Die Eulenmuckels sind endlich wieder in Namibia

Reisebericht 231 Antworten · 57,1k Aufrufe · gestartet 02. Aug. 2021 von Eulenmuckel
Themenstarter2’109 Beiträge · seit 200606. Aug. 2021 ·
Tag 4 – Dienstag, 6. Juli – Ausflug in den Swakop

Meikes Gästehaus, Swakopmund

Heute Morgen erfuhren wir aus der Presse, dass u. a. England und Indien aus Sicht des RKI bald keine Virusvarianten-Gebiete mehr sind. Nun hofften wir, dass auch die Staaten im südlichen Afrika bald so eingestuft würden.
Wir standen etwas früher auf und frühstückten auch nicht ganz so lange, weil wir uns heute bei Namib Campers ein paar Fahrzeugausbauten ansehen und uns außerdem mal ernsthaft um unser Gepiepse im Auto kümmern wollten. Dort war der Besitzer Stefan Bauer so nett, einen Blick auf unser Piepsemodul zu werfen. Sein Elektriker telefonierte mit dem Hersteller in Windhoek und versprach uns für morgen eine Lösung.
Dann fuhren wir zu Foodlovers und kauften Obst, Gemüse und Dinge, mit denen wir die Staufächer und den Kühlschrank im Auto weiter füllten. Viel fehlte nun wirklich nicht mehr. Wir sind übrigens absolute Fans von Knoblauch in Flaschen. Als wir die Knoblauchpaste vor Jahren das erste Mal im Kühlregal erblickten, fanden wir sie eigentlich ein bisschen fies. Wer aber je bei Temperaturen unter 10 Grad mit eiskalten Fingern Knoblauchhäutchen von den Zehen gepult und diese später mit stumpfem Messer mühevoll kleingehackt hat, weiß die gebrauchsfertige Pampe im Topf zu schätzen. Nachteil der kleinen Töpfchen ist aber, dass diese eigentlich allesamt undicht sind und sich der ölige Knoblauch, zumindest aber sein Geruch, im Kühlschrank verteilen. Um uns bei allen folgenden Mietern unseres Autos nicht unbeliebt zu machen, kauften wir in jedem Urlaub ein zusätzliches, möglichst luftdicht verschließbares Plastikgefäß. Alles nicht mehr nötig. Tadaaa, der Knoblauch in der Flasche ist da! Und wir können uns auch in diesem Jahr sicher sein, dass uns kein Vampir anfallen wird.

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Zurück bei Meike konnte Ruth wieder mal nicht einfach an den Rußnektarvögeln vorbeilaufen.

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In unserem Zimmer planten wir die weitere Route. Wollten wir auf Grund von Corona eigentlich nur einen Großeinkauf machen, danach Hotspots meiden und nur noch sehr einsame Campingplätze ansteuern, erkannten wir nun die Chance für uns. Was eine Katastrophe für das Land war, bedeutete Exklusivität und Einsamkeit für uns, wie wir sie in den letzten Jahren nicht mehr erlebt hatten und wohl auch nicht mehr so schnell erleben werden. Schnell wurde in eine völlig neue Richtung überlegt. Unsere Lieblingsorte, an welchen wir auch zu einer anderen Zeit für uns alleine sein konnten, wurden gestrichen. Stattdessen waren Soussousvlei und Etosha wieder interessant, bei denen wir uns bereits mehrfach geschworen hatten: nie wieder, weil zu viele Touristen. So ganz konnten wir unsere Gewohnheit aber doch nicht ablegen und machten per E-Mail eine Reservierung für den Namib Rand Family Hideout in ein paar Tagen. Hier wollten wir ganz sicher gehen. Um es vorwegzunehmen: Diese – wie auch unsere einzige von Deutschland aus getätigte Reservierung bei Nambwa – wären nicht nötig gewesen.
Gegen 14 Uhr starteten wir mit Meike, Klaus (und natürlich Meta) zu einer Fahrt durch den Swakop. Klaus fuhr, und wir durften schauen. Es blieb dem armen auch nichts anderes übrig, denn statt einer Rückbank hatten wir ja einen Kühlschrank im Auto. Einen ersten kleinen Stopp machten wir bei den klingenden Steinen. Wir liefen auf den Hügel und schlugen mal auf den einen, mal auf den anderen Felsklotz, um die verschiedenen Töne zu erhalten. Von einer erkennbaren Melodie, wie sie Giel im Mesosaurus Camp zustande bringt, waren wir allerdings sehr, sehr weit entfernt. Spaß beim Klopfen hatten wir aber auch so.

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Ein Stück weiter hielt Klaus an einer Stelle, an der einige Tsamma-Melonen herumlagen. So viele wie in diesem Jahr hatten wir noch nie gesehen. Außerdem waren die kleinen Flüssigkeitsspeicher noch schön glatt und rund und lagen inmitten ihrer dicken, krüsseligen Blätter. Sonst finden wir sie meist von Kleintieren angenagt, gelb, schrumpelig oder nur noch ihre trockene Schale. Wenn das grüne Kraut um sie herum mit der Zeit verschwand, hatten wir uns schon oft gefragt, wer die Melonen wohl an dieser Stelle abgelegt hatte.

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Wir sahen uns Aloen, Flechten und Lithops aus der Nähe an.

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Besonders über die lebenden Steine freuten wir uns sehr. Jemand hatte einen Steinkranz als Markierung um sie herum gelegt. Das war auch gut so, denn wir mussten ganz genau hinsehen, obwohl uns Meike die ungefähre Stelle gezeigt hatte, an der sie wuchsen.

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In Farbe und Form ähnelten sie doch sehr ihrer Umgebung. Als wir von dem Hügelchen hinunterkletterten, wagten wir kaum noch, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Wer weiß, ob sich nicht ein vorwitziges Lithops-Kindlein außerhalb des Steinkreises verirrt hatte. Wir wollten es auf keinen Fall zertreten.
Weiter ging es durch die karge Landschaft. Wir genossen den Anblick der staubigen Flächen und schroffen Berghänge. Es fällt uns immer schwer, diese Faszination Freunden zu erklären, die verständnislos den Kopf schütteln: „Aber da ist ja gar nichts, ihr fotografiert ja nur Steine?!“ Ja, so ist es. Man ist ganz bei sich, hört nichts, und das Auge wird nicht ständig von etwas anderem abgelenkt. Man darf einfach nur sein. Sich nur ein paar Stunden in einer solchen Landschaft zu bewegen, lässt uns ganz enorm zur Ruhe kommen. Ruth spricht nicht umsonst von ihrer jährlichen Psychotherapie in Afrika.

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In einem Seitenarm des Swakop hielten wir neben einer Felswand und machten Pause. Klaus stellte Tisch und Stühle auf, und Meike zauberte mit einer fröhlichen Tischdecke, heißem Kaffee und leckerem Kuchen Gemütlichkeit auf unseren Picknickplatz. So konnte man es aushalten, und wir ließen es uns gutgehen. Es war wunderschön, in dieser herrlichen Landschaft zu sitzen und Stille, Sonne und Freundschaft zu genießen.

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Als die Sonne tiefer sank, wanderte auch der Schatten der Felswände langsam weiter ins Flussbett hinein. Wir verlegten einige Male unseren Sitzplatz und folgten mit den Stühlen der Sonne weiter in die Mitte des Reviers. Ruth konnte nicht still sitzen und kletterte auf die Felsen.

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Als wir alles wieder im Auto verstaut hatten, chauffierte uns Klaus sicher zurück ins Guesthouse. Vielen Dank, Meike und Klaus, für diesen tollen Ausflug!
Zum Abendessen gab es Lauchsuppe und gute Gespräche.

Kilometer: kaum selbstgefahrene
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zuletzt bearbeitet 06. Aug. 2021
1’425 Beiträge · seit 201306. Aug. 2021 ·
Hi Ruth und Uwe,
Ich habe mich auch noch kurzfristig bei euch ins Piepsauto gequetscht. GT ist natürlich dabei 😛
Zu den neuen Crocs kann ich nur anmerken, dass ich mir für Schweden auch neue gekauft habe, aber aus Sentimentalität durften die alten mitreisen. Und was hatte ich an? Natürlich die super eingelaufenen alten Latschen 🙄

"Wer aber je bei Temperaturen unter 10 Grad mit eiskalten Fingern Knoblauchhäutchen von den Zehen gepult und diese später mit stumpfem Messer mühevoll kleingehackt hat, weiß die gebrauchsfertige Pampe im Topf zu schätzen"
Das Kopfkino rattert 🤩 😄 🤩
Was machst du mit deinen Zehen?
LG
Claudia
Unsere Reisen findet man unter: http://clamat.de/
1’545 Beiträge · seit 201306. Aug. 2021 ·
Clamat schrieb:Hi Ruth und Uwe,

Das Kopfkino rattert 🤩 😄 🤩
Was machst du mit deinen Zehen?
LG
Claudia
Hallo Claudia,
you made my day!
😄 😄 😄
@ Muckels,
einfach nur schön von euch zu lesen.
LG Beate, noch auf Sylt aber schon ganz bald auch wieder in Afrika.
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
1’298 Beiträge · seit 200707. Aug. 2021 ·
Da ist man mal ein paar Tage nicht im Lande und dann gibts solche "Fake-News" 😗 Die Eulenmuckels haben noch NIE so schnell mit einem Reisebericht nach ihrem Urlaub angefangen... 🙄
Bei genauerem hinsehen (-lesen) ... scheint doch echt zu sein 🤩

Liebe Ruth und Uwe, wir freuen uns und sind natürlich dabei. Verkürzt uns die Zeit bis Mai '22 und ein paar andere sind ja auch noch in den Startlöchern 😉

LG
Martina + Ralf
Unsere Afrika-Reiseberichte im Forum || Neuseeland 2026Vietnam 2025 | Japan 2019 Costa Rica 2018|
Themenstarter2’109 Beiträge · seit 200607. Aug. 2021 ·
@Caroline: Klar nehmen wir dich noch mit.

@Claudia: Ruth hatte tatsächlich auch überlegt, ihre alten Crocs zusätzlich mitzunehmen. Der Plan wurde aber wegen "etwas zu bekloppt" verworfen. 😉
Ruths Füßen geht es gut. Mit dem Messer bearbeitet sie nur Knoblauchzehen. 😉

@Martina und Ralf: Da diese Reise für uns ganz besonders war, dachten wir, auch der Bericht könnte schon mal zu einem unerwarteten Zeitpunkt starten. Und zum Glück haltet ihr ihn auch für echt. 🙂
Schön, dass ihr auch dabei seid.

Viele Grüße
Uwe
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Themenstarter2’109 Beiträge · seit 200607. Aug. 2021 ·
Tag 5 – Mittwoch, 7. Juli – Autoproblemchen

Meikes Gästehaus, Swakopmund

Der Tag begann wie gestern. Wir frühstückten, und dann fuhr Uwe zu Namib Campers, damit das Piepsen hoffentlich abgestellt werden konnte. Leider war das nicht so einfach. Das Piepsen im Relais wurde nicht durch ein dafür vorgesehenes Bauteil erzeugt, sondern durch eine Spule. Daher konnte es nur abgestellt werden, wenn man das Relais abklemmte. Zuvor wurde ohne großen Erfolg versucht, das Bauteil schalldicht zu isolieren. Schließlich entschieden wir, einen Schalter einzubauen, damit wir das Relais nicht jeden Tag umständlich durch Abklemmen außer Betrieb setzen müssten. Dieser Schalter sollte besorgt werden, und nach der Mittagspause konnte Uwe erneut in die Werkstatt kommen. Blöd, denn so war heute an einen etwas weiteren Ausflug in die Mondlandschaft nicht zu denken.
Swakopmund zeigte sich nun den vierten Tag von seiner unfreundlichen, nebelig-grauen Seite. Meist klarte es zum Mittag hin auf, aber von Sonnenstrahlen war weit und breit nichts zu sehen. Aus dem Gemütlich-im-Garten-in-der-Sonne-Sitzen wurde ein Mit-klammen-Fingern-auf-Uwe-Warten. Das hatte sich Ruth ein bisschen anders vorgestellt.

Rußnektarvogel

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Als Uwe wieder zurück war, nutzten wir die Zeit, um zu Fuß ein wenig durch die Stadt zu laufen. Wir schlenderten an einigen bekannten Geschäften vorbei, und Ruth kaufte sich eine Hose. In den Souvenirläden waren wir alleine und begegneten so gut wie keinen anderen Touristen. Wir waren im Vorfeld immer wieder gefragt worden, ob wir denn keine Angst hätten, dass die Kriminalität während Corona stark zugenommen hat. Klar hatten wir uns Gedanken gemacht. Noch ein wenig mehr, als uns die Autovermietung – eindringlicher als in den letzten Jahren ohnehin schon – darauf hinwies, nur ja nicht an einem Rastplatz am Straßenrand halt zu machen. Auf unsere Nachfrage nach dem Grund verwies man uns auf „die wilden Tiere“.
Unsere Sorge blieb unbegründet. Wir bewegten uns wie sonst auch zu Fuß in Swakop, hatten zu keiner Zeit ein unangenehmes Gefühl und wurden auch nicht vehementer angebettelt. Der Bitte, eine Nuss zu kaufen, kamen wir gerne nach. Viele andere Umsatzmöglichkeiten würde es im Moment für die fleißigen Nuss-Schnitzer ja auch nicht geben. Und so erwarben wir unsere 65. Makalaninuss. Irgendwem werden wir sie schon als Mitbringsel aufschwatzen können. Allerdings verzichteten wir darauf, ein Schwätzchen mit den Leuten zu halten, da wir längeren Kontakt vermeiden wollten. Das war eigentlich ein wenig schade.
Auf dem Rückweg hatte ein etwas intensiverer Blick von Ruth auf die aushängende Speisekarte am Eingang des Fish-Deli einer besonders pfiffigen und charmanten Bedienung genügt, um sie zu überzeugen und in den Laden hineinzusaugen. Dort nahm sie gerne noch eine Portion Sushi mit, die liebevoll frisch zubereitet wurde.

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Zurück in der Pension stürzte sich Ruth sogleich heißhungrig auf den „fischigen Klebepamp“. Uwe konnte dabei nur verständnislos den Kopf schütteln. Dankend lehnte er ab und holte sich lieber einen kleinen Snack in Form von Brot mit Wildschinken oder Frischkäse.

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Danach fuhr er wieder zur Werkstatt. Jetzt wurde leider festgestellt, dass das Relais nur dann aufhörte zu piepsen, wenn beide Klemmen getrennt wurden. Das lag vermutlich an der Sonne, die zusätzlichen Ladestrom über das Solarpanel lieferte. Zwei Schalter wollten wir jedoch nicht einbauen – abgesehen davon, dass nur einer vorhanden war. Also entschied Uwe, täglich das Relais manuell von einer oder eben beiden Klemmen zu lösen. Darin wird er ja bestimmt auch immer geschickter werden.
Er bedankte sich herzlich für die Unterstützung und fuhr wieder zurück, um Ruth abzuholen.
Die hatte es in seiner Abwesenheit tatsächlich fertig gebracht, überhaupt gar nichts zu tun. Das hört sich nicht so besonders an, ist es aber. Während zu Hause zig Dinge in der Warteschleife hängen, gerne parallel angefangen werden und einfach keine Zeit für 5 Minuten auf dem Sofa bleiben, hatte sie wieder den Vögeln in Meikes Garten zugeschaut und die Zeit verträumt. Was für ein Luxus!

Weißrücken-Mausvogel

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Rußnektarvogel

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Junger Oranjebrillenvogel

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Gemeinsam ging es am Meer entlang nach Walvis Bay. Wie immer wollten wir südlich der Stadt nach Wasservögeln Ausschau halten. Diesen Ausflug hätten wir uns wirklich sparen können. Die Sonne war hinter Wolken verborgen und das Licht zum Fotografieren mehr als schlecht. So wirkten die vielen Flamingos in der Lagune lediglich grau und dunkel.

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Rosaflamingo

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Ein paar Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Kapenten und Regenpfeifer liefen oder schwammen bei den Salzfeldern umher.

Weißstirnregenpfeifer

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Fahlregenpfeifer

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Leider klarte der Himmel aber auch hier nicht auf, und die Sonne war zwar da, aber nicht dort, wo wir waren.

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Beim Fotografieren mit dem großen Objektiv zeigte sich außerdem ein neues Problem. Hinter dem Kühlschrank war in unserem Auto ja schon immer der Kompressor montiert. Bei unserem Wagen nun befand er sich jedoch zusätzlich in einer grünen Metallbox, die viel Platz benötigte. Dadurch stand der große Doppelkühlschrank deutlich weiter vorne als früher. Und das schränkte den Platz hinter den Vordersitzen extrem ein. Schon bei der Autoübernahme hatte sich Ruth ein wenig geärgert, weil sie ihre Rückenlehne so kaum nach hinten bewegen konnte, um während der Fahrt auf einer längeren Strecke ein wenig zu dösen. Wir hatten uns aber entschieden, dies zu akzeptieren. Typisch deutsch erschien uns da noch, alles perfekt und wie gewohnt vorfinden zu müssen. Wir würden uns schon im Auto einrichten und ein wenig improvisieren können. Falsch gedacht! Uwe konnte den großen Fotoapparat hinter den Sitzen nur sehr umständlich herauszirkeln, weil einfach kein Platz zwischen Sitzlehne und Kühlschrank blieb. Spätestens im Etosha würde das ein großes Problem werden.
Etwas frustriert fuhren wir wieder zurück nach Swakopmund, und Ruth wurde ein wenig nölig. Da müssen wir wohl doch noch mal nach einer anderen Lösung Ausschau halten.
Meikes Abendessen entschädigte uns jedoch schnell wieder. Sie hatte einen ganz hervorragenden Oryxbraten mit Kartoffel-Kürbis-Auflauf gekocht. Einen letzten Abend saßen wir in ihrem Wohnzimmer am warmen Feuer und fühlten uns wie Daheim. Es ist sehr schön, einen solchen Lieblingsort bei so lieben Freunden zu haben.

Kilometer: 104
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2’524 Beiträge · seit 200907. Aug. 2021 ·
Hallo Muckels,

"Diesen Ausflug hätten wir uns wirklich sparen können. Die Sonne war hinter Wolken verborgen und das Licht zum Fotografieren mehr als schlecht."
Und dann auch noch Low Tide. 😗 😣 Viel wichtiger als die Sonne wäre der passende Wasserstand (Flut), dann sind die ganzen Limis nicht draussen im Watt, sondern nahebei. Da kann Licht sein wie es will.

Ach ja, der Oryxbraten würde mich auch deutlich mehr anmachen als der fischige Klebepamp. 😎

Schönes Wochenende,
Matthias
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
142 Beiträge · seit 201109. Aug. 2021 ·
Ohhhh; die Eulenmuckels sind wieder gecruised… Das freut mich für euch und ich springe schnell noch auf, bevor es richtig raus geht 🤩 🤩 🤩

Nach unserem nervenaufreibenden Trip im März 2020, haben wir dieses Jahr schweren Herzens auf die gewohnte März-Tour verzichtet. Die Sehnsucht ist entsprechend riesig!!! Die ersten Tränchen musste ich deshalb schon bei dem Foto von Uwe im Savanna Office wegklimpern 🙁 . Und wenn erst weitere tolle Bilder von Landschaften und Tiere kommen, wird es wird sicher nicht leichter mit dem Kloß im Hals...

Ich freue mich aber trotzdem sehr auf den weiteren Bericht 😁 und wünsche allen Namibia-(Sehn)süchtigen, die demnächst aufbrechen, eine wunderschöne Reise.
Als Volunteer in Uganda – Eine neue Erfahrung für eine „alte“ Afrikasüchtige http://www.birungi.org/2018/03/03/als-volunteer-in-uganda-eine-neue-erfahrung-fuer-eine-alte-afrikasuechtige/ Namibia 2020 - Nach Hause Dank Rückholprogramm https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299658-namibia-2020-nach-hause-dank-rueckholprogramm.html?rb=1&template=simple Als Volunteer im EHRA Wüstenelefanten Projekt https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/295500-als-volunteer-im-ehra-wuestenelefanten-projekt.html?rb=1&template=simple
298 Beiträge · seit 200709. Aug. 2021 ·
Hallo Ruth und Uwe,

wie schön, dass ihr uns wieder mit einem interessanten Reisebericht und tollen Fotos erfreut! Wie viele andere im Forum haben auch wir unsere Reise auf nächstes Jahr verschoben und hoffen, dass alles klappt. Dann werden wir auch bei Meike nächtigen und freuen uns sehr darauf.

Viele Grüße
Silvy
1’625 Beiträge · seit 201509. Aug. 2021 ·
Liebe Eulenmuckels,
vielen Dank, dass Ihr Eure Reise so schnell mit uns Revue passieren lasst. Ich freue mich mit jeden mit, der gerade sein Wunschziel bereisen kann/konnte. Schreibt bitte schnell weiter.
Viele Grüße
Elisabeth
Reiseberichte/ Fotos im Namibiaforum: Namibia, 2x Kenia, Äthiopien/Djibouti, Südafrika, Marokko, Ecuador Festland Reiseberichte/Fotos in Ingrids Forum: Baja California, Delta und Krüger, Simbabwe, Réunion, Ecuador/Galapagos, 2x Indien, Milos/Santorini, Kanada "Viele sagen, man soll gehen, wenn es am schönsten ist, aber ich finde, man soll lieber dahin gehen, wo´s am schönsten ist." Das Känguruh
zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2021
Themenstarter2’109 Beiträge · seit 200610. Aug. 2021 ·
@Matthias: Vielen Dank für den Tipp. Auf Tide haben wir beim Ausflug nach Walvis Bay nicht geachtet. Das sollten wir wohl in Zukunft tun.
Ach ja, der Oryxbraten würde mich auch deutlich mehr anmachen als der fischige Klebepamp.
Wir verstehen uns. 😉

@Markandi: Wir freuen uns, dass du auch dabei bist. Und es tut uns leid, wenn wir dir den ein oder anderen Kloß im Hals nicht ersparen können. Uns ging es vor Ort auch so.

@Silke: Ok, ok. Es gibt Leute, die leben das NOCH mehr als wir. Wie schön, dass die zweite Sichtungsfee nun auch an Bord ist. 😉

@Silvy: Wir drücken euch die Daumen für eine schöne Reise.

@Elisabeth:
Schreibt bitte schnell weiter.
Machen wir. 🙂 Herzlich willkommen.

Liebe Grüße
Uwe
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Themenstarter2’109 Beiträge · seit 200610. Aug. 2021 ·
Tag 6 – Donnerstag, 8. Juli – Endlich auf Pad

Meikes Gästehaus, Swakopmund – NWR Campsite, Sesriem

Der letzte Morgen in Swakopmund und bei Meike ist immer etwas wehmütig. Nach fünf Tagen in der Pension freuen wir uns einerseits, nun durch Namibia zu fahren und zu campen. Andererseits fällt uns der Abschied immer schwer. Hoffentlich können wir uns bald, spätestens im kommenden Jahr wieder sehen.

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Wir mussten mehrmals laufen, um unseren Krempel ins Auto zu bringen. Nachdem wir uns von Meike und Klaus verabschiedet hatten, fuhren wir zur Tankstelle, und während der Diesel in den Tank lief, lud Uwe zwei große Pakete Feuerholz in den Camper. Anschließend kauften wir noch Körnerbrot und Brötchen, und als wir die Stadt verließen, war es schon fast halb 12.
Entlang der Küste fuhren wir wie gestern nach Walvis Bay und bogen dort auf die C14 ins Landesinnere ab. Anfangs war die Straße geteert, und als sie zu einer guten Lehmpad wurde, passierten wir eine Polizeikontrolle. Der Polizist fragte uns nach dem Woher und Wohin und wünschte uns eine gute Fahrt. Für einen festgelegten Reiseverlauf oder irgendwelche Buchungsunterlagen interessierte er sich nicht.

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Bis zum Vogelfederberg begegneten wir keinem anderen Auto. Später waren es doch ein paar, aber der Verkehr auf der C14 hatte nichts mit den Massen von vor zwei Jahren gemeinsam. Die Straße war in recht gutem Zustand, und wir kamen zügig voran. Das war auch gut so, denn wir mussten ein bisschen Zeit gutmachen. So blieb es bei wenigen Pausen oder Fotostopps.

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Durch den Kuiseb und über den Wendekreis des Steinbocks ging es immer weiter Richtung Südosten.

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In Solitaire standen außer uns noch zwei Autos. Die separate Bäckerei war geschlossen, und der Apfelkuchen wurde wie vor 15 Jahren im Shop an der Tankstelle verkauft. Wir verzichteten heute mal ausnahmsweise auf den Kuchen und nahmen stattdessen noch ein helles Brot mit. Dann ging es auch schon weiter nach Süden.

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Wir freuten uns sehr, wieder durch die wunderschöne Landschaft fahren zu können. Die Nachmittagssonne ließ das kurze Gras golden leuchten. Dann liefen die ersten Springböcke dieses Urlaubs über die Straße. Neugierig blieben sie sogar stehen und schauten in unsere Richtung.

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Die letzten 10 Kilometer vor Sesriem waren inzwischen geteert. An der Rezeption kauften wir das Permit für den Namib-Naukluft-Park.

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Dann schauten wir uns die Stellplätze des neuen Oshana-Camps an. Keiner davon war belegt. Jeder besaß ein eigenes kleines Duschhäuschen. Aber die Plätze unter den großen Kameldornbäumen, die zu den NWR-Campsites gehören, gefielen uns besser, und so checkten wir dort ein.
Zum Sonnenuntergang fuhren wir zur Elim-Düne. Dort waren noch ein paar andere Leute, meist kleine Gruppen. Wir versuchten, die Düne zu erklimmen, aber hinter jeder Kuppe befanden sich weitere. Die Aussicht wurde natürlich immer besser, je höher wir stiegen. Da die Schatten schon recht lang waren, beeilten wir uns, denn wir wollten eigentlich auf die der Sonne zugewandte Rückseite gelangen. Aber es war wie verhext. Immer, wenn wir uns sicher waren, den höchsten Punkt gleich erreicht zu haben, ging es wieder hinab und gleich darauf wieder aufwärts zum nächsten Dünenkamm. Und so liefen wir weiter und weiter. Es war ganz schön anstrengend, und irgendwann gaben wir auf. Wir drehten um und liefen im Dämmerlicht zurück zum Auto. Besonders schön war, dass wir vom Rufen einiger Bellgeckos begleitet wurden.

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An der Campsite parkten wir unter einem schönen Baum, klappten das Zelt auf und machten Feuer. Während Ruth duschte, suchte Uwe alle Zutaten für das Abendessen zusammen. Wir machten Eisbergsalat mit Tomate und Feta. Auf den Grill kam eine Boerewors, und dazu gab es Grillbrote mit Knoblauchbutter. Alles schmeckte hervorragend. Aus der Dunkelheit ertönte der langgezogene Ruf eines Schakals, und gleich darauf antworteten ein paar weitere von der anderen Seite des Platzes. Wir freuten uns sehr und lauschten ihrer Unterhaltung. Später sahen wir die munteren Gesellen eifrig über die Campsite huschen und die Grillstellen nach Resten absuchen.

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Nach dem Spülen packten wir schon weitestgehend zusammen und gingen bald ins Zelt, damit wir morgen früh noch im Dunkeln Richtung Sossousvlei starten können. Soweit wir uns erinnern, waren wir schon seit acht Jahren nicht mehr hier. Das Thermometer sank auf 10 Grad.

Kilometer: 348
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zuletzt bearbeitet 10. Aug. 2021
8’758 Beiträge · seit 201010. Aug. 2021 ·
Eulenmuckel schrieb:
Zum Sonnenuntergang fuhren wir zur Elim-Düne. ......................Aber es war wie verhext. Immer, wenn wir uns sicher waren, den höchsten Punkt gleich erreicht zu haben, ging es wieder hinab und gleich darauf wieder aufwärts zum nächsten Dünenkamm. Und so liefen wir weiter und weiter.
😄 Guten Morgen Ihr Zwei, da hatte ich zu früher Stunde doch bereits ein Déjà-vu, oder besser gesagt Déjà-lu oder Déjà-écrit 🤩 :

Bele schrieb 2015
Was soll ich sagen - dieses Ding ist ziemlich tückisch: immer wenn man meint, oben zu sein, kommt eine kleine Kuhle und dann geht es dahinter noch weiter hoch.
Wir scheinen tagsächlich an/auf der selben Düne gewesen zu sein 😗 🤪 . Wir, Renate, Irmela und ich, waren ja der Meinung, dass wir ganz oben waren, 100%ig sicher bin ich mir aber inzwischen nicht mehr....

Jetzt freu ich mich ganz doll auf euren nächsten Tag, denn da gibt es bestimmt tolle Fotos zu sehen!

Bis dahin liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
335 Beiträge · seit 201410. Aug. 2021 ·
Hallo Eulenmuckels
Auch ich suche mir noch ein kleines Plätzchen. Schön, wieder all die gewohnten Bilder zu sehen. Wie habe ich sie doch vermisst.
Danke.
LG Irene
772 Beiträge · seit 200711. Aug. 2021 ·
Liebe Muckels,

wie schön, dass Ihr nun auf Pad seid und ich freu’ mich, als Mitleserin dabei sein zu können 🙂
Auch bei mir werden ganz viele Erinnerungen wach….

2003 waren wir zum ersten und auch zum letzten Mal im NWR-Camp 😎 und es war meine 2. Namibia-Campingreise. Damals noch mit Bodenzelt 🙄

Euer Foto ist wunderschön!

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Ich liebe die CS mit den alten Bäumen..

In der 1. Nacht wurde ich durch Geräusche wach und glaubte, ein Knacken zu hören! Ich weckte Michael und der meinte nur schlaftrunken „keine Sorge, das sind nur Springböcke“ 😗 , drehte sich um und schlief weiter!
Ich sah aber durch meine Zeltwand die Shilouette einer Hyäne 🤨 auf der Mauer entlang laufen, die anscheinend unsere Abfall-Knochen gefunden hatte, und konnte danach nicht mehr richtig einschlafen.
Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass tatsächlich Hyänen im Camp waren. 😮
Über diese Story können wir heute noch lachen!

Jetzt bin ich auf Eure nächsten Abenteuer gespannt und genieße weiter im gemütlichen Sessel den Bericht.

Liebe Grüße von Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
zuletzt bearbeitet 11. Aug. 2021
Themenstarter2’109 Beiträge · seit 200612. Aug. 2021 ·
@Bele: Offensichtlich hat die Elim-Düne nichts von ihrer Tücke verloren. Am besten nimmt man sich gar nicht vor, bis zum höchsten Punkt zu laufen, sondern genießt einfach von dort, wo man die Aussicht toll findet. Aber genau das ist auch das Problem. Man denkt immer: Vielleicht ist der Blick 50 Meter weiter ja noch besser. 🙂

@Simone: Warum wart ihr schon so lange nicht mehr in Sesriem auf der NWR-Campsite, wenn es dir dort so gut gefällt?
So eine Geschichte wie mit den Hyänen vor dem Zelt vergisst man nicht.

Gleich geht es mit dem nächsten Morgen weiter.

Viele Grüße
Uwe
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Themenstarter2’109 Beiträge · seit 200612. Aug. 2021 ·
Tag 7 – Freitag, 9. Juli – Jede Menge roter Sand

NWR Campsite, Sesriem – Namib Rand Family Hideout

Der Wecker holte uns um viertel vor sechs aus dem Schlaf. Die Luft war frisch, aber mit fünf Grad nicht allzu kalt. Uwe kochte Wasser für Kaffee und Tee, und wir machten uns in aller Ruhe fertig. Im Dunkeln packten wir alle Sachen zusammen, schlürften unsere Getränke und brachen gegen zehn vor sieben auf. Uwe hatte noch ein wenig Luft aus den Reifen gelassen.
Das Tor war wie am Abend zuvor nicht besetzt, so dass wir einfach hindurchfahren konnten. Es waren bereits ein paar andere Autos vor uns gestartet, aber sonst war es sehr ruhig. Keine lange Autoschlange, keine Überholmanöver und auch kein illegales Autorennen ins Vlei.

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Als wir Düne 45 erreichten, standen dort trotzdem drei Autos. Aber wir wollten ja eh weiter. So fuhren wir bis ans Ende der Teerstraße. Dort warteten zwei Shuttlebusse auf Kunden. Doch wir mussten sie leider enttäuschen, weil sich Uwe schon auf seine erste kleinere 4x4-Strecke freute. In Schlangenlinien und mit viel Geschaukel nahm er mal die eine, mal die andere Spur, und wir kamen wohlbehalten am Parkplatz für das Deadvlei an.
Es war immer noch ziemlich kühl. Während die Sonne über die Dünen schaute, brachen wir auf, folgten den weißen Pflöcken und waren mutterseelenallein unterwegs.

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Obwohl der Boden trocken und die Lehmkruste rissig und aufgesprungen war, wuchs überall ein wenig Grün.

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Dann trennten sich unsere Wege. Während Ruth auf die Düne stieg, lief Uwe unmittelbar ins Vlei.

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Ihm kam ein Parkangestellter entgegen, der die Wegmarkierungen kontrolliert hatte und verkündete, dass wir heute die ersten Touristen seien. Wir waren ja tatsächlich schon einige Jahre nicht mehr hier, vor allem, weil uns der Rummel etwas zu viel geworden war. Der Grund für den Rummel war uns schnell wieder klar: Die geschwungenen Wellen der Dünenkämme, die Spuren im Sand, die wandernden Schatten, die Farbnuancen der Sandkörner, die vielen Linien und Farben und die Präsenz der alten Kameldornbäume. Man weiß gar nicht, wohin man als erstes schauen soll. Heute morgen waren wir für lange Zeit die einzigen Besucher. Welch ein Privileg! Die Magie des Deadvleis war selten so greifbar.

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Uwe konnte frei herumspazieren und sich mit jedem Baum persönlich anfreunden, was er auch tat. Er probierte mal diese, mal jene Perspektive, lief um die Bäume herum und fotografierte, was die Kamera hergab.

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Ruth genoss derweil die Aussicht von Big Daddy. Sie war wirklich froh, als sie endlich den Dünenkamm erreicht hatte, denn zuvor hatte sie die gar nicht mal so gute Idee gehabt, eine Abkürzung zu nehmen und direkt die Dünenflanke hinaufzulaufen. Das klappte wirklich super. Drei Schritte aufwärts und zwei ging es mit dem nachrutschenden Sand wieder hinunter. Sie war mehrfach kurz davor, einfach aufzugeben, aber dann wäre die bisherige Arbeit ja umsonst gewesen. Also Zähne zusammengebissen und die nächsten 80 Schritte in Angriff genommen, kleine Verschnaufpause und weiter. So kämpfte sie sich mühsam vorwärts, noch von zusätzlichem Ehrgeiz gepackt, weil mittlerweile zwei Franzosen ebenfalls die Düne erklommen. Die Blöße konnte sie sich ja nun nicht geben. Als sie endlich den Kamm erreicht hatte, kam ihr der weitere Aufstieg wie ein Spaziergang vor.

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Nach einigem Suchen fand sie auch Uwe, der klein wie eine Ameise zwischen den Bäumen herumtanzte.

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Sie setzte sich auf den höchsten Punkt der Düne, genoss die warmen Sonnenstrahlen, die absolute Ruhe und die Freude darüber hier sein zu dürfen, bevor es in großen Sprüngen wieder abwärts in Richtung der Lehmpfanne ging. Selbst das Hinunterhopsen dauerte recht lange, war aber deutlich weniger anstrengend und sehr spaßig.

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zuletzt bearbeitet 12. Aug. 2021