Ich plane tatsächlich schon die übernächste Reise für 2028.
Angedacht ist oneway von Katima Mulilo durch den Caprivi in den Etosha zu fahren, bis nach Grootberg und dann über Mount Etjo und eventuell den Waterberg nach Windhoek. Oder eben von Grootberg zum Doro Nawas Wilderness Camp, dann zum Mount Etjo und von da nach Windhoek mit einer letzten Nacht vor dem Abflug.
Aber bis zur Buchung ist noch Zeit für viele Reiseberichte, die mir wieder einen neuen Floh in den Kopf setzen können😜
Jetzt freu ich mich erstmal auf dein nächstes Kapitel.
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201314. Aug. 2026 ·
Nacho schrieb:Liebe Sonja,
Ich plane tatsächlich schon die übernächste Reise für 2028.
Angedacht ist oneway von Katima Mulilo durch den Caprivi in den Etosha zu fahren, bis nach Grootberg und dann über Mount Etjo und eventuell den Waterberg nach Windhoek. Oder eben von Grootberg zum Doro Nawas Wilderness Camp, dann zum Mount Etjo und von da nach Windhoek mit einer letzten Nacht vor dem Abflug.
Aber bis zur Buchung ist noch Zeit für viele Reiseberichte, die mir wieder einen neuen Floh in den Kopf setzen können😜
Jetzt freu ich mich erstmal auf dein nächstes Kapitel.
Grüßle
Liebe Silvia,
deine Route für 2028 klingt auf jeden Fall richtig spannend – und bis dahin gibt es ja tatsächlich noch jede Menge Zeit, um sich durch Reiseberichte inspirieren zu lassen und die Route vielleicht noch ein paar Mal umzuwerfen 😂
Für die Entscheidung zwischen Grootberg und Doro Nawas kannst du dir jetzt gleich ein genaueres Bild machen, denn das nächste Kapitel kommt sofort. Wenn ich mich persönlich zwischen den beiden entscheiden müsste, würde ich allerdings eher zu Doro Nawas tendieren. Aber lies erstmal selbst… 😉
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201314. Aug. 2026 ·
Mittwoch, 20. Mai 2026 – Ein ruhiger Tag am Grootberg
Wie schön ist es bitte, morgens mit einer solchen Aussicht geweckt zu werden?
Zum Glück ging es Marc wieder etwas besser, sodass er zumindest zum Frühstück mitkam. Viel mehr als Tee und trockenes Brot war allerdings noch nicht drin. Offenbar waren wir die Letzten beim Frühstück, denn die meisten anderen Gäste waren bereits zu einem der frühen Drives aufgebrochen.
Die Lodge bietet sowohl Elefanten- als auch Rhino-Tracking an, beides kam für uns allerdings nicht infrage. Elefanten hatten wir in den vergangenen Tagen schließlich mehr als genug gesehen, und beim Rhino-Tracking dürfen Kinder erst ab 16 Jahren dabei sein. Außerdem wäre mir die Vorstellung, einem Nashorn zu Fuß hinterherzulaufen, ohnehin etwas zu abenteuerlich gewesen 😜
Das Frühstück selbst ließ keine Wünsche offen: frische Muffins und Croissants, Pancakes, Obst, Müsli und Eierspeisen auf Wunsch. Den Vormittag verbrachten wir wieder ganz entspannt in unserem Häuschen. Marc ruhte sich weiter aus, während Sophia und ich lasen und spielten.
Mittags gönnte ich mir eine Massage bei Maria, einer Lodge-Angestellten, die uns am Frühstückstisch spontan gefragt hatte, ob wir nicht etwas „Relaxing Time“ gebrauchen könnten. Für umgerechnet etwa 35 Euro bekam ich eine Stunde Rücken-, Nacken-, Schulter- und Beinmassage und war positiv überrascht. Anschließend kam Marc in den Genuss einer Behandlung, während Sophia und ich Mittagessen gingen.
Danach verbrachten wir den Nachmittag am Pool. Die Aussicht von dort oben ist wirklich traumhaft, auch wenn es auf dem Plateau recht frisch und windig war und wir deshalb lieber am Pool lagen, als ins kalte Wasser zu steigen.
Für eine kleine Überraschung sorgten anschließend zwei gefiederte Mitbewohner: Als wir zurück in unser Häuschen kamen, saßen innen zwei Vögel oben auf den Holzbalken und hatten bereits fleißig Stroh aus dem Dach gepickt. Entsprechend sah es überall aus. Vermutlich waren sie durch einen winzigen Spalt im gekippten Badfenster hereingekommen. Zum Glück fanden sie durch die geöffnete Tür selbst wieder hinaus und hinterließen außer etwas Stroh und ein paar Hinterlassenschaften keinen größeren Schaden.
Am späten Nachmittag starteten wir mit Guide Dion und zwei weiteren Paaren aus Frankreich und Schottland zu unserem Sundowner Drive. Zunächst fuhren wir über das Plateau und sahen Springböcke und Zebras.
Besonders interessant fanden wir Dions Erklärungen zu den Mopane-Bäumen. Die charakteristischen Blätter erinnern an Schmetterlingsflügel oder kleine Antilopen-Fußabdrücke. Auf den Mopane-Bäumen legen bestimmte Nachtfalter ihre Eier ab. Die daraus schlüpfenden Raupen ernähren sich von den Blättern und sind als Mopane-Würmer bekannt. Wenn sie ausgewachsen sind, lassen sie sich zu Boden fallen, verpuppen sich und entwickeln sich schließlich zu Nachtfaltern. Auch die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des harten und gut brennbaren Mopaneholzes fand ich spannend.
Leider zog während unserer Fahrt ein kräftiges Gewitter auf. Dion änderte deshalb kurzerhand den Plan und fuhr mit uns hinunter in Richtung Grootbergpass, wo wir einen trockenen Platz direkt an der Straße für unseren Sundowner fanden. Die Aussicht war zwar nicht ganz so spektakulär wie erhofft, dafür hatten wir eine sehr gesellige Unterhaltung mit den anderen Gästen und unserem Guide.
Sophia war besonders begeistert von Dions Erzählung, dass sich in den herumliegenden Steinen unter anderem Amethyste befinden können. Also wurden kurzerhand mit einem großen Stein als Hammer kleinere Steine aufgeschlagen – und tatsächlich fanden wir ein paar interessante Stücke. Unsere Taschen waren am Ende gut gefüllt, auch wenn natürlich klar war, dass die Steine nicht mit nach Hause kommen würden. Spaß hatte Sophia jedenfalls reichlich.
Zurück in der Lodge gab es zum Abendessen Thunfischsalat, für mich Beef Stroganoff mit Milliepap und für Marc und Sophia ein vegetarisches Curry mit Reis. Mein Stroganoff war ausgesprochen lecker, während Sophia das Curry leider nicht besonders mochte. Die Pfefferminztorte zum Nachtisch war dagegen ziemlich speziell und sicher nicht jedermanns Geschmack 🤪
Auch diese Nacht blieb es unruhig: Immer wieder trippelte irgendetwas über die Holzbalken über unseren Köpfen. Immerhin blieben wir hier von Sattelschrecken verschont – man muss ja auch die kleinen Dinge zu schätzen wissen 😄
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201316. Aug. 2026 ·
Donnerstag, 21. Mai 2026 – Elefanten am Straßenrand
Heute wollten wir früh los, denn vor uns lagen rund 260 Kilometer bis Opuwo. Nach einem letzten Frühstück mit leckerem Milliepap packten wir unsere Sachen und verabschiedeten uns von der Grootberg Lodge.
Fazit Grootberg Lodge
Die Grootberg Lodge ist objektiv betrachtet eine wirklich schöne Unterkunft. Die außergewöhnliche Lage hoch oben auf dem Plateau und der fantastische Ausblick sind allein schon ein Grund, hierherzukommen. Unser Häuschen hat uns ebenfalls sehr gut gefallen, ebenso der schöne Pool und die ausgesprochen freundlichen Mitarbeiter. Besonders nett fanden wir den abendlichen Turndown-Service mit Wärmflaschen und aufgeschüttelten Betten sowie Sophias kleines Abschiedsgeschenk.
Beim Service im Restaurant hätte manches etwas zügiger gehen können, und auch unser Sundowner Drive war für uns angesichts des Preises und des wetterbedingten Verlaufs kein besonderes Highlight. Insgesamt würden wir die Grootberg Lodge aber durchaus empfehlen und bei einer passenden Route wahrscheinlich auch wiederkommen. Der ganz große Funke ist bei uns diesmal allerdings nicht übergesprungen – was vielleicht auch daran lag, dass Marc während unseres Aufenthalts krank war.
Die steile Zufahrt vom Plateau hinunter meisterten wir wieder mit Low 4 und fuhren anschließend über den Grootbergpass Richtung Palmwag. Direkt hinter der Registrierungsstelle entdeckten wir zu unserer Überraschung einen Geldautomaten mitten im Nirgendwo – damit konnten wir direkt unsere Bargeldvorräte wieder auffüllen. Die weitere Strecke Richtung Norden überraschte uns landschaftlich sehr. Besonders der Abschnitt nördlich von Palmwag bis in Richtung Sesfontein gefiel uns ausgesprochen gut. Immer wieder sahen wir Zebras, Springböcke sowie Rinder und Ziegen, die teilweise direkt auf der Straße unterwegs waren.
Als kleinen Abstecher hatten wir die Ongongo-Wasserfälle bei Warmquelle eingeplant. Die Zufahrt dorthin war allerdings ziemlich abenteuerlich: eine holprige Piste durch Siedlungen, viele Kinder am Straßenrand und zum Schluss noch eine kleine Flussdurchquerung. Die Wasserfälle selbst sind zwar hübsch und das warme Wasser lädt tatsächlich zum Schwimmen ein, allerdings ist die Anlage recht klein. Für uns hat sich der Umweg unter dem Strich deshalb nicht wirklich gelohnt – auch weil wir die vielen bettelnden Kinder entlang der Zufahrt als sehr unangenehm empfanden. Wir haben später erfahren, dass in Namibia zu diesem Zeitpunkt Schulferien waren und somit auch deutlich mehr Kinder unterwegs als wohl normal üblich.
Zurück auf der Hauptstrecke ging es weiter in Richtung Opuwo. Etwa 50 Kilometer vor der Stadt erlebten wir dann noch eine völlig unerwartete Begegnung: Drei Wüstenelefanten standen direkt an der Straße 🤩 Wir näherten uns ganz langsam und mit großem Abstand, doch die Tiere waren äußerst scheu. Einer entfernte sich sofort, ein anderer trompetete laut und lief davon. Für uns war es trotzdem eine ganz besondere Begegnung – zumal ich zufällig gerade das passende Teleobjektiv auf der Kamera hatte.
Dann erreichten wir Opuwo, und allein die Fahrt durch die Stadt war ein Erlebnis. Himbas, Hereros und westlich gekleidete Menschen begegnen einem hier völlig selbstverständlich nebeneinander. Überall herrschte geschäftiges Treiben und es gab unglaublich viel zu beobachten. Schließlich fanden wir die Auffahrt zur Opuwo Country Lodge, die etwas außerhalb des Ortes auf einem Berg liegt.
Die Lodge machte schon bei der Ankunft einen ordentlichen Eindruck. Unser Zimmer war für eine Nacht völlig ausreichend, auch wenn es sich eigentlich um ein Doppelzimmer handelte, in das noch ein drittes Bett gestellt worden war.
Nach der Ankunft verbrachten wir den Nachmittag am sehr schönen und vor allem angenehm warmen Pool. Zum Glück konnten wir dort trotz der fortgeschrittenen Stunde noch einen kleinen Lunch bekommen. Besonders schön war später der Sonnenuntergang direkt am Pool mit Blick nach Westen.
Das Abendessen war sehr lecker und auch der Service überzeugte uns. Bei einem guten Glas Weißwein ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Anschließend ging es ins Bett, wo wir trotz der anfänglichen Wärme gut schliefen.
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201322. Aug. 2026 ·
Freitag, 22. Mai 2026 – Angekommen an den Epupa-Fällen
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der Opuwo Country Lodge packten wir unsere Sachen und machten uns auf den Weg. Vorher ging es noch einmal durch Opuwo, wo wir im gut sortierten OK Supermarkt unsere Vorräte auffüllten. Nur Sonnencreme haben wir keine gefunden.
Fazit Opuwo Country Lodge
Die Opuwo Country Lodge hatte uns entgegen unserer eher zurückhaltenden Erwartungen positiv überrascht. Pool und Terrasse waren sehr schön, das Essen gut und der Service ausgesprochen freundlich. Unser Zimmer war zwar eher klein und schlicht, für eine Nacht aber völlig ausreichend. Trotz der Größe und der Reisegruppen hatten wir uns hier wohlgefühlt – insgesamt eine gute Unterkunft für einen Zwischenstopp in Opuwo.
Opuwo faszinierte uns auch bei der Durchfahrt. Besonders beeindruckend fanden wir die Menschen, die schwere Lasten scheinbar mühelos auf dem Kopf transportierten. Eine Herero-Frau trug sogar mehrere etwa drei Meter lange Holzstämme auf dem Kopf und lief damit völlig entspannt die Straße entlang. Die Stämme ragten vorne und hinten weit über ihren Kopf hinaus, trotzdem brauchte sie nicht einmal die Hände, um sie festzuhalten. Ein Anblick, der uns nachhaltig beeindruckte.
Als wir zum Auto zurückkamen, wischte gerade ein Junge mit einem trockenen, völlig verdreckten Lappen unsere Scheiben ab. Natürlich machte er sie damit eher noch schmutziger und wollte anschließend Geld dafür. Wir mussten allerdings dankend ablehnen, dieses Vorgehen erschien uns doch etwas fragwürdig.
Dann ging es endlich weiter Richtung Norden. Die rund 180 Kilometer bis zu den Epupa-Fällen legten wir in etwa drei Stunden zurück. Unterwegs sahen wir neben unzähligen Ziegen, Schafen und Rindern auch eine Straußenfamilie mit mehreren Jungtieren.
Wie war das nochmal? Wenn wir euch nicht sehen, seht ihr uns auch nicht, richtig? 😂
Immer wieder standen Menschen und vor allem Kinder am Straßenrand. Teilweise liefen die Kinder sogar auf die Straße und zwangen die vorbeifahrenden Autos zum Anhalten, was wir ziemlich gefährlich fanden.
Plötzlich machte die Straße einen Schwenk zwischen die Hügel und vor uns tauchte der grüne Kunene mit seinen Palmen am Ufer auf. Nach den trockenen Landschaften der vergangenen Tage wirkte dieser Anblick fast unwirklich – und wunderschön.
Unsere Unterkunft für die nächsten beiden Nächte war das Epupa Camp, ganz am Ende der Straße direkt am Kunene gelegen. Schon die Zufahrt war wieder ein kleines Abenteuer, doch das Camp selbst machte einen richtig schönen Eindruck. Es war eher einfach gehalten und versprühte einen entspannten Hippie-Charme. Unser Zelthäuschen war gemütlich und bot sogar vier Betten. Dahinter befand sich ein offenes Badezimmer.
Den Nachmittag verbrachten wir entspannt am Pool.
Auf dem Weg dorthin begegnete uns ein Waran, der sehr scheu war und mit seinem Aussehen tatsächlich ein wenig an einen kleinen Dinosaurier erinnert.
Außerdem hüpften überall kleine Äffchen herum und es war ein großer Spaß, sie zu beobachten.
Die Lage direkt am Kunene gefiel uns auf Anhieb, und wir hatten zunächst den Eindruck, fast die einzigen Gäste zu sein. Die Insel gegenüber, die normalerweise über eine Hängebrücke erreichbar ist, war wegen der Schäden durch das letzte Hochwasser momentan leider nicht begehbar. Um 16 Uhr gab es Kuchen und Kaffee, später machten wir uns für den Abend fertig. Zum Sundowner saßen wir mit einem Gin Tonic auf der Terrasse vor der Bar, während direkt am Ufer des Kunene ein wunderschöner Tisch für das Abendessen gedeckt wurde. Neben uns war inzwischen noch ein älteres deutsches Paar eingetroffen.
Das Abendessen – Hühnchen mit Reis und Gemüse, anschließend Obstsalat mit Joghurt – war wieder richtig gut. Als es langsam dunkel wurde, sorgten die Kerzen für eine wunderschöne Atmosphäre. Mücken gab es erfreulicherweise kaum, dafür begleitete uns das beständige Rauschen des Kunene durch den Abend. Es war noch angenehm warm und wir genossen die besondere Stimmung direkt am Fluss sehr.
Später lasen wir noch ein wenig in unserem Zelt und schliefen erstaunlich gut. Das gleichmäßige Rauschen des Flusses und der Wasserfälle wirkte fast beruhigend. Nur das unglaublich laute Zirpen der Zikaden war zunächst gewöhnungsbedürftig – irgendwann blendeten wir aber auch dieses Geräusch einfach aus.
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201326. Aug. 2026 ·
casimodo schrieb:
Hallo Sonja,
ich habe Euren phantastischen Reisebericht gerade am Stück genossen und kann nur "Wow" sagen!
Da habt Ihr ja eine Namibia Leckerbissen- Runde vo Feinsten zusammengestellt. Ich bin gespannt, wie es weiter get!
Viele Grüße und Danke für den tollen Bericht
Casimodo
Hallo Casimodo,
vielen lieben Dank für deine tolle Rückmeldung! 😊 Es freut mich sehr, dass du unseren Reisebericht so begeistert am Stück gelesen hast – und „Namibia-Leckerbissen-Runde“ trifft es tatsächlich ziemlich gut 😄
So langsam befinden wir uns tatsächlich schon mehr oder weniger auf der Zielgeraden unserer Reise. Ein paar schöne Stationen und Erlebnisse kommen aber noch, bevor die Reise dann endgültig zu Ende geht. Es gibt also noch einiges zu berichten!
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201326. Aug. 2026 ·
Lotusblume schrieb:Moin Sonja,
nach ein bisschen Forums-Auszeit bin ich zum Glück rechtzeitig zurück gekehrt, sonst hätte ich deinen tollen Reisebericht verpasst.
Du zeigst uns traumhafte Landschaftsbilder! Auch schwelge ich in Erinnerungen an viele bekannte Orte und gerne lerne ich Neue kennen.
Es macht einfach Spaß Euch virtuell zu begleiten. Freue mich auf die Fortsetzung.
Hallo Lotusblume,
vielen Dank für deine lieben Worte! 😊 Es freut mich sehr, dass du nach deiner Forums-Auszeit noch rechtzeitig zurückgekehrt bist und unseren Reisebericht nicht verpasst hast 😄
Wie schön, dass wir bei dir mit den Bildern und den bekannten Orten ein bisschen Erinnerungen wecken konnten und gleichzeitig auch ein paar neue Ecken zeigen. Genau das macht für uns selbst auch den Reiz von Reiseberichten aus.
Vielen Dank fürs virtuelle Mitreisen – und die Fortsetzung kommt vermutlich noch heute im Lauf des Tages 😊
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201326. Aug. 2026 ·
Samstag, 23. Mai 2026 - Ein entspannter Tag mit großem Finale
Heute hatten wir ausnahmsweise einmal nicht viel vor – herrlich 😊 Wir hatten für 8 Uhr Frühstück bestellt und konnten den Tag ganz entspannt angehen. Das Epupa Camp gefiel uns richtig gut. Überall standen Palmen, und es herrschte eine wunderbar ruhige Atmosphäre. Wir waren tatsächlich nach dem Frühstück ganz allein im Camp.
Am Vormittag kümmerte ich mich erst einmal darum, unsere Fotos zu sichern – schließlich hatten sich inzwischen schon einige Bilder angesammelt. Außerdem telefonierten wir mit der Familie, um mal wieder ein Lebenszeichen in die Heimat zu senden. Marc nutzte die freie Zeit, um Sophias Wanderstock von der Vingerklip Lodge fertigzustellen. Seit Tagen hatte er immer wieder mit seinem Messer kleine Muster hineingeritzt, und nun bekam der Stock langsam seinen letzten Schliff.
Sophia spielte mit ihren Playmobil-Figuren, von denen wir eine Auswahl extra von daheim mitgenommen hatten, während ich mich mit meiner Kamera auf Foto-Pirsch begab. Rund um unser Camp waren jede Menge kleine Affen unterwegs, die von Baum zu Baum sprangen und teilweise erstaunlich frech waren. Einer der kleinen Kerle bewarf mich sogar mit Rindenstücken 🤨 Offenbar hatte ich seine Privatsphäre gestört 😂
Irgendwann hatten wir genug von "Aktivitäten" und beschlossen, zum Pool zu gehen. Zum Mittagessen gab es einen kleinen Light Lunch mit Salat, leckerem Brot und Butter. Danach verbrachten wir den Nachmittag wieder am Pool: Wir lasen, Sophia hörte ihr Hörbuch und ich dachte mir einmal mehr, dass ein Reisetag auch ruhig einfach aus Essen, Lesen und Nichtstun bestehen darf.
Am späten Nachmittag gab es noch Kuchen, bevor um 17 Uhr unsere Sundownerfahrt zu den Epupa-Fällen startete. Unser Guide war noch recht jung, sehr motiviert – und leider hatte er vergessen, sich vorzustellen. Oder wir hatten schlicht vergessen, nach seinem Namen zu fragen. Jedenfalls habe ich ihn in meinen Notizen nirgendwo erwähnt.
Wir fuhren zunächst aus dem Camp und einmal durch Epupa. Das kleine Dorf hat nur etwa 400 Einwohner, entsprechend kennt hier offenbar jeder jeden. Unser Guide winkte ständig irgendwelchen Leuten und rief ihnen Grüße zu. Unterwegs nahmen wir noch zwei junge Frauen aus unserem Camp mit, die wir an anderer Stelle wieder absetzten.
Dann ging es zu den Epupa-Fällen. Die Zufahrt liegt direkt am Ortseingang und ist zumindest von unserer Seite aus erstaunlich unscheinbar. Wenn man nicht weiß, wo es hingeht, könnte man glatt daran vorbeifahren. Wir parkten im Schatten und liefen an einigen Verkaufsständen vorbei in Richtung Wasser.
Der Kunene führte zu diesem Zeitpunkt ziemlich viel Wasser, weshalb wir auf dem Weg etwas aufpassen mussten. An einigen Stellen wurde es rutschig, und zweimal mussten wir sogar durch einen Seitenarm des Flusses waten, um ganz nach vorne an die Schlucht zu kommen. Sophia wurde kurzerhand getragen. Beim ersten Mal übernahm unser Guide das, was Sophia allerdings überhaupt nicht lustig fand. Beim nächsten Mal bestand sie deshalb darauf, dass Mama sie tragen musste 😂
Schließlich standen wir direkt an der Abbruchkante und konnten hinunter in die rund 40 Meter tiefe Schlucht schauen. Eine Absperrung? Fehlanzeige. Während wir noch etwas ungläubig dastanden, spielten die Kinder aus dem Dorf völlig unbeaufsichtigt am Wasser – auch die ganz Kleinen. Unser Guide zeigte uns an einer vermeintlich flachen Stelle, wie tief das Wasser in den Seitenarmen tatsächlich war: etwa anderthalb bis zwei Meter. Dazu wirbelte es zwischen den Felsen hindurch. Ganz ungefährlich war das definitiv nicht.
Wir konnten sogar einen Regenbogen in der Gischt entdecken. Die herunterdonnernden Wassermassen, die Schlucht und das ganze ursprüngliche Umfeld waren schon von hier unten beeindruckend. Aber es sollte noch besser werden.
Wir stiegen wieder ins Auto und fuhren hinauf zum offiziellen Viewpoint. Der Eintritt kostete 70 Namibia-Dollar pro Person und war bei unserer Fahrt bereits im Preis enthalten. Oben befindet sich gleichzeitig ein Campingplatz – und allein die Lage ist wirklich spektakulär. Unser Guide zeigte uns noch einen kleinen Trampelpfad, der ein Stück den Hang hinunterführte. Währenddessen baute er oben bereits unsere Sundowner-Getränke und ein paar Snacks auf.
Und dann verstanden wir endgültig, warum sich die Fahrt gelohnt hatte. Von hier oben konnten wir erst richtig erkennen, wie breit der Kunene tatsächlich ist. Was wir von unserem Camp aus zunächst für das andere Ufer gehalten hatten, war in Wirklichkeit eine von mehreren Inseln im Fluss – auch diese gehören noch zu Namibia.
Wir saßen dort oben, tranken unseren Sundowner und genossen einfach die Aussicht. Ein wirklich ganz besonderer Fleck. Unser Guide berichtete uns unter anderem von den Krokodilen im Kunene. Davon gibt es wohl einige, und abends kommen sie gerne auf die Felsen, um sich zu sonnen. Ansonsten halten sie sich überwiegend im Wasser auf. Besonders gefährlich können sie natürlich für Menschen werden, die am Ufer arbeiten oder beispielsweise Wäsche waschen. Unser Guide erzählte, dass die Krokodile hier bis zu sechs Meter lang werden können. Allein die Vorstellung fand ich schon ziemlich beeindruckend. Bisher hatten wir zum Glück noch keines gesehen – und ich war auch nicht scharf darauf, eines aus der Nähe kennenzulernen 😳
Nur dieser putzige Geselle schaute mal kurz vorbei 🥰
Er erzählte uns auch noch einiges aus seinem persönlichen Leben. Er hatte eine dreijährige Tochter und wollte im kommenden Jahr seine Partnerin heiraten. Auch über seinen Glauben sprach er sehr offen mit uns. Auf dem Rückweg fuhren wir dann mitten durch Epupa. An der Bar war an diesem Samstagabend bereits einiges los. Besonders in Erinnerung blieb uns auch ein anderes Schauspiel: An einem Truck versuchten gerade drei Männer gemeinsam, eine Ziege auf die Ladefläche zu bekommen, um sie auf dem Markt zu verkaufen. Die Ziege hatte allerdings offensichtlich überhaupt keine Lust, sich ihrem Schicksal zu ergeben, und wehrte sich nach Kräften 😂
Gegen Viertel vor sieben waren wir wieder im Camp. Die Sundownerfahrt hatte etwa 25 Euro pro Person gekostet – dafür hatten wir einen wirklich schönen und abwechslungsreichen Nachmittag erlebt.
Zum Abendessen gab es Bohnensuppe, anschließend Schweinekotelett mit Kartoffeln, Bohnen und Blumenkohl und zum Nachtisch Vanilleeis. Sophia war davon leider nicht sonderlich begeistert und aß fast nichts. Mit dem Essen ist es bei ihr hier ohnehin ein bisschen schwierig. Gefühlt ernährte sie sich inzwischen hauptsächlich von Brot und Pancakes 🫠
Später gingen wir zurück zu unserem Zelt. Nachdem Sophia eingeschlafen war, setzten Marc und ich uns noch draußen vor das Zelt. Der Abend war wunderbar lau, im Camp war allerdings bereits die komplette Beleuchtung abgeschaltet wollten, als wir den Dinnerbereich verlassen hatten. Es war somit stockfinster. Unsere Kerzen hatten wir natürlich irgendwo im Auto verstaut – so gut, dass wir sie auf Anhieb nicht wiederfanden. Also saßen wir eben im Licht unserer Taschenlampe da und lauschten den Geräuschen der Nacht.
Irgendwann gingen wir für unsere Verhältnisse ziemlich spät ins Bett. Und wir waren uns einig: So ein Tag, an dem man außer Essen, Lesen, Fotografieren und Entspannen eigentlich nichts zu tun hat, darf im Urlaub ruhig öfter vorkommen 😎
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201331. Aug. 2026 ·
Sonntag, 24. Mai 2026 – Ein Tag zum Nichtstun
Für diesen Tag hatten wir bewusst überhaupt nichts geplant. Nach einem gemütlichen Frühstück ließen wir den Morgen ganz entspannt angehen, lasen ein wenig und machten es uns schließlich kurz vor Mittag am Pool bequem. Die kleinen Äffchen ließen sich an diesem Tag zwar nicht blicken, dafür spazierte der Waran einmal direkt am Pool entlang.
Auch die kleinen Erdhörnchen waren wieder zahlreich unterwegs – und vermutlich auch die Übeltäter, die unseren auf dem Beistelltisch liegenden Apfel ordentlich angeknabbert hatten 🫣 Wir legten ihn kurzerhand in die Wiese, damit sie ihn in Ruhe aufessen konnten.
Nach unserem Light Lunch mit Salat und leckerem Brot verbrachten wir auch den Nachmittag entspannt am Pool, bevor wir uns gegen 17 Uhr frisch machten und einen kleinen Ausflug auf die Insel unternahmen. Diese hatte an diesem Tag zum ersten Mal wieder geöffnet, nachdem die Mitarbeiter in den vergangenen Tagen fleißig daran gearbeitet hatten, die Schäden des Hochwassers zu beseitigen.
Ganz anders, als wir es uns vorgestellt hatten, war die Insel allerdings noch deutlich von den Auswirkungen des Hochwassers geprägt. Die Wege waren zwar wieder freigeräumt, ansonsten führte jedoch hauptsächlich ein kleiner Trampelpfad durch das Unterholz. Ich meine, in irgendeinem Reisebericht mal von einem zweiten Pool und einer Bar auf der Insel gelesen zu haben – davon war jedoch nichts zu sehen. Vielleicht habe ich mich auch getäuscht und hatte das falsch abgespeichert. Lediglich die Überreste einer Holzschaukel lagen herum. Ein paar Mal gelangten wir direkt an den Kunene, bevor wir schließlich nach einer Umrundung wieder die Hängebrücke erreichten.
Und die hatte es wirklich in sich! Sie war ziemlich wackelig und die Überquerung war durchaus nervenaufreibend. Besonders der Blick nach unten auf den schnell fließenden Kunene sorgte für ein ziemlich seltsames Gefühl – so, als würde alles um einen herum schwanken 🫠
Zurück im Camp gönnten wir uns noch einen Sundowner, bevor es um 19 Uhr Abendessen gab. Dieses Mal gab es zunächst eine Tomatensuppe, anschließend sogenannte „Himba Rollpops“, eine Art Fleischpflanzerl aus Gamefleisch, dazu Reis und Gemüse. Alles war wieder sehr lecker, ebenso das Küchlein zum Nachtisch.
Es war insgesamt ein wunderbar entspannter Tag, an dem wir einfach mal nichts tun mussten. Zwar war es wieder unglaublich warm und wir schwitzten abends selbst ohne Decke noch vor uns hin, aber in der Nacht kühlte es zum Glück wieder angenehm ab.
Vielen Dank für diese tollen Eindrücke bei den Epupa Falls. Schön, dass sich die lange Anfahrt lohnenswert angefühlt hat. Die war für mich bisher immer der Grund dafür, dass Epupa wieder aus meinen Plänen gestrichen wurde - und das Betteln auf dem Weg dorthin.
Immer wieder, wenn ich solche schönen Fotos sehe, denke ich, dass ich doch auch gern mal dort hin reisen würde.
Aber falls es beim Wünschen bleibt, freu ich mich über solche Berichte.
Übrigens dachte ich schon, bevor du es erwähnt hast, dass es Sophia vielleicht unangenehm sein könnte, mit einem fremden Mann so engen Körperkontakt zu haben. In dem Moment hätte ich allerdings auch nicht dran gedacht. Gut, dass sie euch gesagt hat.
Lotusblume1’941 Beiträge · seit 200901. Sept. 2026 ·
Sorimuc schrieb:Ich meine, in irgendeinem Reisebericht mal von einem zweiten Pool und einer Bar auf der Insel gelesen zu haben – davon war jedoch nichts zu sehen.
Vielleicht meinst Du die Mobala Island Lodge am Okavango, Nähe Divundu. Die hat eine Hängebrücke, welche zu einer Insel mit Bar führt.
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201302. Sept. 2026 ·
bayern schorsch schrieb:Zwei Tage und Ihr habt nicht viel gemacht!
Und genau das ist Luxus pur. Recht habt's g'habt!!!
Was Sophia und die Esserei anbelangt- verhungern tun die Kid's sicher nicht, die essen schon, wenn's hungrig sind. 😯
Aber die Eltern meinen halt....
Wir kennen das nur zu gut.
LG vom bayern schorsch, Du schreibst einen sehr schönen Bericht
Hallo bayern schorsch,
da hast du absolut recht – zwei Tage lang einfach nichts vorhaben und ganz entspannt in den Tag hineinleben, das ist tatsächlich Luxus pur. Und genau das haben wir dort auch richtig genossen 😊
Und was Sophia und das Essen angeht: Ja, wahrscheinlich hast du recht – verhungern wird wohl wirklich kein Kind vor einem vollen Teller 😄 Aber als Eltern macht man sich halt trotzdem so seine Gedanken und möchte natürlich, dass die Kleinen auch ein bisschen ausgewogen essen. Schön zu hören, dass ihr das auch nur zu gut kennt!
Vielen lieben Dank auch für dein schönes Kompliment zu meinem Reisebericht. Das freut mich wirklich sehr! 🥰
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201302. Sept. 2026 ·
Nacho schrieb:Liebe Sonja,
Vielen Dank für diese tollen Eindrücke bei den Epupa Falls. Schön, dass sich die lange Anfahrt lohnenswert angefühlt hat. Die war für mich bisher immer der Grund dafür, dass Epupa wieder aus meinen Plänen gestrichen wurde - und das Betteln auf dem Weg dorthin.
Immer wieder, wenn ich solche schönen Fotos sehe, denke ich, dass ich doch auch gern mal dort hin reisen würde.
Aber falls es beim Wünschen bleibt, freu ich mich über solche Berichte.
Übrigens dachte ich schon, bevor du es erwähnt hast, dass es Sophia vielleicht unangenehm sein könnte, mit einem fremden Mann so engen Körperkontakt zu haben. In dem Moment hätte ich allerdings auch nicht dran gedacht. Gut, dass sie euch gesagt hat.
Liebe Grüße,
Silvia
Liebe Silvia,
vielen Dank für deine liebe Rückmeldung! 😊
Ich kann gut verstehen, dass die lange Anfahrt dich bisher davon abgehalten hat. Wir haben vorher auch überlegt, ob sich der Weg wirklich lohnt, waren im Nachhinein aber sehr froh, dass wir uns dafür entschieden haben. Die Epupa Falls und die Landschaft dort haben uns wirklich gut gefallen. Vielleicht schaffen sie es ja irgendwann doch noch einmal in eure Reiseplanung 😊 Das viele Betteln auf dem Weg dorthin war allerdings tatsächlich ein Punkt, der uns beschäftigt hat.
Und was Sophia angeht, hast du vollkommen Recht. Es ging in der Situation allerdings alles so schnell, dass sie quasi schon am anderen Ufer stand, bevor ich reagieren konnte.
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201302. Sept. 2026 ·
Lotusblume schrieb:
Vielleicht meinst Du die Mobala Island Lodge am Okavango, Nähe Divundu. Die hat eine Hängebrücke, welche zu einer Insel mit Bar führt.
Liebe Lotusblume,
das klingt fast danach, als hättest du Recht 😃 Die Mobola Island Lodge steht nämlich ebenfalls auf meiner Merkliste für zukünftige Routen, vermutlich habe ich das schlicht und einfach verwechselt.
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201302. Sept. 2026 ·
Der heutige Tag ist leider etwas Text-lastig, aber wir nähern uns langsam dem Etosha, da gibt's dann auch wieder mehr Bilder 🫣
Montag, 25. Mai 2026 – Von Epupa bis Hobatere: Unser längster Fahrtag
Heute stand uns die längste Fahrtstrecke unserer Reise bevor. Nach dem Frühstück genossen wir ein letztes Mal die schöne Atmosphäre am Kunene, packten unsere Sachen und machten uns gegen 9 Uhr auf den Weg.
Fazit Epupa Camp
Im Epupa Camp haben wir uns alle sehr wohlgefühlt und können es auf jeden Fall weiterempfehlen. Im Vergleich zur Epupa Falls Lodge oder zum Omarunga Camp liegt es etwas abseits der Fälle und nicht direkt im Dorf. Das hat uns persönlich sehr gut gefallen, da es dort ruhiger und weniger beengt wirkte.
Besonders schön fanden wir das ständige Rauschen der Epupa Falls im Hintergrund. Gerade nachts hat uns das überhaupt nicht gestört – im Gegenteil, es sorgte für eine angenehme Atmosphäre und überdeckte viele andere Geräusche.
Wir hatten eine geräumige Family Unit, die etwas zurückversetzt liegt und größer ist als die normalen, direkt am Wasser gelegenen Zelte. Natürlich handelt es sich um ein Zelt mit allen Vor- und Nachteilen: Tagsüber kann es recht warm werden, nachts war es für uns jedoch sehr angenehm. Das offene Bad und die insgesamt sehr offene Gestaltung passen gut zum Klima der Region.
Auch mit dem Essen waren wir zufrieden. Der Service wirkte teilweise etwas unmotiviert, allerdings war trotz der wenigen Gäste immer jemand im Camp erreichbar. Während unseres Aufenthalts war ohnehin kaum etwas los – meist waren wir die einzigen Gäste im Tented Camp, während sich nur vereinzelt Camper auf dem Platz befanden. Wie es in der Hochsaison aussieht, können wir natürlich nicht beurteilen. Insgesamt hat uns das Epupa Camp mit seiner ruhigen Lage und der entspannten Atmosphäre sehr gut gefallen.
Zunächst ging es auf derselben Strecke zurück nach Opuwo, die wir schon auf der Hinfahrt nach Epupa gefahren waren. Die Fahrt verlief weitgehend ereignislos, auch wenn wir wieder zahlreichen Rindern, Ziegen und Schafen auf und neben der Straße begegneten. Außerdem waren immer wieder Menschen und Bettelkinder am Straßenrand unterwegs, insgesamt allerdings gefühlt etwas weniger als auf der Hinfahrt.
Nach gut drei Stunden erreichten wir Opuwo, tankten noch einmal und gerieten dabei in einen ziemlich heftigen Sandsturm. Anschließend ging es auf geteerter Straße weiter Richtung Kamanjab. Die Strecke lässt sich zwar grundsätzlich zügig fahren, allerdings sollte man die Tiere am Straßenrand nicht unterschätzen: Vor allem Ziegen und Schafe sorgten immer wieder dafür, dass wir abbremsen mussten, da sie teilweise unvermittelt auf die Straße liefen 🫠
Kurz vor unserem Tagesziel passierten wir den Vet Fence. Dabei fiel uns leider erst ein, dass wir noch eine Packung Biltong im Kühlschrank hatten, die wir einige Tage zuvor in Opuwo gekauft hatten. Die wurde natürlich sofort konfisziert – ein kleiner, aber für andere Reisende vielleicht hilfreicher Hinweis: Vor dem Vet Fence unbedingt noch einmal Kühlschrank und Vorräte kontrollieren!
Hinter dem Vet Fence führte unsere Route entlang des Etosha-Gebiets weiter. Und kaum waren wir durch die Kontrolle, sahen wir direkt eine Herde Elefanten – kurz darauf sogar noch einen einzelnen direkt am Zaun. Die Elefanten waren uns auf dieser Reise offenbar wirklich wohl gesonnen 😃
Schließlich bogen wir zur Hobatere Lodge ab. Von der Hauptstraße sind es noch einmal rund 16 Kilometer bis zur Lodge, für die man etwa 25 bis 30 Minuten einplanen sollte. Insgesamt waren wir mit Pausen gut sechseinhalb Stunden unterwegs.
Begrüßt wurden wir dann ganz entspannt mit einem Eistee. Die von der lokalen Community geführte Hobatere Lodge machte auf uns einen sympathischen Eindruck. Unser Familienzimmer war zwar schon etwas abgewohnt, für eine Übernachtung aber völlig in Ordnung.
Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich auf unserer Terrasse, lasen ein wenig und hielten Ausschau nach Tieren. Später schauten wir uns den schönen Poolbereich und den kleinen Hide am Wasserloch an. Dort zeigte sich ein Kudu – und in der Ferne konnten wir, natürlich, noch einen weiteren Elefanten entdecken. Auch zahlreiche Vögel waren unterwegs.
Zum Abendessen war neben uns nur noch ein weiteres Paar in der Lodge. Überhaupt ist es erstaunlich, wie wenig an vielen Orten los ist – für uns persönlich ist diese Reisezeit bisher nahezu ideal. Das Essen war ebenfalls sehr gut, und nach dem langen Tag waren wir alle ziemlich müde.
Die Nacht war für mich allerdings eher weniger erholsam: Die Betten waren sehr schmal und unbequem, und der Ventilator machte die ganze Nacht ein klackerndes Geräusch. Ausschalten war wegen der Wärme allerdings keine wirkliche Option, da unser Zimmer keine Klimaanlage hatte.
SorimucThemenstarter384 Beiträge · seit 201304. Sept. 2026 ·
Dienstag, 26. Mai 2026 – Zwischen Wasserlöchern und Wildtier-Bingo
Heute klingelte der Wecker für unsere Verhältnisse schon sehr früh um sieben Uhr. Dank unserer neuen Kofferorganisation ging das Packen aber mittlerweile viel schneller: Wir hatten unsere Sachen so umsortiert, dass wir nur noch zwei Koffer in die Unterkünfte tragen mussten. Der dritte war inzwischen zum reinen Dreckwäsche-Koffer geworden.
Nach dem Frühstück saßen wir pünktlich um acht Uhr im Auto und machten uns auf den Weg Richtung Etosha-Nationalpark.
Fazit Hobatere Lodge
Die Hobatere Lodge entsprach insgesamt unseren Erwartungen. Etwas verwirrend war allerdings die Geschichte mit unserer Buchung: Kurz vor der Reise hieß es plötzlich, unser gebuchtes Familienzimmer sei nicht mehr verfügbar und wir müssten stattdessen zwei Rondavels nehmen. Vor Ort war die Lodge dann allerdings fast leer und letztendlich war doch wieder ein Familienzimmer verfügbar – warum es überhaupt zu diesem Hin und Her kam, blieb uns ein Rätsel.
Unser Zimmer war zwar etwas in die Jahre gekommen, aber groß, sauber und völlig in Ordnung. Die fehlende Klimaanlage und der Ventilator waren für uns persönlich bei den warmen Temperaturen allerdings nicht ideal (wie wäre das erst im Hochsommer?). Dafür waren der Service sehr freundlich, das Essen sehr gut und auch der Poolbereich schön gestaltet.
Für eine Übernachtung können wir die Hobatere Lodge auf jeden Fall empfehlen. Länger würden wir persönlich dort allerdings nicht bleiben.
Nachdem wir die Lodgezufahrt passiert hatten, waren es nur noch wenige Kilometer bis zum Gate. Aufgrund einiger Berichte über strenge Kontrollen hatten wir uns auf deutlich mehr Aufwand eingestellt, doch die Einfahrt in den Nationalpark verlief problemlos. Es wurde kurz kontrolliert, ob wir verbotene Gegenstände wie Drohnen, Waffen oder Plastiktüten dabeihatten, anschließend holten und bezahlten wir unser Permit. Für zwei Erwachsene und das Auto kostete der Tagesbesuch 620 NAD. Da an diesem Morgen der Strom ausgefallen war, mussten wir bar bezahlen – zum Glück hatten wir noch genügend Bargeld dabei.
Kaum im Park angekommen, ließen die ersten Tiere natürlich nicht lange auf sich warten. Unser erstes Tier war ein Springbock, gefolgt von Zebras und schließlich einer Elefantenherde, die sich allerdings etwas versteckt im Busch aufhielt.
An den Wasserlöchern war generell viel los: Zebras, Gnus, Springböcke und Kuhantilopen waren fast überall zu sehen. Besonders schön war es, einfach stehen zu bleiben und das Treiben zu beobachten. Die Hartebeests lieferten sich kleine Kämpfe, während sich die Zebras zum Trinken am Wasserloch versammelten.
Auch Riesentrappen, Giraffen, Oryx, einen Sekretärvogel und einen Strauß konnten wir entdecken. In Olifantsrus machten wir eine kurze Pause, schauten uns das Informationszentrum und den Hide an und beobachteten dort einen Springbock, eine kleine Manguste und einen winzigen Vogel, der die deutlich größere Manguste immer wieder mutig attackierte – ein wirklich lustiger kleiner „Zwergenaufstand“. Sogar eine gut getarnte Schildkröte entdeckten wir noch.
Auf der Strecke Richtung Okaukuejo wurde es dann zunehmend wärmer und zur Mittagszeit deutlich ruhiger. Die Tiere machten sich rar, aber dafür sorgten kleine Buschhörnchen, die plötzlich direkt neben der Straße auftauchten, für eine schöne Überraschung.
Auch unser Etosha-Bingo, das wir zu Beginn der Reise bei Asco im Shop gekauft hatten, kam an diesem Tag zum Einsatz. Wir hatten bereits eine ganze Menge Tiere gesehen, aber Katzen und Nashörner fehlten uns noch komplett. Gewonnen hatte also niemand – aber wir hatten ja noch eine geführte Fahrt im Etosha vor uns und damit weitere Chancen, unser Bingo zu vervollständigen.
In Okaukuejo legten wir eine längere Pause ein und konnten endlich unsere Postkarten aufgeben – auch wenn wir zunächst nicht ganz überzeugt waren, dass sie jemals ihren Empfänger erreichen würden. Spoiler: Sie sind tatsächlich angekommen! Danach gab es Eis, Wasser und ein paar Snacks für die nächsten Tage. Sophia wollte unbedingt noch auf den Aussichtsturm, von dem aus wir sehen konnten, wie fleißig an der Straße Richtung Namutoni gearbeitet wurde.
Wir waren zuletzt 2013 als Camper in Okaukuejo gewesen. Das berühmte Wasserloch ist zwar nach wie vor schön, aber insgesamt wirkte die Anlage auf uns inzwischen ziemlich heruntergekommen. Besonders der Poolbereich überzeugte uns überhaupt nicht. Für uns persönlich steht deshalb fest: Noch einmal würden wir hier nicht übernachten.
Kurz vor dem Ombika Gate – dem früheren Andersson Gate – hatten wir dann noch einmal Glück und entdeckten Elefanten. Am Ombika-Wasserloch konnten wir anschließend beobachten, wie ein großer einzelner Bulle zum Wasser kam und ausgiebig trank. Als jedoch mehrere große Reisebusse eintrafen, wurde es uns etwas zu voll und wir machten uns auf den Weg zum Ausgang. Dort wurden wir noch einmal gründlich kontrolliert, bevor wir den Park verließen.
Nach etwa zehn weiteren Kilometern erreichten wir die Etosha Safari Lodge, eine große Gondwana-Unterkunft. Wir wurden sehr freundlich empfangen und hatten Glück mit unserem Familienzimmer: Chalet Nummer 42 lag direkt in der Nähe des Hauptgebäudes. Bei insgesamt 65 Chalets, die sich weit nach rechts und links erstrecken, war das definitiv ein Vorteil – wir fragten uns scherzhaft, ob es für die Gäste in den hintersten Chalets vielleicht ein Taxi oder eine Hängebrücke geben würde 😊
Nach einer kurzen Erfrischung im Pool genossen wir dort den Sonnenuntergang. Dabei bekamen wir noch Besuch von zahlreichen Zebramangusten, die sich zunächst vor der Mauer des Pooldecks versammelten und schließlich eine nach der anderen unter die Terrasse verschwanden. Offenbar hatten sie dort ihr Zuhause. Später standen dann auch noch zwei kleine Antilopen direkt vor unserer Terrasse und grasten gemütlich vor sich hin. Weiß zufällig jemand, welche das waren? Ich tu mich da echt immer schwer mit der Bestimmung 🫣
Am Abend gingen wir zum Essen ins Restaurant. Auf der Terrasse war alles schön eingedeckt, die Bäume waren mit Lichterketten geschmückt und insgesamt herrschte eine wirklich schöne Atmosphäre. Der Service war sehr gut, wir tranken einen leckeren Wein und Sophia war besonders glücklich über das Buffet. Es gab unter anderem Nudelsalat und Fischstäbchen – endlich einmal wieder genau nach ihrem Geschmack – und sie aß mit großem Appetit sogar eine zweite Portion.
Anschließend durfte sie sich im Curio Shop ein kleines Springbock-Kuscheltier aussuchen. Zum Abschluss des Tages saßen wir noch draußen und spielten eine Runde UNO, bevor wir müde in die wirklich bequemen Betten fielen.