Fazit:AllgemeinDas Kaokoveld stand seit unserem ersten Besuch 2010 (bis Purros) relativ weit oben auf unserer Wunschliste. Schwerpunkt dieser Tour ist natürlich nicht die (Groß-) Tierwelt sondern die Einsamkeit, die Landschaft und die Menschen. Wir hätten natürlich auch nichts gegen Löwen gehabt, aber die Wüstenlöwen zu sehen dürfte wohl eher einem 6er im Lotto gleichkommen. Wir haben aber auch nicht verbissen nach ihnen Ausschau gehalten. Vielleicht haben sie ja uns gesehen 🙂
Einzig die Strassenverhältnisse und der ungewisse Zustand der Flusstäler hielten uns bisher davon ab so weit in den Norden zu fahren. Aber irgendwann hat man ja auch genug Erfahrung gesammelt und man traut sich die Strecke zu. Die Streckenplanung und das Lesen von aktuellen Strassenzuständen, soweit verfügbar, war dann auch die Hauptaufgabe bevor es endlich losgehen konnte. Am meisten beschäftigte uns die Spritfrage. In der Runde ab Palmwag, Sesfontein, Purros, Orupembe, Kunene bis nach Opuwo hatten wir rund 900km geplant. Dafür würde beim besten Willen der Tank mit 140l nicht reichen. Der Verbrauch in dieser Runde, ausschließlich Off-Road/Tiefsand lag bei 20l/100km. Die Mitnahme von Reservekanistern bzw. das Tanken in Sesfontein und Purros war da schon Pflicht. Hätte es weder in Sesfontein noch in Purros Sprit gegeben, hätten wir die Runde entsprechend gekürzt. Wir haben es zu keiner Zeit bereut und von den Erlebnissen werden wir noch lange zehren, auch wenn wir sicherlich auf e
in Erlebnis hätten verzichten können 😗
Eine gute Vorbereitung und Ausrüstung ist aus unserer Sicht zwingend notwendig. Auch wenn wir weder das SAT-Telefon noch die üppigen Wasservorräte wirklich gebraucht haben. Man weiß ja nie. Das GPS mit T4A KArten war sehr hilfreich, wir hatten aber natürlich auch eine Karte dabei und einen Kompass kann zumindest einer bedienen 😉
Wir betrachten so eine Tour natürlich immer mit etwas Zwiespalt, da man hier ja auch in den Lebensraum von Menschen eindringt die so gar nichts mit unserer Zivilisation zu tun haben. Aber solange die Strassenzustände so sind wie sie sind, wird dort wohl auch kein Massentourismus stattfinden. Trotzdem hinterlässt man natürlich Spuren und die Ursprünglichkeit wird mehr und mehr verloren gehen (was ja heute schon zum Teil so ist).
Es war einer unserer schönsten Touren und wir vermissten die Einsamkeit schon bevor wir Afrika wieder richtig verlassen hatten (frei nach Hemingway).
Autovermietung SavannaWie schon beim ersten mal ein komplett ausgestattetes und technisch einwandfreies Auto dass für uns ideal für das Kaokoveld war. Da wir Dachzelte nicht besonders mögen, ist diese Version (Bushcamper) mit dem aufstellbaren Dach ideal. Auch die Automatik und der kraftvolle Motor haben sich als sehr sinnvoll erwiesen. Einziger Kritikpunkt ist die etwas knapp bemessene Tankkapazität von 140l und das Fehlen einer Halterung für einen oder zwei Reservekanister. Wir haben das Anbringen einer Halterung zumindest mal als Tipp weitergegeben. Die Übernahme und die Abgabe war völlig unkompliziert und freundlich. Die Schadensregulierung war mehr als in Ordnung. Von uns eine absolute Empfehlung 🙂
StrassenverhältnisseZu den Strassenverhälnissen hatte ich ja bereits
hier etwas geschrieben. Das Ganze gilt natürlich nur für 2016 bis zum nächsten Regen. Ansonsten dürfte sich bis dahin eher nichts zum Schlechteren geändert haben 😉
Unterkünfte/CampsitesVilla VioletNette, kleine Unterkunft mit ansprechenden Zimmern. Das Bad ist etwas klein mit wenig Ablagemöglichkeiten. Frühstück gut.
Sasa Safari Camp (Camping)Sehr schöne Lage. Der Platz den wir bekommen haben war gut ausgestattet, scheint aber auch der einzige Platz gewesen zu sein. Der Campground hat sicherlich mehr Stellplätze, allerdings konnten wir keine entsprechenden Einrichtungen wie z.B. Grillstellen entdecken. Sanitäre Einrichtungen zwar etwas alt aber gut gepflegt. Sehr freundliche Betreiber. Für einen Zwischenstopp ok.
Palmwag Lodge CampingMal abgesehen davon dass wir einen ziemlich bescheidenen Platz bekommen haben, sind die restlichen Plätze doch sehr ansprechend mit Schattendach und Feuerstelle ausgestattet. Die sanitären Einrichtungen waren sauber und gepflegt. Die Angestellten waren sehr bemüht, der Manager leider nicht ganz so. Ist in der Gegend eigentlich alternativlos und sollte vorreserviert werden. Würden wir wieder buchen.
Übernachtungen am Ganamub/HoanibDie Nächte im absoluten Nichts ohne Alles sind sicherlich immer etwas besonderes. Wir lieben die absolute Stille und Einsamkeit. Die Plätze haben wir natürlich so verlassen wie wir sie vorgefunden haben.
Purros CampsiteDer Klassiker und immer wieder gut. Die Plätze haben meist Schatten und die sanitären Einrichtungen sind jeweils schön zwischen Büschen/Bäumen integriert. Die Wege waren noch etwas mitgenommen von der Überflutung durch den Hoarusib, aber um nach Purros zu kommen ist ja sowieso ein geländegängiges Fahrzeug empfehlenswert. Schöne Umgebung, hilfreiches und freundliches Personal. Hier kann man es auch 2 oder 3 Nächte aushalten.
Marble CampsiteFünf schön angelegte, grosse Campsites, die aber alle, bis auf die Nummer 1, direkt nebeneinander sind. Uns hat es nicht gestört, wir hatten ja nette Nachbarn, sollte aber erwähnt werden. Die sanitären Einrichtungen wurden kurz vorher renoviert und waren sauber. Nur Licht gab es keines in den in den Toiletten/Duschen. Aber dafür gibt es ja Taschenlampen. Freundliche Mitarbeiter, und auch Bewohner aus der Gegend scheinen gerne mal auf ein Schwätzchen vorbeizukommen.
Camp SyncroEines der schönsten Camps auf unserer Reise. Einen Großteil der Wohlfühlatmosphäre machen sicherlich die Betreiber Ryan und Sahra aus. Schön angelegte Campsites mit Blick auf den Kunene. Sanitäre Einrichtungen sind einfach aber sauber. Getränke, in kleinen Mengen, können gekauft werden. Es gibt auch feste Unterkünfte und eine Bar befand sich im Bau. Eine absolute Empfehlung, sollte aber vorreserviert werden. Wir waren zwar die Einzigen Gäste dort, aber davor und danach waren sie ausgebucht.
Etaambura CampWas soll man sagen. Eine einmalige Lage und sehr saubere, gemütliche Chalets. Auch die Lapa ist sehr schön gestaltet. Idealer Ausgangspunkt für Himbabesuche, Ausflüge in die Umgebung oder einfach nur zum Relaxen. Nette und bemühte Mitarbeiter die sich aber nach eigener Aussage auch mal langweilen weil relativ wenig Gäste kommen. Es muss vorab reserviert werden, da keine Zahlungsmöglichkeiten vor Ort. Von uns eine absolute Empfehlung.
Opuwo Country Lodge (Camping)Grosser Platz, mit ausreichend bemessenen Plätzen. Wir empfanden die Plätze nicht als zu nah beinander, aber nach der Einsamkeit des Kaokovelds sicherlich auch gewöhnungsbedürftig. Zu unserer Zeit kam relativ viel Lärm aus der Stadt zu uns auf den Hügel. Die Sanitäranlagen sind ok und sauber. Campinggäste können den Pool und das Restaurant ohne Probleme mitbenutzen. Man ist kein Gast zweiter Klasse. Nachts laufen Wachmänner übers Gelände. Das ist auf der einen Seite beruhigend, auf der anderen Seite aber auch bedenklich dass es überhaupt nötig ist. Für eine Zwischenübernachtung können wir den Platz empfehlen. Alternative Campingmöglichkeiten gibt es in Opuwo unseres Wissens nicht.
Epupa Camp (Camping)Liegt am äußersten Ende der Ansiedlung und man muss durch das "Dorf" fahren. Uns hat der Platz sehr gut gefallen. Stellplätze sind groß genug, liegen direkt am Kunene und jeder Stellplatz hat sein eigenes Freiluft-Bad. Die Lodge selbst ist sehr schön angelegt. Swimmingpool (klein) ist vorhanden und es gibt auch eine Hängebrücke über die man auf eine kleine Insel kommt. Die Wasserfälle hört man nicht, was einer der Gründe war diesen Platz zu wählen. Wer gerne das Wasser rauschen hört, sollte eine der anderen Lodgen wählen. Das Personal war freundlich, auch wenn sie bei unserem Abendessen in der Lodge etwas übereifrig schnell abgeräumt haben. Kaffee und Kuchen am Nachmittag ist kostenlos. Ausflüge können gebucht werden. Das Epupa Camp können wir auf jeden Fall empfehlen und würden wir wieder buchen.
Camp Aussicht (Camping)Für uns DIE Überraschung auf unserer Tour. Wunderbare Plätze auf dem Hügel mit einer fantastische Aussicht. Die sanitären Einrichtung u.a. Eimerdusche, sind einfach aber sauber und vor allen Dingen originell und funktional. Am Haupthaus, aber auch auf den Campinplätzen, kann man wunderbar Vögel beobachten. Der Besuch der Mine ist ein Muss. Marius und Lotti sind perfekte Gastgeber und vor allen Dingen Marius kann viel über die Mine, Edelsteine und Namibia erzählen. Nicht alle Ansichten muss man teilen, aber es lohnt sich auf jeden Fall mit ihm zu plaudern.
Camp Aussicht hatten wir uns eigentlich nicht so vorgestellt und waren am Ende mehr als positiv überrascht. Sollten wir nochmal in die Gegend kommen, werden es mit Sicherheit zwei Nächte. Einfache, feste Unterkünfte die mit Liebe eingerichtet sind werden ebenfalls angeboten. Laut Marius muss man für Camping nicht unbedingt vorbuchen. Einfach vorbeifahren, es findet sich ein Plätzchen.
Khowarib Community CampsiteDie Stellplätze sind grosszügig, sauber und schön gelegen. Zu jedem Stellplatz gibt es auch ein eigenes Freiluftbad. Es scheint nicht immer jemand da zu sein. Wir haben uns einfach auf einen freien Platz gestellt und später bezahlt. Die Organistion der Dame bei der Anmeldung war nicht die Beste. Kein Wechselgeld, kein Kugelschreiber und keine Zündhölzer. Uns hat der Platz sehr gut gefallen und war ein idealer Startpunkt für die Khowarib Schlucht.
OlifantsrusDer neueste Platz im Etosha. Die Stellplätze sind etwas spärlich bewachsen, so dass man teilweise selbst für Schatten sorgen muss. Die äusseren Plätze haben gar keinen Schatten. Die sanitären Einrichtungen sind gerade so ausreichend für die 10 Stellplätze. Obwohl relativ neu, war das ein oder andere im Sanitärbereich schon beschädigt.
Der Hide ist doppelstöckig und verfolgt damit scheinbar mal ein anderes Konzept. Man sieht die Tiere von oben, was uns gut gefallen hat, da es halt mal eine andere Perspektive bietet. Theoretisch könnte man die Elefanten auch auf Augenhöhe beobachten. Wenn denn mal jemand die Scheiben putzen würde. Der Hide ist leider so ausgerichtet daß man nur gegen die Sonne fotografieren kann. Und die nächtliche rote Beleuchtung empfanden wir als subotimal.
Ein kleiner Laden bietet zumindest Getränke an. Das Museum mit der Geschichte von Olifantsrus fanden wir interessant. Insgesamt empfanden wir Olifantsrus als sehr angenehm und ideal um den Westteil des Etosha zu erkunden. Mal sehen wie das Camp in ein paar Jahren aussieht.
Okaukuejo (Camping)Ein Camp dass man scheinbar entweder mag oder hasst. Wir mögen es, nicht zuletzt wegen dem Wasserloch. Der Stellplatz im hinteren Teil war groß genug und sauber. Die Sitzgelegenheiten auf dem Stellplatz, soweit vorhanden, haben sicherlich schon bessere Zeiten gesehen. Mülltrennung hat scheinbar auch in Okuakuejo Einzug gehalten. Für Glas, Metall, Plastik und Anderes gibt es extra Mülltonnen. Ob das dann alles auch so getrennt verwertet wird? 😐
Die sauberen sanitären Einrichtungen sind zwar ein bisschen entfernt, aber mit einem kleinen "Fußmarsch" schnell zu erreichen. Allerdings sollte man möglichst vor den Overlandern duschen gehen, sonst wirds voll 🙂 Ideal wäre es wenn im Bereich der hinteren Campingplätze noch ein Sanitärhäuschen gebaut würde.
Die Angestellten waren ausnahmslos freundlich. Das Buffet bietet aus unserer Sicht für (fast) jeden etwas und es schmeckt sogar. Kulinarische Hochgenüsse darf man natürlich nicht erwarten.
Für uns war Okaukuejo wieder eine Reise wert und wir würden jederzeit wieder kommen.
OzongwindiZu Ozongwindi fanden wir im Vorfeld nur wenige Informationen. Aber die Website versprach doch einen schönen Aufenthalt. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Chalets sind wirklich sehr grosszügig gestaltet und sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Das Bad ist außergewöhnlich gross und hat eine Badewanne und eine sehr geräumige Regendusche. Auch die Lapa ist sehr schön und großzügig. Das Essen war 1a und das Frühstück eines der vielfältigsten und besten welches wir jemals in Afrika hatten.
Schade dass die Lodge wohl für die wenigsten Reisenden auf direktem Weg liegt. Unserer Meinung nach lohnt sich aber der Umweg um nochmal einen entspannten Tag vor dem Abflug oder nach der Ankunft zu verbringen. Nicht zuletzt wegen der guten Betreuung von Janet und ihrem Mann.
Das Fazit ist jetzt doch etwas länger geworden 😗 Aber wir hoffen dass unsere Eindrücke dem ein oder anderen bei der Wahl der Übernachtungsplätze helfen.
Schöne Grüße
Martina + Ralf