an diesem Ort aber auch ohne Taschenlampenmalerei unübertroffen. Während Uwe die Einstellungen der Kamera für eine Serienaufnahme überprüfte, entdeckte Ruth am Himmel eine sehr kräftige Sternschnuppe, die gleich einem Feuerwerkskörper einen grünen Schweif hinter sich herzog und danach sehr schnell verglühte.
Bei etwa 13 Grad krabbelten wir schließlich ins Zelt.
Strelitzie2’862 Beiträge · seit 201115. Aug. 2021 ·
Moin, Ihr Lieben- wuuunderschön! Und nix Krickel-Bilder, das "Hopsen" möchte ich mir gern von Ruth zeigen lassen. Das ist ja wohl "Paint-Art" der Luxusklasse! Da hat Ruth sich unbedingt eine Eule verdient. (bei mir früher gab es Bienchen)
Unsere Vorfreude wächst... Liebe Grüße - und vielen Dank für die Sonntagsarbeit Christina
"Kleine Licht-Krickelzeichnungen" ist ja wohl eine schamlose Tiefstapelei!!! 🤩 Wie kriegt man denn SOWAS hin? Liebe Ruth; woher weißt du denn, wie du hüpfen musst, damit da so klare Bilder dabei herausrauskommen??? Ich könnte das nichtmal auf Papier malen 😄. Bin zutiefst beeindruckt! Da muss ich mir in dieser ausnahmsweise lauen deutschen Sommernacht schnell noch einen leckeren südafrikanischen Sauvignon Blanc eingießen, damit ich den vor Staunen offenen Mund irgendwie wieder zukriege.
Middag julle, Natürlich bin ich auch dabei wenn es wieder einen Reisebericht von den muckels gibt. Ich mag euren Erzählstil sehr und die Fotos sind wieder unbeschreiblich schön Die Farben sind wunderbar und die vielen Erlebnisse immer lesenswert. Schade das ihr nicht länger bleiben konntet. Liebe Grüße Anita &Anette und natürlich Penny