Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201326. Juni 2018 ·
Hallo Laura,
unser Aufenthalt in Okapuka ist schon lange her - 2008 - damals waren wir mit einer Reisegruppe unterwegs. Der Gamedrive konnte wegen Starkregens nicht stattfinden, so karrte man uns zur Löwenfütterung - grauslich! Dem armen Kerl wurde an einer Schiene mit einer Kette ein Fleischbrocken serviert, so dass der Kater günstig lag, damit die Touris ihn bestaunen und fotografieren konnten. Nicht einmal bei dieser unserer ersten Reise fand ich das prickelnd!
Damals waren wir übrigens auch im letzten Haus vor dem Busch, und fanden es recht nett.
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201526. Juni 2018 ·
Lieber Michael,
schade, dass du meinen Sarkasmus nicht verstehst und ich dir erhaben vorkomme. Es reicht, wenn der Rest es versteht und weiß, dass wir uns genauso über uns selbst lustig machen. Dürfen andere wie du gerne auch tun, dann hat wenigstens jeder was zu Lachen 🙂
Liebe Laura wir waren auf dem gleichen Flug und bei uns gab es noch Amarula, haben wir euch alles weg getrunken 🤨 , Spass. Aber schon bei uns wurde die Flasche über die Köpfe der Passagiere hinweg gereicht 🙂 wir sassen in Reihe 18. Dafür war der Flug sehr angenehm, da nicht voll gebucht hatte ich zwei Sitze für mich alleine. Ich habe euch gesehen als ihr am Schalter des Autovermieters angestanden sind, aber erst jetzt realisiert dass ihr das wart 😮 Gerne reise ich mit euch mit und geniesse so Namibia erneut erleben zu dürfen. Wir selber waren in Botswana unterwegs. Liebe Grüsse Tessi
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201526. Juni 2018 ·
Liebe Gabriele, viele Menschen (gerade Neulinge - und das ist jetzt nicht negativ gemeint!) hinterfragen das Ganze meistens nicht so. Wir fanden 2014 zB Frans Indongo super, doch dort leben zB Letschwes, die normal nur in Sümpfen leben und nicht in den trockenen Gegenden Namibias. Nicht zu vergessen unsere jährlichen Besuche auf Otjitotongwe, von denen ich oder wir uns mittlerweile auch distanzieren, allerdings nicht, weil es den Tieren dort nicht gut geht (zumindest augenscheinlich).
Liebe Tessi, jetzt haben wir einen Schuldigen 😄 Wir saßen glaube ich 27 und hatten auch schön viel Platz, aber bei so leeren Maschinen braucht man sich nicht wundern, dass Air Namibia kein Gewinn einfährt. Ist ja nicht so, dass wir das das erste Mal erleben. Nach so einem langen Nachtflug funktioniert mein Kopf auch nicht so schnell, aber schade, wir halten immer gerne ein Pläuschchen 🙂 vielen Dank für deine lieben Worte, und ich hoffe, ihr hattet einen mindestens genauso tollen Urlaub wie wir unseren erlebt haben 😘
Berg-Eule2'060 Beiträge · seit 201326. Juni 2018 ·
Flash2010 schrieb: ...viele Menschen (gerade Neulinge - und das ist jetzt nicht negativ gemeint!) hinterfragen das Ganze meistens nicht so. Wir fanden 2014 zB Frans Indongo super, doch dort leben zB Letschwes, die normal nur in Sümpfen leben und nicht in den trockenen Gegenden Namibias. Nicht zu vergessen unsere jährlichen Besuche auf Otjitotongwe, von denen ich oder wir uns mittlerweile auch distanzieren, allerdings nicht, weil es den Tieren dort nicht gut geht (zumindest augenscheinlich).
Liebe Laura, ich glaube, als Neuling kann man das alles auch nicht gleich durchschauen. Ihr hattet viele Einblicke gewonnen durch eure Freundschaften auf den Farmen, und wir bekamen sie im Laufe der Zeit durch die beiden Driver/Guides, mit denen wir unterwegs waren, sie waren auch Farmersöhne und erzählten uns viel, was wir aus keinem Buch oder Reiseführer hätten entnehmen können.
Ich bin dankbar, dass wir Namibia viermal auf diese intensive Art bereisen konnten, das hat uns mehr gebracht, als wenn wir in vier verschiedene Weltgegenden gereist wären.
Nun bin ich aber gespannt auf eure weiteren Erlebnisse!
Liebe Grüße von Gabriele
-----------------------------------------------
Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201526. Juni 2018 ·
Liebe Gabriele,
ich schließe uns ja mit ein in meine Erklärung, also dass wir das eben auch nicht alles durchschaut haben und das denke ich völlig normal ist, weil man einfach von allem überwältigt ist 🙂
Vielleicht schaff' ichs heute Abend noch, ansonsten morgen!
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201526. Juni 2018 ·
01.06.2018 // Auf geht's in die Wüste 🤩
Nach einer sehr erholsamen Nacht wachen wir noch vor Sonnenaufgang auf und genießen diese absolute Stille im Busch. Ein paar Impalas und Gnus ziehen in der Nähe unserer Hütte vorbei und ich atme die frische Morgenluft ein. Alles wirkt so friedlich.
Zum Glück sind wir beide keine großen Frühstücker, so wird diese Mahlzeit meist rasch eingenommen, aber hier kann man sich nicht beschweren, das Frühstück ist gut. Schnell noch auschecken und On the Road again 🙂
Auf dem Weg nach Okahandja aber werden wir zunächst von einem Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene überholt und denken zuerst, wir sollen folgen und anhalten. Auf einmal taucht hinter uns aber eine ganze Kolonne mit gefühlten 200 km/h auf und drängt uns beinahe ab. Da wir uns in einer Baustelle befinden, ist es sehr schwierig, schnell am Rand zu halten. Tja, unser Bekannter hatte also Recht, was die Regierungsfahrzeuge angeht - das war eine ganz schön brenzlige Situation.
Zunächst steuern wir in Okahandja den Spar an, um uns mit Savanna und etwas Bier einzudecken, denn wir haben Samstag und ab 13 Uhr bekommt man in Namibia keinen Alkohol mehr, erst wieder montags. Befinden wir übrigens als gut! Petra hält einen netten Schwatz mit dem freundlichen Parkwächter, während ich alles Nötige für die nächsten Tage besorge. An der Kasse wird alles in Plastiktüten verpackt (Leute, nehmt euch bitte Stofftaschen mit in den Urlaub, wir haben sie blöderweise vergessen) und von dem freundlichen Herrn ans Auto getragen. Wir verstauen alles und fahren einige Meter weiter zu einer Tankstelle. Reifendruck und Kühlerwasser sind in Ordnung, "Katja" beschwert sich nämlich mal wieder. Also weiter Richtung Swakopmund. Nach ca. 100 Kilometern machen wir Rast und tauschen die Seiten, denn tatsächlich darf ich jetzt ans Steuer. Es läuft ganz gut und Petra ist nur etwas angespannt. Ich fühle mich mit unserer Katja direkt wohl und bis Karibib ist es nur noch ein Katzensprung. Da die Warnleuchte im Tacho immer noch aufblinkt, halten wir in Karibib noch einmal und fragen einen sehr netten Mechaniker, der uns aber versichert, dass dies mit dem Filter zusammenhängen würde und kein Problem darstelle. Prima - jetzt aber wirklich weiter nach Swakopmund!
Die Landschaft verändert sich etwa alle 10 km mehr und die Büsche und Sträucher werden weniger.
Schließlich entdecken wir ein paar Dünen und können Swakopmund erahnen. Noch bevor wir richtig hinein fahren, fallen uns auf der linken Seite ca. 200 Meter Luftlinie entfernt bunte kleine Häuschen auf. Das muss unsere Lodge sein! Allerdings muss man erst ein gutes Stück durch Swakopmund fahren und wir finden irgendwie nicht auf Anhieb die richtige Straße zum Abbiegen. Egal, fahren wir eben eine Ehrenrunde. Die Straßen sind sehr schmutzig, vermutlich vom starken Regen noch vor Kurzem. Meine Oma würde wahrscheinlich wochenlang die Gass' fegen 😄
Dann endlich erreichen wir die Desert Breeze Lodge, unsere Unterkunft für die nächsten drei Tage! Wir können nur staunen, wie schön hier alles hergerichtet ist. Aber auf den ersten Blick sehe ich gar keine Dünen. War das im Internet vielleicht alles nur geschönt? Wir checken bei Maggy ein und man hilft uns mit dem Gepäck. Wir bekommen Zimmer Nr. 5 und Maggy schwärmt, wir hätten einen "very nice room". Das hört man doch gerne! Noch bevor wir über den kleinen Steg das Zimmer betreten, türmen sie sich schon vor uns auf, diese wunderschönen Dünen, von denen wir schon lange geträumt haben und weswegen wir genau diese Lodge gewählt haben. Hier ist absolut nichts geschönt - im Gegenteil, es ist sogar noch schöner als im Internet! Ach was, seht selbst:
Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus, es ist einfach bombastisch! So hätten wir es uns definitiv nicht vorgestellt.
Langsam realisieren wir, dass wir wirklich hier sind und räumen ein paar Sachen aus. Petra drückt auf dem Safe herum und die Tür geht nicht mehr auf... Tja, ich bekomme immer geschimpft, wenn ich einfach irgendwo drauf drücke und nicht erst in die Anleitung schaue... Schön, dass es auch mal andersherum ist!
Wir möchten noch ans Meer und in die Stadt und gehen zur Rezeption. Diesmal begrüßt uns Elsie, die richtig auf Zack ist und den Laden gut im Griff zu haben scheint. Sofort eilt jemand mit uns aufs Zimmer wegen dem Safe und öffnet ihn für uns. Gleiches Spiel wie vorher, Petra drückt etwas und das Ding ist wieder zu und geht nicht auf.... Egal jetzt, dann möchte sie eben alle Wertsachen mit nehmen und wir sind bepackt mit Rucksack und zwei Fototaschen.
Elsie ruft uns ein Taxi und erklärt uns erst einmal, dass man so bepackt nicht in die Stadt gehen sollte. Das Zimmer sei so sicher wie der Safe, da die Anlage gut bewacht werde. Also alles auf einen Rucksack reduziert und los geht's.
Wir werden direkt am Strand abgesetzt und sollen uns melden, wenn wir wieder geholt werden möchten. Die Stadt ist wie ausgestorben - das hätten wir auch selbst mit dem Auto hinbekommen. Naja, nachher ist man immer schlauer. Wir sind noch nicht richtig angekommen, da erwartet uns schon die erste Begegnung mit der Nüsschenmafia. Ein älterer Herr, der eigentlich aussieht, als wäre er für die Sicherheit zuständig quatscht uns an und fragt, wo wir herkommen. Wir können ihn nicht einfach ignorieren, das fällt uns zu schwer, so abweisend zu sein. Nach ein paar Sätzen will er uns seine Nüsschen andrehen und wir sagen „No Makkalani“ und machen uns auf und davon. An einer ruhigen Stelle schauen wir uns den langen Steg zur Jetty an lauschen dem rauen Wellengang. Ich habe wirklich vergessen, wie das Meer riecht und atme tief ein und aus.
Wir schlendern etwas durch die Stadt und fühlen uns nicht allzu wohl, was wohl einfach daran liegt, dass absolut nichts los ist. In einer Art kleinen Fußgängerzone entdecken wir Juttas ehemaligen Laden Health & Aroma - sieht auch heute noch sehr ordentlich aus - zumindest von außen.
Wir finden ein kleines Bistro, das schon vor 17 Uhr offen hat und essen jeder einen Burger, der immerhin satt macht. Auf ein Steak verzichte ich hier lieber, da möchte ich etwas Gutes und mich nicht ärgern! Danach kaufen wir noch ein paar Sachen bei Woermann ein, unter anderem auch schöne Alu Kaffee Becher, den Spaß machen wir uns. Draußen rufen wir das Taxi wieder und ich verstehe den Herrn absolut nicht am Telefon, aber denke, er kommt gleich. Wir warten und warten und ich rufe nochmal an. Nun werden wir wieder von der Nüsschen Mafia angequatscht und sagen wieder energisch „no Makkalani“. Der Herr denkt, wir kennen die Nüsschen noch nicht und möchte es uns erklären. Irgendwann hat er es aber verstanden und zieht weiter. Derweil fährt auch unser Taxi vor.
Zurück auf unserer Lodge wird nun endlich so richtig unsere Religion ausgeübt. Daher wollten wir auch nicht um 17 Uhr essen gehen, um den Sonnenuntergang hier genießen zu können. Danach wäre es uns zu spät geworden. Die Sonne taucht die Umgebung in ein wunderschönes Licht und die Dünen sehen immer noch bombastisch aus.
Und frisch ist es geworden *bbbrrrr*
Als sie untergegangen ist, versucht sich Petra kläglich am Feuermachen. Es gibt hier als Anmacher nur in Petrolium getränkte Steine und nicht ganz trockenes Holz. Ich weiß von meiner alten Wohnung, wie man Öfen anfeuert und nehme das Ganze selbst in die Hand. Es dauert etwas, da die Steine nicht lange anfeuern und das Holz nicht anbrennt, aber ich bekomme es hin und wir haben ein schönes Feuer mit anschließender wärmender Glut.
Hi Mädels, also ich würde sagen, was die Unterkunft "The Stiltz" für Wasserfans - ist die Desert Breeze Lodge für Wüstenfans. Die Aussicht ist ja wohl der Kracher 🤩 Aber warum ihr mit dem Taxi nach Swakopmund gefahren seid ….. hm 😕 Hattet ihr irgendwo ein ungutes Gefühl? Wir haben uns weder belästigt noch unwohl gefühlt.
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201527. Juni 2018 ·
Hallo Netti 🙂
Definitiv!!! Du weißt doch mittlerweile, wie Petra drauf ist, wenn es um Verkehr geht, wo sie sich nicht auskennt. Wir wollten uns das also erstmal anschauen und wussten ja nicht, was das für große Straßen sind und wie gut man sich zurecht findet.. Belästigt oder unwohl fühlten wir uns nicht, nur war uns einfach nicht ganz wohl, weil eben wie gesagt, alles wie ausgestorben war. Wir haben samstags genau zwei andere Touristen gesehen. sonntags waren wir nur zum Essen unten und Montag nur gegen Mittag unterwegs, da war es etwas belebter 🙂
Flash2010 schrieb:.... wussten ja nicht, was das für große Straßen sind und wie gut man sich zurecht findet....
Die Straßen sind deswegen so groß bzw. breit, weil damals die riesen Ochsengespanne da durch sind, um die Waren von den Schiffen über die Baiwege ins Land zu bringen. Die Eisenbahn kam ja erst später. Bei vielen Straßen handelt es sich sogar noch um "Salzstraßen".
LG Logi
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201528. Juni 2018 ·
Vielen Dank liebe Logi 🙂
das mit den Ochsenkarren haben wir erst auf der Living Desert Tour erfahren, als man uns erklärte, dass man an manchen Stellen in der Wüste noch deren Spuren sieht.
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201528. Juni 2018 ·
02.06.2018 // Der älteste Sandkasten der Welt oder Die Wüste lebt 🤩
Die erste Nacht in der Desert Breeze Lodge war eine Bewährungsprobe für uns beide, denn es gibt hier französische Betten mit nur einer großen Decke. Aber auch diese Herausforderung haben wir gut gemeistert. In dieser Nacht war es sehr kalt und als wir aus dem großen Panoramafenster schauen, erkennen wir nichts außer dicken Nebel. Schade, diesmal kein Glück mit dem Sonnenaufgang - hoffen wir auf die nächsten zwei Tage.
Das Frühstücksbuffet ist das beste, das wir in einer Lodge jemals hatten. Es fehlt wirklich an nichts und es gibt sehr exklusive Leckereien: Rauchfleisch, Gamesalami, guten Käse, frischen Obstsalat, Pfannkuchen, Pancakes, French Toast, deftige Mini Cupcakes, auf Wunsch frische Eier und Petra freut sich über die moderne Kaffeemaschine. Es begrüßt uns die Managerin Margaret und freut sich, dass es uns so gut gefällt. Auch die Angestellten sind sehr auf Zack und erfüllen jeden ihnen möglichen Wunsch schnell und gern. Es ist einfach traumhaft hier!
Dieses Bild enstand am letzten Morgen, aber passt besser an die Stelle hier. Hier hat man schon beim Frühstück diesen bombastischen Ausblick - wenn kein Nebel da ist
Wir beeilen uns ein wenig mit dem Frühstück, denn um 8 Uhr werden wir schon von Duan (ich hoffe, das ist richtig geschrieben) zur Living Desert Tour abgeholt. Wir eilen noch eben aufs Zimmer und packen alles zusammen, als auch schon jemand an der Tür klopft, unser Guide wäre da. Wir sind die ersten, die er einsammelt und so können wir uns einen Platz aussuchen. Ich stelle schnell fest, dass der beste Platz der direkt neben Duan ist, und so steige direkt um, als wir die nächsten Gäste einsammeln. Schon beim Einsteigen denken wir uns „oh no....“. Nicht schon wieder eine Hummeldumm-Tour... Wir kommen uns leider vor wie auf einer Wallfahrt. Die Kommentare steigern sich von Minute zu Minute und es ist uns sehr peinlich vor Duan, dass wir auch deutsch sind. Zum Glück versteht er kaum ein Wort 😊 Ein Schweitzer Paar ist noch mit an Board und ihnen ergeht es genauso wie uns. Fremdschämen ist angesagt, und das ist leider nicht übertrieben. Wir sind noch nicht mal richtig gestartet, da hätte ich so manchem gerne seinen Hut oder Mütze in den Mund gestopft. Wir können gar nicht glauben, was manche da von sich geben und tauschen einige entgeisterte Blicke aus, denn Petra sitzt zu weit weg zum Reden. Als wir endlich im Flussbett des Swakoprivers starten, versuche ich so gut es geht, die dämlichen Kommentare und Bemerkungen auszublenden, was aufgrund der andauernden Lautstärke allerdings sehr mühsam ist. Alle freuen sich, dass die Tour vom zweiten Fahrer Douglas auf deutsch gehalten wird, ich allerdings unterhalte mich als einzige angeregt mit Duan auf Englisch, der immer gesprächiger wird. Einen Kommentar von hinten bekomme ich noch mit, nämlich ob hier immer so viel „Smog“ hängt.... 😮
Wir halten an unserem ersten Stopp und Douglas macht eine Einführung in die Geschichte der Namib, deren Entwicklung und schließlich die Idee, dieser Wüstentouren. Währenddessen läuft Duan durch die nebligen Dünen auf der Suche nach Leben in der Wüste. Douglas hat eine wunderbare Art, dieses Wissen zu vermitteln und macht den Eindruck, es sei für ihn keine Routine. Er spricht ein sehr schönes Deutsch und bringt an den richtigen Stellen einen schönen Humor rüber. Allerdings zum Totlachen, so wie manche es anscheinend empfinden, ist es nicht. Es ist einfach sehr unterhaltsam und wir hören ihm gerne und sehr gespannt zu. Er erklärt uns den wichtigen Kreis des Lebens in der Wüste, angefangen mit Grassamen, die der Wind hinein bringt, über Käfer, deren Larven als Nahrung der Eindechsen und des Geckos dienen, bis hin zur Namib Zwergpuffotter und dem Chamäleon.
Unterdessen findet Duan eine kleine Blindschleiche und gibt sie Douglas, der uns direkt viel über sie erklärt und sie auf den Boden setzt, damit man Bilder schießen kann. Danach reicht er sie herum, was alle ganz witzig und aufregend finden (Zu dem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass dies die einzige Situation ist, wo ein Tier angefasst werden darf). Wir versuchen uns derweil mit schönen Aufnahmen von Pflanzen und dem Nebel, der an ihnen haftet.
Es geht weiter und wir halten an einigen Punkten, wo Douglas und Duan nach dem Wüstengecko suchen, der allerdings schwer zu finden ist, da momentan der Sand noch sehr feucht und fest ist, wegen dem unerwartet heftigen Regen ein paar Wochen zuvor. Sie finden einen sehr kleinen Babygecko und es gelingen immerhin zwei passable Aufnahmen.
Super finden wir, dass Duan uns erklärt, sie würden stets in ihren Spuren fahren und möchten so wenig wie möglich neue Reifenspuren verursachen , da es an manchen Stellen Jahre dauern kann, bis simple Reifenspuren im Sand verschwunden sind. Uns fällt sowieso auf, dass hier unzählige Fußspuren querbeet das schöne unberührte Bild, das wir uns zuvor vorstellten, kaputt machen. Trotz allem genießen wir unheimlich diese mystische Landschaft, die der Nebel zaubert. Duan versichert uns, dass zwei Kilometer weiter im Landesinneren strahlender Sonnenschein herrscht.
Bei unserem nächsten Stopp suchen die beiden Guides nach einer Sidewinder (Namib Zwergpuffotter), mein persönliches Highlight. Nach langem Suchen werden sie fündig und Douglas holt uns an den Autos ab, während Duan bei der Schlange wartet. Douglas betont immer wieder, wie wichtig es ist, in den schon vorhandenen Spuren zu laufen und nicht quer durch den Sand zu stapfen.
Bei der Sidewinder handelt es sich um ein Weibchen, die man genau wie bei den Puffottern sehr leicht an ihrem kurzen Schwanz erkennen kann. Nach einer Weile versucht Douglas, sie in weichen Sand zu bugsieren, damit sie sich wieder eingraben kann, vorher können wir hier nicht weg, da sonst ein Raubvogel vorbei kommen könnte. Sie beißt ein paar mal nach seinem Haken und zischt aufgeregt. Er reibt den Stock im Sand, damit das Gift nicht an seiner Hand und dann vielleicht im Auge landet. Ein Biss dieser Schlange ist nicht tödlich, allerdings wünscht man sich bei den entstehenden Schmerzen den Tod herbei.
Ich hoffe, ich habe das so richtig verstanden: Wieder im Auto erzählt mir Duan, dass Chris vor ein paar Wochen von einer Horned Adder in den Finger gebissen wurde und diesen Schmerz auch genau so beschreibt. Noch nicht einmal Morphium half dagegen. Wir unterhalten uns sehr nett und angeregt, während in der letzten Reihe noch immer dämliche Bemerkungen über den vergangenen Suff-Abend mit Jägermeister im Brauhaus gemacht werden, bis ich schließlich mit einem Ohr höre, dass man ja mal die Nationalhymne singen könnte und wir uns restlos schämen. Petra wird das zu viel und meint nur, dass das jetzt nun wirklich nicht sein muss! Wo sind wir denn hier bitte?! Das nette Schweizer Ehepaar pflichtet dem bei und ermahnt, sie wollen auch diese Fahrt genießen und können dies bisher noch nicht so wirklich.
Beim nächsten Stop erklärt Douglas uns die Beschaffenheit und Zusammensetzung des Sandes der Namib und zeigt uns mit einem Magnet eindrucksvoll, wie viel schwarzes Eisen hier zu finden ist. Er streut mir einiges von dem schwarzen Zeug auf den Arm und hält das Magnet darunter. Ich staune nicht schlecht, wie viel Anziehungskraft durch meinen Arm strömt.
Das nächste Highlight folgt mit dem Namaqua-Chamäleon. Douglas mahnt uns an, uns sehr langsam zu bewegen und nicht zu dicht heranzutreten. Dann packt er ein paar Mehlwürmer aus und wirft sie der Chamäleon-Dame auf den Boden. Er möchte aber auch nicht zu viel füttern, da man die Chamäleons nicht von dieser Nahrung abhängig machen will. Es kommt die Frage auf, ob sich die Chamäleons auch anfassen lassen und mir geht das Herz auf, als er richtig erklärt, dass sie dann den Geruch des Menschen annehmen und gefährdeter Fressfeinden gegenüber sind. Auch wird hier die White Lady generell nicht ausgegraben 🙂
Nun geht es aber in die Dünen und wir haben endlich diesen wahnsinnigen Kontrast von hellen Dünen und strahlend blauem Himmel. Es geht rauf und runter, aber stets in den schon vorhanden Fahrspuren und wir halten ab und zu für tolle Fotostops.
Dieser kleine Kerl weiß nach ein paar Pfiffen auch schon, dass es was Leckeres gibt
Wir können gar nicht glauben, dass die 5 Stunden tatsächlich schon um sind und sind einfach geflashed. Es war zu tiefst beeindruckend. Auf dem Heimweg unterhalte ich mich immer noch sehr nett mit Duan und wir bedanken uns herzlich.
Bei einem kurzen Mittagssnack mit Butterbrot, Rauchfleisch und Salami, die wir von Heike bekommen haben, beobachten wir unter uns die vielen Kamele, die anscheinend heute frei haben und unterhalb der Lodge herum laufen dürfen.
Beim Sichten der Dünenbilder ist Petra von ihren Aufnahmen etwas enttäuscht und so kann ich nicht meinen Mund halten, dass sie bestimmt nochmal die Möglichkeit bekommt, in den Dünen Bilder zu machen. Sie schaut mich verdutzt an und meint nur "Ja wo denn noch?". Ich versichere ihr, sie bekommt bestimmt noch schönere Bilder. Vor dem Urlaub hatte ich sie nämlich dauernd bequatscht, dass ich diesmal etwas arrangiert hätte. Sie wusste bis dato nicht wann, was und wo. Aber noch ahnt sie nichts. Jutta war eingeweiht und hat auch schon wieder vorzüglich gelogen, damit Petra nichts ahnt. Aber dazu im nächsten Kapitel mehr 🙂
Da das NWR Office wochenends geschlossen hat, was wir im Vorfeld nicht bedacht hatten, fallen der Welwitschia Drive und die Mondlandschaft leider aus und wir entscheiden spontan, nach Walvis Bay zu fahren.
Hier gefällt es uns super und es herrscht ein sehr angenehmes Klima. Das Meerwasser ist angenehm warm und wir laufen ein wenig am Strand entlang.
Auf dem Heimweg haben wir schon wunderschönes Licht, während wir auf der Straße zwischen Atlantik und Dünenlandschaft entlang fahren. Petra spricht wieder davon, dass sie gerne schönere Bilder machen würde und ich meine nur "Wart doch mal ab" 😉 Sie schaut mich an und fragt, ob ich was geplant hätte. Ich muss natürlich grinsen und nun fragt sie mich aus, aber ich bleibe noch hart und verrate nichts. Zurück in Swakopmund wollen wir vor Sonneuntergang etwas essen, was sich wieder als schwierig herausstellt, da Kückis Pub erst ab 18 Uhr essen anbietet und wir nicht ins Brauhaus, Tusk oder Jetty möchten. Wir finden das Steakhouse und ich bin sehr skeptisch, ob es hier gute Steaks gibt. Petra bestellt sich Fisch und Calamaris und ich ein Rump Steak in Medium Rare. Ich erwarte nichts und werde sehr positiv überrascht! Hier kann man Steak essen gehen - wenn auch die Atmosphäre extrem an ein Schnellrestaurant erinnert - oder es sogar ein Schnellrestaurant ist.
Den Sonnenuntergang bewundern wir diesmal von der Strandpromenade aus und sind begeistert, als die Sonne hinter der Jetty untergeht und lauschen dem rauen Atlantik.
Ein Tag voller Eindrücke geht zu Ende und wir haben das Gefühl, es war schon nahezu eine Reizüberflutung, heute so vieles gesehen und erlebt zu haben.
Gefahrene Kilometer: 85
Fazit Living Desert Tour: In unseren Augen ein Muss. Man erfährt so viel über die Wüste und wie wichtig dieser für Menschen fast unsichtbare Kreislauf ist. Wie wichtig es ist, diesen Lebensraum zu schützen und nicht durch Gleichgültigkeit verkommen zu lassen oder zu zerstören. Wir hatten die Tour vom Anbieter Chris mit dem Namen "Living Desert Tour". Ich weiß nicht genau, wie viele Anbieter es gibt, aber wir waren auf jeden Fall hiermit sehr zufrieden und vor allem glücklich, dass die White Lady nicht ausgegraben wird und kein Chamäleon angefasst wird. Weiterempfehlung? Definitiv! 😁
bin schnell noch aufgesprungen und habe gerade in einem Rutsch eure bisherigen Abenteuer gelesen 😛 Ich bin auch ein großer Fan der Wüstenlandschaft rund um Swakopmund, tolle Fotos habt ihr da gemacht! Auch freue ich mich, dass euch die Little 5 Tour, trotz eurer unsäglichen Begleiter, doch gut gefallen hat. Ich weiß nicht, ob ich mich bei solch einer Gruppe hätte zurückhalten können 😈 Jetzt freue ich mich auf die weitere Reise mit euch.
Schönen Abend und liebe Grüße
Kordula 🙂
MAmarianne2014210 Beiträge · seit 201728. Juni 2018 ·
Hallo Laura, die Mondlandschaft ist schon einige Zeit nicht mehr permitpflichtig (wie uns im Mai in Swakop versichert wurde). Anscheinend wollen viele sonntags zum Kaffeetrinken nach Goanikontes fahren und ist dies nun einfacher.
Grts Marianne
2018 Erfahrungen unserer Reise nach Namibia
2017 Stippvisite im Iran
marianne2014 schrieb: die Mondlandschaft ist schon einige Zeit nicht mehr permitpflichtig (wie uns im Mai in Swakop versichert wurde). Anscheinend wollen viele sonntags zum Kaffeetrinken nach Goanikontes fahren und ist dies nun einfacher.
Das ist eine Falschinformation! Bitte beachten, dass für die Fahrt durch den Naukluft Park (sowohl via Mondlandschaft als auch via Welwitschia Fläche) ein Permit benötigt wird. Kostenpunkt: 40 N$ pro Erwachsener und 10 N$ pro Auto pro Tag.
Goanikontes kann jedoch über die B 2 und die D 1991 außerhalb des Parks und somit ohne Permit erreicht werden.
LG Logi
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201529. Juni 2018 ·
Guten Morgen zusammen 🙂
Liebe Kordula, vielen Dank! Die Tour ist einfach ein Muss (in unseren Augen), da dort eben auch dieses enorme Wissen vermittelt wird. Glaub mir, ich habe mir das ein oder andere Mal echt auf die Zunge gebissen, um nicht ausfallend zu werden 😈 Aber beruhigend war, dass nicht nur wir uns so gestört gefühlt haben.
Hallo Marianne, da gehe ich lieber auf Nummer sicher, denn auch die Rezeptionistin sagte davon nichts, dass man kein Permit braucht.
spannend zu lesen, wie so eine Tour immer anders abzulaufen scheint. Wir waren ja im April mit Chris unterwegs. Unsere Gruppe war multi-kulti, Deutsche, Franzosen, Amerikaner, Australier etc. Alle haben andächtig geschwiegen, wenn Chris geredet hat, niemand ist querbeet gelaufen. Nach unserem Geschmack war die Gruppe zu groß, aber trotzdem gab es keinen Ärger oder andere Probleme.
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201529. Juni 2018 ·
Moin Martin,
ich hätte Multikulti auch sehr spannend gefunden 🙂 Ja, man weiß eben nie, mit wem man zusammen diese Tour macht, daher empfiehlt es sich als Wiederholungstäter oder sogar schon als Ersttäter auf jeden Fall solche Geheimtipp-Touren wie von Sabine (Applegreen) oder Stefan und Beate (Loeffels) zu buchen. In der Gruppe im anderen Auto ist eine Frau auch beim Fotografieren auf Pflanzen herum getreten, wobei sich mir die Nackenhaare aufgestellt haben. Ich fühlte mich als Besucher in dieser wunderschönen Gegend und hab glaube ich jeden Schritt genau geschaut, dass ich auf nichts drauf trete, weil es für mich (oder eher für uns) so ein wunderschönes Stück Natur war. Vielleicht haben wir auch übertrieben, ist nur meine Einschätzung.
Hallo, darf ich auch noch mit? Kann mir jemand in welchem Monat man am besten Flamingos sehen kann? Das würde mir auch mal gefallen! Bin schon gespannt auf die Überrschung!
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
Flash2010Themenstarter1'425 Beiträge · seit 201530. Juni 2018 ·
Hi Enilorac,
klar, es ist noch genügend Platz 🙂 Das mit den Flamingos kann ich dir leider nicht sagen, vielleicht kann jemand anders hier helfen?