Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201530. Juni 2018 ·
04.06.2018 // Surprise, Surprise 🤩
Heute können wir es ganz langsam angehen lassen und stehen zum Sonnenaufgang mit unseren Buschbechern mit Instantkaffee auf der Terrasse. Keine Spur von Nebel und man merkt deutlich den warmen Ostwind, der aus dem Landesinneren weht.
Um 8 Uhr gehen wir gemütlich frühstücken und besprechen den restlichen Tag. Petra weiß ja seit gestern schon, dass ein Arrangement auf uns wartet. Eigentlich wollte ich sie ganz spontan zum Sundowner damit überraschen, aber als sie ein wenig enttäuscht von den Dünen Bildern von gestern war, sagte ich ihr ja, sie würde bestimmt noch eine Gelegenheit bekommen. Seit dem ahnt sie es schon. Derweil sitzen wir auf unserem Balkon und beobachten eine Reiterin, die durch die wunderschöne Landschaft galoppiert. Was würde ich gerade darum geben, mein Pferd hier zu haben und an diesem friedlichen Morgen selbst los zu starten!
Wir fahren zur Prima Schlachterei, um unseren Fleischvorrat noch etwas aufzustocken und betreten einen Laden, wo jeder Lebensmittelkontrolleur in Deutschland die Hände überm Kopf zusammen schlagen würde. Aber genauso hatten wir uns dies hier auch vorgestellt. (Und das meine ich nicht negativ). Wir kaufen etwas Rauchfleisch vom Oryx und noch ein Stück Salami und bekommen es freundlicherweise auch direkt eingeschweißt.
Danach besuchen wir den Schlangenpark und ich bin voll in meinem Element. Petra ist es hier nicht so wohl, aber ich klugscheiße sie voll, welche Schlange welche Eigenschaften hat usw. und welche wie tödlich ist. Große Begeisterung zeigt sie nicht 😄 Als die Angestellte plötzlich hinter ihr fegt, springt sie vor schreck fast in die Luft, aber nach etwa 10 Minuten kann sie sich hier ungehemmter bewegen.
__________________________________________ Wenn sich jemand vor Schlangen ekelt oder sonst was, bitte weit herunter scrollen 😉 Wir haben selbst eine Freundin mit extremer Phobie, daher hier die Warnung! __________________________________________
Mozambique Spitting Cobra: Kommt in Namibia nur im Nord-Osten vor und wird nicht besonders groß (durchschnittlich 1,20 Meter). Spritzt ihr Gift präzise in die Augen ihres Gegenübers und produziert es beinahe wie Speichel. Das Gift spritzt im 90 Grad Winkel aus ihren Giftzähnen heraus über 2 bis 3 Meter weit. Ihr Gift wirkt beim Biss zellschädigend. Sie Frisst normal Nager, Kröten, kleine Vögel, Geckos, Eidechsen und andere Schlangen.
Zebra Cobra: Ebenfalls eine Speikobra und ihr Gift wirkt bei einem Biss zell- und nervenschädigend. Sie bewohnt etwa die obere Hälfte Namibias. Die Nahrung fällt in etwa wie der Mozambique aus.
Shield-nose Snake (Cobra): Sehr klein, Gesamtlänge nur bis zu 60 cm. Ihr Gift ist nervenschädigend und die Nahrung besteht aus kleinen Echsen und Schlangen, sowie nestjungen Kleinsäugern.
Black Spitting Cobra: Noch eine Speikobra, die aber nur im südlichen Teil Namibias vorkommt. Nahrung wie die Mozambique. Gift zell- und nervenschädigend.
Cape Cobra: Die giftigste Kobra Afrikas, denn ihr Gift wirk am effektivsten von allen ihren Verwandten. Es wirkt neurotoxisch, also nervenschädigend. Sie wird etwa 1,50 Meter lang und ernährt sich bevorzugt von Nagern. Man sieht sie allerdings auch oft in Gesellschaftsnestern der Siedelweber und sie kann sogar Puffottern erbeuten. Sie lebt ab Windhoek im südlichen Namibia. Diese hier ist sehr gesprenkelt. Ihre Farbe variiert zwischen strahlend gelb bis hin zu tiefschwarz.
Anchietas Cobra: Die zweitgrößte Kobra (nach der Waldkobra) in Afrika. Kann sich bis zu 50 cm hoch aufstellen und ernährt sich wie die anderen Kobraarten. Ihr Gift wirkt nervenschädigend.
Boomslang: Hier sieht man ein Weibchen, die in Namibia meist grau und die Männchen strahlend grün sind. Aber je nach Lebensraum können die Farben stark variieren. Ihre Giftzähne sitzen ganz hinten im Kiefer und sie sind extrem scheu und vermeiden Konfrontationen mit Menschen, daher gibt es kaum registrierte Bisse dieser Schlangenart. Ihr hämatoxisches Gift führt dazu, dass man innerlich verblutet, allerdings können die Symptome auch erst nach 48 Stunden auftreten. Sie ernähren sich meist von baumbewohnenden Echsen oder auch Jungvögeln, scheuen sich allerdings nicht, für die Jagd Bäume oder Sträucher zu verlassen. Für mich die schönste Schlangenart.
Black Mamba: DER Endgegner überhaupt - der Kuss des Todes. Die Schwarze Mamba an sich ist gar nicht schwarz, sondern ihre Mundhöhle, wenn man dem Tod quasi ins Auge blickt. Im schlimmsten Fall setzt nach 20 Minuten der Herzstillstand ein. Ihr Vorkommen zieht sich fast über ganz Namibia und sie ernährt sich von verschiedenen Nagern bis hin zu kleinen Säugern, Vögeln und anderen Schlangen.
Puffotter: Leider kein Foto. Kommt quasi in ganz Namibia vor und ist extrem gefährlich. Von ihrem Biss kann man leicht Extremitäten verlieren, denn ihr Gift ist extrem gewebezerstörend. Auch flieht sie nicht, wenn man ihren Weg kreuzt, sondern bleibt meist liegen und versucht, nicht gesehen zu werden. Fühlt sie sich bedroht, faucht sie und macht eben solche namensgebenden "puff" und zisch Geräusche.
Bei den nächsten werde ich nicht genauer drauf eingehen, sonst werde ich hier nie fertig 🙂
Horned Adder: Ihr Gift wirkt zellschädigend, wird nur etwa 40 cm groß und Echsen, Agamen, Skinke, Jungvögel...
Spotted Bush Snake: Harmlos, ungiftig. Wird oft mit der Boomslang verwechselt. Hervorragender Kletterer.
Brown House Snake: Harmlos, ungiftig. Frisst Nager und Geckos.
Sand Snakes: Giftig, aber ohne Wirkung beim Menschen.
Mole Snake: Ungiftig, aber der Biss soll extrem schmerzhaft sein. Diese Färbung ist die adulter Tiere, junge Exemplare haben meist eine Musterung.
Die Pythons werden gerade gebadet.
Die restlichen Bewohner:
Normalerweise scheue ich solche Attraktionen, aber ich lasse mir eine Boa geben, die Menschen gewohnt ist und ganz artig ist. Die Frau legt mir "Susanne" um den Hals und sie hält sich an den Seiten erst einmal fest wie eine Halskrause. Petra hätte wohl die größte Panik bekommen, aber ich bleibe ruhig, auch wenn es sehr unangenehm fest ist. Sie fühlt sich sehr kalt an und genießt die Körperwärme. Der Kopf ist mir nicht ganz geheuer und ich schiebe ihn immer wieder langsam mit dem Handrücken fort. Schlangen fühlen sich einfach unheimlich schön an. Petra traut sich sogar mal, sie anzufassen, aber niemals würde sie sie selbst halten. Als ich meine, dass es jetzt ok wäre und sie wieder hergebe, kommt ein einheimischer junger Mann an, der auch gerne ein Foto haben möchte. Ich nehme sein Handy und er kriegt die Schlange umgelegt. Seine Kumpels draußen prusten los und sind sehr schadenfroh, weil er sich so ängstlich ist und ja, man kann sagen, sich wie ein Mädchen anstellt. Darüber muss dann auch Petra herzlich lachen und feixt mit den anderen herum. Als wäre es eine Art Mutprobe für ihn, herrlich 😄
Der Schlangenpark ist nicht besonders hübsch hergerichtet oder modern ausgelegt, aber auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man in Swakop ist. Man bekommt schon Gänsehautfeeling, wenn man bedenkt, all diese tödlichen Schlangen leben hier unter uns, aber wir sehen sie im Normalfall nicht.
Wir fahren zurück zur Lodge und wollen ein wenig in die Dünen laufen. Man stellt es sich anstrengend vor, dort hochzukraxeln, aber es ist noch viel schwerer als gedacht. Allerdings entstehen tolle Bilder und wir setzen uns in den feinen Sand und genießen. Auch hier achten wir darauf, nur in bereits vorhandenen Spuren zu laufen.
Unsere Lodge mal aus anderer Perspektive
Wir möchten noch eine Kleinigkeit essen gehen, da ich Petra sagte, wir müssen um 17 Uhr fertig sein. Jutta meinte, das Brauhaus hätte durchgehend geöffnet und wir treffen auf dem Weg dorthin Barbara wieder, die Schweitzer Frau von der Tour gestern. Wir würden uns wahrscheinlich auch am nächsten Tag bei Cape Cross wieder sehen und verabschieden uns. Im Brauhaus sagt man uns, dass die Küche erst wieder ab 17 Uhr geöffnet sei - na toll. Man sagt uns aber auch, wir sollen ins Village Café gehen, also los.
Wir kommen an einem Laden mit Kudulederschuhen vorbei und ich überrede Petra, mal reinzuschauen und schließlich ein Paar anzuprobieren. Sie schlägt zu und besitzt nun auch endlich solche tollen Schuhe, wenn auch eher etwas alltagstauglicher als meine. Nebenan kaufen wir noch einen Hut für ihre Arbeitskollegin und entdecken dann auf der anderen Straßenseite das Village Café. Auf den ersten Blick sieht es geschlossen aus, auf den zweiten Blick wenig einladend. Wir wagen es trotzdem und sind sehr überrascht, wie groß es innen drin ist und ein schöner Innenhof bietet auch noch Sitzmöglichkeiten. Die Bedienung ist so goldig und freundlich, dass ich sie direkt drücken könnte. Die Speisekarte ist sehr übersichtlich und ich entscheide mich für einen Burger, Petra bestellt das hausgemachte Maisbrot mit Steak, Ei, Bacon uns Salat. Es steht extra in der Karte „Not for Sissis“... Wir finden diesen urigen Stil und diese ausgefallene Aufmachung hier super und fühlen uns sehr wohl.
Als die Kellnerin mit unserem Essen kommt, wissen wir auch endlich um die Warnung beim Brot und bekommen vom Nebentisch auch noch Applaus mit der Frage, ob Petra denn sehr hungrig sei 😄
Eine Riesen Portion! Mein Burger ist auch reichlich und ich werde mehr als satt, aber Petra hat schwer zu kämpfen. Ich probiere das Brot und es schmeckt super super gut! Eins der besten Brote, die ich hier gegessen habe.
Um 17 Uhr warten wir auf Beate, die uns zur Sundowner Überraschung abholen soll. Es vergehen fast 10 Minuten und ich bin schon kurz davor sie anzurufen, ob sie uns nicht vergessen hätte. Da fährt sie auch schon vor und erklärt uns, sie habe beim Sea Breeze gewartet, weil dies ja so ähnlich klingt. Eine sehr sympathische nette Frau, die bereits 28 Jahre hier lebt. Sie fragt uns, wo wir hin wollen - in die Dünen, da sind wir uns einig. Wo genau soll Petra entscheiden, es ist ja ihre Überraschung. Wir fahren ein Stück aus Swakopmund heraus und von hinten in die Dünen. Wir halten an einem schönen Platz und müssen eine sehr steile Düne hochkraxeln. Beate auch noch zusätzlich mit Coolbox. Ich sehe den Muskelkater schon kommen. Oben angekommen hat sich jede Anstrengung gelohnt und Petra ist nun in ihrem Element. Wir schießen tolle Fotos, genießen anschließend den Sonnenuntergang in dieser tollen Atmosphäre und unterhalten uns außerordentlich herzlich mit Beate.
Dies ist mein absolutes Lieblingsbild, auf das ich auch ein wenig stolz bin 🤩
Als es langsam kühl wird, heißt es Hacken in den Sand und Düne herunter steigen. Ein seeehr komisches Gefühl, da ich fast kniehoch in den Sand einsinke. Wir fahren in der Dunkelheit zurück und verabschieden uns herzlich von Beate. Wenn es passt, werden wir mit ihr auf jeden Fall nächstes Jahr wieder so einen tollen Abend verbringen. Petra bedankt sich bei mir und könnte heulen, so schön war es - Überraschung gelungen! 😘 😘 😘
Zurück im Chalet heißt es nun Sachen zusammen packen, denn morgen müssen wir diesen wundervollen Ort verlassen und unsere Tour geht weiter. Ich muss zugeben, auch wenn es hier wunderschön ist, vermisse ich den Busch!
Auflösung der Überraschung: Petra hat sich so sehr gewünscht, einen Sundowner in den Dünen zu machen. Da wir dies aber nicht auf eigene Faust machen wollten und konnten, habe ich im Internet recherchiert und nichts passendes gefunden. Petra erklärte ich, dass es wohl nichts wird. Dann fragte ich unsere liebe Gabi aus Windhoek von Namibia Individual Travel und sie organisierte diesen tollen Abend. Petra ließ ich weiter im Glauben, dass ich absolut nichts gefunden hätte und Jutta weihte ich ein, die immer mal sagte, dass es ja verboten sei, in die Dünen zu gehen und das Gesetz am 01.06.2018 noch einmal verschärft wurde. (Es gibt dieses Gesetz wohl tatsächlich, nur hält sich eben keiner dran bzw. wird dies einfach nicht streng durchgesetzt. Oder gibt es das in anderer Form? Ich weiß es nicht, vielleicht kann ja jemand etwas dazu sagen...)
Selbst gefahrene Kilometer: 15
Fazit Desert Breeze Lodge: Diese Lodge war für uns unbeschreiblich schön und wird uns immer in Erinnerung bleiben. Allein der Ausblick ist einmalig und es war schön, nicht im Zentrum von Swakopmund zu sein, sondern etwas außerhalb. Der Service war 1a und das Frühstück das Beste, das wir jemals in einer Lodge hatten!
Ob Du es glaubst oder nicht: da waren wir noch nie! Dann werden wir uns mal im Dezember die Schlangen angucken, hilft ja nix. 😉
LG Logi
Old Women1’545 Beiträge · seit 201330. Juni 2018 ·
Enilorac65 schrieb:Hallo, darf ich auch noch mit? Kann mir jemand in welchem Monat man am besten Flamingos sehen kann? Das würde mir auch mal gefallen! Bin schon gespannt auf die Überrschung!
Wir waren Mitte Mai dort, und besonders im Abendlicht waren die Flamingos einfach zauberhaft. In Walvis Bay haben wir sie jedoch nicht so zahlreich gesehen wie ein paar Tage später bei "Fishers Pan" im Etosha NP. Das müssen Tausende gewesen sein, und wir konnten uns nur sehr schwer losreißen.
das sind wirkliche Traumfotos die du da zeigst - da kannst du mit Recht darauf Stolz sein! Auch von Frank seinen "größten Respekt" dafür - er meldet sich hier ja eher selten, aber ist ganz begeistert und das soll ich dir auch ausrichten. LG, Nette
🤩 🤩 🤩 🤩 🤩 iiiihhhhhhhhhhhh Schlangen, neee das ist leider gar nicht mein Ding. 🤩 🤩 😈 Aber mit den Dünenfotos hast du mich wieder voll abgeholt. Wunder- wunder- wunderschööööön. Die Überraschung ist doch wieder voll gelungen !!! Klasse !!! Und diese Ruhe auf den Dünen - bis ins Rheinland zu spüren 😉 . Schade das die Zeit in Swakop schon zu Ende geht. Immer wieder schön am Meer zu sein, in so einer herrlichen Umgebung. Und …….. die Schlachterei werde ich mir merken 😉
Na dann las mal knacken und dich nicht von Hanno ärgern 😉 😉 LG und schönen Sonntag wünscht die Netti - auch an die liebe Petra
Liebe Laura Schöner Bericht mit tollen Fotos von eurem Aufenthalt in Swakopmund. Wenn ich das nächste mal dort bin schaue ich mir die Dünen auch genauer an, guter Tip. Ich verstehe dich, dass es dich wieder in den Busch zieht, ist auch eher meine Welt. Reise gerne weiter mit euch und bin gespannt was alles ihr noch erlebt. Liebe Grüsse Tessi
Tolle Bilder von euren Abenteuern in und um Swakopmund. Der Sundowner in den Dünen - phantastisch 🙂 . Erinnert mich an meine abendliche Dünenbezwingung in der marokkanischen Sahara vor ein paar Jahren. Das sind Eindrücke, die man nie mehr vergisst ... Sehr interessant auch der Besuch des Schlangenparks. Falls dich/euch sowas interessiert - das Reptilium in Landau ist von euch aus leichter zu erreichen als der Schlangenpark in Swakopmund, ein Tagesausflug 😉 .
Eure Begeisterung für das Land ist auch bei eurer fünften Reise aus jeder Zeile herauszulesen 🙂 .
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201501. Juli 2018 ·
Liebe Logi, na das freut mich ja, dass ich auch dir noch etwas Neues aufzeigen kann 🤩 Unbedingt müsst ihr mal dort hin!
Liebe Beate, vielen Dank, das stelle ich mir toll vor in der Fishers Pan!
Liebe Nette, vielen Dank für das Lob!
Liebe Netti, daher ja die Vorwarnung 😄 also die Schlachterei macht suuuuper leckere Sachen! Öffnungszeiten sind werktags ab 7 Uhr und mittags, mittwochs und samstags nur vormittags. Gegenüber vom alten Gefängnis. Hanno will doch immer nur helfen 🙂 also wenn es mal wieder länger dauert bei mir mit dem Schreiben, hier ist der Grund dafür:
Liebe Tessi, herzlichen Dank für die lieben Worte. Schön, dass noch jemand meine Sehnsucht verstehen kann, obwohl es in Swakop auch schön ist. Unbedingt musst du mal ein Stück in die Dünen laufen oder fahren, es lohnt sich einfach.
Lieber Stefan, vielen Dank 🙂 ui, super Tipp, da muss ich Petra mal hinschleppen - ist tatsächlich etwas näher als Swakopmund 😄 Meistens ist sowas ja in einem Zoo dabei, die ich nicht besuche. Aber das hier interessiert mich doch sehr! Danke für den Tipp!
Einen schönen Sonntag wünsche ich Euch (und allen stillen Mitlesern) 🙂 Laura
Mit den Schlangen kann ich mich nicht so anfreunden, aber die Dünenfotos sind super! @Beate: vielen Dank für den Link!
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana
Hallo Laura ab sofort bin ich auch bei Deiner diesjährigen Reise dabei. Dein Bericht verursacht sofort Namibiasehnsucht....... Dachte ich bin darüber hinweg, aber so ist das mit dem denken 😊 Viele Grüße und lass Dich nicht von Hanno aufhalten weiterzuschreiben!!! Elisabeth
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201503. Juli 2018 ·
Hallo Elisabeth,
das freut mich sehr, dich auch dabei zu haben 🙂 ich muss dich allerdings warnen, es folgen noch tränenreiche Momente. Heute schaff ich's leider nicht (und das liegt nicht an Hanno) 😄 , aber morgen gehts weiter!
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201504. Juli 2018 ·
05.06.2018 // Eine endlose Fahrt für eine große Enttäuschung?
Ein letztes Mal genießen wir diesen bombastischen Ausblick und versuchen nach dem Frühstück nochmal, den Sonnenaufgang auf Video einzufangen. Schon bevor die Sonne aufgeht, merken wir, dass es heute extrem mild ist und ein warmer Ostwind weht, das bedeutet in der Regel Sandsturm.
Um halb 9 ist Abfahrt und es fällt uns schwer, diese tolle Lodge zu verlassen. Wir verabschieden uns herzlich von Margaret und den Angestellten und fahren Richtung Henties Bay. Unser nächstes Ziel ist Cape Cross.
Die Straße lässt sich sehr gut fahren und wir nähern uns nach einer Weile dem Schiffswrack, das 2008 hier gestrandet ist. Wir werden diesmal nicht von der Nüsschen-Mafia, sondern von Steinverkäufern empfangen. Einer der Herren spricht mich direkt an und erklärt mir, wann dieses Schiff gestrandet ist und dass es mal ein Fischerboot war. Wir empfinden ihn auch nicht als aufdringlich, sondern finden es sehr nett, dass er über dieses Wrack etwas erzählen kann. Nachdem wir Fotos gemacht haben, kaufen wir ihm auch einen schönen Stein ab und schon stehen zwei weitere Verkäufer um uns herum. Wir möchten aber nur bei ihm kaufen, weil er sich so bemühte.
Auf dem Weg nach Cape Cross steigt das Thermometer immer weiter, bis es die 33 Grad erreicht. Es ist sehr windig. Je näher wir aber wieder dem Atlantik und der Robbenkolonie kommen, desto kühler wird es. Als wir unser Permit für die Kolonie kaufen, treffen wir Peter und Barbara (die Schweitzer von der Wüsten-Tour) wieder und unterhalten uns noch kurz. Dies ist nun unser letztes Aufeinandertreffen und wir wünschen uns gegenseitig noch einen tollen Urlaub.
Bei der Kolonie angekommen steigen wir aus dem Auto und eine Wand von Gestank haut uns fast um. Besonders ich brauche ein paar Minuten, bis ich mich daran gewöhnt habe, obwohl ich nicht sonderlich empfindlich bei Gestank bin. Wir können jetzt bloß staunen. 250.000 Robben leben hier, so beeindruckend hatten wir uns das nicht vorgestellt. Schade, dass wir hier nicht lange bleiben können. Wir schießen ein paar Fotos und müssen nach ca. 15 Minuten schon wieder los, denn zur White Lady Lodge ist es noch ein anstrengender Weg. Also kleiner Tipp: früher in Swkopmund losfahren 😉
Unterwegs zeigt das Thermometer eine Höchsttemperatur von 38 Grad und wir können dies erst glauben, als wir kurz anhalten und aussteigen. Der Wind weht so heftig, dass man kaum stehen kann und durch die Hitze fühlt er sich an wie ein überdimensionaler Fön.
Die Pad von Henties Bay nach Uis wurde anscheinend erst geschoben und lässt sich wunderbar fahren. Die Landschaft ist extrem eintönig, und man sieht ein großes Bergmassiv. Das ist doch noch nicht der Brandberg oder?! Doch ist es... Auch nach 80 Kilometern scheint dieses Massiv nicht näher zu kommen und die Fahrt wird etwas anstrengender.
Wir kommen Uis immer näher und sehen bald das Schild zur White Lady Lodge. Vorher müssen wir allerdings noch etwas Wasser kaufen und fahren nach Uis zum Supermarkt. Mein erster Gedanke ist, hier gehe ich bestimmt nicht rein! Ich nehme mir nur zwei Scheine aus dem Portemonnaie und wage es so trotzdem. Hier gibt es nicht viel Tourismus, aber immerhin steht noch ein anderes Touri-Auto hier. Mir ist das alles nicht ganz wohl und ich bin froh, als ich, nachdem ich nur einmal angequatscht wurde, wieder im Auto sitze.
Die restliche strecke zur Lodge ist gut zu finden und teilweise sehr angenehm weich und sandig zu fahren - aber 4x4 ist hier nicht nötig.
Wir fahren in die Lodge ein und es ist so, wie ich es auf Bildern schon gesehen habe, sehr schön gelegen mit einem tollen Berg-Panorama. Beim Check-in kommt dann die Enttäuschung - no elephants in this area for 3 months 🙁 🙁 🙁 Ich habe mich innerlich zwar schon darauf vorbereitet, aber die Enttäuschung ist schon zu spüren. Aber hey, es sind wilde Tiere! Wir könnten statt dem schon gebuchten Elephant-Drive einen Nature-Drive machen. Wir sagen, wir überlegen es uns, das Geld bekommen wir anscheinend sowieso nicht wieder.
Die Dame an der Rezeption fragt uns, ob wir statt dem Zelt ein Zimmer nehmen möchten, aber wir haben ja extra das Zelt gebucht.
Wir bestellen bei Jayden, einem total netten Kellner zwei Rock Shandys und er überlegt kurz. Er meint, er würde uns so etwas ähnliches mixen, was besser schmeckt. Er bringt uns unsere Malawi Shadys, die tatsächlich viiieel besser schmecken als die Rock Shandys. Jetzt haben wir unser Getränk gefunden 🙂
Danach machen wir uns auf den Weg zu unserem Zelt und nehmen noch einen Sack Holz für ein Lagerfeuer mit. Am Zelt angekommen folgt die nächste Enttäuschung: Die Reißverschlüsse haken an vielen Stellen und schließen nicht richtig, sodass Löcher am Boden bleiben. Das Freiluft-Bad ist toll, aber wir sind uns schnell einig, doch ein Zimmer zu nehmen. Schade, wir hatten uns hierauf sehr gefreut.
Die Zimmer sind leider nicht viel besser, sehr stickig und es riecht etwas komisch, aber sie sind zumindest dicht. Dazu kommt diese lieblose, teilweise marode Aufmache und ein fehlender Wasserkocher und Kühlschrank (was aber dadurch kommt, dass die Lodge wohl nicht ans Stromnetz angeschlossen ist). Es kommt uns in den Sinn, hier nicht unbedingt zwei Nächte bleiben zu wollen, zumal wir ja wegen der Elefanten hier gebucht hatten. Nun bleiben uns aber keine großen Möglichkeiten der nächsten Übernachtung, da unser nächstes Ziel Vingerklip ist. Wir denken uns, wenn wir zumindest bis Khorixas fahren, können wir schön früh in der Vingerklip sein und haben diese ganze Strecke nicht auf einmal zu fahren. Mir kommt die Mopane Lodge in den Sinn, die aber telefonisch nicht zu erreichen ist. Jetzt können wir sowieso nichts mehr ausrichten und genießen den Sundowner, ich brauche dazu erstmal einen Gin Tonic... Meine Laune ist leider im Keller, wogegen ich auch wirklich nichts machen kann, aber mir ist klar, dass dafür niemand etwas kann. 🙁 Vielleicht von der Autofahrt und den heißen Temperaturen oder ich kann meine Enttäuschung über die Lodge nicht unterdrücken... Ich weiß es nicht. Wir haben auch keine Lust, hinauf auf die Felsen zu klettern, aber auch von unten aus kann man wunderschön sehen, woher der Brandberg seinen Namen hat!
Um 19 Uhr gibt es Abendessen: Blätterteigtasche Beef Bällchen mit Kartoffelbrei, Gemüse und Krautsalat Malva Pudding
Das Essen ist nichts Besonderes, aber wir werden satt. Außer uns ist noch eine große englischsprachige Busgruppe und drei Paare dort. Während des Desserts wird von der gesamten Belegschaft gesungen und ich bin so gerührt, dass mir die Tränen kommen, obwohl ich schon vorher wusste, was kommt. Die Angestellten hier sind so freundlich und gesprächig und sind mit voller Freude bei dieser tollen Gesangseinlage. Einfach toll!
Wir sind froh, als wir endlich in unseren Betten liegen und schlafen gerädert vom Tag schnell ein.
Gefahrene Kilometer: 355
Fortsetzung folgt... Irgendwas muss es doch geben, um meine Enttäuschung weg zu zaubern 🤩 Ein kleiner Cliffhanger 😉
Hallo Laura, es werden am Ende nicht doch etwa Elefanten in der Gegend sein? Du hast zu Beginn des Berichts ja bereits geschrieben, dass euch am Brandberg ein echtes Highlight erwartet hat. Ich bin auf jeden Fall gespannt und hänge derweil ein wenig an der Klippe rum,
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201505. Juli 2018 ·
Guten Morgen Sascha,
so viel sei verraten, es übertrifft alles Erwartete und Erhoffte 🙂 und es fließen Tränen. Mehr dazu heute Abend 😉 schön, dass ich auch mal einen Cliffhanger verursachen kann, wo ich selbst es auch HASSE 😄
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201505. Juli 2018 ·
06.06.2018 // Ein Tag voller Emotionen 🤩
Ich freue mich sehr, diesen Teil des Berichts zu schreiben!
Pünktlich um 7 Uhr sind wir die Ersten beim Frühstück und werden bald gefragt, ob wir nun den Nature Drive machen möchten. Da wir noch nicht wissen, ob wir nun abreisen oder nicht, sagen wir, wir würden in einer halben Stunde Bescheid geben.
Das Frühstück hier ist leider mit Okaukuejo-Verhältnissen zu vergleichen - naja, dafür wurden wir die letzten drei Tage aber auch sehr verwöhnt was das angeht 🙂
Jayden, der außerordentlich freundliche Kellner von gestern ist so nett und kümmert sich um den Anruf in der Mopane Lodge. Er kommt zurück und gibt sein Ok, dass sie noch ein Zimmer frei haben. Wir wollen gerade sagen, dass wir dann den Drive nicht mit machen, aber Jayden meint, dass wir auf jeden Fall spätestens 11 Uhr wieder hier sein würden. Also nehmen wir den Drive mit dieser tollen Landschaft doch noch mit und fahren danach los nach Khorixas.
Während wir auf Helmuth warten, unterhalten wir uns mit einem allein reisenden Mann aus England, der als einziger noch mitfährt. Er fragt uns, ob wir auch wegen der Elefanten hier sind. Ja klar, ursprünglich schon, aber sie sind ja leider nicht hier. Er schaut uns etwas komisch an und meint, wir würden sie nun suchen fahren. Hääää?! Wir verstehen jetzt nur noch Bahnhof. Hat man uns gerade eben nicht noch etwas von einem Nature Drive gesagt?! Als wir zu Helmuth in den alten Landi (450.000 km aufm Tacho) steigen, frage ich ihn nun, was denn jetzt Sache wäre. "The elephants are about 30 or 40 km away from the lodge, we gonna try to find them now. It's a special drive today, maybe we find them." Mein Strahlen ist wieder da und die Laune wieder so sonnig wie dieser wundervolle Morgen. Im Nachhinein vermuten wir, dass dieser Herr, der noch mitgefahren ist, Fotograf für ein Magazin ist und ordentlich geschmiert hat, weil er eben auch wegen den Elefanten hier ist - das ist unser Glück!
Los geht die Fahrt und wir versuchen nun irgendwo in einer großen Entfernung die Wüstenelefanten zu finden. Wie spannend und exklusiv ist das denn bitte?! Natürlich ist uns klar, dass nur eine kleine Chance besteht, sie zu finden. Wir müssen zunächst einige Rivier-Durchfahrten meistern und merken schnell, dass Helmuth den Landi voll im Griff hat.
Einige Kilometer müssen wir gut machen und ein paar Tore durchfahren, wo die Zäune allesamt kaputt sind, aber Hauptsache, diese Tore werden wieder geschlossen - That's Africa 😄
Ganz plötzlich stoppt Helmuth und setzt zurück - hat er etwa was gesehen?! Wir scannen die Gegend ab und sind nun richtig im Pirschmodus. Tatsächlich, eine Spur eines einzelnen Elefantenbullen, der heute Nacht an der Tränke war 🤩
Wir folgen dieser Spur und Helmuth verliert sie nicht aus den Augen - wir können nur staunen! Wir sind nun schon über eine Stunde unterwegs.
Leider führt die Spur in unwegsames Gelände und wir können ihr nicht weiter folgen 😕 An einer weiteren Wasserstelle finden wir wieder Spuren, die aber schon älter sind. Ich überlege, wie man in dieser riesigen Gegend überhaupt vom Weg aus irgendwo Elefanten finden soll 😮 Schnell werden wir eines besseren belehrt, als Helmuth auf einmal freudig sagt, dass hier Spuren einer ganzen Herde sind 🤩 Wir steigen aus und nehmen alles unter die Lupe
Jepp, ganz frisch, erst ein paar Stunden alt 🤩
Nun geht es erst richtig los - OFFROAD! Und wie... Wir sind uns zwar bewusst, dass dies hier ein Landi ist, aber zweifeln sehr, ob wir heute auch wieder heil an der Lodge ankommen. Wir folgen nun den Spuren und Helmuth erklärt uns immer wieder wie alt sie sind und in welche Richtung die Tiere gewandert sind. Gerade an den Spuren erkennt man gut, dass sie vor Kurzem erst hier gewesen sein müssen, denn es ist noch kein anderes Tier oder Insekt durch die Spur gelaufen und man sieht sogar die Maserung.
Das hier war ein Schlafplatz
Schließlich erreichen wir ein Rivier, wo gefühlt ein ganzes Elefanten-Meeting statt fand 🤩 🤩 🤩
Helmuth will auf die Anhöhe fahren und von dort aus die Gegend abscannen. Damit ihr euch vorstellen könnt, wie wir gefahren sind, hier eine kurze Sequenz:
Wir halten oben mit einem Panoramablick auf den Brandberg und Helmuth steigt aufs Dach. Auch wir geben unser Bestes, können aber keine Elefanten ausmachen. So langsam schwindet die Hoffnung, sie zu finden, aber hey, immerhin war der Drive bisher richtig spannend und Helmuth beeindruckt uns ungemein mit seiner Kenntnis, wie er die Natur liest. Mittlerweile sind wir schon über zwei Stunden unterwegs. Es ist aber auch wie die Nadel im Heuhaufen! 😈
Frische Fress-Spuren 🙂
Es wird immer steiniger und felsiger und unser Wagen verliert mehr und mehr zähe schwarze Flüssigkeit vorne links im Reifen. Ob das noch was wird? Ein Land Rover, so heißt es, sei ja unkaputtbar, selbst mit 450.000 km auf dem Tacho.
Wir halten auf der nächsten Anhöhe und erklimmen ein paar Felsen. Ich sehe weit entfernt zwei Autos stehen - kann es sein, dass.... - "Elephants!!!", ruft Helmuth freudig und wir sitzen so schnell wieder im Auto, dass ich kein Bild mehr machen kann von der Aussicht.
Jetzt spüren wir ein noch größeres Kribbeln und werden immer aufgeregter 🤩 Helmuth erklärt uns, dass die Autos zur EHRA (Elephant Human Relations Aid) Organisation gehören, die den Elefanten folgen, um den Mensch-Tier-Konflikt zu überwachen und die Tiere und Menschen vor Ort zu schützen. Nichts wie hin!!!! 🤩
Allerdings gilt es erst einmal, einen Weg dorthin zu finden. Es geht sehr felsig herab und wir müssen einen großen Schlenker fahren, während unsere Nervosität von Minute zu Minute steigt!
Endlich können wir die Herde in den Büschen erahnen 🤩 Wow - nach über 2,5 Stunden Suche, haben wir (oder besser Helmuth) sie tatsächlich gefunden... Wir können es noch gar nicht glauben und nähern uns den Tieren langsam. Sie kennen Helmuth und das Auto, daher sind sie ganz entspannt und wir sind hin und weg über diesen Anblick! Es folgen einige Bilder, ich konnte mich nicht entscheiden...
Helmuth zeigt nach links, wo sich ein paar Tiere in einem kleinen Pulk aufhalten und meint, da wäre ein großer Bulle zwischen ihnen. Er wäre sehr stark und hat einen abgebrochenen Stoßzahn. WIIIIEEE BITTE?! Für einen kurzen Moment setzt mein Herz aus und ich trau mich gar nicht es auszusprechen.... "Voortrekker???" - "Yes, himself." Mir schießen die Tränen in die Augen und ich kann es nicht glauben. So oft habe ich ihn im Internet bewundert. Erst letzte Woche wurde er nach Monaten wieder lebend gesehen und hatte einen abgebrochenen Stoßzahn. EHRA schrieb, er würde Richtung Brandberg wandern, aber ich hätte mir nie nie nie zu träumen gewagt, diesen prächtigen Bullen zu treffen. Ich weine viele Tränen der Freude und wir warten gespannt darauf, dass er sich endlich zeigt. Zum Glück braucht er lange, bevor er sich uns präsentiert, so kann ich mich wenigstens beruhigen und die Tränen wegwischen, damit ich nicht vor lauter Aufregung die Fotos versaue.
Und da ist er nun, in seiner ganzen Pracht! Und hoffentlich mit seinem nun abgebrochenen Stoßzahn kein begehrtes Ziel mehr für Wilderer oder Jäger.
Wir genießen die Anwesenheit von 14 Desert Elephants, aber ich habe nur Augen für IHN!
Jetzt kommt Bewegung in die Sache und vom einen Moment auf den anderen hat Sir Voortrekker seinen Auftritt!
Er schreitet genauso, wie ich es schon viele Male im Internet bewundert habe. Er hat etwas königliches und strahlt pure Kraft aus. Wir können uns gar nicht beruhigen, was er für ein Koloss ist, aber mit welcher Anmut er hier erscheint.
Als die Herde abzieht, folgen wir ihr noch ein Stück und begleiten sie zu ihrer Wasserstelle, die sich in Felsen befindet, in denen noch Regenwasser zu finden ist.
Wir bekommen eine letzte Gelegenheit, Voortrekker in seiner vollen Pracht bewundern zu können und verabschieden uns. Abermals laufen mir Tränen über die Wange. Möge man ihn mit aller Macht beschützen!
Auf dem Rückweg zur Lodge müssen wir dieses Erlebnis erstmal verdauen und runter kommen. Beinahe nehmen wir gar nicht mehr diese tolle Landschaft wahr. Überall blühen gelbe Blumen und mir kommt es schlagartig in den Sinn.... "Mama, überleg mal, welches Datum wir heute haben...." Jetzt kommen auch Petra schlagartig die Tränen und wir erinnern uns an einen geliebten Menschen, der seit heute genau zwei Jahre nicht mehr da ist und garantiert zu dieser Begegnung beigetragen hat.
Gegen 12:30 Uhr sind wir erst wieder zurück an der Lodge und nun lohnt es sich absolut nicht mehr, noch zur Mopane zu fahren, da sind wir uns einig. Es ist uns etwas peinlich, aber Jayden sagt das Zimmer dort wieder ab, natürlich nachdem wir ihm von unserem Glück erzählt haben. Es ist uns etwas unangenehm, so viel Durcheinander verursacht zu haben, aber er meint, no Problem, that's okay! Ich könnte ihn grad mal drücken.
Wir genehmigen uns erstmal zwei Malawi Shandys und kommen mit den Besitzern der Lodge ins Gespräch. Wir unterhalten uns sehr nett und sie freuen sich ungemein, dass die Elefanten bald wieder in der Nähe sein werden. Wir schicken ihnen die Bilder von Voortrekker noch aufs Handy und auch sie stauen über die tollen Aufnahmen von ihm.
Zurück am Zimmer will Petra für morgen schon einmal die Luft an Katjas Reifen ablassen auf 1,8 Bar. Sie stellt fest, dass alle Reifen (außer der Neue) weit über zwei Bar anzeigen und wird stutzig. In Windhoek hatte man uns versichert, alle Reifen wären auf 2.0 Bar aufgepumpt. Tja, auch hier wieder: Lieber selbst kontrollieren! Sie fragt einen Mitarbeiter, der um die Ecke arbeitet und er bietet ihr sofort an, mit ihr vorne zur Reparatur zu fahren. Hier wird der Reifendruck direkt angepasst. Sie unterhält sich sehr nett mit allen und der Mitarbeiter, der mit ihr hier hin gefahren ist, erzählt ihr unter anderem, was Voortrekker hier an der Lodge schon alles angestellt hat. Als Petra mit ihm zurück zum Zimmer kommt, fragt sie, ob er ein Trinkgeld oder lieber zwei Büchsen Bier hätte und er antwortet zaghaft, dass er lieber das Bier nehmen würde. Petra wünscht ihm einen schönen Sundowner und er freut sich sehr darauf.
Zum Abendessen gibt es heute Hühnchen mit Butternusskürbis und Möhrensalat. Immer noch kein Game...
Die Gesangseinlage der Angestellten ist wieder wunderschön mit anzusehen und zu hören und ich habe wieder Tränen in den Augen. Jayden fordert mich zum Tanzen auf und wir drücken uns nochmal herzlich zum Abschied, denn er hat eigentlich seit mittags Feierabend und fängt erst wieder am nächsten Tag mittags an. Von Petra verabschiedet er sich ebenso herzlich und man könnte meinen, wir hätten einen neuen Freund gefunden.
Platt von diesem ereignisreichen Tag fallen wir in die Betten.
Selbst gefahrene Kilometer: 3 😄
Fazit White Lady Lodge: Außer der Rezeptionistin waren hier alle außerordentlich herzlich und freundlich. Die Rustic Tents waren leider eine große Enttäuschung, ebenfalls die Zimmer. Die Chalets werden momentan renoviert, vielleicht werden die ja schöner, aber es ist klar, dass man hier meist wegen der Elefanten her kommt. Ich weiß nicht, wie ein normaler Elephant-Drive abläuft, aber wir hatten einfach riesiges Glück an diesem Tag! Das war das Spannendste, das wir je in unseren Urlauben erlebt haben und mein Traum, Voortrekker zu treffen, ging wirklich in Erfüllung... So etwas ist einmalig und unvergesslich.
Hallo Laura was für ein unglaublich schönes Erlebnis, da darf man schon ein paar Tränen verdrücken 🤩 Und Du hast das so geschrieben, dass ich richtig mitten dabei war, Klasse und Danke! Liebe Grüße Elisabeth
Flash2010Themenstarter1’425 Beiträge · seit 201508. Juli 2018 ·
07.06. // Weiter geht's zur Vingerklip
Wir stehen sehr früh auf, laden schon alles an Gepäck ins Auto und sind pünktlich um 7 Uhr beim Frühstück.
Noch einmal bedanken wir uns bei allen für diesen freundlichen Service hier und fahren zeitig los Richtung Vingerklip. Wäre da nicht die fehlende Beschilderung aus der Lodge heraus, wo drei verschiedene Wege abgehen. Nach zwei mal wenden, haut auch das hin und wir fahren Richtung Khorixas. Unterwegs ist die Landschaft wunderschön und es geht durch Berge und über Riviere. An einigen Stellen ist es sogar sehr grün und es blühen gelbe Blümchen.
Wir kommen an die Kreuzung Khorixas / Outjo und fahren nun ein Stück Teerpad. Nach ein paar Kilometern erwartet uns unsere erste Polizeikontrolle. Wir halten an, wie es sich gehört und halten einen kurzen Plausch über die Straßenverhältnisse mit dem netten Officer. Er wünscht uns eine gute Weiterfahrt und betont, wir sollen vorsichtig fahren.
Nach einer kurzen Rast kommen wir schon an den Abzweig zur Vingerklip Lodge. Auch diese Anfahrt ist bis auf die letzten Meter super zu fahren und nach einer Weile entdecken wir schon die Fingerklippe.
Wir parken unsere dreckige Katja und gehen zur Rezeption, wo wir wieder außerordentlich nett und freundlich empfangen werden. Für die Angestellten ist es eine Gaudi, dass wir ein paar wenige Worte Afrikaans sprechen. Wir unterhalten uns sehr nett und stellen später fest, dass nur wir bei der Begrüßung so viel gelacht und geplaudert haben. Was ein herzlicher Empfang!
Jonathan hilft uns mit den Koffern und wir parken unsere Katja unten in der Garage. Danach folgt die große Herausforderung, unser Zimmer vom Parkplatz aus zu finden. Nach ein paar Anläufen meistern wir auch diese Hürde und können nur staunen. So ein tolles Zimmer mit so einer bombastischen Aussicht! In der Galerie oben befindet sich noch ein Bett mit einer tollen Aussicht, das zum Schlafen einlädt.
Nachdem wir uns frisch gemacht haben, gehen wir hoch an die Bar und bestellen unsere obligatorischen Malawi Shandys. Auch die beiden Kellner feiern es, dass wir uns in Landessprache bedanken. Es sind diese kleinen Gesten, mit denen man ein herzliches Lachen zurück bekommt.
Diese kleinen Felsenratten wuseln überall herum und sind kaum scheu
Später ziehen wir uns um, schnappen uns unsere Kameras und wagen den Aufstieg zum View Point. Es gilt einige Serpentinen und unzählige Treppenstufen zu erklimmen, aber die Anstrengung lohnt sich allemal. Man hat eine wunderschöne Sicht auf die Felsformationen.
Wir werden auch hier sehr freundlich empfangen und kommen mit den beiden Kellnern über mein Namibia Tattoo ins Gespräch. Sie meinen, wir sollen uns mal die Honeymoon Suit anschauen, da momentan niemand dort honeymoonert. Schon etwas besonderes, aber auch mit wenig Privatsphäre voneinander, was das Bad angeht 😄
Zurück beim Eagles Nest bestellen wir - was auch sonst - zwei Malawi Shandys und kommen mit einem deutschen Paar ins Gespräch. Zwischendurch schauen wir immer wieder, ob das Licht besser wird zum Fotografieren, aber erst als die Sonne fast weg ist, bekommt man die besten Aufnahmen, außer von der Fingerklippe, die steht leider schon sehr früh im Schatten.
Zum Abendessen möchten wir aber unten im Restaurant essen und steigen langsam wieder herab.
Das Essen bietet eine schöne übersichtliche Auswahl und es gibt klasse Filet vom Eland und Kudu-Leber. Zu Hause esse ich keine Leber bzw. habe sie noch nie wirklich gegessen, aber hier schmeckt auch das prima. Das Filet ist perfekt gebraten und wir verteilen viele Komplimente an die freundliche Köchin.
Danach möchten wir noch einen Absacker an der Bar trinken, umringt sind von Menschen, die auf ihr Handy starren, weil hier das beste WLAN Signal ist. Das Paar vom Sundowner stößt zu uns und wir können ihnen ein paar hilfreiche Tipps für die Etosha geben. Sie bedanken sich mit einem Amarula und wir stoßen an auf „Happy Days“ 😎
Was für eine schöne Lodge, hier stimmt einfach alles!
Gefahrene Kilometer: 193
Fazit Vingerklip Lodge: Dies war die teuerste Unterkunft unserer Reise, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmte definitiv! Wieder begegneten uns viele freundlich und herzliche Menschen und es gab ENDLICH Game in diesem Urlaub 😄 Das Essen war super super lecker, das wohl bisher beste Essen in einer Lodge, das wir hatten. Das Abendessen im Eagles Nest kann man machen, war für uns aber uninteressant, da es sowieso erst um 19 Uhr startete, als die Sonne bereits untergegangen war.
was für ein Tag auf der White Lady Lodge, es begann so enttäuschend und dann .......... unglaubliche Eindrücke, die du uns da schilderst. Die Gänsehaut schwappt bis zu meiner Kaffeetasse rüber 😉 . Schön, dass ihr nicht enttäuscht wurdet und so ein Erlebnis hattet. Ah und jetzt sind wir auf Vingerklip - war auch einer unserer Lieblingslodges. Wie ich sehe, habt ihr den Aufenthalt sehr genossen, bei der Aussicht auch kein Wunder, oder? Ich gebe dir völlig recht, man muss nicht zwangsläufig oben essen, die Aussicht allerdings sollte jeder genießen.
Applegreen1’796 Beiträge · seit 201409. Juli 2018 ·
Hallo liebe Laura und Petra,
nach einer längeren Forumspause habe ich mir für diese Woche fest vorgenommen, mal wieder in das Lesen von Reiseberichten einzusteigen. Es gibt ja viele neue Berichte und einige "angefangene", die ich endlich mal aufholen muss 🤨.
Bei Euch habe ich jetzt mal begonnen und es kommen einige Erinnerungen auf. Mit Douglas waren wir in Swakopmund seinerzeit auch unterwegs und auf der Vingerklip Lodge haben wir leider nur einen kurzen Zwischenstop gemacht und uns mächtig geärgert dort nicht übernachtet zu haben. Wie gewohnt sind Euch tolle Aufnahmen ingesamt aber auch insbesondere dort toll gelungen.
Eure Elefantenbegegnung am Brandberg hast Du ganz wunderbar eindrücklick beschrieben - welch ein Glück Ihr dort hattet! In der Gegend werden wir Anfang nächsten Jahres sein und ich wage gar nicht auf solch eine Begegnung zu hoffen 😗 Ganzganz großes Kino!
Ich bin jetzt also endlich bei Euch zugestiegen und hefte mich an Eure Fersen 😘