pantherThemenstarter1’302 Beiträge · seit 200723. Juni 2016 ·
Dienstag, 17.05.2016 Ganamub Wildnis / 190 km
Die ersten Autos fuhren schon los, da war es noch gar nicht richtig hell. Nach dem Frühstück fuhren wir los nach Sesfontein, durch eine karge braune Landschaft mit ein paar grünen Tupfern. Kurz nach der Lodge sahen wir zwei Giraffen und einige Springböcke.
In Sesfontein tankten wir auf und machten auf dem Parkplatz des Forts eine kurze Pause. Anmerkung: andere Reisende berichteten dass es 2 Tage später keinen Sprit mehr in Sesfontein gab. Mit frisch installierter Action Cam auf dem Auto ging es dann weiter zur Einfahrt des Hoanib. Dort ließen wir erst mal etwas Luft aus den Reifen. Dann konnte das Abenteuer beginnen. Ralf spielte Rallyefahrer und fuhr die ersten Meter dementsprechend 🙄 Er hatte sichtlich Spaß. Der Sand war zunächst nicht sehr tief aber dafür staubte der Bulldust umso mehr. Wir waren auch nicht ganz allein, ein Safarifahrzeug und ein südafrikanischer 3er Konvoi incl. Anhänger kamen uns entgegen. Wir fuhren durch die karge sandige Landschaft bis zu einer Mautstelle der Hoanib Concession – dort wurden 200 Nam$ für die Durchfahrt verlangt.
Der Kassierer bot sich uns als Tourguide an und es dauerte eine Weile bis er verstand, das wir seine Dienste nicht in Anspruch nehmen wollten. Er bekam ein Päckchen Springbock, als er nach Fleisch fragte. Wir hatten ja wahrlich genug davon 😗 Wir fuhren weiter und passierten dann im weiteren Flussverlauf einige Wasserstellen, aber allesamt nicht tief oder schlammig. Aber Vorsicht ist immer geboten.
An "Die Poort" fuhren wir erst einmal nach links Richtung Westen weiter im Hoanib. Wir fanden einen schönen großen Baum, der genug Schatten warf und legten eine Mittagspause ein.
Weiter ging es teils durch tiefen Sand, aber es war immer machbar. Wir begegneten hier auch noch mal einem Touroperator. Wir folgten dem Fluss immer weiter und trafen auf Oryx und Springböcke.
Als sich das Flussbett verengte sahen wir auf einmal eine kleine Gruppe Elefanten 🙂 Wir waren schon sehr gespannt gewesen, ob wir Glück mit den grauen Riesen haben würden. Wir hielten einen gebührenden Sicherheitsabstand ein. Fotos waren sehr schwierig, da der Wind immer wieder den Sand aufwirbelte. Wir drehten um und fuhren noch ein Stück in einem Nebenarm, aber da kam uns dann die ganze Gruppe mit 2 Babyelefanten entgegen. Wir machen nun endgültig kehrt, da wir noch weiter in den Ganamub wollten um dort zu übernachten.
Mittlerweile war es sehr heiß geworden, 40°C zeigte unser Thermometer an. Wir passierten wieder die Engstelle „Die Poort“ und bogen dann nach links in den Ganamub ein.
Eine ganz andere Landschaft empfing uns jetzt, eingerahmt zwischen den Bergen und längst nicht so sandig. Wir taten uns irgendwie schwer einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden, wir konnten uns nicht entscheiden 😐 Wir mussten und wollten aber etwas finden, denn wir näherten uns immer weiter der D3707 und einem Dorf. Das wollten wir aber nicht. So drehten wir um, fuhren noch ein Stück und bogen dann links in die Pampa und erkoren einen Platz nahe einem großen Felsen. Dort ließen wir uns nieder.
Es gab eine Menge lästiger kleiner Fliegen, die dann aber ein aufkommender starker Wind wieder vertrieb. Diesen hatten wir gestern Abend auch schon, er vertreibt etwas die Hitze des Tages und bringt etwas Abkühlung mit. Durch den Wind konnten wir unser Holz zum Grillen erst spät anheizen. Daher änderten wir den Speiseplan und machten Würstchen warm, dazu gab es die restlichen Nudeln von gestern. Ralf übte sich in Sternenfotografie und dann saßen wir sehr idyllisch nur ab und zu unterbrochen von einem Gecko an unserem Feuer. So still wie es hier war, das haben wir selten erlebt 🙂
Morgen geht es dann durch den Obias wieder Richtung Hoanib und wir übernachten nochmal in der Einsamkeit.
ROrolfhorst538 Beiträge · seit 201223. Juni 2016 ·
Hallo Panther,
wow, da bleibt mir glatt die "Spucke weg", beim Verschlingen Deines RB. Sehr schön geschrieben und sensationelle Bilder! Wie das Sternenbild dokumentiert, hat sich sogar die Welt um euch gedreht Wahnsinn! - Gibts einen Tipp, wie Du's gemacht hast?
Haaalloooo Ihr Beiden, vielen Dank für das große Schmachtpotential 😘 und dafür, dass auch die kleinste Erinnerungslücke sich sofort wieder schließt 🤩 das Video find ich auch lekker Bulldust 😉
pantherThemenstarter1’302 Beiträge · seit 200723. Juni 2016 ·
@rolfhorst Danke für die Blumen 😊 Das Startrail Bild ist mit einer Olympus OMD E-M10 gemacht worden. Die Kamera besitzt die praktische Funktion "Live Composite". Da werden nur die Grundeinstellungen vorgenommen (Belichtungszeit, Blende, ISO) und den Rest erledigt die Kamera. Man kann auf dem Bildschirm dann sehen wie das Bild entsteht. Hier waren es ca. 40min Aufnahmezeit. Die Funktion kann man auch wunderbar für Lightpainting oder (Auto-)Lichtspuren verwenden. Klassisch kann man natürlich auch lauter Einzelbilder machen und es hinterher am PC zusammensetzen. Da ist man dann natürlich etwas flexibler.
@Mustang05 Wenn wir zur (Um-)Planung eurer Tour etwas beitragen können/konnten freut uns das 🙂 Vielleicht kommt ja noch mehr 😉
@Clax Schön dass wir deine Erinnerungen wieder etwas auffrischen konnten. Vom Bulldust hätte ich auch gerne noch Fotos gemacht. Aber wie das so ist...man fährt so dahin, geniesst die Gegend und vergisst das Fotografieren 😮
das sind einfach tolle Bilder und das macht Lust, sofort wieder loszufahren. Und ja, ihr hattet wirklich Glück, in Sesfontein noch tanken zu können. Auch wir haben gehört, dass es kurz bevor wir durchgefahren sind, keinen Diesel mehr gab.
Aber ihr hattet auch wirklich Glück, Elefanten zu begegnen. Freue ich schon, wenn es weiter geht.
pantherThemenstarter1’302 Beiträge · seit 200724. Juni 2016 ·
Mittwoch, 18.05.2016 Tsuxub River / 87 km
Nachts war es genauso still, wie gestern Nachmittag. Wir standen um 6:30 Uhr auf und genossen die morgendliche Kühle bei einem Kaffee. Kein Vogelgezwitscher, nichts – es war einfach unglaublich still. Ich durfte (musste) heute auch mal ans Steuer 😕 und so fuhren wir durch das letzte Stück vom Ganamub, der mit einer schönen Landschaft aufwartete.
Irgendwann entschied ich mich für den rechten Weg, statt dem linken und wir landeten inmitten eines Rindertrampelpfades mit einer Wasserstelle und fragten uns verdutzt wo denn die Straße geblieben ist. Ralf fragte ein paar Jungs und schon waren wir wieder auf der richtigen aber außerordentlich schlechten Spur. Aber die Landschaft war immer noch grandios.
Wir fuhren zum Signal Hill, einem Aussichtspunkt von dem die Feenkreise besonders gut zu sehen sind. Sehr, sehr schön. Wir waren ganz alleine hier oben.
Wir fuhren weiter durch das Obias Flussbett und die Pad führte uns in eine schmale Schlucht und nach einiger Zeit kamen wir wieder am Hoanib Flussbett heraus.
Wir sahen einige Giraffen und auch zwei entspannte Elefantenbullen. Wir blieben einige Zeit stehen um zu fotografieren und zu beobachten. In der Zeit passierten uns ein Touroperator und ein privates Fahrzeug. So ganz allein ist man hier scheinbar nie.
Wir fuhren gemütlich dahin und genossen die schöne Gegend, machten zwischendurch mal Pause – alles ganz entspannt.
Wir fuhren bei der Amspoort Gorge aus dem Hoanib raus zu einem Aussichtspunkt auf eine sandige Mondlandschaft mit dem weiterführenden Fluss im Hintergrund, das war sehr beeindruckend. Hier wehte zur Abwechslung mal kein heißer sondern fast ein kühler Wind. In der Ferne hing der Sand wie eine Dunstglocke über den Bergen oder war es der Nebel?
Wir fuhren weiter und die entscheidende Frage wurde gestellt: hier irgendwo bleiben oder doch noch nach Purros weiterfahren, mindestens 2 Stunden 😕 Ich war für bleiben und konnte Ralf überzeugen. Wir fuhren in das Tsuxub Tal und suchten uns ein Plätzchen. Leider gab es keine schattige Felswand so wie gestern, das Auto musste für den Schatten sorgen. Wir standen ganz schön zwischen zwei Hügeln. Und es war wie gestern auch – es herrschte eine unglaubliche Stille. Es wehte auch hier ein kühles Lüftchen. Heute fingen wir mit dem Feuer schon früher an, aber es dauert doch immer eine ganze Weile bis es dann heruntergebrannt ist. Wir grillten einen leckeren Springbock und dazu gab es Tomaten-Gurken Salat mit Feta. Wir genossen den Abend am Feuer mit einem Gläschen Wein.
Das war's dann erst einmal. Nächste Woche wird es dann richtig schräg 😎 Euch allen ein schönes Wochenende und Danke fürs mitlesen, kommentieren und Danke-Button drücken 🙂
ich bin erst heute auf Deinen Bericht gestossen. Ich hoffe, ich darf auch mit.... . Da es eine so wunderschöne Reise ist !!! 🤩 🤩 🤩 🤩 🤩 Die Bilder sind mal wieder perfekt, ich habe das Gefühl mittendrin und dabei zu sein !!! 🤪 🤪 🤪 Es macht unglaublich viel Spaß Deinen Bericht zu lesen !!!
Danke, dass Du Eure Reiseerlebnisse in dem wunderschönen Land mit uns teilst !!!! 😘 😘 😘 Liebe Grüße Ragnarson
pantherThemenstarter1’302 Beiträge · seit 200724. Juni 2016 ·
@jasper Danke 🙂
@Ragnarson Klar darfst du noch mit 😉 Uns freut es natürlich wenn wir den Eindruck vermitteln können mittendrin zu sein. Wir werden uns weiterhin Mühe geben diesen Eindruck aufrecht zu erhalten 😉 🙂 😉
Hallo Panther, Ich fahre bisher heimlich im linken Radkasten mit, aber jetzt muss ch mich mal strecken 😮 😎 Ich lese deinen Bericht besonders neugierig, weil wir ab Mitte August einen großen Teil deiner Route auch fahren, also Palmwag, Hoanib, Purros, Camp Aussicht, Epupa, Khowarib-Schlucht..... Eines habe ich schon von dir abgekupfert: wir sind bisher (3 mal) immer von Seesfontain den Hoanib runter bis Aamsport und dann "unten rüber" zum Hoarusib. Jetzt mache ich auch die Schleife Ganamub und Obias. Bin sehr gespannt 😎
ich kann mich den anderen nur anschliessen. Gaaanz tolle Bilder. Danke dafür. 🙂 Und wir lesen natürlich auch deshalb ganz genau mit, weil das durchaus unsere nächste Tour sein könnte. Wir sind gespannt, wie es weitergeht und wo es dann "schräg" wird 😗 .
pantherThemenstarter1’302 Beiträge · seit 200725. Juni 2016 ·
@Helgi Das ist eine gute Entscheidung die Schleife zu fahren. Wird dir gefallen 🙂 Wir haben die Schleife allerdings auch nur abgekupfert 😗 Danke nochmal an Clax und take-off.
@LolaKatze Ein bisschen Geduld müsst ihr noch haben 😉
pantherThemenstarter1’302 Beiträge · seit 200727. Juni 2016 ·
Donnerstag, 19.05.2016 Purros / 85 km
Die Sonne war noch nicht hinterm Berg aufgegangen, da saßen wir schon beim Frühstück. Ein einzelnes Oryx rannte von irgendwas aufgescheucht durch „unser“ Tal, aber sonst war alles wie gewohnt still. Um 8:30 Uhr waren wir abreisefertig und weiter ging es nach Purros.
Zuerst fuhren wir über eine karge Hochebene, bis dann in der Ferne ein Bergmassiv auftauchte. Natürlich begegneten wir hier auch niemandem 🙂
Wir bogen dann nach rechts ab um nach Purros zu gelangen. Da scheuchten wir ein Straußenelternpaar mit seinem Nachwuchs auf, die natürlich sofort die Beine in die Hand nahmen und flüchteten. Die armen Kleinen immer hinterher 🤨
Dann erreichten wir die Purros Campsite gegen 11:00 Uhr und bekamen dort die Nummer 6. Wir kochten ein zweites Frühstück – Spiegeleier auf Brot. Im Nu waren wir umringt von etlichen Staren, die sich auch etwas von unserem Frühstück erhofften 😠 Da mussten wir uns erst mal gehörig Respekt verschaffen, das zeigte auch Wirkung. Im Schatten eines großen Baumes ließ es sich gut aushalten, bis die größte Mittagshitze vorbei war. Es hatte weit über 30°C. Auch den Vögeln war es warm, Ralf hatte Wasser in die Vogeltränke gefüllt und die Go-away Birds kamen zahlreich.
Für 15:00 Uhr hatten wir warmes Wasser bestellt und pünktlich auf die Minute wurde der Donkey angeheizt. Es war eine Wohltat den Staub von den letzten beiden Tagen abzuspülen. Erfrischt machten wir noch einen kleinen Abstecher zu Jan Joubert Kuppe, einem Aussichtshügel. Vor hier hatten wir einen schönen Blick auf den Hoarusib, gesäumt von hohen Bäumen und im Wind raschelnden Palmen. Sogar drei Elefanten konnten wir in einiger Entfernung ausmachen.
Im Camp heizte Ralf das Feuer an, damit wir dann etwas von unserem reichlichen Rinderfilet grillen konnten. Dazu gab es nochmal Tomaten-Gurken Salat. Das Fleisch gelang wieder hervorragend, es war superzart 🙂
Hallo Panther, in Purros waren wir ja auch und dort hat es uns besonders gut gefallen. Schade, dass wir die Jan Joubert Kuppe nicht kannten, da wären wir sicherlich auch hingefahren. Und ich muss immer wieder sagen: Schöne Bilder 😎
irre Fotos!!!! Dieser Uebernachtungsplatz nach dem Motto "du und ich und sonst nur Landschaft" ist ja wirklich Wahnsinn! 🤪 Da kann man ein Oryx als Stoerung ja grad noch verkraften 🤩 , oder?
Habt ihr auch die Stille gehoert?
Die Aufnahmen von der J.J. Kuppe sind wirklich einmalig, irgendwann schaffen wir es auch noch in diese Gegend. Freue mich auf Deine weiteren Bilder und Berichte!
LG, Elsa
pantherThemenstarter1’302 Beiträge · seit 200727. Juni 2016 ·
@Elsa Die Störung durch das Oryx war gerade so verkraftbar 😄 😄 😉 Ohja, die Stille hören wir am liebsten. Und dort war sie besonders intensiv.
Purros ist immer eine Reise wert. Was nicht ist, kann ja noch werden 🙂 Es freut uns dass dir die Bilder so gut gefallen
panther schrieb:@Helgi Wenn du noch die Koordinaten hast, müsste es S19° 16.670' E13° 07.713' ( S 19°16'40.2" E 13°07'42.8") gewesen sein. Ein schönes Plätzchen 🙂
Hallo Panther, hab gerade in BaseCamp nachgeschaut - wir hatten 4,7 km vorher übernachtet (von Aamsport kommend). Ich habe jetzt beide Punkter ins Navi genommen - mal sehen ...