THEMA: Namibia für Anfänger
14 Jan 2013 18:07 #270318
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  • TiaRosario am 14 Jan 2013 18:07
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Liebe Fomis,

da wir schon sehr lange Eure Reiseberichte "verschlingen" und auch die ganzen anderen Beiträge nach Informationen durchforsten, wird es wirklich Zeit, dass wir uns vorstellen.

Meine Freundin wohnt und arbeitet auf Kreta (geboren in München) und ich bin Österreicherin, aber schon sehr lange in München zuhause und hier selbständig tätig. Wir beiden haben je einen Sohn, die aber jetzt in einem Alter sind, dass wir uns zu zweit allein auf die Reise machen konnten. Und diesmal sollte es Namibia sein.

Zuerst war eine Kleingruppenreise geplant, bis eine Bekannte mir das Buch "Hummeldumm" zum Lesen brachte. Nach Seite 40 stand fest - das gefällt uns gar nicht! Das schaffen wir auch alleine!!! Wir planten schon rechtzeitig die Reise - immer wieder im Forum stöbernd - und bekamen auch alle Wunschquartiere. Den Flug buchten wir bei Air Berlin, da zu diesem Zeitpunkt noch München - Windhoek aktuell war. Die Reise sollte relativ entspannt sein, also mit mehr als einer Übernachtung an einem Ort. Wir haben viel von Euren Anregungen übernommen. Und das war gut so.

Genug geschwatzt. Ich stelle jetzt den ersten Tag unserer Reise vor und versuche mich dann im Bilder einfügen. Da seh ich allerdings rabenschwarz!!!

Ihr habt allerdings die Latte bei den Reiseberichten so hoch gehängt, dass ich echt Bedenken habe. Aber es gibt ja die "Ausschalttaste" für Euch.
Es ist übrigens ein reiner Erlebnisbericht geworden, ohne genauere Erklärungen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Das haben viele vor mehr besser gemacht, als ich es könnte (z.B. Guggu).



München- Berlin – Windhoek....

Reise vom 12. bis 27.August 2012.

1 Ü. Anib Lodge
2 Ü. Canon Lodge
3 Ü. Klein-Aus Vista
2 Ü. Koiimasis
2 Ü. Hoodia Desert Lodge
1 Ü. Cornerstone Guesthouse
2 Ü. Erongo Wilderness Safari Lodge
1 Ü. Ondekaremba Guest Farm.

Und los geht’s.

Start von zuhause um 12.00 Uhr, Richtung MUC. Wir dürfen ja – bevor es nach Windhoek geht – noch einen Kurzbesuch in Berlin absolvieren. Gebucht wurde noch München-Windhoek direkt. Deshalb auch die Air Berlin. Danke an Herrn Mehdorn. Super – genau das, worauf wir richtig süchtig waren. So ein 10-Stundenflug ist ja langweilig. Die Würze ist da ein kleiner Umweg über Berlin mit Wartezeit von 4 Stunden. Ha, da kommt Freude auf.

Wir landen auch pünktlich in Berlin und dann - ja, was dann? Der Flughafen ist einfach nur grausig. Rundherum geht’s, aber das war es auch schon. Eine Brotzeit gekauft und dann zum zweiten Mal durch die Kontrolle.

Getränke gab es dann leider keine, da der Duty Free Shop geschlossen hatte (machte kurz, sehr kurz vor Boarding auf). Aber man kam sofort mit den Mitreisenden ins Gespräch, die auf der Suche nach einem Getränkeautomaten oder einer Toilette auf dem winzigen Areal herumirrten.
Ungewollt wurde ich der „Hit“ der Mitfliegenden, da ich einen Getränkeautomaten im Obergeschoß entdeckt hatte. Der hätte mir allerdings beinahe die Hand zerstümmelt, da ich das Wechselgeld aus einem Schacht nehmen wollte, der eine „Henkersklappe“ runterfallen ließ. Boahh – wenn ich schon dazu zu dusselig war, wie würde es dann im fernen Afrika werden. Meiner Freundin waren die ersten Zweifel bereits ins Gesicht geschrieben.

Und dann …..ohhhhh – lauter Jägersleute aus Österreich. Mit zünftigen kurzen Lederhosen und einem kecken Hütchen auf dem Kopf. Meine Gedanken waren sofort – sprich hochdeutsch, damit du nicht sofort als Austrianer identifiziert wirst.
Was mussten die in Windhoek bei 3 Grad Ankunftstemperatur gefroren haben.

Dann ging es endlich los. Das Angebot an Spielfilmen, Musiksendern, Spielen und Auskünften, wo wir gerade drüber fliegen, war enorm. Das Personal war ausgesprochen freundlich und aufmerksam. Irgendwie kam Stress auf. Sollten wir einen Film anschauen und wenn welchen , einen Spider spielen, Essen, Trinken oder vielleicht am besten doch schlafen??? Fürs Schlafen haben wir uns zwar dann entschieden, aber irgendwie gelang das nicht richtig. Überall flimmerte es über die Monitore und alle waren mächtig beschäftigt. Nur im hinteren Teil des Flugzeugs schlummerten ALLE selig vor sich hin. Aber wirklich ALLE!


13.August 2012. Hosea Kutako – Kalahari Anib Lodge. Ca. 310 km.
Fahrzeit ca. 4 Stunden.

Unsere Jägersleute trafen wir erst wieder am Flugplatz in Namibia. Als sie ihre Ausrüstung am Sonderschalter in Empfang nahmen. Unseres wäre das nicht! Und irgendwie waren die mit ihren kurzen Hosen ziemlich peinlich. Und die Hütchen...Egal!

AFRIKA – wir sind da! Raus aus dem Flieger und die müden Knochen einmal durchgestreckt. Aber die 3 Grad Aussentemperatur haben uns schnell aufgeweckt. Dann gings mit ca. 300 Mitreisenden in die Ankunftshalle. Irgendwie sind wir inmitten der Leute gestrandet, die alle ihren Stempel im Pass wollten, aber wir beiden waren dann so ziemlich die letzten, die dran kamen. Ich entlockte der finster blickenden, mit Pudelmütze bestückten „Stemplerin“ ein mitleidiges Lächeln. Hatte ich doch – man will ja bei der Ankunft jeden Ärger vermeiden – alle Lodges aufgeführt, die wir aufsuchen wollten. Das Formular war allerdings nicht richtig dafür gedacht und meine Schrift wurde immer enger und kleiner. Sie meinte „Only one is ok.“ So wurde ich mit einem freundlichen Lächeln in Afrika begrüßt. Hat doch auch was.....

Dann gings weiter. Handy aufladen war angesagt. Namibische Rand hatten wir schon zuhause gewechselt. Dank dem Forum wussten wir, dass unsere Master-Cards flughafenuntauglich waren. Dann weiter zum Budget Schalter. Jede Menge Leute vor uns. Erstes Afrikafeeling stellte sich ein. Geschwindigkeit zurückschrauben!
Da wir uns mit Brotzeit für die Fahrt eindecken wollten, ging meine Freundin auf die Pirsch (ja auch wir sind Jägersleut´) nach Sandwiches. Es dauerte ca. 30 Minuten, bis die Gute – sie linste immer zwischendurch ums Eck, wie weit ich mit dem Mietauto gekommen war – stolze Besitzerin zweier Toasts war. Eben Afrikafeeling.

Naiv wie wir waren, hatten wir einen tollen Zeitplan aufgestellt. Landung 5.20 Uhr, 1 Stunde für Einreisestempel, 1 Stunde Autoübernahme. Super, kommen wir spätestens um 9.00 Uhr auf die Piste. Wir mussten ja noch zur Anib Lodge. Dann hätten wir noch genügend Zeit für den 1. Sun Downer.

Wir hatten einen Nissan X-Trail geordert. Ein total freundlicher Mitarbeiter – ich nannte ihn Klein Obama, da er dem USA-Präsidenten sehr ähnlich sah - teilte uns freudestrahlend mit, wir hätten ein Up-Grade auf einen Allrad-Nissan bekommen. Ich sah mir das Ungetüm an. Hatte zwar funkelnagelneue Reifen und sah auch sonst sehr ordentlich aus.




ABER – ich wollte meinen Nissan X-Trail. Es gab bloss keinen. Der Budget Mitarbeiter erzählte uns, dass so ein Wirbel wie heute selten sei. Sie wären total überfordert. Und dann nach endlosen Diskussionen „You get your Nissan“. Nach 2 Stunden kamen sie dann an. Klein Obama mit einem Traum von Nissan. 14.000 km, Neuwagenduft, ein paar Kratzer auf der linken Seite, aber sonst.... Super.
Nach Prüfung – habe Liste, die ich aus dem Forum zusammengestellt habe, Punkt für Punkt abgehakt – wurden wir in die unbekannten Weiten Namibias entlassen.

Habe übrigens kein einziges Mal gewischt statt geblinkt!!! Des Rätsels Lösung, denn so superschlau bin ich auch nicht, ich bin Linkshänderin. Und damit waren das Auto und ich sehr schnell dicke Freunde.

Dank Iwanowski´s Reisebeschreibung fanden wir unseren Weg Richtung Anib Lodge auch ganz schnell. Die ersten Affen entgingen meiner Freundin leider, da sie völlig vertieft in die Routenbeschreibung war und wir doch ziemlichen Respekt vor Windhoek hatten.

Dann kam die B 1. Gerade, geradeaus, schnurgeradeaus.
Bald kamen wir auch an den Wendekreis des Steinbocks. Ausgestiegen, Fotoapparat gezückt und ….. keine Touristen..... ist das noch vertretbar? Unsicherheit machte sich breit. Prompt kam ein Fahrzeug. Wir rein ins Auto, waren aber bloss zwei Südtirolerinnen mit Guide, denen wir noch öfter den Weg laufen würden. Anfangs waren wir doch sehr verunsichert, was die Sicherheit anging. Hat sich aber schnell gelegt.

Nach 2 Stunden Fahrt überkam mich die Müdigkeit. Ein Blick auf meine Freundin – Ablöse beim Fahren nicht in Sicht – deren Kopf taumelte schlaftrunken von einer Seite auf die andere. Dann eine leise Ahnung, dass das der 1.Fehler bei der Reiseplanung war. Nach so einem langen Flug ist eine Fahrt von ca.300 km nicht sehr schlau.

Im Forum wurden ja schon ein paar Arme verbal „niedergemetzelt“ wegen ihrer Sicherheitsanfragen und Bedenken. Diese Bedenken hatten wir auch – 2 Frauen alleine unterwegs – und bestärkt in unserem Wunsch allein durch Namibia wurden wir familienmäßig zuhause auch nicht gerade.
Also, nirgends halten, wo nicht andere Touristen sind usw. usw. In Kalkrand wurde die Müdigkeit indessen so groß, dass unser Wunsch nach einem Kaffee jegliches Sicherheitsbedürfnis ins Nichts verjagte. Ein kleines Minigeschäft mit zwei freundlich winkenden Afrikanerinnen lud uns zu einem Einkehrschwung ein. Der erste Kontakt mit den Einheimischen war total positiv. Sie fragten ein paar mal, ob wir den Kaffee wirklich hier trinken wollten, oder „to go“? Nahedran eine Tankstelle mit nicht sehr vertrauenswürdig erscheinenden Gestalten. Wir wurden noch gebeten, ein Foto von der netten Besitzerin zu knipsen und ihr dasselbe doch zuzusenden. Haben wir auch gerne gemacht.

Dann gings koffeingestärkt weiter zur Anib Lodge. Sun-Downer – gestrichen. Zu spät, zu müde. Unser Zuhause für eine Nacht begutachtet und geduscht. Inzwischen war es schon 16.00 Uhr.
Während meine Freundin duschte, saß ich auf der Veranda und da...!!!!! Eine erste Halblöwensichtung!!! Im gelben Gras eine gelbe Mähne und ein Schweif! Ich die Flucht ins sichere Innere unserer Wohnung angetreten. „Susi! Da draussen ist ein gelbes Viech!!!“ Schaut aus wie ein Löwe, aber die gibt’s doch hier nicht, ODER DOCH?“
Vorsichtig durch den Türspalt linsend, fluchtbereit.... die Aufregung war immens! ABER
kommt doch da glatt ein Golden Retriver aus dem hohen Gras angetobt.
Erleichterung machte sich breit.
Nicht zu erwähnen brauche ich unser Schuhwerk. Hochgeschlossen und geschnürt, lange Hosen, also immerzu abwehrbereit. Nach 2 – 3 Tagen gabs Outdoor-Sandalen und die letzten Tage Flip-flops. Das habe ich doch irgendwo hier in einem Reisebericht auch schon gelesen, oder?

Dann ab an die Bar und unseren ersten entspannten Weißwein – für mich – und Rotwein für meine Freundin geordert und ein – Wow, Afrika gefällt uns ganz toll!
Abendessen war sehr lecker, schönes Feuer in der Mitte des Raumes, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Das Personal war ausgesprochen freundlich.

Und jetzt kümmere ich mich um´s Bilder einfügen. Morgen gehts weiter.
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Namibia für Anfänger Teil II - der Norden 2013
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Letzte Änderung: 22 Jul 2013 22:19 von TiaRosario.
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14 Jan 2013 18:15 #270321
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Fängt gut an, super! Freue mich auf deine Bilder und die Fortsetzung :)

Lg
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14 Jan 2013 18:16 #270322
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Du bist der Erste, der antwortet! Hatte schon riesige Bedenken, dass mich jeder gleich "wegdrückt!" Pahhh, bin ich erleichtert.
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Hier wird nichts weggedrückt, wir freuen uns über (fast) jeden Bericht, ich hab zwar nicht "auf schwarz geklickt" aber hab dich abonniert, freue mich auf mehr.

lg sasowewi
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14 Jan 2013 18:30 #270326
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Herzlich Willkommen im Forum !:cheer:
Also, ich bin auch dabei ... Gefällt mir, wie du schreibst !
Kann weitergehen, und bitte viele Fotos ;) :cheer:
LG, Nane :)
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14 Jan 2013 18:35 #270327
  • TiaRosario
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  • TiaRosario am 14 Jan 2013 18:07
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Hallo Sasowewi, hallo Nane,

danke für Eure positiven Nachrichten.

LG. Irene.
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