GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200611. Feb. 2013 ·
Hallo zusammen,
da ich – wie so häufig - von den Informationen hier im Forum profitiert habe, möchte ich gerne einige Informationen zurückgeben – vor allem über Unterkünfte oder Strecken, die bisher etwas zu kurz gekommen sind oder zu denen eigentlich nichts zu finden war.
Deshalb ist dies kein „echter“ Reisebericht, da einerseits zu einigen der von mir besuchten Unterkünfte und Gegenden vieles schon gesagt ist, ich andererseits auch nicht die beneidenswerte prosaische Ader einiger hier Schreibender habe...so, jetzt aber zu den Infos:
Freitag, 23.11.2012: Frankfurt - Windhoek
Am 23.11. ging endlich meine achte Reise ins südliche Afrika los – aufgrund des Pilotenstreiks bei Air Namibia zitterte ich die ganze Woche, aber am Ende hatten wir nur eine kleine Verspätung von ca. 45 Minuten.
Diesmal beschränkte ich mich auf den Süden Namibias, den ich persönlich sowieso bevorzuge, und ich reiste ganz alleine – eine sehr intensive Erfahrung!
Folgende Tour stand auf meinem Plan:
Kalahari Red Dunes Lodge Farm Hoas, kleine Karasberge Sandfontein Lodge, der tiefe Süden Norotshama River Resort Fish River Lodge Lüderitz Klein-Aus Vista Drifters Desert Lodge Sossus Dune Lodge Cornerstone Guesthouse
Samstag 24.11.2012: Windhoek – Kalahari Red Dunes Lodge
In Windhoek angekommen wurde ich auch bereits vom Fahrer von African Tracks erwartet. Bevor wir dann zu deren Büro fuhren, haben wir einen kurzen Stopp auf der Independece Avenue eingelegt, damit ich mich mit erstem Bargeld eindecken konnte. Das ist m.E. empfehlenswert, dann spart man sich, den Wagen mit dem Gepäck später irgendwo abstellen zu müssen, wo er eventuell unbeaufsichtigt ist.
Die Fahrzeugübergabe (Toyota Hilux Diesel) war wie immer sehr professionell und problemlos. Ich habe nun schon das sechste Mal bei African Tracks gebucht und kann das uneingeschränkt empfehlen - genauso wie die Buchung einer Kühlbox, die während der Reise gute Dienste leistete.
Im Spar-Markt bei der Merua-Mall kaufte ich noch etwas Reiseproviant, und machte mich nun schon relativ zeitig auf den Weg Richtung Süden, via Rehobot und Kalkrand ging es dann zur Kalahari Red Dunes Lodge.
Die Fahrt auf der geteerten B1, auf der wenig Verkehr herrschte, bereitete keine Probleme am Samstag. Nach ca. 2h kam ich dann schließlich an.
Die Lodge liegt ja relativ nahe der B1 und besteht aus einem sehr schönen, strohgedeckten Haupthaus, in dem die Mahlzeiten eingenommen werden. Direkt an die großzügige Terrasse schließt sich der sehr saubere Pool an.
Das Haus liegt in einer „Pan“, in der wohl bei starkem Regen auch mal Wasser stehen kann, deshalb ist es über Holzstege zu erreichen. In der Pan ist dann auch ein Wasserloch, an dem ich aber „nur“ einen Springbock und Vögel gesehen hatte.
Um die Pan sind 12 Chalets gebaut, die alle weit auseinander stehen und eine Veranda oder einen Freisitz haben, so dass man ungestört ist. Die Chalets bestehen aus einem gemauerten, sehr großzügigen Sanitärbereich mit teilweise riesigen Fenstern, so dass man selbst im Bad fast meint, in der Kalahari zu duschen.
An den Bereich anschließend ist der Schlafbereich, der sich in einem festen Zelt befindet. Auch hier wieder: viele Fenster und sehr schön eingerichtet, mit Klimaanlage und Kühlschrank, die Getränke sind kostenfrei.
Wunderschön sind auch die Außenduschen, allerdings haben nicht alle Chalets diese.
Ich war im Chalet „Red Hartebeest“ in absoluter Ruhe – auch, da außer mir nur noch wenige Gäste da waren.
Ich wurde zunächst von den Giraffen der Lodge und dann von den sehr netten Angestellten begrüßt und nahm dann mein erstes Windhoek Lager zu mir – endlich, ich war in Namibia angekommen!
Danach machte ich mich erst einmal frisch nach den Reisestrapazen (ich sage nur: eine Außendusche in der Kalahari ist durch wenig zu ersetzen…) und ruhte ein wenig aus.
Den Nachmittag verbrachte ich dann nach einem kleinen Spaziergang durch die Dünen faulenzend mit ein paar weiteren Windhoek Lager auf der Terrasse und genoss die Stille, die Weite, die Farben, einfach alles.
Leider hatte ich dieses Mal den Sundowner-Drive, den ich bei meinem ersten Besuch mitgemacht hatte, einfach verschlafen. Den fand ich nämlich wirklich gut, wir sahen das letzte Mal viele Tiere und der Abschluss auf dem Grat einer Düne ist einfach traumhaft.
Auf dem Gebiet der Lodge gibt es neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Gnus, Zebras, Springböcke, Oryxantilopen, Kudus etc. auch vier Giraffen – ich mag diese Tiere sehr, vor allem die Augen mit den langen Wimpern.
Ich schnappte mir ein paar Kaltgetränke und machte mich dann zu Fuß auf zum Dünensofa – das ist ein Unterstand auf einer Düne mit Bank und Kissen. Dort konnte ich dann alleine den Sonnenuntergang genießen…ein Traum…Tiere zogen vorbei, ein leichter Wind ging, die Farben wechselten ständig…unvergesslich…
Zurück in der Lodge gab es dann das Abendessen, welches wieder sehr lecker war, mehrere Gänge und eine prima Weinauswahl.
Und dann noch einen Absacker auf der Terrasse des Chalets unter diesem unglaublichen Sternenhimmel…diese Lodge ist mit Sicherheit wieder im Programm, wenn ich das nächste Mal im Süden unterwegs bin - auch wenn sie nicht zu den günstigsten gehört...
Hallo Guido, Das fängt ja schon mal gut an... ! 😁 Ich bastele in Gedanken an einer Tour Südnamibia bis Kapstadt. Die Red Dunes Lodge stand auch schon auf meiner Liste und du hast gerade diesen Wunsch verstärkt 😉 Sandfontein Lodge hab ich gerade mal gegoogelt, sieht ja auch genial aus; passt nur leider nicht in meine Preisklasse...😳 Also, ich bin schon gespannt, wie's weitergeht... LG, Nane 🙂
GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200611. Feb. 2013 ·
😈 😈 😈 ...oh, Mist, ich wollte die Bilder eigentlich IM Bericht haben - könnt Ihr mir für die nächsten Abschnitte bitte einen Tipp geben???
Danke Euch vorab dafür.
Guido
GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200611. Feb. 2013 ·
Hallo Nane, also zu Sandfontein werde ich mich noch auslassen...aber soviel vorweg: es ist ein absolut einmaliges Erlebnis und jeden Cent wert...und Du weißt ja: das letzte Hemd hat keine Taschen...:)
Hallo Guido, super, dass es einen neuen Reisebericht gibt. Die Fotos sind echt schön. Bei den Bildern IM Reisebericht - willkommen im Club!!! Da habe ich auch stundenlang meine Nerven weg geschmissen und plötzlich hat es geklappt. Chrigu hat es genau erklärt. Das hat mir sehr geholfen. Geh mal da in die Seite rein. VG. Grüße.
Hallo Guido, danke für den prima Anfang. Ich bin leider ein Berichtgehemmter, freue mich aber immer, wenn ich bebildert irgenwo mitfahren kann. Zu den Fotos: Ich habe versucht deine Fotoalben im Forum zu finden, habe es nicht geschafft. Wenn du in deinen Alben ein Foto anklickst, dann siehst du es groß. Unten links steht in Klammern eine Fotonummer. Diese Nummer, mit Klammer, kopieren und in deinen Text einsetzen. Dann hast du das Foto an der Stelle. Wenn du dem Foto vor dem Hochladen schon einen Namen gibst, anstelle der eigenen Nummer, dann wissen auch alle, worum es sich handelt.
Du brauchst kein Album anzulegen, aber die Fotos sollten verkleinert sein. Geht z.B. bei Picasa ganz einfach: Foto auswählen, STRG+Umsch+S, Größe festlegen (z.B. 1200 Pixel), Zielordner festlegen (und merken). Dann unter Deinem Beitrag auf "Datei hinzufügen" klicken, das verkleinerte Bild auswählen und "öffnen" klicken. Jetzt sollte die Datei unter Deinem Beitrag erscheinen. Cursor im Beitrag an die Stelle setzen, an der das Bild erscheinen soll und auf "einfügen" klicken. Du kannst mehrere Bilder (ich nehme 3-4 auf einmal) gleichzeitig hochladen. Dann "absenden" und es sollte gut sein. 😄 Bei mir funktioniert es jedenfalls so!
Champagner8’796 Beiträge · seit 201012. Feb. 2013 ·
Hallo Guido,
auch ich freue mich schon auf die Fortsetzung deines Berichtes - hoffentlich lässt du dir nicht durch dieses Fotoeinfüggedönes die (Schreib)Laune verderben!
Ich machs im Prinzip wie Karsten, nur dass ich meine ausgewählten Fotos über Traumflieger verkleinere, da kann man gleich einen ganzen Stapel komprimieren.
Das Einfügen ist aber gleich (wie bei Karsten beschrieben, logisch....) - und ich finde es für den Leser schöner, wenn die Fotos, über die geschrieben wird, gleich in der richtigen Größe im Text eingefügt sind.
Also los - wenn ich das geschafft habe, dann schafft das jeder 😎 !
GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200612. Feb. 2013 ·
JAAAAAAA! Ich habe es Dank Eurer Hilfe geschafft! 1000 Dank dafür - dann macht auch das weiterschreiben - wahrscheinlich noch heute - auch mehr Spaß!
Grüße und bis bald,
Guido
GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200612. Feb. 2013 ·
So, weiter geht's mit einem neuen Versuch...
Sonntag, 25.11.2012 Kalahari Red Dunes Lodge – Farm Hoas
Nach einem leckeren Frühstück auf der Terrasse bei herrlichem Sonnenschein musste ich mich leider losreißen und brach weiter Richtung Süden auf.
Der Weg führte mich via Mariental auf der teils schnurgeraden B1 zunächst nach Keetmanshoop. Zwar gehört die B1 nicht unbedingt zu den Traumstraßen Namibias, aber soooo schlimm, wie immer behauptet wird, ist es nun auch nicht.
Kurz hinter Keetmanshoop, wo ich mich nochmals mit Bargeld versorgte (Farm Hoas hatte zu der Zeit keine Kartenzahlungsmöglichkeit) bog ich dann auf die D608 ab – ich hatte gelesen, dass dies auch eine wunderschöne Strecke sein soll – und das kann ich nur bestätigen. Die Gravelroad war sehr gut in Schuss und die Ausblicke wunderschön. Die Pad fällt leicht ab und lädt immer wieder zu kurzen Fotostopps ein.
Bilder der D608:
Der einzige Gastbetrieb entlang der Strecke ist m.W. die Farm Hoas in den kleinen Karasbergen, über die ich nicht viele Informationen habe finden können. Umso mehr war ich gespannt auf diese Farm. Nach Erreichen des Farmtors sind es noch ca. 4 km zum Farmhaus und auf dem Weg war schon eindeutig zu erkennen, dass es sich um eine „Working Farm“ handelt – sehr viele Schafe und Ziegen grasten auf dem Gelände.
Farmtor
Das ganze Farmgelände ist rd. 10.000ha groß und wird nur teilweise zum farmen genutzt.
Die Begrüßung durch die Eigentümer Sonja und Johan war sehr herzlich; sie haben die Farm vor ca. einem Jahr gekauft und bauen den Gastbetrieb gerade auf.
Das Gästehaus ist riesig und wurde von Vorbesitzern als Wohnhaus erbaut. Es liegt in einem schönen Garten, teilweise als Steingarten mit Pflanzen angelegt, ein Teil mit Rasen, dort ist dann auch der Pool.
Farmhaus und Garten mit Pool:
Das Haus besteht aus einer riesigen offenen Küche, zwei sehr großen Wohn-/Esszimmern und mehreren Schlafzimmern. Diese haben jeweils ein eigenes Bad und sind ebenfalls sehr groß – mit herrlich bequemen Betten. Die Schlafzimmer haben alle einen eigenen Ausgang auf die wunderschöne Veranda. Obwohl es sehr heiß war, war es im Inneren des Hauses angenehm kühl, was an der massiven Bauweise liegt.
Sonja und Johann leben mit ihren Kindern in einem anderen Gebäude auf der Farm, so dass ich, da ich der einzige Gast war zu dieser Zeit, das Haus für mich alleine hatte.
Also habe ich mich erst einmal von der Fahrt etwas erholt und auf der Veranda im Schatten ausgespannt – mit Blick auf eine Wasserstelle, an der sich u.a. Kudus und Strauße tummelten.
Am Nachmittag starteten wir dann in einem Landcruiser, der fast so alt ist wie ich, einen Game-/Sundowner-Drive in den Teil des Farmgeländes, der nicht befarmt, sondern den Wildtieren überlassen ist. Wir sahen neben den „üblichen Verdächtigen“ (Kudus, Oryx, Springböcke) auch Impalas, die ja m.W. im Süden nicht vorkommen – ein Vorbesitzer hat sie hier angesiedelt und sie entwickeln sich lt. Johan sehr prächtig.
Die eigentliche Attraktion auf der Fahrt ist aber die Landschaft, die sehr abwechslungsreich ist – Savannenlandschaft wechselt mit Schotterfeldern, Riviere und sogar einige rote Dünen, vergleichbar mit denen in der Kalahari.
Auf einer solchen haben wir dann auch den Sundowner genossen – ein Traum…die Bilder sprechen für sich.
Viel zu schnell ging die Sonne aber unter und wir mussten zurück zum Haus. Dort hatten inzwischen Sonja und eine Mitarbeiterin das Abendessen vorbereitet – sehr leckere und reichliche – ich würde mal sagen: burische – Kost: Oryxsteaks, süße Kartoffeln, Gemüse, eine Art Pie aus Schafshackfleisch und zum Nachtisch einen frisch gebackenen Kuchen.
Sonja und Johan saßen wie auch am nächsten Tag beim Frühstück mit am Tisch – es war sehr interessant, mit ihnen zu plaudern, ich erfuhr eine Menge über Land und Leute aus ihrer Perspektive, über die Farmerei und auch über ihre Pläne den Gästebetrieb betreffend.
Wenn sie nur die Hälfte von dem, was sie planen, umsetzten, dann kann dieser Gästebetrieb ein kleines Juwel werden:
Die Anfahrt alleine ist schon toll, die Landschaft ist atemberaubend, der Tierbestand groß, das Gästehaus sehr schön – nun soll noch ein Campingbereich in den Dünen eingerichtet und Wanderwege ausgewiesen werden, außerdem wollen sie Ausritte auf Pferden anbieten und man will die 4x4-Tour, die wohl etwas ganz besonderes sein soll, mit Johann Strauß von der Steinfeld Garage ausbauen.
Die letzten Getränke nahm ich dann mit Johan auf der Terrasse unter dem atemberaubenden Sternenhimmel ein und begab mich wohlgenährt zu Bett.
Am nächsten Morgen dann wurde ein sehr schmackhaftes Frühstück mit echtem Filterkaffee (ist ja nicht überall selbstverständlich) zubereitet.
Schweren Herzens musste ich mich von den beiden trennen – hier werde ich, wenn ich wieder in der Region bin, auf jeden Fall wieder reinschauen.
GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200612. Feb. 2013 ·
Hallo Drehselschorsch - Ihr werdet Hoas genießen, ich beneide Euch...
Und nun ein paar weitere Infos zu Sandfontein, dazu hatte ich bisher nur wenig im Forum gelesen, in Erinnerung ist mir nur ein Eintrag geblieben: "Ausser der Sandfontein Lodge habe ich bisher nicht viel gesehen und die Lodge kommt nicht in Frage." Warum auch immer...
Montag, 26.11.2012, bis Donnerstag, 29.11.2012: Sandfontein
Auf mein nächstes Ziel war ich also noch mehr gespannt – es ging nun zur Sandfontein Lodge im tiefsten Süden Namibias.
Über diese Lodge hatte ich - wie geschrieben - nur relativ wenig gelesen hier im Forum, auf der Webpage sind zwar einige schöne Bilder und Beschreibungen, aber das kann ja auch jenseits der Realität sein. Außerdem ist der Preis auf den ersten Blick ja auch recht hoch – aber dazu später mehr.
Und die Lage ist schon sehr weit ab von den „normalen“ Touristenrouten.
Der Kontakt im Vorfeld mit Rodica Agenbach, die gemeinsam mit ihrem Mann Willi die Lodge betreiben, war allerdings äußerst herzlich und die Vorfreude bei mir entsprechend.
So hatte ich mutige gleich drei Tage vorgesehen und auch gebucht!
Zunächst ging die Reise nun weiter von Hoas über die D608 Richtung Süden, dann Richtung Osten auf der C12 nach Grünau. Die beiden Schotterpisten waren in einem recht guten Zustand, gelegentlich ein wenig sandig, aber gut und zügig zu fahren. Mir kam bis Grünau kein einziges Fahrzeug entgegen…die Einsamkeit, die ich liebe.
Ein Stopp in Grünau lohnt eigentlich nur an der Shell-Tankstelle, um Tank und Proviantvorräte aufzufüllen.
Auf der B3 fuhr ich dann Richtung Karasburg, die Asphaltstraße ist ebenfalls in sehr gutem Zustand. Karasburg selbst ist – zumindest kam es mir bei der Durchfahrt so vor – wahrlich keine Perle…ich war froh, dass ich es schnell hinter mir lassen konnte.
Im Ort geht es dann Richtung Warmbad wieder auf Schotter, dann über die D208 und die D292 immer weiter Richtung Süden.
Und auch hier wieder – Einsamkeit pur – keinerlei Fahrzeuge oder Menschen, nur Weite und Stille…mehrmals stoppte ich, um dies einfach nur zu genießen.
Einsamkeit im Süden:
Auch hier sei erwähnt, dass die Schotterstraßen in recht gutem Zustand waren.
Nach ca. 4h erreichte ich dann den Abzweig zur Lodge - dieser ist nicht so leicht zu entdecken – und dann sind es nochmals über 20km auf herausfordernden Farmwegen bis zum Empfang.
Auf dem letzten Stück war ich froh um meinen Hilux…habe aber später gesehen, dass Rodica einen „normalen“ Wagen fährt – geht also wohl auch so…
Dann war ich endlich da!
Die Lage ist ein Traum:
Sandfontein ist ein Privat Game Reserve und fast 80.000ha groß – allein 25km Oranje-Ufer gehören zur Lodge.
Das Haupthaus ist sehr groß und stylish eingerichtet, an die Terrasse grenzt direkt der riesige Pool in L-Form an mit schönen Sitzgelegenheiten. Die fünf Chalets verteilen sich dann in der Nähe des Haupthauses. Die ganze Anlage ist sehr gepflegt und ich fühlte mich sofort wohl.
Hier ein paar Impressionen:
Empfangen wurde ich von Michelle, die sich als Managerin mit ihrem Team um das Wohl der Gäste kümmert, und Denil, die für das Spa-Angebot, das noch ausgebaut wird, verantwortlich zeichnet, zwei Angestellten aus Südafrika, mit einem kalten Getränk. Ich hatte Glück – ich war wieder der einzige Gast für die nächsten drei Tage, so dass ich sogar im größten Chalet unterkam. Auch hier: sehr gut eingerichtet, viele Fenster zur Ebene hin, tolle Terrasse, sogar eine Außendusch mit traumhaftem Blick und einfach zum Wohlfühlen.
Nachdem ich mich kurz frischgemacht hatte, gab es auch schon einen leichten Lunch und danach habe ich mich dann etwas entspannt am Pool...und ich hatte alles für mich alleine...später mehr...
GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200613. Feb. 2013 ·
...und weiter geht es...hier noch ein paar Bilder vom Chalet:
Blick von der Terrasse:
Das Schlafgemach:
Das angrenzende Badezimmer
Blick von der Außendusche:
Am Nachmittag sind wir dann auf den ersten Game-/Sundowner-Drive. Es startete schon gut, als wir gleich einige Giraffen sehen konnten.
Auf Sandfontein leben darüber hinaus fünf Nashörner (Spitzmaul), welche im Rahmen eines Projektes mit N/a'ankusê ausgewildert wurden, und wir haben auch eines entdecken können – ein sehr beeindruckendes Erlebnis - und gut zu wissen, dass die Tiere so schwer zu finden sind, selbst für den erfahrenen Guide...denn Südafrika und die Wilderer sind ja nicht so weit entfernt.
"Natürlich" haben wir auch viele Oryx, Springböcke und Co. gesehen.
Auf einem besonders schönen Hügel genossen wir dann den Sundowner…den ich für eine der wichtigsten Errungenschaften in Afrika halte…
Das Abendessen war hervorragend und dort besprachen wir dann auch, was wir die folgenden Tage unternehmen würden – das ist das Konzept von Sandfontein: man stellt sich voll auf den Gast und seine Wünsche ein. Klar, Rodica und Willi machten Vorschläge, aber der Gast kann frei wählen, was er tun möchte.
Mit leckerem Rotwein ließen wir den Abend ausklingen.
Und da war er wieder – der unglaubliche Sternenhimmel. Zufrieden und müde fiel ich ins Bett.
GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200613. Feb. 2013 ·
Am nächsten Tag, nach einer Dusche unter freiem Himmel mit Aussicht und einem sehr leckeren Frühstück habe ich dann nochmals die Ruhe und Stille genossen, bevor es dann am Mittag zum Oranje ging. Da wurden die Dimensionen nochmals klar – wir brauchten von der Lodge gute 45min, um den Fluss zu erreichen. Die Strecke führte durch recht hügeliges Land an einigen Wasserstellen und einer kleinen, ehemaligen Missionsstation vorbei, direkt zum Ufer.
Dort wasserten wir die Kanus und ließen uns auf dem Oranje treiben. Leichte Strömung, hier und da eine kleine Stromschnelle, viele Wasservögel, eine leichte Brise…es war zu schön.
Auf einer kleinen Insel im Fluss landeten wir dann an, um uns auf den Sundowner vorzubereiten…die Sonne ging langsam unter, die Berge am Ufer wechselten ständig ihre Farbe bis ins glutrote, die Strahlen der Sonne schimmerten auf den Wellen, leckere Snacks, dazu Windhoek Lager und Gin Tonic - ein unvergessliches Erlebnis.
Kurz vor völliger Dunkelheit ruderten wir dann zurück an Land.
An diesem Abend gab es ein zünftiges Braai unterm Sternenhimmel – schade, dass mein Magen irgendwann sagte: „Nun ist aber wirklich gut…!“.
Für den nächsten Tag hatte ich mir dann gewünscht, etwas mehr über die Geschichte von Sandfontein zu erfahren.
Hier fand ja die sogenannte „Battle of Sandfontein“ zwischen den vorrückenden englisch-südafrikanischen und den deutschen Truppen 1914 statt. Am Vorabend hatte mir Willi noch ein Buch mit den Details zum Schmökern gegeben, was dann auch meine Bettlektüre war.
Am nächsten Tag dann haben wir alles „live“ gesehen – die vielen Schanzen auf Sandfontein, eilig errichtet und immer noch in erstaunlich gutem Zustand nach fast 100 Jahren. Überall liegen noch Reste des Gefechtes herum, Patronenhülsen, Schrappnellreste, aber auch Konservendosen etc., wir kletterten überall herum, auch auf dem Hügel, auf dem der Befehlshaber der englisch-südafrikanischen Truppe ausharrte.
Dann fuhren wir zu den Soldatengräbern der deutschen Truppe, die 14 Mann verlor, und die alle auf Sandfontein beerdigt sind (die Toten des Gegners wurden wohl alle nach Warmbad gebracht).
Nach dieser ersten „Geschichtsstunde“ und einem leichten Lunch gab es dann die nächste Wohltat – vor meinem Chalet auf der Terrasse wurde eine Massagebank aufgebaut und Denil hat mich eine Stunde lang mit einer tollen Massage unter der afrikanischen Sonne verwöhnt – aber das hatte ich mit ja auch verdient…
Am späteren Nachmittag sind dann Michelle, Willi und ich nochmals rausgefahren zu einem Drive, wir sahen auf dem Gebiet noch weitere Schanzen, auch noch Soldatengräber mit den Toten der Nama-Aufstände und den alten Ochsenwagenweg Richtung Warmbad.
Auch an diesem Tag wurde ein wunderschönes Plätzchen für den Sundowner ausgesucht…es hätte ewig so weitergehen können.
Aber leider war dies mein letzter Abend auf Sandfontein.
Als Fazit zu Sandfontein kann ich nur sagen:
Es war einer der schönsten und interessantesten Plätze, die ich bisher in Namibia besucht habe. Die Anfahrt und Lage ist einmalig und wirklich einsam, die Landschaft und Tierwelt auf der Lodge abwechslungsreich, die Chalets und das Haupthaus wunderschön, das Essen lecker.
Aber das Beste sind die Menschen – ich habe mich so rundum wohlgefühlt, interessante Gespräche mit Rodica, Michelle und Wille geführt – der Gast steht hier wirklich im Mittelpunkt. Ich würde jederzeit wieder kommen.
Jetzt noch ein paar Worte zu den Kosten: ja, billig ist es nicht, aber ich finde, es ist preiswert! Ich hatte noch das Glück eines „Early Summer Specials“ (also etwas günstiger - immer mal nachfragen) und wenn man bedenkt, dass im Preis ALLES enthalten ist, also jegliche Aktivität, die man sich wünscht, wie Game-/Sundwoner-Drives, Paddeln auf dem Fluss, alle Mahlzeiten, alle Getränke zu jeder Zeit, die Massage etc. dann finde ich das absolut angemessen – in einigen anderen Lodges zahle ich zwar weniger für das Zimmer, aber wenn man dann die Kosten für die Aktivitäten, die Speisen und Getränke dazu zählt, ist man in ähnlichen Regionen.
Also, ich kann Sandfontein nur rundum empfehlen und werde da sicher auch wieder hinkommen.
Lotusblume1’941 Beiträge · seit 200913. Feb. 2013 ·
Sehr schöner Reisebericht Guido und die Fotos sind klasse. Hach, wir freuen uns auch bald wieder in diesem schönen Land zu sein.
Die Lodge Sandfontein entspricht genau meinem Geschmack 😗
Hallo Guido, danke für den super Bericht, sehr informativ, ich fahre im Oktober in den Süden, kann deine Tipps sehr gut gebrauchen..herrliche Fotos, freu mich auf die Fortsetzung. Lg Martha
Toll geschrieben mit interessanten Infos und Bildern, da kommt bei mir schon Vorfreude auf, Anfang Juni (2014):( geht´s aber erst los....aber bis dahin sauge ich hier im Forum noch eine Menge an nützlichrn Beiträgen auf!
VG.Karl
GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200614. Feb. 2013 ·
Hallo Martha - danke Dir ich beneide Dich jetzt schon um Deine Reise.
Hallo Karl – auch Dir danke – und dann kann die Vorfreude auf 2014 ja noch richtig wachsen – da wird Dir das Forum hier sicher sehr weiterhelfen, so war es bei mir zumindest immer.
Zu den Fotos: Ich bin eher so ein Automatik-Programm-Gelegenheitsknipser mit Einsteiger-Spiegelreflexkamera, die auch schon 5 Jahre alt ist. Ich hätte auch nicht gedacht, dass die Fotos relativ gut rüberkommen.
Donnerstag, 29.11.2012, Sandfontein - Norotshama
Von Sandfontein fuhr ich nun wieder zurück via D292, D208 und D213 zur B1, die ich aber glücklicherweise nach ein paar Kilometern wieder verlassen konnte, da ich nach Norotshama über die C37 fahren wollte. Auch auf dieser Strecke sah ich bis auf das kurze Stück B1 keinerlei Fahrzeuge, es war wieder Einsamkeit pur, ich hielt wieder des Öfteren an, um Fotos zu machen oder einfach nur, um die Erhabenheit der Landschaft zu genießen.
Auf der C37:
Die Fahrt durch das Gamchab-Tal ist absolut zu empfehlen und ist auch ohne 4x4 machbar.
Ich wählte allerdings für die letzten Kilometer den Weg direkt durch das Flussbett – und das ging zu dieser Zeit nun wirklich nur mit einem höheren Fahrzeug, 4x4 ist nicht unbedingt notwendig, aber Bodenfreiheit. Die Einfahrt zu dieser Stecke ist nicht leicht zu erkennen, sie beginnt direkt an einem Zaun, da müsst Ihr vor dem Zaun rechts abbiegen und nicht durch das Tor. Der Weg führt dann die ersten Kilometer parallel zur normalen Schotterpiste. Am Abzweig der 4x4-Strecke:
Wenn also ein 4x4 zur Verfügung steht, ist es eine tolle Strecke – Felsen rücken immer enger zusammen, hier und da stand bzw. floss sogar noch ein wenig Wasser.
Gamchab 4x4-Route:
Und dann tauchte wie eine Fata Morgana ein grünes Band auf, der Oranje und kurz später erreichte ich die Farm Aussenkehr, die größte kommerzielle Farm auf der Südhalbkugel – so wurde es mir zumindest gesagt, als ich im vorletzten Jahr das erste Mal dort war.
Riesige Weinfelder für Tafeltrauben, soweit das Auge reicht – man fährt selbst mit dem Wagen ewig daran vorbei. Und es gibt ein riesiges Dorf mit Hütten aus Blech, Stroh und Plastik für die Saisonarbeiter mit entsprechender Infrastruktur: Läden, Krankenhaus, Shebeens etc. - zu Zeiten der Ernte sollen hier 20.000 – 30.000 Arbeiter sein.
Ich nahm dann den Abzweig zum Norotshama River Resort, welches wunderschön direkt am Ufer des Oranje gelegen ist.
Das Resort besteht aus einem Haupthaus, in dem die Rezeption, das Restaurant und eine Bar untergebracht sind und an das der schöne, große Poolbereich grenzt.
Dann gibt es etwas ältere Chalets direkt an der Uferböschung, neuere Bungalows etwas höher gelegen, ganz neue, kleine Chalets etwas zurückversetzt und Campingmöglichkeiten. Die Chalets direkt auf dem Fluss gibt es nicht mehr, die hat das letzte Hochwasser zum Kentern gebracht. Wenn Ihr die Wahl habt, bucht entweder eines der Chalets 1-4 oder 7-10, die sind m.E. die schönsten.
Ich hatte das Chalet Nr.1 direkt am Ufer: sauber, großes Bett, schönes Bad inklusive Dusche mit Ausblick etc.
Die Lodge war relativ gut besucht, was nach den letzten beiden Unterkünften, die ich alleine genießen konnte, etwas ungewohnt war.
Aber ich hatte sowieso vor, den 4x4-Selfdrive zu machen. An der Rezeption erhält man dafür eine Karte und ein Funkgerät für alle Fälle. Ich habe die Tour zu keiner Zeit bereut.
Zunächst ging es in den Canyon – und das ist wirklich beeindrucken, bizarre Felsformationen, Überhänge, von der Witterung abgesprengtes Gestein, wechselnde Farbspiele, immer näher an den Weg heranrückende Klippen…kann ich nur wärmstens empfehlen, aber auch hier ist ein höheres 4x4-Fahzeug Pflicht.
Impressionen der 4x4-Tour:
Danach fährt man über eine Hochebene, später noch in ein Tal mit hunderten von Köcherbäumen, es gibt immer wieder spannende Ausblicke.
Ich habe jede Minute genossen, auch wenn der Weg manchmal nicht einfach zu finden und zu fahren war. Für die Tour sollte man ca. 2-3 Stunden einplanen.
GUGuidoThemenstarter145 Beiträge · seit 200614. Feb. 2013 ·
...Teil zwei, da wieder ein paar Fotos abgeschnitten wurden...
Am Ende der Tour fuhr ich nochmals zum Canyon-Eingang, um den atemberaubenden Blick vom Sundowner-Berg auf das Oranje-Tal und die Weinberge zu genießen – wobei es dort recht stark stürmt (zumindest immer, wenn ich da war):
Irgendwann konnte ich mich losreißen und zurück zur Lodge fahren. Dort nutzte ich dann den großen Pool, der glücklicherweise nun leer war und erlebte dann den Sonnenuntergang am Fluss.
Sundowner am Oranje
Das Abendessen nahm ich auf der Terrasse unter den Weinreben und bestellte aus der reichhaltigen Karte. Das Essen war wirklich o.k., das Fleisch lecker auf offener Flamme gegrillt. Auch die Weinkarte war besser als das letzte Mal, da musste ich selbst hinter die Bar gehen und mir was aussuchen, nachdem zwei Flaschen völlig ungenießbar waren…da die Flaschen weder in einem Weinkühlschrank noch sonst wie geschützt waren, sondern offen unter der Theke lagen.
Das letzte Glas genoss ich dann vor meinem Chalet am Fluss…und fiel danach in einen ruhigen Schlaf.